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Nachruf Jutta Assel

Am 11. November 2020 ist Frau Jutta Assel mit 76 Jahren verstorben.

Mit einem phänomenalen Bildgedächtnis begabt, hat sie viele Jahre gemeinsam mit uns die meisten HTML-Seiten des Goethezeitportals konzipiert sowie mit Bildern und Texten ausgestaltet. Sie war eine Kennerin und Sammlerin besonders der Goethezeit und des langen 19. Jahrhunderts, aber auch der Avantgarden. Die Fülle und Qualität ihrer Bibliothek und ihrer Grafiksammlung, von denen das Goethezeitportal profitierte, wurde uns erst jetzt, als wir ihren Nachlass ordneten, voll bewusst. Ihre Interessen erstreckten sich nicht nur auf die hohe Kunst (sie war eine Kennerin der Nazarener, insbesondere eine Liebhaberin ihrer Zeichnungen), sondern wurde auch eine Kennerin der Volkskunst und Gebrauchsgrafik – auch aus diesen Sammlungen fanden viele Stücke ins Goethezeitportal.
 
Obschon sie ein Eckpfeiler des Internetportals war, blieb sie ein Kind der Druckkultur. Offensichtlich wurde dies sprachlich und stilistisch in den Korrekturen, mit denen sie viele, wenn nicht die meisten unserer Texte verbesserte. Zuletzt, als sie  zumeist liegend arbeiten musste, versah sie unsere Ausdrucke mit kleinen handschriftlichen Randnotizen, oft an die Texte geklebt, und auch längeren Korrekturen zwischen den Zeilen. Da finden sich Worte und Wendungen, ja Satzzeichen (z.B. Strichpunkte), deren Gebrauch der digital sozialisierten Generation fremd geworden sind.

Mit ihrem Tod wird sich im Goethezeitportal vieles ändern. Wir werden erst jetzt gewahr, was sie für unser Projekt bedeutete, das auch das ihre wurde. (Georg Jäger)

 

 

 

Informationen über Goethe und die Kunst und Kultur der Goethezeit

Johann Wolfgang von Goethe
Einblick in sein Leben und Werk


Porträt des jungen Goethe

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war Dichter, Kritiker und Naturforscher. Bis heute ist er die bedeutendste Erscheinung der deutschen Literatur geblieben. Nicht nur während der nach ihm benannten Goethezeit, sondern auch für folgende Generationen war und ist er der Inbegriff kultureller Geistigkeit. 

 

 

 

Eine virtuelle Zeitreise durch das Leben und Werk von Friedrich Schiller

 
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759-1805) war Dichter, Dramatiker, Historiker, Philosoph, Mediziner und Freiheitskämpfer. Sein Freundschaftsbund mit Goethe, der Austausch mit Herder und Wieland bildeten den Beginn der Weimarer Klassik.

 

 

Glanzpunkte im Goethezeitportal


 Jutta Assel und Georg Jäger:
Illustrationen von Luise von Breitschwert zu Mörikes "Stuttgarter Hutzelmännlein"

(München Februar 2021)

Das Goethezeitportal veröffentlicht die 47 Scherenschnitte von Luise von Breitschwert (1833-1917) zu Mörikes "Stuttgarter Hutzelmännlein." Ihre Stärke lag im Ausschneiden von Köpfen, mit denen sie eine Silhouettengalerie schwäbischer Persönlichkeiten schuf. Die Schnitte zu Mörikes Märchen vom Hutzelmännlein blieben ihre einzige umfangreiche Illustrationsarbeit. Sie wurde von Mörike mit den folgenden Versen gewürdigt: "O eine kleine Welt voll Leben! Kenn ich sie? / Den schwachen Umriß jener Träume, wie? / So konntest Du ihn fassen, halten, schärfen? / Sie müssen leibhaft sein! nun zweifl ich selber nicht, / Da sie, bestrahlt von Deinem Licht, / Entschiedne, holde Schatten werfen." Wir stellen die Künstlerin vor, die keine  akademische Ausbildung erhielt, und geben ein Beispiel ihrer 'Schwabenköpfe'. Die Scherenschnitte reproduzieren wir nach der ersten vollständigen Veröffentlichung durch den Schwäbischen Schillerverein, die von Otto Güntter (1858-1949), Direktor des Schiller Nationalmuseums, 1932 besorgt wurde. Zum Verständnis der Illustrationen fügen wir den jeweiligen Textausschnitt hinzu, auf den sie sich beziehen. Zahlreiche Scherenschnitte sind "auf einen mit der Feder gezeichneten Hintergrund aufgesetzt." Durch Vertiefungen auf der Rückseite ihres Ausschnitts arbeitete die Künstlerin zudem Einzelheiten innerhalb des Umrisses heraus (Güntter).

