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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Jutta Assel | Georg Jäger

Schillers Familie im Bild

Eingestellt: März 2017

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Das Goethezeitportal stellt die Familie Schiller im Bild vor: Vater und Mutter, die beiden Schwestern, seine Ehefrau Charlotte, geborene Lengenfeld, sowie seine vier Kinder, die zwei Knaben Karl und Ernst und die beiden Mädchen Caroline und Emilie. Alle Mitglieder der Familie - mit Ausnahme von Schiller selbst, dessen Bildnisse eine eigene Seite bilden - werden vorgestellt mit einem einem kurzen Lebenslauf, zumeist auch mit zeitgenössischen Hinweisen auf ihre äußere Gestalt und ihren Charakter. Eingefügt sind zwei Gedichte: Mörike "Auf das Grab von Schillers Mutter" erinnert an das seinerzeit fast vergessene Grabmal der Mutter ("Eines Unsterblichen Mutter"); des dänischen Dichters Öhlenschläger "An Charlotte Schiller" würdigt die liebende Gattin. "Ich seh' im heil'gen Abendschauer, / Wenn düster die Cypressen weh'n, / Dich, eine Blum', in Liebestrauer / Am Grabe des Geliebten steh'n." Die Bilder sind unterschiedlichen Quellen entnommen, den populären Bildpostkarten, Abbildungen in Büchern und Prachtausgaben. Annotationen zu den Bildern enthalten Grunddaten der beteiligten Künstler. Literaturhinweise regen zu einer Vertiefung der Biographien ein.

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Gliederung

1. Schillers Eltern
2. Schillers Schwestern
3. Charlotte von Schiller,
geb. von Lengefeld
4. Schillers Kinder
5. Literaturhinweise
6. Rechtlicher Hinweis
und Kontaktanschrift

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Schillers Familie
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Schillers Familie. Adressseite: C. St. Stuttgart. Nicht gelaufen.

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1. Schillers Eltern

Schiller, Friedrich von, der populärste und gefeiertste deutsche Dichter, geb. 10. Nov. 1759 in Marbach am Neckar, gest. 9. Mai 1805 in Weimar. Sein Großvater Johannes S. lebte in dem bei Waiblingen gelegenen Dorfe Bittenfeld als Bäcker und Schultheiß, sein Vater, Johann Kaspar (1723–1796), nahm, noch Jüngling, als Feldscher in bayrischen Diensten am Österreichischen Erbfolgekrieg teil und ließ sich dann 1749, nach dem Frieden heimgekehrt, in Marbach als Wundarzt nieder. Hier heiratete er im Juli d. J. die Tochter des Bäckers und Löwenwirts Kodweis, Elisabeth Dorothea (1732–1802). Schillers Vater war eine aufstrebende Willensnatur, tief religiös, von unantastbarem Charakter, rastlos tätig. Die Dürftigkeit seines Einkommens ließ den Chirurgus S. 1757 wieder Kriegsdienste nehmen und als württembergischer Fähnrich gegen den großen Preußenkönig nach Schlesien mitziehen. Während er, nach der Heimkehr 1759 zum Leutnant befördert, nahe bei Kannstatt im Übungslager stand, schenkte ihm seine Gattin im Hause ihrer Eltern zu Marbach den ersten und einzigen Sohn, unsern Dichter. Der Militärdienst des Vaters führte die Familie während der nächsten Jahre an verschiedene Orte, endlich 1763 nach Lorch. Hier erhielt der Knabe bei dem Ortspfarrer Moser (dem ein Erinnerungszeichen in den »Räubern« gilt) den ersten regelmäßigen Unterricht. Ende 1766 wurde der Vater zur Garnison nach Ludwigsburg berufen, wo unser Dichter die Lateinschule besuchte, bis ihn der Herzog zu Anfang 1773 als Zögling in seine mit einer Abteilung für künftige Zivildiener verbundene militärische Pflanzschule auf der Solitüde kommandierte, die, noch 1773 zu einer herzoglichen Militärakademie erweitert, 1775 nach Stuttgart verlegt und Ende 1781, nach Schillers Austritt, als »Hohe Karlsschule« zu einer Art Universität erhoben wurde.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon. Sechste Auflage 1905–1909 (Digitale Bibliothek; 100) Berlin: Directmedia 2003, S. 175 379 f.

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Schillers Eltern
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Schillers Eltern. Signet: R & S vor T, auf Staffelei. Palette, beschriftet: Artistic Series. Trade Mark. Text auf Bildseite:

Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
Wo Starkes sich und Mildes paarten,
   Da giebt es einen guten Klang.

Adresseite: Tuck's Post-Karte. Raphael Tuck & Sons: Schiller Serie 317 B. Hoflieferanten S. Maj. des Koenigs & Ihrer Maj. der Koenigin v. England. Im Briefmarkenfeld Signet wie auf Bildseite mit Text: Chromographed in Bavaria. Nicht gelaufen. - Zitat aus dem "Lied von der Glocke".

Zu Tucks Postkarten siehe die Erläuterungen auf der Seite:

 

Die Jahrhundertfeier des 'Befreiungskrieges' 1913.
Raphael Tuck's Postkarten Serie 932
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=3907

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Schillers Eltern
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Oben: Schiller's Eltern. Nach den Originalen v. Ludovike Simanovitz im Schillermuseum zu Marbach. Links Johann Kaspar Schiller. Rechts Elisabeth Dorothea, geb. Kodweiss. Adressseite: L. Schaller, Stuttgart, 1905. Nr. 2030.  Gelaufen. Poststempel unleserlich

Unten: Ohne Titel. Adressseite:

MARBACH a.N.
Elisabethe Dorothea Schiller, geb. Kodweis (Mutter des
Dichters). Gattin des Majors Joh. Caspar Schiller.
geb. 13. Dez. 1723.        gest. 30 April 1802.

Johann Caspar Schiller. (Vater des Dichters). herzogl.
württ. Major geb. 27. Oktobr 1723. gest. 7. Sept. 1796.

Julius Laubengaier, Marbach a.N. Nr. 159, 54. Im Briefmarkenfeld Signet HTS auf Schild [H. Sting Tübingen]. Nicht gelaufen.

