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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Quellen und Studien zur Bildungs- und Kulturgeschichte


 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Neujahr 2017. Ein Lebenslauf in fingierten Inseraten und Zeitungsausschnitten

(München Dezember 2016)

Zu Neujahr 2017 publiziert das Goethezeitportal einen Lebenslauf in fingierten Inseraten und Zeitungsausschnitten. Protagonistin ist eine Frau namens Tilly. Sie ist das 1850 geborene Töchterchen eines Wiener Tischlermeisters. Das Lehrmädchen, ein blonder Backfisch mit blauen Augen und Kirschenmund, wird von einem Studenten aus dem Corps Allemannia verehrt und hat eine Liebesaffaire mit einem Ulanen. Als Sängerin gelingt ihr der soziale Aufstieg, gekrönt durch die Heirat mit einem Baron. Es folgen turbulente Zeiten des sozialen Abstiegs, die Ottilie in die Armut stürzen. Die Geschichte von Aufstieg und Niedergang eines hübschen Mädchens aus einfachen Verhältnissen muss aus den Anzeigen und Nachrichten der Presse rekonstruiert werden. Vieles ist dabei der Fantasie des Lesers und seinen kulturhistorischen Kenntnissen überlassen. Gerahmt wird der Text durch Neujahrspostkarten, auf denen schöne Frauen mit dem als Mann imaginierten Beschauer oder mit dem im Bild präsenten Partner flirten. Offenbar ist der Mann der Garant ihres Wohllebens, auf den sich die Aufmerksamkeit der jungen Frauen richtet. Mit diesen Postkarten wird versucht, die Konstellation des Lebenslaufs nachzuzeichnen, doch fehlen die gesellschaftskritischen Perspektiven auf die Kultur der Jahrhundertwende.

 

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Franz Graf Pocci: Weihnachtslieder

(München November 2016)

Franz Graf Pocci (1807-1876) war unter drei bayerischen Königen in verschiedenen Stellungen (Oberzeremonienmeister, Hofmusikintendant , Oberstkämmerer) in München tätig. Dem altbayerisch-katholischen Milieu zugehörig, war er in der Gesellschaft wie auch in der Künstlerschaft bestens vernetzt. Pocci war als Dichter, Graphiker und Komponist multimedial tätig. Bekannt wurde er durch volkstümliche, oft humoristische und karikierende Illustrationen, Kinder- und Volkslieder, als Autor und Förderer des Puppenspiels ("Kasperl-Graf") sowie durch seine Mitarbeit an den "Fliegenden Blättern" und den "Münchener Bilderbogen" ("Carricaturen-Raffael"). Das Goethezeitportal publiziert den Zyklus von 13 religiösen, von ihm gedichteten, mit Illustrationen und Randzeichnungen geschmückten Weihnachtsliedern, die 1845 erstmals erschienen. Beigefügt sind Notizen zu Leben und Werk Poccis sowie Literaturangaben und Weblinks.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Der Pfingstausflug. Pfingstgrüße Folge II

(München Mai 2016)

Die diesjährigen Pfingstgrüße haben nur ein Thema: den Pfingstausflug. Familien, kleine und große Gruppen, auch Einzelne sind unterwegs, strömen "in die Natur", hinaus aufs Land - alt und jung, groß und klein. Sie kommen zu Fuß, per Fahrrad, in der Pferdekutsche, im mit Birkenzweigen geschmückten großen Leiterwagen, dem Rösser vorgespannt sind. Die naturhungrigen Städter reisen an auch per Schiff, Eisenbahn und mit dem "Pfingstomnibus." Und die Dörfler schließen sich der bunten, feiertäglich gekleideten Menge an, wollen an diesem Festtag im vertrauten Kreis ebenfalls hinaus ins Freie, in Wiesen, Feld und Wald, in denen sie sonst nur arbeitend tätig sind. Doch alle suchen und genießen sicher auch die Geselligkeit, das lockere, fröhliche Miteinander, das Wiederbegegnen mit Freunden und Verwandten, neue Bekanntschaften. Die Pfingstausflügler wandern eine meist kurze Strecke, lassen sich dann nieder am Seeufer, im Wald oder zwischen dem Eisenbahngeleise und der Straße. Manche trinken und essen, doch die meisten erholen sich beim Gehen, beim Rasten und Ruhen im Gras, beim Plaudern, Schauen und Scherzen in der sonnigen, blühenden Natur. Eingefügt in die Bildstrecke mit alten Postkarten sind wieder Gedichte und Textausschnitte.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Ostern: Silhouetten-Postkarten und Ostereier im Brauchtum

(München März 2016)

Die Seite zu Ostern 2016 bietet zum einen Silhouettenbildchen des 20. Jahrhunderts nach getuschten bzw. aus schwarzem Papier mit der Schere geschnittenen Vorlagen. Diese zeigen lebhafte Kinderszenen samt Osterhasen, Osterlämmern, Kücken und Ostereiern etc. in Frühlingslandschaften. Handkolorierte Partien lockern den strengen schwarz-weiß Kontrast auf einigen Karten auf. Zum anderen wird das Brauchtum, das sich um die Ostereier rankt, in Texten vorgestellt: Färbung, Verzierung und Beschriftung der Eier, "Eierlesen", Eierverstecken und Eiersuche, "Eierbicken," Eierlauf sowie das Eieressen, "Eier satt", bei dem schier unglaubliche Mengen von Eiern, manchmal im Wettbewerb, verspeist werden konnten, u.a.m.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Moritz von Schwind: Herr Winter. Münchener Bilderbogen Nro. 5

(München Januar 2016)

Moritz von Schwind illustrierte für die "Fliegenden Blätter" den Gedichtzyklus "Der Winter" des österreichischen Schriftstellers Hermann Rollett. Zweitpubliziert wurden diese Bilder mit neuem Prosatext als "Münchener Bilderbogen" Nro. 5, 1848. Sowohl die humoristische und satirische Zeitschrift wie die Bilderbogen erschienen im Münchner Verlag Braun & Schneider, der den Künstlern die Zeichnungen mit allen Rechten abkaufte und daher mehrfach verwenden konnte. Rollett, im Vormärz ein politischer Dichter mit republikanischer Gesinnung, nannte den Gedichtzyklus im Untertitel "eine Zeitgeschichte" und spielte auf die verbreitete Metaphorik an, wonach der Winter für Unterdrückung und der Frühling für den politischen Aufbruch (Märzrevolution!) steht. Während der Herrschaft des Winters findet der Frühling in der Dichtung ein Refugium. Im Prosatext des Bilderbogens sind diese politischen Anspielungen getilgt worden. Darüber, sowie über die "Fliegenden Blätter" und die "Münchener Bilderbogen" wie auch über Rollett wird der Leser orientiert.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Neujahrsgrüße aus der Ferne. Schweden, Frankreich, Belgien, Schweiz, Niederlande, Italien, Schweiz, Amerika, Ungarn u.a.