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Moritz von Schwind: Liebeslieder der Völker. Nationalcharaktere in Bild und Wort

(München Dezember 2020)

Zu Neujahr 2021 publiziert das Goethezeitportal 12 "Liebeslieder der Völker" in Text und Bild. Jede Nation oder jedes Volk wird auf humorvolle, karikierende oder satirische Weise durch ein Bild mit darauf bezogenen Versen charakterisiert. Die Zeichnungen für die Holzschnittserie stammen von Moritz von Schwind (1804-1871), einem führenden Künstler der Spätromantik. Sie erschienen 1848 in den "Fliegenden Blättern" (1844-1944), einem "Kompendium humoristischer Zeitkritik". "Als gleichermaßen künstlerisch wie drucktechnisch bedeutend gelten die "Fliegenden Blätter" durch die hohe Qualität ihrer Bebilderung unter Beteiligung namhafter Künstler wie Wilhelm Busch, Franz Graf von Pocci, Carl Spitzweg u.a.m. (Zitate aus der Einführung in diese Edition).

Am Beispiel von Liebe und Ehe wird der Charakter einer Nation oder eines Volkes dargestellt. Das fängt an bei körperlichen Schönheitsidealen, Sprache bzw. Dialekt und Kleidung bzw. Trachten und setzt sich fort mit der Verwendung typischer Szenen einer Kultur. Um den Volkscharakter herauszuarbeiten, wird auf das jeweilige Brauchtum und herrschende Sitten zurückgegriffen. Besonders deutlich werden Nationalcharaktere bei Vergleichen, wie sie diese Seite ermöglicht.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Alfred Rethel: Auch ein Totentanz

(München Dezember 2020)

Von dem Historienmaler Alfred Rethel (1818-1859) veröffentlicht das Goethezeitportal die Folge der 6 Holzschnitte "Auch ein Totentanz" sowie die Einzelblätter "Der Tod als Würger" und "Der Tod als Freund". Sie erschienen im Postkartenformat als Reihe 218 in F. A. Ackermanns Kunstverlag zusammen mit dem erklärenden Gedicht des befreundeten Malers und Dichters Robert Reinick (1805-1852). Der Zyklus ist nicht nur vom Dresdner Maiaufstand 1848 inspiriert worden, den Rethel selbst erlebte. Er hatte bereits im Winter dieses Jahres mit der Ausarbeitung der Entwürfe begonnen. Der Kämpfer für die Volksherrschaft , für die Ideale der "Freiheit, Gleichheit und des Brudersinns" ist bei ihm der Tod selbst. "Darin besteht der furchtbare Hohn. Rethels Totentanz ist durch und durch politische Tendenz, und er stellte sich damit völlig auf die Seite der Reaktion." (Eduard Fuchs) Insbesondere wandte sich Rethel, der sich einen bürgerlichen Nationalstaat erhoffte ("Herstellung eines großen edlen Deutschlands"), gegen die radikale Linke ("rote Republik, Kommunismus mit allen seinen Konsequenzen", heißt es in einem seiner Briefe).

