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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Goethes Italienische Reise, Rom

Jutta Assel | Georg Jäger

Engelsburg und Engelsbrücke in Rom
Ansichten und Texte

Stand: Dezember 2011
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Engelsburg, (lat. moles Hadriani) in Rom, fester Rundbau (73 m Durchmesser) auf viereckigem Unterbau (Gesamthöhe 50 m), von Hadrian erbaut, von Antoninus Pius 139 vollendet, Grabmal der röm. Kaiser bis auf Caracalla (217). Seit 923 als Festung benutzt, seit 1406 in der Gewalt der Päpste, später Staatsgefängnis, jetzt meist zu militär. Zwecken (Geniemuseum) verwendet. Den Zugang zur E. bildet die Engelsbrücke (Pons Aelius; Ponte Sant' Angelo), 136 n. Chr. erbaut.

Brockhaus Kleines Konversations-Lexikon. Elektronische Volltextedition der fünften Auflage von 1911 (Digitale Bibliothek; 50) Berlin: Directmedia 2004, S. 20.487

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Roma - Castello S. Angelo. [Giovanni Battista] Piranesi [1720-1778] Inc. Verso: Signet EVR. E. Verdesi - Roma. Riproduzione vietata. Nicht gelaufen.


Aus dem Bericht von Johann Caspar Goethe, des Vaters,
über seine Italienreise von 1740

Früher gab es sieben Brücken über den Tiber; sie hießen S. Angelo, Sisto, Quattro Capi, Cestio, Fabrizio, Antico, Sublicio. Von diesen stehen heute nur noch zwei, unter denen die Engelsbrücke die wichtigere ist. Diese Brücke hieß bei den Alten Ponte Elio und hat ihren gegenwärtigen Namen von dem daneben gelegenen Kastell, das wiederum nach einem Engel benannt ist, den man einmal auf dem Hadrians-Mausoleum, über der Spitze des Kastells, gesehen hat. Die Brücke ist ein schönes Bauwerk, da sie zu beiden Seiten von Marmorstatuen geschmückt wird. Weiter tiberabwärts vermutet man im Wasser Überreste des Ponte Trionfale, über den man einst bei allen Triumphzügen zum Kapitol zog.

Wenn man die Engelsbrücke überquert hat, tritt man rechter Hand in das runde Kastell, das sich recht gut dazu eignet, dem wilden Sinn der Bevölkerung Zügel anzulegen, und das einst die Grabstätte Kaiser Hadrians war. Auf seiner Spitze stand damals jener Pinienzapfen aus vergoldeter Bronze von wunderbarer Größe, der später ins Belvedere gebracht wurde. Man muß drei starke Mauern durchqueren, die das Kastell umgeben, ehe man ins Innere gelangt, wo man in einem überdachten Quergang weitergeht. Man zeigte uns einen verborgenen Steg, von dem diejenigen, die ein schweres Verbrechen begangen hatten, heimlich hinabgestürzt wurden.

Dann kommt man zum eigentlichen Grab des Kaisers Hadrian respektive an den Ort, wo es sich einst befunden hat; an verschiedenen Stellen steht der Name von Pius IV. P.M. zu lesen. Das Kastell besitzt vier reichlich mit Kanonen bestückte Bastionen, von denen jede einen eigenen Namen trägt. In einer dieser Bastionen liegt das Verlies, in dem Kardinal Carafa Papst Pius IV. erdrosseln ließ. Knapp unterhalb der Spitze des Kastells befindet sich in einem finsteren Saal, der mit oben erwähntem Steg in Verbindung steht, ein Loch. Schließlich kommen die Kerker für die Staatsgefangenen, die diese Mauern gewiß nicht sprengen werden, wenn sie hier erst einmal eingesperrt sind. Eine Inschrift besagt, daß dieses Kastell erbaut worden sei, um die Herrschaft des Papstes und die Ruhe des Volks zu sichern.

Es ist dort üblich, daß einem die Soldaten am Eingang den Stock oder den Degen abfordern, was höflich darauf hinweisen soll, daß man beim Verlassen des Kastells sein Trinkgeld zu entrichten hat.

