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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Jutta Assel | Georg Jäger

Illustrationen zu Szenen aus Goethes Faust
Vor dem Tor / Osterspaziergang

Erstellt: April 2011
Stand: April 2014
Optimiert für Firefox

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Die Verse "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick", Faust in der Szene "Vor dem Tor" in den Mund gelegt, wurden zum beliebten Ostergedicht des deutschen Bildungsbürgers. Das Goethezeitportal stellt dem Text der Szene eine Auswahl von Illustrationen zur Seite, sowohl aus der Hochkultur wie aus der Popularkultur, die zum Vergleich der Bildformulierungen einlädt. 

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Peter von Cornelius: Illustrationen zu Goethes Faust
Faust und Wagner unter den Spaziergängern vor dem Tore.

Goethes Faust. Der Tragödie erster Teil mit Zeichnungen von Peter Cornelius. Eingeleitet von Alfred Kuhn. Verlegt bei Dietrich Reimer / Ernst Vohsen / A. G. Berlin 1920. – Blatt 3, Faust und Wagner unter den Spaziergängern vor dem Tore, sind dem von Julius Thaeter (1804-1870) ausgeführten Kupferstich nachgebildet. (S. VI).

Siehe: Peter von Cornelius, Illustrationen zu Goethes Faust
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=3510

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Josef von Führich: Osterspaziergang, Bleistiftkomposition um 1825.

In: Josef von Führich: Lebens-Erinnerungen. Mit fünfzig Zeichnungen und einem Bildnis des Künstlers (Cajetan Oßwald: Josef Ritter von Führich, I. Bändchen). Höchst-Bregenz: Heinrich Schneider See-Verlag [1926], nach S. 40.

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Illustrationen von Franz Simm
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Goethes Faust. Mit Bildern von F[ranz] Simm. Stuttgart, Leipzig: Deutsche Verlags-Anstalt o.J. Illustrationen S. 21, 23 und 25. Alle im Stock monogrammiert: FS. Erste und dritte Illustration: Knesing X[ylographische] A[nstalt], zweite Illustration: E. Helm X[ylographische] A[nstalt].

Die gleichen Illustrationen in folgender Ausgabe: Goethe's Faust. Illustrirt von ersten deutschen Künstlern. Reprint der Originalausgabe von ca. 1900. Reprint-Verlag-Leipzig o.J.

Eine vergleichbare dreigliedrige Illustration der Szene bei Franz Stassen (1869-1949): Faust. Eine Tragödie von Goethe mit 163 Federzeichnungen von Franz Stassen. Berlin: Ludwig Schroeter [1920], mit weiteren Ausgaben. Hier S. 40, 45 und 49.

Simm, Franz Xaver, Maler u. Illustrator, geboren 24. 6. 1853 in Wien, gestorben 21. 2. 1918 in München. Schüler der Wiener Akademie unter Anselm Feuerbach und Eduard von Engerth; beeinflusst von Hans Makart, Joseph von Führich und Albert Zimmermann. 1876 Rompreis; 1876/81 in Rom; 1881 nach Tiflis berufen, um im Treppenhaus des dortigen Kaukasischen Museums Wandbilder auszuführen. Nach seiner Rückkehr dauernd in München, erst jahrelang als Illustrator (für Hallbergers illustrierte Goetheausgabe, Fliegende Blätter), dann als Maler kleiner Genrebilder mit Staffage im Empire-Kostüm. Größere Aufträge für Leipzig (Dioramabilder), 7 Deckenmedaillons im Kunsthistorischen Museums in Wien. Altarbild: Segnender Christus, für die protestantische Kirche in Wunsiedel. (Thieme-Becker)

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FAUST.
EINE TRAGÖDIE
VOR DEM TOR

Spaziergänger aller Art ziehen hinaus.

EINIGE HANDWERKSBURSCHE
     Warum denn dort hinaus?

