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Der schwäbische Musiker Konrad Kocher (1786 – 1872) besuchte im April 1819 Goethe in Weimar, wobei, wie der Dichter schrieb, der aufstrebende Opernkomponist aus Stuttgart ihm „durch musikalischen Vortrag und Gespräch wirklich Interesse abgewonnen“ hat.
Wie es zu diesem Gespräch gekommen war, welche Folgen es für den 33-jährigen Musiker hatte und wer dieser Konrad Kocher überhaupt war, lesen Sie in diesem Beitrag für das Goethezeitportal.
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(München November 2011)
Die diesjährige Weihnachtsseite ist der Krippe (mit der Verkündigung an die Hirten, der Anbetung des Christkindes und den drei Weisen aus dem Morgenland) gewidmet. Die Beispiele illustrieren die Breite der Überlieferung - von tief religiösen Bildern und Texten bis zur blasphemischen Provokation. Erstmals werden Bilder aus Bilderbibeln (u.a. von Friedrich Olivier) und Beispiele homiletischer Texte hinzugefügt. Ein eigener Abschnitt gilt dem Brauchtum der Weihnachtskrippe und dem Sternsingen am Festtag Heilige Drei Könige. Autoren der ausgewählten Gedichte sind u.a. Droste-Hülshoff, Goethe, Heine, Klabund, Schenkendorf, A. W. Schlegel und Ludwig Thoma.
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(München November 2011)
Das Goethezeitportal veröffentlicht Texte und Bilder zu Goethes "Egmont": die Besprechung Schillers mit Reaktionen auf dessen Kritikpunkte; die Charakterisierung der Hauptfiguren des Trauerspiels in Porträts und Texten von dem Maler und Kunstschriftsteller Friedrich Pecht sowie von dem Maler Wilhelm von Kaulbach mit einem Text des Schriftstellers Friedrich Spielhagen. Die Zusammenstellung dokumentiert die Aufnahme und das Verständnis des Dramas im 19. Jahrhundert. Mehrere Illustrationen und die Beschreibung des Spiels Ifflands in der Aufführung auf dem Weimarischen Hoftheater 1796 zeigen, wie man die Schlussszene mit dem Traum Egmonts zu realisieren suchte: die Erscheinung der "Freiheit im himmlischen Gewande" mit den Zügen Klärchens, die ihm den Lorbeerkranz reicht.
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(München November 2011)
Wie ein armer Schreiber auf wundersame Weise zu Geld kommt, ein Wohlleben führt und wie er alles wieder verliert - davon handelt das kaum bekannte Kunstmärchen "Der wunderbare Leuchter" (1856 oder 1857) von Hermann Becker, Düsseldorfer Maler und Kunstkritiker. Im Mittelpunkt stehen ein rätselhaftes Buch in unbekannter Schrift, das der Schreiber von einer fremden vornehmen Frau zum Abschreiben erhält, zusammen mit einem Leuchter, der ihm die nächtliche Schreibarbeit erleichtern soll. Der kostbare Leuchter inszeniert Schlachten, wie sie sich der Schreiber in seinen Träumen imaginiert. Illustriert wird die Handlung von August Beck (1823-1872), einem zu seiner Zeit bekannten und geschätzten Schlachtenmaler.
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(München November 2011)
Hölty gehört zu den "Frühvollendeten in der deutschen Literaturgeschichte" (Hettche), er wurde keine 28 Jahre alt. In der Goethezeit galt Hölty, Mitglied des Göttinger Hainbundes, als "einer der trefflichsten Lyriker, dessen Elegien an rührender Einfachheit, zarter Klage und süßer Melancholie wohl niemals übertroffen werden können" (Damen Conversations-Lexikon). Das Goethezeitportal publiziert von ihm die "Elegie auf ein Landmädchen" (1774) nach einem Prachtbändchen des Wiener Phaidon-Verlages (1924) mit 12 Illustrationen von Daniel Chodowiecki. Der Phaidon-Verlag, im Nationalsozialismus als "Wiener Judenverlag" diffamiert, lebt heute weiter in der Phaidon-Press (London), die sich selbst als weltgrößter Kunstbuchverlag bezeichnet. Angefügt sind eine Kurzcharakteristik Höltys aus dem "Damen Conversations-Lexikon" sowie das Gedicht "Am Grabe Hölty's" von Nikolaus Lenau und Mörikes Verse " An eine Lieblingsbuche meines Gartens in deren Stamm ich Höltys Namen schnitt".
