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Friedrich Bodenstedt:
Album deutscher Kunst und Dichtung.
Auswahl aus einem Prachtwerk der Gründerzeit

Kurzbiographien Bodenstedts und der Künstler


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Album deutscher Kunst und Dichtung. Auswahl aus einem Prachtwerk der Gründerzeit



Beyschlag, Robert

Genremaler, geb. am 1. Juli 1838 zu Nördlingen, gest. am 5. Dezember 1908 in München, machte seine Studien auf der Münchener Akademie unter Philipp Foltz, welcher damals vielen Talenten tüchtige Schulung verlieh, die als "Jung-München" im fröhlichen Wetteifer florierten [...]. Mit kleinen, meist mittelalterlich kostümierten, durch Zeichnung und Farbensinn ansprechenden, vorwiegend lyrisch gehaltenen Bildern begann B.; es gab da "Gretchen", zart angehauchte "Psychen" und Quellnymphen, Liebende, die ihr verschlungenes Monogramm herzhaft in eine alte Linde oder Buche xylographierten, zärtliche "Nachbarkinder" und "Frühlingsgrüße", glückliche mit ihren holden Sprößlingen spielende junge Frauen, eine "Erwartung" (nach Schiller), wobei der schlafende Freund mit Küssen geweckt wird. Ähnliche Stimmungen verarbeitete B. aus dem modernen Leben, darunter Abschiedsszenen, auch im antiken Gewande: "Iphigenie", "Orpheus und Eurydike".

Unter dem Titel "Frauenlob" schuf B. eine internationale Kollektion von schönen, verschiedene Jahrhunderte repräsentierenden Frauenköpfen. Nach dem Rezept der damaligen "historischen" Richtung malte B. ein Fresko in der Galerie des bayerischen National-Museums: "Ludwig der Kelheimer unterhandelt 1221 mit dem Sultan Kâhmel über den Abzug der Kreuzfahrer". Dann begann B. abermals das ihm ganz geläufige Repertoire mit anmutenden Familienszenen, wobei auch der erquircklich mitspielende Humor dem Künstler neue Freunde gewann. (Thieme / Becker)




Bodenstedt, Friedrich von

Dichter und Schriftsteller, geb. 22. April 1819 zu Peine im Hannöverschen, gest. 18. April 1892 in Wiesbaden, studierte Philologie in Göttingen, München und Berlin, ward 1841 Erzieher der jungen Fürsten Gallizin in Moskau und fand hier Muße, sich mit den slawischen Sitten und Sprachen vertraut zu machen. Von Moskau aus ging er 1844 nach Tiflis, um die Leitung eines pädagogischen Instituts und eine Lehrerstelle am dortigen Gymnasium zu übernehmen. Hier faßte B. den Plan zu seinem Werk "Die Völker des Kaukasus und ihre Freiheitskämpfe gegen die Russen" (Frankf. 1848; 2. Aufl., Berl. 1855), wozu er sich unter Leitung seines Freundes Mirza Schaffy durch eifriges Studium der orientalischen Sprachen vorbereitete. Er durchwanderte 1845 Armenien, die Kaukasusländer und kehrte über die Krim, Kleinasien, Konstantinopel 1847 nach Deutschland zurück, wo er durch eine Übersetzung ausgewählter Gedichte von Kaslow, Puschkin und Lermontow (Leipz. 1843) und "Die poetische Ukraine", eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder (Stuttg. 1845), bereits bekannt war.

Von jetzt an finden wir B. in verschiedenen Stellungen, in München, Triest (als Redakteur des "Österreichischen Lloyd"), Berlin, Paris, Frankfurt, Bremen (hier als Redakteur der "Weserzeitung"), bis er 1854 auf Einladung des Königs Max von Bayern nach München übersiedelte, wo er die Professur der slawischen Sprachen an der Universität erhielt, die er 1858 mit der der altenglischen Literatur vertauschte.

Im Herbst 1866 folgte er einem Ruf des Herzogs von Meiningen, um die Leitung der Hofbühne in Meiningen zu übernehmen. Hier lebte er, vom Herzog 1867 in den Adelstand erhoben, bis 1873, nachdem er die Intendanz schon 1869 niedergelegt hatte, hielt sich dann in Altona auf und siedelte 1877 nach Berlin über, von wo aus er 1880 zum Zweck von Vorlesungen eine Reise nach den Vereinigten Staaten unternahm. Seit seiner Rückkehr wohnte B. in Wiesbaden.