Simanowiz (Simanoviz), Ludovike, geb. 21. Februar 1759 in Schorndorf, gest. 2. September 1827 in Ludwigsburg. Sie war die Tochter eines württembergischen Regimentsfeldschers, "erhielt ihre erste Ausbildung als Malerin durch Nicolas Guibal, dem Leiter der mit der Karlsschule in Stuttgart verbundenen Kunstschule. Mit Unterstützung des Herzogs Karl von Württemberg setzte sie ihre Studien in Paris fort bei dem trefflichen Miniaturmaler Antoine Vestier. Nach ihrer Verheiratung mit dem Leutnant Franz Simanowiz weilte sie 1791 bis 1793 nochmals in Paris. Von Jugend auf mit der Schillerschen Familie befreundet, malte sie nach ihrer Rückkehr nach Ludwigsburg für Schiller zuerst seine Mutter und als Gegenstück dazu den Vater als dessen Geburtstagsgeschenk zum Geburtstag seines Sohnes 1793. Gleich darauf ließ Schiller sich selbst von ihr malen und im April 1794 auch seine Frau. […] Auch Schillers Schwestern Christophine und Nanette wurden von Ludovike Simanowiz gemalt." (Güntter: Schiller, S. 226.)

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Johann Kaspar Schiller
Schillers Vater
Kurzbiographie

Johann Kaspar Schiller war der Sohn eines Schultheißen, dessen Vorfahren vorwiegend Weingärtner und Handwerker im Remstal waren. Er erhielt zunächst bis 1734 Unterricht in Latein durch einen Hauslehrer. Nach vierjähriger Feldarbeit ging er 1738 in die Lehre als Barbier und Wundarzt in Denkendorf und Backnang.

Während seiner Wanderschaft 1741 kam er unter anderem nach Lindau im Bodensee sowie nach Nördlingen. 1745 wurde er Soldat und Feldscher bei verschiedenen Truppenteilen und Staaten. 1749 erhielt er in Marbach das Wundarzt-Examen und trat 1753 als Soldat in die Dienste des Herzogs Carl Eugen. Seit 1759 Leutnant, wurde er 1767 Hauptmann in Ludwigsburg, 1794 schließlich Obristwachtmeister.

Neben seinem Soldatenberuf erarbeitete Schiller in Ludwigsburg zahlreiche Verbesserungsvorschläge für die Landwirtschaft. Aufgrund seiner Interessen wurde er 1775 Leiter der herzoglichen Hofgärten auf dem nachmals, von 1858 bis 31. März 1942, zu Gerlingen und seither zu Stuttgart gehörenden Schloss Solitude.

Zudem leitete er die Forstbaumschulen des Landes. Seine Baumschule am Schloss Solitude galt im ausgehenden 18. Jahrhundert als die größte Baumschule Süddeutschlands. Von dort aus wurde auf Schillers Betreiben der Obstanbau im gesamten Herzogtum Württemberg entschieden gefördert. Viele bis heute existierenden Streuobstbestände sowohl in Gerlingen als auch im sonstigen mittleren Neckarraum gehen auf die Aktivitäten J. K.Schillers zurück. Sein umfassendes Werk "Die Baumzucht im Großen" galt bis weit ins 20. Jahrhundert als wichtiges Standardwerk im Obstbau. Heute gilt er als Pionier der damals modernen Landwirtschaft. Zum Zeitpunkt seines Todes war Schiller Inspekteur sämtlicher herzoglicher Gärten und Baumschulen.

Schiller heiratete am 22. September 1749 Elisabetha Dorothea Kodweiß (1732−1802), Tochter des Gastwirts und Bäckers Kodweiß, mit der er sechs Kinder hatte, darunter als einzigen Sohn Friedrich (* 1759).

Quelle:
Eintrag "Johann Kaspar Schiller" in Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Kaspar_Schiller
Bitte beachten Sie die Lizenzbedingungen.
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

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Johann Caspar Schiller, des Dichters Vater, wird nach den Zeugnissen verschiedener Zeitgenossen als einfach, kraftvoll, gewandt, thätig fürs praktische Leben, dabei rasch und rauh, geschildert; nur Eines nennt ihn einen im Grunde abentheuerlichen, schiefen, stets über Entwürfen brütenden Kopf. Nach der Schilderung eines noch lebenden Hausfreundes war er von kleiner wohl proportionirter Statur, kräftig und lebendig, seine Stirne gewölbt, sein Auge lebhaft; er hatte eine strenge, militärische Dressur, die sich auch auf die Religionsübungen des Hauses erstreckte, während seine innern Ueberzeugungen etwas von der kühlen Aufklärung des Zeitalters an sich trugen. Wissenschaftliche Studien im strengeren Sinne hatte er nicht gemacht, obgleich die verklärende Freundschaft oder Bewunderung für den Dichter, seinen Sohn, selbst dem Vater Beschäftigung mit der Dichtkunst und eine natürliche Anlage zu derselben, viele Belesenheit in der Weltgeschichte, Studium der Philosophie, der Mathematik, der Militärgeschichte und namentlich des dreißigjährigen Krieges zuschreibt. Dies Alles beschränkte sich wohl auf Liebhabereien [...].

Quelle:
Gustav Schwab: Schillers Leben in drei Büchern. Stuttgart, Verlag von S. G. Liesching 1840, S. 5f. (Digitalisierung durch Google)

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Elisabeth Dorothea Schiller
Schillers Mutter
Kurzbiographie

Elisabetha Dorothea wurde als Tochter des Gastwirts Georg Friedrich Kodweiß (1698–1771) und seiner Frau Anna Maria, geb. Munz (1698–1773) in dem kleinen Städtchen Marbach am Neckar geboren. Ihre Mutter war eine Bauerntochter vom Röhracher Hof in Rietenau, ihr Vater kam aus einer angesehenen Familie, die in früheren Zeiten auch schon das Bürgermeisteramt der Stadt leitete. Georg Friedrich Kodweiß erwarb als Wirt des „Goldenen Löwen“ in Marbach einen gewissen Wohlstand. Er hatte das Bäckerhandwerk erlernt.