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(München Oktober 2011)
"Hänsel und Gretel", erstmals 1812 erschienen, zählt zu den weltweit bekanntesten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Das Goethezeitportal publiziert die Fassung letzter Hand der Brüder Grimm und die Bearbeitung durch Ludwig Bechstein mit einer reichen Auswahl von über 40 Illustrationen. Sie stammen von Buchausgaben und den populären Motivpostkarten. Zu studieren sind Art und Stil der bildlichen Umsetzung, die Interpretationen, die der Text dabei erfährt, sowie die Schwerpunkte bei der Auswahl der Textpassagen: die Armut der Holzhacker-Familie, Hänsel und Gretel im Wald, Knusperhäuschen, Hexe u.a.m.
Die zweite Folge zum Märchen von Hänsel und Gretel bringt die Buchillustrationen von Richard Scholz (1860 - um 1938). Die mehrfach publizierten, um 1900 entstandenen Bilder tendieren stilistisch "zu weicher, aufgelockerter, meist kreidiger Zeichnung" (Ries). Des weiteren publiziert das Goethezeitportal das Lied "Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald", mit einer exemplarischen Spielbeschreibung für die Aufführung durch Kinder und dem Hinweis auf weitere Spielanleitungen.
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(München September 2011)
Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe, ein großes historisches Ritterschauspiel" von Heinrich von Kleist, erschienen 1810, war bis gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts ein Erfolgsstück. Es wurde vielfach bearbeitet, illustriert und nacherzählt; das Käthchen entwickelte sich zur Werbemarke Heilbronns. Das Goethezeitportal bietet einen Einblick in die Illustrationen verschiedener Formate, vom Ölbild bis zur Postkarten- und Volksbuchillustration. Mit der Umsetzung in Volksbüchern, aus denen ausgewählte Szenen zitiert werden, erreicht der Erzählstoff breiteste Schichten. Deutlich wird die Attraktion durch die Figur des Käthchens und die Faszination durch das rätselhafte und wundersame Geschehen. Zur Breitenwirkung trägt die Kulisse der Ritterromantik und die daraus abgeleitete Kostümierung bei.
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(München September 2011)
Die Sage von den feindlichen Brüdern auf Burg Liebenstein und Sterrenberg bei Bornhofen am Rhein handelt von "einer der blutigsten Fehden, so seit dem Morde Abels zwischen Brüdern gefochten wurde" (Niklas Vogt, 1817).Der Konflikt entwickelt sich zwischen zwei Brüdern wegen einer von beiden geliebten Ziehtochter, die "nebst der Schönheit ihrer Gestalt alle die Reize der Sittsamkeit und Sanftmut besaß, welche damals die geschätztern Tugenden des weiblichen Geschlechts waren" (Niklas Vogt, 1811). Sie wurde die Verlobte des Jüngeren, der aber aus dem Kreuzzug eine wollüstige orientalische Schöne als Gattin mitbrachte. Das Goethezeitportal gibt mehrere Varianten des Sagenstoffe wieder und zeigt die beiden Burgruinen mit dem Kloster Bornhofen, in das sich die das brüderliche Duell schlichtende Braut zurück zog, in zahlreichen Ansichten. Wiedergegeben wird auch Heines populäres Gedicht "Zwei Brüder" aus dem "Buch der Lieder", das in die Rheinsagen Aufnahme fand.
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(München August 2011)
Die Burg „Weibertreu“ (bei Weinsberg) verdankt ihren Namen einer „Weiberlist“. Die Frauen in der belagerten Feste nutzten ein Kaiserwort, das ihnen freien Abzug mit allem, was sie tragen können, versprach, und nahmen als ihr kostbarstes Gut ihre Männer Huckepack. Die Sage hat Bürger und Chamisso zu Balladen angeregt. Der schwäbische Dichter Justinus Kerner, der am Fuße der Weibertreu sein Heim hatte, sorgte sich um die Erhaltung der Ruine und regte zu diesem Zweck die Bildung eines Frauenvereins an, dem die Burg vom König von Württemberg geschenkt wurde. So wurde Weibertreu zu einem „romantischen Wallfahrtsort“.