(München Dezember 2015)

Die Neujahrsseite 2016 stellt Bildpostkarten aus fremden Ländern vor; aus Schweden, Frankreich, Holland, Ungarn u.a.m. Schwedische Neujahrskarten schließen in ihrem Kleinformat an die Neujahrsbillette an. Neben den in allen Nationen beliebten Kindermotiven und Schneelandschaften zeigen die schwedischen Karten eine moderne Spielart der nordischen Trolle und des "Julbock" (Weihnachtsbock), der in der nordischen Mythologie als Symbol für die alljährlich sich erneuernde Fruchtbarkeit der Erde stand. Dass in Schweden - und nicht nur im angelsächsischen Bereich - das Küssen unter aufgehängten Mistelzweigen zum Brauchtum gehört, belegt eine andere Karte. Unter den französischen Fotopostkarten vor und nach dem Ersten Weltkrieg fallen besonders die der 1920er Jahre mit den in Nahsicht im Zeitstil des Art déco gezeigten Modellen und der kräftigen Schablonen-Kolorierung auf. Von den niederländischen Karten spielen einige mit einem populären Holland-Motiv: Behäbig breite Gestalten in heimischer Tracht stehen im Atelier breitbeinig vor Prospekten. Unter den übrigen Neujahrsglückwünschen aus der Ferne finden sich auch touristische Werbekarten. Da Bildpostkarten mit Neujahrsgrüßen in verschiedenen Sprachen bedruckt werden konnten, eigneten sie sich für den internationalen Markt, wie Beispiele zeigen. Insgesamt verdeutlicht die Zusammenstellung das weite Spektrum von globalen wie nationalen Motiven auf Glückwunschkarten zum Neuen Jahr.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Leise rieselt der Schnee ... Beste Weihnachtsgrüße!

(München November 2015)

Das Motto der diesjährigen Weihnachtsseite "Leise rieselt der Schnee" ist dem zum Volkslied gewordenen Gedicht von Eduard Engel (1839-1905) entnommen. Ausgewählt wurden 25 Bildpostkarten und 11 Gedichte, die alle in unterschiedlichster Weise Schnee und Schneefall, den Schneewald, die schneebedeckte Landschaft und die verschneiten Gassen zu Advent und Weihnachten thematisieren. Unter den Gedichten nehmen spielerische und an Kinder adressierte Texte (Paula Dehmel, Güll, Morgenstern, Rückert) breiten Raum ein. Die Bildpostkarten verwenden häufig Kinder, gerne junge Mädchen, als Protagonisten und Tannenbäume bzw. Tannengrün als Requisiten. Eigene Abschnitte klären über Schneekristalle und die aus ihnen gebildeten Schneeflocken auf und geben Auskunft darüber, wie die Schneeflocken bei der Herstellung, sprich: herstellungstechnisch, auf die Bildpostkarten kamen.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Im wunderschönen Monat Mai ... Pfingstgrüße Folge I

(München April 2015)

Pfingstzeit ist Frühlings- und meist auch Maien-Zeit, ist die Zeit der Ausflüge "ins Grüne", der Volks-, Sänger- und Schützenfeste mit mancherlei Brauchtumspflege und fröhlicher Geselligkeit. Unsere kleine Auswahl an Pfingstgruß-Karten beschränkt sich auf wenige der seit ca. 100 Jahren populären Motive aus dem weiten ikonographischen Spektrum der Pfingstpostkarten wie: auf Frühlingslandschaften mit blühenden Wiesen und Bäumen - besonders natürlich mit den zartgrünen Birken; auf blumenpflückende junge Frauen, Kinderreigentanz und Vogelkonzert; auf ausschwärmende Maikäfer und einen festlich geschmückten Pfingstochsen; auf Blumengrüße mit Maiglöckchen, Pfingstrosen, Veilchen etc. sowie auf einige Fotopostkarten mit Kindern, jungen Mädchen und Liebespaaren, die im Atelier zwischen meist künstlichen Blumen und Blütenbäumen dekorativ und "liebreizend" posieren. Die durchwegs die weltlichen Freuden der (arbeitsfreien) Pfingsttage feiernden Postkarten sind zu einem Kranz gewunden mit Gedichten aus der Goethezeit bis ins 20. Jahrhundert, die von den Gefühlen und Befindlichkeiten der Menschen im Wonnemonat Mai künden. Die beigefügten Texte dienen der Information über das religiös-kirchliche Pfingstfest, das Brauchtum und die Empfindungen des in der Natur und die Natur Feiernden. Pfingsten ist ein christliches Fest, an dem die Ausgießung des Heiligen Geistes an die in Jerusalem versammelten Jünger gefeiert wird, wie es die Apostelgeschichte (2,1-4) berichtet. In der älteren Kunst wird die Herabkunft des Heiligen Geistes in Gestalt einer Taube oder im Bild von Feuerzungen über den Häuptern dargestellt. Mit der Aussendung des Heiligen Geistes, der die Apostel andere Sprachen sprechen und verstehen lässt,  beginnt die Verkündigung der Heilsgeschichte. In den Postkarten findet sich diese christliche Ikonographie nicht, sie gestalten ausschließlich - soweit dies von uns überprüft werden konnte - säkulare Motive, die freilich zuweilen christliche Vorstellungen des Pfingstfestes aufnehmen: Es ist die Natur, die vom Hauch Gottes, vom "Lebensodem" bzw. vom "Pfingstgeist" belebt wird; der Spaziergang in die erblühende Natur, in den "grünen Dom der Wälder," tritt dem Kirchgang an die Seite.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Ei, ei, ei ein Ei. Nummer zwei zu Ostern 2015. Mit historischen Kochrezepten zu Eierspeisen und -getränken

(München März 2015)

