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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Goethes Italienische Reise, Rom

Jutta Assel | Georg Jäger

Rom in alten Ansichten
Blicke auf St. Peter

Stand: Mai 2011
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Goethe: Blick auf St. Peter

Verso: Signet. GOETHE: Zeichnungen aus Italien (1786-88). Blick auf St. Peter in Rom. Verlag Alt-Weimar. Nicht gelaufen.

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Gliederung

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1. Postkarten

Die Postkarten werden bibliographisch erfasst. Einige werden erläutert und durch Textzeugnisse ergänzt, die beispielhaft literarische Verarbeitungen der Motive dokumentieren.

Zur Beachtung:
Um sie zu vergrößern, klicken Sie auf die Abbildungen.

Dall'Aventino
"Astro" Edizioni d'Arte

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Blick von der Villa del Priorato di Malta auf dem Aventin

Links: ROMA – S. Pietro dalla Villa dei Cavalieri di Malta. Verso: Signet EBC 609. Nicht gelaufen. | Rechts: ROMA. Veduta dall'Aventino su S. Pietro. 2178. Verso: Carte postale. Nicht gelaufen.

Erläuterung: Beliebtes Fotomotiv. Durch das Schlüsselloch des Tores, das zum Palast des Großmeisters des Malteserordens führt, blickt man am Ende eines Baumganges genau auf die Kuppel der Peterskirche. - Für Korrektur danken wir Herrn Reiner Streun.

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Blick von der Terrasse der Villa Medici auf dem Monte Pincio

Oben links: Verso: Rom. Blick vom Monte Pincio aus auf St. Peter mit Vatican und die Engelsburg. Signet KJ(?)M. Nr. 11801. Nicht gelaufen. | Oben rechts: Verso: Roma - Piazzale dell'Accademia di Francia. Signet: Brunnen mit Mädchenkopf. Edit. Brunner & C., Como - Riprod. vietata. Nr. 18685. Nicht gelaufen. | Unten links: ROMA - PASSEGGIATA DEL PINCIO. Verso: Nr. 12 E. Richter - Rome. Cartolina Postale. Nicht gelaufen. | Unten rechts: Roma - Panorama dalla Villa Medici - Accademia di Francia. Verso: Similbrom. Alterocca - Terni XVI. Stempel: Oberkommando der Wehrmacht geprüft. Datiert 1940. Gelaufen. | Vgl. Franz-Ludwig Catel (1778-1856): Blick auf Rom vom Pincio aus, um 1835, Aquarell und Deckweiß über Bleistift. Kunsthalle Bremen.

Erläuterung: "Die Villa Medici ist eine im 16. Jahrhundert gebaute Villa in Rom. Sie befindet sich an der Straße Viale della Trinità dei Monti auf dem Pincio-Hügel. Die Villa steht auf den Überresten der antiken Villa des Lucius Licinius Lucullus. Das Gebäude wurde in den Jahren 1564-1574 von Nanni di Baccio Bigio und, ab 1568, von Annibale Lippi gebaut. Ihren Namen erhielt sie 1576 von Kardinal Ferdinando di Medici, der sie zu diesem Zeitpunkt erwarb. [...] Seit 1803 beherbergt sie die Académie Française, die 1666 von König Ludwig XIV. gegründet wurde." (Artikel Villa Medici in Wikipedia, s. unter 2.) – Eine Zeichnung Goethes zeigt den Blick von der Terrasse der Villa Medici auf dem Monte Pincio auf die Peterskirche. Abbildung in: Goethe Italienische Reise. Mit Zeichnungen des Autors hg. u. mit einem Nachwort versehen von Christoph Michel (it 175) Frankfurt: Insel Verlag 1976, nach S. 168 mit Erläuterung S. 756).

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Die Villa Medici mit ihrem prächtigen Palast, mit dem schönen Garten und dem unvergleichlichen Walde von immergrünen Eichen auf der höchsten Terrasse, von der man den weitesten Überblick über das Land genießt, ist die französische Akademie der Künste in Rom. Der Direktor und die Pensionäre wohnen daselbst, haben hier ganz freie Beköstigung, ihre Ateliers und eine Sammlung von Gipsabgüssen behufs der Studien, der man nicht leicht eine andere an die Seite zu stellen vermag. Die Gärten und die Sammlung sind dem Publikum beständig geöffnet, und das Ganze zeugt von der schönen Freigebigkeit eines großen Volkes.