ANDRE
   Wir gehn hinaus aufs Jägerhaus.

DIE ERSTEN
    Wir aber wollen nach der Mühle wandern.

EIN HANDWERKSBURSCH
    Ich rat' euch, nach dem Wasserhof zu gehn.

ZWEITER
   Der Weg dahin ist gar nicht schön.

DIE ZWEITEN
   Was tust denn du?

EIN DRITTER
     Ich gehe mit den andern.

VIERTER
   Nach Burgdorf kommt herauf, gewiss dort findet ihr
   Die schönsten Mädchen und das beste Bier,
   Und Händel von der ersten Sorte.

FÜNFTER
   Du überlustiger Gesell,
   Juckt dich zum drittenmal das Fell?
   Ich mag nicht hin, mir graut es vor dem Orte.

DIENSTMÄDCHEN
    Nein, nein! ich gehe nach der Stadt zurück.

ANDRE
   Wir finden ihn gewiss bei jenen Pappeln stehen.

ERSTE
   Das ist für mich kein großes Glück;
   Er wird an deiner Seite gehen,
   Mit dir nur tanzt er auf dem Plan.
   Was gehn mich deine Freuden an!

ANDRE
   Heut ist er sicher nicht allein,
   Der Krauskopf, sagt er, würde bei ihm sein.

SCHÜLER
   Blitz, wie die wackern Dirnen schreiten!
   Herr Bruder, komm! wir müssen sie begleiten.
   Ein starkes Bier, ein beizender Toback,
   Und eine Magd im Putz, das ist nun mein Geschmack.

BÜRGERMÄDCHEN
   Da sieh mir nur die schönen Knaben!
   Es ist wahrhaftig eine Schmach:
   Gesellschaft könnten sie die allerbeste haben,
   Und laufen diesen Mägden nach!

ZWEITER SCHÜLER (zum ersten)
   Nicht so geschwind! dort hinten kommen zwei,
   Sie sind gar niedlich angezogen,
   's ist meine Nachbarin dabei;
   Ich bin dem Mädchen sehr gewogen.
   Sie gehen ihren stillen Schritt
   Und nehmen uns doch auch am Ende mit.

ERSTER
   Herr Bruder, nein! Ich bin nicht gern geniert.
   Geschwind! dass wir das Wildbret nicht verlieren.
   Die Hand, die samstags ihren Besen führt,
   Wird sonntags dich am besten karessieren.

BÜRGER
   Nein, er gefällt mir nicht, der neue Burgemeister!
   Nun, da er's ist, wird er nur täglich dreister.
   Und für die Stadt was tut denn er?
   Wird es nicht alle Tage schlimmer?
   Gehorchen soll man mehr als immer,
   Und zahlen mehr als je vorher.

BETTLER (singt):
   Ihr guten Herrn, ihr schönen Frauen,
   So wohlgeputzt und backenrot,
   Belieb' es euch, mich anzuschauen,
   Und seht und mildert meine Not!
   Lasst hier mich nicht vergebens leiern!
   Nur der ist froh, der geben mag.
   Ein Tag, den alle Menschen feiern,
   Er sei für mich ein Erntetag.

ANDRER BÜRGER
   Nichts bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen,
   Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
   Wenn hinten, weit, in der Türkei,
   Die Völker auf einander schlagen.
   Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
   Und sieht den Fluss hinab die bunten Schiffe gleiten;
   Dann kehrt man abends froh nach Haus,
   Und segnet Fried' und Friedenszeiten.

DRITTER BÜRGER
   Herr Nachbar, ja! so lass ich's auch geschehn:
   Sie mögen sich die Köpfe spalten,
   Mag alles durcheinander gehn;
   Doch nur zu Hause bleib's beim Alten.

ALTE (zu den Bürgermädchen):
   Ei! wie geputzt! das schöne junge Blut!
   Wer soll sich nicht in euch vergaffen? –
   Nur nicht so stolz! es ist schon gut!
   Und was ihr wünscht, das wüsst ich wohl zu schaffen.

