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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Jutta Assel | Georg Jäger

Märchenmotive in Illustrationen und auf Postkarten
Eine Dokumentation

Tischlein deck dich

Illustriert von Ludwig Richter,
Georg Mühlberg und Paul Hey

Optimiert für Firefox
Stand: Juni 2015

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Gliederung

1. Brüder Grimm: Tischchendeckdich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack.
Mit Illustrationen von Ludwig Richter
2. Die Bildpostkartenserie von Georg Mühlberg
3. Ludwig Bechstein: Tischlein deck dich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack
4. Zigarettenbilder von Paul Hey
5. Werbemarken
6. Notizen zu den Künstlern
7. Rechtlicher Hinweis und Kotaktanschrift

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1. Brüder Grimm
Tischchendeckdich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack
(Ausgabe letzter Hand, 1857)

Brüder Grimm, Tischchendeckdich, Illustration von Ludwig Richterorzeiten war ein Schneider, der drei Söhne hatte und nur eine einzige Ziege. Aber die Ziege, weil sie alle zusammen mit ihrer Milch ernährte, musste ihr gutes Futter haben und täglich hinaus auf die Weide geführt werden. Die Söhne taten das auch nach der Reihe. Einmal brachte sie der älteste auf den Kirchhof, wo die schönsten Kräuter standen, ließ sie da fressen und herumspringen. Abends, als es Zeit war heim zu gehen, fragte er „Ziege, bist du satt?“ Die Ziege antwortete

     „Ich bin so satt,
     ich mag kein Blatt: meh! meh!“

„So komm nach Haus“ sprach der Junge, fasste sie am Strickchen, führte sie in den Stall und band sie fest. „Nun,“ sagte der alte Schneider, „hat die Ziege ihr gehöriges Futter?“ „O,“ antwortete der Sohn, „die ist so satt, sie mag kein Blatt.“ Der Vater aber wollte sich selbst überzeugen, ging hinab in den Stall, streichelte das liebe Tier und fragte „Ziege, bist du auch satt?“ Die Ziege antwortete

     „Wovon sollt ich satt sein?
     Ich sprang nur über Gräbelein
     und fand kein einzig Blättelein: meh! meh!“

„Was muss ich hören!“ rief der Schneider, lief hinauf und sprach zu dem Jungen „Ei, du Lügner, sagst die Ziege wäre satt, und hast sie hungern lassen?“ Und in seinem Zorne nahm er die Elle von der Wand und jagte ihn mit Schlägen hinaus.

Am andern Tag war die Reihe am zweiten Sohn, der suchte an der Gartenhecke einen Platz aus, wo lauter gute Kräuter standen, und die Ziege fraß sie rein ab. Abends, als er heim wollte, fragte er „Ziege, bist du satt?“ Die Ziege antwortete

     „Ich bin so satt,
     ich mag kein Blatt: meh! meh!“

„So komm nach Haus,“ sprach der Junge, zog sie heim und band sie im Stalle fest. „Nun,“ sagte der alte Schneider, „hat die Ziege ihr gehöriges Futter?“ „O,“ antwortete der Sohn, „die ist so satt, sie mag kein Blatt.“ Der Schneider wollte sich darauf nicht verlassen, ging hinab in den Stall und fragte „Ziege, bist du auch satt?“ Die Ziege antwortete

     „Wovon sollt ich satt sein?
     Ich sprang nur über Gräbelein
     und fand kein einzig Blättelein: meh! meh!“

„Der gottlose Bösewicht!“ schrie der Schneider, „so ein frommes Tier hungern zu lassen!“ Lief hinauf, und schlug mit der Elle den Jungen zur Haustüre hinaus.

Die Reihe kam jetzt an den dritten Sohn, der wollte seine Sache gut machen, suchte Buschwerk mit dem schönsten Laube aus, und ließ die Ziege daran fressen. Abends, als er heim wollte, fragte er „Ziege, bist du auch satt?“ Die Ziege antwortete

     „Ich bin so satt,
     ich mag kein Blatt: meh! meh!“

„So komm nach Haus,“ sagte der Junge, führte sie in den Stall und band sie fest. „Nun,“ sagte der alte Schneider, „hat die Ziege ihr gehöriges Futter?“ „O,“ antwortete der Sohn, „die ist so satt, sie mag kein Blatt.“ Der Schneider traute nicht, ging hinab und fragte „Ziege, bist du auch satt?“ Das boshafte Tier antwortete

     „Wovon sollt ich satt sein?
     Ich sprang nur über Gräbelein
     und fand kein einzig Blättlein: meh! meh!“

„O die Lügenbrut!“ rief der Schneider, „einer so gottlos und pflichtvergessen wie der andere! Ihr sollt mich nicht länger zum Narren haben!“ Und vor Zorn ganz außer sich, sprang er hinauf und gerbte dem armen Jungen mit der Elle den Rücken so gewaltig, dass er zum Haus hinaus sprang.

Der alte Schneider war nun mit seiner Ziege allein. Am andern Morgen ging er hinab in den Stall, liebkoste die Ziege und sprach „Komm, mein liebes Tierlein, ich will dich selbst zur Weide führen.“ Er nahm sie am Strick und brachte sie zu grünen Hecken und unter Schafrippe und was sonst die Ziegen gerne fressen. „Da kannst du dich einmal nach Herzenslust sättigen,“ sprach er zu ihr, und ließ sie weiden bis zum Abend. Da fragte er „Ziege, bist du satt?“ Sie antwortete

     „Ich bin so satt,
     ich mag kein Blatt: meh! meh!“

„So komm nach Haus,“ sagte der Schneider, führte sie in den Stall und band sie fest. Als er wegging, kehrte er sich noch einmal um, und sagte „Nun bist du doch einmal satt!“ Aber die Ziege machte es ihm nicht besser und rief:

     „Wie sollt ich satt sein?
     Ich sprang nur über Gräbelein
     und fand kein einzig Blättlein: meh! meh!“

Brüder Grimm, Tischchendeckdich, Illustration von Ludwig Richter

Als der Schneider das hörte, stutzte er und sah wohl, dass er seine drei Söhne ohne Ursache verstoßen hatte. „Wart,“ rief er, „du undankbares Geschöpf, dich fortzujagen ist noch zu wenig, ich will dich zeichnen, dass du dich unter ehrbaren Schneidern nicht mehr darfst sehen lassen.“ In einer Hast sprang er hinauf, holte sein Bartmesser, seifte der Ziege den Kopf ein und schor sie so glatt wie seine flache Hand. Und weil die Elle zu ehrenvoll gewesen wäre, holte er die Peitsche und versetzte ihr solche Hiebe, dass sie in gewaltigen Sprüngen davon lief.