Erläuterung, Carafa: In Wahrheit wurde Carafa auf Befehl Pius IV. ermordet.

Johann Caspar Goethe: Reise durch Italien im Jahre 1740. (Viaggio per l'Italia) Hrsg. von der Deutsch-Italienischen Vereinigung, Frankfurt am Main. Aus dem Italienischen übersetzt und kommentiert von Albert Meier. München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1986, S. 269f. Absatz eingefügt.

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Innerhalb des Hauses zog meinen Blick am meisten eine Reihe römischer Prospekte auf sich, mit welchen der Vater einen Vorsaal ausgeschmückt hatte, gestochen von einigen geschickten Vorgängern des Piranesi, die sich auf Architektur und Perspektive wohl verstanden, und deren Nadel sehr deutlich und schätzbar ist. Hier sah ich täglich die Piazza del Popolo, das Coliseo, den Petersplatz, die Peterskirche von außen und innen, die Engelsburg und so manches andere. Diese Gestalten drückten sich tief bei mir ein, und der sonst sehr lakonische Vater hatte wohl manchmal die Gefälligkeit, eine Beschreibung des Gegenstandes vernehmen zu lassen.

Goethe: Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. Erster Teil, 1. Buch.


Oben: Giovanni Paolo Pannini (1691/92-1765), Blick auf Rom aus der Gegend der Prati, 1749. In der Mitte die Engelsburg. Rom, Veduten des 14.-19. Jahrhunderts. Hrsg. von J. M. Wiesel, bearbeitet u. Texte von B. Cichy. Stuttgart u.a.: W. Kohlhammer 1959, Nr. 60. | Unten: Giuseppe Vasi (1710-1772), Die Engelsburg mit der Porta Castello, Kupferstich, um 1750. Rom, Veduten des 14.-19. Jahrhunderts, wie oben, Nr. 67.


Rom und die Campagna von Th. Gsell Fels (Meyers Reisebücher) 4. Aufl. Leipzig u. Wien: Bibliographisches Institut 1895, nach Sp. 500.


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J. J. Volkmann: Historisch-kritische Nachrichten von Italien, welche eine Beschreibung dieses Landes, der Sitten, Regierungsform, Handlung, des Zustandes der Wissenschaften und insonderheit der Werke der Kunst enthalten. Zweyter Band. Zweyte viel vermehrte und durchgehend verbesserte Auflage. Leipzig, bei Caspar Fritsch, 1777, S. 667-670. (Digitalisierung durch Google)

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Platner / Urlichs: Beschreibung Roms
aus dem Ende der Goethezeit

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Beschreibung Roms. Ein Auszug aus der Beschreibung der Stadt Rom von Ernst Platner und Ludwig Urlichs. Stuttgart und Tübingen, J.G. Cotta'scher Verlag 1845, S. 226-230. (Digitalisierung durch Google) – Die groß angelegte "Beschreibung der Stadt Rom" von Ernst Platner, Carl Bunsen, Eduard Gerhard, Wilhelm Röstell und Ludwig Urlichs (5 Bde. 1830-1842) sollte nach dem Willen des Verlages den inzwischen überholten >Volkmann< (siehe oben) ersetzen.

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Gsell Fels in "Meyers Reisebüchern"
- der führende Romführer um 1900

Die Engelsburg ist das Grabmal des Kaisers Hadrian, das er für sich und seine Nachkommen errichtete und Antoninus Pius 139 n. Chr. vollendete. Seiner Bekleidung beraubt, diente der Monumentalbau im Mittelalter, "eine fertige Bastion von solidester Konstruktion, als natürlicher Brückenkopf" und wurde wie andre Grabmäler (z. B. Cestius-Pyramide) zu einem Teil der Befestigung. Nur noch der Mauerkern des Unterteils ist erhalten, doch auch dieser zur Citadelle umgewandelt.

