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Die Goethe Akademie

Einladung zur 11. Goethe Akademie nach Weimar

„Sei ewig glücklich, wie du mich liebst“.
Die Stimme der Frau in Goethes Dichtung

13. bis 16. Juli 2017 in Weimar

Es gibt keinen anderen Dichter deutscher Sprache, in dessen Werk die Stimme der Frau so rein und authentisch erklingt wie in der Poesie Goethes. Ob es sich um eine „Laune des Verliebten“ handelt, ob um die warnende Stimme der Liebhaberin, die den Partner vor der Tiefe des Wassers warnt, in das er sich gerade stürzen will, ob um die rätselhaften Verse, die Goethe für Charlotte von Stein schrieb. Die Stimme der Frau erklingt in Goethes Dramen und Gedichten als Sprecherin wie als Angesprochene. Sie artikuliert sich auch in der Gestalt des Gretchens, die eine Metamorphose von der schuldlos-schuldigen Geliebten im ersten Teil zu einer „Jungfrau, Mutter, Königin“ im zweiten Teil des „Faust“ erfährt.

So bildet in Goethes Weltsicht die Liebe sowohl die Triebkraft aller Naturveränderungen als auch die Basis harmonischer zwischenmenschlicher Beziehungen. Der Dichtung kommt die Aufgabe zu, im Dialog zwischen männlichem Ich und weiblichem Du – und auch im Tausch dieser Rollen – solche Zusammenhänge zum Sprechen zu bringen.

Daher akzentuiert diese Goethe Akademie mit der Lektüre poetischer Goethe-Texte die vielfältigen Bezüge dieses Themas. Ergänzt wird diese durch Besuche im Goethe-Nationalmuseum und im Goethe- und Schiller-Archiv. Werden im Museum die Biographien jener Frauen aufgerufen, denen Goethes Zuneigung galt, so sind es im Archiv Goethes Briefe an Charlotte von Stein, die in der Weltliteratur ihresgleichen suchen. Charlotte von Stein, deren Briefe an Goethe leider nicht überliefert sind, erhält Stimme in dem Schauspiel „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“, das im Liebhabertheater des einstigen Familiensitzes von Stein zu erleben ist. Und nicht nur im Vorübergehen richtet sich der Blick in Rudolstadt auf Friedrich Schiller und die „Damen seines Herzens“.

 

 

 

Freuen Sie sich mit uns auf ungewöhnlich-inspirierende Annäherungen an das Universalgenie Johann Wolfgang von Goethe.

Dr. Wolfgang Isenberg (Direktor der Thomas-Morus-Akademie Bensberg) und
Dr. habil. Jochen Golz
(Präsident der Goethe-Gesellschaft in Weimar e. V.)

 

Hier finden Sie das Programm und die Anmeldeunterlagen:

 

Auszug aus dem Programm

„Warum gabst du uns die tiefen Blicke …“
Frauenbilder: Erste Spurensuche in Goethes Gedichten

Bereits in der Dichtung, die Goethe vor seinem Weg nach Weimar schuf, wird der Frau die Rolle der besonnenen Mahnerin aus Liebe und Vernunft zugewiesen, die sie fortan in seinen Versen wahrnehmen wird. Gleichermaßen aber inspiriert sie den Dichter zu „neuen Liedern“, spricht ihm Mut und Lebenszuversicht zu. Die bis zu Goethes Ankunft in Weimar entstandenen Gedichte zählen wohl zu den Höhepunkten deutscher Lyrik, in ihnen erreicht die Sprache eine neue, bis dahin nicht gekannte vielfältige Ausdruckskraft.

Dr. habil. Jochen Golz, Weimar

 

„Die du der Musen reinste Kost gesogen“
Herzogin Anna Amalia und Goethe

Über Anna Amalia und Goethe kursieren Legenden, die von der Wahrheit weit entfernt sind. Für die kunstsinnige Herzo- gin war Goethes Ankunft in Weimar eine willkommene Chance, diesen in ihre Kunst- und Kulturzirkel zu integrieren. Als Autor und Regisseur wurde Goethe am Weimarer Liebhabertheater rasch unentbehrlich. Für Goethe blieb Anna Amalia eine fürstliche Autorität, der man mit freundschaftlichem Respekt begegnete. Seine Trauerrede auf ihren Tod 1807 gleicht einem Gründungsdokument der Weimarer Klassik.

Dr. habil. Jochen Golz, Weimar

 

„Dich verwirret, Geliebte …“
Frauenbilder in Gedichten des „klassischen“ Goethe

Nach der Italienreise bedient sich Goethe stärker der aus der Antike tradierten Versmaße. So treten in klassischem Gewand die Konturen der liebenden Frau und Gefährtin umso kontrastreicher hervor. Christiane, der Mutter seiner Kinder, erläutert er im fiktiven poetischen Dialog die Grundzüge seiner Metamorphosenlehre, auch scheut er sich nicht, die Schönheit der körperlichen Liebe am Beispiel der Dienste einer Bajadere zu preisen, die uns – entgegen ihrer historischen Rolle – als liebesfähiger Mensch entgegentritt. In diesen Zeilen spricht ganz und gar nicht der vermeintlich kühle Klassizist Goethe …

Dr. habil. Jochen Golz, Weimar

 

Muse, Geliebte, Partnerin, Ehefrau …
Frauen, die Goethes Leben und Wirken begleiteten

Die thematisch gegliederte Dauerausstellung zu Goethes Leben und Werk kann und darf selbstverständlich seine vielfältigen Liebesbeziehungen nicht aussparen. So gleicht der Rundgang einer „Begegnung“ mit Goethes Lebenspartnerinnen in Bild und Wort, lässt Eigenart der jeweils besonderen Gefühls- und Bewusstseinslagen erahnen.