Unsere Osterseite 2015 präsentiert Eier auf Bildpostkarten, kombiniert mit alten Eierrezepten für Speisen und Getränke. Zu sehen sind Eier aus Papiermaschee, Blech, Holz, Pappe, Gips, gemalt oder fotografiert; buntgefärbte Eier und "naturbelassene", beschrieben, bemalt, dekorativ verziert; einzelne große Eier als repräsentative Geschenke zum Öffnen, die mit Pralinen etc. gefüllt sein können, und "Straußen-Eier"; als Blumenvase, Gefährt oder als Behältnis verwendete Eier, dem z.B. ein kleiner Menschenhase entsteigt. Eier werden im Hühnerstall eingesammelt, in Körben angeboten, dem Betrachter gezeigt und vieles mehr. Neben den traditionellen Bildmotiven finden sich - wie schon in den früheren Osterkarten des Goethezeitportals - überraschende und witzige Bildideen. Die professionell hergestellten Produkte der Grafiker, Atelierfotografen, Koloristen, Drucker und Verleger werden durch wenige handgefertigte Karten ergänzt. Unter den (schablonen-) kolorierten Fotografien und Fototypien finden sich auch Montagen, wie z.B. das Foto des bäuerlichen jungen Eierkorb-Mädchens, das vor einer - sehr laienhaft gemalten - Kulisse mit Zaun, Hühnern und Hahn steht. Die historischen Rezepte zu Eierspeisen und -getränken, die aus Kochbüchern des späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert ausgewählt wurden, zeigen, dass die federführenden Köchinnen nicht weniger Fantasie und Können hatten als die Künstler und Fotografen der Osterpostkarten. Die Rezepte möchten zum (Nach-) Kochen, Backen, Braten, Herstellen einzelner Eierspeisen und -getränke verlocken, wobei die Maß- und Mengenangaben nahelegen, einen großen Familien- und Freundeskreis zur Tafel zu laden, wie es in der Goethezeit und noch später üblich war.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Vexierbilder und Scharaden zu Neujahr 2015

(München Dezember 2014)

Zu Neujahr 2015 gibt Ihnen das Goethezeitportal Bild- und Worträtsel auf. Bei den Vexierbildern gilt es, in ihren verschiedenen Gestaltungsformen wie "Wendekopf", "Anthropomorphe Landschaft" oder "Kippbild", die hier vorgestellt werden, versteckte Köpfe, Menschen oder Tierfiguren etc. zu entdecken und Doppeldeutiges aufzuspüren. Vexierbilder gab es schon in der Antike, und man kann sie bis heute z.B. auf tätowierter Haut finden. Unsere Auswahl aus einer kleinen Sammlung entstand vor 1900 und gehört zum Bereich der populären Graphik. Von den Worträtseln stellen wir die Scharade vor. So nennt man "diejenige Abart des Rätsels, die den Sinn eines Wortes aus dessen einzelnen Silben, deren jede eine für sich bestehende Bedeutung hat, erraten lässt." Dabei ergeben sich oftmals überraschende Beziehungen, so z.B. führen die Worte "Wey" (Raubvogel) und "Nacht" zum Lösungswort "Weihnacht". Mit je 24 Bild- und Worträtseln des 19. Jahrhunderts führt das Goethezeitportal in diesen Bereich unterhaltender Spiele ein. Ein Exkurs behandelt Goethes Scharade an Minchen Herzlieb - Zeugnis der leidenschaftlichen Zuneigung zum 18jährigen Ziehkind im Hause des Jenaer Verlegers Frommann. Goethes Scharade in Form eines Sonetts entstand 1807 zur Zeit der sog. "Sonettenwut", zusammen mit weiteren an Minchen gerichteten Sonetten von Gäste des Frommanschen Hauses.

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Weihnachten und Weihnachtsfreuden mit dem Weihnachtsbaum

 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Der Weihnachtsbaum in Bildern und Texten. Eine Dokumentation zu Weihnachten 2014

(München November 2014)

Die diesjährige Weihnachtsseite vereinigt historische Bilder, Texte und Fotos mit dem Motiv des Weihnachtsbaums, auch Christbaum, Lichterbaum oder einfach Tannenbaum genannt. Der Weihnachtsbaum ist "das signifikanteste Symbol des deutschen Weihnachtsfestes" und die "Ikone der bürgerlichen Familienweihnacht" (Doris Foitzik). Die hier versammelten Texte entstammen der bürgerlichen Kultur; mehrere wenden sich christlich erbaulich oder moralisch belehrend an Kinder und Jugendliche. Manche Verse enthalten eine verklärende Rückerinnerung an das verlorene Glück der Kindheit, wie es sich im Weihnachtsfest ausdrückt ; für das fremde, obdachlose Kind wird das Firmament mit seinen Sternen zum Lichterbaum, "den der Vater dieser Welt an dem Himmel aufgestellt".

Bilder und Texte sind lose nach dem 'Lebenslauf' des Tannenbaums geordnet: das Wachsen im Wald und der Transport eines Bäumchens nach Hause; der Verkauf am Christbaummarkt; das Aufstellen im Zimmer und Ausschmücken mit Lichtern und Lametta, Äpfeln und allerhand Naschwerk; das Ausbreiten der Weihnachtsgaben unter dem Baum; die von den Kindern sehnsuchtsvoll erwartete Bescherung; Abbau und Entsorgung des Baumes; schließlich Verbrennung des Holzes und Nutzung der Asche als Dünger. Die oft witzig arrangierten Motive auf den Weihnachtspostkarten dokumentieren eine gesellschaftliche Festkultur, die ihrer christlichen Bedeutung weitgehend entkleidet ist. Die privaten Fotos zeigen Weihnachtsfeiern rund um den Tannenbaum, in der Klein- und Großfamilie, doch auch bei von der Heimat fernen Menschen (Dienstmädchen in der Dachkammer).

Einige Bilder und Texte bieten Überraschungen: neben der heute obligaten Tanne begegnet als Christbaum auch die Stechpalme und ein Laubbaum; seltsam nimmt sich der Weihnachtsbaum unter Wasser bei den Nixen aus (Matthisson). Ein Kupferstich von 1831, der einen Engel mit dem Weihnachtsbaum bei Mutter und Kindern darstellt, ist rätselhaft. Er wird hier beschrieben und lädt zu Deutungen ein.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Has, Has, Osterhas, Bring doch meinem Kindle was! Bilder, Texte und Brauchtum. Eine Seite zu Ostern 2014

(München März 2014)