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Charlotte von Stein in Weimar und auf Schloss Kochberg

(München Dezember 2020)

Die Seite ist Charlotte von Stein (1742-1827) gewidmet, wichtigster Bezugsperson und engster Vertrauten Goethes in den Weimarer Jahren bis zur italienischen Reise. Von seiner Liebe und ihrer emotionalen Beziehung zu ihm ─ die nur aus Goethes wechselnder Einschätzung erschlossen werden kann, da ihre Briefe nicht mehr existieren ─ zeugen seine an Umfang, Intensität und Varietät einzigartigen Briefe mit teilweise mehreren Schreiben pro Tag (ca. 1600 Schreiben aus dem ersten Weimarer Jahrzehnt von 1776 bis September 1786, nach Richter). Das Goethezeitportal zeigt das immer wieder gezeichnete und fotografierte "Haus der Frau von Stein" in Weimar mit der Dienstwohnung Ihres Gatten, des (Ober)Stallmeisters Freiherr von Stein (1735-1793) sowie ausführlich, aus verschiedenen Blickwinkeln und in Details Schloss Kochberg, Sitz der Familie Stein unweit Rudolstadt, mit den historischen Gebäuden, einschließlich des Liebhabertheaters, den Innenräumen (mit Goethe-Gedenkraum), dem Park und der landschaftlichen Umgebung, gezeichnet und mehrfarbig lithografiert um 1935 von Editha Drawert (1887-1947). Zu Fuß oder zu Pferd war Goethe oder waren durch Boten seine Briefe und Zettelchen sowie mancherlei Gaben ständig zwischen Weimar und Kochberg unterwegs. Auf diesen Wegen zeichnete Goethe häufig und wurde darin von Frau von Stein bestärkt. Vorgestellt wird auch Fritz von Stein (1772-1844), jüngster Sohn Charlottes, den Goethe zeitweilig ganz bei sich erzog und unterrichtete. Später spricht Fritz von Stein von der glücklichsten Zeit seines Lebens.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Rätselhafte Weihnacht: Weihnachtsrätsel

(München November 2020)

Die Weihnachtsseite für 2020 bringt als Einstieg die "lustige Geschichte" vom Pelzmärtel in 4 Bildern. Sie hat ihren Schwerpunkt jedoch in Rätseln, die bei literarischen Geselligkeiten des 19. Jahrhunderts beliebt waren. Auch von Goethe bringen wir einige Beispiele. Ferner orientieren wir über die verschiedenen Arten des Rätsels und die damalige Rätselbegeisterung, konzentrieren uns aber auf die Rätsel für Kinder, die Friedrich Güll (1812-1879), der seinerzeit beliebteste Autor von Kinderliedern, gedichtet und gesammelt hat. Zwei Texte enthalten je 33 Rätsel, so das "Nußsäcklein", das 33 Nüsse (Rätsel) zu knacken gibt: "Beißt nur, daß die Schale kracht, / Doch nehmt auch den Kern in acht!" Gülls gesammelte "Neckrätsel" beschließen den Beitrag. Das bis heute zitierte und gesungene Kinderlied "Ein Männlein steht im Walde" von Hoffmann von Fallersleben geben wir in der Vertonung als Volkslied wieder. Die Rätsel werden ergänzt durch merkwürdige und rätselhafte Texte, so "Das Männlein in der Gans", ein "Weihnachts-Spaß" von Friedrich Rückert. Dies Gedicht wie auch von Güll "Wenn das Kind nicht schlafen will" aus über 100 Zweizeilern nach dem Muster "Ein Schwanz ist kein Zopf, / Ein Zopf ist kein Schwanz" weisen mit ihren Sprachspielen voraus auf die Avantgarde.

Seit 2006 bringt das Goethezeitportal jedes Jahr eine eigene Seite zu Weihnachten. Bilder und Texte bilden einen reichhaltigen Fundus an Weihnachtsmotiven. Stöbern Sie darin mit Hilfe der Links am Ende der Weihnachtsseiten.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts. lllustriert von Hans Looschen

(München September 2020)

"Aus dem Leben eines Taugenichts" (1826) von Joseph von Eichendorff gehört zu den bekanntesten und meistgelesenen Erzählungen der deutschen Romantik. Das Goethezeitportal publiziert die Illustrationen zu diesem Text von Hans Looschen, von dem wir bereits Illustrationen zu Eichendorffs Gedichten veröffentlicht haben.

