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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Informationen über Goethe und die Kunst und Kultur der Goethezeit

Glanzpunkte im Goethezeitportal

Weihnachten und Weihnachtsfreuden mit dem Weihnachtsbaum

 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Der Weihnachtsbaum in Bildern und Texten. Eine Dokumentation zu Weihnachten 2014

(München November 2014)

Die diesjährige Weihnachtsseite vereinigt historische Bilder, Texte und Fotos mit dem Motiv des Weihnachtsbaums, auch Christbaum, Lichterbaum oder einfach Tannenbaum genannt. Der Weihnachtsbaum ist "das signifikanteste Symbol des deutschen Weihnachtsfestes" und die "Ikone der bürgerlichen Familienweihnacht" (Doris Foitzik). Die hier versammelten Texte entstammen der bürgerlichen Kultur; mehrere wenden sich christlich erbaulich oder moralisch belehrend an Kinder und Jugendliche. Manche Verse enthalten eine verklärende Rückerinnerung an das verlorene Glück der Kindheit, wie es sich im Weihnachtsfest ausdrückt ; für das fremde, obdachlose Kind wird das Firmament mit seinen Sternen zum Lichterbaum, "den der Vater dieser Welt an dem Himmel aufgestellt".

Bilder und Texte sind lose nach dem 'Lebenslauf' des Tannenbaums geordnet: das Wachsen im Wald und der Transport eines Bäumchens nach Hause; der Verkauf am Christbaummarkt; das Aufstellen im Zimmer und Ausschmücken mit Lichtern und Lametta, Äpfeln und allerhand Naschwerk; das Ausbreiten der Weihnachtsgaben unter dem Baum; die von den Kindern sehnsuchtsvoll erwartete Bescherung; Abbau und Entsorgung des Baumes; schließlich Verbrennung des Holzes und Nutzung der Asche als Dünger. Die oft witzig arrangierten Motive auf den Weihnachtspostkarten dokumentieren eine gesellschaftliche Festkultur, die ihrer christlichen Bedeutung weitgehend entkleidet ist. Die privaten Fotos zeigen Weihnachtsfeiern rund um den Tannenbaum, in der Klein- und Großfamilie, doch auch bei von der Heimat fernen Menschen (Dienstmädchen in der Dachkammer).

Einige Bilder und Texte bieten Überraschungen: neben der heute obligaten Tanne begegnet als Christbaum auch die Stechpalme und ein Laubbaum; seltsam nimmt sich der Weihnachtsbaum unter Wasser bei den Nixen aus (Matthisson). Ein Kupferstich von 1831, der einen Engel mit dem Weihnachtsbaum bei Mutter und Kindern darstellt, ist rätselhaft. Er wird hier beschrieben und lädt zu Deutungen ein.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: Wilhelm Tell »Der Apfelschuss«. Zwei Farbstiche von Charles Abraham Chasselat

(München November 2014)

Das Goethezeitportal publiziert zwei großformatige Farbstiche zum Apfelschuss Tells aus den 1810er oder 1820er Jahren. Sie stammen vom französischen Historienmaler Charles Abraham Chasselat (1782-1843), der mehrfach im Salon vertreten war, als Zeichner für die kgl. Feste und Zeremonien fungierte sowie als Illustrator von Racine, Molière und Voltaire, "1000 und eine Nacht" etc. tätig war. Der Künstler inszeniert das dramatisches Geschehen im klassizistischen Stil: Auf schmaler Vordergrundbühne und mit ausdrucksstarker Gestik agieren die Hauptpersonen, akzentuiert auch durch die wohlüberlegte 'Lichtregie'.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Friedrich de La Motte-Fouqué »Undine« illustriert von Adalbert Müller

(München November 2014)

