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Informationen über Goethe und die Kunst und Kultur der Goethezeit

Johann Wolfgang von Goethe
Einblick in sein Leben und Werk


Porträt des jungen Goethe

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war Dichter, Kritiker und Naturforscher. Bis heute ist er die bedeutendste Erscheinung der deutschen Literatur geblieben. Nicht nur während der nach ihm benannten Goethezeit, sondern auch für folgende Generationen war und ist er der Inbegriff kultureller Geistigkeit. 

 

 

 

Eine virtuelle Zeitreise durch das Leben und Werk von Friedrich Schiller

 
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759-1805) war Dichter, Dramatiker, Historiker, Philosoph, Mediziner und Freiheitskämpfer. Sein Freundschaftsbund mit Goethe, der Austausch mit Herder und Wieland bildeten den Beginn der Weimarer Klassik.

 

 

Glanzpunkte im Goethezeitportal


 Jutta Assel und Georg Jäger:
Bilder zu Gedichten von Moritz Graf Strachwitz

(München November 2019)

Das Goethezeitportal publiziert 10 Gedichte des weitgehend vergessenen Moritz Graf von Strachwitz (1822-1847), mit Zeichnungen von Felix Wichert, in Holzschnitt ausgeführt von R. Brend'amour's xylographischer Anstalt. Strachwitz, Spross einer angesehenen Adelsfamilie in Schlesien, studierte die Rechte, quittierte jedoch die Beamtenlaufbahn und führte ein freies, ungebundenes Leben. Mehrmals sprach er sich gegen den "Schacher", das "Philister-" und "Memmenthum" der Gegenwart und für die Werte der heroischen Zeit des Rittertums aus. Strachwitz war ausschließlich Lyriker. Im  literarisch-geselligen "Sonntags-Verein zu Berlin", bekannt  als "Tunnel über der Spree", wurde er in den 1840er Jahren und über seinen Tod hinaus zur "Identifikations-" und "Leitfigur" des Kreises (Weißert). Die bekannteste Würdigung von Strachwitz als Charakter und Balladendichter stammt von Fontane, der einige Zeit, wie er sich erinnert, "einer der Eifrigsten in der Strachwitz Gemeinde" war.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Die Geschichte des Reineke Fuchs für Kinder bearbeitet. Illustriert von Eduard Ille

(München November 2019)

"Wenn heut' man List und Falschheit schilt, / Ist Reineke, der Fuchs, ihr Bild." Das Epos vom schlauen Fuchs, das ins Mittelalter zurück reicht, wurde in der Goethezeit und im 19. Jahrhundert mehrfach bearbeitet, darunter mit großem Erfolg auch von Goethe. Im Münchner Verlag von Braun & Schneider, einem führenden Verlag besonders für populäre Druckgraphik, erschien eine Bearbeitung für Kinder 1872/73  in drei "Münchener Bilderbogen" sowie als "Münchener Bilderbuch", illustriert von Eduard Ille und illuminiert durch die verlagseigene Kolorierungswerkstatt, das hier vollständig wiedergegeben wird. Eduard Ille (1823-1900) war ein führender Mitarbeiter der "Münchener Bilderbogen", von denen er von 1850 bis 1897 71 Nummern illustriert hat, und der "Fliegenden Blätter". Zum Vergleich wird verlinkt mit den gezeichneten Vorlagen einer 1826 publizierten Bilderfolge von Johann Heinrich Ramberg, einem populären Buchillustrator der Goethezeit.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Der faule Heinz und das dumme Katherlieschen. Zwei Märchen aus Grimms Kinder- und Hausmärchen. Mit Zeichnungen von Leopold von Kalckreuth

(München Oktober 2019)

Der Verlag Bruno Cassirer gab in seiner Reihe "Das Märchenbuch" zwei Bände mit Illustrationen von Leopold von Kalckreuth (1855-1928) zu Grimms Kinder- und Hausmärchen heraus. Kalckreuth, zeitgenössisch als "poetischer Realist" charakterisiert, schuf schlichte, locker gezeichnete, teilweise komische Schwarz-Weiss-Illustrationen. Im Folgenden publiziert das Goethezeitportal zwei selten zu lesende Texte über Faulheit und Dummheit: die Märchen vom "faulen Heinz" (KMH 164) sowie vom "Frieder und dem dummen Katherlieschen" (KHM 59). Aus den Anmerkungen der Brüder Grimm geht hervor, dass das Märchen vom dummen Katherlieschen, das die Wünsche ihres Mannes auf groteske Weise wörtlich nimmt, in verschiedenen lokalen Varianten verbreitet war. Auf ihr naiv-fehlerhaftes Verhalten hingewiesen, antwortet die junge Frau: "Friederchen, das habe ich nicht gewusst, hättest mir's sagen müssen."