Hans Looschen (1859-1923), ein Schüler der Berliner Akademie, schuf ein reiches Oeuvre: Stilleben, Landschaften, Bildnisse und figürliche Kompositionen. "Seinen Namen machte er hauptsächlich durch seine äußerst farbigen Genrebilder und StiIIleben bekannt" (Neues Grazer Tagblatt, 17. Februar 1923). Illustriert hat er Werke Goethes und Schillers, Chamissos "Schlemihl," Märchen und Sagen u.a.m. Die großenteils skizzenhaft angelegten 20 Illustrationen unterschiedlicher Größe zum "Taugenichts" zeigen zum Teil unscharfe, zerfaserte Konturen anstelle eines Bildrahmens. Oder die Rahmenlinie bricht ab und geht überraschend in ein größeres, weich konturiertes Format über. Die Kompositionen erinnern an Probeabzüge eines noch unfertigen gestichelten Holzstocks. Einige der stark verkleinerten Illustrationen haben zwar einen rechteckigen Bildrahmen, den jedoch das dargestellte Motiv sprengt. So zum Beispiel ein Fuß, der über den Rahmen der Illustration hinausragt. Wo Zitate von wenigen Worten unter dem Bild stehen, scheinen sie nicht parallel zum unteren Bildrand und auch nicht genau auf Mitte gesetzt, um eine symmetrische Anordnung von Bild und Text zu vermeiden. Genaues Sehen und Unterscheiden der Bildgründe erfordern auch zwei ungewöhnlich schmale, witzige Kompositionen. 

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Drei illustrierte Rosenliedersträusse von Clara Braun

(München August 2020)

Im ausgehenden 19. Jahrhundert publizierte der Stuttgarter Verlag Greiner & Pfeiffer unter dem Herausgebernamen von Clara Braun eine Reihe von seinerzeit erfolgreichen modischen Lyrikanthologien. Das Goethezeitportal hat drei Anthologien ausgewählt, deren Titel Rosen in den Mittelpunkt stellen. Die geschmückten und reich illustrierten Prachtausgaben wurden mit modernsten, von uns erläuterten Techniken (Heliogravüre bzw. Photogravure, Lichtdruck, Zinkographie) hergestellt. Wie der Verlag die Frauen und insbesondere die "höheren Töchter" als Zielpublikum umwarb, zeigt ein Detail: In einer der ausgesuchten Anthologien ist das Bild einer Rose auf einem Stoffkissen auf dem vorderen Einband befestigt, einst wohl ein sog. Duftkissen mit Rosenduft, gebräuchlich sonst in der Luxuspostkarten-Industrie. Die Vorlagen für die Vollbilder stammen von dem Stuttgarter Maler Richard Ernst Kepler, der vor allem Illustrationen für Stuttgarter Firmen entwarf. Die als Herausgeberin genannte Clara Braun soll ein Pseudonym von Gottlob Maisch (1825-1908), einem Sachbuchautor sein. Infrage kommt jedoch auch Carl August Pfeiffer, zuletzt Teilhaber des Verlages Greiner & Pfeiffer, dem eine Druckerei angeschlossen war. Das Goethezeitportal bildet alle zwanzig Vollbilder mit dem ihnen zugeordneten Gedicht ab. Die Auswahl der Texte berücksichtigt einige ältere Dichter (Chamisso, Heine mit mehreren Gedichten), der Schwerpunkt liegt jedoch auf den heute als epigonal und trivial abqualifizierten  Poeten des späteren 19. Jahrhunderts. Insgesamt geben die Anthologien einen Einblick in die literarische, an Frauen gerichtete Buchdruckkultur des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.

