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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Informationen über Goethe und die Kunst und Kultur der Goethezeit

Johann Wolfgang von Goethe
Einblick in sein Leben und Werk


Porträt des jungen Goethe

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war Dichter, Kritiker und Naturforscher. Bis heute ist er die bedeutendste Erscheinung der deutschen Literatur geblieben. Nicht nur während der nach ihm benannten Goethezeit, sondern auch für folgende Generationen war und ist er der Inbegriff kultureller Geistigkeit. 

 

 

 


 

Faust Festival München 2018

Ein Drama. Eine Stadt. Hunderte Events

»München steht 2018 fünf Monate lang im Zeichen von Goethes berühmtestem Drama. Vom 23. Februar bis 29. Juli 2018 präsentieren mehr als 200 Partner und Institutionen überall in der Stadt ihre Projekte zum Thema "Faust". Festivalzentrum ist der Gasteig München.

Ausstellungen, Konzerte, Filmvorführungen, Vorträge, literarische Veranstaltungen, Theaterproduktionen, Tanzvorstellungen, Partys, Führungen, Foto-Wettbewerb und Web-Serie - in schwindelerregender Vielfalt entwickeln sich eigene Perspektiven, entstehen neue kreative Facetten und öffnen sich ungekannte Zugänge zu diesem einzigartigen Werk der deutschen Literatur.

"Faust" ist aktuell, Faust ist der prototypische moderne Mensch – rastlos auf der Suche, jedoch nie am Ziel. Das Drama hinterfragt den Menschen noch immer in seiner Verführbarkeit, Moral und Gesellschaftsstruktur. Seine Fragen sind auch unsere großen Fragen heute.

Wo wollen wir hin in unserem Streben? Was ist unser Preis? Wie weit dürfen wir gehen? Was ist Glück? Die Reise beginnt ...«

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Dem Goethezeitportal wurde die Ehre zuteil, sich mit Bildmaterialen an der Ausstellung »DU BIST FAUST. Goethes Drama in der Kunst« in der Kunsthalle München beteiligen zu dürfen.

Schon im Eingangsbereich lächeln Ihnen verführerisch unsere Gretchen-Porträts mit dem Motiv des Blumenorakels entgegen und möchten Sie mit auf die Reise durch den Ausstellungsparcours durch das weltweit bekannteste Werk der deutschen Literatur und seine Protagonisten nehmen. 

 

Gretchens Liebesorakel: Er liebt mich – liebt mich nicht

www.goethezeitportal.de/wissen/illustrationen/johann-wolfgang-von-goethe/faust-und-gretchen-illustrationen/illustrationen-zu-szenen-aus-goethes-faust-liebesorakel.html

 

Eine virtuelle Zeitreise durch das Leben und Werk von Friedrich Schiller

 
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759-1805) war Dichter, Dramatiker, Historiker, Philosoph, Mediziner und Freiheitskämpfer. Sein Freundschaftsbund mit Goethe, der Austausch mit Herder und Wieland bildeten den Beginn der Weimarer Klassik.

 

 

Glanzpunkte im Goethezeitportal


 Jutta Assel und Georg Jäger: Franz Graf von Pocci:
Frühlings-Laube für gute Kinder

(München April 2018)

