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Goethes Italienische Reise, Rom

Karoline Hornik

Stimmen zur »Italienischen Reise«:
Rom II

Stand: März 2007

Goethe: Der Aventin (Rom)

 

Im Juni 1787 kehrt Goethe aus Neapel zurück nach Rom. Bis zum April 1788 bleibt er in der Weltstadt, die ihm eine Heimat geworden ist. Der Dichter fühlt sich glücklich. Weiterhin verkehrt er mit Heinrich Tischbein und Johann Heinrich Meyer und ist bei der Künstlerin Angelika Kauffmann anzutreffen. Goethe studiert die Antike, bemüht sich, die eigene Fertigkeit in der bildenden Kunst auszubauen und schiebt den Zeitpunkt seiner Rückkehr nach Weimar immer wieder hinaus.

 

 

Die feste Absicht, im Juli die Rückreise anzutreten, schmolz in dem Augenblick, da er die Hauptstadt der Welt wieder betrat. Er schiebt im Juli den Termin auf Ende August und im August auf Ostern nächsten Jahres hinaus. Denn das Leben geht ihm dort so süß ein wie noch nie.
(Bielschowsky 1914, 405)



Das Hauptgewicht des italiänischen Lebens jedoch fällt bei Goethe auf den zweiten Aufenthalt in Rom. Jetzt, zum ersten Male in seinem Leben, setzt er sich an einer Stelle freiwillig fest, mit dem Gedanken, als sei es für immer, da sitzen zu bleiben. Weder, wie einst von Frankfurt, ging er ins Exil dahin, noch, wie einst nach Weimar, lockte ihn ein Fürst dahin: Goethe läßt sich in Rom nieder weil die Stadt ihn festhält. Er fühlt sich zu Hause. Er nimmt sich eine bequeme Wohnung, er verliert all die frühere Hast, als müsse er sich sammeln, das Gefühl, als müsse er vorwärts: er lebt ruhig, bequem und ohne Gedanken an den nächsten Tag.
(Grimm 1877, 52)



Ein Stückchen dieses Daseins sehen wir auf einer Aquarelle Tischbeins, der damals zu dem Goetheschen Freundeskreise in Rom gehörte. Er hat Goethe von hinten gezeichnet, wie er in Hemdsärmeln am Fenster steht und hinaussieht.
(Grimm 1877, 53)

 

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