Der Schneider, als er so ganz einsam in seinem Hause saß, verfiel in große Traurigkeit und hätte seine Söhne gerne wieder gehabt, aber niemand wusste, wo sie hingeraten waren. Der älteste war zu einem Schreiner in die Lehre gegangen, da lernte er fleißig und unverdrossen, und als seine Zeit herum war, dass er wandern sollte, schenkte ihm der Meister ein Tischchen, das gar kein besonderes Ansehen hatte und von gewöhnlichem Holz war; aber es hatte eine gute Eigenschaft. Wenn man es hinstellte und sprach „Tischchen, deck dich,“ so war das gute Tischchen auf einmal mit einem saubern Tüchlein bedeckt, und stand da ein Brüder Grimm, Tischchendeckdich, Illustration von Ludwig RichterTeller und Messer und Gabel daneben und Schüsseln mit Gesottenem und Gebratenem, so viel Platz hatten, und ein großes Glas mit rotem Wein leuchtete, dass einem das Herz lachte. Der junge Gesell dachte: „Damit hast du genug für dein Lebtag,“ zog guter Dinge in der Welt umher und bekümmerte sich gar nicht darum, ob ein Wirtshaus gut oder schlecht und ob etwas darin zu finden war oder nicht. Wenn es ihm gefiel, so kehrte er gar nicht ein, sondern im Felde, im Wald, auf einer Wiese, wo er Lust hatte, nahm er sein Tischchen vom Rücken, stellte es vor sich und sprach „Deck dich,“ so war alles da, was sein Herz begehrte. Endlich kam es ihm in den Sinn, er wollte zu seinem Vater zurückkehren, sein Zorn würde sich gelegt haben, und mit dem Tischchendeckdich würde er ihn gerne wieder aufnehmen.

Es trug sich zu, dass er auf dem Heimweg abends in ein Wirtshaus kam, das mit Gästen angefüllt war; sie hießen ihn willkommen und luden ihn ein, sich zu ihnen zu setzen und mit ihnen zu essen, sonst würde er schwerlich noch etwas bekommen. „Nein,“ antwortete der Schreiner, „die paar Bissen will ich euch nicht vor dem Munde nehmen, lieber sollt ihr meine Gäste sein.“ Sie lachten und meinten, er triebe seinen Spaß mit ihnen. Er aber stellte sein hölzernes Tischchen mitten in die Stube und sprach: „Tischchen, deck dich.“ Augenblicklich war es mit Speisen besetzt, so gut wie sie der Wirt nicht hätte herbeischaffen können, und wovon der Geruch den Gästen lieblich in die Nase stieg. „Zugegriffen, liebe Freunde,“ sprach der Schreiner, und die Gäste, als sie sahen, wie es gemeint war, ließen sich nicht zweimal bitten, rückten heran, zogen ihre Messer und griffen tapfer zu. Und was sie am meisten verwunderte, wenn eine Schüssel leer geworden war, so stellte sich gleich von selbst eine volle an ihren Platz. Der Wirt stand in einer Ecke und sah dem Dinge zu; er wusste gar nicht, was er sagen sollte, dachte aber: „Einen solchen Koch könntest du in deiner Wirtschaft wohl brauchen.“ Der Schreiner und seine Gesellschaft waren lustig bis in die späte Nacht, endlich legten sie sich schlafen, und der junge Geselle ging auch zu Bett und stellte sein Wünschtischchen an die Wand. Dem Wirte aber ließen seine Gedanken keine Ruhe, es fiel ihm ein, dass in seiner Rumpelkammer ein altes Tischchen stände, das gerade so aussähe; das holte er ganz sachte herbei und vertauschte es mit dem Wünschtischchen. Am andern Morgen zahlte der Schreiner sein Schlafgeld, packte sein Tischchen auf, dachte gar nicht daran, dass er ein falsches hätte und ging seiner Wege.

Zu Mittag kam er bei seinem Vater an, der ihn mit großer Freude empfing. „Nun, mein lieber Sohn, was hast du gelernt?“ sagte er zu ihm. „Vater, ich bin ein Schreiner geworden.“ „Ein gutes Handwerk,“ erwiderte der Alte, „aber was hast du von deiner Wanderschaft mitgebracht?“ „Vater, das Beste, was ich mitgebracht habe, ist das Tischchen.“ Der Schneider betrachtete es von allen Seiten und sagte: „Daran hast du kein Meisterstück gemacht, das ist ein altes und schlechtes Tischchen.“ „Aber es ist ein Tischchendeckdich,“ antwortete der Sohn, „wenn ich es hinstelle, und sage ihm, es sollte sich decken, so stehen gleich die schönsten Gerichte darauf und ein Wein dabei, der das Herz erfreut. Ladet nur alle Verwandte und Freunde ein, die sollen sich einmal laben und erquicken, denn das Tischchen macht sie alle satt.“ Als die Gesellschaft beisammen war, stellte er sein Tischchen mitten in die Stube und sprach: „Tischchen, deck dich.“ Aber das Tischchen regte sich nicht und blieb so leer wie ein anderer Tisch, der die Sprache nicht versteht. Da merkte der arme Geselle, dass ihm das Tischchen vertauscht war, und schämte sich, dass er wie ein Lügner da stand. Die Verwandten aber lachten ihn aus und mussten ungetrunken und ungegessen wieder heimwandern. Der Vater holte seine Lappen wieder herbei und schneiderte fort, der Sohn aber ging bei einem Meister in die Arbeit.

Der zweite Sohn war zu einem Müller gekommen und bei ihm in die Lehre gegangen. Als er seine Jahre herum hatte, sprach der Meister: „Weil du dich so wohl gehalten hast, so schenke ich dir einen Esel von einer besondern Art, er zieht nicht am Wagen und trägt auch keine Säcke.“ „Wozu ist er denn nütze?“ fragte der junge Geselle. „Er speit Gold,“ antwortete der Müller, „wenn du ihn auf ein Tuch stellst und sprichst „Bricklebrit,“ so speit dir das gute Tier Goldstücke aus, hinten und vorn.“ „Das ist eine schöne Sache,“ sprach der Geselle, dankte dem Meister und zog in die Welt. Wenn er Gold nötig hatte, brauchte er nur zu seinem Esel „Bricklebrit“ zu sagen, so regnete es Goldstücke, und er hatte weiter keine Mühe, als sie von der Erde aufzuheben. Wo er hinkam, war ihm das beste gut genug, und je teurer je lieber, denn er hatte immer einen vollen Beutel. Als er sich eine Zeit lang in der Welt umgesehen hatte, dachte er: „Du musst deinen Vater aufsuchen, wenn du mit dem Goldesel kommst, so wird er seinen Zorn vergessen und dich gut aufnehmen.“