BÜRGERMÄDCHEN
   Agathe, fort! ich nehme mich in acht,
   Mit solchen Hexen öffentlich zu gehen;
   Sie ließ mich zwar, in Sankt Andreas' Nacht,
   Den künft'gen Liebsten leiblich sehen.

DIE ANDRE
   Mir zeigte sie ihn im Kristall,
   Soldatenhaft, mit mehreren Verwegnen;
   Ich seh' mich um, ich such' ihn überall,
   Allein mir will er nicht begegnen.

SOLDATEN
   Burgen mit hohen
   Mauern und Zinnen,
   Mädchen mit stolzen
   Höhnenden Sinnen
   Möcht' ich gewinnen!
   Kühn ist das Mühen,
   Herrlich der Lohn!
     Und die Trompete
   Lassen wir werben,
   Wie zu der Freude,
   So zum Verderben.
   Das ist ein Stürmen!
   Das ist ein Leben!
   Mädchen und Burgen
   Müssen sich geben.
   Kühn ist das Mühen,
   Herrlich der Lohn!
   Und die Soldaten
   Ziehen davon.

Faust und Wagner

FAUST
   Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, 
   Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
   Im Tale grünet Hoffnungsglück;
   Der alte Winter, in seiner Schwäche,
   Zog sich in rauhe Berge zurück.
   Von dorther sendet er, fliehend, nur
   Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
   In Streifen über die grünende Flur;
   Aber die Sonne duldet kein Weißes,
   Überall regt sich Bildung und Streben,
   Alles will sie mit Farben beleben;
   Doch an Blumen fehlt's im Revier,
   Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
   Kehre dich um, von diesen Höhen
   Nach der Stadt zurück zu sehen.
   Aus dem hohlen finstren Tor
   Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
   Jeder sonnt sich heute so gern.
   Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
   Denn sie sind selber auferstanden,
   Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
   Aus Handwerks- und Gewerbes-Banden,
   Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
   Aus der Straßen quetschender Enge,
   Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
   Sind sie alle ans Licht gebracht.
   Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
   Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
   Wie der Fluss, in Breit' und Länge,
   So manchen lustigen Nachen bewegt,
   Und, bis zum Sinken überladen,
   Entfernt sich dieser letzte Kahn.
   Selbst von des Berges fernen Pfaden
   Blinken uns farbige Kleider an.
   Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
   Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
   Zufrieden jauchzet groß und klein:
   Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!

WAGNER
   Mit euch, Herr Doktor, zu spazieren 
   Ist ehrenvoll und ist Gewinn; 
   Doch würd' ich nicht allein mich her verlieren, 
   Weil ich ein Feind von allem Rohen bin. 
   Das Fiedeln, Schreien, Kegelschieben, 
   Ist mir ein gar verhasster Klang; 
   Sie toben wie vom bösen Geist getrieben 
   Und nennen's Freude, nennen's Gesang.

BAUERN (unter der Linde; Tanz und Gesang)
   Der Schäfer putzte sich zum Tanz,
   Mit bunter Jacke, Band und Kranz,
   Schmuck war er angezogen.
   Schon um die Linde war es voll,
   Und alles tanzte schon wie toll.
   Juchhe! Juchhe!
   Juchheisa! Heisa! He!
   So ging der Fiedelbogen.
     Er drückte hastig sich heran,
   Da stieß er an ein Mädchen an,
   Mit seinem Ellenbogen;
   Die frische Dirne kehrt' sich um
   Und sagte: Nun, das find' ich dumm!
   Juchhe! Juchhe!
   Juchheisa! Heisa! He!
   Seid nicht so ungezogen.
     Doch hurtig in dem Kreise ging's,
   Sie tanzten rechts, sie tanzten links,
   Und alle Röcke flogen.
   Sie wurden rot, sie wurden warm
   Und ruhten atmend Arm in Arm,
   Juchhe! Juchhe!
   Juchheisa! Heisa! He!
   Und Hüft' an Ellenbogen.
     Und tu mir doch nicht so vertraut!
   Wie mancher hat nicht seine Braut
   Belogen und betrogen!
   Er schmeichelte sie doch bei Seit',
   Und von der Linde scholl es weit:
   Juchhe! Juchhe!
   Juchheisa! Heisa! He!
   Geschrei und Fiedelbogen.