Dorotheas Kindheit und Jugend waren geprägt von der Mitwirkung im Gasthof des Vaters. Ob und welche schulische Bildung sie genossen hat, kann nicht gesagt werden; lesen konnte sie jedenfalls. Bereits im Alter von 16 Jahren heiratete die Katholikin am 22. Juli 1749 den neun Jahre älteren, lutherisch-protestantischen Johann Caspar Schiller. Wenig später trat sie zum protestantischen Glauben über.

Sie brachte am 4. September 1757 ihr erstes Kind, Elisabeth Christophine Friederike, zur Welt. Ihr Mann stand zu diesem Zeitpunkt im Krieg in Schlesien. An seine Abwesenheit hatte sie sich bereits gewöhnen müssen, da Johann Caspar bereits 1753 wieder in den Militärdienst eingetreten war. Wenn ihr Mann mit seinem Regiment in Württemberg verweilte, reiste sie ihm hinterher, zwischenzeitlich wohnte sie in dem von einer gedrückten Stimmung geprägten Elternhaus. Ihr Vater war durch geschäftliche Missgeschicke zum Bettler geworden.

Im Herbst 1759 erwartete Dorothea ihr zweites Kind. Als die ersten Wehen einsetzten, besuchte sie gerade ihren Mann in einem Militärlager nahe Ludwigsburg. Sie wurde nach Marbach gebracht, wo sie in der Erdgeschosswohnung des Schölkopfschen Hauses am 10. November 1759 ihren einzigen Knaben entband, den sie einen Tag später auf den Namen Johann Christoph Friedrich taufen ließ. Friedrich wurde zu einer der herausragendsten Personen der deutschen Literatur.

Johann Caspar nahm mit seinem Regiment am Siebenjährigen Krieg (1756–1763) teil. Hier stieg er zum Regimentsmedicus auf. Dorothea wanderte mit ihren Kindern Christophine und Friedrich immer wieder dem Vater hinterher und nahm in der Nähe des Militärlagers Quartier: 1760 in Würzburg, 1761 in Urach und Cannstatt oder 1762 in Ludwigsburg. Erst nach Beendigung des Krieges konnte die Familie mit dem Vater zusammenleben, als dieser im Dezember 1763 in Schwäbisch Gmünd zum Werbeoffizier ernannt wurde. In der Nachbarschaft in Lorch lebte die Familie unter schwierigen finanziellen Verhältnissen. Dorothea bekam hier wie auch die Kinder den pedantischen Ordnungssinn ihres Mannes zu spüren. Ihrem willensstarken und energischen Mann hatte die sanftmütige, fromme und liebevolle Dorothea wenig entgegenzusetzen. Gegen die allzu autoritäre Erziehung des Vaters verbündete sich Dorothea oft mit ihren Kindern und schützte sie, wenn sie etwas angestellt hatten, vor dem Jähzorn ihres Vaters. In Fragen der Bildung ihrer Kinder waren sich die Eheleute uneinig. Johann Caspar fand eine höhere Bildung für die Töchter als unschicklich. In der religiösen Erziehung hingegen scheint es Einigkeit gegeben zu haben.

In den Folgejahren brachte Dorothea weitere Kinder zur Welt: Am 24. Januar 1766 wurde die Tochter Luise Dorothea Katharina geboren. Am 20. November 1768 kam Maria Charlotte zur Welt, die im Alter von fünf Jahren starb. Die Tochter Beata Friederike (* 4. Mai 1773) starb bereits als 7-monatiger Säugling. Ihre jüngste Tochter Karoline Christiane, Nanette genannt, brachte sie am 8. September 1777 im Alter von 44 Jahren zur Welt. Das „Nesthäkchen“ starb im Alter von 18 Jahren an einem Nervenfieber.

Die Familie siedelte 1766 in die Residenz- und Garnisonstadt Ludwigsburg um. Die finanziellen Verhältnisse der Familie änderten sich hierdurch schlagartig. Nach dem Umzug der Familie in ein Haus des Hofbuchdruckers Christoph Friedrich Cotta Anfang 1767 gab es auch regen Kontakt mit der Familie Hoven, die im selben Haus wohnte, und der Arztfamilie Elwert. Über solche Kontakte hinaus begleitete Dorothea ihren Mann öfters ins Hoftheater der nahe gelegenen herzöglichen Residenz und sah sich die dort aufgeführten italienischen Singspiele und Opern an.

Auf Geheiß von Herzog Carl Eugen musste Friedrich vom 16. Januar 1773 an in die Karlsschule und ihr Internat umziehen. Die Schule war für ihren Drill und die Entfremdung der Kinder von der Familie bekannt. Der Mutter war dies nicht besonders recht. Ihren Sohn sollte sie fortan nur noch selten zu Gesicht bekommen.

Johann Caspar Schiller wurde Anfang Dezember 1775 zum Intendanten der herzoglichen Hofgärtnerei ernannt. Die Familie zog in die kleine Dienstwohnung in das Jagd- und Repräsentationsschloss des Herzogs um. J. C. Schiller beschäftigte sich fortan intensiv mit der Verwaltung und Bewirtschaftung der Hofgärtnerei und seiner Baumschule und vernachlässigte seine Familie erkennbar. Dorothea beklagte sich über diesen Umstand sogar in einem Brief bei ihrem Sohn Friedrich.

Zehn Jahre nach der Flucht Friedrichs aus Württemberg sah Dorothea ihren Sohn erst wieder, als sie mit ihrer Tochter Nanette von Mitte September bis Anfang Oktober 1792 zu diesem nach Jena reiste. Friedrich lebte hier mit seiner Frau Charlotte von Lengefeld zusammen, mit der er seit zweieinhalb Jahren verheiratet war. Gemeinsam reisten sie am 25. September 1792 nach Rudolstadt und waren zu Gast bei Schillers Schwiegermutter Louise von Lengefeld. Als Schiller mit Charlotte in den Jahren 1793/94 nach Württemberg reiste, kam es zu weiteren Begegnungen. Es sollten die letzten sein.

