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 Jutta Assel und Georg Jäger

Georg Büchner: Dantons Tod

Illustriert von Paul Hübner, 1920

Stand: Juli 2012
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  • Dantons Tod. Ein Drama von Georg Büchner. Freiburg im Breisgau: Ernst Guenther Verlag 1920. Druck von Mors & Singler Freiburg i.Br.

 

Von dem Werk ist eine Vorzugsausgabe in größerem Format, mit zweifarbigem Textdruck und Golddruck auf Deckel, gebunden in Halbpergament in 300 numerierten Exemplaren zum Preis von Mk. 48,- erschienen. Sie enthält die gleichen 5 montierten Illustrationen.

 

Vorliegende Ausgabe weist den Illustrator nicht aus. Mehrere Bibliotheken (hbz-Verbundkatalog, Staatsbibliothek zu Berlin) nennen Paul Hübner als Illustrator. Über ihn konnte nichts gefunden werden. 

Illustrationen  

I. Akt, 1. Szene
II. Akt, 4. Szene. Das Revolutions-Tribunal
III. Akt, 7. Szene. Der Revolutions-Platz
III. Akt, 9. Szene. Der Revolutions-Platz

 
 
 

Zur Wiederentdeckung von "Dantons Tod"

Georg Büchners "Dantons Tod", erstmals 1835 in einer entstellten Version publiziert, wurde zunächst wenig beachtet. Die Gesamtausgabe von Karl E. Franzos 1879 leitete die Wende in der Büchner-Rezeption ein. Büchners Werk wurde im Naturalismus, so von Gerhard Hauptmann, und im Expressionismus wiederentdeckt. Einer öffentlichen Aufführung von "Dantons Tod" stand im Kaiserreich zunächst die Theaterzensur entgegen. Zur Uraufführung kam es erst 1902, fast 70 Jahre nach der Erstveröffentlichung, im Berliner Belle Alliance Theater durch den Verein "Freie Volksbühne". Durchschlagend und spektakulär war die Inszenierung von Max Reinhardt (1873-1943) am "Deutschen Theater" in Berlin 1916 (wieder aufgenommen 1921).

Im Gegensatz zu den früheren Inszenierungen rückte Reinhardt die private Tragödie Dantons zugunsten der großen Volksszenen und des Revolutionsgeschehens in den Hintergrund. Seine Bühnentechnik stand im Zeichen expressionistischer Licht- und Raumeffekte und blieb für eine Reihe weiterer Inszenierungen bis weit in die zwanziger Jahre verbindlich. 

Gerhard P. Knapp: Georg Büchner. Stuttgart 1984. Zit. n. Wilhelm Große: Georg Büchner, Dantons Tod. Stuttgart: Reclam 2005, S. 88 (RUB; 15344. Lektüreschlüssel für Schüler).

 

In der Weimarer Republik eroberte sich das Drama endgültig die Bühnen (mehr als 80 Inszenierungen von 1921 bis 1933). Auch der Stummfilm nahm sich des Stoffes an. Im Film "Danton" von 1921 (Drehbuch: Dimitri Buchowetzki, Carl Mayer; Regie: Dimitri Buchowetzki) spielte Emil Jannings die Hauptfigur Danton, Werner Krauss seinen Widersacher Robespierre.

In den Jahren, in denen "Dantons Tod" zum >Klassiker< aufstieg, kamen neben der hier ausgewerteten Publikation weitere illustrierte Einzelausgaben heraus (Angaben nach Antiquariats- und Bibliothekskatalogen): 

  • München, im Verlag von Hans von Weber 1916 (Dreiangeldruck; 3). Mit Ur-Steindrucken von Walo von May.
  • Berlin, im Verlag von Erich Reiß 1917. Mit 18 kolorierten Federzeichnungen nach der Aufführung des Deutschen Theaters zu Berlin von Ernst Stern. – Diese Ausgabe erschien zur Aufführung am Deutschen Theater in Berlin unter Max Reinhardt, zu der Stern die Bühnenbilder geschaffen hatte.
  • Berlin, Privatauflage im Verlag Franz Schneider [1923] (Luxusgraphik Schneider, Das Drama; 3). Mit 6 Original-Radierungen auf Tafeln von Franz Reinhardt.

Stilistisch orientieren sich die Illustrationen vorliegender Ausgabe an der Ästhetik der expressionistischen Bühne und des expressionistischen Stummfilms (Pathos der Gesten, Dramaturgie von Licht und Schatten, Raumeffekte).

Danton vor dem Revolutionstribunal.
Ausschnitt

 

Literaturhinweise:

* Gerhard Peter Knapp: Georg Büchner. 3. Aufl. Stuttgart: Metzler 2000 (Sammlung Metzler; 159).

* Jörg Barke: Interpretationshilfe Deutsch. Georg Büchner, Dantons Tod. Freising: Stark 2001.

* Gerald Funk: Erläuterungen und Dokumente. Georg Büchner: Dantons Tod. Stuttgart: Reclam 2002 (RUB 16034). 

* Wolfram Viehweg: Georg Büchners "Dantons Tod" auf dem deutschen Theater. München: Laokoon-Verlag 1964 (Die neue Schaubühne; 1). - Vgl. insbesondere die sog. "Stimmungsinszenierungen".

zu den Illustrationen

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