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Die Pontinischen Sümpfe. Bilder und Texte.
Geschichtslandschaft | Mythologisierung
Stimmungsbilder | Ruinenromantik

(München September 2019)

Ergänzend zu den Motiven aus der Campagna di Roma stellt diese Seite die Pontinischen Sümpfe südlich von Rom bzw. auf dem Weg von Rom nach Neapel vor. Lexikoneinträge erklären die geologischen Gegebenheiten, die zur Bildung der Sümpfe führten, und weisen hin auf die Geschichte der in der Antike einst blühenden Region, die vergeblichen Versuche der Trockenlegung des Sumpfgeländes und die Gefahr der Ansteckung mit Malaria. Der Schwerpunkt liegt auf den Überformungen durch "neue signifikatorische Akte" (Hartmut Böhme), die den Pontinischen Sümpfen eigene Bedeutungen verleihen. So erinnert Friedrich Sickler bei seinen Studienreisen antike Geschichte und Mythologie. In Gregorovius, der von Rom aus die Meeresküste entlang nach Süden wanderte, lösten die Sümpfe mit ihrem Urwald und den  halbwilden Büffelherden eine "Stimmung vollkommen mythologischer Natur" aus, die ihn an die Indianer Nordamerikas erinnerte. Ähnlich erging es dem Schriftsteller Grabein, der bei seinen Wanderungen die Campagnabüffel und ihre Hirten studierte. Mit dem Ölbild "Die Pontinischen Sümpfe bei Sonnenuntergang (1848, Erstfassung 1839) führt August Kopisch vor, wie sich die Landschaft bei Sonnenuntergang mit ihren Beleuchtungs- und Spiegeleffekten zu einem Stimmungsbild gestaltet. Stimmungsbilder wurden zu einer Spezialität des spanische Malers Enrique Serra (1859-1918). Wir zeigen einige freie Kompositionen von Fragmenten antiker Bauten und Skulpturen aus den Pontinischen Sümpfen, die halb versunken und überwuchert von einer üppigen, oft blühenden Vegetation und trotz ihrer meist kräftigen Farben Sinnbilder der Vergänglichkeit der menschlichen Kultur sind. Zur Gattung der "künstlichen Ruinen", die ihren Motiven nach den Stimmungsbildern aus den Pontinischen Sümpfen entsprechen, gehört die "Römische Ruine" im Park von Schönbrunn (erbaut 1778, gemalt von Ferdinand Georg Waldmüller 1832): ein dem Schein nach im Wasser versinkendes Bauwerk mit einer antiken Figurengruppe, eingebunden in die umgebende Natur.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Die Illustrationen von August von Kreling zu Goethes "Faust" im Verlag von Walter Seifert

(München Juli 2019)

Der Bildhauer und Maler August von Kreling (1819-1876) entwarf einen Zyklus von Kompositionen zu Goethes "Faust", der in unterschiedlichen Medien ─ im Buch, in Mappen, auf Postkarten und als Einzelblätter – weit verbreitet wurde. Auf einer früheren Seite des  Goethezeitportals wurde  die Popularisierung dieser Bilder durch mehrere Postkartenserien unterschiedlicher Verlage belegt; auf der vorliegenden Seite wird die vollständige Folge von 12 Bildern aus dem 1905 gegründeten Stuttgarter Verlag von Walter Seifert vorgestellt. Der Zyklus erschien um 1912 in der Reihe "Klassische Kunst" als einfache Flügelmappe mit Blättern auf billigem Papier. Im Unterschied zu Prachtwerken sollte dieses  Format mit illustrierten Texten von Homer, Dante und Goethe ein breites Publikum erreichen.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: Neapel. Volksleben Folge III. Dolce far niente

(München Juli 2019)