Hadrians Grabmal sollte den Bau der Königin Artemisia, den sie zu Halikarnaß ihrem Gemahl Mausolus setzen ließ, der Größe des Weltherrschers gemäß noch überbieten und an Höhe, massiver Füllung, Säulen- und Statuenpracht auch den Augustus-Tumulus übertreffen. Jetzt fehlt der Oberbau mit dem pyramidalen Dach, ferner die kostbare weiße Marmorbekleidung, die das Äußere umhüllte, endlich alle plastischen Kunstwerke, welche innerhalb der Säulengänge den Rundbau zierten. Trümmer vortrefflicher Statuen fand man in der Nähe. Nach Caninas Restauration scheint es, daß der Kaiser, der das Monument wohl selbst entwarf, die auf seinen Reisen gemachten Erfahrungen dabei verwendet hat.

Die Geschichte der Engelsburg ist ein Rombild in der Camera obscura (man denke nur z.B. an Alarichs Zerstörung der Grabkammer; Gotensturm unter Vitiges 537, von Belisars Truppen durch Herabschleudern der Marmorstatuen abgeschlagen; das Beseitigen der Pest durch den Engel unter Gregor d. Gr.; Zwingherrschaft der Marozia und des Crescentius; Erdrosselung Benedikts VI.; Hungertod Johanns XIV.; Enthauptung des Crescentius auf der Höhe des Kastells; Besetzungen und Belagerungen in den Kämpfen des Adels und der Päpste; 1379 Zerstörung der Marmorbekleidung durch die Römer; 1400 Citadelle mit Zinnen; seit 1406 im Besitz der Päpste; unter Alexander VI. mit Schanzen, Mauern, Gräben, neuem Eingang und fünf unterirdischen Gefängnissen versehen; der Oberbau durch Paul III. reicher eingerichtet; Befreiung vom Schutt, Freilegung des Innenbaues unter Pius VII.; Besetzung durch die Franzosen, neue Befestigung; 1866 Übergabe an die Truppen des Papstes; 1870 Besetzung durch Viktor Emmanuel mit italienischen Truppen.

Rom und die Campagna von Th. Gsell Fels (Meyers Reisebücher) 4. Aufl. Leipzig u. Wien: Bibliographisches Institut 1895, Sp. 496; 499f.

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Diese Festung […] ist wohl der am meisten nach Krieg und Verbrechen aller Art stinkende Ort der ganzen Stadt, die hier durchaus nicht >heilig< genannt zu werden verdient.

Hans von Hülsen, Josef Rast: Rom. 6. Aufl. Olten, Freiburg i.Br.: Walter-Verlag 1975, S. 163.


Rekonstruktionen des Grabmals

Oben: Rom und die Campagna von Th. Gsell Fels (Meyers Reisebücher) 4. Aufl. Leipzig u. Wien: Bibliographisches Institut 1895, Sp. 497/498. | Mitte: Otto Richter, Das alte Rom. Leipzig, Berlin: B.G. Teubner 1913 (Aus Natur und Geisteswelt; 386). Rekonstruktion des Mausoleums des Hadrian, Tafel XIII. | Unten: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Aufl. 1905-1909 (Digitale Bibliothek; 100) Berlin: Directmedia 2003. Tafel Architektur V. Römische Baukunst. Die Rekonstruktion von Borgatti stützt sich auf Ausgrabungen und Untersuchungen in den Jahren 1888 und 1889. – Vgl. Borgatti, Il Castel Sant' Angelo in Roma, storia e descrizione. Rom 1890. –: Vergrößerungen stehen hier nicht zur Verfügung.


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[Ohne Titel.] Im Bild signiert: C. Wuttke, [unleserlich] 1911. Verso: 11806. Rom. Engelsburg mit Tiber und Engelsbrücke, im Hintergrund Peterskuppel. (Vor der Tiber-Regulierung.) Signet: KJM. Aufdruck: Kunstverlag Leo Stainer, Innsbruck. Nicht gelaufen. Carl Wuttke (1849-1927), Landschafts- und Orientmaler.


Roma 1582. Unleserlich [Tevere, Blick auf Engelsburg und Peterskirche]. Altes Foto.


