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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Informationen über Goethe und die Kunst und Kultur der Goethezeit

Johann Wolfgang von Goethe
Einblick in sein Leben und Werk


Porträt des jungen Goethe

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war Dichter, Kritiker und Naturforscher. Bis heute ist er die bedeutendste Erscheinung der deutschen Literatur geblieben. Nicht nur während der nach ihm benannten Goethezeit, sondern auch für folgende Generationen war und ist er der Inbegriff kultureller Geistigkeit. 

 

 

 

Eine virtuelle Zeitreise durch das Leben und Werk von Friedrich Schiller

 
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759-1805) war Dichter, Dramatiker, Historiker, Philosoph, Mediziner und Freiheitskämpfer. Sein Freundschaftsbund mit Goethe, der Austausch mit Herder und Wieland bildeten den Beginn der Weimarer Klassik.

 

 

Glanzpunkte im Goethezeitportal


 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Der Mond Teil II. Mondgedichte und Bildpostkarten

(München August 2018)

"Mondsüchtig" sind Empfindsamkeit und Romantik, wie die erste Folge von Bildern und Texten mit Mondmotiven belegt. Doch zieht sich die Mondbegeisterung durch das gesamte lyrische Schaffen des 19. Jahrhunderts. Der Bilderschatz und die Motive aus der Zeit von Klopstock bis Tieck - an welche die zweite Folge anknüpft - werden aus- und umgestaltet und dabei oft witzig variiert. Einige Beispiele sollen dies verdeutlichen. ─ Tiecks hier wiedergegebene Glosse „Mondbeglänzte Zaubernacht“ wurde zum Inbegriff der Romantik. "Das Zauberische, dämmerhaft Unfaßbare, märchenhaft Alte ist romantisches Kunstprinzip. Die Dichtung ist die Welt der Mondnacht, dem Tag und seiner hellen, umgrenzten Wirklichkeit entgegengesetzt." (Spinner) Es ist "Lunas Zauberschein," des Mondes "Zauberlicht," das die Welt verändert. "Phantasein und Traumgestalten" (Miller) umgaukeln den Menschen bei Nacht. Im "Mondenreich," so dichtet Schönaich-Carolath, liegt "der See der Träume." ─ Als "Gedankenfreund" (Klopstock, Gleim) regt der Mond Erinnerungen und Gedanken an; er wird zum Freund und Vertrauten, dem man Empfindungen wie den Schmerz über die ferne oder verlorene Liebste gesteht. ─ Dabei wird der vermenschlichte Mond unterschiedlich konnotiert. Zum einen ist der Mond eine "Liebessonne" (Glaßbrenner), die "von viel tausend rothen Küssen" zu erzählen weiß, "die er in den Thalen sieht" (Geibel); beneidet wird er um das Privileg, in seinem Licht durchs nächtliche Fenster die Geliebte ohne alle Hüllen zu sehen. Darum fordern Liebhaber den Mond auf, sich beim Stelldichein zu verbergen und zu verhüllen, sich hinter Wolken zu verstecken (Koch). Zum anderen sprechen Gedichte von "des Mondes Einsamkeit" (Tieck), Lingg nennt ihn den "stolzen Stern der Einsamkeit". Der "Silbermond im Blau" (Rückert) hat nur die Sterne, seine "Schäfchen,".die er als Hirte auf "blauer Flur" hütet. Wo Liebesbeziehungen des Mondes angedeutet werden, bleiben sie unerfüllt oder enden tragisch. Die "schöne Morgenröthe", dichtet Lingg, schlief "beim bleichen Mondenschein" - um nach Anbruch des Morgens "den bleichen Liebling todt" zu sehen. ─ Die 28 Gedichte werden von 48 Bildern auf (Foto)Postkarten begleitet, die literarische Motive aufgreifen, aber auch um das zentrale Thema "Mädchen im Mondenschein" eine eigene Fotopostkarten-Poesie entfalten. Leser und Beschauer sind aufgefordert, die vielfältigen Beziehungen zwischen literarischen und bildlichen, hoch- und popularkulturellen Ausformungen der Mondbegeisterung zu entdecken.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Illustriert von Ignaz Taschner