(Fanny Lewald: Italienisches Bilderbuch, 1847. Online im Projekt gutenberg.de, URL: http://gutenberg.spiegel.de/lewald/italbild/italbild.htm)

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Ich kann durch den Steineichenhain auf die Höhe in der Villa Medici wandeln und die Sonne untergehen sehen hinter dem Janiculus. Majestätisch ist das Tagesgestirn versunken; in den feurigen Himmel ragt die Kuppel von Sankt Peter, und durch die Lüfte gleiten, andachtweckend, auf tönenden Schwingen die silbernen Klänge ihrer Glocken ...

(Marie von Ebner-Eschenbach: Meine Kinderjahre. Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky, S. 109119.)

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Blick vom Monte Pincio

Oben links: ROMA – Terrazza del Pincio. Verso: No. 602 Ernesto Richter, Roma. Cartolina Postale. Nicht gelaufen. | Oben rechts: ROMA – Panorama della Città visto dal Monte Pincio. No. 989. Ernesto Richter. Via Serpenti 170, Roma. Verso: Cartolina Postale. Nicht gelaufen. | Unten links: ROMA - Il Pincio. Verso: Signet STA. Im Briefmarkenfeld: Produzione Italiana. Made in Italy. Nicht gelaufen. | Unten rechts. Verso: Roma - Pincio. Fontana dell'Anfora. Nr. 60126. Proprietà Artistica Riservata. Signet. "Grafia" Sezione Edizione d'Arte - Roma. Nicht gelaufen.

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Mein erster Gang war zum Monte Pincio hinauf; ruhelose Sehnsucht. Die Peterskuppel! Die ewige Stadt! Um mich her die Pinien und Zypressen, Lorbeer- und Orangenbäume, immergrüne Eichen, Palmen, alte Statuen und junge Mandelbäumchen; höchster Rosenflor in allen Farben, an Mauern und Pinien in die Höhe kletternd; und immer Rom zu meinen Füßen, und hinter mir die Abendmusik der französischen Soldaten und die "schöne Welt" der lustwandelnden Stadt. Da war ich! Diesen Besitz konnte mir niemand mehr entreißen! Seit sechzehn Jahren, seit der Knabenzeit, hatte ich mich nach ihm hingeträumt.

(Adolf von Wilbrandt: Erinnerungen [Aus der Werdezeit], 1907, Kap. XI. Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky, Digitale Bibliothek 125, S. 583778.)

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Blick vom Monte Pincio, Fontana del Mosé

Oben links: Roma - Il Pincio - Fontana del Mosè. Verso: Signet STA 65575. Nicht gelaufen. | Oben rechts: ROMA - FONTANA DI MOSE AL PINCIO. Verso: Nr. 40. E. Richter - Rome. Cartolina Postale. Nicht gelaufen. | Unten links: Verso: Roma - Pincio - Fontana del Mosè. Im Briefmarkenfeld: Fotocolore. Nicht gelaufen. | Unten rechts: Roma - Pincio - Fontana del Mosè. Linfa luminosa. Verso: Signet STA. Im Briefmarkenfeld: Produzione italiana. Made in Italy. Nicht gelaufen.

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Blick von der Villa Pamphili-Doria

Oben links: Villa Pamphili - Terrassa con vista di S. Pietro. 166. Ernesto Richter - Roma. Verso: Cartolina Postale Italiana. Nicht gelaufen. | Oben rechts: ROMA - Villa Pamphili-Doria. Verso: Signet EBC - 267. Nicht gelaufen. | Unten links: Im Bild signiert, unleserlich. Verso: Roma - Ville Doria Pamphili. Signet 4348-14. Felder für Mitteilung und Anschrift getrennt durch stilisierten Baumstamm; eingeschrieben: A. Scrocchi - Milano - Roma. Im Briefmarkenfeld: Impimé en Italie. Nicht gelaufen. | Unten rechts: Verso: Roma - Villa Doria-Pamphily. Signet GS - 11. Datiert 1911. Gelaufen. – Vgl. Goethe: Blick auf die Peterskirche von Villa Pamfili aus. Bleistift, Feder mit Tusche, Aquarellfarben; Vordergrund mit Sepiafeder übergangen. Wolfgang Hecht: Goethe als Zeichner. München: C. H. Beck 1982, Nr. 82:

Erläuterungen: Die Villa Doria Pamphili befindet sich in an der Via Aurelia Antica in Rom westlich des historischen Stadtteils Trastevere, ca. 1,5 km südlich vom Vatikan. Sie wurde in den Jahren 1644-1652 von Alessandro Algardi und Giovanni Francesco Grimaldi (1606-1680) gebaut. Der Auftraggeber war der Fürst Camilo Pamphili, ein Verwandter des Papstes Innozenz X. Die dazugehörige Parkanlage hat eine Fläche von ca. 9 qkm und gilt als die größte Parkanlage Roms. Sie wurde im 17. Jahrhundert angelegt und am Ende des 18. Jahrhunderts von Francesco Bettini umgestaltet. (Wikipedia, Villa Doria Pamphili)

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Von da schlichen wir, fast bei zu warmem Sonnenschein, auf die Villa Pamfili, wo sehr schöne Gartenpartien sind, und blieben bis an den Abend. Eine große, mit immergrünen Eichen und hohen Pinien eingefaßte flache Wiese war ganz mit Maßlieben übersäet, die ihre Köpfchen alle nach der Sonne wendeten; nun gingen meine botanischen Spekulationen an, denen ich den andern Tag auf einem Spaziergange nach dem Monte Mario, der Villa Melini und Villa Madama weiter nachhing. Es ist gar interessant zu bemerken, wie eine lebhaft fortgesetzte und durch starke Kälte nicht unterbrochene Vegetation wirkt; hier gibt's keine Knospen, und man lernt erst begreifen, was eine Knospe sei. Der Erdbeerbaum (arbutus unedo) blüht jetzt wieder, indem seine letzten Früchte reif werden, und so zeigt sich der Orangenbaum mit Blüten, halb und ganz reifen Früchten (doch werden letztere Bäume, wenn sie nicht zwischen Gebäuden stehen, nun bedeckt). Über die Zypresse, den respektabelsten Baum, wenn er recht alt und wohl gewachsen ist, gibt's genug zu denken. Ehstens werd' ich den botanischen Garten besuchen und hoffe, da manches zu erfahren. Überhaupt ist mit dem neuen Leben, das einem nachdenkenden Menschen die Betrachtung eines neuen Landes gewährt, nichts zu vergleichen. Ob ich gleich noch immer derselbe bin, so mein' ich, bis aufs innerste Knochenmark verändert zu sein.

(Goethe, Italienische Reise, 2. Dezember 1786)

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St. Peter – aus unterschiedlichen Perspektiven

Oben links: ROMA – Panorama da S. Pancrazio. Verso: Cartolina Postale. Gelaufen. Stempel unleserlich. | Oben rechts: ROMA. S PIETRO VEDUTO DAL GIANICOLO. F.&:C. 142. Nicht gelaufen. | Unten links: ROMA GIANICOLO. F.&C. 617. Im Bild singiert, unleserlich. Verso: Datiert 1909. Gelaufen. | Unten rechts: ROMA - S. Pietro da Porta Cavalleggeri. Verso: No. 391. Ernesto Richter. Via Serpenti 170, Roma. Cartolina Postale. Nicht gelaufen.

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St. Peter – aus unterschiedlichen Perspektiven

Links: 1800 ROMA – S. Pietro veduto dalla Via delle Mura, Verso: Signet NPG [Neue Photographische Gesellschaft]. Nicht gelaufen. | Rechts: ROMA – S. PIETRO DA PORTA CAVALLEGGERI. Verso: Nr. 21. E. Richter – Rome. Cartolina Postale. Nicht gelaufen.

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S. Pietro con la Quercia del Tasso

Roma - S. Pietro con la Quercia del Tasso. Verso: Signet STA 7. Nicht gelaufen.

Erläuterung. Quercia del Tasso: Tasso-Eiche an der Passeggiata del Gianicolo. Die uralte Eiche ist eng mit dem Leben des italienischen Dichters Torquato Tasso (1544-1595) verbunden. In seinen letzten Lebensjahren wohnte der Poet im Konvent Sant´Onofrio und suchte täglich die nahe Eiche auf, um in ihrem Schatten seine Tage lesend und nachdenkend zu verbringen. Tasso fand hier einen für sein Leben ungewöhnlichen Frieden. Viele Schriftsteller eilten in der Folge, kaum in Rom angekommen, zu der berühmten Eiche, so auch Chateaubriand und Stendhal. Die Aussicht auf die Stadt wird heute durch einen – nach dem Baum benannten – Theaterbau beeinträchtigt. Vor rund hundertfünfzig Jahren schlug ein Blitz in die Eiche ein, die seitdem künstlich gestützt werden muß. (Booktops com - Reiseführer u. a. Bücher, URL: http://www.booktops.com/rom/db_site.cgi/site_210

Von Tasso's Eiche seh' ich gerne
Hinab, wo sich, gewaltig Rom,
Vom Tempel der Minerva ferne
Hinan bis zu Sankt Petri Dom
Dein ungeheures Bild entfaltet,
Und über grüner Pinien Pracht,
So unaussprechlich schön gestaltet,
Sabina's Duftgebirge lacht!