ALTER BAUER
   Herr Doktor, das ist schön von euch,
   Dass Ihr uns heute nicht verschmäht,
   Und unter dieses Volksgedräng',
   Als ein so Hochgelahrter, geht.
   So nehmet auch den schönsten Krug,
   Den wir mit frischem Trunk gefüllt,
   Ich bring' ihn zu und wünsche laut,
   Dass er nicht nur den Durst euch stillt;
   Die Zahl der Tropfen, die er hegt,
   Sei euren Tagen zugelegt.

FAUST
   Ich nehme den Erquickungstrank,
   Erwidr' euch allen Heil und Dank.

Das Volk sammelt sich im Kreis umher.

ALTER BAUER
   Führwahr es ist sehr wohl getan,
   Dass ihr am frohen Tag erscheint;
   Habt ihr es vormals doch mit uns
   An bösen Tagen gut gemeint!
   Gar mancher steht lebendig hier,
   Den euer Vater noch zuletzt
   Der heißen Fieberwut entriss,
   Als er der Seuche Ziel gesetzt.
   Auch damals ihr, ein junger Mann,
   Ihr gingt in jedes Krankenhaus,
   Gar manche Leiche trug man fort,
   Ihr aber kamt gesund heraus,
   Bestandet manche harte Proben;
   Dem Helfer half der Helfer droben.

ALLE
   Gesundheit dem bewährten Mann,
   Dass er noch lange helfen kann!

FAUST
   Vor jenem droben steht gebückt,
   Der helfen lehrt und Hülfe schickt.

Er geht mit Wagnern weiter.

WAGNER
   Welch ein Gefühl musst du, o großer Mann!
   Bei der Verehrung dieser Menge haben!
   O! glücklich! wer von seinen Gaben
   Solch einen Vorteil ziehen kann.
   Der Vater zeigt dich seinem Knaben,
   Ein jeder fragt und drängt und eilt,
   Die Fiedel stockt, der Tänzer weilt.
   Du gehst, in Reihen stehen sie,
   Die Mützen fliegen in die Höh';
   Und wenig fehlt, so beugten sich die Knie,
   Als käm' das Venerabile.

FAUST
   Nur wenig Schritte noch hinauf zu jenem Stein,
   Hier wollen wir von unsrer Wandrung rasten.
   Hier saß ich oft gedankenvoll allein
   Und quälte mich mit Beten und mit Fasten.
   An Hoffnung reich, im Glauben fest,
   Mit Tränen, Seufzen, Händeringen
   Dacht' ich das Ende jener Pest
   Vom Herrn des Himmels zu erzwingen.
   Der Menge Beifall tönt mir nun wie Hohn.
   O könntest du in meinem Innern lesen,
   Wie wenig Vater und Sohn
   Solch eines Ruhmes wert gewesen!
   Mein Vater war ein dunkler Ehrenmann,
   Der über die Natur und ihre heil'gen Kreise
   In Redlichkeit, jedoch auf seine Weise,
   Mit grillenhafter Mühe sann.
   Der, in Gesellschaft von Adepten,
   Sich in die schwarze Küche schloss,
   Und, nach unendlichen Rezepten,
   Das Widrige zusammengoss.
   Da ward ein roter Leu, ein kühner Freier,
   Im lauen Bad, der Lilie vermählt,
   Und beide dann, mit offnem Flammenfeuer,
   Aus einem Brautgemach ins andere gequält.
   Erschien darauf, mit bunten Farben,
   Die junge Königin im Glas,
   Hier war die Arzenei, die Patienten starben,
   Und niemand fragte: wer genas?
   So haben wir, mit höllischen Latwergen,
   In diesen Tälern, diesen Bergen,
   Weit schlimmer als die Pest getobt.
   Ich habe selbst den Gift an Tausende gegeben:
   Sie welkten hin, ich muss erleben,
   Dass man die frechen Mörder lobt.

