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(München Januar 2013)
Vorgestellt wird das „Dichter- und Zitaten-Quartett“ (1937), das der Maler und Zeichner Karl Bauer für den Spiele-Verlag von Jos. Scholz in Mainz gestaltet hat. Es enthält je vier Karten zu 12 Dichtern von Lessing über Goethe, Schiller, Kleist, Eichendorff, Körner, Uhland, Grillparzer, Keller, Liliencron, Löns bis zu Eckart, dem „Parteidichter“ der NSDAP. Für idealisierende und heroisierende Bildnisse historischer wie lebender Persönlichkeiten war Bauer bekannt. Von George, dessen frühem Kreis er angehörte, hat er das maßgebliche Bildnis entworfen, als "Schöpfer vieler ausgezeichneter Bildnisse des Führers" erhielt er 1938 die "Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft". Um zu verstehen, in welchen Kontexten dieses der nationalsozialistischen Literaturpolitik dienende Dichterquartett entstand, werden der Dokumentation umfängliche Notizen zum Quartett und den ausgewählten Zitaten, zum Künstler und zum Verlag beigegeben, die auf nationalistisches und völkisches Ideengut weisen.
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(München Dezember 2012)
Chowiecki gibt in seinen feingestochenen, etwas steif wirkenden 12 Almanach-Kupfern die jeweiligen Schillerschen Textstellen in sparsamer Charakterisierung der Menschen und Handlungsorte wieder. Die gewählten Zimmer-Ausschnitte wirken wie Segmente einer schmalen Kastenbühne. Sie sind mit ihren wenigen Möbeln, Gegenständen und Wandverzierungen als die Lebensräume der isoliert stehenden Frauen und der agierenden Männer gekennzeichnet. Hell heben sich die Figuren von dem dunkleren - da dichter schraffierten - Hintergrund ab, was den Bühneneindruck verstärkt. Trotz des Miniaturformates kann der Leser / Betrachter die wechselnden Stimmungen der Szenen auch emotional nachvollziehen.
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(München Dezember 2012)
Fast 100 Jahre später als Chodowiecki schuf Heinrich Lossow seine Vorlagen für die Holzstich-Illustrationen zu "Kabale und Liebe", die in Wilhelm Hechts Xylographischer Anstalt von verschiedenen Reproduktionskünstlern gefertigt wurden. Neben den fünf Vollbildern sind verschieden große Illustrationen und Schlussvignetten in den Text eingestreut, ohne begrenzende Rahmenlinien und häufig mit freiem Außenkontur der Holzstöcke. Die eingestreuten Illustrationen zeigen die Personen meist nahsichtig (z.B. als Kniestücke oder Porträts) und locker skizziert sowie ohne definierten Hintergrund. In den Vollbildern agieren Männer wie Frauen als Ganzfiguren in durch die jeweilige Ausgestaltung sozial klar bestimmten Räumen. Kostüme und Interieurs des Adels sind im Rokokostil gehalten; Kostüm und Behausung des Stadtmusikus Miller sind schlicht.
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(München November 2012)
Der heute weitgehend unbekannte Berliner Maler Paul Mila, geboren um 1789 und gestorben um 1862/63, war zeitgenössisch besonders für seine Bildnisse bekannt; als sein Hauptwerk gilt der zerstörte "Antikenfries" im Berliner Stadtpalais des Prinzen Karl von Preußen. In den 1830er Jahren schuf Mila sieben Kreidezeichnungen zum Faust, bei denen er die Kerkerszene beeindruckend ausgestaltet hat. Seinen gesellschaftlichen Ruf ruinierte der Künstler mit der Skandalgeschichte seiner kurzen Ehe mit Agnes Rauch, der ältesten Tochter des Bildhauers Christian Daniel Rauch, 1827. Das Sittenbild, das sich mit der gescheiterten Verbindung Milas, des unehelichen Sohns von Aloys Hirt (Goethes "Antiquarius"), mit der unehelichen Tochter von Rauch entfaltete, rief bei Zelter Goethes "Wahlverwandtschaften" ins Gedächtnis zurück. "Man ist viel zu leichtsinnig solche Casus wie Meteorsteine anzuschauen."
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(München November 2012)
Franz Simms Illustrationen zu Goethes "Faust", in unterschiedlichen Größen, Formen und Stilen entworfen, sowie die Vignetten und Schmuckleisten sind typisch gründerzeitliche Kompositionen. Nach seinen Zeichnungen wurden von verschiedenen Holzstechern die Klischeevorlagen für den Druck gefertigt. Den dekorativen Jugendstil-Einband entwarf ein anderer Künstler (Georg Belwe?). Simms effektvolle Inszenierungen zeigen meist Szenen mit ausdrucksstark agierenden Figurengruppen. Die starken Licht-Schatten-Kontraste wie auch die ungewöhnliche Szenen-Auswahl und -Gestaltung fesseln das Interesse an diesen relativ unbekannten Faust-Bildern.
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(München September 2012)
Über die Burg Kynast, auf einem hohen Granitfelsen im Riesengebirge in Schlesien gelegen, gibt es mehrere Sagen, am bekanntesten wurde die Sage von Kunigunde von Kynast. "Sie war sehr schön, aber auch sehr eigensinnig, denn ihr Vater hatte ihr als seinem einzigen Kinde in jeder Hinsicht unbeschränkte Willensfreiheit gelassen und sie nicht wie ein Mädchen, sondern wie einen Junker erzogen." Ihr über alles geliebter Vater stürzte zu Tode in den "Höllengrund", als er betrunken die Burgmauer umreiten wollte. Aller Freier, die sich nun einstellten, entledigte sich die kalte und stolze Kunigunde, indem sie nur zum Gemahl zu nehmen bereit war, dem die Burgmauer zu umreiten gelang. Alle, die es wagten, zerschellten wie ihr Vater im Abgrund, bis ein Landgraf von Thüringen das gefährliche Kunststück vollbrachte. Er aber, zu dem sie vom ersten Anblick an in heftige Liebe fiel, rächte die toten Freier und strafte Kunigunde. Diese Sage bildet den Stoff zu Balladen von Theodor Körner und Friedrich Rückert. In Körners Ballade höhnt der Landgraf: "Verschmähter Liebe unendlicher Schmerz / Das hatt' ich bei Gott mir versprochen, / Du solltest ihn fühlen! / Jetzt ist dein Herz / Gebrochen." Gegen den Strich gelesen hat die Sage die Frauenrechtlerin Louise Otto. Bei ihr spricht Kunigunde: "Und war es doch mein einziges Verbrechen, / Nicht ohne Lieb zur Sklavin mich zu machen! / Das wollten nur die stolzen Männer rächen, / Das ist's, was sie noch heut an mir verlachen!".
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(München September 2012)
Das Märchen "Tischchendeckdich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack" aus den "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm handelt von diesen wundersamen Geschenken, die den drei Söhnen eines armen Schneiders auf ihrer Wanderschaft geschenkt werden. Das Goethezeitportal bringt den Text der Brüder Grimm mit den Illustrationen von Ludwig Richter (1803-1884), eine Serie von sechs Bildpostkarten von Georg Mühlberg (1863-1925) und drei Sammelbilder von Paul Hey (1867-1952), die das populäre Märchen illustrieren. Beigegeben sind die Fassung von Ludwig Bechstein aus seinem "Deutschen Märchenbuch" sowie Hinweise auf die Verwendung der Motive in der Literatur des 19. Jahrhunderts.
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(München August 2012)
Ludwig Tiecks "Leben und Tod der heiligen Genoveva", erschienen 1800 in seinen "Romantischen Dichtungen", wurde im frühromantischen Jenaer Zirkel "einmütig mit Beifall bedacht" (Roger Paulin) und fand zahlreiche Nachfolger. Das zugrunde liegende Volksbuch hatte Tieck durch seine "Einfalt und Treuherzigkeit" besonders angezogen (Tieck im Gespräch mit Rudolf Köpke). In der "wahrhaft poetischen Behandlung" des Stoffes, die Goethe hervorhob- dem die Dichtung, die ihm der Autor vorlas, bleibenden Eindruck machte -, suchte er einen volkstümlichen, lyrischen und rührenden Ton zu treffen. Ist "erst einmal die Heldin in die Wildnis verstoßen, dann findet sich alles beisammen, was zum religiösen Gefühl des [19.] Jahrhunderts an sentimentalen Obertönen gehört: die Wärme, die Atmosphäre andächtiger Empfindung, die entblößte Heilige, schicklich dennoch in ihrer Tugend, bei ihr das Kind, die frommblickende Hirschkuh, Vögel und Getier des Waldes." (Roger Paulin) In den Umrisszeichnungen von Joseph von Führich fand dieser Ton samt der idealen Vorstellung vom Mittelalter eine kongeniale bildliche Umsetzung. Tiecks "Genoveva", erinnert sich Führich, "schien mir der Gegenstand zu sein, an dem ich mich selbst und meine romantische innere Welt mir und anderen zum Teil zur Anschauung bringen könnte." Der erste Genovefa-Zyklus, den Führich 1826 zeichnete, fand in Wien in hohen und höchsten Kreisen, so auch bei Staatskanzler Metternich, Anklang und brachte dem Künstler ein Reisestipendium nach Italien. 1831 erschien das gesamte Werk, wurde ein Erfolg und mehrfach bis ins beginnende 20. Jahrhundert aufgelegt. Das Goethezeitportal publiziert das Werk vollständig mit Text und Erläuterungen.
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(München Juli 2012)
Da General Bonaparte in Oberitalien Krieg führt, kann Goethe nicht die geplante zweite Italienreise antreten. Als er August 1797 in Frankfurt Station macht (um dann nur die Schweiz zu bereisen), erhält er dank einer Sammlung von 200 französischen Kupferstichen Einblick in die außen- und innenpolitische Lage Frankreichs nach Ende der Jakobinerdiktatur. Goethe wertet 55 der Stiche aus ‒ der gemeinsame Nenner lautet „Satire“ (gegen „Einheimische“ und gegen „Fremde“) ‒ und diktiert seine Eindrücke zwecks weiterer Verwendung. Das Vorhaben, seine „Recension“ zu einem Beitrag für Schillers „Horen“ und nach deren Einstellung für seine „Propyläen“ auszuarbeiten, bleibt unausgeführt, vielleicht auch, weil er die (inzwischen vermutlich verstreute) Sammlung „aus den Augen“ verloren hatte. Erst die Münchner Ausgabe würdigt Goethes „kunstsoziologischen“ Versuch, der in der deutschen Revolutionsrezeption einzigartig ist. Die von Klaus H. Kiefer wieder zusammengetragenen und kommentierten Stiche illustrieren Goethes morphologische „Sicht“ der geschichtlichen Entwicklung. Im Bild der „ausgekrochenen Schmetterlinge“ begrüßt er die bunte und bewegte Epoche des Directoire als Metamorphose der Französischen Revolution.
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(München Mai 2012)
Das Goethezeitportal publiziert Gedichte der Droste mit Illustrationen von Gerhard Wedepohl, einem niederdeutschen Künstler des "Heimatstils". Sie erschienen 1922 in der Reihe "Lebensbücher der Menschen" des Münchner Verlegers Hermann Adolf Wiechmann. Die Gedichte Drostes werden hier ob ihres "großen dauernden Wertes auch für die heute lebenden Menschen" gepriesen und als Antidot gegen "Materialismus und Mechanismus" aufgerufen. Wiechmann sucht die Gedichte seinem völkischen und wertkonservativen Heimatbegriff dienstbar zu machen. Einem ganz anderen Rezeptionsstrang gehört der Artikel von Jakob Mähly an, der 1877 in der "Allgemeinen Deutschen Biographie" erschien. Mähly nennt die Dichterin eine "groß angelegte Menschenseele" und resümiert: "Bei ihr gibt es nichts Verschwommenes, Gefühlseliges und Unfertiges, ihr Charakter ist Schärfe und Entschiedenheit." Somit stellt das Goethezeitportal zwei extrem verschiedene Rezeptionsweisen vor, die nur im hohen Lob der Dichterin übereinstimmen.
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(München April 2012)
Die Illustrationen von Oskar Herrfurth (1862-1934), insbesondere zu den Lügengeschichten des Barons von Münchhausen und zum Schlaraffenland, finden regen Anklang bei unseren Lesern. Darum folgt hier die Postkartenserie zum Märchen von den sieben Raben. Beigefügt haben wir den Text des Märchens in der Fassung letzter Hand der "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm und von Ludwig Bechstein, mit zwei zusätzlichen Illustrationen von Ludwig Richter. Notizen zu Herrfurth runden die Seite ab.
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(München März 2012)
Der aus 22 Gedichten bestehende Zyklus "Lebens-Lieder und Bilder" (1831) von Adelbert von Chamisso hat den idealen bürgerlichen Lebenslauf vom Knaben und Mädchen bis zu Heirat, Heim mit eigenen Kindern und dem Soldatentod des Mannes zum Inhalt. Die eingängigen, mehrfach vertonten Verse popularisieren die bürgerlichen Werte mit der ihnen zugrunde liegenden Geschlechterphilosophie. Das vorliegende Prachtwerk aus dem Jahr 1880, ein "coffee table book" für den Salon, enthält von Paul Thumann, einem seinerzeit beliebten und hochgeschätzten Illustrator, neun Vollbilder in Lichtdruck. Darüber hinaus hat der Verlag für einen reichen Buchschmuck in Holzschnitt und einen repräsentativen, in die Augen fallenden Einband (Kaliko mit Gold- und Silberpressung) gesorgt. Somit spricht die Seite literarische, ideologiegeschichtliche und buchwissenschaftliche Interessen gleichermaßen an.