Die vierte und abschließende Seite zum Volksleben in Neapel dokumentiert, wie Goethe durch genaue Beobachtungen vor Ort die "nordische", aufklärerische und protestantische negative Beurteilung der Stadt und ihrer einfachen, scheinbar nach dem Motto "dolce far niente" lebenden Bewohner widerlegt, die z.B. auch der von ihm ansonsten geschätzte Reiseführer von J. J. Volkmann verbreitet. Weitere, dem "einfachen Volk" gewidmete Schwerpunkte bilden Herstellung, Kochen und Essen der neapolitanischen Nationalspeise der Maccaroni sowie anderer Speisen und Getränke auf den offenen Straßenmärkten. Von A. v. Kotzebue wird ferner als "reiche Quelle der Nahrung die unendliche Menge und Verschiedenheit der Seefische" gerühmt, "die gekocht, gebraten und roh auf den Straßen verkauft und verzehrt werden" u.v.m. Von dem Reiseschriftsteller Wilhelm von Lüdemann stammt die abschließende Gegenüberstellung von Neapel und Rom: "Neapel ist der reizende Körper – Rom der sinnende Geist, die fühlende Seele Italiens."

   Folge IV: Dolce far niente

 



 Jutta Assel und Georg Jäger:
Goethes "Hermann und Dorothea" in Illustrationen von Benjamin Vautier

(München Juni 2019)

Die Bilder zum idyllischen Epos "Hermann und Dorothea" bilden einen Schwerpunkt unter den Illustrationen zu Goethes Werken. Im Folgenden werden die 19 Holzschnitte nach Zeichnungen von Vautier in einem Reprint der Ausgabe von 1869 wiedergegebenen. Benjamin Vautier (1829-1898) gehört der Düsseldorfer Schule an und war erfolgreich mit seinen Genrebildern aus dem bäuerlichen Leben. Zu Studienzwecken bereiste er dafür den Schwarzwald, die Innerschweiz und das Berner Oberland. Illustriert hat Vautier außer Goethes "Hermann und Dorothea" auch Auerbachs "Barfüßele" und Immermanns "Oberhof" , zwei zeitgenössisch vielgelesene Erzählungen. Die Seite stellt Vautier in einer Kurzbiographie vor und gibt Hinweise zu den reproduzierenden Künstlern, den Holzstechern und Xylographischen Anstalten, welche die Zeichnungen in Holzschnitten umsetzten.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Goethes "Hermann und Dorothea" in Illustrationen von Ernst Bosch

(München Mai 2019)

"Hermann und Dorothea", 1796/97 entstanden und 1798 publiziert, ist eine "idyllisch-epische" Dichtung in Hexametern, deren neun Gesänge nach den Musen benannt sind. Die Handlung spielt in einem rechtsrheinischen Städtchen und schildert einen Flüchtlingszug aus Frankreich im Gefolge der Revolutionswirren. Am 5. Dezember 1796 schreibt Goethe an Heinrich Meyer: "Ich habe das reine Menschliche der Existenz einer kleinen deutschen Stadt in dem epischen Tiegel von seinen Schlacken abzuscheiden gesucht und zugleich die großen Bewegungen und Veränderungen des Welttheaters aus einem kleinen Spiegel zurück zu werfen getrachtet." Die Handlung spielt unter den Honoratioren des Ortes – dem begüterten Wirtsehepaar zum Goldenen Löwen, dem Apotheker und Pfarrer – und hat zum Mittelpunkt die Brautwahl. Hermann, der Sohn der Wirtsleute, und das Flüchtlingsmädchen, die ebenso schöne wie tüchtige und mutige Dorothea, werden ein Paar. Im 19. Jahrhundert wurde die Dichtung überaus hoch geschätzt, weil sie bürgerliche Lebensvorstellungen und Geschlechterstereotypien, nicht ohne Ironie von Seiten des Erzählers, in klassischer Form gestaltet.

Von den zahlreichen Illustrationen, die das Werk erfuhr, hat das Goethezeitportal bereits mehrere publiziert. Hier folgen die Bilder des Düsseldorfer Malers, Zeichners und Grafikers Ernst Bosch (1834-1917), der eine Reihe literarische Werke illustrierte. Populär wurde er durch diese Zeichnungen, die als Radierungen oder Holzstiche in Familienzeitschriften wie der "Gartenlaube" und "Daheim" erschienen. Wiedergegeben wird der gesamte Text und der Bericht des Altertumskundlers Karl August Böttiger, der von zwei Lesungen Goethes 1796 und 1797, also in der Entstehungszeit des Werkes, berichtet, es kommentiert und würdigt.

