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Jutta Assel | Georg Jäger

Orte kultureller Erinnerung
Brocken (Harz)

Hexentanz auf dem Brocken
Walpurgisnacht

Eingestellt: April 2013
Stand: April 2017

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Carl Strathmann, Einladung zum Hexensabbath

Carl Strathmann: Einladung zum Hexensabbath
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Carl Strathmann (1866-1939): Einladung zum Hexensabbath. In: Münchner Feste und die Allotria. Ein Jahrhundert Kulturgeschichte nacherzählt und festgehalten von Peter Grassinger. Dachau: Verlagsanstalt "Bayerland" 1990. ISBN 3-89251-097-0. Abbildung S. 140.

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"Walpurgisnacht auf Notgeldscheinen"
ergänzt diese Seite
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6898

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Gliederung

1. Damen-Conversationslexikon. Artikel "Harz"
2. Hexentanz auf dem Brocken. Walpurgisnacht.
Bilder und Texte
3. Rechtlicher Hinweis und Kontaktanschrift

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1. Damen-Conversationslexikon
Artikel "Harz"
(1835)

Harz, das im Herzen von Deutschland gelegene Hochland und waldreiche Gebirge, das sich zwischen Eisleben und Osterrode von Sachsen nach Hannover erstreckt, und gegen 40 Städte und Flecken enthält. Nach natürlicher Lage teilt es sich in den Ober- und Unterharz. Den Mittelpunkt bildet der 3500 F. hohe, durch Sagen und Märchen von Kobolden und Hexen berühmt gewordene Brocken, im Munde des Volkes der Blocksberg genannt. Man erzählt, dass während ihrer Kriege mit Karl dem Großen die Sachsen ihrem Wodan auf den Granitblöcken des Harzberges in sternenhellen Nächten Opfer brachten, und um die Franken zu schrecken, in Hirschfelle und Ochsenhäute vermummet, durch Geweihe und Hörner entstellt, mit Feuerbränden und Gabeln bewaffnet, unter dem Getöse ihrer klirrenden Opfergeschirre und mit fürchterlichem Geschreie auf dem ihnen heiligen Gipfel des Berges sich zusammenscharten. Die Höhen des Harzes bedeckt meist Nadelholz; wilde Felsen, raue Hochflächen, hier und dort auch Moraste, weite und enge Abgründe und Schluchten durchfurchen denselben und wechseln mit schönen Weideplätzen und lieblichen Auen. Der fleißige, betriebsame Harzbewohner nährt sich von der Viehzucht und vom Bergbau, Holzhauen, Kohlenbrennen, Häuserzimmern und Löffelschnitzen, die Frauen vom Spinnen und Spitzenklöppeln etc. Die silberreichen Gruben sind von Alters her berühmt und unerschöpflich. Ihr tiefster Punkt ist Lautenthal, 144 F. hoch über dem Meeresspiegel. Die höchsten bewohnten Gebirgsorte sind Hohengeiß, Andreasberg und das königl. Forstamt Klaustal. Für die Brockenbefahrer, welche auf dem Gipfel des Berges das Brockenhäuschen (ein freundliches Wirtshaus) aufnimmt, sind die sehenswertesten Punkte des Harzes das Ilsetal, das Selketal mit dem Mägdesprung und dem Alexisbad, der einzigen Mineralquelle des ganzen Gebirges, die Victorshöhe, die Baumanns- und Bielshöhle bei Rübeland, und da, wo die Ocker sich malerisch ihr tiefes Bette durch Felsen bricht, und wo schäumend die Bode sich über die Roßtrappe in's Land stürzt.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon. Hrsg.von Carl Herloßsohn. Neusatz und Faksimile der 10-bändigen Ausgabe, Leipzig 1834 bis 1838 (Digitale Bibliothek; 118). S. 4993f. = Bd. 5, 1835, S. 180f.

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Brocken mit Hexenaltar und Teufelskanzel. Verlag Fr. Gottsched, Wernigerode. Druck von Louis Koch, Halberstadt

Bodetal, Harz. Hexentanzplatz. Verlag Louis Glaser, Leipzig. 1907. 3364

Bodetal im Harz, Hexentanzplatz. Julius Simonsen, Kunstverlag, Oldenburg in Holstein, Nr. 70040

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Oben: Brocken mit Hexenaltar u. Teufelskanzel. Adressseite: Verlag Fr. Gottsched, Wernigerode. Druck von Louis Koch, Halberstadt. Nicht gelaufen.
Mitte: Bodetal, Harz. Hexentanzplatz. 3364 Louis Glaser, Leipzig 1907. Nicht gelaufen.
Unten: Bodetal i. Harz. Hexentanzplatz .Adressseite: Nr. 70040 Julius Simonsen, Kunstverlag, Oldenburg in Holstein. Echte Photographie. Nicht gelaufen.