Die Seite zu Ostern 2014 ist den Osterhasen gewidmet. Sie bringt zahlreiche Bilder, Gedichte, Fingerspiele und erinnert an altes Brauchtum. Symbolisch weist der Osterhase zum einen auf das Wiedererwachen der Natur, denn er steht für Fruchtbarkeit und Zeugungskraft. Zum anderen steht er aber auch für Christus und ist dem Osterlamm (Lamm Christi) verwandt. Die Bilder, alten Motivpostkarten entnommen, wie auch die Ostergedichte zeichnen sich durch einen spielerischen Umgang mit dem Osterbrauchtum und witzigen bildlichen und motivischen Erfindungen aus. An einzelnen Fotopostkarten lässt sich beobachten, wie professionelle Fotoateliers vorgingen - wie mit gemalten Szenerien, mit Stofftieren usw. gearbeitet wird, wie montiert wird, indem fotografierte Personen oder Gegenstände in gezeichnete oder aquarellierte Szenerien einkopiert werden u.a.m. Mit Bildern frei gespielt wird auch in den von Kindern und Laien gestalteten Bildern auf Postkarten.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Neujahrsentschuldigungskarten von Joseph Führich. Zu Neujahr 2014

(München Dezember 2013)

Die Neujahrsentschuldigungskarte (auch Neujahrs-Gratulations-Enthebungs oder -Befreiungskarte genannt) befreite von der lästigen Pflicht, allen Verwandten, Bekannten, Kollegen, Vorgesetzten usw. Neujahrsglückwünsche zu übermitteln - was zunächst persönlich durch einen Hausbesuch bzw. die Abgabe der Visitenkarte oder später, nach Aufkommen der Postkarte, durch eine Neujahrskarte geschah. Gegen eine Gebühr, ggf. verbunden mit einer darüber hinausgehenden Spende, kaufte man sich frei von der lästigen persönlichen Gratulationspflicht, denn die Liste der Spender wurde öffentlichkeitswirksam publiziert. Die Enthebungskarte verbreitete sich in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und in Bayern seit 1814 und hielt sich mancherorts bis in die 1930er Jahre. Der Beitrag beschreibt die Karten und skizziert ihre Geschichte und Verbreitung. Publiziert werden die 1831 bis 1838 entstandenen Prager Karten mit religiösen und patriotischen Motiven von Joseph Führich.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Weihnachten 2013. Eine Weihnachtsgabe

(München November 2013)

Unsere Weihnachtsgabe 2013 handelt von braven und unartigen Kindern. Dem Bilderbuch "Für Mutter und Kind" (1881) von Paul Thumann werden idyllische weihnächtliche Bilder entnommen, darunter der Nikolaus mit der Bescherung für die braven und der Rute für die unartigen Kinder. Zu diesen Motiven ist "Der ungenügsame Fritz" (1877/78), ein Münchner Bilderbogen Adolf Oberländers, ein pointierter Kontrast. Der unersättliche Lümmel wünscht sich die Belebung seiner üppigen Weihnachtsgaben: Schaukelpferd, Schachtelteufel, Militärfiguren, Nussknacker, Bär, Pelzmärtel, die er unwirsch zu Boden wirft. Eine Fee erfüllt Fritzens Wunsch: Die Gaben werden als Riesenfiguren lebendig, bedrohen und attackieren den Knaben. Aus dem Inferno errettet ihn der Pelzmärtel. Schließlich beendet die Fee den Albtraum: Fritz hat seine Lektion gelernt. Er wird ein braver Junge, wie ihn sich auch Hoffmann in seinem "Struwwelpeter" wünscht.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Kinder- und Jugendliteratur. Paul Thumann: Für Mutter und Kind

(München November 2013)

Paul Thumann, ein bekannter und hoch geschätzter Illustrator des späten 19. Jahrhunderts, hat mit dem Werk "Für Mutter und Kind" (1881) eine Sammlung alter und populärer Kinderreime mit neuen Bildern aus seiner Hand vorgelegt. Sie ist geordnet nach dem Jahreslauf mit seinen Festen (vor allem Weihnachten) und Vergnügungen für Kinder. Sie bildet somit ein kulturgeschichtliches Dokument - zum einen für die Geschichte der Kindheit und die der Mutter obliegenden frühkindlichen Erziehung im 19. Jahrhundert, und zum anderen für die idealisierenden, idyllischen Vorstellungen, die man sich im Bildungsbürgertum von der Kindheit machte. Das Goethezeitportal publiziert das gesamte Werk mit allen Illustrationen sowie den eingängigen und oft witzigen Reimen.

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  Jutta Assel und Georg Jäger: 
Ei, ei, ein Ei
. Dokumentation zu Ostern 2013.
Mit der Erzählung von Christoph von Schmid
 "Die Ostereier"

(München März 2013)

Die Seite zum diesjährigen Ostern ist den Ostereiern gewidmet. Das Goethezeitportal publiziert "Die Ostereier" von Christoph von Schmid, die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Kinder- und Volkserzählung über Ostereier. Das 1816 erstmals veröffentlichte, in zahlreiche Sprachen übersetzte Werk versteht sich als Beitrag zur christlichen und sittlichen Erziehung; mit seinen Sittensprüchen enthält es "eine ganze Sittenlehre für Kinder im kleinen". Über den Autor, einen katholischen Geistlichen, orientiert eine Kurzbiographie. Einer anderen, säkularen Welt gehören die Fotopostkarten von der Jahrhundertwende bis in die 1920er Jahre an. Mit fantasievollen Arrangements, witzigen Einfällen und kreativen Montagen kreisen sie um das Osterei und verstehen dabei Ostern als Kinderfest.

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  Jutta Assel und Georg Jäger: 
Neujahr 2013. Neujahrswünsche auf Grafiken
 von Künstlern der Goethezeit

(München Dezember 2012)

Zu Neujahr 2013 stellt das Goethezeitportal 12 grafische Neujahrswünsche von Malerradierern der Goethezeit vor: von Josef Fischer (1769-1822), Joseph Bergler d. J. (1753-1829) und Johann Adam Klein (1792-1875). Die Seite führt in die Geschichte, die Formenvielfalt und den Gebrauch der graphischen Glückwunschblätter ein, charakterisiert die Künstler und beschreibt die einzelnen Bilder. Die Künstler werden in Kurzbiographien vorgestellt, Literaturhinweise und Weblinks hinzugefügt.

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  Jutta Assel und Georg Jäger: 
Weihnachten 2012. Fotomontagen auf Postkarten 
und Weihnachtslieder

(München November 2012)

Die diesjährige Weihnachtsseite ist den Fotomontagen auf alten Postkarten und Weihnachtsliedern gewidmet. Dokumentiert werden 17 Postkarten und Weihnachtslieder aus dem 18. (M. Denis, "Tauet, Himmel, den Gerechten"; Chr. Fr. D. Schubart, "Der Hirten Lied am Kripplein") und 19. Jahrhundert (Christoph von Schmid, "Ihr Kinderlein kommet"; H. Kletke, "Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen") sowie die anonymen Volksgedichte "Es kam die gnadenvolle Nacht" und, in der schwäbischen Variante, "Es hat sich halt eröffnet das himmlische Tor". Erläutert werden Aufkommen und Entwicklung, Erscheinungsweise und Techniken der Fotomontage auf Postkarten; zum genauen Sehen laden Hinweise zu den einzelnen montierten Bildern ein.