Oben: Roma. Ponte e Castello S. Angelo. [Unleserlich] M. 11008. Nicht gelaufen. | Unten: Roma - Il Ponte e Castel S. Angelo con la veduta del S. Pietro. Verso: 5-8452 G.M. - Roma. Nicht gelaufen.


Mondscheinromantik

Ueberhaupt machen die alten Ruinen und Gebäude bei dem schwächern Schein des Mondes oder der Fakkel einen neuen und romantischern Effekt als bei dem Licht des Tages.

Jakob Georg Christian Adler: Reisebemerkungen auf einer Reise nach Rom. Aus seinem Tagebuche hrsg. von Johann Christoph Georg Adler. Altona 1784, S. 108 (Digitalisierung durch Google).


Oberer Block:
Oben: Roma - Castel S. Angelo veduto dal Tevere. Verso: Cartolina Postale. Nicht gelaufen. | Mitte: Roma. Castel S. Angelo; Veduta antica. F.&C. 231. Nicht gelaufen. | Unten: Roma. Ponte e Castel S. Angelo. Verso: E.V.R. Gelaufen. Poststempel 1928.

Unterer Block:
Links: Roma - Castel S. Angelo. Verso: Cartolina Postale. Nicht gelaufen. | Rechts: Roma. Signet: VAT. 1928. Verso: Gelaufen. Datiert u. Poststempel 1908.

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Roma - Castello e ponte S. Angelo come era avanti i nuovi lavori. Verso: 17925 - A.T.e.C. - M. Nicht gelaufen.

Vor der Tiberregulierung (1890er Jahre).


Nach der Tiberregulierung:

57 - Roma - Il Tevere e Castel S. Angelo e Cupola di S. Pietro. Verso: Signet: ER. E. Richter, Roma. Stampato dalla S. A. Crimella - Milano - A. XVII. Im Briefmarkenfeld: Vera Fotografia. Nicht gelaufen.


Oben: Roma - Castel S. Angelo e Tevere. Veduta moderna. Verso: No. 449. Ernesto Richter, Via Serpenti 170. Roma. Cartolina Postale. Nicht gelaufen. | Unten: Roma - Castel S. Angelo con S. Pietro. Verso: D-E-H-I. Stab. Deutsche Erfindungen - Milano. Nicht gelaufen.


[Ohne Titel.] Verso: Roma. Castel S. Angelo. Signet Alterocca, Terni. 14439/22. Vera Fotografia. Riproduzione vietata. Nicht gelaufen.


Oben: Signet: PEC. 428. Roma. Ponte e Castel S. Angelo. Verso: Signet PEC, P. E. Chauffourier Via Tacito, 7 - Roma. Im Briefmarkenfeld: Produzione Italiana. Nicht gelaufen. | Mitte: Roma. Castel Sant' Angelo. Verso: 6149. SUH. Wappen im Briefmarkenfeld. Nicht gelaufen. | Unten: [Ohne Titel.] Roma - Castel S. Angelo. Alterocca, Terni. 16365-50. Vera Fotografia - Riproduzione vietata. Nicht gelaufen.

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Die Engelsbrücke

Die Engelsbrücke ist die schönste in Italien und gewiß die älteste in Europa. Detrianus, Kaiser Hadrians Baumeister, führte sie aus; auch ist sie in der Geschichte genugsam unter dem Namen der Aelianischen Brücke bekannt. Von den römischen Zieraten [!] sieht man nichts mehr, dagegen ist sie mit vielen modernen marmornen Bildsäulen von Engeln und Heiligen geziert, darunter einige von vortrefflicher Arbeit sind. Ein sonderbarer Anblick ist es, nicht allein bei dieser Brücke, sondern auch fast in allen Straßen, die schönsten Säulenstücke, oft von Granit, anstatt der Ecksteine im Steinpflaster eingerammt zu sehen. Ich habe dieses sogar in den elendsten Gassen Roms wahrgenommen, wo Säulenstücke mit korinthischen Kapitälern gleichsam aus der Erde herauszuwachsen scheinen.

