Lieder der Goethezeit für Gesang und Harfe
Einzelne Vertonungen für Harfe – Selected German songs for harp and voice
Conradin Kreutzer: Drei salomonische Lieder
III salomonische Lieder von C. A. Tiedge mit Begleitung des Pianoforte oder der Harfe. Bonn and Cologne: Simrock 1879.
Signature of the Bavarian State Library: 2 Mus.pr. 2938
Conradin Kreutzer’s III salomonische Lieder is a cycle of three lieder for voice and piano or harp. They are based in three poems of the German writer Christoph August Tiedge (1752-1841), who got inspired by the Song of Songs. This book is included in the Bible; and an old tradition says that it was written by King Solomon himself.
This lieder cycle was published in 1879 by the prestigious musical publisher Simrock when the Goethezeit was already over. However, its writing cannot be considered Romantic. The abundant adornment notes, Alberti basses and the discreet modulations led us to think that this piece must have been composed well before 1879. This work was reviewed in a short notice published in the German music magazine Leipziger Allgemeine Musikalische Zeitung in 1823, so this cycle was definitely composed before that year. Therefore, III salomonische Lieder is a lied cycle for piano or harp of the Goethezeit. Due to its interest, we include here the above-mentioned review in the LAMZ:
Drey Salomonische Lieder von C. A. Tiedge, mit Begleitung des Pianoforte oder der Harfe, in Musik gesetzt von Conradin Kreutzer. Op. 22. Bonn und Cöln, bey Simrock.
Salomonische, das heist Lieder aus oder vielmehr nach dem Hohenliede. Hr. T. hat sie lieblich und zart ausgesprochen; so auch, dass sie bey der Modernisirung an Einfalt wenig, an Innigkeit kaum etwas verloren haben. Von Hrn. K. sind sie mehr von Seiten ihrer Anmuth, als ihrer Tiefe, in dieser Art aber sehr gut in Musik gesetzt. Ein eigentliches Lied ist bey ihm nur die erste Nummer: die zweyte ist ein ziemlich ausgeführtes Duett, die dritte eine Arie geworden. Die letzte, obgleich wir sie nicht tadeln wollen, gefällt uns am wenigsten: wir zweifeln aber nicht, dass eben sie jenen Sängerinnen, die den Text dessen, was sie vortragen, nur im Allgemeinen beachten, am meisten gefallen werde. Der Gesang ist fliessend und stimmgemäss; die Begleitung nicht ohne Interesse, verdeckt aber jenen nicht, sondern steht in gutem Verhältnis zu ihm: wie man denn diess von den Gesängen dieses angenehmen Componisten schon gewohnt ist. Die Begleitung ist wohl zunächst für die Harfe bestimmt gewesen; wenigstens deuten manche Lagen und Spannungen der Hand, die beym Pianoforte zwar nicht schwierig, aber doch unbequemer sind, als so etwas geschrieben seyn sollte, darauf hin. Man kann das Werkchen Sängerinnen von Sinn und Bildung für etwas Besseres, als blosses Passagenwerk, mit gutem Gewissen empfehlen.[1]
Thanks to the efforts of the Bavarian State Library, this piece has been digitalised and can be found clicking on the following URL:
http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0004/bsb00042155/images/ (10-08-2010).

Front page of Conradin Kreutzer's III salomonische Lieder (Bonn and Cologne, 1879)
With special permission of the Bavarian State Library
[1] “Kurze Anzeige”. In: Leipziger Allgemeine Musikalische Zeit 8 (19 February 1823), 131-132.