Von dem produktiven Schriftsteller Friedrich de la Motte Fouqué (1777-1843) ist einzig die romantische Erzählung "Undine" (1811) lebendig geblieben. Das tragische Märchen handelt von einer Wassernixe, die durch die Heirat mit dem Ritter Huldbrand von Ringstetten eine Seele erhält. Doch zieht es den Ritter zu Bertalda, einer menschlichen Frau, so dass Undine in das Wasserreich zurückkehrt. Am Tage der Hochzeit des Ritters mit Bertalda taucht Undine "aus der Tiefe des Elementes tiefverschleiert hervor und tötet den Ritter mit einem Kuss". Das Goethezeitportal bringt den gesamten Text mit 60 Holzschnitten nach Zeichnungen von Adalbert Müller (1820-1881), ausgeführt von August Gaber (1823-1894). den Ludwig Richter als seinen besten Holzschneider schätzte. Gabers Holzstiche bedienen sich des vertrauten Illustrationsvokabulars: Es gibt das phantastisch gerahmte Titelbild; zierliche erfindungsreiche Schmuckinitialen und Schlussstücke; verschieden große, locker in den Text eingestreute Szenen, wo die ideal gesehenen Personen meist in einen charakteristischen Landschafts-, Stadt- oder Raumausschnitt eingefügt sind. Die feinen, doch malerisch behandelten Holzstich-Kompositionen zeigen oft (durch variationsreiche Schraffuren) starken hell-dunkel Kontrast.

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E. T. A. Hoffmann: »Das Majorat« Illustriert von Julius Zimpel

 Jutta Assel und Georg Jäger: E. T. A. Hoffmann: »Das Majorat« Illustriert von Julius Zimpel

(München Oktober 2014)

Der Wiener Maler, Grafiker und Buchkünstler Julius Zimpel (1896-1925) wählte für seine Illustrationen gerne dramatische Szenen bzw. dramatisierte Textstellen und inszenierte die Szenen häufig expressiv und effekthaft. Seine fein gestrichelten, meist skizzenhaft wirkenden Federlithographien sind großzügig, jedoch mit wenigen fahlen, selten bunten Farben koloriert, wodurch die oft etwas grotesk wirkenden kleinen Kompositionen einen unheimlichen Eindruck machen. Die Seite gibt den gesamten Text der romantischen Erzählung mit allen 14 Originallithographien wieder und orientiert über das buchkünstlerische Schaffen Zimpels.

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Die Weimarer Klassik

Aus dem Jugendprojekt

Ruth Mirtes: Goethe und die Weimarer Klassik

(München Oktober 2014)

Frisch aus dem Ei geschlüpft sind bei uns die neuen Informationsseiten über die Weimarer Klassik im Jugendprojekt. An dieser Stelle 1000 Dank an die Deutsch-Lehrerin Ruth Mirtes für den lebendigen und informationsreichen Text! Wir finden den Beitrag richtig gut zu lesen und mal nicht so trocken, wie es leider ja oft in Sekundärliteratur der Fall ist. Überzeugt Euch am besten selbst gleich auf den Seiten über "Goethe und die Weimarer Klassik".

Um uns der Weimarer Klassik zu nähern, müssen wir das thüringische Städtchen zunächst einmal verlassen. Zusammen mit Goethe brechen wir nach Italien auf und spazieren zuweilen neben ihm, wenn er dort, unter der Sonne des Südens, zum Klassiker wird....

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
»Beethoven auf alten Postkarten«

(München September 2014)

Das Goethezeitportal stellt rund 100 Bilder Beethovens online. Sie umfassen: die Lebendmaske von Franz Klein und Porträtplastiken; gemalte und gezeichnete Porträts; Beethovens Leben in Bildern, darunter der komponierende Meister mit seinen Inspirationen und Visionen; Erinnerungsorte mit Beethovens Geburtshaus in Bonn, seinen Wohnungen in Wien und Umland sowie die Denkmäler in Bonn, Wien und Berlin. Die Lebendmaske sowie mehrere Bilder von Künstlern, denen Beethoven Modell saß (z.B. Blasius Höfel, August von Klöber, Ferdinand Schimon, Karl Stieler, Ferdinand Waldmüller) oder die ihn zumindest persönlich kannten, geben einen authentischen Eindruck von Beethovens charakteristischem Kopf und seiner Gestalt. Die Mehrzahl der Bildnisse, die erst nach Beethovens Tod gestaltet wurden, sind dagegen keine authentischen Zeugnisse seines Lebens, vermitteln vielmehr einen Eindruck davon, wie die Nachwelt das Bild des Komponisten profilierte. Zur Mythisierung Beethovens trugen die zahlreichen Bilder bei, die ihn in kräftigen Schritten allein in der Stadt, meist aber einsam in freier Natur sich ergehen und komponieren lassen. Bildlich ausgemalt wurden biografische Episoden wie die Begegnung von Beethoven und Goethe in Tepliz oder Anekdoten wie Beethoven und die Blinde, auf welche die Benennung "Mondscheinsonate" zurückgeführt wird. Da diese Bilder im schichtenübergreifenden Massenmedium der Bildpostkarte weiteste Verbreitung fanden, lässt sich an ihnen ablesen, wie man Beethoven charakterisierte und wie Leben und Schaffen des Komponisten mythisiert wurden. Zum besseren Verständnis der Bilder und zu ihrer Kritik werden Umstände ihrer Entstehung und Daten der Künstler beigefügt.