Dorotheas Mann Johann Caspar starb am 7. September 1796, vermutlich an Prostata-Krebs. Mit dem Tod ihrer jüngsten Tochter zwei Monate später musste sie einen weiteren Schicksalsschlag hinnehmen. Friedrich überließ ihr seinen väterlichen Erbteil, „dass keine Sorge Sie mehr drückt.“ Seit dem Jahreswechsel 1797 lebte sie im Leonberger Schloss und erhielt vom Herzog eine Pension von hundert Gulden. Sie starb am 29. April 1802 in Cleversulzbach. Hier wurde sie von ihrer Tochter Luise in ihren letzten Monaten gepflegt.

Ihr Grab wurde 1834 durch Eduard Mörike wiederhergestellt; in einem benachbarten Grab bestattete er seine eigene Mutter Charlotte Mörike.

Quelle:
Eintrag "Elisabetha Dorothea Schiller" in Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabetha_Dorothea_Schiller
(Stilistisch überarbeitet)
Bitte beachten Sie die Lizenzbedingungen.
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

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Johann Caspar Schiller, Wundarzt in Marbach am Neckar, heiratete am 22. Juli 1749 die siebzehnjährige Elisabeth Dorothea Kodweiß, Tochter des Bäckermeisters und Wirtes zum "Goldenen Löwen". Nach dem "Beibringens-Inventar" bestand ihr Kleiderstaat "aus einem schwarztafften Kittelein, einem seidenzeugenen Rocke, einem feinen Flortüchle, einer schwarzdamastenen Haube mit Goldspitzen, samtledernen Schuhen, einem Perlen- und Granaten-Nüster und einem goldenen Ringe. Sie brachte ihrem Gatten auch ein Stück Acker- und Gartenland zu [...]. Der Hausrat bestand aus einer 'gehimmelten' Bettlade, einem doppelten Kleiderkasten, einem Tresor, einem guten Tisch von hartem Holz, zwei dergleichen Stuhl, einer Hangwiege und zwei ungelehnten Sesseln."

Nach einem überarbeiteten Beitrag von Otto Schöpfer, veröffentlicht durch das Stadtarchiv Gerlingen. URL:
http://www.gerlingen.de/,Lde/4068324.html

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Schillers Mutter war schlank ohne eben (wie häufig erzählt wird) groß zu seyn, in der Jugend hochblond, das Gesicht durch Sommerflecken gezeichnet, die Augen etwas kränklich, die Züge von sanftem Wohlwollen und Empfindung beseelt; die Stirne breit. Mit gewöhnlichem Verstande (Versicherung von Hausfreunden) verband sie Innigkeit des Gefühls, wahre Frömmigkeit, Sinn für Natur, Anlage zur Musik und selbst zur Poesie, daher sie im Kreise ihrer Gespielinnen als Mädchen wohl für eine Schwärmerin galt. Das Spiel der Harfe soll sie leidenschaftlich geliebt haben, und den Gatten, der ihre erste Liebe war, begrüßte sie im neunten Jahre ihrer damals noch kinderlosen Ehe am ersten Tage des Jahres 1757 mit den einfachen Strophen, die, als von Schillers Mutter gedichtet, wohl im Gedächtnisse seiner Verehrer aufbewahrt werden dürfen:

O hätt' ich doch im Thal Vergißmeinnicht gefunden
Und Rosen nebenbei! Dann hätt' ich dir gewunden
Im Blüthenduft den Kranz zu diesem neuen Jahr,
Der schöner noch als der am Hochzeittage war.

Ich zürne, traun, daß itzt der kalte Nord regieret,
Und jedes Blümchens Keim in kalter Erde frieret!
Doch eines frieret nicht, es ist mein liebend Herz,
Dein ist es, theilt mit dir die Freuden und den Schmerz.

So anspruchlos diese Verse sind, so zeugen sie doch von einer Fertigkeit im Versbau und einem Sinne für den Rhythmus, welche nicht zweifeln lassen, daß die Anlage zur äußerlichen Form der Poesie bei Schiller ein Erbstück der Mutter war, zu deren Lieblingsbüchern Klopstocks damals kaum erschienene Messiade, Uz und Gellert gehörten. Sonst unterrichtete sie sich gerne in der Naturgeschichte, und sie, die bestimmt war, die Mutter eines berühmten Mannes zu werden, vertiefte sich auch am liebsten in die Lebensbeschreibungen berühmter Männer.

Quelle:
Gustav Schwab: Schillers Leben in drei Büchern. Stuttgart, Verlag von S. G. Liesching 1840, S. 10f. (Digitalisierung durch Google)

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Links: [Vater Schillers, geprägt:] Held, Weimar. Rückseite: Phot. Held, Weimar - Reg.-Nr. 27.
Rechts: [Mutter Schillers, geprägt:] Held, Weimar. Rückseite: Phot. Held, Weimar - Reg.-Nr. 27.

Held, Louis (1851-1927), Photograph. Er ließ sich 1882 mit einem Portraitatelier in Weimar nieder und stieg zum Hofphotographen des Großherzogs von Sachsen-Weimar auf. Mit seinem photographischen Werk wurde er zum Dokumentaristen der Stadt Weimar und des gesellschaftlichen wie kulturellen Lebens seiner Zeit. Vgl. Weimar um 1900. Photographien von Louis Held. Hg. von Renate und Eberhard Renno. München: Schirmer/Mosel 1984.

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Schiller's Mutter. Friedrich von Schiller. Schiller's Vater.
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Schiller's Mutter. Friedrich von Schiller. Schiller's Vater. Adressseite, Stempel: Zur Erinnerung an die Schillerfeier 1905 im Kurort Wörishofen. Gelaufen. Poststempel 17.5.1905

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Das Grab von Schillers Mutter in Cleversulzbach
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Das Grab von Schiller's Mutter in Cleversulzbach. E. Mörike: Sieh den gesunkenen Hügel! ... Adressseite, Verlag: Friedrich Martin, Erfurt, Serie Schillerstätten. Liste der Schillerstätten im Briefmarkenfeld. Nicht gelaufen. - Holzstich von W. Arland, 1874.