Es trug sich zu, dass er in dasselbe Wirtshaus geriet, in welchem seinem Bruder das Tischchen vertauscht war. Er führte seinen Esel an der Hand, und der Wirt wollte ihm das Tier abnehmen und Brüder Grimm, Tischchendeckdich, Illustration von Ludwig Richteranbinden, der junge Geselle aber sprach: „Gebt Euch keine Mühe, meinen Grauschimmel führe ich selbst in den Stall und binde ihn auch selbst an, denn ich muss wissen, wo er steht.“ Dem Wirt kam das wunderlich vor, und er meinte, einer, der seinen Esel selbst besorgen müsste, hätte nicht viel zu verzehren; als aber der Fremde in die Tasche griff, zwei Goldstücke heraus holte und sagte, er sollte nur etwas Gutes für ihn einkaufen, so machte er große Augen, lief und suchte das Beste, das er auftreiben konnte. Nach der Mahlzeit fragte der Gast, was er schuldig wäre, der Wirt wollte die doppelte Kreide nicht sparen und sagte noch ein paar Goldstücke müsste er zulegen. Der Geselle griff in die Tasche, aber sein Gold war eben zu Ende. „Wartet einen Augenblick, Herr Wirt,“ sprach er, „ich will nur gehen und Gold holen;“ nahm aber das Tischtuch mit. Der Wirt wusste nicht, was das heißen sollte, war neugierig, schlich ihm nach, und da der Gast die Stalltüre zuriegelte, so guckte er durch ein Astloch. Der Fremde breitete unter dem Esel das Tuch aus, rief „Bricklebrit,“ und augenblicklich fing das Thier an Gold zu speien von hinten und vorn, dass es ordentlich auf die Erde herabregnete. „Ei der tausend,“ sagte der Wirt, „da sind die Dukaten bald geprägt! So ein Geldbeutel ist nicht übel!“ Der Gast bezahlte seine Zeche und legte sich schlafen, der Wirt aber schlich in der Nacht herab in den Stall, führte den Münzmeister weg und band einen andern Esel an seine Stelle. Den folgenden Morgen in der Frühe zog der Geselle mit seinem Esel ab und meinte, er hätte seinen Goldesel.

Mittags kam er bei seinem Vater an, der sich freute, als er ihn wiedersah, und ihn gerne aufnahm. „Was ist aus dir geworden, mein Sohn?“ fragte der Alte. „Ein Müller, lieber Vater,“ antwortete er. „Was hast du von deiner Wanderschaft mitgebracht?“ „Weiter nichts als einen Esel.“ „Esel gibt's hier genug,“ sagte der Vater, „da wäre mir doch eine gute Ziege lieber gewesen.“ „Ja,“ antwortete der Sohn, „aber es ist kein gemeiner Esel, sondern ein Goldesel: wenn ich sage „Bricklebrit,“ so speit euch das gute Tier ein ganzes Tuch voll Goldstücke. Lasst nur alle Verwandte herbei rufen, ich mache sie alle zu reichen Leuten.“ „Das lass ich mir gefallen,“ sagte der Schneider, „dann brauch ich mich mit der Nadel nicht weiter zu quälen,“ sprang selbst fort, und rief die Verwandten herbei. Sobald sie beisammen waren, hieß sie der Müller Platz machen, breitete sein Tuch aus, und brachte den Esel in die Stube. „Jetzt gebt acht“ sagte er und rief „Bricklebrit,“ aber es waren keine Goldstücke, was herabfiel, und es zeigte sich, dass das Tier nichts von der Kunst verstand, denn es bringt's nicht jeder Esel so weit. Da machte der arme Müller ein langes Gesicht, sah, dass er betrogen war, und bat die Verwandten um Verzeihung, die so arm heim gingen, als sie gekommen waren. Es blieb nichts übrig, der Alte musste wieder nach der Nadel greifen, und der Junge sich bei einem Müller verdingen.

Der dritte Bruder war zu einem Drechsler in die Lehre gegangen, und weil es ein kunstreiches Handwerk ist, musste er am längsten lernen. Seine Brüder aber meldeten ihm in einem Briefe, wie schlimm es ihnen ergangen wäre, und wie sie der Wirt noch am letzten Abende um ihre schönen Wünschdinge gebracht hätte. Als der Drechsler nun ausgelernt hatte und wandern sollte, so schenkte ihm sein Meister, weil er sich so wohl gehalten, einen Sack, und sagte: „Es liegt ein Knüppel darin.“ „Den Sack kann ich umhängen, und er kann mir gute Dienste leisten, aber was soll der Knüppel darin? der macht ihn nur schwer.“ „Das will ich dir sagen,“ antwortete der Meister, „hat dir jemand etwas zu leid getan, so sprich nur „Knüppel, aus dem Sack,“ so springt dir der Knüppel heraus unter die Leute und tanzt ihnen so lustig auf dem Rücken herum, dass sie sich acht Tage lang nicht regen und bewegen können; und eher lässt er nicht ab, als bis du sagst: „Knüppel, in den Sack.“ Der Gesell dankte ihm, hing den Sack um, und wenn ihm jemand zu nahe kam und auf den Leib wollte, so sprach er „Knüppel, aus dem Sack,“ alsbald sprang der Knüppel heraus und klopfte einem nach dem andern den Rock oder Wams gleich auf dem Rücken aus, und wartete nicht erst bis er ihn ausgezogen hatte; und das ging so geschwind, dass eh sich's einer versah, die Reihe schon an ihm war.

Brüder Grimm, Tischchendeckdich, Illustration von Ludwig Richter

Der junge Drechsler langte zur Abendzeit in dem Wirtshaus an, wo seine Brüder waren betrogen worden. Er legte seinen Ranzen vor sich auf den Tisch und fing an zu erzählen, was er alles Merkwürdiges in der Welt gesehen habe. „Ja,“ sagte er, „man findet wohl ein Tischchendeckdich, einen Goldesel und dergleichen: lauter gute Dinge, die ich nicht verachte, aber das ist alles nichts gegen den Schatz, den ich mir erworben habe und mit mir da in meinem Sack führe.“ Der Wirt spitzte die Ohren: Brüder Grimm, Tischchendeckdich, Illustration von Ludwig Richter„Was in aller Welt mag das sein?“ dachte er „Der Sack ist wohl mit lauter Edelsteinen angefüllt; den sollte ich billig auch noch haben, denn aller guten Dinge sind drei.“ Als Schlafenszeit war, streckte sich der Gast auf die Bank und legte seinen Sack als Kopfkissen unter. Der Wirt, als er meinte, der Gast läge in tiefem Schlaf, ging herbei, rückte und zog ganz sachte und vorsichtig an dem Sack, ob er ihn vielleicht wegziehen und einen andern unterlegen könnte. Der Drechsler aber hatte schon lange darauf gewartet, wie nun der Wirt eben einen herzhaften Ruck tun wollte, rief er: „Knüppel, aus dem Sack.“ Alsbald fuhr das Knüppelchen heraus, dem Wirt auf den Leib, und rieb ihm die Nähte dass es eine Art hatte. Der Wirt schrie zum Erbarmen, aber je lauter er schrie, desto kräftiger schlug der Knüppel ihm den Takt dazu auf dem Rücken, bis er endlich erschöpft zur Erde fiel. Da sprach der Drechsler: „Wo du das Tischchendeckdich und den Goldesel nicht wieder heraus gibst, so soll der Tanz von neuem angehen.“ „Ach nein,“ rief der Wirt ganz kleinlaut, „ich gebe alles gerne wieder heraus, lasst nur den verwünschten Kobold wieder in den Sack kriechen.“ Da sprach der Geselle: „Ich will Gnade für Recht ergehen lassen, aber hüte dich vor Schaden!“ dann rief er: „Knüppel, in den Sack!“ und ließ ihn ruhen.