Franz Graf von Pocci, der unter König Ludwig I. von Bayern, mit dem er befreundet war, und dessen Nachfolger König Ludwig II. mehrere Hofämter bekleidete, war ein produktiver Schriftsteller, Illustrator und Komponist. Er wandte sich nicht nur an die Gebildeten, sondern sprach das breite Volk und insbesondere Kinder an. So auch in der "Frühlings-Laube für gute Kinder" (1852), aus der wir eine Auswahl von Texten und deren ganzseitige Illustrationen publizieren. Darunter finden sich religiöse Themen, Sagen und "Mährlein" (Blaubart, Hubertus), Gedichte auf die Jahreszeiten und die ihnen angepassten Kinderspiele. So erzählt der "Wintermann", der den Weihnachtsbaum bei sich hat, einigen Kindern Märchen, während andere ein Schattenspiel anschauen. Es fehlen nicht Texte zur christlichen Erbauung und Ermahnungen zur Mildtätigkeit ("Der Blinde", "Das Waisenkind") – also ein bunter Strauß von Motiven und Stoffen. Wie aber kam Pocci zu dem kleinen Frankfurter Verlag C. B. Lizius? Carl Bernhard Lizius war ein revolutionärer Burschenschaftler, bevor er als Geheimagent im Dienste der Reaktion liberale und sozialistische Oppositionelle ausspionierte. Dass seine in München ansässige Schwester eine Schönheit im Geschmack von König Ludwig I. war und für dessen "Schönheitengalerie" Portrait saß, könnte die Verbindung des Hofmannes Pocci zum Verlag ihres Bruders erklären.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Fröhliche Ostern 2018

(München März 2018)

Im Mittelpunkt der Osterseite 2018 steht das "Osterbuch" oder "Hasenbuch" für Kinder, das 1908 bei Bruno Cassirer in Berlin erschien und mehrfach wiederaufgelegt wurde. Es besteht aus 17 kolorierten Zeichnungen des Illustrators und Malers Konrad Ferdinand Edmund von Freyhold (1878-1944). Die Initiative für das Bilderbuch ging vom Verleger aus.  Freyhold lebte ─ unterstützt von dem Winterthurer Großkaufmann Theodor Reinhart und dessen Söhnen sowie von Malerfreunden des Künstlers ─ auf Burg Landeck bei Emmendingen im Breisgau. Für die kurzen Kinderreime gewann der Verleger seinen Lektor, den Lyriker Christian Morgenstern (1871-1914). Es sollte "ein Buch nur für Kinder und für deren Phantasie" werden. Das "Wesen" der aquarellierten Zeichnungen nannte Morgenstern "epigrammatisch": "Jedes Blatt ist ein Farbenepigramm. Just auf seinen freudigen und fein kontrastierten Farben beruht sein Hauptreiz." Die Seite gibt alle Zeichnungen wieder, orientiert über die Entstehungsgeschichte, aus der sich der Doppeltitel "Osterbuch" und "Hasenbuch" erklärt, und informiert über Freyhold und Morgenstern. Umrahmt wird das Osterbuch von Glückwunsch-Postkarten der Jahrhundertwende, die Montagen mit Ostereiern und geschlüpften Küken zeigen sowie Babys und Kinder, die aus Ostereiern schlüpfen. 

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Walpurgisnacht auf Notgeldscheinen

(München Februar 2018)

Als es im und nach dem Ersten Weltkrieg an Metall für Kleingeld mangelte, erschienen Schuldscheine bzw. Notgeld auf Papier, hauptsächlich im Wert von 5 bis 100 Pfennig. Sie konnten nach einer gesetzten Frist oder nach Aufruf in reguläres Geld umgetauscht werden. Die kleinformatigen Notscheine mit oft aufwendiger und dekorativer Bebilderung, die auf lokale Sagen, geschichtliche Ereignisse, bekannte Bauwerke, Persönlichkeiten und Kultur- wie Naturdenkmäler zurück griffen, wurden schnell zu Sammelobjekten. Ausgegeben wurde Notgeld von Gemeinden bzw. Städten, aber auch von Firmen und Gesellschaften, Gaststätten, Hotels u.a.m. Das Goethezeitportal stellt eine Auswahl von Notgeld mit Bildern der Walpurgisnacht bereit. Herausgeber sind u.a. Gemeinden und Städte am oder im Harz (Blankenburg am Harz, Ilsenburg am Harz, Thale-Harz, Stadt Wernigerode) sowie Gesellschaften (Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig, Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahngesellschaft) und der Brockenwirt, letzterer mit einer umfänglichen mehrfarbigen Serie von "Brockengutscheinen". Die Bilder der Walpurgisnacht illustrieren bevorzugt den Hexenritt auf den Brocken und die ausgelassene Feier auf dem Hexentanzplatz, die vom bocksfüßigen gehörnten Satan dirigiert wird. Auf Goethes Walpurgisnacht in "Faust. Erster Teil" wird in zahlreichen Illustrationen mit Zitaten Bezug genommen. Mehrfach wird in den Bildern auch die Harzer Sage vom "wilden Mann" verwendet. Unsere Edition versucht die Bebilderung auch in Details zu erläutern, was insbesondere bei den Gutscheinen von Thale-Harz - wo es Bestrebungen gab, den Brocken zu einer "völkischen Kultstätte" (Puschner) zu machen - Schwierigkeiten bereitet. Über Hinweise auf von uns nicht erkannte Bilder oder Bildelemente danken wir.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Goethe-Motive auf Postkarten. Faust und Gretchen Fotopostkarten Serie 5