 

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Weihnachten 2011. Die Weihnachtskrippe
: Hirten, Drei Könige, Sternsingen

(München November 2011)

Die diesjährige Weihnachtsseite ist der Krippe (mit der Verkündigung an die Hirten, der Anbetung des Christkindes und den drei Weisen aus dem Morgenland) gewidmet. Die Beispiele illustrieren die Breite der Überlieferung - von tief religiösen Bildern und Texten bis zur blasphemischen Provokation. Erstmals werden Bilder aus Bilderbibeln (u.a. von Friedrich Olivier) und Beispiele homiletischer Texte hinzugefügt. Ein eigener Abschnitt gilt dem Brauchtum der Weihnachtskrippe und dem Sternsingen am Festtag Heilige Drei Könige. Autoren der ausgewählten Gedichte sind u.a. Droste-Hülshoff, Goethe, Heine, Klabund, Schenkendorf, A. W. Schlegel und Ludwig Thoma.

 

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Ostern 2011. Schwerpunkt: "Künstlerkarten"
mit historischen Kinderliedern

(München April 2011)

Für das Osterfest 2011 wählen wir "Künstlerkarten" und historische Kinderlieder aus. Die originalen Künstlerkarten (Linolschnitt, Aquarell, Collage, Kolorierung) sind häufig von freischaffenden Grafikern gestaltet, die in der Festgrafik ihren Freiraum für kreative und witzige Bildformulierungen nutzten und diese für ihren Freundeskreis und bescheidenen privaten Verkauf bestimmt hatten. Die gleichfalls nach 1945 gedruckten, meist anonymen Karten, bei denen selten ein Verlag angegeben ist, sind zeitbedingt auf schlechtem Papier und in einfachstem Farbendruck hergestellt - schlichte Produkte des "Neuanfangs" nach dem Krieg. Unter den Kinderliedern, unter anderem von Friedrich Güll, verdient ein "National-Kinderlied für die Zürchersche Jugend" Beachtung, das von der "Gesellschaft ab dem Musiksaal zur deutschen Schule" 1789 gestiftet wurde.

 

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Neujahrsglückwünsche
. Eine Dokumentation zu Neujahr 2011

(München Dezember 2010)

Die diesjährige Neujahrsseite widmet sich den Neujahrsbillets und Schmuckbriefen zu Neujahr im 19. Jahrhundert. Über diese Produkte der Luxuspapierindustrie, ihre Herstellungsverfahren und ihre Verwendung, wird detailliert berichtet. Zu den Bildern gesellen sich Neujahrsgedichte (Wilhelm Busch: Zu Neujahr, Voß: Empfang des Neujahrs, sowie Kinderverse) und Zeugnisse zum Brauchtum der Neujahrswünsche (Moritz, Auerbach, Ganghofer). Ein Schmuckbrief aus dem ländlichen Schweizer Raum, geschrieben vom Lehrer, verweist auf die alte Tradition der Briefmaler oder Briefsteller, die um 1900 ausstirbt.

 

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Weihnachtsgaben. Eine Dokumentation zu Weihnachten 2010

(München November 2010)

Die diesjährige Weihnachtsseite hat als Motto Weihnachtsgaben. Vom Wunschzettel und dem Einkauf der Gaben bis zur Bescherung unterm Weihnachtsbaum am Christabend. Als Texte wurden ausgewählt u.a. Gedichte aus einer Liederfibel, von Bechstein, Fontane, Hoffmann von Fallersleben, Hebel, Holz, Liliencron, Schmidt von Werneuchen sowie Prosatexte von Friedrich Leopold, Graf zu Stolberg u.a.m. Graphiken, Motivpostkarten und Glanzbildchen belegen die Entwicklung vom religiösen Familienfest zur Kommerzialisierung und Profanisierung.

 

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Spruchkarten des Wiener Historismus

(München Juli 2010)

Ein Jahreszeitenzyklus im Stil des Wiener Historismus zeigt Dichtersprüche von Lessing, Lichtenberg, Jean Paul, Goethe, Schiller und Anderen. Vor jahreszeitlichen Landschaftskompositionen agieren Putti, Genien und Engel. Die Kompositionen überraschen durch phantasievolle und komplexe Montagen.

 

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Ostern in Bildern und Texten. Eine Dokumentation
 zu Ostern 2010: »Osterlämmer«

(München März 2010)

Auch dieses Jahr stellt das Goethezeitportal Bilder und Texte zu Ostern bereit. Ostern wird in ihnen durchweg als Aufbruch der Natur gefeiert. Das religiöse Verständnis des Osterfestes, auf das häufig in Texten, seltener in den Postkartenbildern angespielt wird, bleibt im Hintergrund. Als Motive dienen u.a. Kinder, Lämmer, Küken und Eier, Frühlingslandschaft und Frühlingsblumen, besonders auch Palmkätzchen. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf Motiven mit Lämmern. So wie das Lamm traditionell als Zeichen des Lebens und der Unschuld verstanden wird und sein weißes Fell die innere Reinheit und Frömmigkeit symbolisiert, verweist das Osterlamm (Agnus Dei) in christlicher Sicht auf den Gottessohn, der unschuldig für die Menschen gestorben ist.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Prosit Neujahr! Eine Dokumentation zu Neujahr 2010

(München Dezember 2009)

Das Goethezeitportal hat eine Zeichnung „Sylvester-Abend“ (nach 1835), alte Postkarten und Texte zusammengestellt, um all seinen Freunden und Lesern damit ein glückliches Neues Jahr zu wünschen. Thematischer Schwerpunkt ist diesmal das Zuprosten zu Beginn des neuen Jahres.

 

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
"O du fröhliche Weihnachtszeit". Die Bescherung

(München Dezember 2009)

Wussten Sie, dass die Melodie zum Weihnachtslied „O du fröhliche“ von einem sizilianischen Schifferlied stammt, das Herder aufzeichnete? Dass der Text für ein Weimarer Rettungshaus für verwaiste und verwahrloste Kinder geschrieben wurde? Dass der Weihnachtsbaum im späten 18. Jahrhundert aufkam und erst im Laufe des 19. Jahrhunderts weite Verbreitung fand? Die diesjährige Weihnachtsseite stellt mit Bildern und Texten die Bescherung in den Mittelpunkt. Dokumentiert werden Weihnachtsfeiern der Fürstin Metternich in Wien, im preußischen Herrscherhaus und bürgerlichen Kreisen.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Ostereier in Bildern und Texten.
Eine Dokumentation zu Ostern 2008 

(München März 2008)

Hei, juchhei! Kommt herbei! 
Suchen wir das Osterei!

