Goethes Italienische Reise
Danica Krunic
Goethes Reiseroute durch Italien
Goethes Italienische Reise
Trient
Trient, den 10. September, abends.
»Ich bin in der Stadt herumgegangen, die uralt ist und in einigen Straßen neue wohlgebaute Häuser hat. In der Kirche hängt ein Bild, wo das versammelte Konzilium einer Predigt des Jesuitengenerals zuhört. Ich möchte wohl wissen, was er ihnen aufgebunden hat. Die Kirche dieser Väter bezeichnet sich gleich von außen durch rote Marmorpilaster an der Fassade; ein schwerer Vorhang schließt die Türe, den Staub... weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Torbole
»Wie sehr wünschte ich meine Freunde einen Augenblick neben mich, daß sie sich der Aussicht freuen könnten, die vor mir liegt«
Goethes Eindrücke in Torbole
12. September 1786
Torbole: Casa Alberti als Unterkunft. Aussicht auf den Gardasee, JWG zeichnet diese für Fr. v. Stein.
(Aus Robert Steiger und Angelika Reimann: »Goethes Leben von Tag zu Tag«)
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Goethes Italienische Reise
Malcesine
»Das Betrachten und Beschauen dieser angenehmen Gegenstände ward durch eine langsame Fahrt begünstigt, und so waren wir schon an Malcesine vorbei, als der Wind sich völlig umkehrte, seinen gewöhnlichen Tagweg nahm und nach Norden zog. Das Rudern half wenig gegen die übermächtige Gewalt, und so mußten wir im Hafen von Malcesine landen. Es ist der erste venezianische Ort an der Morgenseite des Sees.«
Goethes Eindrücke in Malcesine
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Goethes Italienische Reise
Verona
»Das Amphitheater ist also das erste bedeutende Monument der alten Zeit, das ich sehe, und so gut erhalten! Als ich hineintrat, mehr noch aber, als ich oben auf dem Rande umherging, schien es mir seltsam, etwas Großes und doch eigentlich nichts zu sehen. Auch will es leer nicht gesehen sein, sondern ganz voll von Menschen, wie man es neuerer Zeit Joseph dem Zweiten und Pius dem Sechsten zu Ehren veranstaltet. Der Kaiser, der doch auch Menschenmassen vor... weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Vicenza
»Vor einigen Stunden bin ich hier angekommen, habe schon die Stadt durchlaufen, das Olympische Theater und die Gebäude des Palladio gesehen. Man hat ein sehr artiges Büchelchen mit Kupfern zur Bequemlichkeit der Fremden herausgegeben mit einem kunstverständigen Texte. Wenn man nun diese Werke gegenwärtig sieht, so erkennt man erst den großen Wert derselben; denn sie sollen ja durch ihre wirkliche Größe und Körperlichkeit das Auge füllen und durch die... weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Padua
»Es ist erfreuend und belehrend, unter einer Vegetation umherzugehen, die uns fremd ist. Bei gewohnten Pflanzen sowei bei anderen längst bekannten Gegenständen denken wir zuletzt gar nichts, und was ist Beschauen ohne Denken?« [...]
»Heut' abend setzt' ich mich in einen Winkel und hatte meine stille Betrachtung; da fühlt' ich mich recht allein, denn kein Mensch in der Welt, der in dem Augenblick an mich gedacht hätte, würde mich hier gesucht... weiterlesen
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Venedig
»So stand es denn im Buche des Schicksals auf meinem Blatte geschrieben, daß ich 1786 den achtundzwanzigsten September, abends, nach unserer Uhr um fünfe, Venedig zum erstenmal, aus der Brenta in die Lagunen einfahrend, erblicken und bald darauf diese wunderbare Inselstadt, diese Biberrepublik betreten und besuchen sollte. So ist denn auch, Gott sei Dank, Venedig mir kein bloßes Wort mehr, kein hohler Name, der mich so oft, mich, den Todfeind von... weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Ferrara
16. Oktober 1786Kirche S. Benedetto, Bilder: Herodes, Herodias v. BononiAriosts Grabmal v. Aleotti. Hospital S. Anna, »Tassos Gefängniß..., wo er gewiß nicht aufbewahrt worden ist«. Palazzo dell´ Università, in dem »Hofe einige köstliche alte Denckmäler [römische Sarkophage, altchristliche Kanzelfragmente]« weiterlesen
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Cento
17. Oktober 1786Cento, »Guercins Vaterstadt«, »war nach meinen Gewohnheiten auf dem Thurm.« Ausblick auf die »Apennin«. »Einige Bilder von Guercin, die man jahrelang ansehen könnte«: Noli me tangere in der Kirche Nome di Dio. Eine Madonna im Jesuitenkollegium. Eine Maria bei den »[Kapuzinern außerhalb der Stadt]« weiterlesen
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Bologna
18. Oktober 1786Fahrt nach Bologna. Madonna di Galliera. Gemälde von Annibale Carracci, Guido Reni, Guercino, Albani. Kirche Gesù e Maria, Bild: Die Beschneidung von Guercin.Pallazo Tanari. Palazzo Cellesi: Akademien, Sammlungen, Bibliothek.
19. Oktober 1786Kirche S. Giovanni in Monte, Bild: Cäcilie von Raffael, Madonna in der Glorie von Peter Perugin.Palast Ranuzzi, Bild: »S. Agata von Raffael« (wohl Agatha im Gefängnis von Guercino)S. Maria della... weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Perugia
23. - 25. Oktober 1786Arezzo, eine »gar herrliche Plaine«. »See von Perugia« (Trasimenischer See).