(München Januar 2018)

Diese Faust/Gretchen-Szenen eines wohl einfachen Fotoateliers, verlegt von der für ihre Massenproduktion von Fotopostkarten bekannten Rotophot-Gesellschaft in Berlin, verzichten auf jegliches Bühnenrequisit, auf den üblichen Hintergrund-Prospekt zur Verortung und Stimmungslenkung des Geschehens, überhaupt auf die Illusion eines Bühnenraums. Die Darsteller stehen nahe beieinander, agieren und reagieren aufeinander mit naiver, sparsamer Gestik und Mimik; etwas 'tumb' bahnt der reife Faust zum ins Gebetbuch versunkenen hübschen jungen Gretchen eine innige Beziehung an. Das Paar präsentiert sich in einem konnotationsfreien, vom Fotografen bei der Entwicklung der Bilder geschaffenen 'Nebel-Raum'; Faust und Gretchen konkretisieren sich erst ab Wadenhöhe aufwärts. Fotografische Inszenierungen literarischer Rollenporträts u.a.m. ohne Ausstattungsaufwand sind preiswert herzustellen. Doch wird die Identifizierung des Paares äußerst leicht gemacht durch Rollenbezeichnung und Zitatedruck auf den Fotos sowie durch die seit den frühen graphischen etc. Illustrationen festgelegte Faust/Gretchen-Ikonographie: mittelalterlich anmutende, historisch jedoch nicht einordnenbare Kostümierung, die Haartracht und die Charakterisierung durch wenige Attribute (Gretchenzopf-Perücke, Gebetbuch, die an langem Hüftgurt baumelnde Beuteltasche für die Utensilien der Hausfrau; für Faust das Barett mit Feder und reichverziertes Hemd und Wams).

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Johann Wolfgang von Goethe. Historienbilder zu seinem Leben
von Hermann Junker

(München Januar 2018)

Das Goethezeitportal veröffentlicht eine 12teilige Serie von Historienbildern zu Goethes Leben, die vom Frankfurter Maler Hermann Junker (1838-1899) entworfen und vom Verlag von Paul Grödel in Frankfurt a.M. auf Bildpostkarten vor 1900 publiziert wurden. Sämtliche Bilder werden wiedergegeben, soweit möglich mit den Texten, Textauszügen oder Textstellen, auf die sich die Illustrationen beziehen. Wo eine genaue Referenz nicht ermittelt werden konnte, wird der Zusammenhang skizziert, auf den Bild und Untertitel verweisen. Ausgewählt hat Junker den "Märchensessel", auf dem die Mutter abends, wenn sie erzählte, zu sitzen pflegte (1); Goethe im Elternhaus als Knabe beim Königsleutnant Thoranc unter den Frankfurter Malern (2); erste Liebe im "Bobbeschänkelche" (3) - ein Bild, das Rätsel aufgibt; Begegnung mit Friederike (4); Abschied von Heidelberg (5); Goethe als Orest in der Aufführung der "Iphigenie" im Ettersburger Wald (6); Verdächtigung als Spion am Gardasee (7); Goethes beherztes und beschwichtigendes Auftreten vor Capri, als das Schiff, das ihn von Messina nach Neapel zurück bringen sollte, zu scheitern drohte (8); Goethe in der "Campagne in Frankreich" (9); Goethe in Schillers Garten in Jena (10); sein Gespräch mit Napoleon in Erfurt (11); Jubelfeier zur 50jährigen Anwesenheit Goethes in Weimar (12). Einige weitere Historienbilder von anderen Künstlern, die einzeln erschienen sind (Eislaufen; Goethe als Kind beim Büchertrödler) befinden sich im Anhang. Beigegeben wird eine Kurzbiographie von Junker. Auf vielfältige Weise regt somit die Seite zur weiterführenden Lektüre in Goethes Autobiographie "Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit", der "Campagne in Frankreich", der "Italienischen Reise" u.a.m. an.