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2. Hexentanz auf dem Brocken
Walpurgisnacht

Hans Baldung Grien (1484-1545):
Hexensabbat. Farbholzschnitt.
(1510)

Hans Baldung Grien, Hexensabatt. Farbholzschnitt

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"Vier Hexen sind auf dem berühmten, mit zwei Stöcken, einem schwarzen und einem braunen, gedruckten Farbenholzschnitt von 1510 beieinander, eine fünfte reitet auf dem Bock durch die Luft." Hermann Schmitz: Hans Baldung gen. Grien (Künstler-Monographien; 113) Bielefeld, Leipzig: Velhagen & Klasing 1922, S. 44. - Dazu Schade: Kunsthexen - Hexenkünste (siehe Literaturhinweise): "Kein anderer Künstler in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts hat so oft Hexen gestaltet wie er." Dabei bezog er "den Hexenkörper als erotischen Körper in die Bildwirkung ein". (S. 179)

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Johannes Praetorius:
Blockes-Berges Verrichtung.
Hexenfahrt und Zauber-Sabbathe
(1669)

In Thüringen ist sehr wol bekant
Ein Berg / der Prockelberg genant /
Welcher Berg der jetzo berührt /
Vber sechszehen Meil gesehen wird /
Also daß den ferne jederman /
In Sachsen und Hessen anschauen kan /
Dieweil er hoch und übertrifft
Mit seiner Höh / wie ich bericht /
All Berg in Hartz und Thüringen /
Darüber er gantz hoch thut springen /
Vber das ist er auch beschreit /
Dieweil Nachts zu Walpurges Zeit /
In grosser Zahl wie ich bericht /
Die Zauberin mit ihrem Gezücht /
Ingemein einen Reichstag alda halten
Die junge so wol als die Alten /
Welche all der Teuffel dahin führt /
In geschwinder Eil / wie jetzt berührt /
Auff welchem sie mit tantzen / springen /
Mit sauffen auch die Zeit zubringen
Mit bösen Geistern Vnzucht treiben /
Wie solches offt die Gelehrten schreiben /
Wenn aber komt der Hanen Gschrey /
So fahren sie wieder heim ohne Scheu /
Uber hohe Berg und tieffe Thal /
Biß daß sie kommen allzumal /
Ein jede Hex an ihren Orth /
Wie man solches wol hat mehr gehort.
Treiben also ohn allen Scheu /
Ihr Hexenwerck und Zauberey
Wider Gott und sein H. Wort /
Auch offtermals anstifften Mord /
Doch können sie / wie ich bericht /
Den frommen Leuten schaden nicht /
Vmb welche her der Engelschaar
Ein Wagenburg thut schlagen gar.
Ihr rechter Lohn und gewisses Pfand /
Ist Feur / Schwerd und ewig Schand /
Ja wenn sie nicht thun Buß auff Erden /
Können sie auch nicht selig werden.
Böckereiten / Gabelfahrn / Unzucht-Tanze / Adlers-Klauen /
Bärentazen / Löwenmähn / Teuffels-Larven sind zu schauen.
Sehet wie die Königin / gelben Gifft zum Fest muß kochen /
Und das alte Hexen-Volck / zeiget kleiner Kinder Knochen.
Schrecket nicht den Bauersmann / Paucken-Brummen / Mordgetümmel /
Eulen-Augen / Krötenzucht / Schlangen-Zischen / Wurm-Gewimmel?
Pfuy ihr tollen Sterblichen! lasset euch nicht so bethören /
Wer einmahl kombt in die Höl / der kan nimmer wiederkehren.

Johannes Praetorius, Blockes-Berges Verrichtung

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Quelle:
Johannes Praetorius: Blockes-Berges Verrichtung / Oder Ausführlicher Geographischer Bericht / von den hohen trefflich alt- und berühmten / Blockes-Berge: / ingleichen von der Hexenfahrt / und Zauber-Sabbathe / so auff solchen Berge die Unholden aus gantz Teutschland / Jährlich den 1. Maij in Sanct-Walpurgis Nachte anstellen sollen. [...] Leipzig: Scheibe; Frankfurt am Main: Arnst 1668. Faksimile der Originalausgabe 1669, mit Einführung von Hans Henning, durch Edition Leipzig 1968. Tafel u. S. 316f.

Vgl. Davidson: The witch in northern european art (siehe: Literaturhinweis): "this illustration is the quintessential witches' sabbat." (S. 75)

Zu Johannes Praetorius (1630-1680), Dichter, Kompilator und Polyhistor:
" Neben Wundererzählungen (Deutsch-Landes Neue Wunder-Chronik, 1678) und Unterhaltungstexten (Der Abentheuerliche Glücks-Topf, 1669) kompilierte P. abergläubische Erzählungen: „Blockes-Berg Verrichtung“ (1668, Nachdrucke 1702, 1740, 1850, 1968) und v. a. die Sammlungen von 250 Rübezahl-Sagen begründen P.s Bedeutung. Grimmelshausen verarbeitete Motive aus P.s Werk in seinem „Simplicissimus“. In seiner Zeit berühmt, geriet P. danach in Vergessenheit. Eine Neubeschäftigung mit seinem Werk begann Anfang des 19. Jh., als Schiller und Goethe Erzählungen P.s als Vorlage für die Balladendichtung bzw. für die Gestaltung der Walpurgisnachtszene im Faust benutzten. Romantiker wie Brentano und die Brüder Grimm schätzten P.s Schriften als volkskundliche Quelle."

Quelle:
Jordan, Stefan, „Praetorius, Johannes“, in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 667-668 [Onlinefassung].

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Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen:
Der abenteuerliche Simplicissimus.