Brüder Grimm, Tischchendeckdich, Illustration von Ludwig Richter

Der Drechsler zog am andern Morgen mit dem Tischchendeckdich und dem Goldesel heim zu seinem Vater. Der Schneider freute sich, als er ihn wieder sah, und fragte auch ihn, was er in der Fremde gelernt hätte. „Lieber Vater,“ antwortete er, „ich bin ein Drechsler geworden.“ „Ein kunstreiches Handwerk,“ sagte der Vater, „was hast du von der Wanderschaft mitgebracht?“ „Ein kostbares Stück, lieber Vater,“ antwortete der Sohn, „einen Knüppel in dem Sack.“ „Was!“ rief der Vater, „einen Knüppel! Das ist der Mühe wert! Den kannst du dir von jedem Baume abhauen.“ „Aber einen solchen nicht, lieber Vater: sage ich „Knüppel, aus dem Sack,“ so springt der Knüppel heraus und macht mit dem, der es nicht gut mit mir meint, einen schlimmen Tanz und lässt nicht eher nach, als bis er auf der Erde liegt und um gut Wetter bittet. Seht ihr, mit diesem Knüppel habe ich das Tischchendeckdich und den Brüder Grimm, Tischchendeckdich, Illustration von Ludwig RichterGoldesel wieder herbeigeschafft, die der diebische Wirt meinen Brüdern abgenommen hatte. Jetzt lasst sie beide rufen und ladet alle Verwandten ein, ich will sie speisen und tränken und will ihnen die Taschen noch mit Gold füllen.“ Der alte Schneider wollte nicht recht trauen, brachte aber doch die Verwandten zusammen. Da deckte der Drechsler ein Tuch in die Stube, führte den Goldesel herein und sagte zu seinem Bruder: „Nun, lieber Bruder, sprich mit ihm.“ Der Müller sagte „Bricklebrit,“ und augenblicklich sprangen die Goldstücke auf das Tuch herab, als käme ein Platzregen, und der Esel hörte nicht eher auf, als bis alle so viel hatten, dass sie nicht mehr tragen konnten. (Ich sehe dir's an, du wärst auch gerne dabei gewesen.) Dann holte der Drechsler das Tischchen und sagte: „Lieber Bruder, nun sprich mit ihm.“ Und kaum hatte der Schreiner „Tischchen, deck dich“ gesagt, so war es gedeckt und mit den schönsten Schüsseln reichlich besetzt. Da ward eine Mahlzeit gehalten, wie der gute Schneider noch keine in seinem Hause erlebt hatte, und die ganze Verwandtschaft blieb beisammen bis in die Nacht, und waren alle lustig und vergnügt. Der Schneider verschloss Nadel und Zwirn, Elle und Bügeleisen in einen Schrank, und lebte mit seinen drei Söhnen in Freude und Herrlichkeit.

Brüder Grimm, Tischchendeckdich, Illustration von Ludwig Richter

Wo ist aber die Ziege hingekommen, die Schuld war, dass der Schneider seine drei Söhne fortjagte? Das will ich dir sagen. Sie schämte sich, dass sie einen kahlen Kopf hatte, lief in eine Fuchshöhle und verkroch sich hinein. Als der Fuchs nach Haus kam, funkelten ihm ein paar große Augen aus der Dunkelheit entgegen, dass er erschrak und wieder zurücklief. Der Bär begegnete ihm, und da der Fuchs ganz verstört aussah, so sprach er: „Was ist dir, Bruder Fuchs, was machst du für ein Gesicht?“ „Ach,“ antwortete der Rote, „ein grimmig Tier sitzt in meiner Höhle und hat mich mit feurigen Augen angeglotzt.“ „Das wollen wir bald austreiben,“ sprach der Bär, ging mit zu der Höhle und schaute hinein; als er aber die feurigen Augen erblickte, wandelte ihn ebenfalls Furcht an: er wollte mit dem grimmigen Tiere nichts zu tun haben und nahm Reißaus. Die Biene begegnete ihm, und da sie merkte, dass es ihm in seiner Haut nicht wohl zu Mute war, sprach sie: „Bär, du machst ja ein gewaltig verdrießlich Gesicht, wo ist deine Lustigkeit geblieben?“ „Du hast gut reden,“ antwortete der Bär, „es sitzt ein grimmiges Tier mit Glotzaugen in dem Hause des Roten, und wir können es nicht herausjagen.“ Die Biene sprach: „Du dauerst mich, Bär, ich bin ein armes schwaches Geschöpf, das ihr im Wege nicht anguckt, aber ich glaube doch, dass ich euch helfen kann.“ Sie flog in die Fuchshöhle, setzte sich der Ziege auf den glatten geschorenen Kopf, und stach sie so gewaltig, dass sie aufsprang, „meh! meh!“ schrie, und wie toll in die Welt hineinlief; und weiß niemand auf diese Stunde wo sie hingelaufen ist.

Brüder Grimm, Tischchendeckdich, Illustration von Ludwig Richter

Quelle:
wikisource
- Der heutigen Rechtschreibung und Zeichensetzung angeglichen. Absätze eingefügt.

Vgl. Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand. Mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Hrsg. von Heinz Rölleke. 3 Bde. Stuttgart: Philipp Reclam jun. 1980 (Universal-Bibliothek; 3191-3193). Hier Bd. 3, Anmerkungen zu Nr. 36, S. 77f.

Illustrationen
Ludwig Richter-Hausbuch. Hrsg. von F. A. Fahlen. Leipzig: Georg Wigand o.J., S. 26-34. Von sechs Bilder stehen Vergrößerungen zur Verfügung; klicken Sie bitte auf das Bild.

Die Motive vom "Tischlein decke dich", Goldesel und "Knüppel aus dem Sack" finden sich in mehreren Kunst- und Volksmärchen des 19. Jahrhunderts. Vgl. z.B. 
* Albert Ludwig Grimm: Lina's Märchenbuch. Eine Weyhnachtsgabe. Bd. 2. Frankfurt a.M. bei den Gebrüdern Wilmans 1816 (Digitalisierung durch Google). 4. Das Mährchen von dem Knüppel aus dem Sacke, S. 313-354. Der Text in der Digitalisierung durch Google; bitte selbst skalieren.
* Abendländische Tausend und eine Nacht oder die schönsten Mährchen und Sagen aller europäischen Völker. Zum ersten Male gesammelt und neu bearbeitet von J[ohann] P[eter]. Lyser. Bd. VII, 1. Abtlg. Meissen, bei F. W. Goedsche 1838 (Digitalisierung durch Google). 482.- 490. Nacht. Die drei Brüder und die drei Gaben, S. 174-193.
* Heinrich Pröhle: Kinder- und Volksmärchen. Leipzig: Avenarius und Mendelssohn 1853 (Digitalisierung durch Google). Nr. 28: Das Reh, die Löwin und der Bär, S. 89-93.

