goethe

Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Georg Jäger: Das Goethezeitportal

EIN WERKSTATTBERICHT [1]

 

Abstract

The Goethezeitportal has been developed on the initiative of a team based at the Institute of German Literature at the university of Munich. It is a tool that can be used for the innovative processing and dissemination of knowledge by applying the possibilities offered by the new media to the cultural and scientific discourse on the most significant phase in the history of German intellectual history between 1770 and 1830. Further information on the concept, mission and current activities of the portal is available below.

 

Das Internet bietet den Wissenschaften neue Dimensionen der Informationsaufbereitung und Wissenskommunikation und damit auch der Öffentlichkeitsarbeit. Eine Initiativgruppe am Institut für Deutsche Philologie der LMU München hat dies als Chance für die Geisteswissenschaften erkannt und das Goethezeitportal ins Leben gerufen. Im November 2002 wurde als Projektträger der gemeinnützige Verein Goethezeitportal. Gesellschaft zur wissenschaftlichen Förderung und kulturellen Vermittlung von Literatur, Kunst und Kultur der Goethezeit auf medialer Basis gegründet, im Januar 2004 wurde das Portal eröffnet. Als Schirmherrin konnte Prof. Dr. Jutta Limbach gewonnen werden. Der Verein hat seinen Sitz in München und eine Arbeitsstelle in Bad Wörishofen, so dass auch die Publikumsinteressen außerhalb der Großstadt Berücksichtigung finden.

 

Was ist das Goethezeitportal? Welche Ziele verfolgt es?

Das Goethezeitportal ist ein Internetfenster, das Informationen zur bedeutendsten Phase der deutschen Geistesgeschichte bereitstellt: zur Goethezeit von ca. 1770 bis 1830.[2] In der Auswahl und Bündelung der Informationen soll es zu einem umfassenden Informationszentrum über die Kultur zwischen 1770 und 1830 ausgebaut werden.

Das Goethezeitportal dient zum einen der Kommunikation in den Disziplinen, die sich mit der Literatur und Kultur der Goethezeit befassen (Bildungs-, Kunst-, Literatur-, Musik-, Philosophie-, Presse-, Theater-, Wissenschaftsgeschichte und so weiter). und versteht sich zum anderen als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Bildung und kultureller Öffentlichkeit. Es vereinigt in sich ein Fachportal und ein Kulturportal, wendet sich also nicht nur an wissenschaftliche Leser, sondern gleicherweise an Lernende in Bildungseinrichtungen und eine breitere kulturelle Öffentlichkeit. Angesprochen werden somit die drei Bereiche Wissenschaft, Kultur und Bildung. In allen Fällen ist eine Qualitätskontrolle der Inhalte, auf die verlinkt oder die aufgenommen werden, entscheidend. Sie wird durch die Kompetenz der Herausgeber und Mitarbeiter ermöglicht und setzt je nach Bereich – Forschung, kulturelles Leben, Bildung und Schule – verschiedene Maßstäbe an.

In seiner Eigenschaft als Portal vermittelt das Goethezeitportal zunächst einmal den Zugang zu einschlägigen Internetangeboten. Hier ist bereits einiges geschehen: Der Adressen-Pool[3] und Weblinks verzeichnen Institutionen und Vereinigungen (Gesellschaften, Vereine, Freundeskreise und ähnliches), die sich zur Erforschung und Pflege einzelner Autoren[4] und Autorengruppen, Epochen oder Richtungen gebildet haben. Während die Webadressen (mit vollen Anschriften) der Übersicht und Kontaktaufnahme dienen, charakterisieren die Weblinks die Homepages und laden mit Stichworten und Bildern zum Surfen ein. Unter den Weblinks werden auch private Initiativen beziehungsweise Liebhaberseiten mit Interesse für Surfer (viele Informationen, Bildergalerie, Linksammlung, kreatives Design et cetera) aufgenommen. Aktuelle Informationen enthalten der Veranstaltungskalender (Ausstellungen, Symposien, Tagungen, Vortragsreihen et cetera) und die Neuerscheinungen. Zur näheren Information über Veranstaltungen und Publikationen stellt das Goethezeitportal pdf-Dateien mit weitergehenden Informationen wie Exposés, Zusammenfassungen, Inhaltsverzeichnissen, Leseproben und Ähnlichem bereit. Die im Volltext online verfügbaren Besprechungen werden in der Rubrik Rezensionen zusammengefasst. Derzeit speist sich diese Seite vor allem aus den einschlägigen Besprechungen in der E-Zeitschrift IASLonline, deren bibliographische Aufnahmen übernommen und verlinkt werden. Mit diesen Dienstleistungen sieht sich das Goethezeitportal als aktiver Mitspieler im kulturellen Leben, indem es die Aufmerksamkeit auf die vielfältigen kulturellen Leistungen der Goethezeit sowie ihre Erforschung, Veröffentlichung und aktuelle Adaption lenkt. Umspielt werden diese Angebote vom Kleinen Feuilleton, das dem kulturellen Raisonnement Raum gibt und jungen Autoren einen Proberaum bereitstellt.