WAGNER
   Wie könnt ihr euch darum betrüben!
   Tut nicht ein braver Mann genug?
   Die Kunst, die man ihm übertrug,
   Gewissenhaft und pünktlich auszuüben.
   Wenn du, als Jüngling, deinen Vater ehrst,
   So wirst du gern von ihm empfangen;
   Wenn du, als Mann, die Wissenschaft vermehrst,
   So kann dein Sohn zu höhrem Ziel gelangen.

FAUST
   O! glücklich! wer noch hoffen kann
   Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen.
   Was man nicht weiß, das eben brauchte man,
   Und was man weiß, kann man nicht brauchen.
   Doch lass uns dieser Stunde schönes Gut
   Durch solchen Trübsinn nicht verkümmern!
   Betrachte wie, in Abendsonne-Glut,
   Die grünumgebnen Hütten schimmern.
   Sie rückt und weicht, der Tag ist überlebt,
   Dort eilt sie hin und fördert neues Leben.
   O! dass kein Flügel mich vom Boden hebt,
   Ihr nach und immer nach zu streben.
   Ich säh' im ewigen Abendstrahl
   Die stille Welt zu meinen Füßen,
   Entzündet alle Höhn, beruhigt jedes Tal,
   Den Silberbach in goldne Ströme fließen.
   Nicht hemmte dann den göttergleichen Lauf
   Der wilde Berg mit allen seinen Schluchten;
   Schon tut das Meer sich mit erwärmten Buchten
   Vor den erstaunten Augen auf.
   Doch scheint die Göttin endlich wegzusinken;
   Allein der neue Trieb erwacht,
   Ich eile fort, ihr ew'ges Licht zu trinken,
   Vor mir den Tag, und hinter mir die Nacht,
   Den Himmel über mir und unter mir die Wellen.
   Ein schöner Traum, indessen sie entweicht.
   Ach! zu des Geistes Flügeln wird so leicht
   Kein körperlicher Flügel sich gesellen.
   Doch ist es jedem eingeboren,
   Dass sein Gefühl hinauf und vorwärts dringt,
   Wenn über uns, im blauen Raum verloren,
   Ihr schmetternd Lied die Lerche singt;
   Wenn über schroffen Fichtenhöhen
   Der Adler ausgebreitet schwebt,
   Und über Flächen, über Seen,
   Der Kranich nach der Heimat strebt.

WAGNER
   Ich hatte selbst oft grillenhafte Stunden,
   Doch solchen Trieb hab' ich noch nie empfunden.
   Man sieht sich leicht an Wald und Feldern satt;
   Des Vogels Fittich werd' ich nie beneiden. 
   Wie anders tragen uns die Geistesfreuden 
   Von Buch zu Buch, von Blatt zu Blatt!
   Da werden Winternächte hold und schön,
   Ein selig Leben wärmet alle Glieder,
   Und ach! entrollst du gar ein würdig Pergamen,
   So steigt der ganze Himmel zu dir nieder.

FAUST
   Du bist dir nur des einen Triebs bewusst,
   O lerne nie den andern kennen!
   Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
   Die eine will sich von der andern trennen;
   Die eine hält, in derber Liebeslust,
   Sich an die Welt, mit klammernden Organen;
   Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
   Zu den Gefilden hoher Ahnen.
   O gibt es Geister in der Luft,
   Die zwischen Erd' und Himmel herrschend weben,
   So steiget nieder aus dem goldnen Duft
   Und führt mich weg, zu neuem buntem Leben!
   Ja, wäre nur ein Zaubermantel mein!
   Und trüg' er mich in fremde Länder,
   Mir sollt' er, um die köstlichsten Gewänder,
   Nicht feil um einen Königsmantel sein.