In Grimms Märchen "Der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein" (KHM 54) ist es ein "Tischtüchlein", zu dem man "Tüchlein, deck dich" spricht.

Vgl. auch das Gedicht "Der Zaubertisch" von August Friedrich Ernst Langbein. Hier kommt "Tischlein, deck dich!" ebenso zum Einsatz wie "Knüttel aus dem Sack!" In: A. F. E. Langbein's sämmtliche Gedichte. Neue Classiker-Ausgabe. Bd. 3. Stuttgart: Rieger 1854 (Digitalisierung durch Google), S. 117-136.

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Brüder Grimm
Tischchendeckdich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack

Anmerkung

Aus Hessen. Eine andere Erzählung ebendaher leitet folgendergestalt ein, ein Schneider hatte drei Söhne, die schickte er nacheinander in die Welt, sie sollten sich umsehen und was rechtschaffenes lernen. Damit sie nicht leer ausgingen, bekam jeder einen Pfannkuchen und einen Heller mit auf den Weg. Der älteste zog zuerst aus, kam zu einem Herrlein, das zwar in einer Nussschale wohnte, aber gewaltig reich war. Der Schneider soll ihm für eine gute Belohnung seine Herde am Berge hüten und weiden; nur dürfe er, sprach es, nicht in ein Haus gehen, das am Fuße des Bergs stehe und woraus lustige Tanzmusik erschalle. Der Schneider hütet eine zeitlang die Herde ordentlich, lässt sich aber doch am Ende verführen in das verbotene Haus zu gehen. Nun schickt ihn der Herr fort, gibt ihm aber, weil er sonst sich gut gehalten, ein Tischchendeckdich. Damit macht er sich heim, es wird ihm aber unterwegs vertauscht; er hat also seinen Pfannkuchen verzehrt und seinen Heller ausgegeben und bringt nur ein unnützes Tischchen mit.

Der zweite Sohn wird nun ausgeschickt, kommt zu demselben Herrlein, hat ein gleiches Schicksal, wie sein Bruder und statt des echten bringt er einen falschen Goldesel mit.

Dagegen der dritte Sohn hält sich bei dem Männlein das ganze Jahr hindurch, wie dieses verlangt hat, und da er sich die Ohren mit Baumwolle verstopft, ist ihm das Haus mit der Musik nicht gefährlich geworden. Er bekommt beim Abschied einen Knüppelausdemsack, damit verschafft er seinen Brüdern die verlorenen Wunderdinge wieder, und sie leben nun mit ihrem Vater vergnügt, der sich freut, seine drei Heller an seinen Söhnen nicht verschwendet zu haben.

Vgl. Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand. Mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Hrsg. von Heinz Rölleke. 3 Bde. Stuttgart: Philipp Reclam jun. 1980 (Universal-Bibliothek; 3191-3193). Hier Bd. 1, Tischchendeckdich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack, Nr. 36, S. 195-205; Bd. 3, Anmerkungen zu Nr. 36, S. 77f. und Nachweis, S. 457. - Absätze eingefügt.

Albert Ludwig Grimm: Lina's Märchenbuch. Eine Weyhnachtsgabe. Bd. 2. Frankfurt a.M. bei den Gebrüdern Wilmans 1816 (Digitalisierung durch Google). 4. Das Mährchen von dem Knüppel aus dem Sacke, S. 313-354. Der Text in der Digitalisation durch Google; bitte selbst skalieren.

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2. Die Bildpostkartenserie
von Georg Mühlberg

Vorlage:
Brüder Grimm. Tischlein deck dich. Illustriert von Gg. Mühlberg. Meisterwerke der Literatur, Serie 267, Nr. 4528-4533. Uvachrom. Akt.-Ges. für Farbenphotographie. - Der Text auf der Adressseite wird im Anschluss an die  jeweilige Bildseite wiedergegeben.

Brüder Grimm, Tischlein deck dich, Illustration von Georg Mühlberg

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1. Ein Schneider hatte drei Söhne und eine Ziege. Diese Ziege war aber eine Betrügerin. Der Vater schickte seine drei Buben ihretwegen aus dem Hause, weil sie angeblich das Tier hungrig in den Stall gesperrt hatten. Zuletzt kam aber der Schneider hinter die Lügen der Ziege. Er schor sie zur Strafe am Kopfe ganz glatt und jagte sie mit der Peitsche davon.

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Brüder Grimm, Tischlein deck dich, Illustration von Georg Mühlberg

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2. Den drei Buben war es aber nicht schlecht gegangen. Der Älteste war Schreiner geworden. Beim Abschied aus der Lehre erhielt er ein Tischlein. Wenn man zu diesem sprach: "Tischlein deck dich!" so standen auf einmal Schüsseln mit Gesottenem und Gebratenem darauf, auch der Wein fehlte nicht. In einer Herberge aber merkte der böse Wirt die Wunderkraft des Tischchens und vertauschte es nachts mit einem gewöhnlichen Tischlein.

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Brüder Grimm, Tischlein deck dich, Illustration von Georg Mühlberg

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3. Der zweite Schneidersbub war Müller geworden. Er hatte zum Abschied einen Esel erhalten. Wenn man zu diesem sagte: Bricklebrit, so spie das Tier Goldstücke. Der junge Müllerknecht freute sich darüber. Auch er machte Halt in der Herberge, wo der Bruder so betrogen worden war. Als ihm das Geld ausging, eilte er zu seinem Esel und Sprach: "Bricklebrit". Nun hatte er Gold genug. Der Wirt aber hatte an der Türe der Sache zugesehen. Nachts stellte er einen andern Esel in den Stall. Erst zu Hause bemerkte der Müller den Betrug.

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Brüder Grimm, Tischlein deck dich, Illustration von Georg Mühlberg

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4. Der dritte Schneidersbub war Drechsler geworden. Sein Meister schenkte ihm zum Abschied einen Sack mit einem Knüppel. Wenn er sagte: Knüppel aus dem Sack! so tanzte der Prügel den Lauten auf dem Rücken herum, dass ihnen wind [!] und weh wurde. In der Herberge aber war der Wirt neugierig und suchte den Knüppelsack zu vertauschen. Da fuhr der Knüppel heraus und verbläute ihn jämmerlich. Gerne gab der Wirt das Tischlein-deck-dich und den Goldesel heraus, wenn der Knüppel nur aufhörte zu schlagen.