Das Fachportal dient der wissenschaftlichen Forschung und Lehre wie der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Es ist dem Goethezeitportal ein Anliegen, den Elfenbeinturm wissenschaftlicher Publikationen zu sprengen. Da die online gestellten Publikationen kostenfrei, allerorten mühelos und unbeschränkt zugänglich sind, erhoffen wir uns eine Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Diskussionen an Bildungseinrichtungen, Schulen und in der interessierten Öffentlichkeit. Besonders schnell aufgebaut werden konnte die digitale Bibliothek. In der Rubrik Primärwerke wird auf die im Internet verfügbaren Texte und zugehörigen Bibliographien verlinkt. Da die editorische Qualität in der Regel in Frage steht, ist das Goethezeitportal bestrebt, auch eigene zuverlässige Texte[5] bereitzustellen. Die (großenteils noch: literatur)wissenschaftlichen Publikationen – Neupublikationen im Druck erschienener Aufsätze sowie einige Erstpublikationen – belaufen sich derzeit auf 150, das sind etwa 3.500 Druckseiten (Stand: September 2004). Diese Sammlung von Aufsätzen, Büchern und Buchauszügen

     

  • soll es dem Hochschullehrer ermöglichen, sich außerhalb seiner Spezialgebiete - im bequemen und schnellen Zugriff vom Arbeitsplatz aus, ohne Medienbruch - über den Forschungs- und Diskussionsstand zu informieren;
  • dem Studierenden ermöglichen, sich auf Lehrveranstaltungen und Prüfungen vorzubereiten oder sich Lehrinhalte eigenständig und studienbegleitend zu erarbeiten;
  • dem Lehrer erleichtern, den Anschluss an den Fachdiskurs zu behalten und sich Anregungen für den Unterricht zu holen.

 

Darüber hinaus gibt es unseren Beobachtungen nach ein zwar disperses, aber insgesamt beträchtliches Publikum an Interessierten aus unterschiedlichsten Berufen (zum Beispiel der Jurist oder Naturwissenschaftler mit humanistischer Bildung), die sich für Goethe und die Kultur der Goethezeit begeistern lassen.

Einschlägige fachliche Projekte aus dem Hochschul- und Schulbereich werden entweder ins Goethezeitportal integriert oder verlinkt. So finden Aktivitäten im Hochschulbereich Aufnahme im Projekte-Pool - in den bereits einige exemplarische Vorhaben an der LMU München eingestellt sind, die das Netz zur Aufbereitung und Darstellung ihrer Ergebnisse nutzen. Auf Projekte von Klassen und Arbeitsgruppen in Schulen wird unter Goethe(zeit)Aktivitäten in Schulen (unter Weblinks) verlinkt.

Um in einer Zeit der Bilder – Stichwort ›iconic turn‹ - Aufmerksamkeit zu gewinnen, scheint es uns wichtig, das multimediale Potential des Internet zu nutzen und eine Bildbibliothek aufzubauen. In einem ersten Schritt geschieht dies durch die Reproduktion von Goethe-Postkarten. Solche Postkarten mit den Bildnissen Goethes und seines Umkreises, den Stätten seines Wirkens, populären Figuren seiner Werke (Gretchen, Mignon, ...) und so weiter waren beliebte kulturelle Kommunikationsmittel und Sammelgegenstände im bürgerlichen Zeitalter. Das Goethezeitportal publiziert einschlägige Dokumentationen (mit bislang einigen hundert Postkarten) aus der Perspektive einer empirischen Kulturwissenschaft.[6] Durch Reproduktionsgraphiken von Bildnissen und Illustrationen von Goethes Werken werden weitere Schwerpunkte gesetzt.