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(München Januar 2012)
Bertha Bagge (1859-1939) ist für ihre Ansichten des "alten" Frankfurt bekannt. Um 1890 hat sie sich aber auch als Illustratorin von Gedichten der Romantik sowie der Biedermeier- oder Restaurationszeit zu profilieren gesucht. Die Mappe "Lieder und Bilder in Zeichnungen von Bertha Bagge" (Leipzig bei Amelang 1892) wird vom Goethezeitportal vollständig publiziert. Illustriert werden Gedichte von Joseph von Eichendorff, Eduard Mörike, Wilhelm Müller, Robert Reinick, Friedrich Rückert und Ludwig Uhland. Die Künstlerin steht mit ihren Illustrationsgraphiken in der Nachfolge der Spätromantiker (Ludwig Richter u.a.), doch ist ihre graphische Technik auch durch den impressionistischen Duktus beeinflusst.
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(München Januar 2012)
Über den Münchner Illustrationszeichner Hans Stubenrauch gibt es nur wenige gesicherte Daten. Diese weisen als sein Tätigkeitsfeld weniger die scharf karikierende als die launige Zeichnung zum Schmunzeln aus, wie man z.B. aus einigen Illustrationen in den „Fliegenden Blättern" ersehen kann, denen er als Mitarbeiter seit 1907 angehörte. Anders als viele seiner Kollegen blieb Stubenrauch dem ‚altmodischen’ realistischen Stil des traditionellen Witzblattes treu, d.h. er ‚stilisierte’ nicht, wurde kein Jugendstil-Künstler. Die Postkarten-Serie zum Faust, die vielleicht um 1930 datiert werden kann, zeigt Stubenrauch jedoch als durchaus eigenwilligen Künstler: Neben den herkömmlichen Kompositionen im Freien („Osterspaziergang“, „In Marthens Garten“) sind die Interieurszenen in Themenwahl und Gestaltung originell: vor einen intensiv orangengelben Licht im Hintergrund hebt sich jeweils Fausts Gestalt monumental ab. Besonders der „Erdgeist“ schlägt nicht nur Faust, sondern auch den Betrachter in seinen Bann. Da das Werk des 1941 verstorbenen Künstlers mit Beginn des Jahres 2012 gemeinfrei geworden ist, kann das Goethezeitportal die dem Faust-Zyklus gewidmete Seite freischalten.
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(München Dezember 2011)
Die über 40 Illustrationen zu Goethes "Egmont", die das Goethezeitportal vorlegt, konzentrieren sich auf die Liebesgeschichte Klärchens, auf der die Bekanntheit und Beliebtheit der Tragödie beruht. 12 Illustrationen stammen von Paul Thumann (1834-1908), "einem der beliebtesten Illustratoren des letzten Viertels des 19. Jahrhunderts" (Thieme-Becker). Die über 25 Motivpostkarten belegen, wie Zitate aus "Klärchens Lied" aus ihrem Zusammenhang gerissen wurden, zu Geflügelten Worten aufstiegen und als solche auch in Witzkarten parodiert wurden. Die Dokumentation bietet somit einen Einblick in Popularisierungsprozesse eines klassischen Dramas im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
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(München November 2011)
Das Goethezeitportal veröffentlicht Texte und Bilder zu Goethes "Egmont": die Besprechung Schillers mit Reaktionen auf dessen Kritikpunkte; die Charakterisierung der Hauptfiguren des Trauerspiels in Porträts und Texten von dem Maler und Kunstschriftsteller Friedrich Pecht sowie von dem Maler Wilhelm von Kaulbach mit einem Text des Schriftstellers Friedrich Spielhagen. Die Zusammenstellung dokumentiert die Aufnahme und das Verständnis des Dramas im 19. Jahrhundert. Mehrere Illustrationen und die Beschreibung des Spiels Ifflands in der Aufführung auf dem Weimarischen Hoftheater 1796 zeigen, wie man die Schlussszene mit dem Traum Egmonts zu realisieren suchte: die Erscheinung der "Freiheit im himmlischen Gewande" mit den Zügen Klärchens, die ihm den Lorbeerkranz reicht.
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(München November 2011)
Wie ein armer Schreiber auf wundersame Weise zu Geld kommt, ein Wohlleben führt und wie er alles wieder verliert - davon handelt das kaum bekannte Kunstmärchen "Der wunderbare Leuchter" (1856 oder 1857) von Hermann Becker, Düsseldorfer Maler und Kunstkritiker. Im Mittelpunkt stehen ein rätselhaftes Buch in unbekannter Schrift, das der Schreiber von einer fremden vornehmen Frau zum Abschreiben erhält, zusammen mit einem Leuchter, der ihm die nächtliche Schreibarbeit erleichtern soll. Der kostbare Leuchter inszeniert Schlachten, wie sie sich der Schreiber in seinen Träumen imaginiert. Illustriert wird die Handlung von August Beck (1823-1872), einem zu seiner Zeit bekannten und geschätzten Schlachtenmaler.
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(München November 2011)
Hölty gehört zu den "Frühvollendeten in der deutschen Literaturgeschichte" (Hettche), er wurde keine 28 Jahre alt. In der Goethezeit galt Hölty, Mitglied des Göttinger Hainbundes, als "einer der trefflichsten Lyriker, dessen Elegien an rührender Einfachheit, zarter Klage und süßer Melancholie wohl niemals übertroffen werden können" (Damen Conversations-Lexikon). Das Goethezeitportal publiziert von ihm die "Elegie auf ein Landmädchen" (1774) nach einem Prachtbändchen des Wiener Phaidon-Verlages (1924) mit 12 Illustrationen von Daniel Chodowiecki. Der Phaidon-Verlag, im Nationalsozialismus als "Wiener Judenverlag" diffamiert, lebt heute weiter in der Phaidon-Press (London), die sich selbst als weltgrößter Kunstbuchverlag bezeichnet. Angefügt sind eine Kurzcharakteristik Höltys aus dem "Damen Conversations-Lexikon" sowie das Gedicht "Am Grabe Hölty's" von Nikolaus Lenau und Mörikes Verse " An eine Lieblingsbuche meines Gartens in deren Stamm ich Höltys Namen schnitt".
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(München Oktober 2011)
"Hänsel und Gretel", erstmals 1812 erschienen, zählt zu den weltweit bekanntesten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Das Goethezeitportal publiziert die Fassung letzter Hand der Brüder Grimm und die Bearbeitung durch Ludwig Bechstein mit einer reichen Auswahl von über 40 Illustrationen. Sie stammen von Buchausgaben und den populären Motivpostkarten. Zu studieren sind Art und Stil der bildlichen Umsetzung, die Interpretationen, die der Text dabei erfährt, sowie die Schwerpunkte bei der Auswahl der Textpassagen: die Armut der Holzhacker-Familie, Hänsel und Gretel im Wald, Knusperhäuschen, Hexe u.a.m.
Die zweite Folge zum Märchen von Hänsel und Gretel bringt die Buchillustrationen von Richard Scholz (1860 - um 1938). Die mehrfach publizierten, um 1900 entstandenen Bilder tendieren stilistisch "zu weicher, aufgelockerter, meist kreidiger Zeichnung" (Ries). Des weiteren publiziert das Goethezeitportal das Lied "Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald", mit einer exemplarischen Spielbeschreibung für die Aufführung durch Kinder und dem Hinweis auf weitere Spielanleitungen.
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(München September 2011)
Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe, ein großes historisches Ritterschauspiel" von Heinrich von Kleist, erschienen 1810, war bis gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts ein Erfolgsstück. Es wurde vielfach bearbeitet, illustriert und nacherzählt; das Käthchen entwickelte sich zur Werbemarke Heilbronns. Das Goethezeitportal bietet einen Einblick in die Illustrationen verschiedener Formate, vom Ölbild bis zur Postkarten- und Volksbuchillustration. Mit der Umsetzung in Volksbüchern, aus denen ausgewählte Szenen zitiert werden, erreicht der Erzählstoff breiteste Schichten. Deutlich wird die Attraktion durch die Figur des Käthchens und die Faszination durch das rätselhafte und wundersame Geschehen. Zur Breitenwirkung trägt die Kulisse der Ritterromantik und die daraus abgeleitete Kostümierung bei.
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(München Mai 2011)
Das "Bucklicht Männlein" ist erstmals in "Des Knaben Wunderhorn" (1808) als Kinderlied belegt, aber auch in mehreren regionalen Varianten als Volkslied überliefert. Gemeinhin handelt es sich um einen koboldhaften Plagegeist, gelegentlich aber auch um einen zudringlichen, manchmal sogar willkommenen Freier. Ein solch begehrter Partner ist das bucklige Männlein in einer Fassung, die Goethe im Elsass für Herder aufgeschrieben hat: "Da wir von dem Weine kamen / Gingen wir auch zu Bette / Ich und auch mein bucklich Männel / Schlupfen unter d' Decke. // Da wir unter der Decke waren / Fing's Bette an zu krache. / Ich und auch mein bucklich Männel / Fingen an zu lachen." Das Goethezeitportal publiziert die Texte zusammen mit den Illustrationen auf einem Münchener Bilderbogen. Ergänzt werden die Lieder durch das Prosastück "Das bucklichte Männlein" aus der "Berliner Kindheit um Neunzehnhundert" von Walter Benjamin. ">Ungeschickt lässt grüßen<, sagte die Mutter, wenn der Junge etwas zerbrochen hatte oder hingefallen war. Sie sprach vom bucklichten Männlein, welches mich angesehen hatte. Wen dieses Männlein ansieht, gibt nicht acht." Da Benjamin das Männlein zum nächtlichen "Lumpengesindel" zählt, fügen wir auch das gleichnamige Märchen der Brüder Grimm an.
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(München April 2011)
Die Verse "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick", Faust in der Szene "Vor dem Tor" in den Mund gelegt, wurden zum beliebten Ostergedicht des deutschen Bildungsbürgers. Das Goethezeitportal stellt dem Text der Szene eine Auswahl von Illustrationen zur Seite, sowohl aus der Hochkultur wie aus der Popularkultur, die zum Vergleich der Bildformulierungen einlädt.
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(München Februar 2011)
Das Goethezeitportal bietet eine reiche Auswahl an Illustrationen des bekannten Märchens vom Rotkäppchen, viele von ihnen auf Motivpostkarten. Vier Texte dokumentieren die Breite der Rezeption: Grimms gleichsam 'klassische' Fassung aus den "Kinder- und Hausmärchen", die Literarisierung durch Ludwig Bechstein mit Bildern von Ludwig Richter sowie die groteske Um-Dichtung durch Joachim Ringelnatz: "Kuttel Daddeldu erzählt seinen Kindern das Märchen vom Rotkäppchen und zeichnet ihnen sogar was dazu". Wenig bekannt ist die frivole und witzige Variation des Märchenstoffes durch Alexander von Ungern-Sternberg, die nicht nur in der Mischung von Prosa, Vers und Dramentext auf das 18. Jahrhundert zurückweist. Wo liest man in der Mitte des 19. Jahrhunderts Verse wie diese: " Alte Damen / Schmecken nicht übel /Mit einer Sauce / Von Lattich und Zwiebel" ?
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(München Februar 2011)
Mignon, das rätselhafte Mädchen aus Goethes "Wilhelm Meister", ist - neben Gretchen - die beliebteste, am häufigsten abgebildete literarische Figur in der Postkartenproduktion zwischen ca. 1900 und 1930. Die für die Postkartenverlage arbeitenden Atelierfotografen inszenieren Mignon meist vor gemalter Naturkulisse. Dabei wurde der Vordergrund, um einen Übergang zu schaffen, ergänzt durch Arrangements aus getrockneten oder künstlichen Gräsern, Blumen, Zweigen, Steinen etc. Daneben gibt es die Rollenporträts vor neutralem Hintergrund. Außer ihren "Erkennungs"-Attributen Saiteninstrument und Wanderbündel kennzeichnen das Mädchen ihr langes offenes Haar und ein lässiges, malerisches Phantasiekostüm, das einen fremd- bzw. südländischen Eindruck vermitteln soll. Die "regieführenden" Fotografen legen Wert auf beseelte, ausdrucksvolle Mimik und Gestik; geforderte Ausdrucksqualitäten für Mignon könnten sein: träumerisches, wehmutsvolles Erinnern; Melancholie; Sehnsucht; Liebeswerben u.a. Doch das Repertoire der Mignon-Modelle erschöpft sich meist in schönen Stellungen und Posen eines hübschen Mädchens, das rühren und verführen möchte. Studieren lässt sich das Gesagte an drei Serien aus den Verlagen Wilhelm S. Schröder Nachf., Gustav Liersch & Co. sowie Amag, d.i. Albrecht & Meister Aktiengesellschaft, alle in Berlin.
Zur Mignon-Serie: Reta Walter als Mignon
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(München Januar 2011)
Klecksographien nannte Justinus Kerner vorsätzlich hergestellte Zufallstintenkleckse (schwäbisch 'Tintensäue'), die durch Falten des Papierbogens eine symmetrische Gestalt erhielten. Sie ähneln den Bildern, mit denen der Rorschach-Test, auch "Tintenkleckstest" genannt, durchgeführt wird. Die "der Phantasie Spielraum lassenden Gebilde," oft gespensterartig und fratzenhaft aussehend, regten Kerner zu Charakteristiken und kleinen Geschichten an, die er in Verse fasste. Wo die Phantasie nicht ausreichte, half Kerner "mit ein paar Federzügen" nach. Er unterscheidet Hades- und Höllenbilder mit Kobolden, Todesboten, Hexen, Teufeln, dem Satan etc.
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(München Januar 2011)
Während seiner ersten Schweizerreise 1775 unternahm Goethe mit seinem Freund Passavant eine Alpenwanderung, die ihn bis auf den Gotthardpass führte, auf dem die bekannte Zeichnung "Scheideblick auf Italien" entstand. Auf dieser Wanderung hat Goethe ein Tagebuch geführt und fleißig gezeichnet. Dabei reflektierte er die Grenzen von Sprache und Zeichnung, betonte die Grenzen der Interpretation des einen Mediums durch das andere und experimentierte mit Möglichkeiten ihres Zusammenspiels. Einige Skizzen zeichnen sich durch schnell hingeworfene, dynamische Kürzel von Natureindrücken aus, andere Studien sowie seine Notate schildern sachlich den Charakter der Landschaft sowie Bauweise und Nutzung von Hütten und Häusern. Das Goethezeitportal gibt die Schilderung in "Dichtung und Wahrheit" sowie eine Auswahl der Zeichnungen wieder.