Eduard Mörike
Auf das Grab von Schillers Mutter.
Cleversulzbach, im Mai.

 

Nach der Seite des Dorf's, wo jener alternde Zaun dort
   Ländliche Gräber umschließt, wall ich in Einsamkeit oft.
Sieh den gesunkenen Hügel; es kennen die ältesten Greise
   Kaum ihn noch, und es ahnt niemand ein Heiligtum hier.
Jegliche Zierde gebricht und jedes deutende Zeichen;
   Dürftig breitet ein Baum schützende Arme umher.
Wilde Rose! dich find ich allein statt anderer Blumen;
   Ja, beschäme sie nur, brich als ein Wunder hervor!
Tausendblättrig eröffne dein Herz! entzünde dich herrlich
   Am begeisternden Duft, den aus der Tiefe du ziehst!
Eines Unsterblichen Mutter liegt hier bestattet; es richten
   Deutschlands Männer und Fraun eben den Marmor ihm auf.

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2. Schillers Schwestern

Christophine (genannt Fine), "Schillers älteste Schwester, geboren zu Marbach 4. September 1757, vermählt den 22. Juni 1786 zu Gerlingen mit Schillers Freunde, dem Bibliothekar, späteren Hofrate Wilhelm Friedrich Hermann Reinwald zu Meiningen, gest. in Meiningen 31. August 1847." (Könnecke, Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Litteratur, S.300. Hier auch das Bildnis, gemalt von Ludovika Simanowitz.)

Luise, "Schillers jüngere Schwester, geb. 23. (24.?) Januar 1766 in Lorch, verheiratete sich den 20. Oktober 1799 mit dem Magister und Stadtpfarrer Johann Gottlieb Frankh (geb. 20. Dezember 1760, gest. 23. Januar 1834 zu Möckmühl) und starb den 14. September 1836 in Möckmühl." (Könnecke, Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Litteratur, S.301. Hier auch der Kupferstich von W. Hofmann nach einem Miniatur-Aquarellbild.)

Nannete, Schillers jüngste Schwester. Sie ist den 8. September 1777 auf der Solitude geboren und starb daselbst unverheiratet den 23. März 1796." (Könnecke, Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Litteratur, S.301. Hier auch das Gemälde von Ludovika Simanowitz, 1794.)

"[...] die jüngste Tochter Nanette, oder, wie Schiller selbst sie nennt, Nane, eine 'liebe und hoffnungsvolle Schwester' des Dichters, durch Geist und jungfräuliche Schönheit ausgezeichnet, starb schon im achtzehnten Jahre (1796), als gerade ihr Bruder 'einige Vorkehrungen treffen wollte, die ihr Glück vielleicht gegründet hätten'." (Schwab: Schillers Leben, siehe Literaturhinweise, S. 12.)

"Außerdem hatte Schiller noch zwei andere, früh verstorbene Schwestern: Maria Charlotte, geb. 20. November 1768, gest. 29. März 1774; Beata Friederike, geb. 4. Mai 1773, gest. 22. Dezember desselben Jahres, beide geboren und gestorben in Ludwigsburg." (Könnecke, Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Litteratur, S.301.)

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3. Charlotte von Schiller,
geb. von Lengefeld

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Charlotte von Lengefeld, Stahlstich von Andreas Fleischmann nach Pecht. In: Schiller-Galerie. Charaktere aus Schiller’s Werken, gezeichnet von Friedrich Pecht und Arthur von Ramberg. Fünfzig Blätter in Stahlstich mit erläuterndem Text von Friedrich Pecht. Leipzig: F. A. Brockhaus 1859.

Quelle:
Wikimedia Commons (in unterschiedlichen Auflösungen)
Bitte beachten Sie die Lizenzbedingungen.
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

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Adam Gottlob Öhlenschläger
An Charlotte Schiller

Ein jeder Sänger, dessen Leier
In Waldes Einsamkeit ertönt,
Trifft seine Muse, die ihn freier
Bald mit der ganzen Welt versöhnt.
So schmücktest Du dem großen Sänger
Den Weg mit lichtem Lebensmai;
Du machtest ihm den Busen enger,
Und dadurch ward der Busen frei.

Du lindertest so hold sein Leiden,
Da war das Leben nicht vergällt;
Beglücktest ihn mit Vaterfreuden
Und zeigtest heiter ihm die Welt.
Da ward er ruhig und geduldig,
Er fühlte sich von Gott bestrahlt.
Wir sind ihm, ach! so vieles schuldig,
Doch du hast ihm für uns gezahlt.

Drum nimm auch dieses Lied zum Danke,
Das treu aus meinem Herzen bricht;
Wohin ich in der Welt auch wanke,
Vergeß' ich deiner Milde nicht.
Ich seh' im heil'gen Abendschauer,
Wenn düster die Cypressen weh'n,
Dich, eine Blum', in Liebestrauer
Am Grabe des Geliebten steh'n.

Quelle:
* Hermann Mosapp: Charlotte von Schiller. Ein Lebens- und Charakterbild. Heilbronn: Verlag von Max Kielmann 1896.

Öhlenschläger, Adam Gottlob, dänischer Dichter, geb. 14. Novemer 1770 in Vesterbro, einer Vorstadt von Kopenhagen, gest. 20. Januar 1850 in Kopenhagen. 1810 wurde er Professor der Ästhetik in Kopenhagen. Machte auf Reisen die Bekanntschaft deutscher Dichter und war bemerkenswert produktiv in allen Gattungen, darunter vor allem nordische Stoffe.

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Kurzbiographie
von Charlotte von Schiller
geb. von Lengefeld

Charlotte Lengefeld verbrachte ihre Kindheit in Rudolstadt, wo sie gemeinsam mit ihrer älteren Schwester aufwuchs, der späteren Schriftstellerin Caroline von Wolzogen (1763–1847). Ihr Vater, der Oberlandjägermeister Carl Christian von Lengefeld (1715–1775), starb früh und hinterließ die in wirtschaftlichen Dingen völlig unerfahrene Witwe Louise von Lengefeld, geb. von Wurmb (1743–1823). Schnell waren alle Rücklagen verbraucht und die Familie geriet in einen materiellen Engpass. So willigte Louise sogleich ein, als 1779 der betuchte Friedrich Wilhelm Freiherr von Beulwitz um die Hand ihrer ältesten Tochter Caroline anhielt.