Das Goethezeitportal publiziert eine Auswahl von Ansichten, Historienbildern und Texten.
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(München Juli 2011)
Goethe hat am Sankt Rochus-Fest zu Bingen am 16. August 1814 teilgenommen, mit dem die Wiederherstellung der im Krieg von den Franzosen verwüsteten Rochuskapelle gefeiert wurde. Auf Goethes Initiative hin erhielt die Wallfahrtskapelle ein vom ihm entworfenes, vom Weimarer "Kunstmeyer" als Karton gezeichnetes und von Louise Seidler als Gemälde ausgeführtes Rochus-Bild. Goethes farbiger und lebendiger Bericht über das Fest galt schon zeitgenössisch als ein Glanzstück deutscher Prosa. Das Goethezeitportal publiziert den Text mit zahlreichen Bildern der alten Kapelle und der nach dem Brand von 1889 neu errichteten neugotischen Kirche. Ergänzt wird Goethes Schilderung durch weitere Texte zur Rochuskapelle (Bettina von Arnim; Friedrich Wilhelm Hackländer u.a.).
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(München Juni 2011)
Die Rolandsburg, von der nur noch der Rolandsbogen Kunde gibt, und das Kloster auf der Insel Nonnenwerth sind mit der Sage von Ritter Roland von Angers, Neffe Karl des Großen, und Hildegunde, der Tochter des Burggrafen vom Drachenfels, verbunden. Die tragische Liebesgeschichte gilt als eine der rührendsten Rheinsagen. Das Goethezeitportal stellt unterschiedliche Fassungen der Sage (Ludwig Bechstein, Karl Geib, Alfred Reumont) zusammen und ergänzt sie durch Gedichte (Thomas Campbell, August Kopisch, Wilhelm Smets). Die Landschaft, die zu den schönsten Partien des Rheins gehört, und die Handlungsorte, die zu vielbesuchten Gedächtnisstätten wurden, werden in Schilderungen und vielen Ansichten dokumentiert. Publiziert wird der Bericht Ferdinand Freiligraths über den Einsturz und die Wiedererrichtung des Rolandsbogens 1839/40, ein frühes Beispiel der Denkmalpflege. Besonders durch das populäre Lied von Jörg Ritzel wurde der Rolandsbogen zu einer touristischen Stätte nicht nur der studentischen Rheinromantik. Literaturangaben und zahlreiche Weblinks laden zu weiterer Beschäftigung mit den Orten und ihrer Sage ein.
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(München April 2011)
Für das Osterfest 2011 wählen wir "Künstlerkarten" und historische Kinderlieder aus. Die originalen Künstlerkarten (Linolschnitt, Aquarell, Collage, Kolorierung) sind häufig von freischaffenden Grafikern gestaltet, die in der Festgrafik ihren Freiraum für kreative und witzige Bildformulierungen nutzten und diese für ihren Freundeskreis und bescheidenen privaten Verkauf bestimmt hatten. Die gleichfalls nach 1945 gedruckten, meist anonymen Karten, bei denen selten ein Verlag angegeben ist, sind zeitbedingt auf schlechtem Papier und in einfachstem Farbendruck hergestellt - schlichte Produkte des "Neuanfangs" nach dem Krieg. Unter den Kinderliedern, unter anderem von Friedrich Güll, verdient ein "National-Kinderlied für die Zürchersche Jugend" Beachtung, das von der "Gesellschaft ab dem Musiksaal zur deutschen Schule" 1789 gestiftet wurde.
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(München April 2011)
Die Verse "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick", Faust in der Szene "Vor dem Tor" in den Mund gelegt, wurden zum beliebten Ostergedicht des deutschen Bildungsbürgers. Das Goethezeitportal stellt dem Text der Szene eine Auswahl von Illustrationen zur Seite, sowohl aus der Hochkultur wie aus der Popularkultur, die zum Vergleich der Bildformulierungen einlädt.
