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Illustrationen der Werke von Christoph Martin Wieland


 Jutta Assel und Georg Jäger:
Christoph Martin Wieland: Geschichte des Prinzen Biribinker mit Illustrationen von Julius Zimpel

(München März 2015)

Die 'Geschichte des Prinzen Biribinker' ist ursprünglich nicht separat erschienen, sondern ist dem ersten großen Roman Wielands "Don Sylvio von Rosalva" (1764) eingefügt. Der ursprüngliche Titel dieses Romans "Der Sieg der Natur über die Schwärmerei" verdeutlicht die Absicht, die Titelfigur Don Sylvio von seinen Phantastereien zu heilen. Denn Don Sylvio - ein neuer Don Quijote - hat durch das Studium der Feenmärchen jeglichen Wirklichkeitssinn verloren, ist ein Schwärmer geworden und lebt ganz in der "Feerey". "Um Don Sylvio zu kurieren, wählt der Erzähler Don Gabriel das wirksamste Mittel: er sucht den ganzen Feenspuk durch Verspottung ad absurdum zu führen." (Schüddekopf) Und so treibt der Text ein parodistisches Spiel mit Elementen der seinerzeit beliebten französischen Feenmärchen. Biribinker, dem "Feenritter", begegnen auf seiner Ritterfahrt die seltsamsten Dinge; ein Großteil der Handlung spielt im Bauch eines Riesenwals und in einem aus Feuer erbauten unsichtbaren Palast. Bevölkert wird die Welt von einem bösen und einem guten Zauberer, von Feen, Sylphen, Ondinen, Salamandern und Gnomen bzw. hässlichen Zwergen. Der böse Zauberer Padmanaba verwandelt eine wunderschöne Fee in einen Nachttopf (!), so wie er Feen zu Bienen, Gnomen zu Hummeln, einen Salamander zu einem redenden Kürbis usf. verzaubert. Julius Zimpel (1896-1925) hat die Handlung mit meist starkfarbigen Lithographien illustriert; Bildräume und Personen sind äußerst stilisiert. Zimpel weckt Interesse durch Hell-Dunkel-Kontraste, freie flächige Farbigkeit mit raffinierten Zwischentönen, aber auch durch märchenhafte, naiv anmutende Szenen mit pikanten Details. Für die "Geschichte des Prinzen Biribinker" schuf er Illustrationen im artifiziellen Art-déco-Stil, die jedoch auch einen Märchenton anklingen lassen.

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