                                           (Hoffmann von Fallersleben)

Mit einer bunten Reihe von meist altkolorierten Fotomontagen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg wünschen wir unseren Usern fröhliche Ostern. Ostergedichte, Texte zum Brauchtum und alte Lexikaartikel umspielen die Bildstrecke.

 

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 Jutta Assel und Georg Jäger: Gedankenharmonie aus Goethe und Schiller

(München Januar 2007)

Die weitverbreitete „Gedankenharmonie aus Goethe und Schiller. Lebens- und Weisheitssprüche aus deren Werken. Ein Führer durch das Leben und die sittliche Welt“ wollte „dem deutschen Volk und besonders den deutschen Frauen jenen Reichthum allgemeingültiger Wahrheiten aus allen Gebieten des geistigen und sittlichen Lebens, der in den Werken unserer beiden größten Dichter enthalten ist, in übersichtlicher Zusammenstellung vorführen.“ Sie stellt „die Aussprüche beider Dichter über Gott und Natur, Liebe und Ehe, über die Fragen der sittlichen Welt und die Aufgaben des Lebensgenusses, über Vaterland und Freiheit, Kunst und Wissen“ einander gegenüber und möchte auf diese Weise „die Verschiedenheit der Weltanschauung, des innersten Charakters und Strebens“ vor Augen führen. Das Goethezeitportal stellt die Sammlung vor und gibt Beispielseiten sowie die Fardruckbilder wieder.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
"Stille Nacht, heilige Nacht!" und das Weihnachtsfest

(München Dezember 2006)

„Stille Nacht, heilige Nacht!“, das bekannteste deutsche Lied: Wer hat es wann gedichtet und komponiert? Die Ausgestaltung von Weihnachten zum Familien- und Kinderfest im 19. und frühen 20. Jh.: Lichterbaum, Bescherung, Weihnachtsmann etc.

Das Goethezeitportal dokumentiert die Kulturgeschichte des Weihnachtsfestes in Bildern und alten Postkarten, einer Mischung von Kitsch und Kunst.

 

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Quellen und Studien zur Bildungs- und Kulturgeschichte: Spruchkarten

(München Dezember 2006)

Postkarten mit Sprüchen werden zu religiösen, erbaulichen und propagandistischen Zwecken genutzt. Bei den Sprüchen handelt es sich zumeist um kurze, eingängige Texte, Sinnsprüche und Spruchweisheiten. Den Markt beherrschen die religiösen Karten. In deren Nachfolge traten die Dichter-Spruchkarten, die den Text oft mit einem Porträt des Autors verbinden. Besonderer Beliebtheit erfreute sich Goethe, dessen Sprüche alle Lebenslagen kommentieren. Zu Reihen zusammengefaßt, wurden die Spruchkarten zur weltanschaulichen Propaganda, zur moralischen Erneuerung oder ideologischen Aufrüstung eingesetzt. Das Goethezeitportal bietet eine erste Auswahl.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Quellen und Studien zur Bildungs- und Kulturgeschichte: Maximilian Dasio – Geburtstagsschrift 1920

(München Oktober 2006)

Wiedergegeben wird die privat vervielfältigte Geburtstagsschrift der Schüler der „Klasse Dasio“ der Kunstgewerbeschule in München zum 55. Geburtstag ihres Lehrers Maximilian Dasio (1865-1954). Die Schrift dokumentiert das gesellige und kulturelle Leben an der Kunstgewerbeschule sowie den ironischen und spielerischen Umgang mit Wort- und Bildzitaten, u.a. von Dürer, Goethe, Schiller und Wilhelm Busch.

 

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 Jutta Assel und Georg Jäger: Verzierte Briefbogen mit Klassikerzitaten

(München Juli 2006)

Verzierte Briefe, einst in Mode, dokumentieren die Klassikerrezeption in der Gebrauchskultur. Die hier wiedergegebenen Briefe mit Klassiker-Zitaten wurden zwischen 1892 und 1897 in München geschrieben. Die Zitate sind, ohne Rücksicht auf ihren Zusammenhang im literarischen Text, so gewählt, dass sie sich auf die Situation beim Schreiben und Empfangen eines Briefes beziehen lassen. Auf diese Weise wird mit den Texten spielerisch und reflexiv umgegangen.

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 Wulf D. und Akka v. Lucius: Anmut und Würde. Bücher und Leben um 1800

(Stuttgart Juli 2006)

Katalog zur Ausstellung in Göttingen und Stuttgart 2005-2006
(mit freundlicher Genehmigung nach Vorlage des Verlages Lucius & Lucius)

Ausgehend von der von klassizistischen Stilelementen geprägten Buchästhetik zwischen 1775 und 1825 zeigt die Ausstellung, wie sich bestimmte Lebensbereiche in den Büchern und Zeitschriften der Zeit spiegeln. Dabei beschränkt sich die Darstellung bewusst auf jene Aspekte des Lebens der Epoche, die "Anmut und Würde" ausstrahlen oder zumindest intendieren.

Inhalt: Ästhetische Leitbilder (Antike, Gotisches und Exotisches), Buchästhetik des Klassizismus (Typographie, Illustration, Livres à vignettes, Einbände), Lebensbereiche (Die glückliche Jugend, Frau und Familie, Freundschaft, Stammbücher, Geselligkeit und Spiel, Musik und Tanz, Theater, Mode), Lebensräume (Die Entdeckung der Stadt, Gartenkunst, Landschaften), Literarisches Leben.

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  • *RETRODIGITALISIERUNG
    Ernst Christian Trapp:
    »Ueber den Unterricht in Sprachen« (1788)

Ernst Christian Trapp (1745-1818), ein führender Vertreter der spätaufklärerischen Pädagogik, des Philanthropismus, übernahm an der Universität Halle 1779 die erste Professur für Philosophie und Pädagogik auf deutschem Boden. Den Sprachunterricht behandelt er im elften Band der „Allgemeinen Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens“ (1788), einem Sammelwerk, in dem die Philanthropen ihre Reformideen entwickelten. Trapp verneint die Frage „Ob das Sprachstudium seinen bisherigen Rang unter den Schulstudien mit Recht habe, und also noch ferner behaupten könne?“, indem er zwischen „Sprach-„ und „Sachgelehrsamkeit“ unterscheidet und einem aufklärenden und nützlichen Sachwissen den Vorzug gibt. Das Goethezeitportal retrodigitalisiert diese programmatische Schrift in Auszügen.