Als 1787 der völlig mittellose Schiller nach Rudolstadt kam, verliebten sich beide Schwestern in ihn. Schiller erwiderte die Zuneigung. Da sowohl Charlotte als auch Caroline für ihn gleichermaßen anziehend waren und er sich für keine der beiden entscheiden konnte, dachte er über eine Dreierbeziehung nach. Doch weder Charlotte noch ihre Mutter, die ohnehin gegen den verarmten Dichter eingenommen war, konnten sich für diese Idee erwärmen. Im Sommer 1789 kurten die beiden Schwestern im damals kursächsischen Luxus- und Modebad Lauchstädt bei Halle (Saale). Das damalige Wohnhaus der Schwestern Armenhausgasse 5 (heute Schillerstraße 5) ist erhalten. Nach einem kurzen Besuch Schillers in Bad Lauchstädt erreichte Charlotte hier der in Leipzig geschriebene „Verlobungsbrief“. Ende 1789, kurz vor der Hochzeit mit Charlotte (1790), schrieb Schiller seiner Verlobten allerdings: „Caroline hat mehr Empfindungen in mir zur Sprache gebracht als du, meine Lotte […]. Was Caroline vor dir voraus hat, musst du von mir empfangen: Deine Seele muss sich in meiner Liebe entfalten, und mein Geschöpf musst du sein.“

Am 22. Februar 1790 heiratete Schiller, der finanziell inzwischen etwas besser gestellt war, Charlotte von Lengefeld in der kleinen Kirche in Wenigenjena (heute nach ihm benannt). Bald nach der Hochzeit schrieb er: „Was für ein schönes Leben führe ich jetzt […]. Die Existenz Charlottes, dieses holden lieben Wesens um mich her, dessen ganze Glückseligkeit sich in die meinige verliert, verbreitet ein sanftes Licht über mein Dasein.“ Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor:

- Karl Ludwig Friedrich Schiller (1793–1857), später Freiherr
- Ernst Friedrich Wilhelm Schiller (1796–1841)
- Caroline Luise Friederike Schiller (1799–1850), verh. Junot 
- Emilie Henriette Luise Schiller, verh. von Gleichen-Rußwurm (1804–1872)

Quelle:
Eintrag "Charlotte Schiller" in Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_von_Schiller
(Stilistisch überarbeitet)
Bitte beachten Sie die Lizenzbedingungen.
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Die Handzeichnung Charlottes von der Kirche in Wenigenjena ist entnommen Hermann Mosapp: Charlotte von Schiller. Ein Lebens- und Charakterbild. Neue Ausg. 3. Aufl. Leipzig: Hesse & Becker (1905), S. 137.

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Charlotte und Friedrich Schiller
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Aus dem König-Ludwig-Album. Zur Erinnerung an Schiller's Secular-Feyer im November 1859. - Links: Charlotte Schiller. Nach dem Leben 1791 von Charlotte Stein (Goethes Freundin) gezeichnet. | Rechts: Friedrich Schiller. Nach dem Leben 1787 von Reinhart gezeichnet. - Nach den Original-Bleistiftzeichnungen auf Stein ausgeführt von S. Braun. Verlag der K. B. priv. Kunstanstalt von Piloty & Loehle in München.

Reinhart, Johann Christian (geb.1761 in Hof, gest.1847 in Rom), Maler, Zeichner und Radierer, war der Mittelpunkt der deutschen Künstlerkolonie in Rom. Bekannt wurde er vor allem durch seine Ideallandschaften. 1785 lernte er Schiller kennen, der ihm zu einem Studienaufenthalt in Italien riet. Von 1801 an standen sie im Briefwechsel. Dazu Hermann Mildenberger: "Deßhalb bitte ich Ihn recht sehr, den schönen Vorsatz Italien zu sehn, doch ja nicht wie einen leichten Traum verwehen zu lassen". Johann Christian Reinhart und Friedrich Schiller. In: Johann Christian Reinhart. Ein deutscher Landschaftsmaler in Rom. Hrsg. von Herbert W. Rott und Andreas Stolzenburg. München: Hirmer 2012, S. 36-46. ISBN 978-3-7774-8021-3

Braun, Simon, Maler und Zeichner, geb. am 24. 12. 1834 in Nürnberg, gest. am 21. 8. 1875 zu München, wurde als vielseitig gebildeter Zögling seiner heimatlichen Kunstschule 1854 an das lithographische Institut von Tegner und Kittendorf in Kopenhagen empfohlen, wo Braun an der Akademie als Maler sich weiter förderte. Später in München lieferte er für das von Piloty & Löhle herausgegebene Prachtwerk aus der Pinakothek viele Blätter, ebenso für Franz Hanfstängl, wobei sein Talent, die jeweilige künstlerische Individualität älterer und neuerer Meister wiederzugeben, sich glänzend bewährte. Inzwischen malte Braun viele Porträts oder zeichnete dgl. gleich auf den Stein. (Thieme / Becker)

Siehe die Seite
Porträt- und Memorialgraphik zu Goethe und Schiller
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=2482

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Links: Schiller u. Lotte. Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme! [Piccolomini. III,8. Thekla zur Gräfin Terzky] Adressseite: Tuck's Post Card. Raphael Tuck & Sons. Schiller Serie 320 B. Nicht gelaufen. Zu Tucks Postkarten siehe oben.
Rechts: Schiller u. Lotte. Text: Das süsse Wort: Ich liebe Dich! / Sprach aus dem holden Augenpaare, / So führt! ich sie zum Traualtare, / O, wer war glücklicher als ich! [Aus Schiller: Die berühmte Frau. Epistel eines Ehemannes an einen andern.] Adressseite: Tuck's Post-Karte. Raphael Tuck & Sons: Schiller Serie 317 B. Gelaufen. Poststempel 1905. - Zu Tucks Postkarten siehe oben.