(München Juli 2018)

In dem seit 1874 in Wien ansässigen Verlag von Martin Gerlach erschien seit 1901 die kleinformatige, ansprechend gestaltete Reihe "Gerlach's Jugendbücherei" mit dem Schulmann Hans Fraungruber als Redakteur und Künstlern der jüngeren Generation als Illustratoren, deren einige - wie Ignatius Taschner - aus München waren. Auf den Wiener Secessionsstil - und damit wohl auf Vorgaben des Verlegers - verweisen das quadratische Format, der streng flächige kreisrunde Linien-Pflanzen-Dekor auf dem vorderen Einband und das Vorsatzpapier, welches ähnlich im zeitgleich erschienenen Bändchen mit Illustrationen von A. Weisgerber verwendet wurde. Ignatius Taschner (1871-1913) entwarf für den Verleger Gerlach bereits seit Ende der 1890er Jahre Blätter für dessen ambitionierte Sammlung "Allegorien und Embleme" (Neue Folge). Von seinen Illustrationen zu Märchen der Gebrüder Grimm publiziert das Goethezeitportal eine Auswahl: "Das tapfere Schneiderlein", "Der Eisenhans" und "Der Mond".

Taschners reiche Bebilderung zeigt vielfältige Formate, Stil- und Technikvariationen: kleinformatige, oft karikaturenhafte Schattenriss-Bildchen oder Friese u. ä. im Jugendstil wechseln mit realistisch-holzschnittartigen oder dekorativen flächig-stilisierten grotesken Kompositionen auf Vollbildern, die auch durch starke Perspektiv- und Größensprünge überraschen. Die Farbigkeit bleibt meist zurückhaltend und sparsam und ist für Märchen oft erstaunlich düster. Der Plastiker Ignatius Taschner, wenig später Mitarbeiter der "Jugend" und nachgefragter Graphiker und Illustrator (z.B. von Ludwig Thoma), erprobte hier wohl die Ausdrucksmöglichkeiten von Illustrationsstil und -technik und findet bei den farbigen Bildern zum "Mond", dem letzten Märchen, zu einer überzeugenden Lösung.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: Umrisse zu Schillers Wilhelm Tell.
Erfunden und auf Stein gezeichnet von Carl Oesterley

(München Juni 2018)

Carl Oesterley (1805-1891) gehört zu den 'Wissenschaftskünstlern' der Romantik, die ihr künstlerisches Arbeiten mit kunsthistorischer Forschung und ästhetischer Reflexion verbunden haben. Er promovierte 1824, habilitierte sich 1829 und übernahm an der Universität Göttingen eine Professur für Kunstgeschichte. Seine künstlerische Ausbildung erhielt Oesterley an der Dresdner Akademie. Während seines Italienaufenthalt 1824-28 befreundete er sich mit Joseph Führich und verkehrte im Kreis der Deutschrömer. Bekannt wurde er vor allem durch seine Porträts, Historien- und Altarbilder sowie durch Umrisszeichnungen. 150 Umrisszeichnungen nach Antiken verfertigte er für das von Carl Otfried Müller herausgegebene Tafelwerk "Denkmäler der alten Kunst", das in Heften von 1832 bis 1844 erschien. Unter seinen Illustrationen (zu Goethe, Schiller, Uhland u.a.) sind die 12 Umriss-Lithographien zu Schillers "Wilhelm Tell" das umfänglichste Werk. Um bei der Betrachtung der Illustrationen den Gesichtspunkt zu bezeichnen, von dem er beim Entwerfen derselben ausgegangen war, fügte Oesterley als Einleitung eine ästhetische Reflexion bei. Den "Cyklus von Compositionen" vergleicht er darin mit einer Oper, wobei das Titelbild der Ouvertüre entspricht. Beide sollen "allgemeine Stimmungen der Seele" hervorrufen und einen "Totaleindruck des Ganzen" verschaffen. In diesem Sinn stellt das Titelblatt zum "Wilhelm Tell" den "Sieg der Freiheit über die Tyrannei" dar. Der göttliche Wille, in dem Engel personifiziert, "äussert sich am schönsten in dem geistigen und materiellen Lichte; als solches erleuchtet die Sonne im Aufgehen von neuem die frei gewordene Schweiz. Das Unreine, Sündhafte, Materielle, muss vor der Macht des Lichtes weichen, und in den Schooss der Nacht, aus dem es hervorging, zurücksinken. [...] Eine Brücke über die Reus, welche die reine Regenbogenform, als Symbol der Versöhnung zwischen dem Leichten und dem Schweren, dem Guten und Bösen hat, bildet die Pforte des Paradieses der Schweiz, welches der Engel mit dem Flammberge schirmend bewacht. Auf dieser Brücke ruht Tell [...] in der Umarmung seiner Frau und Kinder aus."