26. Oktober 1786Santa Maria degli Angeli (Perugia), Aufstieg nach Assisi. Maria della Minerva (Minervatempel aus augusteischer Zeit, später zur Kirche umgebaut). Von Assisi nach Foligno zu Fuß. weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Rom
1. November 1786 - 21. Februar 1787
»Ja, ich bin endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt! Wenn ich sie in guter Begleitung, angeführt von einem recht verständigen Manne, vor funfzehn Jahren gesehen hätte, wollte ich mich glücklich preisen. Sollte ich sie aber allein, mit eignen Augen sehen und besuchen, so ist es gut, daß mir diese Freude so spät zuteil ward.«
Goethes Eindrücke in Rom finden Sie hier:... weiterlesen
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Velletri
22. Februar 1787Abreise von Rom in Begleitung Tischbeins.Palazzo Chigi in Ariccia: Betrachtung des weitläufigen Gartens von außen.Monte Lepini: »Wir von der Höhe die Gebirge von Sezze, die Pontinischen Sümpfe, das Meer und die Inseln [von Ponza] erblickten.´... Velletri liegt sehr angenehm auf einem vulkanischen Hügel«.Kabinett des Cavaliere (Camillo) Borgia. weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Neapel
»Neapel ist ein Paradies, jedermann lebt in einer Art von trunkner Selbstvergessenheit. Mir geht es ebenso, ich erkenne mich kaum, ich scheine mir ein ganz anderer Mensch.«
Goethes Eindrücke in Neapel
25. Februar 1787Capua. »In der Gegend des a Meere liegenden Großen Kastells« (Castel Nuovo am Hafen). Dort »großes Eckhaus«, dessen Saal »munter dekoriert ... die Decke, deren Arabesken die Nähe von Pompeji und Herculanum verkünden«. »Zu Neapel in der... weiterlesen
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Palermo
2. April 1787Ankunft in Palermo.
4. April 1787Conca d´oro, Fluß Oreto.
6. April 1787Monte Pellegrino. Kirche der Heiligen Rosalie, dort: Statue der Hlg. Rosalie.»Öffentlicher Garten, unmittelbar an der«Villa Giulia.
8. April 1787Palazzo Reale.
9. April 1787Bagheria, Schloß bei Bagheria. Kapelle.
10. April 1787Monreale (Benediktinerabtei, gegr. durch Wilhelm II). KEINE Erwähnung des Doms.Kloster San Martino delle Scale.
11. April 1787Katakomben außerhalb der... weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Segesta
20. April 1787(unvollendeter) Tempel zu Segesta. Zurück nach Alcamo.
»Der Tempel von Segesta ist nie fertig geworden, und man hat den Platz um denselben nie verglichen, man ebnete nur den Umkreis, worauf die Säulen gegründet werden sollten; denn noch jetzt stehen die Stufen an manchen Orten neun bis zehn Fuß in der Erde, und es ist kein Hügel in der Nähe, von dem Steine und Erdreich hätten herunterkommen können. Auch liegen die Steine in ihrer meist... weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Agrigent
24. April 1787Besichtigung der antiken Stadt Akragas (durch die Karthager zerstört), dort: Tempel der Concordia. Trümmer des Junotempels. »Hauptkirche« (Dom), dort: Sarkophag »Hippolyt, mit seinen Jagdgesellen«. Am Abend »zu herrlichen Aussichtspunkten«.
25. April 1787östliches Ende der Stadt, dor: Ruinen des Concordia-, Juno-, Jupiter-, Herkulestempels. Grabmal Therons.
26. April 1787»In den Felsen und Gemäuermassen, welche Agrigento zum Bollwerk dienten,... weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Taormina
6. Mai 1787Über Aci Castello nach Taormina.Ersteigung der Felsenwände bis zum Gipfel, wo ein Amphitheater aus dem 2. Jh. steht.
»Gott sei Dank, daß alles, was wir heute gesehen, schon genugsam beschrieben ist, mehr aber noch, daß Kniep sich vorgenommen hat, morgen den ganzen Tag oben zu zeichnen. Wenn man die Höhe der Felsenwände erstiegen hat, welche unfern des Meeresstrandes in die Höhe steilen, findet man zwei Gipfel durch ein Halbrund verbunden. Was... weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Messina
8. Mai 1787(Durch Erdbeben 1783 fast völlig zerstörtes) Messina.
9.-11. Mai 1787San Gregorio, Sakristeien. Hafenbesichtigung.
11.Mai 1787Abfahrt aus Messina per Schiff. An Stromboli vorbeigeschippert. weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Neapel
»Neapel ist ein Paradies, jedermann lebt in einer Art von trunknerSelbstvergessenheit. Mir geht es ebenso, ich erkenne mich kaum, ich scheine mir ein ganzanderer Mensch.«
Goethes Eindrücke in Neapel
14. Mai 1787Ankunft in Neapel.
24. - 28. Mai 1787Teatro del Fondo.
Ende Mai 1787Teatro San Carlo, Teatro del Fondo. »ging ich noch auf den Molo spazieren.«
1. Juni 1787Porzellanfabrik Capodimonte.
2. Juni 1787Villa Reale.
3. Juni 1787Abreise von... weiterlesen
Goethes Italienische Reise
Florenz
23. Oktober 1786Um 10 Uhr früh »kamen wir aus den Apenninen hervor und sahen Florenz liegen«.»Den Lustgarten Boboli ... hab ich nur durchlaufen, so den Dom..., das Baptsterium«. Aufenthalt in Florenz nur drei Stunden.
29. April 1788Über Barberino nach Florenz. Unterkunft beim Ponte della Carraia.
30. April 1788Besuch des Palazzo Riccardi.
6. Mai 1788»fast alles gesehen was Florenz an Kunstsachen enthält«.
29. April – 11. Mai 1788Giardino di... weiterlesen
Die Karte der Reiseroute wurde gemeinsam mit Susanne Koch erstellt. |
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