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»Aktuelle Forschungsbeiträge des Goethezeitportals« | |
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Dichter-Inszenierungen gab es bereits vor dem Einsatz von Fernsehen und Internet. Stefan George etwa hat mit dem Medium Fotografie seinen Anspruch als Dichter-Seher visuell untermauert. Doch gerade, wenn man George nennt, stellt sich die Assoziation „Pose“ oder bewusstes „In-Szene-Setzen“ ein. Aber passt dieser Begriff auf Goethe?
Die meisten Zeitgenossen waren von Goethes Erscheinung und Auftreten fasziniert, zum Teil sogar stärker von seiner Persönlichkeit als von seinen literarischen Werken. Freilich gab es auch zeitgenössische Besucher, die von Goethes förmlichem Auftreten enttäuscht waren. „Erbärmlich steif und zurückhaltend“ hat ihn ein Besucher in Erinnerung. Charlotte von Kalb stimmte 1796 den Besucher Jean Paul auf Goethes Kälte ein: „zumal gegen Fremde, die er selten vorlasse – er habe etwas steifes reichstädtisches Stolzes“. Auch andere Besucher berichten von Goethes steifem und zeremoniösem Verhalten. Noch 1811 beschreibt Karl Ludwig von Knebel seiner Schwester von Goethes „Kaltsinn“.
Als Paradebeispiel wird immer wieder Goethes Zusammentreffen mit Gottfried August Bürger im Jahr 1789 aufgeführt. Der frostige Empfang, den Goethe Bürger bereitet hat, veranlasste diesen zu einem bissigen Epigramm:
Mich drängt’ es in ein Haus zu gehn,
Drin wohnt’ ein Künstler und Minister.
Den edlen Künstler wollt’ ich sehn
Und nicht das Alltagsstück Minister.
Doch steif und kalt blieb der Minister
Vor meinem trauten Künstler stehn,
Und vor dem hölzernen Minister
Kriegt’ ich den Künstler nicht zu sehn.
Hol ihn der Kuckuck und sein Küster!
Wie kam es zu dieser merkwürdigen Diskrepanz in der Wirkung des berühmten Autors? Goethe hatte bereits in jungen Jahren mit dem Drama Götz von Berlichingen und dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers zwei Bestseller-Erfolge. Wie sollte ein solcher Dichter in der Öffentlichkeit auftreten?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich vorliegender Beitrag von Gunter E. Grimm.
Lenz‘ Dramen entwerfen eine Anthropologie aufklärerischer Defizite. Dazu gehört im „Hofmeister“-Stück die zeitgenössische Pädagogik als einer Schlüsselfunktion der Aufklärung (Kant: „Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung“). Lenz‘ Kritik der Pädagogik äußert sich in der komischen, weil unangemessenen Normabweichung seiner drei Hauptfiguren, bei denen ein nebensächliches Moment die ganze Person vertritt (Fr. G. Jünger: „Der Mensch als Nase“): der Lehrer Wenzeslaus mit seiner pietistischen Pädagogik besteht nur aus Linienziehen und Geradeschreiben, der Räsoneur von Berg trägt ständig die philanthropische (= menschenfreundliche) Erziehungslehre als menschenfeindliches „Principium“ vor sich her, und der Hofmeister ist, in Übertreibung seiner Funktion als Hauslehrer, der unentwegt überstrapazierte Alleskönner im Haushalt des Majors Berg. Im Unterschied zur zeitgenössischen Typenkomödie, deren Figuren als unpsychologisch-plane „Typen“ (der Geizige, der Misanthrop etc.) nur verlacht werden, weicht das Verlachen der Lenz-„Charaktere“ einer gemischten Empfindung. Hinter den komischen Figuren des Hofmeisters, von Bergs und des Majors, die die Mängel der zeitgenössischen Pädagogiken hyperbolisch ausstellen, ist noch ihr eigenes Existenzproblem erkennbar: Lebensenge, familiäres Unglück, Demütigung. – Als ‚Karikaturen‘ werden Lenz‘ Stücke von der klassischen Ästhetik verdrängt und erst hundert Jahre später von der Moderne neu entdeckt.