Von seinen Schriften ist zunächst noch "Tausendundein Tag im Orient", die Schilderung seiner Erlebnisse im Kaukasus etc. (Berl. 1850, 2 Bde.; 5. Aufl. in 1 Bd. 1891), von seinen Übertragungen fremder Dichtungen außer dem "Poetischen Nachlaß" Lermontows (das. 1852, 2 Bde.) noch die der "Poetischen Werke" Puschkins (das. 1854-55, 3 Bde.) und Turgenjews "Erzählungen" (Münch. 1864-65, 2 Bde.) zu erwähnen. Auch die 1851 erschienenen heitern und formgewandten "Lieder des Mirza Schaffy" (145. Aufl., Berl. 1893), sein bedeutendstes und beliebtestes Werk, das in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde, kündigten sich als Übertragung an, stellten sich aber alsbald als eigne Dichtungen heraus. Seine betrachtungsreichen "Gedichte" (Brem. 1852), denen noch zwei Bände unter dem Titel: "Aus der Heimat und Fremde" (Berl. 1857 u. 1859) folgten, ferner die Sammlungen: "Aus dem Nachlasse Mirza Schaffys" (das. 1874, 17. Aufl. 1891), "Einkehr und Umschau" (Jena 1876, 3. Aufl 1877), "Aus Morgenland und Abendland" (Leipz. 1882, 3. Aufl. 1887) und "Neues Leben" (Bresl. 1886) erhoben sich nicht zu gleicher Bedeutung. Die poetische Übertragung Hafisischer Lieder: "Der Sänger von Schiras" (Berl. 1877, 3. Aufl. 1884), gaben B. Gelegenheit, seine Sprachvirtuosität zu offenbaren. Die "Lieder und Sprüche des Omar Chajjâm verdeutscht" (Bresl. 1881, 4. Aufl. 1889) schließen sich ihnen an.

Minder glücklich war B. als Dramatiker und Erzähler. Sowohl die Tragödie "Demetrius" (Berl. 1856) und das Lustspiel "König Autharis Brautfahrt" (das. 1860) als die im "Theater" (das. 1876) gesammelten Dramen, deren interessantestes die Tragödie "Kaiser Paul" ist, endlich das Schauspiel "Alexander in Korinth" (Hannov. 1876; neue Bearbeitung. Leipz. 1883) entbehren bei vielen Einzelvorzügen der dramatischen Anlage. Als Epiker ließ B. zuerst die Dichtung "Ada, die Lesghierin" (Berl. 1853) erscheinen, an der die beschreibenden Partien zu rühmen sind. Einheitlicher zeigten sich die kleinen "Epischen Dichtungen" (Berl. 1863), unter denen "Herun und Habakuk" das Meisterstück ist. Von seinen Erzählungen verdienen die aus persönlichen Erinnerungen stammenden "Kleinern Erzählungen" (Münch. 1863) hervorgehoben zu werden und im Anschluß daran: "Ernst Bleibtreu" (Münch. 1863; 2. Aufl., Berl. 1889); "Vom Hof Elisabeths und Jakobs" (Jena 1871, 2 Bde.; 4. Aufl. 1882); "Aus deutschen Gauen" (das. 1871, 2 Bde.; 4. Aufl. 1882); der Roman "Das Herrenhaus in Eschenwalde" (das. 1872, 3 Bde.; 3. Aufl. 1878); "Kleine Geschichten aus fernem Lande" (Berl. 1872); "Gräfin Helene" (Stuttg. 1880).