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Die Weimarer Klassik

Aus dem Jugendprojekt

Ruth Mirtes: Goethe und die Weimarer Klassik

Frisch aus dem Ei geschlüpft sind bei uns die neuen Informationsseiten über die Weimarer Klassik im Jugendprojekt. An dieser Stelle 1000 Dank an die Deutsch-Lehrerin Ruth Mirtes für den lebendigen und informationsreichen Text! Wir finden den Beitrag richtig gut zu lesen und mal nicht so trocken, wie es leider ja oft in Sekundärliteratur der Fall ist. Überzeugt Euch am besten selbst gleich auf den Seiten über "Goethe und die Weimarer Klassik".

Um uns der Weimarer Klassik zu nähern, müssen wir das thüringische Städtchen zunächst einmal verlassen. Zusammen mit Goethe brechen wir nach Italien auf und spazieren zuweilen neben ihm, wenn er dort, unter der Sonne des Südens, zum Klassiker wird....

Zur Mignon-Serie Folge II  Zum Beitrag

 

 

Empfehlungen der Redaktion

Uwe Japp: Amor / Roma. Goethes Liebeskonzeption in den Römischen Elegien

In der vorliegenden Studie zu Goethes Liebeskonzeption in den Römischen Elegien wird einleitend die in der Forschung wiederholt exponierte Einheit des ‚Ganzen‘ erörtert, die Frage der Gattung bedacht und (natürlich) die Form der Liebeskonzeption vorgestellt. Dazu wird zunächst zwischen einem emphatischen und einem abgesenkten Liebesbegriff unterschieden, bis dann am Schluss die Differenz zwischen konventioneller, freier und absoluter Liebe betont wird. Zwischen Anfang und Ende der Studie wird der Versuch unternommen, den einzelnen Gedichten des Zyklus eine jeweilige ‚Figur‘ zuzuordnen, wie das sowohl in der Tradition der Rhetorik als auch in den Fragments d’un discours amoureux von Roland Barthes (modellhaft) geschieht.

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Uwe Japp: Das ‚mannigfaltige Weltleben‘ in Achim von Arnims Schaubühne


Der vorliegende Aufsatz unternimmt es, das von Arnim selbst herausgestellte ‚mannigfache Weltleben‘ in den 1813 unter dem Titel Schaubühne I erschienenen Dramen näher zu bestimmen. Dies geschieht vor allem in Hinsicht auf die eklatante generische Vielfalt, die bereits darin zum Ausdruck kommt, dass alle Texte der Schaubühne I eine andere Gattungsbezeichnung mit sich führen. Besonderes Interesse wird den Geschichts-Dramen, der Lustspiel-Konzeption und dem Trauerspiel gewidmet. Es leuchtet ein, dass politische Aspekte (insbesondere solche, die mit Macht und Gewalt zu tun haben) in den Geschichts-Dramen und dem Trauerspiel vorherrschen, während das Lustspiel von Fall zu Fall der parabatischen Subversion Raum gibt. Einige Dramen Arnims sind historisch grundiert, bleiben aber gleichwohl für das Eindringen des Phantastischen und auch des Wunderbaren offen. Wie immer, wenn von Arnims Dramen die Rede ist, spielt auch die Frage der Spielbarkeit eine Rolle.

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Uwe Japp: Die Reflexion der Erzählung. Entwurf und Durchführung der Rahmenhandlung in E.T.A. Hoffmanns Die Serapions-Brüder


Der vorliegende Aufsatz erörtert die Rahmenhandlung in E.T.A. Hoffmanns Serapions-Brüdern als Form, in der die Erzählung (und das Erzählen) reflektiert wird. Hierfür gibt es ein eigenes Personal, das von dem Personal der Erzählungen zu unterscheiden ist, wie auch von dem Erzähler, der über dem Ganzen ‚schwebt‘. Die Rahmenhandlung in Hoffmanns Sammlung dient u.a. dazu, ein poetologisches Prinzip zu installieren, das es erlaubt, sowohl die Hervorbringung als auch die Kritik der Erzählungen (im Sinne der Serapions-Brüder) anzuleiten. Die Weite des Horizonts in Hoffmanns Zyklus wird einerseits durch die Kategorie der „Gemütlichkeit“ und andererseits durch den Blick in verschiedene „Abgründe“ bezeichnet.

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