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(München Januar 2011)
Ergänzend zu den Fotopostkarten und Prägekarten zu Goethes "Faust" stellt das Goethezeitportal erstmals eine gemalte Serie vor. Die Kompositionen zu Faust und Gretchen sind bühnenmäßig inszeniert und kombinieren verschiedene Stile. Die historistische Kostümierung schwankt zwischen altdeutschen und gründerzeitlichen Elementen. Mephisto, ganzheitlich rot mit Hahnenfeder, setzt sich von dem prächtig gewandeten bunten Liebespaar eindrucksvoll ab. Besonders die in der Landschaft spielenden Szenen wirken durch übertriebene Körpersprache und lächerliche Kostümierung unfreiwillig komisch.
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(München Januar 2011)
Dem Lehrer und Pfarrer Abraham Emanuel Fröhlich (1796-1865) verdankt die deutsche Literatur eine Wiederbelebung der Fabel. Er galt als "der vorzüglichste Fabeldichter der neuern Zeit" (Ignaz Hub) und in seinen frühen Dichtungen "als einer der Koriphäen der liberalen Schweiz" (Alfred Hartmann). Aus den 1820er Jahren stammen seine Tendenzfabeln und politischen Karikaturen im Sinne des zeitgenössischen Schweizer Freisinns. Die Tierfabeln prangen Junkertum und politische Korruption, Frömmelei und religiösen Fanatismus, aber auch oberflächliche modische Erziehung und effekthascherisches Bühnenspektakel an. Kongenial illustriert wurden die Fabeln durch den Schweizer Karikaturisten Martin Disteli (1801-1844), der gleichfalls dem Liberalismus anhing. Kurzbiographien zu Fröhlich und Disteli mit ihren Bildnissen sind angefügt.
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(München November 2010)
Die Seite stellt das Lied "An den Mond" von Karl Enslin, bekannt unter dem Gedichtanfang "Guter Mond, du gehst so stille", in Text und Illustrationen vor. Darüber hinaus werden das ältere Volkslied, von dem Enslin die ersten Zeilen übernahm, sowie die "Variationen zum Leierkasten" von Adolf Glaßbrenner wiedergegeben. Während das Lied von Enslin, das den Mond als "Gottesbote", "Menschenhüter" und "Menschentröster" vorstellt, eine christlich-erbauliche Tendenz hat, verspottet der Humorist Glaßbrenner die 'Schlafmützigkeit' Deutschlands und weist auf die Folgen der politischen Repression vor der Märzrevolution von 1848 hin ("Stumm ist jeder Lebenssinn"). An der Postkartenserie aus dem Berliner Verlag Albrecht & Meister (Amag) lassen sich beispielhaft Mimik und Gestik studieren, wie man sie aus der Stummfilmzeit kennt.
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(München November 2010)
Die Bildnisse der Freundinnen und Geliebten Goethes haben im Postkartenformat weiteste Verbreitung gefunden. Führend auf diesem Gebiet war der Kunstverlag F. A. Ackermann in München. Die Serie "Goethes Freundinnen. 12 historische Bildnisse" wird hier vollständig, teilweise in unterschiedlichen Drucken wiedergegeben. Zugeordnet sind Postkarten aus anderen Verlagen. Sie wurden vor allem als Andenken, häufig an Goethestätten, sowie zur eigenen Anschauung gekauft und dürften die Vorstellungen beeinflusst haben, die sich die Leser, bei (auto)biographischen Texten oder bei der Lektüre der poetischen Werke, von Personen bzw. literarischen Figuren bildeten.
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(München Oktober 2010)
Das Goethezeitportal stellt eine Auswahl von Illustrationen von Rudolf Schiestl (1878-1931) vor. Die Holzschnitte sind in der Reihe "Der deutsche Spielmann" in den 1920er Jahren erschienen und im sog. "Heimatstil" gehalten. Illustriert werden Märchen der Brüder Grimm ("König Drosselbart", "Der Meisterdieb") sowie Gedichte von Chamisso ("Die Sonne bringt es an den Tag"), Geibel, Hebbel ("Der Heideknabe"), Mörike ("Schön-Rohtraut"), Storm, Uhland u.a. Eine Kurzbiographie des Künstlers schließt die Seite ab.
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(München Oktober 2010)
Die "Historie von der schönen Lau" (1853) von Eduard Mörike, ein Hauptwerk der Schwäbischen Romantik, veröffentlicht das Goethezeitportal mit den kongenialen Illustrationen von Moritz von Schwind. Beigefügt sind Auszüge aus dem Briefwechsel zwischen dem Dichter und dem Maler, die über die Entstehungsgeschichte der Illustrationen informieren. Historische Texte zum Blautopf in Blaubeuren belegen, was man über die Quelle am Ostrand der Schwäbischen Alb, ihre angeblich unergründliche Tiefe und das namengebende Blau ihres Wassers wusste und wie man mit diesem Wissen umging. Deutlich wird auch, wie die von Mörike erfundene Märchennovelle um die "schöne Lau" als verbannte Wassernixe den populären Sagenschatz beeinflusst. Weitere Bildquellen und Kurzbiographien ergänzen die Seite.
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(München August 2010)
Zu Carl Maria von Webers "Freischütz", der erfolgreichsten romantischen Oper, publiziert das Goethezeitportal die Illustrationen von Johann Heinrich Ramberg und mehrere Dokumente: die Volkssage aus dem "Gespensterbuch" von Johann August Apel, die wichtigste Quelle für das Libretto von Friedrich Kind; die Erinnerungen Kinds zur Entstehungsgeschichte der Oper und die Zusammenarbeit mit Weber; Kinds Studie zur Sage um Freikugeln - Beispiel seiner volkskundlichen Recherchen -; einen Bericht über die Uraufführung in Berlin 1821 sowie einige Postkarten zum Erfolgslied "Wir winden dir den Jungfernkranz" als Belege der Verkitschung und Verspottung des Stoffes, die mit der Popularisierung der Oper einhergingen. Wie üblich, sind Kurzbiographien der Akteure beigefügt.
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(München Juli 2009)
Was haben zwei Balladen der schwäbischen Romantiker Kerner und Uhland mit dem Eberhards-Denkmal im Stuttgarter Schlossgarten zu tun? Das erfahren Sie in diesem Beitrag, - außerdem etwas über die historisch-politischen Hintergründe, wenn Fürsten ihr Haupt gar zu gerne und dazu noch "kühnlich jedem Untertan in Schoß" zu legen wünschen.
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(München Juni 2010)
Ein voll erblühtes Röslein kokettiert und flirtet mit dem Betrachter. Die Serie von Fotopostkarten aus dem Verlag von Wilhelm S. Schröder in Berlin hat sich von Goethes Gedicht nur den Titel geliehen.
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(München Juni 2010)
Der Maler Frank Kirchbach (1859-1912) hat mehrere Bilder zu Bürger, Goethe und Schiller geschaffen und Gedichte Goethes illustriert. Das Goethezeitportal veröffentlicht eine Auswahl dieser Illustrationen mit den zugehörigen Texten und einer Kurzbiographie des seinerzeit bekannten Künstlers. Dabei wurden neben kanonischen Gedichten (Heidenröslein, Prometheus, Wandrers Nachtlied, Erlkönig, Der Totentanz) auch weniger bekannte Texte (Der untreue Knabe, Zigeunerlied, Bergschloss, Nachtgesang, Die wandelnde Glocke) ausgesucht. Sein Stilvokabular reicht vom Historismus bis zum Jugendstil.
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(München Juni 2010)
Nach Randzeichnungen zu Gedichten Uhlands veröffentlicht das Goethezeitportal 10 Randzeichnungen zu Gedichten deutscher Romantiker aus dem gleichen Buch. Neben populären Gedichten (von Eichendorff Das zerbrochene Ringlein, Der Jäger Abschied, Sehnsucht, Mittagsruh) finden sich nur selten illustrierte Texte, wie das Lied der Kreuzfahrer aus Novalis' Heinrich von Ofterdingen, das Rolandslied Friedrich Schlegels (illustriert von Alfred Rethel), Heines Wallfahrt nach Kevlaar und zwei von Ludwig Richter illustrierte Gedichte Tiecks. Chamissos Rede des alten Kriegers Bunte-Schlange im Rate der Creek-Indianer ist eine Anklage der Vertreibung der Indianer aus ihren Jagdrevieren.
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(München Juni 2010)
Zu Eichendorffs als Volkslied bekannt gewordenem Gedicht "Das zerbrochene Ringlein" ("In einem kühlen Grunde ...") veröffentlicht das Goethezeitportal eine um 1900 entstandene Serie handkolorierter Illustrationen auf Postkarten. In verschiedenen Jugendstil-Schmuckrahmen zeigt der unbekannte Künstler vom Gedicht zum Teil abweichende Szenen, die zu einer linear erzählten Geschichte von Liebe, Treuebruch und Reue gefügt sind.
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(München Juni 2010)
Die Seiten stellen Illustrationen verschiedener Künstler mit unterschiedlichen Illustrationstechniken und in unterschiedlichen Medien (Graphik, Buch und Postkarten) zusammen. Auf diese Weise werden Vergleiche zwischen Epochen und Stilen, Hoch- und Popularkunst möglich. Die wiederkehrenden Momente und die Besonderheiten bei den Illustrationen derselben Szene lassen sich unterscheiden. Die witzigen Verwendungen der Szene (in sog. Humorkarten) übertragen sprachliche und bildliche Zitate in andere Kontexte. Dies Verfahren, vergleichbar dem Umgang mit den geflügelten Worten der Klassiker, zeugt von der Bekanntheit der verwendeten Versatzstücke und ihrer Wiedererkennung in der verfremdeten Gestalt.
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(München Mai 2010)
Die beiden Bände "Deutsche Dichtungen mit Randzeichnungen Deutscher Künstler" (1849-50) bieten eine repräsentative Auswahl von Radierungen zu deutschen Gedichten vom Sturm und Drang bis zur Biedermeierzeit. Das Goethezeitportal publiziert zunächst 11 Illustrationen zu Ludwig Uhland, dem beliebtesten Lieder- und Balladendichter der Schwäbischen Romantik. Die Radierungen stammen von 10 namhaften Künstlern wie Becker von Worms, Meyer von Bremen, Plüddemann oder Richter. Einige komplexe Illustrationen, besonders von Trost zum Gedicht "Die versunkene Krone", werden erläutert. Insgesamt bietet die Seite einen Einblick in die Illustrationspraxis um die Mitte des 19. Jahrhunderts.
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(München April 2010)
Paul Hey (1867-1952) war ein vielbeschäftigter Illustrator von Liedern, Märchen und Kinderbüchern. Seine Illustrationen in Büchern, auf Postkarten, Sammelbildern und Wandbildern fanden weiteste Verbreitung. Die poetische Darstellung und die Auswahl 'heiler Welten', die seine Gebrauchskunst auszeichnet, galten vielfach als typisch 'deutsch'. Von den besonders erfolgreichen "Volksliederkarten", die Hey für den "Verein für das Deutschtum im Ausland" - den ehemaligen "Allgemeinen Deutschen Schulverein" - gestaltete, publiziert das Goethezeitportal eine repräsentative Auswahl. Den Illustrationen sind die Liedtexte und Erläuterungen beigegeben.
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(München April 2010)
Friedrich Kaskeline (geboren 1863) ist nach dem Ersten Weltkrieg mit gefälligen, teils witzigen, teils frivolen Künstlerpostkarten, aber auch mit Silhouetten und Illustrationen literarischer Texte wie dem Goetheschen „Faust“ bekannt geworden. Die hier wiedergegebenen, im malerischen Stil gehaltenen Illustrationen zeigen stark posierende Figuren in effekt- und gefühlvollen Szenen. Der Reihentitel „Deutsche Lieder“ weist darauf hin, dass diese populären Lieder als typisch ‚deutsch‘ empfunden wurden. Die Art der Illustration in Figurendarstellung, Gestik und Körperausdruck, Kleidung und Tracht, Landschaftsdarstellung (mit Burgen, Schlössern, Städtchen und Bauernhöfen, Kirchturm, Mühle etc.) unterstützt diesen Eindruck.
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(München April 2010)
Ein Mann und zwei Frauen, „ihr Glück und ihre Liebe fasste selig Eine Wohnung, Ein Bett und Ein Grab“: So lautet der utopische Schluss von Goethes „Stella. Ein Schauspiel für Liebende“ in der Version des Sturm und Drang (1775). Zitiert wird dabei die Sage vom „zweibeweibten“ Grafen von Gleichen, die hier mit Bildern (Moritz von Schwind: Die Rückkehr des Grafen von Gleichen, 1864) und Texten vorgestellt wird. Darunter Balladen von Löwen und Friedrich Leopold zu Stolberg. Die Sage von dem thüringischen Grafen, der 1227 Landgraf Ludwig IV. zum Kreuzzug folgt, viele Jahre in Sklaverei verbringt, bis er mit Hilfe der schönen Sultanstochter fliehen kann, wird in der Fassung von Ludwig Bechstein wiedergegeben. Da der Papst dem Grafen eine zweite Ehe erlaubt, lebt er mit seiner deutschen und sarazenischen Gemahlin, die zu Freundinnen werden, glücklich und geliebt zu Dritt.
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(München März 2010)
„Nur schwerlich wird man eine Erzählung finden, die den inneren Zwiespalt der Sexualität, ihre Mystifikation zu einem überirdischen Erlebnis im Umkreis von Verbot und Verleugnung, mit wenigen Sätzen so prägnant und verständnisvoll schildert, wie diese Geschichte des ‚Marienkindes,‘“ urteilt Eugen Drewermann in seiner tiefenpsychologischen Auslegung. Er spricht von der „geheimnisvollen Widersprüchlichkeit und Rätselhaftigkeit“ der Motive, „ihrer ambivalenten Mischung aus Grausamkeit und Güte, aus Angst und Vertrauen, aus Glück und Unglück, aus Wahrhaftigkeit und Verlogenheit“, die das emotionale Kolorit dieses Märchens charakterisiere. Das Goethezeitportal publiziert den schwierigen Text mit Illustrationen von Oskar Herrfurth.