WAGNER
   Berufe nicht die wohlbekannte Schar,
   Die, strömend, sich im Dunstkreis überbreitet,
   Dem Menschen tausendfältige Gefahr,
   Von allen Enden her, bereitet.
   Von Norden dringt der scharfe Geisterzahn
   Auf dich herbei, mit pfeilgespitzten Zungen;
   Von Morgen ziehn, vertrocknend, sie heran,
   Und nähren sich von deinen Lungen;
   Wenn sie der Mittag aus der Wüste schickt,
   Die Glut auf Glut um deinen Scheitel häufen,
   So bringt der West den Schwarm, der erst erquickt,
   Um dich und Feld und Aue zu ersäufen.
   Sie hören gern, zum Schaden froh gewandt,
   Gehorchen gern, weil sie uns gern betrügen;
   Sie stellen wie vom Himmel sich gesandt,
   Und lispeln englisch, wenn sie lügen.
   Doch gehen wir! ergraut ist schon die Welt,
   Die Luft gekühlt, der Nebel fällt!
   Am Abend schätzt man erst das Haus.

[...]

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Oben: Der Ostertag. A. v. Kreling fec. Fr. Bruckmann's phot. Anst. Goethe-Gallerie. II. Abtheilung. Blatt 23. Grösse 6. Fr. Bruckmann's Verlag in München. Nicht gelaufen.
Unten: Kreling. Vor dem Tore. Faust II. Signet: AM [Ackermann, München] 1962. Verso: F. A. Ackermanns Kunstverlag. G.m.b.H., München. Reihe 167: A. v. Kreling: Goethes Faust (12 Karten). Nicht gelaufen.

Siehe: August von Kreling, Faust-Illustrationen
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=703

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Oben: Osterspaziergang (Goethes Faust). Verso: No. 5003. Verlag Hermann A. Wiechmann, München. Verzeichnisse von Büchern, Bildern und Kunstpostkarten umsonst und postfrei. Nicht gelaufen.

Mitte: Vom Eise befreit sind Strom u. Bäche - Durch des Frühlings holden, belebenden Blick - Im Tale grünet Hoffnungsglück (Göthe). Im Bild signiert: Paul Hey. Verso: Frühling. 4 Künstlerpostkarten von Paul Hey. Nr. 2. Kunstverlag Hans Friedrich Abshagen, Dresden. Nr. 186. Signet: A, eingeschrieben H F; auf Schild. Datiert 1917. Beschrieben, aber nicht gelaufen.

Vgl. Carolin Raffelsbauer: Paul Hey - der Maler heiler Welten. Eine kultur- und literaturgeschichtliche Untersuchung zur illustrativen Gebrauchskunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. München: Herbert Utz 2007 (Kulturgeschichtliche Forschungen; 30). ISBN 978-3-8316-0675-7

Unten: A[lois] Broch. Osterspaziergang. Faust I. Teil. Aus dem hohlen, finstern Tor dringt ein buntes Gewimmel hervor. / Jeder sonnt sich heute so gern. Sie feiern die Auferstehung des Herrn. Verso: Signet. "Bunte Reihe" Nr. 57. Nicht gelaufen.

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H[ans] Stubenrauch: Osterspaziergang. A 6546. Verso: F. A. Ackermanns Kunstverlag. G.m.b.H., München. Reihe 682 - H. Stubenrauch: Goethes Faust (6 Karten). Nicht gelaufen.