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Oben links: Charlotte von Schiller. Hermann Mosapp: Ein Lebens- und Charakterbild. Heilbronn: Verlag von Max Kielmann 1896. Titelillustration.
Oben rechts: Charlotte von Schiller, gemalt von L. Simanoviz. Mosapp, wie oben, S. 161. - Zu Simanowiz siehe oben.
Unten links: Charlotte von Lengefeld (1784). Adressseite, Signet: AM. Serie 103. 6 Karten. F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Künstlerkarte No. 1345 (Historische Silhouette). Nicht gelaufen.
Unten rechts: Charlotte von Schiller geb. von Lengefeld (gezeichnet von Charlotte von Stein) A 1875. Adressseite: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 156: 12. Frauenbildnisse aus Schillers Kreise. Nicht gelaufen.

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Links: Charlotte von Schiller. Gemalt 1845 von Ludovike Simanoviz. F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. A 9127 O. Zu Simanoviz siehe oben. - Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf das Bild.
Rechts: Charlotte von Schiller. Kniestück, sitzend in einer Laube, mit Buch in der Hand. Im Hintergrund das Schloss von Rudolstadt. Lithographie mit Tonplatte bei A. Werl, Leipzig, um 1850. Ausriss. 

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Zu Friedrich Schiller's hundertstem Todesjahr. 3. Eigener Herd (Seit 22. Febr. 1790). Links: Schillers Gattin Charlotte geborene v. Lengefeld. Geb. 22. Nov. 1766, gest. 9. Juli 1826. | Mitte unten: Schillerhaus im Bad Lauchstädt. Nach Zeichnungen von Schillers Gattin. In Lauchstädt Verlöbnis 3. Aug. 1789. | Mitte oben: Kirche in Wenigenjena. Nach Zeichnungen von Schillers Gattin. Schiller hier getraut 22. Febr. 1790. | Rechts: Friedrich Schiller. Professor der Geschichte in Jena 1789 bis 1799. Adressseite: Ströhmfeld's Histor. Ansichtskarten. I. Serie 1-6: "Friedrich Schiller". Verl. v. Hans Bleher, Stuttgart. Calwerstr. 35. Beschrieben, aber nicht gelaufen.

Ströhmfeld's Historische Ansichtskarten:
Friedrich Schiller 1905
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=2972

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Charlotte und Friedrich Schiller: Stahlstiche von Charles Louis Schuler nach Ludovike Simanowiz für die in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung in den Jahren 1835-1836 erschienene, zwölfbändige Ausgabe Schiller's sämmtliche Werke. - Der rechte Stahlstich (wie auch der linke?) erschien im Kunstverlag W. Creuzbauer in Karlsruhe. - Zu Simanowiz siehe oben.

Schuler, Charles Louis (geb. in Straßburg 1785, gest. Lichtenthal in Baden-Baden 1852) Bildniszeichner und Bildnisminiaturist, Stahlstecher. (Thieme / Becker)

Bei dem antiken Kopf handelt es sich vielleicht um eine Büste Homers, vgl. Schillers Zweizeiler "Der Homeruskopf als Siegel":

Treuer alter Homer! Dir vertrau ich das zarte Geheimnis,
Um der Liebenden Glück wisse der Sänger allein.

Quelle: Friedrich Schiller Archiv
Siehe die Wiedergabe der Österreichischen Nationalbibliothek in der "europeana".

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4. Schillers Kinder:
Karl und Ernst
Karoline und Emilie

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Schiller's Kinder. Carl. Caroline. Emilie. Ernst. V. Katzler direxit. Leop[old] Beyer sculps[it]. Druck aus der k. k. Hof- und Staats-Druckerei in Wien 1859. - Stahlstich in Schmuckrahmen, 25,3 x 17,8 cm.

Siehe die Wiedergabe der Österreichischen Nationalbibliothek in der "europeana".

Beyer, Leopold, reproduzierender Kupferstecher in Wien, geb. 1784, gest. nach 1870. Schüler von Schmutzer, stach meist nach zeitgenössischen Meistern (Führich, Schwind u.a.) (Thieme / Becker)

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Schiller's Kinder. Nach den Originalen im Schillermuseum zu Marbach. Ernst v. Schiller. Karl v. Schiller. Emilie v. Gleichen-Russwurm. Karoline Junot. Adressseite: L. Schaller. 1905. Nr. 2029. Gelaufen. Poststempel 1906.

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Oben. Carl Brand: Schillers Sohn Karl, 1810. In: Schillers Leben und Werk in Daten und Bildern (siehe Literaturhinweise), Nr. 400.
Unten: Karl von Schiller. Nach einem Ölgemälde von F. S. Stirnbrand. Nach der Abbildung bei Güntter: Schiller (siehe Literaturhinweise), S. 117.

Stirnbrand, Franz Seraph (geb. um 1788, gest. in Stuttgart 1882) war ein vielgefragter Bildnismaler. War u.a. in Frankfurt, Karlsruhe und Stuttgart tätig. Befreundet mit Lenau, Geibel, Dingelstedt und Hackländer. (Thieme / Becker)

Schiller, Karl Friedrich Ludwig von, geb. 14. September 1793 in Ludwigsburg, gest. 21. Juni 1857 in Stuttgart, das älteste Kind Schillers, studierte Forstwissenschaft und bildete sich im praktischen Forstdienst aus. Als Freiwilliger machte er den Feldzug 1814 gegen Napoleon mit. König Friedrich von Württemberg ehrte "die Verdienste eines Mannes, auf den Württemberg stolz sein kann, auch in seinem Sohne" und stellte ihn im Forstdienst an. K. F. L. v. Schiller vermählte sich 1825 mit Luise Locher (1804-1889). 1845 wurde er in den Freiherrnstand erhoben. Sein einziger Sohn Friedrich, geboren 1826, starb ohne Kinder 1877. (Nach Güntter, S. 224f.)

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Oben: Ernst von Schiller. Nach einem Ölgemälde von Wilhelm Bracht, 1831. Nach der Abbildung bei Güntter: Schiller (siehe Literaturhinweise), S. 117.
Unten: Ernst von Schiller. Nach einer kolorierten Zeichnung von Heinrich Meyer, 1801. Nach der Abbildung bei Güntter: Schiller (siehe Literaturhinweise), S. 116.