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Empfehlungen der Redaktion

Jan Mende: Karl Friedrich Schinkel und das Schöne im Alltag. Entwürfe für das preußische Kunstgewerbe

(Der Text basiert auf dem Manuskript des Vortrags „Karl Friedrich Schinkel und das Schöne im Alltag“, gehalten am 15. Dezember 2016 vor der Kunstgeschichtlichen Gesellschaft zu Berlin und am 18. Oktober 2017 im Kunstgeschichtlichen Institut in München.)

Karl Friedrich Schinkel hat das Produktdesign des preußischen und insbesondere des Berliner Kunstgewerbes deutlich geprägt. Zu hinterfragen ist, welche programmatischen Beweggründe Schinkel hier antrieben, auf welchen Wegen seine Kreationen Eingang in das Sortiment der einschlägigen Unternehmen fanden und schließlich, welche Breitenwirkung er damit tatsächlich erzielte, nicht zuletzt in Hinsicht auf die frühindustrielle Massenproduktion. Umfangreiche Forschungen zur Tonwarenfabrik Feilner legten jüngst exemplarisch offen, wie Schinkel mit seinem Design das Warensortiment einzelner privatgewerblicher Unternehmen dominierte und wie es diesem Ausnahmekünstler gelang, das zumeist auf den höfischen Kontext zugeschnittene, exklusive Formengut zumindest in Einzelfällen auch in der Breite der Gesellschaft zu verankern: So fand das Modell des profanen Berliner Kachelofens eine geradezu ständeübergreifende Verbreitung bis in die Wohnräume des im Entstehen begriffenen Industrieproletariats hinein. Mit seinem staatlich protegierten, bildungsschweren Designprogramm und in der Berufung auf das überzeitliche Ideal der Antike, hoffte Schinkel, dem ästhetischen Wildwuchs von Frühindustrialisierung und Konsumgesellschaft offensiv entgegentreten zu können. Die harmonisch durchproportionierte Schönheit der Schinkel’schen Produktschöpfungen gründet letztlich auf dem Willen, das Auseinanderstrebende seiner Zeit zusammenzuhalten und fixe Bezugspunkte zu setzen im Strom des beständigen Wandels.

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Inka Knittel und Anton Philipp Knittel: „In deinen Tälern wachte mein Herz mir auf“. Anmerkungen zur literarischen Romantik am Neckar

(Erstdruck: 125 Jahre Museum in Heilbronn. Museo 21 (2004). Veröffentlichungen der Städtischen Museen Heilbronn. Hrsg. im Auftrag der Stadt Heilbronn von Marc Gundel, S. 82-93. Grafik und Layout: gruppe sepia, Heilbronn. Abbildungen: Städtische Museen Heilbronn.)

 

Zwischen den Anfängen einer literarisch romantischen Bewegung am Neckar in Heidelberg und den nur unwesentlich später einsetzenden Bestrebungen des Tübinger Freundeskreises um Justinus Kerner und Ludwig Uhland und ihrem wann auch immer zu terminierenden Ende liege eine große Spannweite mit extremen Unterschieden zwischen den einzelnen Zirkeln. Im Bewusstsein, dass es die Romantik nicht gab, macht es doch Sinn, Stationen romantischer Literatur am und um den Neckar zwischen Heidelberg und Tübingen Revue passieren zu lassen und so die literarische romantische Vielfalt rund um die beiden Universitätsstädte zu skizzieren.