Verdienstlich sind die Shakespeare und seiner Zeit gewidmeten Schriften Bodenstedts. In erster Linie steht hier das Werk "Shakespeares Zeitgenossen und ihre Werke" (Berl. 1858-60, 3 Bde.), mit Übertragungen aus Websters, Fords, Marlowes, Lillys und andern Dichtungen, dem die vorzügliche Verdeutschung von "Shakespeares Sonetten" (das. 1862, 5. Aufl. 1892) folgte. Späterhin gab B. die beiden ersten Bände des "Jahrbuchs der deutschen Shakespeare-Gesellschaft" (Berl. 1866-67) und unter Mitwirkung von O. Gildemeister, A. Wilbrandt, P. Heyse, Herwegh u. a. eine neue Übersetzung der "Dramatischen Werke" Shakespeares (Leipz. 1866-72, 9 Bde.; 3. Aufl. 1878) heraus, der ein Buch über "Shakespeares Frauencharaktere" (Berl. 1875, 4. Aufl. 1887) folgte. Über die Staats- und Volksverhältnisse Rußlands verbreiten sich die "Russischen Fragmente" (Leipz. 1862, 2 Bde.). Als Aufzeichnungen aus seinem wechselvollen Leben veröffentlichte er: "Aus meinem Leben" (erster Teil: "Eine Königsreise, Erinnerungsblätter an König Max", Leipz. 1879, 3. Aufl. 1883), die Beschreibung seiner Amerikareise: "Vom Atlantischen zum Stillen Ozean" (das. 1882) und "Erinnerungen aus meinem Leben" (Berl. 1888-90, 2 Bde.). 1880 begründete B. die in Berlin erscheinende "Tägliche Rundschau".

Neben einer Auswahl aus der großen Zahl seiner Gedichte ("Ausgewählte Dichtungen", Berl. 1864) veranstaltete B. auch eine (unvollständige) Ausgabe seiner "Gesammelten Schriften" (das. 1865-1869, 12 Bde.). 1894 wurde ihm in Wiesbaden ein Denkmal errichtet. Vgl. "Friedrich v. B. Ein Dichterleben in seinen Briefen 1850-1892" (hrsg. von Schenck, Berl. 1893). (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Aufl. 1905-1909; Bd.3, S. 139f.; Digitale Bibliothek 100, S. 22747-51. Absätze hinzugefügt.)




Cloß, Gustav Paul

Landschaftsmaler und Zeichner, geb. am 14. November 1840 in Stuttgart, gest. am 14. August 1870 zu Prien am Chiemsee. Seit 1857 Schüler Heinrich Funks an der Stuttgarter Hochschule. Auf einer Studienreise nach dem bayerischen Hochland malte er sein erstes entscheidendes Bild "An dem Ufer des Chiemsee" (1860). Eine Rheinreise mit seinem Zwillingsbruder, dem Holzschneider Adolf C., die in der Folge nach Brüssel, Antwerpen und Paris führte, und eine weitere Reise (1863) nach dem italien. Süden brachten reiches Material, welches der Künstler zu kleinen, zart durchgeführten Bildern verarbeitete.

Erfolge errang er mit seinen in der Art Doré's wirkungsreich komponierten trefflichen Illustrationen zu Uhlands Gedichten, Wielands Oberon und den 28 "Natur und Dichtung" betitelten landschaftlichen Nachdichtungen zu Liedern von Heine, Eichendorff, Goethe, Rückert, Geibel, Friedel Becker u.a., welche in meisterlichen xylographischen Reproduktionen von Adolf Closs u. Rüff in vielverbreiteten Prachtausgaben erschienen. (Thieme / Becker)




Ehrentraut, Julius

Genremaler in Berlin, geb. 3. April 1841 zu Frankfurt a.O. als Sohn eines Lithographen, auch er arbeitete zuerst als Lithograph, besuchte aber gleichzeitig (seit 1859) die Akademie in Berlin und wurde dort Schüler Julius Schraders. Auf einer Studienreise nach Frankreich wird die Genrekunst Meissonniers in Paris bestimmend für seine ganze künstlerische Anschauung. Auf der Rückreise lernt er in Belgien und Holland die Sittenmaler des 17. Jahrhunderts kennen. 1878 wird er Hilfslehrer und 1888 Professor an der Berliner Akademie. (Thieme / Becker)




Kaulbach, Friedrich

Maler, geb. 8. Juli 1822 in Arolsen, gest. 6. Sept. 1903 in Hannover, kam mit 17 Jahren in das Atelier seines Onkels Wilhelm von Kaulbach zu München, wo er sechs Jahre lang arbeitete. Sodann besuchte er Italien und kehrte von da nach München zurück, um selbständig seine Laufbahn zu beginnen. Mehrere Bildnisse und einige Historienbilder, darunter: Adam und Eva finden ihren Sohn Abel erschlagen, begründeten seinen Ruf. Er erhielt den Auftrag, für das Maximilianeum die Krönung Karls d. Gr. zu malen, vollendete dieses Bild jedoch erst in Hannover, wohin er berufen worden war, um Bildnisse der Königsfamilie zu malen. Zum Hofmaler ernannt, wurde er der bevorzugte Porträtist der dortigen Aristokratie. Seine zahlreichen Bildnisse, unter denen noch die der Kaiserin Elisabeth von Österreich, des deutschen Kronprinzen Friedrich Wilhelm und seiner drei Söhne, des Prinzen Albrecht von Preußen, des Fürsten und der Fürstin zu Stolberg hervorzuheben sind, zeichnen sich durch vornehme Auffassung aus. Doch leiden sie an einer gewissen Oberflächlichkeit der Auffassung, die sich mehr auf das Elegante als auf das Charakteristische richtet, und an Flauheit der Farbe. Am besten gelangen ihm Damenbildnisse. K. war Mitglied der Berliner Kunstakademie. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Aufl. 1905-1909; Bd. 10, S. 781; Digitale Bibliothek 100, S. 100063f.)