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Maikäfer flieg ... Pfingsten Folge 4

(München Mai 2018)

Die vierte Folge von Pfingstbildern und Pfingsttexten ist dem Maikäfer gewidmet, einem festen Bestandteil der  Pfingstikonographie. Im Mittelpunkt der Texte steht das auch heute noch bekannte Maikäferlied: "Maikäfer flieg'!  / Der Vater ist im Krieg, / Die Mutter ist in Pommerland. / Pommerland ist abgebrannt. / Maikäfer flieg'!"

Das 1800 zum ersten Mal gedruckte und 1806 in Arnims und Brentanos Sammlung "Des Knaben Wunderhorn" aufgenommene Lied, dessen Herkunft und Textgestalt in vielen Punkten strittig oder unbekannt ist, wurde in zahlreichen Varianten überliefert. Da das Maikäferlied zur selben Melodie wie das Einschlaflied "Schlaf Kindlein, schlaf!" gesungen wird, kommt es zudem zu einem Widerspruch zwischen der eingängigen wiegenden Melodie und dem Text, der von Krieg und Brand(schatzung) spricht. Heute wird das Maikäferlied meist auf Flucht und Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und auf die aktuellen Kriege, etwa in Afghanistan und Syrien bezogen. Wie widersprüchlich die Diskurse sind, die sich dieses Liedes bedienen, belegt seine Nutzung zu Propagandazwecken: Da wird das eine Mal gegen Heiden bzw. Türken und Juden gehetzt ("D'Judde kumme / D'Heide kumme"), ein anderes Mal ist von den Führern der badischen Revolution von 1848, Hecker und Struve, die eine Republik errichten wollten, die Rede. Die Seite zeigt auch auf, in welch unterschiedlichen Zusammenhängen von Maikäfern die Rede ist: Da sind zum einen die belehrenden Texte über den Käfer, seine Arten und sein Lebenszyklus; die Spiele der Kinder mit den gesammelten bizarren "Krabblern und Fliegern"; die Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, die er als Engerling und als Käfer anrichtet, sowie die Möglichkeiten seiner Vernichtung und Verwertung. Als probates Mittel wird das organisierte Abschütteln und Einsammeln der Käfer, am besten durch Kinder, empfohlen, zugleich aber vor "zwecklosen Quälereien und grausamen Spielereien" unter den "Händen junger Thierquäler" gewarnt. Unter den Möglichkeiten, Maikäfer zu verwerten (Futter für Schweine, Geflügel und Fische; Düngemittel; Arzneimittel; Gewinnung von Öl u.a.m.) wird die Maikäfersuppe als Delikatesse angepriesen. Somit verdeutlicht diese Seite die vielfältige Rede über Maikäfer und deren diskursive Verschränkungen.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: Girgenti, das antike Agrigent, in alten Bildern und Reisebeschreibungen