Zweites Buch. Das siebzehnte Capitel:
Wie Simplicius zu den Hexen auf den Tanz gefahren


[...] Einsmals zu End des Mai, als ich abermal durch mein gewöhnlich, obzwar verbotenes Mittel meine Nahrung holen wollte, und zu dem Ende zu einem Baurnhof gestrichen war, kam ich in die Küchen, merkte aber bald, dass noch Leut auf waren (Nota, wo sich Hund befanden, da kam ich wohl nicht hin), derowegen sperrete ich die eine Küchentür, die in Hof ging, angelweit auf, damit wenn es etwa Gefahr setzte, ich stracks ausreißen könnte; blieb also mausstill sitzen, bis ich erwarten mochte, dass sich die Leut niedergelegt hätten: Unterdessen nahm ich eines Spalts gewahr, den das Küchenschälterlein hatte, welches in die Stuben ging: ich schlich hinzu, zu sehen, ob die Leut nicht bald schlafen gehen wollten? aber meine Hoffnung war nichts, denn sie hatten sich erst angezogen und anstatt des Lichts eine schweflichte blaue Flamm auf der Bank stehen, bei welcher sie Stecken, Besen, Gabeln, Stühl und Bänk schmierten, und nacheinander damit zum Fenster hinaus flogen. Ich verwundert mich schrecklich, und empfand ein großes Grausen; weil ich aber größerer Erschrecklichkeiten gewohnt war, zumal mein Lebtag von den Unholden weder gelesen noch gehört hatte, achtet ichs nicht sonderlich, vornehmlich weil alles so still herging, sondern verfügte mich, nachdem alles davongefahren war, auch in die Stub, bedachte was ich mitnehmen, und wo ich solches suchen wollte, und setzte mich in solchen Gedanken auf eine Bank schrittlings nieder; Ich war aber kaum aufgesessen, da fuhr ich samt der Bank gleichsam augenblicklich zum Fenster hinaus, und ließ mein Ranzen und Feurrohr, so ich von mir gelegt hatte, für den Schmierberlohn und so künstliche Salbe dahinten. Das Aufsitzen, Davonfahren und Absteigen geschah gleichsam in einem Nu! denn ich kam, wie mich bedünkte, augenblicklich zu einer großen Schar Volks, es sei denn, dass ich aus Schrecken nicht geacht hab, wie lang ich auf dieser weiten Reis zugebracht; diese tanzten einen wunderlichen Tanz, dergleichen ich mein Lebtag nie gesehen, denn sie hatten sich bei den Händen gefasst, und viel Ring ineinander gemacht, mit zusammgekehrten Rücken, wie man die drei Grazien abmalet, also dass sie die Angesichter herauswärts kehrten; der inner Ring bestand etwa in sieben oder acht Personen, der ander hatte wohl noch so viel, der dritte mehr als diese beiden, und so fortan, also dass sich in dem äußern Ring über zweihundert Personen befanden; und weil ein Ring oder Kreis um den andern links, und die anderen rechts herum tanzten, konnte ich nicht sehen, wieviel sie solcher Ring gemacht, noch was sie in der Mitten, darum sie tanzten, stehen hatten. Es sah eben greulich seltsam aus, weil die Köpf so possierlich durcheinander haspelten. Und gleichwie der Tanz seltsam war, also war auch ihre Musik, auch sang, wie ich vermeinte, ein jeder am Tanz selber drein, welches ein wunderliche Harmoniam abgab; meine Bank die mich hintrug, ließ sich bei den Spielleuten nieder, die außerhalb der Ringe um den Tanz herum standen, deren etliche hatten anstatt der Flöten, Zwerchpfeifen und Schalmeien nichts anders als Nattern, Vipern und Blindschleichen, darauf sie lustig daherpfiffen: Etliche hatten Katzen, denen sie in Hintern bliesen, und auf dem Schwanz fingerten, das lautet' den Sackpfeifen gleich: Andere geigeten auf Rossköpfen, wie auf dem besten Diskant, und aber andere schlugen die Harfe auf einem Kuhgerippe, wie solche auf dem Wasen liegen; so war auch einer vorhanden, der hatte eine Hündin unterm Arm, der leiert' er am Schwanz und fingert' ihr an den Dütten, darunter trompeteten die Teufel durch die Nase, dass es im ganzen Wald erschallete, und wie dieser Tanz bald aus war, fing die ganze höllische Gesellschaft an zu rasen, zu rufen, zu rauschen, zu brausen, zu heulen, zu wüten und zu toben, als ob sie alle toll und töricht gewesen wären. Da kann jeder gedenken, in was Schrecken und Furcht ich gesteckt.

In diesem Lärmen kam ein Kerl auf mich dar, der hatte ein ungeheure Krott unterm Arm, gern so groß als eine Heerpauke, der waren die Därm aus dem Hintern gezogen, und wieder zum Maul hineingeschoppt, welches so garstig aussah, dass mich darob kotzerte: »Sieh hin Simplici«, sagte er, »ich weiß, dass du ein guter Lautenist bist, lass uns doch ein fein Stückchen hören.« Ich erschrak, dass ich schier umfiel, weil mich der Kerl mit Namen nannte, und in solchem Schrecken verstummte ich gar, und bildete mir ein, ich läge in einem so schweren Traum, bat derowegen innerlich im Herzen, dass ich doch erwachen möchte, der mit der Krott aber, den ich steif ansah, zog seine Nasen aus und ein, wie ein kalekutscher Hahn, und stieß mich endlich auf die Brust, dass ich bald davon erstickte; derowegen fing ich an überlaut zu Gott zu rufen, da verschwand das ganze Heer. In einem Hui wurde es stockfinster, und mir so fürchterlich ums Herz, dass ich zu Boden fiel, und wohl hundert Kreuz vor mich machte.