When, some two centuries ago, German Romantics turned their backs on modernity – industrialisation, urbanisation, commerce and secularisation – they turned to ancient India. For them, India exemplified the primordial unity of mankind with this and the afterworld. For sections of the emerging nationalist movement in Germany, found the deployment of India handy to question the cultural hegemony, and eventually break the political dominance, of France. They tried to surpass the French, who claimed the ancient Roman heritage, by claiming an even older heritage for the Germans. Friedrich Schlegel for example suggested that the German language, and not the French, stood in unbroken continuity with ancient Sanskrit. For Romantics such as he, Sanskrit, the oldest surviving Indo-European language, was closest to the language of original divine revelation. This lead Schlegel to romanticise India in a way that stood in marked contrast to the Orientalist clichés current in other parts of Europe at the time. For him, the link between Sanskrit and German made Germany the true oriental self of Europe. The importance of this particular representation of India for the German national movement is underlined by the great number of university chairs that sprang up in the course of the nineteenth century: twenty two in Germany as opposed to only three in the United Kingdom. This paper explores the particular kind of ‘inverse’ Orientalism of the Germans in the context of its recent post-colonial critique.
Das von der Universität Duisburg-Essen geförderte und von G. E. Grimm geleitete Projekt widmet sich der Erfassung seltener Rezeptionszeugnisse, die allesamt aus den Beständen des Düsseldorfer Goethemuseums stammen. Einen ersten Überblick über die Ausstellungen im Goethemuseum gewähren die bisher 90 "Anmerkungen", die außer der inhaltlichen Beschreibung der jeweiligen Ausstellung kulturgeschichtlich wichtige Abbildungen enthalten. Neben den Katalogen sind diese Faltblätter, zwischen 8 und 16 Seiten stark, die wichtigste Publikation, die Besucher über Ausstellungen informiert und zugleich einen Zugang zum jeweiligen Thema eröffnet. Vollständig wiedergegeben und erschlossen wird das "Jahrbuch der Sammlung Kippenberg" von 1921 bis 1935, das wichtigste Organ der damaligen Goethe-Philologie. Vollständig digitalisiert liegen zudem seltene "Wertheriana" vor.
Zu den Faltblättern "Anmerkungen"
Zum Jahrbuch der Sammlung Kippenberg
(Prof. Dr. Wolfgang Lukas und Patrick Peters M.A.: Bergische Universität Wuppertal, Dr. Danica Krunic, Universität München)
Das Goethezeitportal-Projekt befaßt sich mit dem Göttinger Hain, einer deutsch-national gesinnten Gruppe von Poeten der Göttinger Universität in den frühen 1770er Jahren. Der Göttinger Hain gilt als der „geschlossenste Dichterkreis des Sturm und Drang“. Im umfangreichen Textcorpus, das die insgesamt 16 Mitglieder des Hainbundes, darunter mehr oder minder bekannte Köpfe wie Ludwig Christoph Heinrich Hölty, Johann Martin Miller und Johann Heinrich Voß, hinterlassen haben, finden sich zahlreiche Motive, Themen und Einflüsse wieder, die die deutschsprachige Lyrik ab ca. 1740 in ihrer ganzen Vielfalt abbildet. Als glühende Anhängerschaft Friedrich Gottlieb Klopstocks (durch dessen Gedicht »Der Hügel und der Hain« sie ihren Namen erhielten) ist ein Schwerpunkt der Gruppe ein ins Bardenkostüm gekleideter flammender Vaterlandsdiskurs, gleichzeitig ist die antikisierende Anakreontik Grundlage zahlreicher Liebes- und Geselligkeitsgedichte, und auch der mittelhochdeutsche Minnesang übt einen wesentlich Einfluß auf die Hainbündler aus.
Ab sofort finden Sie neue Inhalte zur Gründung, zu den Mitgliedern und zu den editorischen Problemen
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(Oldib Verlag Essen 2011, 136 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3-939556-09-1)
»Der Heilige Gral beschäftigt den Menschen seit vielen Jahrhunderten und regt seine Phantasie an. Doch woher kommt überhaupt diese Idee von einem Heiligen Gral, worin liegt sein Geheimnis, sein Mysterium, seine Anziehungskraft? Wer hat sich wie mit dem Heiligen Gral auseinandergesetzt, welche Sichtweisen gibt es? Diesen und anderen Fragen geht „Von Jerusalem nach Paris. Der Heilige Gral zwischen Mythos und Literatur“ nach und beantwortet sie. Das Buch streift außerdem die Geschichte der Kreuzzüge sowie der Tempelritter.«
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