Ein 14tägiger Newsletter orientiert über Neueinstellungen und gibt Tipps auf aktuelle Veranstaltungen.
Weitere Ausgestaltung

Eine Baustelle sind noch die zentralen Module Topoline und Timeline. Hier werden die Stadien des Lebens und Schaffens Goethes in zeitlicher Ordnung wie nach Problembereichen und Themen dargestellt. Durch eine multimediale Aufbereitung der Texte mit zeitgenössischem wie aktuellem Bildmaterial, Musikbeispielen und Videos sollen die Möglichkeiten des Netzes für die Aufbereitung und Vermittlung von Kultur genutzt werden. Die gesamte Konzeption geht von einem Netzwerk mit Knoten, einem Hypertext, und nicht von in sich abgeschlossenen Kapiteln aus. Als Zielgruppe wird ein interessiertes Publikum, von den Gebildeten bis zu Studierenden und Schülern, durch die multimediale Aufbereitung vor allem auch die jüngere Generation angesprochen. Topoline und Timeline werden nach dem Baukastenprinzip erarbeitet, doch sind hierfür Förder- oder Sponsorenmittel erforderlich, die wir derzeit einzuwerben suchen. Für die Entwicklung eines Prototyps denken wir an den Romaufenthalt Goethes (Oktober 1786 - Februar 1787, Juni 1787 - April 1788), den er in seiner Italienischen Reise schildert.

Die weitere Ausgestaltung betrifft drei Schritte:

1. Sobald die Neukonzeption des Goethezeitportals und die Überführung in das Content-Management System TYPO 3 abgeschlossen ist - was bis Herbst / Winter 2004 der Fall sein soll -, werden wir uns um die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Pflegestätten der Weimarer Kultur in einem Kuratorium bemühen. Die beiden Goethespezialisten Prof. Dr. Hendrik Birus (München) und Prof. Dr. Dieter Borchmeyer (Heidelberg) haben ihre Mitwirkung bereits zugesagt.

2. Mit Hilfe von Fachbetreuern sollen die bislang in der Regel nur durch Adressen-Pool und Weblinks vertretenen Bereiche - Architektur, bildende Kunst, Musik, Pädagogik, Philosophie, Theologie et cetera - ausgebaut werden (vergleiche den Abschnitt Größenwahnsinn? weiter unten in diesem Artikel).

3. Geprüft werden soll die Möglichkeit der Internationalisierung des Goethezeitportals: Zum einen könnten die Kulturen, die für die Goethezeit ›gebend‹ oder ›nehmend‹ von großer Bedeutung waren, also auf die deutsche Kultur eingewirkt haben (wie England oder Frankreich) oder von der deutschen Kultur angeregt wurden (wie slawische Länder), in einem gewissen Umfang berücksichtigt werden. Zum anderen wird an die Übersetzung ausgewählter Inhalte gedacht. So ist im Prototyp des Romaufenthaltes Goethes (siehe oben) eine Übersetzung - aller oder zumindest zentraler Texte - ins Italienische vorgesehen, um auch der italienischen Seite einen Eindruck von der Italienverehrung der Deutschen, vom Blick des Nachbarn auf ihre Kultur und Landschaft zu geben.

 

Zielgruppenkonflikte

Das Goethezeitportal will ein buntes, reichhaltiges und vielseitiges Angebot für unterschiedliche Benutzergruppen bieten, denen nur eins gemeinsam ist: kulturelle Interessen. Im Unterschied zu den meisten Medienanbietern legen wir uns nicht auf eine bestimmte Zielgruppe, auf Sinus-Milieus[7] mit ihren Bedürfniswelten und Erlebnisfeldern fest. Da wir möglichst alle Milieus der mittleren und oberen Mittelschicht - vor allem die ›Konservativen‹ als ›das alte deutsche Bildungsbürgertum‹ (5 %), die ›bürgerliche Mitte‹ als ›der statusorientierte moderne Mainstream‹ (16 %), die ›Etablierten‹ als ›das selbstbewusste Establishment‹ (10 %), die ›Postmateriellen‹ als ›das aufgeklärte Nach-68er-Milieu‹ (10 %) und die ›Modernen Performer‹ als ›die junge unkonventionelle Leistungselite‹ (8 %) - ansprechen wollen, riskieren wir Zielgruppenkonflikte. Sie ergeben sich auch aus den angesprochenen Bereichen von Forschung, kulturellem Leben, sowie Bildung und Schule: Aus Sicht des Fachwissenschaftlers werden Laien- und Schülerseiten häufig nicht dem aktuellen Erkenntnisstand und der Forschungsdiskussion entsprechen, umgekehrt werden junge Designer von Websites manchen fachwissenschaftlichen Aufsatz als langatmige, terminologisch abweisende Textwüste erleben. Doch ziehen sich Konflikte zwischen Aufbruch und Bewahrung, Innovation und Tradition, Jung und Alt, ›Performern‹ und Wertkonservativen, High Brow und Kulturbeflissenheit durch die Zeit von 1770 bis 1830 und machen sie gerade in diesen Spannungen und Widersprüchen von so hohem Interesse. Zu diesen Gründen für eine Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen, die in den Werken selbst liegen, kommt eine fast durchgehende Ausrichtung auf Individualität hinzu: Im Regelfall richtet sich die Kultur der Goethezeit nicht an Gruppen oder Schichten, sondern an autonome Subjekte, deren Bildung und Entfaltung zu Individualitäten sie in einsamer Lektüre oder Selbststudium ebenso zu fördern sucht wie im geselligen Austausch und im kulturellen Leben.[8]