Piloty, Ferdinand

Maler, geb. 9. Okt. 1828 in München, gest. daselbst 21. Dez. 1895, bildete sich auf der dortigen Akademie und bei seinem Schwager Schorn und arbeitete später vornehmlich unter dem Einfluß seines Bruders Karl, dessen koloristischer Richtung er folgte. Im Nationalmuseum zu München und im Rathaussaal zu Landsberg am Lech führte er eine Anzahl geschichtlicher Fresken aus. Für das Maximilianeum in München malte er das Ölbild: Königin Elisabeth von England hält im Angesicht der Armada Heerschau ab. Von seinen übrigen Gemälden sind zu nennen: Thomas Morus im Kerker; Raffael auf dem Krankenlager; Graf Eberhard von Württemberg an der Leiche seines Sohnes; die Kapuzinerpredigt in Rom (Neue Pinakothek in München); das Urteil Salomonis. Er hat auch zahlreiche Illustrationen zu Schillers "Glocke", zur Schiller- und zur Shakespeare-Galerie gezeichnet. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Aufl. 1905-1909; Bd. 15, S. 879; Digitale Bibliothek 100, S. 153068f.)




Riefstahl, Wilhelm

Maler, geb. 15. Aug. 1827 in Neustrelitz, gest. 11. Okt. 1888 in München, bezog 1843 die Berliner Akademie, wo er sich an W. Schirmer anschloß, und zeichnete 1848 die architektonischen Illustrationen zu Kuglers "Kunstgeschichte". Die Eindrücke seiner ersten Studienreise nach Rügen bestimmten ihn, in der Landschaftsmalerei das Stimmungsbild zu pflegen. Später bereiste er Westfalen, den Rhein, Oberbayern und die Schweiz und malte seitdem hauptsächlich Motive aus dem Hochgebirge. 1869 ging er nach Rom, wurde dann als Professor an die Kunstschule in Karlsruhe berufen, deren Direktorat er nach einer zweijährigen, in Rom verbrachten Zwischenzeit 1875 übernahm, aber 1877 wieder aufgab, um später nach München überzusiedeln. Seine künstlerische Eigentümlichkeit liegt vornehmlich in der glücklichen Verbindung von Landschaft mit Figuren oder architektonischen Hintergründen und in Interieurs mit Figuren bei vorwiegend ernster Grundstimmung.

Von seinen Bildern sind hervorzuheben: Prozession von Kapuzinermönchen; Brautzug im Passeiertal; Feldandacht Passeirer Hirten (1864, Nationalgalerie in Berlin); Allerseelentag in Bregenz (1869, ebendaselbst); Rückkehr von der Taufe; Leichenzug vor dem Pantheon (1871, Dresdener Galerie); Leichenbegängnis auf der Meglisalp (1873); Refektorium eines schwäbischen Klosters (1873); Trauerversammlung vor einer Kapelle im Appenzeller Gebirge (1873); Forum Romanum (1879); Segnung der Alpen (1881); Im anatomischen Theater zu Bologna (1883, Dresdener Galerie); Glaubensboten in den Rätischen Alpen (1884). Er war Mitglied der Berliner Akademie. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Aufl. 1905-1909; Bd. 16, S. 917; Digitale Bibliothek 100, S. 165516f.)