(München Mai 2018)

Mit Christoph Heinrich Kniep, den er als Zeichner engagiert hatte, besuchte Goethe im April 1787 Girgenti und die Überreste des antiken Agrigent. In seinen Aufzeichnungen erstaunt auch hier die Breite der Interessen und die Neugierde Goethes. Was die Zeugnisse der Antike auf Sizilien betrifft, meint Goethe, lernen zu müssen. Als seinen "Mentor" preist er den "trefflichen von Riedesel," einen Freund und Schüler Winckelmanns, dessen Büchlein ("Mein Reise durch Sicilien und Großgriechenland," 1771) er "wie ein Brevier oder Talisman" am Busen trage. Es ist nicht nur das Tal der Tempel, Ziel der Touristen, über das er sich kundig macht; einen Kunstgenuss bereitet ihn beispielsweise auch der von Riedesel aufs höchste gelobte sog. Phädrasarkophag. Nicht minder als Tempel und antike Kunstwerke beschäftigen ihn Geologie und Landwirtschaft: Was wird angebaut (z.B. Puffbohnen; "Tumenia," eine Art Sommerkorn), auf welche Weise und in welcher Folge? Obschon Sizilien als Kornkammer galt, findet Goethe in Girgenti nicht die erwarteten Weizenfelder. Also macht er sich auf ins Landesinnere, wo er "Weizenstriche" findet, die einen "anschaulichen Begriff" geben, wie Sizilien den "Ehrennamen einer Kornkammer Italiens" erhalten konnte. In der privaten Unterkunft in Girgenti ─ ein Gasthaus gibt es nicht ─ werden Nudeln gefertigt. Wie genau das geschieht, um beste Qualität zu erhalten, kann man bei Goethe nachlesen.

Auszüge aus sieben Reisebeschreibungen, die von 1771 bis 1864 publiziert wurden, entwerfen ein facettenreiches Bild von Land und Leuten ─ beginnend mit den auch von Goethe thematisierten Umständen des Reisens und einem Gesamteindruck des heutigen Girgenti ("ein unbeschreiblich elender und schmutziger Ort", Tommasini) und der "Trümmerstätte" des antiken Agrigent mit dem Tal der Tempel: "Sizilien wäre einer Reise werth, wenn es auch nichts anders aufzuweisen hätte, als die Ruine des Concordientempels [!] und die Gegend des alten Agrigent" (Graß). Der Concordiatempel, "eines der schönsten und beinah völlig erhaltenes Monument des Altertums" (Bartels), und der Herkulestempel ("Menschenhände verfertigten gewiß nie ein edeleres Werk", Bartels) werden besonders hervorgehoben. Einen eigenen Reiz entfaltet die weite, von der Natur überwucherte "Trümmerstätte" mit "Spuren von alten Bauwerken, Grundmauern, Ziegel und dergleichen" (Parthey), umgeben "von wild verwachsenem Gesträuch" (Kephalides). Die Reisenden berichten ausführlich über die Ausgrabungen und suchen anhand der Befunde ein Bild des antiken Agrigent und seiner Tempel zu gewinnen.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: Franz Graf von Pocci:
Frühlings-Laube für gute Kinder

(München April 2018)