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Eine große immergrüne Eiche am Abhange des Mons Janiculus gegen Norden nennt man die des Tasso; er soll unter ihr gestorben sein, und ist in der Kirche St. Onofrio begraben. Eines der erhabensten Panoramen lockt den Dichter oft hinauf.

(Wilhelm Waiblinger: Lieder des Römischen Carnevals. Das Pantheon, Auszug. Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky, S. 558966, 558968)

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Und bei der Tassoeiche kann ich stehen und ihrem Gestöhn im Winde lauschen. Quercia del Tasso! Der Blitz hat sie getroffen und ihren Stamm zerspellt, der Sturm hat wild in ihrem Geäste gehaust, aber noch begrünt sich alljährlich ihr gelichteter Wipfel. Sie strotzte in Kraft, war jung und reich bekleidet, als der Poet sich todesmatt zu ihr herüberschleppte von Sankt Onofrio, wo er "im Verkehr mit den heiligen Vätern den Verkehr mit dem Himmel begonnen hatte". Was galten ihm noch seine höchsten Erdenwünsche, die Dichterkrönung auf dem Kapitol, die Huld der angebeteten Frau? ... Aber der Mai war nahe, in Duft und in Blüte stand die Welt, und Sehnsucht nach dem herben Glück der letzten Abschiedsgrüße zog ihn hierher in den Schatten seiner Eiche. Seine sterbenden Augen haben auf dem Bilde geruht, das vor uns liegt, und der Gedanke verleiht der traumhaften Schönheit des Anblicks eine wehmütige Verklärung.

(Ebner-Eschenbach: Meine Kinderjahre. Biographische Skizzen. Hier: Rom, Januar 1905. Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky, Digitale Bibliothek 125, S. 109119 f.)

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St. Peter vom vatikanischen Garten aus

Oben: Roma – Sua Santita nel Giardino Vaticano. Verso: Signet: Brunnen mit Mädchenkopf. 1-14 Edit. Brunner & C., Como – Ripr. viet. Gelaufen. | Unten: 496. ROMA. La Cupola di S. Pietro veduta dal Giardino Vaticano. Verso: Signet NPG [Neue Photographische Gesellschaft]. Nicht gelaufen.

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* FORUM – ROM. Seiten für Italien- und Romfreunde, URL: http://www.forum-rom.de/index.htm. Darin: La bella Vista – Die schönsten Blicke auf Rom

* Panorami di Roma, URL: http://www.laboratorioroma.it/Passeggiate%20romane/Panorami/Panorami.htm

* Rome in the footsteps of an XVIIIth century traveller, URL: http://www.romeartlover.it. Die reichhaltige Seite von Roberto Piperno und Rosamie Moore geht aus von den Abbildungen und Texten Giuseppe Vasis: ", Giuseppe Vasi published between 1747 und 1761 ten books of etchings on the monuments of Rome. The plates were grouped by subject: churches, gates, bridges, palaces, villas, etc. The book became a bestseller among the foreigners visiting Rome. Vasi then worte a guide for visiting Rome in eight days and driven by the success of this guide he published in 1765 the grand View of Rome. In 1781 he completed his work with a Map of Rome."

* Artikel Villa Medici (Rom). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. URL: de.wikipedia.org/w/index.php

* Kennst du das Land. Italienbilder der Goethezeit. Hg. von Frank Büttner u. Herbert W. Rott. München, Köln: Pinakothek-Dumont 2005.

* Rom 1846-1870. James Anderson und die Maler-Fotografen. Sammlung Siegert. Hg. von Herbert W. Rott u. Dietmar Siegert. Edition Braus 2005.

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3. Rechtlicher Hinweis und Kontaktadresse

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Kontaktanschrift:
Prof. Dr. Georg Jäger
Ludwig-Maximilians-Universität München
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E-Mail: georg.jaeger@germanistik.uni-muenchen.de

 

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