Rothbart, Ferdinand

Maler u. Graphiker, geb. 3. Oktober 1823 Roth am Sand, gest. 31. Januar 1899 in München. Schüler von H. L. Petersen. Tätig in Stuttgart, seit 1855 in München (1871/85 Konservator des Kupferstichkabinetts). 1860/63 in Rom als Stipendiat der Martin-von-Wagner-Stiftung. Fresko auf der Veste Coburg; 3 Wandgemäldeim (Alten) Bayer. National-Museum München (Thieme / Becker)




Schlesinger, Charles

Schlesinger, Karl, Genre- u. Landschaftsmaler, geb. 23. März 1825 Lausanne, gest. 12. Juni 1893 Düsseldorf. Schüler von G. Hardorff u. Herm. Kauffmann in Hamburg, Chr. Ruben in Prag u. Dyckmans in Antwerpen. Seit 1852 in Düsseldorf. (Thieme / Becker)




Scheuren, Kaspar

Maler, geb. 22. Aug. 1810 in Aachen, gest. 12. Juni 1887 in Düsseldorf, bildete sich erst im Atelier seines Vaters, eines Miniaturmalers und Gemälderestaurators, sodann von 1829 bis 1835 auf der Akademie in Düsseldorf zum Landschaftsmaler. Aus der Verschmelzung der Eindrücke, die seine Studienreisen auf ihn machten, mit den Einwirkungen, die Lessings und Schirmers Vorbilder und namentlich die Lektüre Walter Scotts auf ihn ausgeübt hatten, erwuchs seine eigentümliche romantisch-phantastische Kunstweise. In den meisten seiner Bilder behandelte er die durch Sagen und Geschichten berühmten Gegenden des Rheins. Schon zu Ende der 1830er Jahre gab er die Landschaftsmalerei in Öl auf und schuf ein neues Genre allegorisch geschmückter, fein gezeichneter und anmutig kolorierter Ansichten, Illustrationen, Widmungs- und Erinnerungsblätter, in denen Landschaft, Figuren und Ornamentik in phantasiereicher Weise vereinigt sind. Seine Hauptwerke dieser Gattung sind: das Album der Burg Stolzenfels, das Album von Venedig, 25 Aquarelle aus der Sage und Geschichte des Rheins (Museum in Köln). Viele seiner Werke wurden durch Farbendruck vervielfältigt. Er hat auch eine Anzahl Landschaften radiert. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Aufl. 1905-1909; Bd. 17, S. 746; Digitale Bibliothek 100, S. 174822)




Sckell, Ludwig

Landschafts-, Genre- u. Bildnismaler u. Lithograph, geb. 1842 in Obergünzburg, gest. 31. März 1905 in München. (Thieme / Becker)




Thumann, Paul

Maler, geb. 5. Okt. 1834 in Tschacksdorf (Niederlausitz), war von 1853-55 Schüler der Akademie in Berlin und arbeitete dann bis 1860 bei Julius Hübner in Dresden. Nach zweijährigem Aufenthalt in Leipzig ging er nach Weimar zu Ferdinand Pauwels und wurde 1866 Professor an der dortigen Kunstschule. Nachdem er seit 1872 in Dresden tätig gewesen, wurde er 1875 als Professor an die Kunstakademie in Berlin berufen, legte diese Stellung aber 1887 nieder. Nach längerm Aufenthalt in Italien übernahm er 1892 wieder die Leitung eines Malerateliers an der Akademie. Seine Haupttätigkeit fand T. in der Illustration (z. B. Auerbachs Kalender, Goethes "Wahrheit und Dichtung", Tennysons "Enoch Arden", Chamissos "Frauenliebe und Leben", desselben "Lebenslieder und -Bilder", Hamerlings "Amor und Psyche", Heines "Buch der Lieder"). Die Eleganz der Formengebung und die Anmut der Figuren gewannen diesen Illustrationen großen Beifall. Doch verlor sich T. schließlich in ein süßliches und oberflächliches Formenspiel, das den Eindruck seiner ersten Schöpfungen abschwächte. Von seinen Gemälden sind besonders fünf Bilder aus dem Leben Luthers für die Wartburg, Luthers Trauung (1871), die Taufe Wittekinds und die Rückkehr Hermanns des Cheruskers aus der Schlacht am Teutoburger Wald für das Gymnasium in Minden und die drei Parzen zu erwähnen. Er hat auch Studienköpfe und Genrebilder aus dem antiken Leben (Psyche am Wasserspiegel, Sub rosa, günstige Gelegenheit, Kunst bringt Gunst), eine Madonna (1898) u. a. gemalt. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Aufl. 1905-1909; Bd. 19, S. 510; Digitale Bibliothek 100, S. 196620f.)



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