Franz Graf von Pocci, der unter König Ludwig I. von Bayern, mit dem er befreundet war, und dessen Nachfolger König Ludwig II. mehrere Hofämter bekleidete, war ein produktiver Schriftsteller, Illustrator und Komponist. Er wandte sich nicht nur an die Gebildeten, sondern sprach das breite Volk und insbesondere Kinder an. So auch in der "Frühlings-Laube für gute Kinder" (1852), aus der wir eine Auswahl von Texten und deren ganzseitige Illustrationen publizieren. Darunter finden sich religiöse Themen, Sagen und "Mährlein" (Blaubart, Hubertus), Gedichte auf die Jahreszeiten und die ihnen angepassten Kinderspiele. So erzählt der "Wintermann", der den Weihnachtsbaum bei sich hat, einigen Kindern Märchen, während andere ein Schattenspiel anschauen. Es fehlen nicht Texte zur christlichen Erbauung und Ermahnungen zur Mildtätigkeit ("Der Blinde", "Das Waisenkind") – also ein bunter Strauß von Motiven und Stoffen. Wie aber kam Pocci zu dem kleinen Frankfurter Verlag C. B. Lizius? Carl Bernhard Lizius war ein revolutionärer Burschenschaftler, bevor er als Geheimagent im Dienste der Reaktion liberale und sozialistische Oppositionelle ausspionierte. Dass seine in München ansässige Schwester eine Schönheit im Geschmack von König Ludwig I. war und für dessen "Schönheitengalerie" Portrait saß, könnte die Verbindung des Hofmannes Pocci zum Verlag ihres Bruders erklären.

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Empfehlungen der Redaktion

Nicole Pohl: “In der freisten Luft” (Goethe). Offenbach under the Reign of Wolfgang Ernst II Fürst von Isenburg

Offenbach had traditionally always attracted the citizens of Frankfurt as a popular summer and retirement resort. Prominent bourgeois and aristocratic Frankfurt families such as Goethe, Brentano, d'Orville and Bernard resided there and mingled there during Wolfgang Ernst's reign. Sophie von La Roche's literary salon ('Grillenhütte') in Offenbach hosted Katherina von Goethe, Juliane von Krüdener, Amalie Fürstin von Gallitzin  and Mme de Stael. This article will explore how Offenbach functioned as a resonance chamber for modern social, political and mercantile ideas during the second half of the 18th century, which was cut short finally by Napoleon.

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Jan Mende: Karl Friedrich Schinkel und das Schöne im Alltag. Entwürfe für das preußische Kunstgewerbe

(Der Text basiert auf dem Manuskript des Vortrags „Karl Friedrich Schinkel und das Schöne im Alltag“, gehalten am 15. Dezember 2016 vor der Kunstgeschichtlichen Gesellschaft zu Berlin und am 18. Oktober 2017 im Kunstgeschichtlichen Institut in München.)

Karl Friedrich Schinkel hat das Produktdesign des preußischen und insbesondere des Berliner Kunstgewerbes deutlich geprägt. Zu hinterfragen ist, welche programmatischen Beweggründe Schinkel hier antrieben, auf welchen Wegen seine Kreationen Eingang in das Sortiment der einschlägigen Unternehmen fanden und schließlich, welche Breitenwirkung er damit tatsächlich erzielte, nicht zuletzt in Hinsicht auf die frühindustrielle Massenproduktion. Umfangreiche Forschungen zur Tonwarenfabrik Feilner legten jüngst exemplarisch offen, wie Schinkel mit seinem Design das Warensortiment einzelner privatgewerblicher Unternehmen dominierte und wie es diesem Ausnahmekünstler gelang, das zumeist auf den höfischen Kontext zugeschnittene, exklusive Formengut zumindest in Einzelfällen auch in der Breite der Gesellschaft zu verankern: So fand das Modell des profanen Berliner Kachelofens eine geradezu ständeübergreifende Verbreitung bis in die Wohnräume des im Entstehen begriffenen Industrieproletariats hinein. Mit seinem staatlich protegierten, bildungsschweren Designprogramm und in der Berufung auf das überzeitliche Ideal der Antike, hoffte Schinkel, dem ästhetischen Wildwuchs von Frühindustrialisierung und Konsumgesellschaft offensiv entgegentreten zu können. Die harmonisch durchproportionierte Schönheit der Schinkel’schen Produktschöpfungen gründet letztlich auf dem Willen, das Auseinanderstrebende seiner Zeit zusammenzuhalten und fixe Bezugspunkte zu setzen im Strom des beständigen Wandels.

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