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Johann Peter Hebels "Alemannische Gedichte"

Jutta Assel und Georg Jäger: Johann Peter Hebels »Alemannische Gedichte« illustriert von Julius Nisle und Sophie Reinhard

(München August 2014)

Johann Peter Hebels "Alemannische Gedichte" (erstmals 1803) gehören zu den häufig illustrierten Texten der deutschen Literatur. Das Goethezeitportal publiziert die "10 Blätter" von Sophie Reinhard (1775-1844) sowie die 30 Umrisse zu 13 Gedichten von Julius Nisle (1812-1850). Die Gegenüberstellung zeigt, wie Nisle mehrfach auf Kompositionen der Karlsruher Hofmalerin zurückgriff. Den Illustrationen werden die alemannischen Texte sowie die Übersetzung ins Hochdeutsche durch Robert Reinick beigegeben. Die zeitgenössische Würdigung der Dialektgedichte belegen die Rezensionen von Johann Georg Jacobi 1804, der mit Hebel bekannt war, und die einflussreiche lobende Besprechung durch Goethe 1805. Hebel sowie Sophie Reinhard und Nisle werden mit Kurzbiographien vorgestellt; zu den Illustrationszyklen werden die wichtigsten Daten notiert, im Falle Reinhards auch das Geleitwort Hebels und die Besprechung aus dem "Kunstblatt" von 1820 wiedergegeben.

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GoetheakademieEinladung der Goethe Akademie

„Kennst Du den Faust?“
Weltliteratur – neu betrachtet
4. bis 7. Dezember 2014 (Do.-So.) in Weimar

„Die Botschaft hör ich wohl/Allein mir fehlt der Glaube“, „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“ oder die berühmte „Gretchenfrage“ finden sich in Goethes „Faust“ – und sind längst zu geflügelten Redewendungen geworden. Als Dichter gehört Goethe der Vormoderne wie der Moderne an. In seiner „Faust“-Dichtung, die ihn sein ganzes Leben begleitete, werden die großen Themen der Weltkultur aufgerufen, wie sie heute noch unser Bewusstsein prägen: die bereits in der Bibel gestellten Menschheitsfragen, das Verhältnis des Menschen zur Natur und deren Erforschung sowie zur kulturellen Tradition. Dies alles nicht in abstrakter Form, sondern als anschaulicher und lebendiger Vorgang auf dem Theater. Goethes „Faust“ lädt auch dazu ein, nachzudenken über die Stellung des Einzelnen in der modernen Welt. Was also ist „Faust“ – für die Gegenwart?

Diese und weitere Fragen zu erörtern, dazu laden wir Interessierte zur ersten Goethe Akademie nach Weimar ein, an den Ort, wo Goethes „Faust“ in großen Teilen entstand: Seminare wechseln sich mit thematischen Spaziergängen, Hintergrundgesprächen und Begegnungen ab. Ergänzt werden diese durch Besuche der Aufführungen von Goethes „Faust I“ sowie der Dramatisierung von Klaus Manns Roman „Mephisto“ im Deutschen Nationaltheater Weimar. Den angenehmen Rahmen der Goethe Akademie bietet das Dorint Hotel am Goethepark in Weimar.

Über Ihr Interesse und die Begegnungen und Gespräche mit Ihnen freuen wir uns!

Dr. Wolfgang Isenberg (Direktor der Thomas-Morus-Akademie Bensberg) und
Dr. habil. Jochen Golz
(Präsident der Goethe-Gesellschaft in Weimar e. V.)

 

 

 

Ein Dossier zu Friedrich Schiller

Eine virtuelle Zeitreise durch das Leben und Werk von Friedrich Schiller

 
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759-1805) war Dichter, Dramatiker, Historiker, Philosoph, Mediziner und Freiheitskämpfer. Sein Freundschaftsbund mit Goethe, der Austausch mit Herder und Wieland bildeten den Beginn der Weimarer Klassik.