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  • *RETRODIGITALISIERUNG
    Félicité Ducrest de Saint-Aubin, Gräfin von Genlis:
    »Englische und Deutsche Gespräche« (1809)

„Das schwerste“ bei Erlernung der englischen Sprache – so schreibt der Verleger – ist „die Kenntnis und Anwendung der Idiotismen oder eigenthümlichen Redensarten derselben“. Zu deren Einübung sei „dieses kleine Werkchen verfasst; durch dieses wird man mit der Sprache des gemeinen oder bürgerlichen Lebens bekannt, und erwirbt sich die Kenntniß des wahren Charakters, des Geistes, und der Originalität der Englischen Sprache“. Dieses frühe Übungsbuch von 1809 wird im Goethezeitportal im Volltext digitalisiert. Von Interesse ist es für den Alltags- und Kulturhistoriker sowie speziell für die Geschichte des Englischunterrichts in Deutschland.

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  • *RETRODIGITALISIERUNG
    Christian Friedrich Falkmann:
    Einige Bemerkungen über den Unterricht in den neuern Sprachen

Christian Friedrich Falkmann (1782-1844) hatte mehrere Fremdsprachen als Autodidakt gelernt, was ihn im Rahmen seiner Hauslehrerstelle, die auf das Theologie-Studium an der Universität Göttingen folgte, dazu befähigte, seine adligen Zöglinge auf mehreren Auslandsreisen zu begleiten. Ab 1813 war er Lehrer, später Rektor am Gymnasium zu Detmold, wo er überdies jahrelang Privatunterricht in den neueren Sprachen erteilte. Falkmanns besonderes Interesse galt der englischen Sprache und Literatur. Seine methodischen Grundsätze für den Englischunterricht erörterte er in der Schulprogrammschrift "Einige Bemerkungen über den Unterricht in den neueren Sprachen" (Lemgo 1839), die erstaunlich innovative Ideen, etwa über die vier Fertigkeiten, die hier erstmals als Kern der Sprachbeherrschung beschrieben werden, mit traditionellen Elementen vereint.

Falkmanns Schrift stellt somit in mehrfacher Hinsicht den Übergang zwischen der Aufbauphase des Englischunterrichts bis etwa 1840 und der Konsolidierung als Schulfach ab diesem Zeitpunkt dar. Sie wird hier im Original reproduziert.

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Mehr als vierzig Jahre vor der neusprachlichen Reformbewegung, die eine große Anzahl von Schriften hervorbrachte, in denen Fremdsprachenlehrer ihre eigene Unterrichtspraxis reflektiert darstellten, schuf Christian Friedrich Falkmann (1782 bis 1844) als Resultat seines langjährigen Fremdsprachenunterrichts eine fertigkeitsorientierte neusprachliche Methodik. Hauptkennzeichen seines Ansatzes ist die klare Ausrichtung auf das angestrebte Lehrziel: nämlich die rezeptive und produktive Beherrschung einer lebenden Fremdsprache; dazu gehört eine umfassende Unterweisung in Aussprache und Intonation sowie in der Lexik. Als weitere Merkmale stechen Progression und Vielfalt der empfohlenen Unterrichtsverfahren hervor. Der Vergleich mit den methodisch-didaktischen Schriften von Carl W. Mager zeigt, daß Falkmann die modernen Fremdsprachen stärker als nützliche Realfächer unterrichten möchte und sich über die Inhalte und das zu vermittelnde grammatische Wissen, also über den philologischen Aspekt, mit dem Mager sich ausführlich beschäftigt, kaum äußert. Insbesondere Falkmanns Ausführungen zur methodischen Gestaltung des Fremdsprachenlernens zwingen uns dazu, Fehlurteile über das frühe 19. Jahrhundert als einer Zeit der am altsprachlichen Unterricht orientierten monotonen Grammatik-Übersetzungsmethode zu relativieren.

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Bei den um 1800 bereits weitgehend ausgeprägten ideengeschichtlichen Grundlagen, die für die Gestaltung des höheren Mädchenschulwesens in Deutschland im Verlauf des 19. Jahrhundert maßgebend werden sollten, handelt es sich um die dreifache weibliche Bestimmung durch die Philanthropen, die Geschlechterpolarität der deutschen Idealisten sowie radikal-emanzipatorische Ansätze bei Hippel und Wollstonecraft. Der Beitrag erläutert diese drei Leitbilder  und entwickelt auf dieser Grundlage folgende These: Die Verspätung der Institutionalisierung des deutschen höheren Mädchenschulwesens im Vergleich zum höheren Knabenschulwesen um 100 Jahre ist nicht auf mangelnde ideengeschichtliche Grundlagen zurückzuführen. Der Grund dafür ist vielmehr ein auch im internationalen Vergleich überwiegend rückschrittliches Frauenbild. Damit einher ging ein lange vorherrschendes Desinteresse von Seiten des Staates und der Öffentlichkeit an der höheren Mädchenbildung, das erst durch die Bildungsbestrebungen der deutschen Frauenbewegung im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wirksam aufgebrochen werden konnte.

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Für Friedrich Gabriel Resewitz – Abt des Klosters Berge, Repräsentant der aufklärerischen Pädagogik – ist der „gemeine Menschenverstand“ das Fundament der Erziehung des Bürgers. Um ihn auszubilden, stützt er sich auf sinnliche Anschauung, alltägliche Erfahrung und natürliche Empfindung. Die Schrift ist eine hervorragende Quelle für die Anthropologie der Spätaufklärung und deren Umsetzung in eine Erziehungsmethode, die in 37 Regeln entfaltet wird. Die erste Regel lautet: „1) Bringe alles, so viel möglich ist, für die Sinne; laß es oft sehen und genau betrachten. Dieß ist der Weg der Natur, und zugleich das Mittel, das Genie zu erwecken und zu bereichern.“

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Der Entwurf fällt in die Zeit der aufklärerischen Schulreformen im Hochstift Würzburg. Er wurde in der Regierungszeit von Adam Friedrich von Seinsheim erarbeitet, der seit 1755 fast ein Vierteljahrhundert lang dem Würzburger, seit 1759 auch dem Bamberger Hochstift vorstand. Der Text gibt Einblick in das höhere Bildungswesen eines katholischen geistlichen Fürstentums, in eine Welt mithin, die mit der Säkularisation unterging. Die „Schulen“ vereinigen gymnasiale und akademische Bildung und nehmen besondere Rücksicht auf die Ausbildung von Geistlichen.