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»Unsere Buch-Tipps für Sie«


Winckelmann im Kreise der Gelehrten

von Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.

Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Bertuch Verlag Weimar, ISBN: 978-3-86397-096-3

Weitere Informationen: http://www.bertuch-verlag.com/472-0-Winckelmann-im-Kreise-der-Gelehrten.html

 

 


»Gedenke zu leben! Wage es, glücklich zu sein!«
oder Goethe und das Glück

von Manfred Osten

»Jeder Trost ist niederträchtig
Und Verzweiflung nur ist Pflicht«

heißt es in einem Versentwurf zum »Faust«.

Goethe selbst aber hat sich gegen Unglück und Verzweiflung zur Wehr gesetzt und im »Wilhelm Meister« dagegengehalten:

»Gedenke zu leben! Wage es, glücklich zu sein!«

 

Manfred Osten zeigt, wie Goethe sich zwischen diesen beiden extremen Polen bewegt hat, und wie er für sich Strategien und Wege fand, glücklich zu sein. Wer glücklich sein will, muss sich das erarbeiten, muss an sich arbeiten. Goethe nannte dies das »Übungsglück« der Mäßigung.

Gleichzeitig beschreibt Osten, wie hellsichtig Goethe seine Zeit und die aufkommende Industrialisierung mit der sie begleitenden Beschleunigung allen Wirkens und Handelns als dem Glück entgegenstehend verstanden hat: »So wenig nun die Dampfwagen zu dämpfen sind, so wenig ist dies auch im Sittlichen möglich: die Lebhaftigkeit des Handels, das Durchrauschen des Papiergeldes, das Anschwellen der Schulden, um Schulden zu bezahlen, das alles sind die ungeheueren Elemente …« Geschrieben hat Goethe das 1825, aber es wird hier eine Brücke zu uns ins 21. Jahrhundert geschlagen, in dem sich scheinbar alles Glück und jedes Leben optimieren läßt.

Verlag: Wallstein Verlag; 120 S., Klappenbroschur, 13,5 x 21,5; ISBN: 978-3-8353-3024-5 (2017)

Weitere Informationen: http://www.wallstein-verlag.de/9783835330245-manfred-osten-gedenke-zu-leben-wage-es-gluecklich-zu-sein.html


Was ist deutsch? Die Suche einer Nation nach sich selbst

von Dieter Borchmeyer

Die Frage «Was ist deutsch?» ist ihrerseits typisch deutsch – keine andere Nation hat so sehr um die eigene Identität gerungen und tut es bis heute. Wie vielfältig und faszinierend die Antworten auf diese Frage im Lauf der Jahrhunderte ausfielen, das zeigt Dieter Borchmeyer: Von Goethe über Wagner bis zu Thomas Mann schildert er, wie der Begriff des Deutschen sich wandelte und immer wieder neue Identitäten hervorbrachte. Er erzählt von einem Land zwischen Weltbürgertum und nationaler Überheblichkeit, vom deutschen Judentum, das unsere Auffassung des Deutschen wesentlich mitgeprägt hat, von der Karriere der Nationalhymne und der deutschesten aller Sehnsüchte: der nach dem Süden. Borchmeyer erklärt, wie gerade die deutsche Provinz – etwa Weimar und Bayreuth – Weltkultur schaffen konnte und was es für Deutschland bedeutet, sich entweder als Staats- oder als Kulturnation zu verstehen.

Dieter Borchmeyer zeichnet ein facettenreiches und eindrückliches Bild des deutschen Nationalcharakters. In einer Zeit der Umbrüche, in der Deutschland wieder einmal seine Rolle sucht, ist diese große Geschichte der deutschen Selbstsuche Spiegelbild und Wegweiser zugleich.

Gebundene Ausgabe: 1056 Seiten
Verlag: Rowohlt Berlin; Auflage: 1 (17. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3871340707
ISBN-13: 978-3871340703
Preis: 39,95 €

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