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(München März 2010)
Auch dieses Jahr stellt das Goethezeitportal Bilder und Texte zu Ostern bereit. Ostern wird in ihnen durchweg als Aufbruch der Natur gefeiert. Das religiöse Verständnis des Osterfestes, auf das häufig in Texten, seltener in den Postkartenbildern angespielt wird, bleibt im Hintergrund. Als Motive dienen u.a. Kinder, Lämmer, Küken und Eier, Frühlingslandschaft und Frühlingsblumen, besonders auch Palmkätzchen. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf Motiven mit Lämmern. So wie das Lamm traditionell als Zeichen des Lebens und der Unschuld verstanden wird und sein weißes Fell die innere Reinheit und Frömmigkeit symbolisiert, verweist das Osterlamm (Agnus Dei) in christlicher Sicht auf den Gottessohn, der unschuldig für die Menschen gestorben ist.
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(München März 2010)
Die Adaption der Ballade „Sally in Our Alley” von Henry Carvey, die Heinrich Christian Boie 1798 veröffentlichte, wurde zum Ausgangspunkt einer Erfolgsgeschichte. Mit der Melodie von Friedrich Silcher wurde „Die Lore am Tore“ zum beliebten Volks- und Studentenlied. Das Goethezeitportal publiziert die Texte mit zahlreichen Illustrationen auf Fotopostkarten und gemalten Postkarten.
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(München Februar 2010)
„Er ist der fruchtbarste, vielseitigste und originellste aller deutschen Lyriker, und verdiente es, bald auch der geliebteste, vornehmlich der deutschen Frauen zu werden“, urteilt das Damen-Conversations-Lexikon 1837 über Friedrich Rückert. Hervorgehoben wird die „Schalkhaftigkeit seiner Muse, welche die Sprache selbst neckt, wie eine schelmische Geliebte, und aus ihren Launen die sprühendsten Witzfunken sammelt zu buntfarbig brennenden Liedersträuschen.“ Aus der Sammlung „Liebesfrühling“, entstanden in der Zeit seiner Liebe zu Luise Wiethaus, publiziert das Goethezeitportal eine Auswahl von Gedichten mit Illustrationen von Edmund Brüning.
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(München Februar 2010)
Die vier Faust-Bilder des Dresdner Malers Gustav Schlick sind wenig bekannt. In Reproduktionsstichen – die vom Goethezeitportal wiedergegeben werden - machte sie der Sächsische Kunstverein 1834 zur Vereinsgabe an seine Mitglieder. Die Illustrationen zeichnen sich durch genaue Wiedergabe der zeitgenössischen Tracht aus. „So wie Gretchen aus der Kirche kommt: fußfreier Rock, Ballonärmel und Schulterkragen über dem Ausschnitt, hätte sie im Beginn der dreißiger Jahre ohne aufzufallen über die Straße gehen können.“ (Max von Boehn) Die Kompositionen ähneln Bühnenszenen bzw. lebenden Bildern, wie sie damals beliebt waren.
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(München Februar 2010)
Als „eines der ersten wirklich bedeutenden Werke Schwinds“ gilt das große Ölbild „Ritter Kurz Brautfahrt“ (1840) nach der gleichnamigen Ballade Goethes. Das Bild, das mit vielen anderen Werken der Romantik im Münchner Glaspalast 1931 verbrannte, wird hier nach alten Reproduktionen wiedergegeben. Schwind ist es um die Erzählung der ganzen Ballade zu tun. Die einzelnen Begebenheiten, die das Resümee „Widersacher, Weiber, Schulden, / Ach! kein Ritter wird sie los“ bewahrheiten, werden im Hintergrund einer buntbewegten Marktszene nebeneinander entwickelt. Der Maler „flicht eine unendliche Fülle von kleinen und kleinsten Nebenbeziehungen in die Handlung ein“ und porträtiert im Markttreiben seine Künstlerfreunde.
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(München Dezember 2009)
Im 19 Jahrhundert waren „Papiertheater“ beliebt, für die es gedruckte Ausschneidebogen für Figuren, Kulissen usw. gab. Die Erfolgsstücke der zeitgenössischen Bühne wurden hier von den Kindern nachgespielt. So auch die Dramen von Schiller. Das Goethezeitportal publiziert einen Kostümbogen für Don Carlos, der eine Vorstellung gibt, wie die Figuren des Dramas auf der Bühne – Vorbild ist eine Berliner Aufführung unter dem Intendanten Graf Karl von Brühl – kostümiert waren.
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(München Dezember 2009)
Als Beilage für das Jubiläumsheft Nr. 50 der Zeitschrift „Die zeitgemäße Schrift“ erschien 1939 eine Broschüre mit Sprüchen Goethes über Tiere. Sie wurde gedruckt in der Berliner „Meisterschule für Graphik und Buchgewerbe.“ Die witzigen Holzschnitte illustrieren pointiert den Inhalt.
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(München November 2009)
Unter den Liebigbildern, den berühmtesten und am weitesten verbreiteten Sammelbildern, erschien 1911 eine Serie von Illustrationen zur Symphoniekantate „Fausts Verdammung“ von Hector Berlioz (1803-1869). Für Berlioz, „eine künstlerische Vielfachbegabung von äußerstem Anspruch und Raffinement“ (Hans Joachim Kreutzer), wurde Goethes Faust zu einem entscheidenden Bildungserlebnis. Sein Frühwerk, „Huit scènes de Faust“ ließ er Goethe zukommen, aber der wandte sich an Zelter, der ein vernichtendes Urteil abgab. Mit „La damnation de Faust“, 1869 uraufgeführt, schuf Berlioz eine eigenständige romantische Deutung des Faust-Mythos. Das Goethezeitportal publiziert diese Bilder mit Hinweisen und Dokumenten zur Entstehung und Aufnahme des Werkes.
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(München November 2009)
Von Mai bis August 1788 wohnte Schiller in Volkstedt, in der Nähe von Rudolstadt, Ende August zog er nach Rudolstadt um. Er verkehrte im Hause Lengefeld – heute „Schillerhaus“ mit Museum - und lernte die Schwestern Charlotte und Caroline kennen und lieben. So kam es im „Rudolstädter Sommer“ 1788 – wie Biographen annehmen - zu einem „romantisch-erotischen Dreiecksverhältnis“ (Eckhard Fuhr). 1790 heiratete er Charlotte. In der Inflationszeit nach dem Ersten Weltkrieg widmete Rudolstadt den Schiller-Stätten und dem Lied von der Glocke zwei Serien Notgeld, die das Goethezeitportal mit Erläuterungen publiziert.
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(München September 2009)
Zu dem Volksmärchen "Der Wolf und die sieben Geislein" publiziert das Goethezeitportal die Postkartenserie des populären Malers Oskar Herrfurth (1862-1934) sowie Illustrationen von Ludwig Richter. Zur Lektüre laden ein die Texte des Volksmärchens in den Fassungen der Brüder Grimm und von Ludwig Bechstein.
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(München September 2009)
Die „Wunderbaren Reisen zu Wasser und zu Lande, Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen, wie er dieselben bei der Flasche im Zirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt“, die sprichwörtlich gewordenen „Münchhausiaden“, werden im Goethezeitportal in Illustrationen verschiedener Künstler vorgestellt. Die erste Postkartenserie von Oskar von Herrfurth (1862-1913) wird hier durch eine zweite Folge mit weiteren 6 Lügengeschichten ergänzt. Wiederum gelingen dem Künstler effektvolle und witzige Umsetzungen ins Bild.
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(München August 2009)
„Der standhafte Zinnsoldat“ ist ein bekanntes, weil rührendes Märchen von männlicher Standhaftigkeit, unerfüllter Sehnsucht und Treue von Hans Christian Andersen. Ein Kind hat in den 1950er Jahren daraus ein Buch gemacht, den Text auf Seiten mit Schmuckrand eigenhändig geschrieben und mit naiven Illustrationen geschmückt. So entstand ein Unikat, das das Goethezeitportal erstmals publiziert.
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(München August 2009)
Von dem populären Maler und Illustrator Oskar Herrfurth (1862-1934) publiziert das Goethezeitportal eine Postkartenserie zum Märchen vom „Schlaraffenland“. Beigefügt sind Holzstiche von Ludwig Richter. Zur Lektüre laden ein die Texte des Volksmärchens in den Fassungen der Brüder Grimm und von Ludwig Bechstein sowie das reizvolle Kinderlied „Vom Schlaraffenlande“ von Hoffmann von Fallersleben.
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(München August 2009)
Der Kupferstecher, Zeichner und Maler Chodowiecki veröffentlichte 1781 eine Folge von 12 von ihm selbst ohne Textvorlage entworfenen Bildern, die vorbildliche Beschäftigungen junger Damen höheren Standes zeigen. Die Folge ist somit ein Dokument für die Auffassung vom rechten Leben junger Frauen in der Spätaufklärung.
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(München August 2009)
„Die Entstehungsgeschichte dieses Totentanzes dokumentiert die Umstrittenheit der Todesthematik im späten 18. Jahrhundert. Chodowiecki versuchte bereits 1780 erfolglos eine entsprechende Bildfolge zu veröffentlichen, stellte dieses Vorhaben nach verschiedenen Absagen für mehr als zehn Jahre zurück, stieß dann aber immer noch auf Widerstand.“ (Ulli Wunderlich) Schließlich gelang die Publikation in einem Kalender auf das Jahr 1791. Das Goethezeitportal publiziert die Kupferstiche mit den kurzen Beschreibungen, die der Künstlers in einem Brief gab, sowie den gedruckten Erklärungen im Kalender.
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(München Juli 2009)
Die sechs Genreszenen zur Ballade „Die Glocke“ von Schiller, aus dem Verlag von L. Stottmeister in Braunschweig, verweisen durch die Aussparung des Zitat- und Textfeldes auf ihre Entstehung um 1900 (auf der Rückseite durfte nur die Adresse stehen). Wie an den Kostümen ersichtlich, lässt der Künstler die Handlung am Übergang des späten Rokoko zum Empire spielen, mischt aber auch realistisch gegebene Szenen darunter.
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(München Juli 2009)
„Hochland. Ein Ausflug ins Land der Berge voll Alpenzauber und Höhenluft“, gesammelt von Ernst Weber und mit Bildschmuck von Franz Hoch (1869-1916), erschien 1903 im Verlag des deutschen Spielmanns. Daraus publiziert das Goethezeitportal Illustrationen zu Gedichten Goethes („Schäfers Klagelied“) und Schillers („Berglied“), Uhlands („Die Kapelle“), Lenaus und anderer sowie zu Bechsteins Sage „Die verwünschte Stadt“. Das Programm der Reihe sieht vor, dass jeder Band durch einen Künstler illustriert wird, „dessen Eigenart sich dem betreffenden Gebiet ungezwungen anpasst und zwar in einer Weise, die bestrebt ist, den Stimmungscharakter des Ganzen zu erfassen und wiederzugeben, in dem Bilde gleichsam ein neues Gedicht zu schaffen.“
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(München Juli 2009)
Der von Goethe geschätzte Maler und Zeichner Johann Heinrich Ramberg (1763-1840) war der beliebteste Lieferant von „Almanachküpferchen“ für die Taschenbücher seiner Zeit. Sein Talent gilt als „fruchtbar, beweglich, liebenswürdig“ (Max von Boehn), die Almanachkupfer werden als gefällig, launig und schalkhaft gelobt, manchmal mit vorzüglichen Charakterisierungen und bildnerischen Einfällen (wie dem aus dem Pudel sich entwickelnden Mephisto). Von den 16 Faust-Illustrationen für „Minerva. Taschenbuch für das Jahr 1828“ und 1829 werden hier 9 aus einer bibliophilen, einer Handschrift nachgebildeten, in Pergament gebundenen Ausgabe von Goethes Faust publiziert. Mit einer Kurzbiografie und 2 Bildnissen von Ramberg sowie einer Würdigung der Illustrationen durch den Kulturhistoriker Max von Boehn.
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(München Mai 2009)
Die einer Handschrift nachgebildete bibliophile Faust-Ausgabe im Askanischen Verlag von 1924 enthält eine umfängliche Sammlung von Illustrationen zum Werk. Daraus publiziert das Goethezeitportal 5 wenig bekannte Holzschnitte nach Zeichnungen von Gabriel Max (1840-1915), die 1879 bzw. 1886 erstmals erschienen sind. Darunter eine hinreißende Komposition zum „Hexen-Einmaleins“. Max, der einige Jahre als Professor der Historienmalerei an der Münchner Akademie tätig war, wurde durch seine „mystische Richtung“ bekannt. Die Kritik bescheinigt ihm, dass er „das Sentimentale mit dem Grauenhaften und Nervenerregenden geschickt zu mischen versteht“. Beigefügt sind die Bezugstexte und eine Kurzbiografie von Gabriel Max.
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(München Mai 2009)
Von Friedrich von Matthisson (1761-1831), „dem Landschaftsmaler unter den Dichtern, dem Sänger der Elegien und Mondscheinnächte, der Frühlingsbilder und Elfentänze, einem der Lieblinge unserer Lyrik“, wie das Damen Conversations Lexikon einige Jahre nach seinem Tod formuliert, publiziert das Goethezeitportal die Gedichte „Elysium“ und „Der Genfersee“. Beigefügt sind die Kritiken von Wieland und Schiller, Buchschmuck und Illustrationen sowie eine Kurzbiografie des Dichters.
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(München Mai 2009)
Das Werk „Freund Heins Erscheinungen in Holbeins Manier“, erschienen 1785 in Winterthur, vereinigt einen Totentanz des Schweizer Malers und Radierers Johann Rudolf Schellenberg in 25 Kupfern mit Texten des Weimarer Schriftstellers Johann Karl August Musäus. Innovativ sind beide Teile, die Motive der Blätter wie die Vers-Prosa-Mischung der Texte. Das Werk, von dem das Goethezeitportal eine Auswahl bietet, ist eine der wenigen Totentanzdarstellungen der Zeit.