Online bei zeno.org

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Das wütende Heer. Münchener Bilderbogen, Nro. 563, von Friedrich Steub

Das wütende Heer. Münchener Bilderbogen, Nro. 563, von Friedrich Steub

Das wütende Heer. Münchener Bilderbogen, Nro. 563, von Friedrich Steub

Das wütende Heer. Münchener Bilderbogen, Nro. 563, von Friedrich Steub

Das wüthende Heer
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Das wüthende Heer. Münchener Bilderbogen. Nro. 563. Herausgegeben und verlegt von Braun & Schneider in München. Kgl. Hofbuchdruckerei von Dr. C. Wolf & Sohn in München. - 4 Streifen, nummeriert von oben nach unten. - Dazu Ulrike Eichler: Münchener Bilderbogen (Oberbayerisches Archiv. Bd. 99. München 1974. Hier 24. Buch 1871/72. Nr. 563 von Friedrich Steub (1844-1903), der zwischen 1863 bis 1893 73 Bilderbogen schuf.

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Friedrich Gottschalck:
Die Sagen und Volksmärchen der Deutschen.
Der Hexentanz auf dem Brocken.

Auf dem Harzgebirge gibt es einen hohen, hohen Berg, der über alle Berge, wohl funfzig Meilen in der Runde, weit hinwegsieht. Er heißt: der Brocken. Wenn man aber von den Zaubereien und Hexentaten, die auf und an ihm vorgehen und vorgegangen sind, spricht, so heißt er auch wohl der Blocksberg. Auf dem Scheitel dieses kahlen, unfruchtbaren Berges – der mit hunderttausend Millionen Felsstücken übersäet ist – hat der Teufel jährlich, in der Nacht vom letzten April auf den ersten Mai, der so genannten Walpurgisnacht, mit seinen Bundesgenossen, den Hexen und Zauberern der ganzen Erde, eine glänzende Zusammenkunft. So wie die Mitternachtsstunde vorüber ist, kommen von allen Seiten diese Wesen auf Ofengabeln, Besen, Mistforken, gehörnten Ziegenböcken und sonstigen Untieren, durch die Luft herbeigeritten, und der Teufel holt mehrere selbst dazu ab. Ist alles beisammen, so wird um ein hoch loderndes Feuer getanzt, gejauchzt, mit Feuerbränden die Luft durchschwenkt und bis zur Ermattung herum geras't. Von Begeisterung ergriffen, tritt alsdann der Teufel auf die »Teufelskanzel«, lästert auf Gott, seine Lehre und die lieben Engelein, und zum Beschluss gibt er, als Wirth, ein Mahl, wo nichts als Würste gegessen werden, die man auf dem »Hexenaltar« zubereitet. Die Hexe, die zuletzt ankommt, muss, wegen Vernachlässigung der herkömmlichen Etiquette, eines grausamen Todes sterben. Sie wird nämlich, nach der letzten glühenden Umarmung des Regenten der Unterwelt, in Stücken zerrissen, und ihr auf dem Hexenaltar zerhacktes Fleisch, den andern zum warnenden Beispiel, als eine der Hauptschüsseln des Schmauses vorgesetzt. Mit anbrechender Morgenröte zerstäubt die ganze saubere Sippschaft nach allen Windgegenden hin.

Quelle:
Friedrich Gottschalck: Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen. Erstdruck: Halle: Hemmerde und Schwetschke 1814, S. 1-4. Zit. n. Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky. Großbibliothek (Digitale Bibliothek; 125) Berlin: Directmedia 2005, S. 181.312-181.313.

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Ludwig Bechstein. Hexe, auf dem Besen reitend. Aquarellierte EntwurfszeichnungH. Zahl, Das Hexchen. Verlag Arthur Rehn & Co., Berlin

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Links: L. Bechstein: Hexe, auf dem Besen reitend. Aquarellierte Entwurfszeichnung, rechts unten signiert. Umrandung Höhe: 26; Breite 16,5 cm.

Bechstein, Ludwig, Genremaler und Illustrator, geb. am 1. 7. 1843 in Meiningen, gest. am 31.5.1914 in München, 1880–64 Schüler der Münchener Akademie, tätig in München. Als Maler ist Bechstein wenig hervorgetreten, aber in seinen humor- und poesievollen Beiträgen für die „Fliegenden Blätter“ und „Münchener Bilderbogen“ hat er sich als feinsinniger Künstler bewährt. Von ihm auch einige witzige lithographierte Gelegenheitsarbeiten: Theaterzettel zu Aufführungen der Künstlergesellschaft Fidelia, ferner Einladungskarten zu Festlichkeiten der geselligen Vereinigung der Münchener Künstlergenossenschaft, des Künstlersängervereins, der Münchener Künstlergesellschaft u. a. m. (Thieme-Becker)

Rechts: H. Zahl, Das Hexchen. Adressseite: A. R. & C. i. B. [Arthur Rehn & Co. Berlin] Nr. 825. - V.IV.20. Nicht gelaufen. - H. Zahl nicht ermittelt.