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(München April 2011)
Nach Ansichten und Texten zu Bacharach am Rhein publiziert das Goethezeitportal das Fragment "Der Rabbi von Bacherach" von Heinrich Heine, einen großenteils 1824/1825 entstandenen, aber erst 1840 publizierten Text, der zu den Gründungsdokumenten einer deutsch-jüdischen Erzählprosa zählt. Beigeben sind die hinreißenden Illustrationen von Max Liebermann. Ergänzt wird die Erzählung durch zwei Dokumente zur Wirkungsgeschichte im deutschen Judentum: eine kaum bekannte Bearbeitung und Vervollständigung des Fragments im "Jahrbuch für Israeliten" auf das Jahr 1864 sowie die Betrachtung "Auf dem Rheine. (Eine Dampferfahrt)" in der Zeitschrift "Der Israelit" von 1925.
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(München Februar 2011)
Das Goethezeitportal bietet eine reiche Auswahl an Illustrationen des bekannten Märchens vom Rotkäppchen, viele von ihnen auf Motivpostkarten. Vier Texte dokumentieren die Breite der Rezeption: Grimms gleichsam 'klassische' Fassung aus den "Kinder- und Hausmärchen", die Literarisierung durch Ludwig Bechstein mit Bildern von Ludwig Richter sowie die groteske Um-Dichtung durch Joachim Ringelnatz: "Kuttel Daddeldu erzählt seinen Kindern das Märchen vom Rotkäppchen und zeichnet ihnen sogar was dazu". Wenig bekannt ist die frivole und witzige Variation des Märchenstoffes durch Alexander von Ungern-Sternberg, die nicht nur in der Mischung von Prosa, Vers und Dramentext auf das 18. Jahrhundert zurückweist. Wo liest man in der Mitte des 19. Jahrhunderts Verse wie diese: " Alte Damen / Schmecken nicht übel /Mit einer Sauce / Von Lattich und Zwiebel" ?
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(München Februar 2011)
Mignon, das rätselhafte Mädchen aus Goethes "Wilhelm Meister", ist - neben Gretchen - die beliebteste, am häufigsten abgebildete literarische Figur in der Postkartenproduktion zwischen ca. 1900 und 1930. Die für die Postkartenverlage arbeitenden Atelierfotografen inszenieren Mignon meist vor gemalter Naturkulisse. Dabei wurde der Vordergrund, um einen Übergang zu schaffen, ergänzt durch Arrangements aus getrockneten oder künstlichen Gräsern, Blumen, Zweigen, Steinen etc. Daneben gibt es die Rollenporträts vor neutralem Hintergrund. Außer ihren "Erkennungs"-Attributen Saiteninstrument und Wanderbündel kennzeichnen das Mädchen ihr langes offenes Haar und ein lässiges, malerisches Phantasiekostüm, das einen fremd- bzw. südländischen Eindruck vermitteln soll. Die "regieführenden" Fotografen legen Wert auf beseelte, ausdrucksvolle Mimik und Gestik; geforderte Ausdrucksqualitäten für Mignon könnten sein: träumerisches, wehmutsvolles Erinnern; Melancholie; Sehnsucht; Liebeswerben u.a. Doch das Repertoire der Mignon-Modelle erschöpft sich meist in schönen Stellungen und Posen eines hübschen Mädchens, das rühren und verführen möchte. Studieren lässt sich das Gesagte an drei Serien aus den Verlagen Wilhelm S. Schröder Nachf., Gustav Liersch & Co. sowie Amag, d.i. Albrecht & Meister Aktiengesellschaft, alle in Berlin.
Zur Mignon-Serie: Reta Walter als Mignon
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(München Januar 2011)
Klecksographien nannte Justinus Kerner vorsätzlich hergestellte Zufallstintenkleckse (schwäbisch 'Tintensäue'), die durch Falten des Papierbogens eine symmetrische Gestalt erhielten. Sie ähneln den Bildern, mit denen der Rorschach-Test, auch "Tintenkleckstest" genannt, durchgeführt wird. Die "der Phantasie Spielraum lassenden Gebilde," oft gespensterartig und fratzenhaft aussehend, regten Kerner zu Charakteristiken und kleinen Geschichten an, die er in Verse fasste. Wo die Phantasie nicht ausreichte, half Kerner "mit ein paar Federzügen" nach. Er unterscheidet Hades- und Höllenbilder mit Kobolden, Todesboten, Hexen, Teufeln, dem Satan etc.