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(München März 2009)
Die sechs Illustrationen zu Schillers Dramen von Hans Printz (1865-1925), einem Wiener Maler, zeichnen sich aus durch ihre textadäquaten Kompositionen. Sie charakterisieren das jeweilige Milieu und gleichen sich ihm stilistisch an.
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(München März 2009)
In der Restaurationszeit, nach der gescheiterten Revolution von 1848, wurden die Feiern zum 100. Geburtstag Schillers 1859 zu Demonstrationen einer freiheitlichen und nationalen bürgerlichen Gesinnung. Auf dem von Carl Jaeger entworfenen und radierten Erinnerungsblatt des Nürnberger Künstlervereins weist Schiller auffordernd auf das Zitat aus „Wilhelm Tell“: »Seid einig - einig - einig!« Das Blatt enthält eine Aufforderung zur Wiedergewinnung eines die deutschen Einzelstaaten umfassenden Kaiserreichs. Das Goethezeitportal stellt die Komposition vor und skizziert den Charakter der Schillerfeiern von 1859 als "bürgerliches Oppositionsfest" (Noltenius).
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(München März 2009)
Der Dresdner Maler Ernst Erwin Oehme (1831-1907) schuf von 1872 bis 1877 acht großformatige Gemälde zu Schillers „Glocke“, die sich heute im Stadtsaal der Stadtverwaltung der Stadt Flöha befinden. Auftraggeber war der Industrielle und kurzzeitige Miteigentümer der Plauer Baumwollspinnerei Clauß, Carl Louis Uhle.
Das Goethezeitportal publiziert die Illustrationen mit ihren Bezugstexten, Hinweisen zur Entstehung und Geschichte des Zyklus sowie Angaben zum Künstler.
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(München März 2009)
Von Johann Karl August Musäus (1735-1784) publiziert das Goethezeitportal „Die Bücher der Chronika der drei Schwestern“ aus den „Volksmärchen der Deutschen“, welche die Märchen- und Sagenstoffe „keineswegs in naiv volksmäßiger Gestalt“ wie die Gebrüder Grimm wiedergeben, sondern „in Wielands Manier mit allerlei satirischen Streif- und Schlaglichtern ausstatten“. Die Version der Brüder Grimm „Die drei Schwestern“ lädt zum Vergleich ein. Beigegeben sind eine farbige Titelillustration und Textillustrationen von Adolf Schrödter sowie Kurzbiografien von Musäus, Schrödter und den reproduzierenden Künstlern.
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(München März 2009)
Das Weserlied (“Hier hab' ich so manches liebe Mal / mit meiner Laute gesessen …") von Franz Dingelstedt, vertont durch Gustav Pressel, erlangte volkstümliche Berühmtheit. Die schmerzliche Rückerinnerung an die unerfüllte Jugendliebe, Lautenklang und Talblick, oben die rauschenden Bäume und unten die glitzernde Welle und das brausende Wehr – all dies entspricht literarischen Gemeinplätzen bürgerlicher Empfindung. Die Seite bringt 34 Illustrationen, darunter mehrere Postkartenserien, orientiert über den Dichter und Dramaturgen Franz von Dingelstedt (1814-1881) und stellt weiterführende Weblinks bereit. Die Reihe von Volksliedern wird fortgesetzt.
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(München März 2009)
Tiere, alt und lästig geworden, werden aus dem Dienst gejagt oder zur Schlachtung bestimmt. Esel, Hund, Hahn und Katze, die auf solche Weise der Welt Dank erfahren, solidarisieren sich und formieren sich, indem sie ihre Kräfte zusammen legen, erfolgreich zu einer Gang der Alten und Ausgestoßenen. So etwa geht die leicht aktualisierte Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten. Das Goethezeitportal publiziert die Fassungen aus den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm und von Ludwig Bechstein, der die Geschichte um einen Bäckergesellen erweitert, der von seinem Meister vor die Tür gesetzt wird, weil er die Kundschaft nicht betrügen will. Zuletzt bilden die Tiere eine Wohn- und Lebensgemeinschaft, eine Altenkommune sozusagen. Illustriert werden die Texte durch Postkarten, darunter eine Serie von Oskar Herrfurth (1862-1934), einem beliebten Illustrator von Märchen, und das Fresko von Max Slevogt aus dem Bremer Ratskeller.
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(München März 2009)
„König Watzmann und seine Kinder“ sind die wohl bekanntesten Berggesichter der Alpen. Mit Ansichten vom Berg und seinen Gesichtern publiziert das Goethezeitportal von den zahlreichen Varianten der Lokalsage die literarisch ausgearbeitete Fassung im „Deutschen Sagenbuch" (1853) von Ludwig Bechstein. Eingegangen wird auch auf die Verarbeitung des Stoffes in Ludwig Ganghofers „Martinsklause“ (1894), in der die Handlung in das hohe Mittelalter verlegt und mit der Christianisierung und Kultivierung des Landes in Verbindung gebracht wird.
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(München März 2009)
In der Idylle „Vom alten Turmhahn“ bezieht sich Eduard Mörike auf sein Pfarrleben in dem Dorf Kleversulzbach (1834-1843). Der Text, der zu den Hauptwerken des Dichters zählt, ist von Ludwig Richter illustriert worden. Das Goethezeitportal veröffentlicht den Text mit den Illustrationen, zwei Zeichnungen Mörikes aus Kleversulzbach sowie biografische Notizen und Porträts von Dichter und Illustrator.
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(München März 2009)
Die Burg „Weibertreu“ (bei Weinsberg) verdankt ihren Namen einer „Weiberlist“. Die Frauen in der belagerten Feste nutzten ein Kaiserwort, das ihnen freien Abzug mit allem, was sie tragen können, versprach, und nahmen als ihr kostbarstes Gut ihre Männer Huckepack. Die Sage hat Bürger und Chamisso zu Balladen angeregt. Der schwäbische Dichter Justinus Kerner, der am Fuße der Weibertreu sein Heim hatte, sorgte sich um die Erhaltung der Ruine und regte zu diesem Zweck die Bildung eines Frauenvereins an, dem die Burg vom König von Württemberg geschenkt wurde. So wurde Weibertreu zu einem „romantischen Wallfahrtsort“.
Das Goethezeitportal publiziert eine Auswahl von Ansichten, Historienbildern und Texten.
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(München März 2009)
Die 1689 zerstörte Burg Hohenbaden beim Kurort Baden-Baden, heute eine großartige Ruine mit prachtvoller Aussicht, war mehrfach Gegenstand von Sagen und Dichtungen. Das Goethezeitportal publiziert eine Sage mit dem romantischen Motiv vom Marmorbild und Gedichte von Max von Schenkendorf (1783-1817), der als ‚Sänger’ der Befreiungskriege gegen Napoleon bekannt wurde. In diesen Gedichten verbindet sich auf exemplarische Weise die Ruinenromantik mit dem Willen zur Wiederbelebung der altdeutschen Welt und dem religiös überhöhten Aufruf zur nationalen Erneuerung.
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(München März 2009)
Der Verlag von K. Ad. Emil Müller in Stuttgart gab eine Serie von 12 Postkarten mit Werken des Münchner Malers Wilhelm von Kaulbach (1804-1874) heraus. In ihr finden sich 6 Illustrationen zu Werken Schillers und zwei Karten mit Goethe-Motiven. Das Goethezeitportal publiziert die gesamte Folge und fügt hinzu: Zwei Bildbeschreibungen und Figurencharakteristiken von Ernst Förster aus Kaulbachs "Schiller-Gallerie" sowie Kurzbiografien von Kaulbach und Förster.
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(München Februar 2009)
Tells Apfelschuss soll auf dem Marktplatz von Altdorf, Hauptort des
Kantons Uri in der Schweiz, stattgefunden haben. Der Ort pflegt diese
Erinnerung durch ein monumentales Denkmal des Bildhauers Richard
Kissling, das 1895 eingeweiht wurde, und durch Tell-Aufführungen in
einem eigens dafür errichteten Theater.
Das Goethezeitportal publiziert das Denkmal in unterschiedlichen Aufnahmen sowie Bilder der Tell-Aufführungen.
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(München Februar 2009)
Die Feiern zum 100jährigen Geburtstag Schillers, einem nationalen Aufbruch nach Jahren der Reaktion, gestalteten sich in Frankfurt am Main besonders aufwendig. Im Mittelpunkt stand ein Festzug von über 6.000 Personen, 350 Pferden und 30 Festwagen, der von den Körperschaften der Stadt ausgerichtet wurde. Die Beschreibung des Festzuges und die Bilder der Festwagen, die das Gedenkbuch enthält, werden im Goethezeitportal neu publiziert.
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(München Februar 2009)
In seinen »Volksmärchen der Deutschen« (1782-86) erzählt J. K. A. Musäus fünf Sagen von Rübezahl, dem schlesischen Berggeist. Eine davon illustrierte Ludwig Richter in einer großformatigen Radierung, die der Sächsische Kunstverein für seine Mitglieder als Jahresgabe 1848 auswählte. Das Goethezeitportal publiziert die Sage zum Vergleich auch in der Fassung von Ludwig Bechstein und fügt die bekannteste Darstellung Rübezahls, durch Moritz von Schwind um 1845, bei. Biografische Notizen mit zwei Bildnissen von Musäus ergänzen die Seite.
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(München Februar 2009)
Eine Quelle auch für die Popularkultur bildet das Notgeld, wie es im und nach dem Ersten Weltkrieg ausgegeben wurde. Vielfach wurden die Scheine mit literarischen und kulturellen Motiven aus der Region bebildert. Das Goethezeitportal publiziert zunächst zwei Serien von 1921, nämlich das „Ritter-Staupitz-Geld“ der Stadt Döbeln (Sachsen) und die „Historia von Doctor Johann Fausten“ auf dem Notgeld der Stadt Roda in Altenburg. Die Sage von Ritter Staupitz variiert das Motiv der Weibertreue; die Sage vom Teufelsbündnis und dem schrecklichen Ende Fausts geht auf das Volksbuch von 1587 zurück.
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(München Januar 2009)
Graf von Pocci (1807-1876), Münchner Dichter, Zeichner und Musiker, wurde am bekanntesten durch seine illustrierten Kinder- und Volksbücher. Von ihm veröffentlicht das Goethezeitportal die Illustrationen zu „Hänsel und Gretel“, mit dem Text der Brüder Grimm.
In ähnlicher Art hat der Maler und Reproduktionskünstler Leopold Völlinger (1818-1844) das weit weniger bekannte Märchen „Der Fundevogel“ der Brüder Grimm illustriert. Auch hier geben wir Text und Illustrationen wieder.
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(München Dezember 2008)
Unter dem Titel „Rheinischer Sagen-Kreis“ veröffentlichte Adelheid von Stolterfoth (1800-1875), „adeliges Urgestein der Rheinlyrik“ (Gertrude Cepl-Kaufmann), 1835 eine Sammlung von Balladen, Romanzen und Legenden, die sich um Felsen, Burgen, Klöster und Städte des Rheins ranken. Der junge Alfred Rethel (1816-1859), bekannt durch seinen Zyklus „Auch ein Totentanz“, lieferte dazu die Illustrationen. Dieses Werk der Rheinromantik publiziert das Goethezeitportal vollständig in Wort und Bild.
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(München Oktober 2008)
Zu Goethes „Erlkönig“ („Wer reitet so spät durch Nacht und Wind ...“), einer der volkstümlichsten und darum auch am häufigsten parodierten Balladen, finden Sie über 20 Bilder, auf Postkarten, aus Büchern, als Wandgemälde. Darunter von so bekannten Künstlern wie Schwind oder Schnorr von Carolsfeld und Randzeichnungen von Neureuther. Beigeben sind die Texte von Goethe und Herder sowie Weblinks.
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(München Oktober 2008)
Mignon, das aus ihrer Heimat Italien entführte Mädchen aus Goethes Bildungsroman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, wurde zu einer Ikone der Italiensehnsucht. Selten ist eine literarische Figur so oft illustriert, sind ihre Lieder so häufig vertont worden. Das Goethezeitportal ergänzt die 100 Postkarten mit Mignon-Motiven um vier Postkartenserien. Das Modell auf einer dieser Serien ist Reta Walter, infolge ihrer erfolgreichen Mignon-Darstellungen auch Reta Walter-Mignon genannt. Die Sängerin an der Komischen Oper in Berlin wurde 1906 mit 21 Jahren „Opfer einer Liebestragödie“.
Zur Mignon-Serie: Reta Walter als Mignon
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(München September 2008)
„Ich hatt’ einen Kameraden“ von Ludwig Uhland wurde zum anonymen Volkslied. Ergänzt um den Refrain „Gloria, Gloria, Gloria Viktoria“ von Hugo Zuschneid wurde es zu einem der populärsten Kriegs- und Marschlieder, mit dem die deutschen Soldaten in den Ersten Weltkrieg zogen. Das Goethezeitportal publiziert eine Auswahl der Illustrationen auf Postkarten, die einen Einblick in die volkstümliche Ikonografie des Krieges geben.
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(München September 2008)
Die Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg bediente sich der Autoren der ‚Befreiungskriege’ gegen Napoleon. Am häufigsten werden Ernst Moritz Arndt und Theodor Körner zitiert, von deren Spruchkarten hier eine Auswahl vorgestellt wird. Die Postkarten sind typografisch gestaltet und teilweise aufwendig veredelt (Prägedruck, Silber- und Golddruck u.a.). In ihrer Bedeutung stellen sie komplexe Zeichengebilde dar. Sie arbeiten mit Flaggen und deren Farben sowie Wappen und Wappentieren, Standarten, Schwertern und Kronen, Eichenlaub u.a.m. Von besonderer Bedeutung ist das erstmals 1813 und von Wilhelm II. 1914 neu gestiftete Eiserne Kreuz. Eine Analyse hätte das Zusammenspiel dieser Elemente, die daraus resultierende Sinnbildung, die legitimierenden Bezugspunkte sowie die aufgerufenen Loyalitäten (Nation, Staat und Dynastie, Deutschtum) zu beschreiben.