 

 

Empfehlungen der Redaktion

Rainer M. Holm-Hadulla: Leidenschaft: Goethes Weg zur Kreativität. Eine Psychobiographie

Goethe war nicht nur ein begabtes Kind, ein vielgeliebter Dichter und bedeutender  Politiker, sondern hat während seines gesamten Lebens gesucht, geirrt und gelitten. Er verfügte jedoch über die besondere Fähigkeit, seelische Erschütterungen anzunehmen und für die Entwicklung seiner Kreativität zu nutzen. Die Psychologie hat seit der Zeit Goethes große Fortschritte gemacht und die Neurobiologie revolutionäre Erkenntnisse über den menschlichen Geist ermöglicht. Dennoch existieren bislang keine Dokumente, die so eingehend die Entwicklung der Kreativität beschreiben wie Goethes Briefe und Werke sowie die detaillierten Beschreibungen seitens seiner Familienangehörigen, Freundinnen und Freunde. Sein Weg zur Kreativität ist auch heute noch höchst inspirierend und regt dazu an, die eigenen schöpferischen Seiten zu entwickeln. Die Beschäftigung mit Goethes Weg zur Kreativität ist damit nicht nur ein intellektuelles Vergnügen, sondern hat auch lebenspraktischen Nutzen.

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Hermann Gilow: Das Homburgbild im Kronprinzlichen Palais in Berlin und Kleists Hermann Gilow: Das Homburgbild im Kronprinzlichen Palais in Berlin und Kleists "Prinz von Homburg"

Der Bildungshistoriker und Philologe Hermann Gilow stellt das Historienbild "Friedrich Wilhelm der Große, Kurfürst von Brandenburg, und der Prinz von Hessen-Homburg nach der Schlacht bei Fehrbellin" von Carl Kretschmar vor. Es verdankt seine Entstehung dem Aufruf von König Friedrich Wilhelm III. an die Berliner Künstler von 1799, "dass sich dieselben vorzüglich mit Darstellungen aus der brandenburgischen Geschichte beschäftigen möchten". Demnach stellte die Berliner Akademie der Künste 1800 als historische Preisaufgabe "die Darstellung des Vorgangs, wie der Große Kurfürst nach der siegreichen Schlacht bei Fehrbellin dem Landgrafen von Hessen-Homburg, welcher gegen den ausdrücklichen Befehl die schwedischen Vor-posten angegriffen hatte, Verzeihung gewährt". Kretschmar gewann den Preis. Das im Kronprinzlichen Palais in Berlin im Treppenhaus aufgehängte Bild geriet in Ver-gessenheit und wurde mit vorliegendem Aufsatz wiederentdeckt. Gilow analysiert die Komposition und erwägt die Möglichkeit, dass dieses Historienbild Heinrich von Kleist bei seinem Drama "Prinz von Homburg" vor Augen stand.

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Schätze aus dem Düsseldorfer Goethemuseum

Das von der Universität Duisburg-Essen geförderte und von G. E. Grimm geleitete Projekt widmet sich der Erfassung seltener Rezeptionszeugnisse, die allesamt aus den Beständen des Düsseldorfer Goethemuseums stammen. Einen ersten Überblick über die Ausstellungen im Goethemuseum gewähren die bisher 90 "Anmerkungen", die außer der inhaltlichen Beschreibung der jeweiligen Ausstellung kulturgeschichtlich wichtige Abbildungen enthalten. Neben den Katalogen sind diese Faltblätter, zwischen 8 und 16 Seiten stark, die wichtigste Publikation, die Besucher über Ausstellungen informiert und zugleich einen Zugang zum jeweiligen Thema eröffnet. Vollständig wiedergegeben und erschlossen wird das "Jahrbuch der Sammlung Kippenberg" von 1921 bis 1935, das wichtigste Organ der damaligen Goethe-Philologie. Vollständig digitalisiert liegen zudem seltene "Wertheriana" vor.

   Zu den Wertheriana

   Zu den Faltblättern "Anmerkungen"

   Zum Jahrbuch der Sammlung Kippenberg

 

 

»Unsere Buch-Tipps für Sie«


Heide Schulz: Advent in Weimar-Jena um 1800: klassisch & romantisch

Gemeinsam mit Anna Amalias Hofdame öffnet der Leser am 1. Dezember ein aus Frankfurt eintreffendes vorweihnachtliches Päckchen und lässt sich am Heiligen Abend womöglich vom herzöglichen Küchenmeister Le Goullon zum Brauen eines gehaltvollen Punsches verführen. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegt die tägliche Lektüre der unterschiedlichsten kurzen Episoden aus der klassischen Zeit Weimar-Jenas, vergnüglich, amüsant, doch gelegentlich auch ernst und zum Nachdenken anregend. Liebhaber eines niveauvollen Lesevergnügens finden hier Information und Unterhaltung zugleich.