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Brüder Grimm, Tischlein deck dich, Illustration von Georg Mühlberg

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5. Als der dritte Sohn mit dem Wundertischlein und dem Goldesel nach Hause kam, veranstaltete der Vater Schneider ein großes Fest und lud alle Verwandten dazu. Mit dem Tischlein-deck-dich wurden diese aufs feinste bewirtet, so dass sie fröhlich und guter Dinge wurden. Dann musste der Esel noch jedem Verwandten Gold speien, soviel sie wollten. Manche füllten sogar ihre Hüte. Als sie gar nicht nach Hause gehen wollten, ließ der Schneider den Knüppel aus dem Sack. Da zogen sie schleunigst ab und hatten überdies ein Andenken von blauen Striemen, das sie nicht gleich vergaßen.

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Brüder Grimm, Tischlein deck dich, Illustration von Georg Mühlberg

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6. Die böse Ziege aber, die schuld daran war, dass der Vater seine Buben aus dem Hause gejagt hatte, war in ein Fuchsloch gesprungen. Als Meister Reinecke heimkam, leuchteten ihm ein paar große Augen entgegen. Leise schlich er davon. Auch der Bär, der des Weges kam, fürchtete sich. Da flog ein Bienlein in die Höhle und stach die Ziege in den kahlgeschorenen Kopf. Vor Schmerz sprang sie auf und davon. Niemand hat sie seither wieder gesehen.

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3. Ludwig Bechstein
Tischlein deck dich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack

In einem kleinen Städtchen lebte ein ehrlicher Schneider mit seiner Familie, die fünf Häupter zählte: Vater, Mutter und drei Söhne. Letztere wurden sowohl von den Eltern, als auch von sämtlichen Einwohnern des Städtchens nicht nach ihren Taufnamen genannt, sondern schlechtweg nur der Lange, der Dicke, der Dumme. So folgten sie der Älte nach aufeinander. Der Lange wurde ein Schreiner, der Dicke ein Müller, der Dumme ein Drechsler. Als nun der Lange aus der Lehre kam, wurde sein Bündel geschnürt, und er in die Fremde geschickt, und er zog wohlgemut mit langen Schritten zum Tore des heimatlichen Städtchens hinaus.

Lange Zeit wanderte der Bursche von Ort zu Ort, und konnte keine Arbeit bekommen; da nun sein ohnehin knappes Reisegeld sehr zu Ende ging, und er keine frohe Aussicht hatte zu Arbeit und Verdienst, so wurde er traurig, und ging kopfhängerig und sachte auf seinem Wege weiter. Dieser führte just durch einen stillen, schönen Wald, und wie der Bursche so eine Strecke hinein war, begegnete ihm ein kleiner, etwas wohlbeleibter Mann, der ihn gar freundlich grüßte, stehen blieb und fragte: »Na, Bürschlein, wo hinaus denn? siehst ja gar traurig aus, was fehlt dir denn?« – »Mir fehlt Arbeit«, sprach der Bursche treuherzig. »Das ist meine ganze Trauer – bin schon lange gewandert – hab kein Geld mehr.« – »Was kannst du denn für ein Handwerk?« forschte das Männlein weiter. – »Ich bin ein Schreiner.« – »O so komm doch mit mir«, rief der Kleine fröhlich aus, »ich will dir Arbeit geben! Sieh ich wohne hier in diesem Wald – ja ja, komm nur mit, du wirst's gleich sehen.« Und kaum hundert Schritte weiter lag ein schönes Haus, und rings herum war ein dichter frischgrüner Tannenzaun, anzusehen wie eine Schutzmauer, und vorne am Eingang standen zwei hohe Tannen, gleich wie riesige Schildwachen. Da hinein führte das Männlein den Schreinergesellen, der nun alsbald seine Traurigkeit fahren ließ, und mit vergnügten Mienen in das trauliche Zimmer des einsamen Meisters einschritt. »Willkommen!« rief da aus der Ecke hinterm Ofen ein ältliches Mütterlein, und trippelte auf den Burschen zu, um ihn seines Felleisens entledigen zu helfen. Der Meister plauderte den Abend noch gar lange mit dem Burschen, und das Mütterlein trug Speisen auf und stellte auch ein Krüglein auf den Tisch, worin etwas weit Besseres war, als Wasser oder Kofent.

Dem jungen Schreiner gefiel es ganz wohl bei seinem Meister; er bekam nicht allzuviel zu tun, arbeitete fleißig und hielt sich auch sonst brav und ordentlich, so dass keine Klage über ihn geführt wurde. Doch nach etlichen Monaten sprach das alte Männlein: »Lieber Gesell, ich kann dich nun nicht länger brauchen, sondern muss dir Feierabend geben. Und mit Geld kann ich dir deine Arbeiten, die du mir getan, auch nicht belohnen; aber ich will dir ein schönes Andenken geben, das dir mehr helfen wird, als Gold und Silber.« Dabei reichte er ihm ein allerliebstes kleines Tischchen, und sprach weiter: »So oft du dieses Tischlein vor dich hinstellen wirst und dreimal sprechen: ›Tischlein decke dich‹, so oft wird es dir diejenigen Speisen und Getränke zum Mahle darbieten, die du nur wünschen magst. Und nun lebe wohl und gedenke fein deines alten Meisters.«

Ungern verließ der Geselle seine bisherige Werkstätte, er nahm betrübt und froh zugleich das wundertätige Tischlein aus den Händen des Gebers, und zog, noch vielmals dankend, ab und lenkte seine Schritte der lieben Heimat wieder zu. Unterwegs bot ihm das Tischlein, so oft der Bursche die Zauberformel nur sprach, seine reichen Genüsse, da standen im Nu die feinsten Gerichte, die edelsten Weine darauf, und alle Gefäße waren von Silber, und darunter glänzte das feinste schneeweiße Tischgedeck. Natürlich hielt der Geselle sein Tischlein decke dich sehr hehr; auf seiner letzten Herberge, ehe er heim kam, gab er es noch seinem Wirt aufzuheben. Da er aber vorher nichts im Wirtshaus gezehrt, sondern sich mit dem Tischchen eingeschlossen hatte, so hatte der Wirt ihn belauscht durch eine Klinse in der Brettertür, und hatte des Tischleins Geheimnis entdeckt. Daher war er über alle Maßen froh, dass er das Tischlein in seine Verwahrung bekam, freute sich mächtig über die herrliche Eigenschaft desselben. Er ließ sich's ganz trefflich behagen vor der kleinen Tafel, und sann dabei nach, wie er sich auf die beste Weise das Tischchen aneignen möchte. Da fiel ihm bei, dass er ein ganz ähnliches Tischchen, obschon kein Tischchen decke dich besitze. Der schlaue Wirt versteckte daher das echte Tischlein, und stellte das andere, unechte, am andern Morgen dem Gesellen zu, der sich ohne Bedenken damit belud, und nun fröhlich seiner Heimat zueilte.