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(München September 2008)
Der Künstler Kaspar Braun und der Buchhändler Friedrich Schneider, deren Verlag eine „Anstalt für Holzschneidekunst“ angeschlossen war, brachten von 1848 bis 1898 die „Münchner Bilderbogen“ mit insgesamt 1200 Nummern heraus. Die Bilderbogen waren in Schwarz-Weiß und in Schablonenkolorierung erhältlich und für breiteste Kreise erschwinglich. Die durchschnittliche Erstauflage betrug Mitte der 60er Jahre 10.000 bis 12.000 Blatt (Eichler). Nach einer kurzen Einführung wird hier der frühe Bilderbogen zu Schillers Tell als Ganzes und in Detailansichten wiedergegeben.
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(München September 2008)
Die Seite stellt eine repräsentative Auswahl der am weitesten verbreiteten Schillerbildnisse in Plastiken, Gemälden, Grafiken und Silhouetten vor. Als die unsere Vorstellung von Schillers äußerer Erscheinung prägenden Bildnisse heben sich die Plastiken von Dannecker, Klauer und Rietschel sowie die Gemälde von Graff, Simanowiz und Tischbein heraus. Diese Bildnisse werden durch Jagemanns Zeichnung von Schiller auf dem Totenbette und von späteren Formulierungen eines idealen Schillerbildnisses ergänzt. Beigegeben sind Kurzbiografien der Künstler.
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(München September 2008)
Zahlreiche patriotische Spruchkarten im Ersten Weltkrieg arbeiten mit Zitaten aus den Klassikern, vor allem von Schiller. Bei den Zitaten handelt es sich um >geflügelte Worte<, die aus ihrem Kontext entnommen und – oft auch gegen den ursprünglichen Sinnzusammenhang – für die Kriegspropaganda instrumentalisiert werden. Die abgebildeten Spruchkarten stellen komplexe Zeichengebilde dar, bei denen sich die Sprüche mit einer Reihe bildhafter Symbole verbinden. Die Sinnbildung, zu der die Karten anregen, entsteht aus dem Zusammenspiel dieser Elemente.
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(München August 2008)
Von den in der Goethezeit hoch geschätzten Illustrationen in Umrissradierungen von Moritz Retzsch (1779-1857) publiziert das Goethezeitportal - nach Goethes „Faust“ - Schillers Ballade „Der Gang zum Eisenhammer“ (1797), die mit der Zeile „Ein frommer Knecht war Fridolin“ beginnt. „Anmerkungen zu literarischen Umrissbildfolgen“ führen in diesen klassizistischen Illustrationsstil und seine Verwendung durch Retzsch ein.
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(München Juli 2008)
Die Trinkhalle im Kurort Baden-Baden wurde 1844 von dem badischen Hofmaler Jakob Götzenberger (1802-1866), einem Schüler von Peter von Cornelius, mit einem Freskenzyklus geschmückt, der Schwarzwaldsagen aus der Region illustriert. Den Konkurrenten Moritz von Schwind, der einen Rheinsagenzyklus geplant hatte, stach Götzenberger durch ein wesentlich billigeres Angebot aus.
Das Goethezeitportal publiziert die Sagen mit den 14 Bildern in Farbe wie in Schwarz-Weiß.
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(München Juli 2008)
„Muss i denn, muss i denn zum Staedtele naus ...“ ist eines der bekanntesten schwäbischen Volkslieder. Es wurde oft illustriert und hatte in der Vertonung durch Friedrich Silcher seinen Ort im Alltagsleben, wurde es doch immer gesungen, wenn es um einen Abschied mit der Hoffnung auf Wiedersehen ging. Das Goethezeitportal publiziert den Text mit den Noten und über 30 Illustrationen auf Postkarten, von denen zahlreiche 100 Jahre alt sind. Einen eigenen Abschnitt bilden die Adaptionen auf den Feldpostkarten im Ersten Weltkrieg – Abschied von seiner Liebsten nimmt hier der in den Krieg ziehende Soldat.
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(München Juli 2008)
Von Martin Disteli (1802-1844) publiziert das Goethezeitportal 16 Radierungen, mit den zugehörigen Zeichnungen, zu den Abenteuern des Freiherrn von Münchhausen. Der jung verstorbene, heute wenig bekannte Disteli ist ein Karikaturenzeichner und Illustrator von Rang. In München kurz geschult, kehrte er 1825 nach Olten zurück zu fast ausschließlich illustrativer Tätigkeit.
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(München April 2008)
Das Goethezeitportal publiziert das Gedicht „Der Mönch von Heisterbach“von Wolfgang Müller von Königswinter (1816-1873), dem einst beliebten "Sänger des Rheines", mit einer Illustration der Sage, mehreren Ansichten der Klosterruine Heisterbach, einem beliebten Motiv der Rheinromantik, und Erläuterungen zur Geschichte der ehemaligen Zisterzienserabtei bei Königswinter im Siebengebirge.
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(München April 2008)
Johann Heinrich Ramberg (1763 – 1840), seit Chodowieckis Tod der gesuchteste Illustrator in Deutschland, hat eine „Gallerie zu Göthe’s Werken“ geschaffen, von denen das Goethezeitportal die Bilder zu Goethes Drama „Götz von Berlichingen“ publiziert. Die Folge erschien in „Minerva, Taschenbuch für das Jahr 1824“, einem der zwischen dem späten 18. und der Mitte des 19. Jahrhunderts überaus beliebten kleinformatigen Sammelpublikationen. Ähnlich wie die Musenalmanache dienten auch die literarischen Taschenbücher der literarisch-geselligen Kommunikation. Sie kamen rechtzeitig vor Weihnachten auf den Markt und wurden gerne als Geschenke, vor allem für Frauen verwendet. Da Musenalmanache und Taschenbücher ein breites Publikum erreichten, spiegeln sie in der Auswahl der Texte und Bilder den Geschmack der gebildeten Öffentlichkeit. Die Illustrationen zum „Götz“ geben überdies einen Einblick in die Ausgestaltung dramatischer Szenen auf der damaligen Bühne und in der Fantasie zeitgenössischer Rezipienten.
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(München Februar 2008)
Das Volkslied aus Thüringen „Ach, wie ist’s möglich dann, / dass ich dich lassen kann“ (auch zitiert nach der zweiten Strophe: „Blau blüht ein Blümelein, / Das heißt Vergissnichtmein“) ist in der Fassung von Helmine von Chézy (1783-1856) zu einem bekannten, mehrfach vertonten und häufig illustrierten Volkslied geworden. Mit dem Text publiziert das Goethezeitportal eine Auswahl von Illustrationen auf Postkarten. Ausschnitte verdeutlichen Gestik und Körperhaltung der Liebenden. Eine Vorstellung, wie mit diesem Lied im Alltag umgegangen wurde (von seinem „Sitz im Leben“), geben literarische Rezeptionszeugnisse von Eugenie Marlitt und Ludwig Thoma.
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(München Februar 2008)
Die von einem unbekannten Künstler, der mit E. Schütz signiert, im Jugendstil gestalteten Karten wurden von den Brüdern Kohn in Wien, einem führenden Postkartenverlag, herausgegeben. Illustriert werden Goethes Gedichte "Der Fischer", "Der Gott und die Bajadere", „Die Spinnerin“, „Der Rattenfänger“, „Der Zauberlehrling“ und das „Hochzeitlied“. Die Texte sowie Erläuterungen sind den Illustrationen beigegeben.
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(München Februar 2008)
In Goethes Bildungsroman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ erhält der Protagonist nach Beendigung seiner Lehrjahre einen Lehrbrief. Wilhelm gibt das Theater auf, um sich bürgerlichen Geschäften und der Erziehung seines Sohnes Felix zu widmen; "mit dem Gefühl des Vaters hatte er auch alle Tugenden eines Bürgers erworben". Überreicht wird ihm der Lehrbrief im Rahmen einer Feier von der "Turmgesellschaft", die darauf Anspruch macht, sein Leben überwacht und seine Bildung geleitet zu haben. Nach glücklicher Beendigung der Lehrzeit nimmt sie ihn als Mitglied auf. Der Lehrbrief enthält allgemeine Wahrheiten mit Bezug auf Wilhelm: Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig usw. Das Goethezeitportal publiziert den Lehrbrief in einer typographischen Gestaltung durch die Gewerbeschule der Stadt Bern 1945.
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(München Februar 2008)
Theodor Körner (1791-1813), Sohn des Schillerfreundes Gottfried Körner, ist der bekannteste ‚Freiheitssänger’ der Kriege gegen Napoleon. Er trat dem Lützowschen Freikorps bei und fiel am 26. August 1813. Die posthume Sammlung „Leyer und Schwert“ enthält einige der wirkungsmächtigsten Kriegsgedichte der deutschen Literatur. Das Goethezeitportal publiziert Bildnisse des Dichters und Bilder von Erinnerungsorten zusammen mit literarischen Zeugnissen, die das Selbstverständnis Körners und befreundeter ‚Patrioten’ dokumentieren und der Haltung Goethes gegenüberstellen. Weitere Seiten zu Körner als Lützower Jäger und zur Rezeption seiner Gedichte im Ersten Weltkrieg sind in Vorbereitung.
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(München Dezember 2007)
Goethes »Faust«, dessen erster Teil unter dem Titel »Faust. Eine Tragödie« zur Ostermesse 1808 erschien, regte bald Illustratoren an. Der junge Peter Cornelius zeichnete ab 1809 Blätter zu diesem Werk und ließ sie durch Sulpiz Boisserée – einem der frühesten Sammler altdeutscher Malerei und Verfechter der Vollendung des Kölner Domes – Goethe zukommen, der die glückliche Verschmelzung von Form und Inhalt lobte, jedoch vor Überschätzung der altdeutschen Kunst warnte. Die 12 Blätter eschienen mit einer Widmung an Goethe 1816 bis 1826 im Verlag von F. Wenner in Frankfurt.
Das Goethezeitportal publiziert alle Zeichnungen und fügt Dokumente zur Entstehungsgeschichte wie zur Aufnahme durch Goethe bei. Die Kompositionszyklen von Cornelius, Moritz Retzsch und Eugène Delacroix, die bedeutendsten zu Goethes Lebzeiten, können nun miteinander verglichen werden.
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(München November 2007)
„Da das menschliche Gemüth nichts leichter reizt als unterdrückte und beleidigte Unschuld, nichts inniger befriedigt als ihre Beschützung und Rettung“, schreibt das >Damen Conversations Lexikon<, hat das Schicksal der Genovevas eine ungewöhnliche Theilnahme erweckt. Die Legende von der treuen, aber schändlich verleumdeten Gattin, die mit ihrem im Kerker geborenen Sohn Schmerzenreich sechs lange Jahre im Wald überlebt, ist in der Romantik literarisch (Tieck), musikalisch (Schumann) und bildlich gestaltet worden. Das Goethezeitportal veröffentlicht die Illustrationsfolge, die Joseph von Führich (1800-1876) in seiner Frühzeit geschaffen hat. Den Bildern sind die Bezugstexte, die Erinnerungen des Künstlers über seine Wendung zur Romantik und die Entstehung der Bilder sowie weiterführende Links beigegeben.
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(München November 2007)
Die ersten beiden Teile von Heinrich Pestalozzis Volksroman „Lienhard und Gertrud“ (1781) erschienen 1844 in einer Neuausgabe mit 13 lithografierten Federzeichnungen des früh verstorbenen Schweizer Künstlers Hans Bendel (1814-1853). In liebevoll ausgestalteten Interieurs werden die Hauptpersonen nahsichtig dargestellt: Lienhard und Gertrud mit ihren Kindern, der Vogt und seine Frau, Junker Arner, der Bauer Rudi u.a.m. Der idealrealistische Stil erinnert stark an Bendels Münchner Lehrer Wilhelm Kaulbach. Das Goethezeitportal publiziert die Illustrationen mit den Bezugstexten. Die Dokumentation wird ergänzt durch Kurzbiografien von Pestalozzi (mit seinem Bildnis) und Bendel sowie Weblinks.
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(München Oktober 2007)
Das Gedicht "Der frohe Wandersmann", das mit den Worten beginnt: "Wem Gott will rechte Gunst erweisen / Den schickt er in die weite Welt", wird vom Taugenichts in Eichendorffs gleichnamiger Erzählung bei seinem Aufbruch in die Welt gesungen. Es wurde zu einem der bekanntesten, oft illustrierten und vertonten deutschen Wanderlieder. Seit dem späten 19. Jahrhundert, im Zuge der sich verschärfenden ethnischen, sprachlichen und kulurellen Konflikte, wurde das Lied von Gruppen, die sich dem Schutz des deutschen >Volkstums< im habsburger Kaiserreich oder im Ausland verschrieben, ideologisch und politisch instrumentalisiert.
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(München Oktober 2007)
Georg Büchners "Dantons Tod", erstmals 1835 in einer entstellten Version publiziert, wurde erst im frühen 20. Jahrhundert für die Bühne entdeckt. Zur Uraufführung kam es 1902, den Durchbruch brachte die Inszenierung von Max Reinhardt am "Deutschen Theater" in Berlin 1916. In der Weimarer Republik eroberte sich das Stück endgültig die Bühnen. Auch der Stummfilm nahm sich des Stoffes an ("Danton" 1921, mit Emil Janninngs als Danton und Werner Krauss als Robespierre). Der Aufstieg des Revolutionsdramas zum >Klassiker< spiegelt sich in llustrierten Einzelausgaben der Zeit. Das Goethezeitportal publiziert die Illustrationen des Verlages Ernst Guenther in Freiburg i.Br. 1920. Sie orientieren sich an der Ästhetik der expressionistischen Bühne und des expressionistischen Stummfilms.