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Ludwig Hölty
Hexenlied

Die Schwalbe fliegt,
Der Frühling siegt,
Und spendet uns Blumen zum Kranze!
Bald huschen wir
Leis' aus der Tür,
Und fliegen zum prächtigen Tanze!

Ein schwarzer Bock,
Ein Besenstock,
Die Ofengabel, der Wocken,
Reißt uns geschwind,
Wie Blitz und Wind,
Durch sausende Lüfte zum Brocken!
Um Belzebub
Tanzt unser Trupp,
Und küsst ihm die dampfenden Hände;
Ein Geisterschwarm
Fasst uns beim Arm,
Und schwinget im Tanzen die Brände!

Und Belzebub
Verheißt dem Trupp
Der Tanzenden Gaben auf Gaben;
Sie sollen schön
In Seide gehn,
Und Töpfe voll Goldes sich graben.

Die Schwalbe fliegt,
Der Frühling siegt,
Und Blumen entblühn um die Wette!
Bald huschen wir
Leis' aus der Thür,
Und lassen die Männer im Bette!

Quelle:
Ludwig Christoph Heinrich Hölty: Gesammelte Werke und Briefe. Kritische Studienausgabe. Göttingen: Wallstein1998, S. 234. Erstdruck 1777. - Die ersten beiden Strophen trägt August Battke aus Magdeburg am 1. Mai 1807 im Brockenbuch ein, ohne den Autor zu nennen.

Zu Ludwig Hölty (1748-1776) vgl. den Eintrag in Wikipedia.

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Hexentanz auf Postkarten

Hexentanz auf dem Brocken. Kunstverlag U. Bornemann, Blankenburg, Nr. 835

Teufelsschloss, Teufelsbecken. Verlag R. Lederbogen, Halberstadt, Nr. 335

Gruss vom Brocken. Walpurgis-Feier am 1. Mai. Verlag Rud. Schade, Brocken. 1908. Nr. 19

Walpurgisnacht auf dem Hexentanzplatz.Verlag Albert Krebs, Leipzig

Gruss vom Hexentanzplatz, 1892

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1. Karte von oben: Hexentanz auf dem Brocken. Signatur im Bild nicht aufgelöst. Nr. 835. Kunstverlag U. Bornemann, Blankenburg / Harz. Offizielle Ansichtskarte Brocken. Gelaufen. Datiert u. Poststempel 1936.

2. Karte von oben: Teufelsschloss - Teufelsbecken. M. Lederbogen, Halberstadt Nr. 335. 33548. Nicht gelaufen. - Text:

Die Sage vom Hexentanzplatz

Als in früherer Zeit in der Walpurgisnacht der Teufel seine schwarze Schar auf dem Hexentanzplatz versammelte, wobei sie auch neugeworbene Genossen mitbrachten, wurden letztere demselben hier in seiner Residenz, dem "Teufelsschlosse", vorgestellt, um ihm zu huldigen. Dann ging es mit höllischem Geschrei und Gejohle in rasendem Laufe über die jetzt noch unweit davon ins Bodetal führende "Hexentreppe" zu dem in der Nähe des Waldkaters jetzt noch dicht am Wege befindlichen "Teufelswaschbecken", wo unter lästerlichen Flüchen und teuflischem Gelächter die Taufe der Neulinge vollzogen wurde. Dann ging es wieder zurück zur Höhe, wo in wilder, bacchantischer Lust der Höllentanz auf Katzen, Ziegen, Besen und Heugabeln begann.

3. Karte von oben: Gruss vom Brocken. Walpurgis - Feier am 1. Mai. Adressseite: Verlag Rud. Schade, Brocken. 1908. Nr. 19. Officielle Ansichtskarte Brocken. Gelaufen. Datiert u. Poststempel 1909.

4. Karte von oben: Walpurgisnacht auf dem Hexentanzplatz. Adressseite: Nr. 1610 Albert Krebs KG, Leipzig S 3. Rechts unten: III/18/117 T 132/58. Im Briefmarkenfeld: Handfoto. Text:

Die Sage vom Hexentanzplatz

In der Walpurgisnacht, am 1. Mai, kommen die Hexen auf Besenstielen und Heugabeln in Begleitung von allerlei Getier durch die Luft geritten zum Hexentanzplatz. Hier empfängt sie der Teufel in seinem Felsenschlosse. Dann geht es in rasendem Jagen über die Hexentreppe ins Bodetal zum Teufelswaschbecken, wo der Teufel die neugeworbenen Hexen mit Wasser besprengt und in seine höllische Gemeinde aufnimmt. Zur Höhe zurück, beginnt dort unter fürchterlichem Gejohle ein wilder Tanz, bis das Ende der Mitternachtsstunde die Hexen wieder von dannen fahren lässt.

5. Karte von oben: Gruss vom Hexentanzplatz. Ungeteilte Adressseite, beschriftet auf der Bildseite. Gelaufen. Poststempel 1892.