J. W. von Archenholz: Rom und Neapel 1787. Hg. von Frank Maier-Solgk. Heidelberg: Manutius 1990, S.132.

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Der Ponte Sant' Angelo (Engelsbrücke) führt noch mit 4 antiken massiven Travertinbogen über den Tiber, wie er als Pons Aelius von Kaiser Hadrian in gerader Richtung auf sein Denkmal (134 n. Chr.) errichtet worden war. Die Brücke diente der Via Aurelia nova zum Übergang; der 6. Bogen kam erst im 16. Jahrh. hinzu; 1892-94 wurde sie (gleichzeitig mit der Tiberregulierung) gründlich restauriert und dient jetzt neben der für die Pferdebahn eingerichteten Eisenbrücke dem Omnibusverkehr. -

Wahrend des Mittelalters ein strategischer Punkt, ward sie deshalb von den Deutschen Rittern wiederholt gestürmt und noch unter Nikolaus V. mit einem Brückenkopf versehen, als die Leostadt großer Festungswerke bedurfte. Unter Clemens VII. erhielt die Brücke 1530 am Aufgang die Statuen des Apostels Paulus von Paolo Romano (1459) und des Petrus von Lorenzetto (dem man die 10 Jahre nach dem Tode Raffaels anmerkt). 1668 wurde sie unter Clemens IX. mit den 10 Passionsengeln ("die zärtlich mit den Marterinstrumenten kokettieren") nach den Entwürfen Berninis versehen (den Engel mit dem Kreuz [4 r.] hält man für ein eigenhändiges Werk des Bernini), damals so geschätzt, daß Gerüste in den Tiber gebaut wurden zum Studium dieser Vorbilder. -

Der Pons Aelius mündete einst auf das Portal des 35 m von der Brücke entfernten Mausoleums (Moles) Hadrians, jetzt die Engelsburg, das Castello Sant' Angelo.

Rom und die Campagna von Th. Gsell Fels (Meyers Reisebücher) 4. Aufl. Leipzig u. Wien: Bibliographisches Institut 1895, Sp. 495f. Absätze eingefügt.


[Ohne Titel.] Verso: Roma - Ponte e Castel S. Angelo. 60I67. Signet. "Grafia" - Sezione Edizioni d'Arte - Roma. Proprietà Artistica Riservata. Datiert 1931. Nicht gelaufen.


Oben: Roma. Mausoleo d'Adriano. 11. Ernesto Richter, Via Serpenti 170 - Roma. Verso: Cartolina Postale Italiana. Nicht gelaufen. | Mitte: k 5216. Roma - Castello e Ponte Sant' Angelo. Verso: Signet PZ. Edition Photoglob, Zürich. Nicht gelaufen.| Unten: [Ohne Titel.] Roma. Castello e Ponte S. Angelo. Signet. 4514-24. Proprietà riservata. Stampato in Italia. Nicht gelaufen.


Castle and Bridge of St. Angelo, Rome. Aus: Rome, and its surrounding Scenery; illustrated with Engravings by W. B. Cooke, from Drawings by eminent Artists; accompagnied by Literary Sketches, by H. Noel Humphreys, Esq. London, Charles Tilt, 86, Fleet Street. 1840. (Digitalisierung durch Google.) — William Bernard Cooke (1778-1855), englischer Zeichner und Stecher. – Von dieser Ansicht steht keine Vergrößerung zur Verfügung.


Oben: Castel S. Angelo già Mausoleo di Adriano. Verso: Rome and its monuments. Present condition and restoration from the volume now under print by Cav. G. Ripostelli. Mausoleum of Hadrian now Castel S. Angelo. – Werbekarte. | Unten: Die Engelsburg. Aus: Roma Sacra. Ein Bilderzyklus in 152 farbigen Tafeln nach Original-Uvachrom-Aufnahmen mit einem Geleitwort von P. Peter Sinthern S.J. Wien: Verlag der Uvachrom Union Aktiengesellschaft für Farbenfotografie 1925.