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(München August 2007)
Die Publikation von Sagenillustrationen, die mit der Sage vom Rattenfänger von Hameln begonnen wurde, setzen wir mit drei Sprungsagen (Der Jungfernsprung auf dem Oybin, Der Mägdesprung über das Selketal, Die Roßtrappe über der Bode im Harz) und der Sage vom Riesenspielzeug des Riesenfräuleins auf Burg Nideck im Elsaß) fort. Ausgangspunkt sind Illustrationen, die sich durch die beigegebenen Sagen (Brüder Grimm, Bechstein u.a.) erschließen. Von Fall zu Fall werden weitere Illustrationen, bei Ortssagen auch Bilder der Schauplätze hinzugefügt.
Der Jungfernsprung auf dem Oybin
Der Mägdesprung über das Selketal
Die Roßtrappe über der Bode im Harz
Sage vom Riesenspielzeug des Riesenfräuleins auf Burg Nideck im Elsaß
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(München Juni 2007)
Ludwig Uhlands Gedicht „Der Wirtin Töchterlein“, meist nach der ersten Zeile „Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein“ zitiert, wurde im 19. Jahrhundert zu einem oft illustrierten und vertonten Volks- und Studentenlied. Es verbindet die „poetische Erfassung des Volkstümlichen“ mit einer „einfachen, höchst knappen Prägnanz der Form“, wie es in der Würdigung von Meyers Konversations-Lexikon heißt. In der Rezeption wurde das Gedicht den Rheinliedern zugeordnet und damit zu einem Bestandteil der Rheinromantik. Das Goethezeitportal publiziert den Text zusammen mit gemalten und fotographischen Postkarten, die ihn in eine Folge von Bildern umsetzen.
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(München Juni 2007)
„Recht interessante und gestreiche Umrisse zu Faust von Retzsch habe ich in Dresden gesehen. Wenn er sie ebenso auf die Platten bringt, so wird es ein gar erfreuliches Heft geben,“ schreibt Goethe 1810 an Cotta.
Auch später hat er sich mehrfach lobend über diese Illustrationen geäußert, obschon er den Faust, als „zu poetisch“, „wenig für die bildende Kunst geeignet“ hielt (Gespräch mit Stieler, 1823).
Das Goethezeitportal publiziert die gesamte Folge von 26 Umrissen, ergänzt um die referierten Textauszüge.
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(München Juni 2007)
Das Märchen von der bösen Schwiegermutter, dem treuen Schwesterlein und dem Rehlein, in das das Brüderchen verwandelt wird, wurde 1842 von Otto Speckter (1807-1871) illustriert. Otto Speckter, „der norddeutsche Richter“, war ein beliebter Illustrator, vor allem von Kinderbüchern. Die originalen, hier wiedergegebenen Zeichnungen wurden erst 1920 publiziert. Den Bildern gibt das Goethezeitportal den Text aus den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm bei.
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(München Juni 2007)
Das Märchen von den „sieben Schwaben“ karikiert und verspottet die Schwaben, die hier in wahren „Schwabenstreichen“ vorgeführt werden. Mit dem Text publiziert das Goethezeitportal die Bilder von Georg Mühlberg (1863-1925), der zahlreiche Märchen, Fabeln und andere Jugendbücher illustriert hat. Die Links verweisen auf verschiedene Versionen der Jahrhunderte alten Volkserzählung.
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(München Mai 2007)
Die Bilderfolge "Von den sieben Raben und der treuen Schwester" führte Moritz von Schwind vom August 1857 bis Juli 1858 aus. Die Fabel handelt von einer armen Mutter mit 7 Söhnen und einer Tochter, die sich durch das Geschrei der Knaben nach Brot zu dem Wunsch hinreißen lässt, sie sollten lieber Raben geworden sein - worauf alle 7 als Raben zum Fenster hinausfliegen. Das Märchen erzählt, wie das Mädchen ihre Brüder erlöst und dabei selbst fast als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Die Bilder wurden als Aquarelle, mit Wasserfarben getönte Federzeichnungen, ausgeführt. Sie bilden einen Fries, der durch romanische Säulenstellungen gegliedert wird. Die Bildfolge nahm auf der großen deutschen Kunstausstellung, die 1858 zur Feier des 700jährigen Jubiläums der Stadt München stattfand, den Ehrenplatz ein. Das Goethezeitportal publiziert den Text des Märchens mit den Illustrationen in einem Mappenwerk und auf zwei Postkartenserien. Beigegeben ist das Gedicht „An Moritz von Schwind von Eduard Mörike.
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(München Mai 2007)
Gottfried, als jüngster von drei Brüdern „das Stichblatt aller Neckereien“, macht sich auf in die weite Welt, um sein Glück zu suchen. Er findet es in einem Schwan, an dem festklebt, wer ihn berührt: Gottfried wird reich und gewinnt die Königstocher. Das Goethezeitportal publiziert den Text des weniger bekannten Märchens aus dem „Deutschen Märchenbuch“ von Ludwig Bechstein mit Illustrationen von Ludwig Richter und einer Silhouette.
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(München Mai 2007)
Mit „Aschenbödel“ bzw. „Aschenputtel“ beginnt das Goethezeitportal die Publikation einer Reihe von Märchen und ihrer Illustrationen. Dabei werden, wie auch in unseren anderen Text-Bild-Serien, Illustrationen der Hoch- wie der Popularkultur berücksichtigt. Beigegeben sind stets der Text des Märchens, in der Regel also die Fassung der Brüder Grimm in ihren „Kinder- und Hausmärchen“, ggf. weitere Bearbeitungen (z.B. von Ludwig Bechstein; Adaptionen im Theater und Film) sowie Hinweise auf Literatur und Weblinks. Die Geschichte vom „Aschenbrödel“ - trotz aller Intrigen der bösen Stiefmutter und ihrer Geschwister wird die gedemütigte Halbwaise vom Königssohn heimgeführt - wurde eines der bekanntesten deutschen Märchen, nicht zuletzt wohl auf Grund seiner positiven moralischen Botschaft. Dem Text sind 19 Illustrationen auf Postkarten beigegeben.
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(München April 2007)
Die anonyme Postkartenserie wurde vom Kunstverlag Theo Stroefer in Nürnberg zum 100jährigen Jubiläum von Schillers „Wilhelm Tell“ 1904 oder aus Anlass der Schillerfeiern 1905, zum 100. Todestag des Dichters, auf den Markt gebracht. Die Illustrationen bilden ein historisches Zeugnis der Schillerrezeption. Den Bildern gibt das Goethezeitportal den Bezugstext bei.
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(München April 2007)
Zu Goethes idyllischem Epos „Hermann und Dorothea“ publiziert das Goethezeitportal – nach der Bildfolge von Arthur von Ramberg und der Postkartenserie aus dem Verlag Paul Fink – die Illustrationen von Emil Klein (1865-1943). Wie sein Lehrer Liezen-Mayer, der bekannte Faust-Illustrator, befaßte sich auch Klein mit Illustrationen literarischer Werke. Seine historisierenden Bilder zu „Hermann und Dorothea“ orientieren sich stark an Rambergs populärer Folge. Gemüthaftes Erzählen und Liebe zum Detail kennzeichnen seine malerisch gehaltenen Blätter.
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(München April 2007)
Die Serie von sechs Prägedruckkarten stammt vom Postkartenverlag Paul Fink Berlin. Der Verlag hat vor dem Ersten Weltkrieg weitere Dichter-Serien (z.B. Theodor Körner, Schiller) herausgegeben. Von den Karten, die keinen Künstler ausweisen, sind einige 1902 gelaufen. Die teilweise dilettantisch wirkenden Bilder greifen die traditionell ausgewählten Szenen auf. Reizvoll sind die Farben dieser Chromolithos (Steindrucke in Farben), die an Aquarelle erinnern.

(München April 2007)
Zum 100. Todesjahr Schillers brachte der Verlag von Hans Bleher in Stuttgart eine sechsteilige Postkartenserie heraus. Die Karten sind Montagen von Bildern aus den jeweiligen Lebensabschnitten und Schaffenszeiten: Bildnisse, Ansichten von Erinnerungsorten, Szenen aus Dramen etc. Dieses Bildmaterial wird auf den sorgfältig gestalteten Karten, einem Dokument der Schillerfeiern 1905, erläutert.
(München April 2007)
Im Ersten Weltkrieg erschienen llustrationen von Hans Volkert zu Gedichten Eichendorffs als "Künstlerkarten des Volkskunstverlags". Die "Eichendorff-Gedichte", von denen das Goethezeitportal eine Auswahl publiziert, umfassen mehrere Serien. Volkert - Maler, Zeichner, Radierer, Illustrator und Medailleur in München – hat sich im Bereich der Volkskunst und Kunsterziehung engagiert. In den Illustrationen zu Eichendorffs Gedichten dominieren Landschaft und Heimat; sie können der Neuromantik zugeordnet werden.
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(München März 2007)
Das Gedicht „Der Lindenbaum“ (1823), mit den Anfangszeilen „Am Brunnen vor dem Tore / Da steht ein Lindenbaum“, aus dem Zyklus „Die Winterreise“ von Wilhelm Müller ist zum Volkslied geworden. Es wurde mehrfach komponiert, vor allem durch Franz Schubert, und vielfach illustriert. Mit dem Text und einer Biographie des „Griechenmüller“ publiziert das Goethezeitportal 20 alte Postkarten mit gemalten oder fotografierten Motiven dieses Liedes.
(München März 2007)
Das Gedicht „Ungeduld“, mit der Anfangszeile „Ich schnitt es gern in alle Rinden ein“, erschien 1820 in der Sammlung "Sieben und siebzig Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten". Ähnlich wie „Der Lindenbaum“ wurde auch dieses Gedicht Wilhelm Müllers im 19. Jahrhundert zum Volkslied, das vielfach komponiert, unzählige Male illustriert und auch parodiert wurde. Die Wendung „Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben!“ wurde als Liebes- und Treueschwur zum geflügelten Wort. Mit dem Text und einer Biographie des „Griechenmüller“ publiziert das Goethezeitportal 27 alte Postkarten mit gemalten oder fotografierten Motiven dieses Liedes.
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(München Januar 2007)
Ludwig Richter (1803-1884) war der beliebteste Illustrator des deutschen Heimes. Die Reihe „Im Winter“ stellt Szenen aus dem häuslichen (Dämmerstunde; Hausmusik; Kinderkarneval; Kinderstube; Tages Arbeit, abends Gäste; Winterspiele mit Rodel und Schneemann) und religiösen Leben in den Wintermonaten zusammen. Die Bilder, teilweise Illustrationen zu bekannten Texten (vor allem von Matthias Claudius), entwerfen Idealvorstellungen des bürgerlichen Lebens, freilich in idyllisierter und verkindlichter Form.
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(München Oktober 2006)
Eichendorffs Gedicht vom Treuebruch der Geliebten - „Das zerbrochene Ringlein“ mit der Anfangszeile „In einem kühlen Grunde“ (1813) - ist zum Volkslied geworden. Das Goethezeitportal publiziert Illustrationen aus alten Postkarten zusammen mit dem Text. Die 18 Bilddokumente, teils Serien und teils Einzelbilder, verdeutlichen den Spielraum der Illustrationen: gemalte Karten im Prägedruck, montierte Fotopostkarten, Scherenschnitt. Motivisch dominiert der Blick nach unten auf die Mühle und zurück auf das verlorene Glück. Beigegeben sind ein Porträt Eichendorffs und ein Bild des 1909 aufgestellten Denkmals in Ratibor.
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(München September 2006)
Als Geschenk für Frauen hatten Lyrikanthologien im Buchmarkt des späten 19. Jahrhunderts Konjunktur. Die Anthologie "Heidenröslein" (1. Aufl. 1886, 22. Aufl. 1895), nach Goethes zum Volkslied gewordenen Gedicht benannt, vereinigt klassische und romantische Liebes- und Naturlyrik mit zeitgenössischen Dichtungen. Für derartige Geschenkbände waren Ausstattung (goldgeprägte Einbanddecke, Goldschnitt, Rotdruck, Buchschmuck: Leisten, Vignetten, Initialen u.a.m.) und Illustrationen ebenso wichtig wie die Texte. Unsere Auswahl stellt den Illustrationen die Bezugstexte zur Seite.
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(München September 2006)
Goethes "Hermann und Dorothea" (Erstdruck 1798) ist eine "idyllisch-epische" Dichtung in Hexametern, deren neun Gesänge nach den Musen benannt sind. Sie spielt in einem rechtsrheinischen Städtchen und schildert einen Flüchtlingszug im Gefolge der Revolutionswirren. Im Mittelpunkt steht die Brautwahl: Hermann, der Sohn der Wirtsleute, und das Flüchtlingsmädchen, die ebenso schöne wie tüchtige und mutige Dorothea, werden ein Paar. Im 19. Jahrhundert wurde die Dichtung überaus hoch geschätzt, weil sie bürgerliche Lebensvorstellungen, nicht ohne Ironie vonseiten des Erzählers, in klassischer Form gestaltet. Von den zahlreichen Illustrationen fanden die Kompositionen von Arthur von Ramberg (1819-1875) „durch die Anmut der Darstellung“ besonderen Beifall.
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(München September 2006)
August Stukenbrok baute um 1900 in Einbeck eine Fahrradfabrik auf, die im Versandhandel tätig war. „Der Markenname >Deutschland-Fahrrad< mit dem bekannten Slogan >Mein Feld ist die Welt< wurde zum Begriff für solide und elegante, aber erschwingliche Fahrräder für jedermann.“ Mit der Erweiterung der Produktpalette entstand das erste deutsche Versandhaus. „Vom Automobil bis zur Zinkbadewanne wurden Gegenstände des täglichen Gebrauchs genauso wie Luxusartikel aus Einbeck in alle Welt verschickt.“ Die großen Versandkataloge, eine kulturgeschichtliche Quelle, liegen im Reprint vor. Die kolorierten Fotopostkarten mit Faust und Gretchen, die für „Deutschlands größtes Spezialhaus für Fahrräder und Sportartikel“ warben, sind im Goethezeitportal anzusehen.