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Albert Welti, Walpurgisnacht

Albert Welti: Walpurgisnacht
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Albert Welti (1862-1912): Walpurgisnacht, 1896-97. Bice Curiger: Albert Welti im Kunsthaus Zürich. Die Versuchung des rechtschaffenen Bürgers. Zeichnungen und Graphik rund um die "Walpurgisnacht" (Sammlungsheft 10) Zürich: Kunsthaus Zürich 1984, Abb. 36, Katalog 6. - Großformatige Abbildung und Beschreibung: Welti Mappe. Hrsg. vom Kunstwart. München, bei Georg D. W. Callwey im Kunstwart-Verlage o.J. - Vgl. Marcel Montandon: Albert Welti. In: Walhalla, Bd.2, 1906, S. 85-100.

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Johann Georg Theodor Grässe:
Sagenbuch des Preußischen Staats.
Der Hexensabbat auf dem Brocken

Ein preußischer Soldat aus Wernigerode kam nach Flandern. Im Quartier wird er gefragt, wo er her sei. Er sagte: »Ich bin am Blocksberge zu Hause.« Da sagte Jemand: Nun im Drübeckschen ist ein Pfeiler, daran steht mein und Deines Bruders Namen. Wir hüteten als Jungen die Schafe und unterhielten uns oft, wie viel Hexen es in unserem Orte wohl geben möchte. Am 1. Mai, von welchem Tage an die Hirten am Harz ins Gebirge treiben und nicht mehr auf den Wiesen hüten dürfen und der der Walpurgistag am Harz ist, machten wir einen Kreis von Drachenschwanz oder Schlangenkraut, auch Hörnkenkraut genannt, um uns her. Um 11 aber kamen die Hexen auf Besen, Heugabeln u.s.w. an, zuletzt aber fuhr unsere Nachbarin auf einem Fuder Heu ohne Pferde daher. »Nawersche, nehmt uns midde« riefen wir. »Ja, Jungens, sett üch op«, rief sie. Das taten wir, nahmen aber den Kranz mit auf das Fuder und steckten ihn um uns her. »Jungens«, sagt sie, »nu sett üch wisst (fest)« und da geht's davon als wie ein Vogel fliegen tut. Als wir wieder zur Besinnung kamen, waren wir auf einem hohen Berge, da waren große Feuer, viele Gäste auf Gabeln und Ziegenböcken, und es wurde getanzt und es war allda die schönste Musik. Einer, der der Satan war, hatte zwei große Hörner auf dem Kopfe, ordnete die Tänze an und danach spielte er selbst mit. Die Alte war abgestiegen, wir Jungen aber zogen auf dem Heuwagen unsere Schalmei heraus und spielten auch mit. Nun kam der mit den Hörnern zu uns und sprach: »Jungens, ihr könnt ja prächtig spielen, ich will euch ein besseres Instrument leihen«. Da warf er uns eine andere Schalmei in den Kreis, die ging nun aber ganz prächtig, da huckten die alten Hexen wie die Stube hoch und freuten sich ordentlich. Als wir nun so eine halbe Stunde gespielt hatten, winkte er und wir mussten Halt machen. Da knieten Alle vor dem Hexenaltar, dann nahm der mit den Hörnern aus dem Hexenbrunnen Wasser, goss auch zwei Eimer in das Hexenwaschbecken, daraus mussten sie sich Alle waschen und wurden auch von ihm damit besprengt. Dann ging der Tanz wieder an und um 12 Uhr war Alles verschwunden, wir Jungen aber saßen in ihrem Kranz von Kraut auf der glatten Erde. Da kam der Anführer und fragte, was wir für unser Spielen haben wollten, wir aber baten nur um die Schalmei. »Die sollt Ihr behalten«, sagte er. »Am andern Morgen aber sahen wir, dass es eine alte Katze war, das Mundstück war der Schwanz, den hatten wir kurz und klein gekaut. Jetzt gingen wir herunter und kamen erst nach Drübeck, wo wir unsere Namen an die Säule schrieben. Meinen Bruder tötete die Hexe, weil er in unser Dorf zurückkehrte, ich aber hütete mich vor ihr und ging hierher.« Die Säule hat mit den Namen im Kreuze zu Drübeck gestanden, bis dort ein großer Bau vorgenommen wurde.

    Ein junger Bursch setzte sich auf den Kreuzweg, um in der Mainacht die Hexen auf den Brocken ziehen zu sehen. Er machte sich aber einen Kranz um Kopf und Leib und hatte sich über und über mit braunem Dust und Baldrian umwunden. Die Hexen kamen auf Enten und Gänsen, schurrten in Mulden, ritten auf Ofengabeln und Mistgrepen, und zuletzt kam die letzte und oberste Hexe, die sagte: »Härrest Du nich braunen Daust un Faldrian, Sau woll ik üwel mit dik de Klange gahn.«

    In der Walpurgis- oder Wolpersnacht stellen die jungen Burschen den Mädchen Besen vor die Türe und necken sie dann am Morgen mit dem Hexenritt. Man reitet aber auch auf Bäumen und Butterfässern in der Mainacht nach dem Brocken. Die Hexen tanzen dann in der Walpurgisnacht den Schnee auf dem Brocken weg. Sie reiten dahin auf Ziegenböcken und abgenutzten Tieren, auch auf Pferden. Von den Weißdornen, woran das sogenannte Moldenbrod wächst, springen in der Walpurgisnacht die Spitzen weg.