Band 22 der Hyperion-Bibliothek, ISBN-13: 978-3899140415

 

 


Norbert Mecklenburg: Goethe. Inter- und transkulturelle poetische Spiele

Dieses Buch arbeitet an Goethes vielfältigem literarischen Schaffen möglichst umfassend dessen inter- und transkulturelles Potential heraus. Die hier untersuchten lyrischen, erzählenden und dramatischen Werke reichen von dem frühen, bis heute brisanten Entwurf einer Mohammed-Tragödie über Iphigenie auf Tauris als Drama weiblicher Aufklärung und interkultureller Verständigung, die anti(k)-christliche Vampirballade Die Braut von Korinth und das autobiographische Werk Italienische Reise bis zu Goethes späten poetischen Experimenten mit indischen und chinesischen Themen, Stoffen und Texten. Im Zentrum steht sein interkulturelles Meisterwerk West-östlicher Divan. Dieser wird, nach einer orientierenden Einleitung, schwerpunktmäßig unter dem Gesichtspunkt einer Spannung zwischen Religion und Dichtung untersucht, wie Goethe, ein beispielhaft säkularer Mensch und freier Geist, sie wahrgenommen und kritisch bearbeitet hat. Den Abschluss des Buches bildet ein Kapitel über Goethes bis heute wegweisende Gedanken zur „Weltliteratur“. Die theoretischen Konzepte, welche die Einzelanalysen leiten, sind in Norbert Mecklenburgs anderem Buch Das Mädchen aus der Fremde dargelegt, das ein Standardwerk der interkulturellen Literaturwissenschaft geworden ist. Einschlägige Forschungsliteratur ist gewissenhaft aufgearbeitet und nachgewiesen. Bisherige Interpretationen werden kritisch geprüft und nötigenfalls revidiert. Allen an Goethe Interessierten macht das Buch ein Angebot, sein Schreiben und Denken unter inter- und transkultureller Perspektive neu zu entdecken: Es lohnt sich, im Lichte heutiger gesellschaftlicher und (inter-)kultureller Erfahrungen lesend zu erproben, wie gegenwärtig Goethes poetische Spiele geblieben sind.

Norbert Mecklenburg ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität zu Köln. Er hat Bücher u. a. über Theorie der Literaturkritik, literarischen Regionalismus, Uwe Johnson, Theodor Fontane, Annette von Droste-Hülshoff geschrieben. Bei iudicium sind bisher von ihm erschienen: Die grünen Inseln (1987); Nachbarschaften mit Unterschieden (2004); Das Mädchen aus der Fremde (2008).

iudicium-Verlag: München 2014, ISBN: 978-3-86205-401-5


Iris Bunte: Bildung, Bekenntnis und Prestige

Studien zum Buchbesitz einer sozial mobilen Bevölkerungsschicht im "katholischen Teutschland" der Frühen Neuzeit: Die Bibliotheken der Werler Erbsälzer.

Bibliotheken sind lebendige Zeitzeugen. Das gilt nicht nur für gesammeltes Wissen, Räumlichkeiten und Aufstellungssystematiken. Auch Marginalien in den Büchern, Randnotizen, Lesezeichen, eingelegte Kochrezepte oder gepresste Pflanzen berichten vom Alltagsleben ihrer Besitzer.

Diese Studie schließt eine Forschungslücke. Sie beschäftigt sich mit den Adels- und Klosterbibliotheken des kurkölnischen Herzogtums Westfalen und ihren Nutzern. Untersuchungsgebiet ist die Hellwegstadt Werl. Die Untersuchung umfasst den Zeitraum vom Beginn des Buchdrucks bis zum Niedergang des Alten Reichs 1806.

Reihe: Historia profana et ecclesiastica
Bd. 19, 2013, 464 S., 59.90 EUR, gb., ISBN 978-3-643-11915-5

Dr. phil. Iris Bunte, M.A., ist seit 2012 Studienreferendarin für das Lehramt an Gesamtschulen und Gymnasien. Weitere Publikation von Iris Bunte hier im Goehezeitportal zu "Goethe, Gotter und Goue – auf Frei(maur)ers Füßen in Wetzlar": http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/gotter/catalogue_bunte.pdf

 

 

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