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(München August 2006)
Edmund Brüning, geb. 1865, ist vor allem als Illustrator (Goethe, Faust; Chamisso, Heine, Körner, Rückert u.a.) bekannt. Das Goethezeitportal zeigt seine ganzseitigen Illustrationen zu Heines „Buch der Lieder“ in einer Prachtausgabe. Sie sind vielfältig in Ausdruck und Stil, zeigen lyrische und dramatische Szenen und erstaunen durch die Freiheit ihrer reizvollen Frauengestalten.
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(München Juli 2006)
Die Walpurgishalle wurde auf dem Hexentanzplatz in Thale / Harz errichtet und ist heute ein Museum. Sie wurde von dem Berliner Architekten Bernhard Sehring als Blockhaus im altgermanischen Stil 1901 erbaut. Die Idee zu der Halle stammt von dem Maler Hermann Hendrich (1854-1931), der für den Innenraum fünf große Gemälde schuf. Seinen Freund Ernst Wachler, der ein germanisches Heidentum propagierte, regte Hondrich an, ein Freilichttheater auf dem Hexentanzplatz zu bauen; als Harzer Bergtheater wurde es 1903 eröffnet. Das Goethezeitportal zeigt Ihnen die Bilder zur Walpurgisnacht in Goethes „Faust“, stellt den Referenztext bei und gibt Hinweise zur weiteren Beschäftigung mit dem ideologischen Hintergrund.
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(München Juni 2006)
„Die Chronik des fahrenden Schülers. Erstlich beschrieben von dem weiland Meister Clemens Brentano“ in der Ausgabe von 1888, mit Illustrationen von Eduard von Steinle (1810-1886), ist ein Dokument der katholischen Literaturpflege. Wilhelm Kreiten, der Herausgeber, war als katholischer Literaturkritiker tätig und vollendete die von J. B. Diel hinterlassene Biographie von Brentano. Die „im Geiste altdeutscher, christlicher Poesie“ geschriebene Dichtung erhält „auch äußerlich jene ihrem inneren Wesen entsprechende, altdeutsche Ausstattung in Schrift und Bild“. So wurde die Ausgabe zum Musterfall eines historistischen Buchdesigns in altdeutscher Manier.
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(München Mai 2006)
Schillers Gedicht „Pegasus im Joche“ (1796) stellt das Ross der Musen, auf dem die Dichter sich in Begeisterung emporschwingen, in den Mittelpunkt und thematisiert die unüberbrückbare Kluft zwischen dem freien Leben der Poesie und den Anforderungen des Arbeitslebens. Moritz Retzsch hat das Gedicht in Umrissen illustriert. Retzsch (1779-1857), Zeichner und Maler, machte sich durch romantische und mythologische Darstellungen, am meisten aber durch seine Umrisse zu großen Dichterwerken (Goethes Faust, Schiller, Shakespeare) einen Namen und wurde auch von Goethe geschätzt.
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(München Februar 2006)
Die „Wunderbaren Reisen zu Wasser und zu Lande, Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen, wie er dieselben bei der Flasche im Zirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt“, die sprichwörtlich gewordenen „Münchhausiaden“, wurden zuerst von Rudolf Erich Raspe in englischer (1785) und von Gottfried August Bürger mit verschiedenen Zutaten in deutscher Sprache (1786) bearbeitet. Auf dieser Postkartenserie werden ausgewählte Episoden von dem Illustrator und Maler Oskar Herrfurth (1862-1913) effektvoll und witzig umgesetzt.
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(München Dezember 2005)
Die 12-teilige, sehr beliebte Serie wird hier in deutscher und französischer Fassung gezeigt. Ihre unterschiedlichen Kolorierungen und Tönungen dokumentieren zahlreiche Auflagen und Bearbeitungen. Beachtenswert ist die Kunstfertigkeit des die Szenen arrangierenden Fotografen, z.B. die ‚Drapierung’ Gretchens in den wechselnden Kulissen. Sie trägt das zeitgenössische, nur leicht historisierte Kostüm aus dem Ende des 19. Jahrhunderts und ‚mittelalterliche’ Haartracht.
Gehe zu: Serie I | Serie II | Serie III | Serie IV | Serie V | Serie VI
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(München November 2005)
Andreas Müller (1831-1901) ist ein Schüler von W. Kaulbach und M. Schwind, er lehrte als Professor für kirchliche Kunst an der Münchner Akademie und war als Historienmaler und Zeichner für den Holzschnitt tätig. Der in der Tradition der Münchner Spätromantik stehende Zyklus zeigt detailgenaue, dichte Kompositionen, deren Erzählfreudigkeit anspricht. Mit dieser Serie liegt die vierte Folge von Illustrationen zu Schillers „Glocke“ vor. Vergleiche lassen sich ziehen mit Hans Kaufmann, Alexander von Liezen Mayer und Ludwig Richter.
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(München August 2005)
Die Faust-Illustrationen erschienen 1828 mit der französischen Übersetzung von Albert Stapfer. Im November 1829 zeigte Eckermann Goethe zwei Skizzen dieser Lithographien: Faust und Mephisto auf den Sturmpferden und die Trinkszene in Auerbachs Keller. „Goethe war von Delacroix’ ungestümem Strich mehr beeindruckt als begeistert, blieb aber durchaus verbindlich: Der Zeichner sei >ein großes Talent<, sagte er zu Eckermann, „das gerade am >Faust< die rechte Nahrung gefunden hat. Die Franzosen tadeln an ihm seine Wildheit, allein hier kommt sie ihm recht zu statten.<“ (Die Gazette, Nr.17, September 1999)
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(München August 2005)
Johann Christian Ruhls Umrißradierungen zu Bürgers Ballade „Lenore“ (1773) stehen in der Tradition der klassizistischen linearen Illustrationskunst (Flaxman). Die 12 Blätter setzen die Schauerballade mit all ihrer Leidenschaft adäquat um. Diese Geschichte – sagt A. W. Schlegel über „Lenore“ – „welche die getäuschten Hoffnungen und die vergebliche Empörung eines menschlichen Herzens, die alle Schauer eines verzweiflungsvollen Todes in wenigen leichtfasslichen Zügen und lebendig vorüberfliehenden Bildern entfaltet, ist ohne conventionelles Beiwerk.“ Als Regieanweisung zur rechten Lektüre rät Bürger einem Freund: Wenn Sie die Ballade „vorlesen, so borgen Sie einen Todtenkopf von einem Mediciner, setzen solchen bei einer trüben Lampe, und dann lesen Sie“. Mehr Informationen auf der Bürger-Seite des Goethezeitportals.
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(München Juli 2005)
Diese Serie zu Schillers „Wilhelm Tell“ gehört der Popularkultur an. Die Kompositionen wirken wie „stills“ eines alten Heimatfilms: Zwischen bewegten Gruppenszenen vor wechselnder Bergkulisse sind teils statuarische, teils pathetisch wirkende Auftritte mit wenigen Darstellern eingestreut. Auch die Mischung aus historischen und zeitgenössischen Kostümen und Charakteren unterstützt diesen Eindruck. Die Farbdrucke sind wohl in den 30er Jahren entstanden; der Künstler konnte nicht eruiert werden.
(München Juni 2005)
Das Goethezeitportal publiziert ein reich illustriertes Prachtwerk mit dem vollständigen Text von Schillers „Glocke“. Das Werk enthält 17 Kompositionen von Alexander Liezen-Mayer (1839-1898), ausgeführt in 6 Kupferstichen und 11 Holzschnitten. Liezen-Mayer war zuletzt als Professor der Geschichtsmalerei an der Kunstakademie in München tätig. Die Ornamente stammen von Ludwig von Kramer (1840-1908), Illustrator, Kirchen- und Historienmaler. Das repräsentative Prachtwerk war zur Auslage im Salon und mehr zum Beschauen als zum Lesen gedacht. Es zeichnet sich durch eine sorgfältige typographische Gestaltung und historistische Ornamentierung aus.
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(München Mai 2005)
Unter den äußerst zahlreichen Illustrationen zu Schillers „Glocke“ ist Hans Kaufmanns Illustrationsfolge durchaus eigenständig. Durch ihre Skizzenhaftigkeit und ihre zarten Aquarelltöne erhalten die Staffagefiguren Bewegung, was durch lebhafte Gestik und Körpersprache noch unterstrichen wird. Ausschmückende Erzählfreude, eine stets wechselnde Stadtkulisse wie auch der Wandel der Tageszeiten locken zum genauen Schauen.
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(München April 2005)
Mit der „Glocke“ schuf Schiller die Ballade des bürgerlichen Lebens. Sie war überaus populär, wie die zahlreichen geflügelten Worte belegen, die ihr entnommen wurden, und wurde zu einem der am häufigsten illustrierten Texte der klassischen Literatur im 19. Jahrhundert. Das Goethezeitportal publiziert mehrere Illustrationen und beginnt mit Ludwig Richter. Über ihn heißt es in Meyers Konversationslexikon: „Er hat durch seine gemütvolle Schilderung des deutschen Lebens, seinen liebenswürdigen Humor und die Fülle seiner Phantasie als Illustrator epochemachend gewirkt.“ Richter war der kongeniale Illustrator des bürgerlichen Weltbildes und seiner Wertvorstellungen.
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(München März 2005)
Friedrich (Fred) Kaskeline, geb. 1863 in Prag, war Schüler der Akademie in Wien unter dem Historien- und Porträtmaler Christian Griepenkerl. Er arbeitete als Illustrator des humoristisch-satirischen Wiener Arbeiterblattes "Glühlichter" (1889/90-1915) und war in Berlin Repräsentant und Spezialzeichner der illustrierten Journale "The Graphic" und "The Daily Graphic" (London). Im Ersten Weltkrieg schuf er Propagandagraphik, in den 20er Jahren stammen von ihm zahlreiche, sehr unterschiedliche Postkarten: modische, teils witzige, teils frivole Künstlerpostkarten, die auch in England Erfolg hatten, sowie Silhouetten mit diversen Themen (z.B. "Mein schönes Fräulein, darf ich's wagen?"). Aus dieser Schaffenszeit stammen wohl auch die Faust-Illustrationen.
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(München Januar 2005)
Über den Münchner Illustrationszeichner Hans Stubenrauch gibt es nur wenige gesicherte Daten. Diese weisen als sein Tätigkeitsfeld weniger die scharf karikierende als die launige Zeichnung zum Schmunzeln aus, wie man z.B. aus einigen Illustrationen in den „Fliegenden Blättern ersehen kann, denen er als Mitarbeiter seit 1907 angehörte. Anders als viele seiner Kollegen blieb Stubenrauch dem ‚altmodischen’ realistischen Stil des traditionellen Witzblattes treu, d.h. er ‚stilisierte’ nicht, wurde kein Jugendstil-Künstler. Die Postkarten-Serie zum Faust, die vielleicht um 1930 datiert werden kann, zeigt Stubenrauch jedoch als durchaus eigenwilligen Künstler: Neben den herkömmlichen Kompositionen im Freien („Osterspaziergang“, „In Marthens Garten“) sind die Interieurszenen in Themenwahl und Gestaltung originell: vor einen intensiv orangengelben Licht im Hintergrund hebt sich jeweils Fausts Gestalt monumental ab. Besonders der „Erdgeist“ schlägt nicht nur Faust, sondern auch den Betrachter in seinen Bann.
(München Dezember 2004)
August von Kreling (1819-1876), ein vor allem in München und Nürnberg tätiger, zu seiner Zeit hoch angesehener Maler, schuf in seinen letzten Lebensjahren einen Zyklus von Kompositionen zu Goethes „Faust“, die durch Photographien und Holzschnitte weit verbreitet waren. Das Goethezeitportal publiziert die effektvollen Bilder auf Postkarten aus mehreren Verlagen und setzt damit die Folge von Serien mit Faust und Gretchen fort.
(München November 2004)
Mit den Scherenschnitten von Paul Konewka hat das Goethezeitportal die Publikation von Illustrationen zu Goethes "Faust" aufgenommen. Am beliebtesten und am weitesten verbreitet waren Bilder von Gretchen: Stationen ihrer Liebe, Hingabe und kurzes Glück, Gewissensqual, die Kindsmörderin im Kerker usw.
Die Serien von Fotopostkarten belegen populäre Inszenierungen und Vorstellungsbilder um 1900. Unsere Leser sind herzlich aufgefordert, mit Karten aus ihrem Besitz die Lücken in unseren Beständen zu schließen.
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(München November 2004)
Die Kunst des Schattenrisses, die in der Goethezeit populär war, erreicht mit Paul Konewka (1840-1870) einen Höhepunkt: „Das Geheimnis der Silhouette, das in der bewegten Linie beruht, hatte sich ihm vollkommen erschlossen,“ heißt es in einer Monographie. „Es ist erstaunlich, wie er im Umriß seiner Gestalten die verschiedensten Situationen und die ganze Skala der Empfindungen auszudrücken vermochte. Holde Naivetät, Grazie, jugendliche Anmut, Geckenhaftigkeit des Stutzertums, Witz und Laune lustiger Narren, bedächtige Würde des Alters, Lust und Leid, alles klingt aus der langen Reihe seiner Silhouetten bestrickend heraus.“ Das Goethezeitportal publiziert die „Gestalten aus Faust“, eine Serie von 12 Silhouetten in Wiedergaben auf Postkarten. Die Kritik hob insbesondere „die gestaltenreiche, köstlich anmutende Darstellung“ des Osterspaziergangs hervor.
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100 Foto- und Kunstpostkarten zur Figur Mignon aus Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ und der Oper „Mignon“ von Thomas: ein italienisches Mädchen, von Zigeunern verschleppt, von Wilhelm freigekauft, Gefährtin des wahnsinnigen Harfners, singt das Sehnsuchtslied „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn“. Eine einzigartige Sammlung von Dokumenten zur populären Goethe-Rezeption aus der Zeit der Jahrhundertwende und der Weimarer Republik.
(München Februar 2004)
(München 1984/2004)
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