Oben: Roma - Ponte e Castel S. Angelo. Verso: Stab. Grafica Cesare Capello - Milano. Nicht gelaufen. | Unten: [Ohne Titel.] Verso: Roma. Castel S. Angelo. Signet FSM. Propr. ris. - F.lli Scrocchi - Milano. 4890-43. Im Briefmarkenfeld: da fotografia exclusiva. Nicht gelaufen.


Oben: Roma - Castel Sant' Angelo. Verso: Vera Fotografia - Riproduzione vietata. Im Briefmarkenfeld: 0311. Handschriftlich: Besuch der Engelsburg am 26.12.53. Nicht gelaufen. | Unten: Roma - Città del Vaticano. 464. Verso: Roma - Città del Vaticano - Panorama. M.M. - Roma. Vera Fotografia - Riproduzione vietata. Nicht gelaufen.


Oben: Roma - Castel S. Angelo. Panorama dalla Loggia di Papa Giulio II. Verso, Signet: STA. 60617. Nicht gelaufen. | Mitte: Roma - Ingresso Interno del Castel S. Angelo. Verso: Signet STA. 60629. Nicht gelaufen. | Unten: Roma - Castel S. Angelo. Cortile delle palle. Verso, Signet: STA. 60614. Nicht gelaufen.


Karl Friedrich Schinkel
über den Stand der Ausgrabungen 1824

Wir fuhren zur Engelsburg, wo seit einem Jahre große Ausgrabungen gemacht sind; man hat den alten Eingang ins Mausoleum und den schönen gewölbten, sanft ansteigenden Aufgang gefunden, der ganz mit Schutt und Marmorstücken ausgefüllt war. An vier Orten sieht man trefflich konstruierte Licht- und Luftlöcher, welche das Licht in diesen Aufgang brachten. Vom Mosaikfußboden und von den marmornen Wandbekleidungen sowie von den Wasserableitungen, die von der Plattform durch diesen Gang liefen, sind noch Spuren vorhanden.

Wir stiegen durch die Begräbniskammer oben hinauf, wo viel schöne Zimmer und Säle, von Pierino del Vaga ausgemalt, für die päpstliche Wohnung in bedrängten Zeiten, zu sehen sind. Von der Plattform hat man eine herrliche Aussicht auf Rom, die Peterskirche und den Vatikan, so wie alle Gebäude und Gärten des Janiculus von keinem Ort so vorzüglich zu genießen sind. Man fährt fort, in das innere enorme Mauerwerk des Grabmals, womit Hadrian die ägyptischen Pyramiden prächtiger wiederholen wollte, einzudringen, um irgendwo etwas Besonderes zu finden; ich zweifle fast an dem glücklichen Erfolg. Ein Kommandant, der jung zur Majorsstelle gekommen, hat die Passion dafür gewonnen; er führte auch uns umher, und ich habe ihm meinen Rat, so gut es ging, zu geben gesucht.

Karl Friedrich Schinkel: Reisen nach Italien. Tagebücher, Briefe, Zeichnungen, Aquarelle. Hg. von Gottfried Riemann. 2 Bde. Berlin: Aufbau-Verlag 1994. Hier Bd. 2: Zweite Reise 1824, S. 198. 23. Oktober 1824.


[Ohne Titel.] Verso: Roma - Castel S. Angelo. Ingresso alla rampa elicoidale. Signet. "Grafia" Sezione Edizione d'Arte - Roma. 75024. Proprietà Artistica Riservata. Nicht gelaufen.


Oben: [Ohne Titel.] Verso: Roma - Castel S. Angelo. Sala Paolina. Signet. "Grafia" Sezione Edizione d'Arte - Roma. 75007. Proprietà Artistica Riservata. Nicht gelaufen. | Unten: [Ohne Titel.] Verso: Roma - Castel S. Angelo. Cappella Leone X. Signet. "Grafia" Sezione Edizione d'Arte - Roma. 75015. Proprietà Artistica Riservata. Nicht gelaufen.