Dr. habil. Jochen Golz, Weimar

 

„wie kann ich seyn ohne ihnen zu schreiben“
Goethes Briefe an Charlotte von Stein

An keine andere Person schrieb Goethe häufiger und in dichterer Folge als an Charlotte von Stein (1742-1827). Insgesamt sind mehr als 1770 Briefe erhalten, die mit ihrer Vielgestaltigkeit zu den schönsten Liebesbriefen der Weltliteratur zählen – und noch immer Rätsel aufgeben. Der Vortrag widmet sich den Besonderheiten dieser einzigartigen Korrespondenz wie auch der Frage, warum Charlotte von Stein für Goethe in seinem ersten Weimarer Jahrzehnt zur wichtigsten Bezugsperson wurde.

Dr. Elke Richter, Weimar

 

Goethe in Gesellschaft
Besuch der Goethe-Gesellschaft in Weimar

Nach dem Tod des letzten Goethe-Enkels Walther Wolfgang von Goethe wurde auf Anregung der Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach 1885 die Goethe-Gesellschaft gegründet. Sie ist heute die größte literarische Gesellschaft Deutschlands mit 2 600 Mitgliedern in 40 Ländern der Welt und blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück.

Dr. habil. Jochen Golz und Dr. Petra Oberhauser, Weimar

 

Gretchen 89ff
Komödie von Lutz Hübner

„In acht Szenen treffen die unterschiedlichsten Darstellerinnen und Regisseure aufeinander, um Gretchens Kästchen-Szene aus Goethes „Faust“ zu proben: von der Anfängerin bis zur Diva, vom alten Hasen bis zum Psychoanalytiker.“ (aus der Beschreibung des „Theaters im Gewölbe“)



„ach neige, du schmerzenreiche …“
Gretchen und ihre Tragödie im „Faust“

Goethes vielleicht größte poetische Leistung ist die Gestaltung der Gretchen-Figur in „Faust I“ und ihrer individuellen Tragödie. So viel Goethe auch aus der Geschichte des Faust-Stoffes übernahm, die Gretchen-Tragödie ist seine originäre poetische Schöpfung: Hier finden Glück und Leid einer liebenden Frau unverstellt ihren Ausdruck. Hier fanden soziale Erfahrungen des Dichters Eingang, ohne dass sich ein Widerspruch auftut zwischen dem Politiker und dem Künstler Goethe. Poetische Gipfelleistungen stellen die lyrischen Monologe Gretchens dar – kein Zufall, dass nicht nur Franz Schubert sie in berückende Musik setzte.

Dr. habil. Jochen Golz, Weimar

 

Beziehungs. Reich.
Schillers Leben und Wirken in Rudolstadt

An authentischer Schillerstätte, umgeben von zahlreichen restauratorischen  Befunden  im  einstigen  Wohnbereich der Familien von Lengefeld und von Beulwitz, richtet sich der Blick auf eine Zeit in Schillers Leben, die als Wende bezeichnet werden kann: nicht unmaßgeblich beeinflusst durch seine Begegnung mit den Schwestern Charlotte von Lengefeld und Caroline von Beulwitz …

Dr.  Horst  Fleischer, Rudolstadt

 

Das Schloss, der Park, das Liebhabertheater Kochberg
Akzente und Geschichte(n)

Eingebettet in einen wunderbaren Landschaftspark fasziniert Schloss Kochberg: Schon Goethe liebte diesen idyllischen Ort, an dem er seine Seelenfreundin Charlotte von Stein zwischen 1775 und 1788 oft auf dem Landgut ihrer Familie besuchte. Seine Spuren hinterließ er für immer auf einem Schreibtisch, auf dem er die Daten einiger seiner Besuche mit Tinte notierte. Zum Ensemble gehört auch das einzigartige Liebhabertheater, mit dem sich Charlotte von Steins Sohn Karl nach Weimarer Vorbild im Jahre 1800 ein eigenes Refugium der Musen schuf.

Silke Gablenz-Kolakovic, Jena

 

„Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“
Ein-Personen-Schauspiel in fünf Akten von Peter Hacks

„Das Stück wirft einen Blick auf die bis heute geheimnisvolle Beziehung zwischen Goethe und Frau von Stein. Ohne Ankündigung und Abschied ist Goethe nach Italien abgereist und hat Charlotte nach 10-jähriger enger Liebes- und Freundschaftsbeziehung, von der über 1 700 Briefe und „Zettelgen“ zeugen, tief gekränkt. Diese Situation hat Peter Hacks im 20. Jahrhundert in einem faszinierenden und scharfsinnigen Monolog in Szene gesetzt.“

Liebhabtheater Schloss Kochberg

 

„Hochbeglückt in deiner Liebe …“
Marianne von Willemer, Goethe und das „Buch Suleika“

Es ist nicht zuletzt die späte Begegnung Goethes in den Jahren 1814/15 mit der in allen Künsten hochbegabten Marianne von Willemer, Gattin seines Frankfurter Bekannten Johann Jakob von Willemer, die das lyrische Wunder des „West-östlichen Divans“ hervorbrachte. Den Glutkern dieses 1819 veröffentlichen Gedichtbuchs bildet das „Buch Suleika“, ein lyrischer Dialog in orientalischem Gewand zwischen Suleika (Marianne) und Hatem (Goethe). Nicht nur Goethe selbst gab hier der Liebespartnerin Stimme, sie selbst hat sich – welch seltener Fall! – mit eigenen Gedichten zu Wort gemeldet, die Goethe in das „Buch Suleika“ integrierte, ohne deren Schöpferin zu nennen. Erst als alte Frau lüftete Marianne von Willemer das Geheimnis ihrer Autorschaft.

Dr. habil. Jochen Golz, Weimar

 

 

 

 

 

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