    Am Walpurgisabend blieb ein Bräutigam so lange bei seiner Braut, dass sie ihm gestehen musste, sie hätte nun nicht mehr Zeit, weil sie nach dem Brocken fahren müsste. »So will ich auch mit«, sprach der Bräutigam. Da gingen sie mit einander auf den Hof und dort stand schon ein Puterhahn und wartete auf das Mädchen, dies setzte sich recht fest auf und der Bräutigam setzte sich hinter sie. Nicht lange dauerte es, so waren sie auf dem Brocken und es waren so viele Menschen da, dass der Bräutigam sich schier darüber verwunderte, wollte aber mit der Sache nichts weiter zu tun haben, und weil er auch todmüde geworden war von dem Ritt, so wies ihm seine Braut ein schönes Gardinenbett, darin sollte er sich niederlegen und schlafen. Also tat er auch, als er aber am andern Morgen erwachte, lag er auf der bloßen Erde in einem alten Pferdegerippe, das war das Gardinenbett gewesen.

    [...] Diejenige Hexe, so in der Walpurgisnacht sich verspätet hat und zu langsam gekommen ist, muss sich zur Strafe als einen Hackeblock gebrauchen lassen, darauf der Teufel das Fleisch zu den Würsten, die zur Fresserei gebraucht werden, hacken lässt.

Quelle:
Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staats. Bd. 1. Glogau: Carl Flemming 1868, Nr. 531. S. 482-484. Zit. n. Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky. Großbibliothek (Digitale Bibliothek; 125) Berlin: Directmedia 2005, S. 192.240-192.245.

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Theodor Mintrop: Die Hexen reiten zum Blocksberg
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Theodor Mintrop (1814-1870): Die Hexen reiten zum Blocksberg. Düsseldorf, Kunstakademie. In: Walter Cohen: Hundert Jahre rheinischer Malerei (Kunstbücher deutscher Landschaften) Bonn: Friedrich Cohen 1924, Nr. 39. – Zeichnung mit Rohrfeder und Tusche. Bez. T. Mintrop, 4. May 1855. - Zu den Hexenbildern von Mintrop vgl. Die Handzeichnungen des 19. Jahrhunderts. Düsseldorfer Malerschule. Bearb. von Ute Ricke-Immel. 2 Tle (Handzeichnungen, Bd. 3/1) Düsseldorf: Kunstmuseum 1980. Hier Kat.Nr. 545, 571. Abb. 720 und 721.

 

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Willibald Alexis
Walpurgisnacht

Liebe Mutter, heut' Nacht heulte Regen und Wind.
»Ist heute der erste Mai, liebes Kind.«

Liebe Mutter, es donnerte auf dem Brocken droben.
»Liebes Kind, es waren die Hexen oben.«

Liebe Mutter, ich möcht keine Hexen sehn.
»Liebes Kind, es ist wohl schon oft geschehn.«

Liebe Mutter, ob wohl im Dorf Hexen sind?
»Sie sind dir wohl näher, mein liebes Kind.«

Liebe Mutter, worauf fliegen die Hexen zum Berg?
»Liebes Kind, auf dem Rauche von heißem Werg.«

Liebe Mutter, worauf reiten die Hexen zum Spiel?
»Liebes Kind, sie reiten auf'nem Besenstiel.«

Liebe Mutter, ich sah gestern im Dorf viel Besen.
»Es sind auch viel Hexen auf'm Brocken gewesen.«

Liebe Mutter, 's hat gestern im Schornstein geraucht.
»Liebes Kind, es hat Einer das Werg gebraucht.«

Liebe Mutter, in der Nacht war dein Besen nicht zu Haus.
»Liebes Kind, so war er zum Blocksberg hinaus.«

Liebe Mutter, dein Bett war leer in der Nacht.
»Deine Mutter hat oben auf dem Blocksberg gewacht.«

Quelle:
http://gutenberg.spiegel.de/
(Erstdruck 1821)

Zu Willibald Alexis (1798-1871) vgl. den Eintrag in Wikipedia.

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Ludwig Richter, Hesentanz

Ludwig Richter: Hexentanz
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Ludwig Richter (1803-1884): Hexentanz. Illustration zu: Die Sagen vom Blocksberg und Hexentanzplatz. In: Ludwig Richter-Hausbuch. Hrsg. von F. A. Fahlen. Leipzig: Georg Wigand o.J., S. 111.

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Wilhelm Busch
Kränzchen

In der ersten Nacht des Maien
Läßt's den Hexen keine Ruh.
Sich gesellig zu erfreuen
Eilen sie dem Brocken zu.

Dorten haben sie ihr Kränzchen.
Man verleumdet, man verführt,
Macht ein lasterhaftes Tänzchen,
Und der Teufel präsidiert.

Quelle:
Wilhelm Busch: Kritisch-Allzukritisches. Gedichte. Ausgewählt und mit einem Nachwort von Theo Schlee (insel taschenbuch 52) Frankfurt a.M.: Insel Verlag 1975, S. 85.