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Die Weimarer Klassik

Aus dem Jugendprojekt

Ruth Mirtes: Goethe und die Weimarer Klassik

Frisch aus dem Ei geschlüpft sind bei uns die neuen Informationsseiten über die Weimarer Klassik im Jugendprojekt. An dieser Stelle 1000 Dank an die Deutsch-Lehrerin Ruth Mirtes für den lebendigen und informationsreichen Text! Wir finden den Beitrag richtig gut zu lesen und mal nicht so trocken, wie es leider ja oft in Sekundärliteratur der Fall ist. Überzeugt Euch am besten selbst gleich auf den Seiten über "Goethe und die Weimarer Klassik".

Um uns der Weimarer Klassik zu nähern, müssen wir das thüringische Städtchen zunächst einmal verlassen. Zusammen mit Goethe brechen wir nach Italien auf und spazieren zuweilen neben ihm, wenn er dort, unter der Sonne des Südens, zum Klassiker wird....

Zur Mignon-Serie Folge II  Zum Beitrag

 

 

Empfehlungen der Redaktion

Monika Estermann: Goethe in der Nachkriegszeit. Ein Rundblick

Der Beitrag behandelt das Spektrum von Goethes vielfältigen Funktionen in der kurzen Zeitspanne von 1945 bis 1949, zwischen Kapitulation und Gründung der beiden deutschen Staaten. Im Umfeld seines 200. Geburtstages wird Goethe in den großen Reden und den teilweise heftigen Debatten (Jaspers, Th. Mann, Beutler u.a.) als wichtiger Haltepunkt bei der Suche nach Neuorientierung beschworen. Dabei zeigen sich bereits gravierende Unterschiede in der Rezeption im Westen und dem Osten Deutschlands. Von großer Bedeutung sind aber auch die indirekten Zeugnisse für seine unbeschädigte und beispielgebend verstandene Autorität, etwa als Bezugspunkt in Darstellungen der Gegenwart oder in Berichten über Lektüreerlebnisse während oder nach dem Krieg oder aber in den zahlreichen Neugründungen von Ortvereinen der Weimarer Goethe-Gesellschaft. Dem entsprechend nehmen seine Werke in der bescheidenen Buchproduktion der Zeit eine große Rolle ein  durch die Vielzahl der Titel, besonders der Gedichte, oder „Hermann und Dorothea“ oder des „Faust“. Dabei ist die ungewöhnlich qualitätvolle Ausstattung einiger Ausgaben des „Faust“ in der Zeit des allgemeinen Mangels besonders bemerkenswert, wobei die bedeutendste mit den Illustrationen von Max Beckmann erst 1957 erscheinen konnte.

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Gunter E. Grimm: „Nähe in der Ferne“. Streiflichter auf Gottfried Benns Goethe-Rezeption

Gottfried Benn hat sich seit seinem zum Goethejahr 1932 verfassten, Furore machenden Aufsatz „Goethe und die Naturwissenschaften“ kontinuierlich mit Goethe und seinem Werk beschäftigt. Außer Nietzsche begegnet kein Name häufiger in seinen Essays, Reden und Briefen. Goethe galt ihm als historischer Vertreter eines harmonistischen Weltbildes und – trotz gelegentlicher Ironie – als verehrungswürdige Instanz. Benns Annäherung an Goethes literarisches Werk geschah freilich nicht in hermeneutischer oder systematischer Absicht. Leitend war für ihn ein persönliches Interesse, das ihn Goethe einmal als geistigen Kontrahenten, ein andermal als lebensweltliches und dichterisches Vorbild verstehen ließ. Benns Goethe-Rezeption ist mittlerweile umfassend erforscht. Dennoch gibt es einige weniger beachtete Aspekte, von denen drei in den Blick genommen werden: Benns Selbstinszenierung, die Funktion von F. W. Oelze für Benns Goethebild, die verfremdende Umwandlung Goethescher Muster in Benns eigener Lyrik.

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