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Oben: P. Konewka: Der Osterspaziergang. III. Signet AM [Ackermann, München] 1695. Verso: Signet AM. F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 140 (12 Karten). P. Konewka: Silhouetten. IV. Gelaufen. Datiert und Poststempel 1913.
Mitte: P. Konewka: Der Osterspaziergang. I. Signet AM [Ackermann, München] 1693. Verso: Signet AM. F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 140 (12 Karten). P. Konewka: Silhouetten. IV. Nicht gelaufen.
Unten: P. Konewka: Der Osterspaziergang. II. Signet AM [Ackermann, München] 1694. Verso: Signet AM. F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 140 (12 Karten). P. Konewka: Silhouetten. IV. Nicht gelaufen.

Siehe Paul Konewka, Gestalten aus Goethes Faust
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=608

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Links: Spaziergang am Ostersonntag. Holzstich nach dem Gemälde von J. Wichmann. Aus der Gartenlaube 1885. In: Goethe Faust mit einer Einleitung von Max von Boehn. BERLIN IM ASKANISCHEN VERLAG CARL ALBERT KINDLE 1924, S. 143.
Rechts: Ostergruß. Verso: Bund der Deutschen in Böhmen. Prag II., Krakauergasse 11. Bundeskarte Nr. 46. Hans Kaufmann. Links: Raum für die Bundesmarke. Gelaufen. Poststempel: 1910 (?).

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Victor Müller [1830-1871] pinxit. Rad[ierung] V. Klaus. Faust und Wagner's Abendspaziergang. Eigenthum des Herrn Heinrich von Angeli. Druck v. F. Kargl, Wien. Blindstempel: Gesellschaft für vervielfält. Kunst Wien. Höhe 14; Breite 24,9 cm.

An dem heute verschollenen Gemälde aus dem Jahr 1868 hebt die zeitgenössische Kritik (Martin Greif, Deutsche Zeitung, 26. Januar 1872) das "Prinzip" hervor, "die Natur und den Menschen als coordinirt zu betrachten und jene daher nicht zur bloßen Staffage herabzudrücken". Evelyn Lehmann: Victor Müller (1830-1871). Phil. Diss. Frankfurt am Main 1972. Text S. 270-272. Katalog IV B, Nr. 41, S. 365 (Zitat).

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Faust I. Teil. Prof. Molitor. Ostermorgen. "Da sieh mir nur die schönen Knaben! / Es ist wahrhaftig eine Schmach; / Gesellschaft könnten sie die allerbeste haben, / Und laufen diesen Mägden nach." Verso: Leipzig, Auerbachs Keller. Mädlerpassage. Signet. Bild und Heimat - Reichenbach (Vogtl.). III/26/13 A1/611/84 300611 Z So 898/6 K. Nicht gelaufen. 

Dazu siehe: Mathieu Molitor. Bildhauer | Maler | Grafiker. Hrsg. vom Kreismuseum Bitburg-Prüm. Leipzig: Passage-Verlag 2009, S. 56f. Die großformatige [Höhe: 177, Breite: 507 cm], 1913 entstandene Darstellung in Auerbachs Keller in Leipzig "zeigt Figuren in farbenprächtiger, altertümlicher Kleidung vor einer Landschaft. [...] Zentrum des Bildes sind zwei Männer, Faust und sein Famulus Wagner, in langen, dunklen, würdevollen Mänteln, wobei Molitor selbst für die Figur des Faust im Kostüm Modell gestanden hat, seine Frau Helene für eine der beiden reich gekleideten Frauen auf der linken Seite." (Birgit Hartung, S. 57)

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Illustrationen zu Szenen
aus Goethes Faust

Auerbachs Keller
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6865

Mein schönes Fräulein, darf ich wagen,
Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6374

Gretchens Liebesorakel
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6708

Siehe auch:
Hexentanz auf dem Brocken
Walpurgisnacht
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6644

Das Goethezeitportal bietet eine große Zahl von Illustrationen zu Goethes "Faust". Gehen Sie auf die Seite zu Faust- und Gretchenillustrationen und benutzen Sie die Suchfunktion auf der Startseite.

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Argentinien


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