Meyer, Johann Heinrich (geb. 1760 in Stäfa am Züricher See, gest. 1832 in Weimar), "Goethe-Meyer" oder (in Anspielung auf das Schwyzer Deutsch) "Kunschtmeyer" genannt, Goethes Freund, Zeichenlehrer und "Kunsterzieher". Goethe holte ihn nach Weimar, wo er ab 1792 an der Freien Zeichenschule lehrte und 1807 deren Direktor wurde. Mitglied der Weimarischen Kunstfreunde, deren Klassizismus er prägte. Siehe im Goethezeitportal Yvette Deseyve: "Künstler in Rom: Johann Heinrich Meyer".

Schiller, Ernst von, geb. 11. Juli 1796 in Jena, gest. 19 Mai 1841 in Vilich bei Bonn, studierte Jura, trat 1819 in preußische Dienste und machte eine Karriere als Richter. "Ernst von Schiller, von dem eine Anzahl dichterischer Versuche erhalten sind, hatte in seiner äußeren Erscheinung große Ähnlichkeit mit seinem Vater. Wie dieser und im gleichen Alter erlag er einem Lungenleiden." (Güntter, S.224)

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Karoline Schiller, verheiratet Junot. Nach einer Zeichnung von Christophine Reinwald. Nach der Abbildung bei Güntter: Schiller (siehe Literaturhinweise), S. 116.

Reinwald, Christophine, Schwester Schillers (siehe oben), war Blumen- und Bildnismalerin ohne akademische Ausbildung.

Junot, Karoline Henriette Luise, geb. 11. Oktober 1799 in Jena, gest. 19. Dezember 1850 in Würzburg, die ältere Tochter Schillers, "war von 1827 bis 1830 Erzieherin am Hofe des Herzogs Eugen von Württemberg zu Karlsruhe in Schlesien und lebte dann in Rudolstadt." 1836 vermählte sie sich mit dem verwitweten Bergrat Junot, der 1846 starb. (Güntter, S. 217)

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Emilie Schiller, verheiratet von Gleichen-Rußwurm. Ölgemälde. Nach der Abbildung bei Güntter: Schiller (siehe Literaturhinweise), S. 117.

Gleichen-Rußwurm, Emilie Freifrau von, geb. 25. Juli 1804 in Jena, gest. 25. November 1872 auf Schloss Greifenstein in Unterfranken, jüngstes Kind Schillers, vermählte sich 1828 mit Adalbert Freiherrn von Gleichen-Rußwurm. Auf Schloss Greifenstein "pflegte sie treu das Gedächtnis ihres Vaters [...].Ihr Sohn Ludwig Freiherr von Gleichen-Rußwurm (1836-1901) war ein angesehener Landschaftsmaler," dessen 1865 geborener Sohn als Schriftsteller bekannt wurde. (Güntter, S. 213)

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5. Literaturhinweise

* Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationallitteratur. Eine Ergänzung zu jeder deutschen Litteraturgeschichte. Nach den Quellen bearbeitet von Gustav Könnecke. 2. verb. u. verm. Auflage. Marburg: N. G. Elwert'sche Verlagsbuchhandlung 1895.

* Otto Güntter: Friedrich Schiller. Sein Leben und seine Dichtungen. Mit 701 Abbildungen nach zeitgenössischen Bildern und Illustrationen. Leipzig: J. J. Weber 1925.

* Schillers Leben und Werk in Daten und Bildern. Hrsg. von Bernhard Zeller. Frankfurt a.M.: Insel 1966. Darin: Die Bilder, zusammengestellt von Bernhard Zeller und Walter Scheffler; Bilderläuterungen von Bernhard Zeller und Walter Scheffler.

* Friedrich Schiller. Eine Dokumentation in Bildern. Ausgewählt und erläutert von Bernhard Zeller und Walter Scheffler. Marbach: Schiller-Nationalmuseum 1977.

* Gertrud Fiege: Bildnisse. Verzeichnis der Plastiken, Gemälde, Handzeichnungen, Scherenschnitte im Schiller-Nationalmuseum und Deutschen Literaturarchiv Marbach. 2 Bde. Marbach am Neckar 1978.

* Ludovike Simanowiz. Eine schwäbische Malerin zwischen Revolution und Restauration. Bearbeitet von Gertrud Fiege. Marbacher Magazin 57/1991. Darin: Die Portraits von Schiller und seinen Verwandten, S.41ff.

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* Gustav Schwab: Schillers Leben in drei Büchern. Stuttgart, Verlag von S. G. Liesching 1840 (Digitalisierung durch Google)

* Hermann Mosapp: Charlotte von Schiller. Ein Lebens- und Charakterbild. Heilbronn: Verlag von Max Kielmann 1896.

* Hermann Mosapp: Charlotte von Schiller. Ein Lebens- und Charakterbild. Neue Ausg. 3. Aufl. Leipzig: Hesse & Becker (1905).

* Kirsten Jüngling, Brigitte Roßbeck: Schillers Doppelliebe. Die Lengefeld-Schwestern Caroline und Charlotte. Berlin: Propyläen Verlag 2005. ISBN 3-549-07207-4

* Eva Gesine Baur: "Mein Gechöpf musst du sein". Das Leben der Charlotte Schiller. 2. Aufl. Hamburg: Hoffmann und Campe 2005. ISBN 3-455-09458-9

* Ursula Naumann: Schiller, Lotte und Line. Eine klassische Dreiecksgeschichte (insel taschenbuch 3079) Frankfurt a.M.: Insel Verlag 2004. ISBN 3-458-34779-8

* Schillers Sohn Ernst. Ein Psychogramm in Briefen. Hrsg. von Hilde Lermann (insel taschenbuch 2788) Frankfurt a.M.: Insel 2002.

* Rudolf Schwan: Die Frau Majorin. Schillers Mutter in Cleversulzbach. Betulius Verlag, Stuttgart / Mörike-Museum Cleversulzbach. Cleversulzbach 2007. ISBN 978-3-89511-102-0

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