Mit Freude grüßte der lange Schreiner daheim die Seinen, und entdeckte sogleich seinem Vater die köstliche Bewandtnis, die es mit dem Tischchen habe. Der Vater zweifelte stark, der Sohn aber stellte es vor sich hin, sprach dreimal: »Tischlein decke dich« – aber es deckte sich nicht, und der ehrliche Schneidermeister sprach zu seinem Sohne: »Du dummer Hans, bist du darum in der Fremde gewesen, deinen alten Vater zu huzen? Geh, lass dich nicht auslachen!« Der lange Schreiner wusste in der Welt keinen Rat, wie es nur so auf einmal mit dem Tischchen die Quere gehe? Er probierte noch allerlei; aber es deckte sich nicht wieder, und der Lange musste wieder zum Hobel greifen, und arbeiten, dass die Schwarte knackte.

Unterdessen war der dicke Müller auch aus der Lehre gekommen, und wanderte fort in die Fremde. Und es fügte sich, dass dieser ebenfalls denselben Weg nahm, auch das nämliche kleine Männlein fand, und von ihm in Arbeit genommen wurde. Das Waldhaus war aber jetzt eine Mühle. Als der junge Mühlknappe eine Zeitlang brav, treu und fleißig in Arbeit gestanden hatte, schenkte ihm sein Meister zum Andenken einen schönen Müllerlöwen und sprach: »Nimm zum Abschied noch eine kleine Gabe, die dir, obgleich ich dir deine Arbeiten nicht mit Geld belohnen kann, doch mehr nützen wird, als Gold und Silber. So oft du zu diesem Eselein sprechen wirst: ›Eselein strecke dich!‹ so oft wird es dir Dukaten niesen.«

Fast öfter, als der Lange unterwegs gesprochen hatte: »Tischlein, decke dich«, sprach jetzt der Dicke: »Eselein, strecke dich«, und da streckte sich's, und ließ Dukaten fallen, dass es rasselte und prasselte. Es war eine allerliebste Sache – die blanken Goldstücke. – Aber auch der Müllergeselle kam mit seinem Esel in die Herberge des betrüglichen und schlauen Wirtes, ließ auftafeln, bewirtete, wer nur bewirtet sein wollte, und als der Wirt die Zeche forderte, sprach er: »Harret ein wenig, ich will nur erst Geld holen.« Nahm das Tischtuch mit, ging in den Stall, breitete es über das Stroh, darauf der Esel stand, und sprach: »Eselein, strecke dich!« – da streckte sich der Esel und nieste und es klingelten Dukaten auf dem Tuche, draußen aber stand der Wirt, sah durch ein Astloch in der Türe und merkte sich die Sache. Am andern Morgen stand zwar ein Esel da, aber nicht der rechte, und der Dicke, keinen Betrug ahnend, setzte sich heiter auf und ritt fort.

Als er zu seinem Vater kam, verkündete er ihm auch sein Glück, und sprach, als alle die Seinen froh verwundert den Esel umstanden: »Nun habt Achtung!« und zum Esel sich wendend: »Eselein, strecke dich!« Das fremde Eselein streckte sich zwar auch, aber was selbiges fallen ließ, das waren nichts weniger als Goldstücke. Der Dicke wurde von allen, denen er die Kunst hatte wollen sehen lassen, fürchterlich ausgelacht; er schlug den Esel windelweich, schlug ihm dennoch keine Dukaten aus der Haut, und musste fortan wieder arbeiten, und im Schweiß seines Angesichts sein Brot essen.

Es war nun wieder ein Jahr verflossen, und auch der Dumme hatte seine Lehrzeit überstanden und zog als ein wackrer Drechsler in die Fremde. Recht mit Fleiß nahm er denselben Lauf wie seine Brüder und wünschte sehr, bei jenem kleinen Männlein auch in Arbeit zu kommen, da dasselbe, wie die Brüder erzählt hatten, in allen Fächern bewandert war, in Handwerken, wie in Gelehrtheit und Weisheit, und so schöne Sachen zu verschenken hatte. Richtig gelangte auch der Drechslergeselle in den gewissen Wald, fand die einsame Wohnung des Männleins, und auch ihn nahm es als einen fleißigen Burschen gerne in Arbeit. Nach etlichen Monaten hieß es jedoch wieder: »Lieber Gesell, ich kann dich nun nicht länger behalten, du hast Feierabend.« Zum Abschied sprach das Männlein: »Ich schenkte dir gerne auch, wie deinen Brüdern, ein schönes Andenken, aber was würde dir das helfen, da sie dich den Dummen nennen? Dein langer Bruder und dein dicker Bruder sind durch ihre Dummheit um die Gaben gekommen, was würde es erst bei dir werden? Doch nimm dieses schlichte Säcklein; es kann dir sehr nützlich werden. So oft du zu ihm sagen wirst: ›Knüppel aus dem Sack!‹ – so oft wird ein darin steckender wohlgedrehter Prügel herausfahren zu deinem Schutz, deiner Wehr und Hülfe, und dieser wird so lange aufprügeln, bis du gebieten wirst: ›Knüppel in den Sack!‹«

Der Drechsler bedankte sich schön und zog mit seinem Säcklein heimwärts; er bedurfte jedoch auf seiner Reise der Schutzwehr erst lange nicht, denn jedermann ließ ihn, der leicht und lustig seine Straße zog, ungehindert fürbass wandern. Nur manchmal einem gestrengen Herrn Bettelvogt gab er einiges aus dem Säcklein zu kosten, oder den Dorfhunden, die aus allen Höfen herausfahren und den Wanderer an- und nachbellen. So kam er denn endlich bis an jene Herberge, wo der arge Wirt seine Brüder um das Ihrige betrogen hatte, und jetzt herrlich und in Freuden lebte, aber dennoch immer ein Gelüst hatte, sich vom Gut der Reisenden etwas anzueignen. Beim Schlafengehen gab der Drechsler dem Wirt den Sack in Verwahrung, und warnte ihn, er möge ja nicht zu diesem Säcklein sagen: »Knüppel aus dem Sack!« denn damit habe es eine besondere Bewandtnis, und könne einer, wenn er das sage, wohl etwas davon tragen. Jedoch dem Wirt gefiel sein Tischlein und Eselein zu wohl, als dass er nicht noch ein drittes wundertuendes Gegenständlein hätte so heimlich wegfangen mögen; er konnte kaum die Zeit erwarten, bis der Gast sich zur Ruhe gelegt hatte, um zu sprechen: »Knüppel aus dem Sack, Knüppel aus dem Sack!« Und im Nu fuhr der Knüppel heraus, und wirbelte wie ein Trommelschläger auf des Wirtes Rücken, prügelte fort und fort, und prügelte den Wirt dermaßen braun und blau, dass dieser ein jämmerliches Geschrei erhub, und heulend den Drechslergesellen munter rief. Dieser sagte: »Wirt, das geschieht dir recht! Ich warnte dich ja. Du hast meinen Brüdern das Tischlein decke dich, und das Eselein strecke dich gestohlen.« Der Wirt kreischte: »Ach helft mir nur um Gottes Willen! Ich werde umgebracht!« (Denn der Knüppel arbeitete noch immer rastlos auf des Wirts Rücken.) »Ich will alles wieder herausgeben, das Tischlein und das Eselein! Ach, ich falle um und bin tot!«