Wand- und Gewölbedecoration aus der Engelsburg in Rom. Nach Aquarellen von P. Schuster. Lith. Anst. v. J. G. Fritzsche in Leipzig. Verlag von E. A. Seemann in Leipzig. Kunsthistorische Bilderbogen (No. 447), III. Supplement No. 64. Polychromie der Renaissance III. - Wanddekoration unten beschnitten.


Die Girandola

Feuerwerk (Girandola). Aus: Rome, and ist surrounding Scenery; illustrated with Engravings by W. B. Cooke, from Drawings by eminent Artists; accompagnied by Literary Sketches, by H. Noel Humphreys, Esq. London, Charles Tilt, 86, Fleet Street. 1840. (Digitalisierung durch Google.) — William Bernard Cooke (1778-1855), englischer Zeichner und Stecher. – Von dieser Ansicht steht keine Vergrößerung zur Verfügung.


Am Vorabende des Peterstages und am Abende dieses Festes selbst, ausserdem auch am Osterfeste, und in den neuesten Zeiten bisweilen bei Anwesenheit regierender Häupter, wird von der Engelsburg ein Feuerwerk abgebrannt, angeblich seit dem 16ten Jahrhundert. Die Lage und Umgebung, und die unter dem Namen der Girandola (Pfauenschwanz) berühmte Nachahmung eines vulcanischen Ausbruchs - durch gleichzeitiges Auffliegen von 4500 und bisweilen doppelt so vielen Raketen - womit dieses Schauspiel beginnt und endigt, geben ihm eine grosse Schönheit.

Beschreibung der Stadt Rom von Ernst Platner, Carl Bunsen, Eduard Gerhard und Wilhelm Röstell. Zweiter Band. Erste Abtheilung. Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta 1832, S. 422.

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Zum Schlusse erlebten wir noch am 29. März [1853] das überwältigende Schauspiel der Girandola, des Feuerwerks, das von der Höhe der Engelsburg in märchenhafter Pracht gegen den schwarzen Sternenhimmel emporflammte, während Tausende von Lampen die erhabenen Umrisse der Peterskuppel und alle Säulen und Architrave ihrer Fassade mit Perlenschnüren einsäumten.

Paul Heyse: Jugenderinnerungen und Bekenntnisse. Zit. n. Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky. Großbibliothek (Digitale Bibliothek; 125) Berlin: Directmedia 2005, S.260.765.

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Am 19. April [1865] war Rom feenhaft beleuchtet. Der Tiber am Ponte S. Angelo, wo illuminierte Schiffe lagen, und der Borgo zauberisch schön.

Ferdinand Gregorovius: Römische Tagebücher 1852-1889. Hg. u. kommentiert von Hanno-Walter Kruft u. Markus Völkel. München: C.H. Beck 1991, S. 194.


Ludwig Tieck
St. Peter und Paul
(1805)

Mit Flammen und Flämmchen,
Und buntem Feuer,
Der auskrachenden Girandola,
Hat mich die Engelsburg,
Mit wundersamer Erleuchtung
Sankt Peter entlassen.
Still und seufzend
Sag' ich dir, Roma, Lebewohl,
Du sendest mich gesunder
Und froher der Heimath wieder.
Aber du selber erkrankst,
Und bald, so fürcht' ich,
Weht von dem Schloß
Die dreifarbige Fahne.
Möge der Mondregenbogen,
Das Wunder, das ich jüngst gesehn,
Dir und deinem frommen Hirten
Gutes bedeuten.

Ludwig Tieck: Gedichte. Dritter Teil. Faksimiledruck nach der Ausgabe von 1821-23. Nachwort von Gerhard Kluge (Deutsche Neudrucke, Reihe Goethezeit) Heidelberg: Lambert Schneider 1967. Reisegedichte eines Kranken, S. 235.

Erläuterung: Im Gefolge der Französischen Revolution und unter Napoleon wurden mehrfach Teile des Kirchenstaates abgetrennt oder besetzt. 1808 wurde Rom selbst besetzt und 1809 dem französischen Kaiserreich einverleibt; der Papst wurde gefangen genommen und nach Fontainebleau gebracht.



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