Die Zielgruppenkonflikte haben Konsequenzen für das Kommunikationsdesign: den visuellen Auftritt, die Stilhaltung und das Anspruchsniveau der redaktionellen Teile. Da sich für das Goethezeitportal die Ausrichtung auf ein bestimmtes Milieu oder eine definierte Zielgruppe verbietet, setzen wir redaktionell auf einen mittleren, sachlichen Stil, der am ehesten gruppenübergreifend akzeptiert wird. So ist die neue Startseite in Farbe, Schrift und Bebilderung eher zurückhaltend gestaltet. Einzelne Seiten können und sollen aber durchaus auf bestimmte Milieus und Zielgruppen zugeschnitten sein. Wir sehen in der Inszenierung des Nebeneinander durch Kontraste und Spannungen - wie sie der heutigen kulturellen Situation entsprechen - ein Zeichen kreativer und lebendiger Kultur und ziehen sie einem Streben nach Einebnung und Vereinheitlichung vor. Im Medienzeitalter des ›Eventmarketing‹ dürfen auch Wissen und Kultur nicht nur mit immergleicher und leiser Stimme sprechen.

 

Größenwahnsinn?

Ein Unternehmen, das sich die gesamte Kultur der Zeit von 1770 bis 1830 zum Gegenstand macht, steht im Verdacht des Größenwahnsinns. Den literarischen Bereich können die Herausgeber, da Literaturwissenschaftler, noch in etwa überblicken, wie aber steht es um Architektur, bildende Kunst, Musik, Pädagogik, Philosophie, Theologie ...? Dem Problem soll durch Delegation von Herausgeber- und Redaktionsfunktionen an Fachbetreuer aus den genannten Gebieten begegnet werden. Wie es IASLonline im Rezensionswesen bereits mit Erfolg praktiziert, sollen Fachwissenschaftler, denen die Ausgestaltung ihres Bereichs und die Einwerbung von Beiträgen obliegt, auf Zeit bestellt werden. Nur auf diese Weise scheint uns das Wachstum des Goethezeitportals bei geringen eigenen Personalressourcen[9] zu bewerkstelligen.

Im Übrigen ist das Goethezeitportal offen für die Zukunft. Wo sich Projekte entwickeln, die einzelne Funktionen oder ganze Teile unserer Dienstleistungen übernehmen, werden wir uns um Kooperationen bemühen und uns gegebenenfalls auf Verlinkungen beschränken. Je nachdem, wie sich Angebot und Nutzung des Goethezeitportals entwickeln, können die Gewichte auch intern verschoben werden. Wir testen aus und reagieren zu gegebener Zeit, ohne uns zu früh festzulegen.

 

Die ›Mission‹ des Goethezeitportals

Die ›Mission‹ des Goethezeitportals lässt sich in vier Punkten zusammenfassen:

1. Die Kultur der Goethezeit hat (noch) keinen Versammlungspunkt im Netz, das Goethezeitportal schafft ihn.

2. Das Goethezeitportal ist ein Instrument innovativer Wissensaufbereitung und -vermittlung, das die Repräsentation deutscher Kultur stärkt und den Zugang zu ihr erleichtert.

3. Im Goethezeitportal gehen traditionsreiche Kultur, aktuelles kulturelles Leben und technischer Fortschritt eine Symbiose ein. Durch Interaktivität und Multimedialität wird es dem dialogischen Charakter und dem alle Sinne ansprechenden kulturellen Leben sowohl der Goethezeit wie der Gegenwart gerecht.