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(München Januar 2011)
Während seiner ersten Schweizerreise 1775 unternahm Goethe mit seinem Freund Passavant eine Alpenwanderung, die ihn bis auf den Gotthardpass führte, auf dem die bekannte Zeichnung "Scheideblick auf Italien" entstand. Auf dieser Wanderung hat Goethe ein Tagebuch geführt und fleißig gezeichnet. Dabei reflektierte er die Grenzen von Sprache und Zeichnung, betonte die Grenzen der Interpretation des einen Mediums durch das andere und experimentierte mit Möglichkeiten ihres Zusammenspiels. Einige Skizzen zeichnen sich durch schnell hingeworfene, dynamische Kürzel von Natureindrücken aus, andere Studien sowie seine Notate schildern sachlich den Charakter der Landschaft sowie Bauweise und Nutzung von Hütten und Häusern. Das Goethezeitportal gibt die Schilderung in "Dichtung und Wahrheit" sowie eine Auswahl der Zeichnungen wieder.
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(München Januar 2011)
" ... ich weiß, dass ich von Goethe so viel frohe Beschaulichkeit der Welt- und Menschendinge erhalten habe, dass ich Goethe mit auf den Weg habe, so lange ich laufen werde. Ich sehe ein Gewimmel sonniger oder besonnter Gestalten, ich fühle Gnaden walten, ich sehe Licht, warmes, herzerwärmend," so Barlach brieflich 1915. Nach den Holzschnitten zu Goethes "Walpurgisnacht" publiziert das Goethezeitportal Steinzeichnungen Barlachs zu Gedichten Goethes, die für ein Mappenwerk des Verlegers Paul Cassirer bestimmt waren, das 1924 erschien. Unsere Auswahl berücksichtigt populäre Gedichte (An den Mond, Erlkönig, Totentanz, Der getreue Eckart) wie auch schwierige und selten illustrierte Texte wie "Harzreise im Winter" und das Spätwerk "Paria" mit der Legende von den vertauschten Köpfen, denen Erläuterungen Goethes beigegeben sind. Ergänzt wird die Seite durch Äußerungen Barlachs zu Goethe.
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(München Januar 2011)
Ergänzend zu den Fotopostkarten und Prägekarten zu Goethes "Faust" stellt das Goethezeitportal erstmals eine gemalte Serie vor. Die Kompositionen zu Faust und Gretchen sind bühnenmäßig inszeniert und kombinieren verschiedene Stile. Die historistische Kostümierung schwankt zwischen altdeutschen und gründerzeitlichen Elementen. Mephisto, ganzheitlich rot mit Hahnenfeder, setzt sich von dem prächtig gewandeten bunten Liebespaar eindrucksvoll ab. Besonders die in der Landschaft spielenden Szenen wirken durch übertriebene Körpersprache und lächerliche Kostümierung unfreiwillig komisch.
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(München Januar 2011)
Dem Lehrer und Pfarrer Abraham Emanuel Fröhlich (1796-1865) verdankt die deutsche Literatur eine Wiederbelebung der Fabel. Er galt als "der vorzüglichste Fabeldichter der neuern Zeit" (Ignaz Hub) und in seinen frühen Dichtungen "als einer der Koriphäen der liberalen Schweiz" (Alfred Hartmann). Aus den 1820er Jahren stammen seine Tendenzfabeln und politischen Karikaturen im Sinne des zeitgenössischen Schweizer Freisinns. Die Tierfabeln prangen Junkertum und politische Korruption, Frömmelei und religiösen Fanatismus, aber auch oberflächliche modische Erziehung und effekthascherisches Bühnenspektakel an. Kongenial illustriert wurden die Fabeln durch den Schweizer Karikaturisten Martin Disteli (1801-1844), der gleichfalls dem Liberalismus anhing. Kurzbiographien zu Fröhlich und Disteli mit ihren Bildnissen sind angefügt.
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