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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Intermedialität und Synästhesie in der Literatur der Romantik

Zusammenfassung

Zum einen versucht der Autor ein neue Kunstwahrnehmung seitens des Betrachters zu propagieren, andererseits fordert er eine bestimmte Haltung von den Künstlern. Wackenroder imaginiert die Kunstwerke, die er selbst nie im Original gesehen hat. Seine emotionsgeladenen Beschreibungen der Gemälde, werden von den Zeitgenossen begeistert aufgenommen, zumal die meisten Bilder unbekannt waren. Der Autor ist der Auffassung, dass in den Bildern eine Art Sprache steckt, die er aufzudecken versucht:

„Sie [die bildende Kunst] redet durch Bilder der Menschen und bedienet sich also einer Hieroglyphenschrift, deren Zeichen wir dem Äußern nach kennen und verstehen. Aber sie schmelzt das Geistige und Unsinnliche, auf eine so rührende und bewundernswürdige Weise, in die sichtbaren Gestalten hinein, dass wiederum unser ganzes Wesen und alles, was an uns ist, von Grund auf bewegt und erschüttert wird.“ (zitiert nach: Kahnt, S, 95f.)

Wackenroder versucht Kunst durch Worte für den Leser fassbar zu machen. Zugleich lenkt er die Einbildungskraft des Rezipienten durch verschiedene Verfahrensweisen:

-         religiöse Konnotation

-         Vitalisierung der Bilder durch direkte Rede der dargestellten Personen

-         Beschreibung der Entstehung des Kunstwerks

-         Schilderung der emotionalen Disposition des Bildbetrachters

 

In seinem Briefwechsel mit Tieck beschreibt Wackenroder den Kunstgehalt der Sprache und die Stellung des Dichters:

"Nur Schaffen bringt uns der Gottheit näher; und der Künstler, der Dichter, ist Schöpfer. Es lebe die Kunst! Sie allein erhebt uns über die Erde, und macht uns unsers Himmels würdig." (Briefwechsel, S. 387)

 

 

Bibliographie

KAHNT, Rose: Die unterschiedliche Bedeutung der bildenden Kunst und der Musik für W.H. Wackenroder, Marburg/ Lahn 1968.

KERTZ-WELZEL: Alexandra: Die Transzendenz der Gefühle. Beziehungen zwischen Musik und Gefühl bei Wackenroder/Tieck und die Musikästhetik der Romantik, Röhring 2001. (= Saarbrücker Beiträge zur Literaturwissenschaft 71)

JURZIG, Katrin: Mittelalterrezeption in Wackenroders "Herzensergießungen", Driesen 2001.

KÖHLER, Rita: poetischer Text und Kunstbegriff bei W.H. Wackenroder. Eine Untersuchung zu den "Herzensergießungen eines Klosterbruders" und den "Phantasien über die Kunst", Frankfurt/Main 1990.


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Ursula Hörmann und Claudia Gandlgruber: Wackenroder und Tieck: "Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders"- Hierarchie der Künste. 22.02.2003.   

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