4. Die Geisteswissenschaften, wollen sie nicht zu gefährdeten Orchideenfächern schrumpfen, bedürfen zu ihrer Legitimation der Verankerung im kulturellen Leben. Dazu leistet das Goethezeitportal einen wichtigen Beitrag, indem es die Resultate und Debatten der Fachwissenschaften allen Interessierten zugänglich und durch multimediale Aufbereitung anziehend macht.

 

Prof. Dr. Georg Jäger
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
Schellingstr. 3
80799 München
georg.jaeger@germanistik.uni-muenchen.de
(25. Oktober 2004)

Erstpublikation im Jahrbuch für Computerphilologie
URL: http://www.computerphilologie.uni-muenchen.de/jg04/jaeger.html

 


 

[1] Der Text fußt auf mehreren Selbstverständigungspapieren, die großenteils auf Martin Huber, Danica Krunic und mich zurückgehen. Da es sich weitgehend um interne Papiere handelt, wird auf Zitatnachweise verzichtet. Begleitet wurde das Projekt durch die Dissertation von Danica Krunic Nutzung des Internets in den Geisteswissenschaften und der Kulturvermittlung. Konzeption eines Fach- und Kulturportals der Goethezeit: das Goethezeitportal (abgeschlossen 2004, noch nicht publiziert).

[2] Das Wort ›Goethezeit‹ dient als Markierung des Zeitraums im Sinne eines zusammenfassenden Schlagworts. Als eine Mittelpunktgestalt mit vielfältigen Interessen und Verbindungen bietet sich der Name Goethe an. Aussagen über den Zeitraum als Epoche und Epochengrenzen werden damit nicht getroffen, sie sollen vielmehr Gegenstand der Arbeiten im Goethezeitportal sein.

3] Die kursivierten Bezeichnungen benennen Rubriken des Goethezeitportals.

[4] Der Begriff Autor wird hier im umfassenden Sinn von Urheber gebraucht, beinhaltet neben Textproduzenten somit auch Architekten, bildende Künstler, Komponisten usw.

[5] Vgl. Eichendorffs Taugenichts in der Fassung der Erstausgabe von 1826, neu publiziert nach der Edition von Carel ter Haar.

[6] Arbeiten zu Geschichte und Kultur der Postkarten liegen für Frankreich, England und die USA vor, wogegen die deutsche Forschung noch am Anfang steht. Vgl. die Literaturangaben der Dokumentationen im Goethezeitportal.

[7] »Eine ganzheitliche Milieu-Typologie des Marktforschungsinstituts Sinus Sociovision, Heidelberg, durch die die Gesellschaft nach Lebensstil und sozialer Schichtung eingeteilt wird. [...] Die Sinus-Milieus stellen eine bewusste Abkehr von formalen demographischen Kriterien wie Schulbildung, Beruf oder Einkommen dar. Ihnen liegt die Einsicht zu Grunde, dass soziodemographisch gleiche Menschen sich in ihren Präferenzen, Einstellungen und Verhaltensweisen sehr voneinander unterscheiden können und damit zwei völlig verschiedenen Zielgruppen angehören können. Die Sinus-Milieus fassen also Menschen zusammen, die einander in Lebensauffassung und Lebensweise ähneln.« Wolfgang J. Koschnick: FOCUS-Lexikon. Werbeplanung Mediaplanung Marktforschung Kommunikationsforschung Mediaforschung. Focus Magazin Verlag 2003, Stichwort Sinus-Milieus. URL: http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBF/pm1dbf.htm?snr=5094 (8.9.2004) - An Sinus-Milieus orientieren sich Publikumsverlage sowie die meisten Hersteller von Konsumartikeln in ihrer Programm-, Produkt- und Kommunikationspolitik. Im folgenden werden Sinus-Milieus mit Kurzcharakterisierungen und ihrem Bevölkerungsanteil genannt.

[8] Aus der reichen Literatur vgl. z.B. die Beiträge von Fotis Jannidis im Goethezeitportal.

[9] Betrieben wird das Goethezeitportal auf die für solche Projekte übliche Art: Selbstmotivation, sprich Selbstausbeutung der Herausgeber und Mitarbeiter, gelegentlich unterstützt durch Hilfskraftmittel. Studierende, die aus eigenem Interesse an uns herantreten, absolvieren unbezahlte Praktika in der Online-Redaktion.

Das Fach- und Kulturportal der Goethezeit