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Goethes Walpurgisnacht

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Felicien Rops, Petite sorcière

Felicien Rops: Petite sorcière
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Felicien Rops (1833-1898): Petite sorcière. Farbige Heliogravüre. Im Bild signiert. Bild Höhe: 16,5; Breite: 11,2 cm. - In dem auf dem Boden liegenden, aufgeblätterten Buch ist zu lesen: Albert le Grand. Vgl. die Heliogravure: La lecture du grand Albert. (Eine Hexe ist in das auf einem Pult liegende Buch vertieft.) Der Kirchenlehrer Albertus Magnus (um 1200-1280) galt fälschlich als Alchemist, Magier und Zauberer, dem Zauberbücher und ähnliche Schriften zugeschrieben wurden. - Félicien Rops. L'Oeuvre Graphique Complète. Ouvrage établi et présenté par Jean-François Bory. Paris: Arthur Hubschmid (1988), Nr. 522 und 549.

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Heinrich Pröhle, Brocken-Sagen, Titelblatt

Heinrich Pröhle, Brocken-Sagen, Titelblatt

Heinrich Pröhle. Brocken-Sagen. Mit einer Abhandlung über den Hexenzug nach dem Blocksberge (Stolle's Harzbibliothek ; 9) Harzburg: Stolle 1888. Titelblatt. Im Bild signiert: F. Bindewald 1888. X[ylographische] A[nstalt] v. A PROBST Braunschweig.

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Literaturhinweise zu Hexendarstellungen

* Ulrike Stelzl: Hexenwelten. Hexendarstellungen um 1900. Berlin: Fröhlich & Kaufmann 1983. ISBN 3-88725-038-9.
* Jane P. Davidson: The witch in northern european art 1470-1750 (Science and Research; 2) Freren: Luca Verlag 1987. ISBN 3-923641-13-3.
* Sigrid Schade: Kunsthexen - Hexenkünste. Hexen in der bildenden Kunst vom 16. bis 20. Jahrhundert. In: Hexenwelten. Magie und Imagination vom 16. - 20. Jahrhundert. Hrsg. von Richard van Dülmen. Frankfurt a.M.: Fischer Taschenbuch Verlag 1987, S. 170-218. Abbildungen zum Hexensabatt, S. 351-370. ISBN 2480-3-3596-24375-0.
* Hexen. Mythos und Wirklichkeit. Ausstellungskatalog, Historisches Museum der Pfalz Speyer. München: Edition Minerva Hermann Farnung 2009. ISBN 978-3-938832-54-7.
* Waltraud Maierhofer: Hexen - Huren - Heldenweiber. Bilder des Weiblichen in Erzähltexten über den Dreißigjährigen Krieg. Köln: Böhlau 2005. ISBN 3-412-10405-1
* Hans Baldung Grien: Hexenbilder. Einführung von G. F. Hartlaub (Universal-Bibliothek Nr. B 9061) Stuttgart: Philipp Reclam jun. 1961.
* Clara Siewert. Zwischen Traum und Wirklichkeit. Herausgeber: Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg. Regensburg 2008. ISBN 978-3-89188-116-3. Unvollendeter Zyklus "Die Hexe", Kat. 27-32.

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Gretchenerscheinung

Gabriel von Max (1840-1915): Gretchen in der Walpurgisnacht, um 1875. Öl auf Leinwand, Höhe 55,5; Breite 35 cm. In: Das 19. Jahrhundert in München. Gemälde und Zeichnungen aus dem Besitz des Museums der bildenden Künste Leipzig. Leipzig: Museum der bildenden Künste Leipzig 1992, Nr. 109. ISBN 3-361-00393-8

Bezugstext:
Goethe: Faust. Der Tragödie Erster Teil. Walpurgisnacht. Zeilen 4183-4208.

                    Mephisto, siehst du dort
Ein blasses, schönes Kind! allein und ferne stehen?
Sie schiebt sich langsam nur vom Ort,
Sie scheint mit geschlossnen Füßen zu gehen.
Ich muss bekennen, dass mir deucht,
Dass sie dem guten Gretchen gleicht.
[...]
Fürwahr es sind die Augen einer Toten,
Die eine liebende Hand nicht schloss.
Das ist die Brust, die Gretchen mir geboten,
Das ist der süße Leib, den ich genoss
[...]
Welch eine Wonne! welch ein Leiden!
Ich kann von diesem Blick nicht scheiden.
Wie sonderbar muss diesen schönen Hals
Ein einzig rotes Schnürchen schmücken,
Nicht breiter als ein Messerrücken!

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Nacht, offen Feld

FAUST, MEPHISTOPHELES,
auf schwarzen Pferden daherbrausend.

[Faust in höchster Eile, um mit Hilfe Mephistos Gretchen aus dem Kerker zu befreien.]

FAUST. Was weben die dort um den Rabenstein?
MEPHISTOPHELES. Weiß nicht was sie kochen und schaffen.
FAUST. Schweben auf, schweben ab, neigen sich, beugen sich.
MEPHISTOPHELES. Eine Hexenzunft.
FAUST. Sie streuen und weihen.
MEPHISTOPHELES. Vorbei! vorbei!

Faust und Mephistopheles auf schwarzen Pferden daherbrausend. 
Verso signiert: J. v. Haslinger im August 1825. Tuschfederzeichnung über Bleistift.

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