Jetzt gebot der Geselle: »Knüppel in den Sack!« und da kroch das Prügelein im Nu wieder in den Sack. Und der Wirt war nur froh, dass er sein Leben davon gebracht, und gab willig das Tischlein und das Eselein wieder heraus. Da packte der Drechsler seinen Kram zusammen, lud sein Bündel, und sich selbst auf den Esel und trabte dem Heimatstädtlein zu. Da war keine geringe Freude bei den Brüdern, als sie die überaus wertvollen Geschenke und Andenken wieder gewonnen sahen, die jetzt gerade noch so herrlich ihre Wunder taten, wie ehemals – wieder gewonnen durch den, den sie immer den Dummen gescholten hatten, und der doch klüger war, wie sie. Und die Brüder blieben zusammen bei den Eltern, und brauchten nicht mehr zu arbeiten, um vom Verdienst das tägliche Brot zu schaffen, denn sie hatten von nun an von allem, was das menschliche Leben bedarf, die Hülle und die Fülle.

Erläuterung:
Kofent oder Kovent "ist ein Dünnbier oder Nachbier, das in früherer Zeit nach Abzug der zweiten Würze durch einen kalten Aufguss auf die Treber gewonnen wurde." Siehe den Artikel in Wikipedia.

Quelle:
zeno.org
In Rechtschreibung und Zeichensetzung dem heutigen Gebrauch angeglichen. Absätze eingefügt.

Vgl. Ludwig Bechstein: Deutsches Märchenbuch. Hrsg. von Hans-Heino Ewers. Stuttgart: Philipp Reclam jun. 1996 (Universal-Bibliothek; 9483). Tischlein deck dich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack, S. 205-212.

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4. Zigarettenbilder von Paul Hey

Vorlage:
Deutsche Märchen. Hg.: Cigaretten Bilderdienst Hamburg, 1939. Sammelwerk Nr. 4. Gruppe 14. Bild Nr. 68-70. Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack (Grimm). Text auf der Rückseite:

Die deutschen Märchen und ihre vertrauten Gestalten sind aus der Welt unserer Kindheit nicht wegzudenken. Aber auch dem erwachsenen Menschen vermitteln sie in Stunden der Erholung reiche Gemütswerte. In dieses Zauberland der Märchenwelt führen uns die 100 Bilder des vorliegenden Werkes, in denen Professor Paul Hey meisterlich das wiedergegeben hat, was in unserer Phantasie durch das Wort "Märchen" ausgelöst wird. Fünfzig der schönsten deutschen Volksmärchen, die diesen Bildern zugrunde liegen, hat Paul Alverdes für unsere Ausgabe zusammengestellt und bearbeitet und eine Reihe von ihnen den alten Texten nacherzählt. Jung und alt wird sich an dem uns hier aufs neue nahegebrachten unerschöpflichen Schatz unseres Volkstums in gleicher Weise erfreuen.

Paul Hey, Tischlein deck dich. Zigarettenbild

Paul Hey, Tischlein deck dich. Zigarettenbild

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Zu den Zigarettenbildern siehe den Artikel in Wikipedia.

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5. Werbemarken

Tischlein deck dich. Werbemarke

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Märchen-Serie. Tischlein deck dich! Marken 2-6, Marke 1 fehlt. Werbestreifen unbedruckt. Keine weiteren Angaben. Höhe: 6; Breite: 4 cm.

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6. Notizen zu den Künstlern

Paul Hey, Maler, Graphiker und Illustrator, geboren am 19. Oktober 1867 in München, gestorben am 14. Oktober 1952 in Gauting bei München.

Kurzbiographie mit Bildnis auf folgender Seite des Goethezeitportals:
Paul Heys Volksliederkarten. Eine Auswahl

Literatur:
* Carolin Raffelsbauer: Paul Hey - der Maler heiler Welten. Eine kultur- und literaturgeschichtliche Untersuchung zur illustrativen Gebrauchskunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. München: Herbert Utz 2007 (Kulturgeschichtliche Forschungen; 30). Hier Bd. 1: Bibliographie zu Paul Heys Illustrationen in den Cigarettenbilderalben, S. 414, und Bd. 2, A3a-368-370, mit Abbildungen. ISBN 978-3-8316-0675-7

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Georg Mühlberg, Maler, Zeichner und Illustrator, wurde 1863 in Nürnberg geboren und starb 1925 in München. Er illustrierte Märchen ("Die sieben Schwaben", "Tischlein deck dich") und Sagen ("Tristan-Sage"), Fabeln und andere Jugendbücher sowie den historischen Roman "Lichtenstein" von Wilhelm Hauff ("Der Pfeifer von Hardt") und Werke von Eugenie Marlitt ("Das Eulenhaus", "Das Geheimnis der alten Mamsell", "Goldelse", "Reichsgräfin Gisela"). Bekannt wurde er auch durch zahlreiche Studentica im Postkartenformat im Verlag von Edmund von König in Heidelberg. (Thieme/Becker; Ries sowie eigene Recherchen)

Siehe auch die Postkartenserie zu den Sieben Schwaben im Goethezeitportal.

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Adrian Ludwig Richter, Maler und Zeichner, geboren 28. September 1803 in Dresden, gestorben daselbst 19. Juni 1884.

Kurzbiographie mit Bildnis auf folgender Seite des Goethezeitportals:
Eduard Mörike, Der alte Turmhahn. Mit Illustrationen von Ludwig Richter

Als reproduzierende Künstler (Holzschneider) zeichnen:
* August Gaber (geb. 1823 in Köppernig; gest. 1894 in Berlin), von Richter als sein bester Holzschneider geschätzt. 1852 heiratete Gaber Richters Tochter Aimée, die er ausgebildet hatte. Siehe den Artikel in Wikipedia.
* Moritz Ferdinand Geringswald (geb. 1825 in Dresden; gest. 1857 dass.), Ausbildung im Atelier A. Gabers. Fast ausschließlich für Richter tätig. (Thieme-Becker).
* Edmund Ferdinand Riewel (geb. 1829 in Leipzig), tätig in Dresden und seit 1860 in Wien (Thieme-Becker).

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Ludwig Richter, Tischchen decke dich, Postkarte

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Ludwig Richter: Tischchen decke dich. Adressseite: Aus der Mappe "Ludwig Richter, Gesammeltes". Erste Sammlung. Verlag Hermann A. Wiechmann, München. Nicht gelaufen.

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Einen Überblick über die Märchen- und Sagenmotive
im Goethezeitportal finden sie hier.

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7. Rechtlicher Hinweis und Kontaktanschrift

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Ludwig-Maximilians-Universität München
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