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Der Philologe Johann Andreas Schmeller - Begründer des „Bayerischen Wörterbuchs“ - rechtfertigt in seiner Antrittsvorlesung an der LMU München 1827 das Studium der alt- und mittelhochdeutschen Literatur und Sprache. Er betont die „subjective und nationale“ Bedeutung dieses Erbes für Deutsche: „Liegt uns doch daran, zu wissen, wie unsre Vorältern sich kleideten, sich bewaffneten, wie sie wohnten, sich unterhielten, kämpften u.s.w. Sollte es uns gleichgültig seyn, zu wissen, wie sie sprachen, wie sie dachten? Und in diesem Sinne darf mit Grunde behauptet werden, daß Derjenige nicht sagen kann, er kenne vollkommen die Geschichte seines Volkes, der nicht zugleich sagen kann, daß er auch die Sprachkunstwerke, durch die in der schönsten Zeit dieses Volkes die Edelsten und Beßten desselben ergetzt und begeistert worden sind, in ihrer Urgestalt gelesen und verstanden habe.“

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Wie sieht eine Realschule (Bürgerschule) um 1800 aus? Friedrich Gedike, Protagonist der Berliner Aufklärung und zentraler Bildungspolitiker Preußens, maßgeblich beteiligt an der Einführung der Reifeprüfung, entwirft ein idealtypisches Modell. Zunächst umreißt er den Aufbau des Schulwesens von der Elementarschule an, geht sodann auf das Verhältnis der Realschule zum Gymnasium ein und skizziert die Lehrinhalte und Lernziele der Bürgerschule. So ergibt sich ein anschauliches Bild von der aufklärerischen Reform des weiterführenden Unterrichts für Handwerker, Kaufleute usw.

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Der bayerische Bildungsreformer Heinrich Braun plädiert für die Vorrangstellung des Denkens vor dem Reden, er verlangt eine sachbezogene Ausdrucksweise im mittleren Stil, eine „ungekünstelte“ und „natürliche“ Schreibart. Damit ist die Rede nicht nur ein frühes Dokument der süddeutschen Aufklärung, sondern auch ein Dokument der deutschen Sprachgeschichte. Auszug:„Man bilde sich einen Redner ein, der anstatt gründlicher Beweise die Theile seiner Rede mit einem großen Vorrathe seltener oder übel angebrachter Gelehrsamkeit anfüllet. Der Ehrgeiz, den man hat, weise und gelehrt zu scheinen, machet, daß er fremde Zeugnisse über Zeugnisse, und Stellen über Stellen, Kernsprüche über Kernsprüche, Gleichnisse über Gleichnisse häufet, wovon sich oft kaum der halbe Theil zur Sache schicket […] Man bilde sich endlich einen Redner ein, der das Hauptwesen der Beredsamkeit in den Aeußerlichen setzet: er will durch Tropen, durch Figuren, durch Redensarten gefallen; das Ohr durch wohlklingende Periode kützeln, in welchen alle Worte gezählet, alle Sylben abgewogen sind: das heißt: man suchet den Mangel der Gedanken durch die Menge und Wahl der Worte zu ersetzen, und warum dieses? Weil es leichter ist, Reden als Denken.“

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Schulreform der Aufklärung:

Das Goethezeitportal publiziert drei Quellenschriften, die exemplarisch für die aufklärerische Schulreform in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts stehen: Seibts Prager Rede über die Notwendigkeit einer guten Erziehung für die „Glückseligkeit“ des Staates und seiner Bürger, Afsprungs Aufruf für die gänzliche Umgestaltung des Schulwesens in der Reichsstadt Ulm und die Mustereinrichtung des Ingolstädter Gymnasiums durch den bayerischen Schulreformer Braun. Zusammen geben sie ein Bild von den Leitlinien aufklärerischer Pädagogik und deren Umsetzung.

 

 

Afsprungs Schrift ist das Dokument eines „Patrioten“, der sich für das Gemeinwohl seiner Heimatstadt, der freien Reichsstadt Ulm engagiert. Er entwirft ein aufklärerisches Konzept für die „bürgerliche“ wie für die „gelehrte Erziehung“ sowie das anschließende Studium. Afsprung, der in einem Wanderleben die verschiedensten Schultypen kennen lernte, faßt die Hauptpunkte der Kritik am hergebrachten lateinischen Schulwesen zusammen. Politisch orientiert er sich an den Landsgemeinden schweizerischer Kantone - eine Einstellung, die ihn zum Anhänger der Französischen Revolution werden ließ.

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Der Entwurf der Einrichtung des Gymnasiums in Ingolstadt von 1776 ist ein Musterfall der aufklärerischen Gymnasialreform im katholischen Raum. Verfasst ist die Broschüre von Heinrich Braun, der die Schulreformen in den 60er und 70er Jahren des 18. Jahrhunderts im Kurfürstentum Bayern leitete. Sie entwickelt die Grundsätze der „gelehrten Erziehung“ und geht vor allem auf den Unterricht in den Sprachen (Deutsch, Latein, Griechisch) und der Geschichte ein. Das in seinen grundsätzlichen pädagogischen und fachdidaktischen Ausführungen noch heute lesenswerte Dokument wird in der zeitgenössischen Rechtschreibung und Zeichensetzung wiedergegeben.

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Das Werk – eine rhetorisch mustergültige Rede – sieht in der sittlichen Erziehung der Jugend bzw. in der „Ausbildung des moralischen Charakters der Bürger zur Tugend und Rechtschaffenheit“ das Fundament jeder Gesellschaft. Sie ist Bedingung „gemeiner Wohlfahrt“ und Voraussetzung für die „Glückseligkeit“ jedes einzelnen und aller Bürger. Dieser Leitgedanke wird in einem Tugendkatalog entfaltet, in dem „Patriotismus“ und Arbeit im Zentrum stehen: „Arbeit ist deine Pflicht, und die sicherste Brustwehr gegen das Laster. Ein müssiger Mensch ist eine unnütze Last der Erde, und ein faules Glied des Staats.“ Die Rede verdeutlicht das spätaufklärerische Programm einer „verhältnismäßigen Erziehung“ - verhältnismäßig je nach Stand und Rolle des Untertanen im absolutistischen Staat. Mit einer Eloge auf die aufgeklärten Herrscher, Kaiserin Maria Theresia und Thronfolger Joseph, endet die Rede.

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Das Fach- und Kulturportal der Goethezeit