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Jutta Assel | Georg Jäger

 Körner-Motive auf Postkarten
Eine Dokumentation

Körner-Sprüche auf Postkarten im Ersten Weltkrieg

Aus der Sammlung historischer und politischer Bildpostkarten von Karl Stehle, München

Erstellt: August 2008
Stand: Januar 2014

 

Auf nationalistischen und militaristischen Spruchkarten im Ersten Weltkrieg wurden von den Autoren der 'Befreiungskriege' Ernst Moritz Arndt und Theodor Körner am häufigsten verwendet. Die Zitate Körners in der folgenden Auswahl stammen zum allergrößten Teil aus der Sammlung "Leyer und Schwert", die nach dem 'Heldentod' des Sohnes sein Vater herausgab.

Die abgebildeten Spruchkarten sind typographisch gestaltet und teilweise veredelt (z.B. durch Initialen und Mehrfarbendruck). In ihrer Bedeutung stellen sie komplexe Zeichengebilde dar. Die Sprüche verbinden sich mit einer Reihe bildhafter Symbole, die einen Fundus bilden, aus dem sie zur Gestaltung einzelner Karten ausgewählt und arrangiert werden. Zu diesen Symbolen gehören Flaggen und deren Farben, Schwerter und Krone, Eichenlaub u.a.m. Von besonderer Bedeutung ist das 1813 erstmals und 1914 durch Wilhelm II. neu gestiftete Eiserne Kreuz. Zahlreiche Karten kombinieren die Sprüche mit Kriegsszenen oder Bildnissen; auf einigen kommt Körner neben Kaiser Wilhelm II. zu stehen.

Eine Analyse hätte das Zusammenspiel dieser Elemente, die daraus resultierende Sinnbildung, die legitimierenden Bezugspunkte - unter ihnen die 'Befreiungskriege' und deren antifranzösische >Sänger< - sowie die aufgerufenen Loyalitäten (Nation, Staat und Dynastie) zu beschreiben.

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Gliederung

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1. Spruchkarten und Gedichte

 

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Oben: Vorderseite: Gebet während der Schlacht. Th. Körner. Text mit Noten im Schmuckrahmen mit Leier und Schwert, dem Zeichen des Kämpfers und Sängers Körner. Signet: EA [E. Anslinger, München]. | Rückseite: Dr. Wild'sche Buchdruckerei Gebr. Parcus, München. Mit Porträt Körners. Signiert: E. Anslinger München. Nicht gelaufen.



 

Gebet während der Schlacht.
(1813)

                    Vater, ich rufe dich!
Brüllend umwölkt mich der Dampf der Geschütze,
Sprühend umzucken mich rasselnde Blitze.
    Lenker der Schlachten, ich rufe dich!
                    Vater, du führe mich!
  
                    Vater, du führe mich!
Führ' mich zum Siege, führ' mich zum Tode:
Herr, ich erkenne deine Gebote!
Herr, wie du willst, so führe mich.
                    Gott, ich erkenne dich!
  
                    Gott, ich erkenne, dich!
So im herbstlichen Rauschen der Blätter
Als im Schlachtendonnerwetter,
    Urquell der Gnade, erkenn' ich dich.
                    Vater, du segne mich!
  
                    Vater, du segne mich!
In deine Hand befehl' ich mein Leben,
Du kannst es nehmen, du hast es gegeben.
    Zum Leben, zum Sterben segne mich;
                    Vater, ich preise dich!
  
                    Vater, ich preise dich!
's ist ja kein Kampf um die Güter der Erde;
Das Heiligste schützen wir mit dem Schwerte:
    Drum fallend und siegend, preis' ich dich;
                    Gott, dir ergeb' ich mich!
  
                    Gott, dir ergeb' ich mich!
Wenn mich die Donner des Todes begrüßen,
Wenn meine Adern geöffnet fließen;
    Dir, mein Gott, dir ergeb' ich mich!
                    Vater, ich rufe dich!

 



 

 

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Vater / ich rufe dich! Mit Kriegsszene, in der das Gedicht deklamiert wird. Verso, Signet: L&P im Dreieck [Lederer & Popper, Prag], umschrieben: Lepochrom. 5657/VI. Gelaufen. Datiert 1915. Feldpost. – Gebet während der Schlacht, Strophen 1, 2 und 6.



 

 

 

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Vater ich rufe Dich! Mit Kriegsszene im Zierbuchstaben V. Signiert: O. Simons. Verso, Signet: R&K L im Halbkreis mit Strahlen [Regel & Krug, Leipzig-Reudnitz]. Serie 2655/2. Gelaufen. Datiert und Poststempel 1916. Feldpost. – Gebet während der Schlacht, erste Strophe.





 

 

Oben: Vater, ich rufe dich! Mit dem 1914 neu gestiftetem Eisernen Kreuz. Umrahmt mit den Nationalfarben. Verso: Lithographisch-artistische Anstalt München (vorm. Gebr. Obpacher) - Muster Nr. 2. Gelaufen. Dateirt 1916. Feldpost. – Gebet während der Schlacht, erste Strophe.

Unten: Vater, ich preise dich! Mit Kriegsszene. Verso, Signet: L&P im Dreieck [Lederer & Popper, Prag], umschrieben: Lepochrom. 5662/II. Datiert und Poststempel 1916. Feldpost. – Gebet während der Schlacht, fünfte Strophe.


 

Vier Karten (I, II, IV, VI) aus der sechsteiligen Serie 948 des Verlages Wilhelm S. Schröder Nachf., Berlin (Signet: WSSB). Jeweils mit einer Strophe des Gedichtes "Gebet während der Schlacht". In den Zierbuchstaben Kriegsszenen. Nr. I und II 1915 mit Feldpost gelaufen. – Die verschiedene Färbung entspricht den Vorlagen.


 

Du Schwert an meiner Linken! Mit Kriegsszene, Nationalfarben mit Eichenlaub. Verso, Signet: L&P im Dreieck [Lederer & Popper, Prag], umschrieben: Lepochrom. 5657IV. Nicht gelaufen. – Schwertlied, Strophen 1 bis 3.



 

Schwertlied.

(Wenige Stunden vor dem Tode des Verfassers gedichtet)

 

 

Das Schwert an meiner Linken,
Was soll dein heitres Blinken?
    Schaust mich so freundlich an.
    Hab' meine Freude dran.
          Hurra!
  
Mich trägt ein wackrer Reiter;
Drum blink' ich auch so heiter;
    Bin freien Mannes Wehr;
    Das freut dem Schwerte sehr.
          Hurra!
  
Ja, gutes Schwert, frei bin ich
Und liebe dich herzinnig,
    Als wärst du mir getraut
    Als eine liebe Braut.
          Hurra!
  
Dir hab' ich's ja ergeben,
Mein lichtes Eisenleben.
    Ach wären wir getraut!
    Wann holst du deine Braut?
          Hurra!
  
Zur Brautnachts-Morgenröte
Ruft festlich die Trompete;
    Wenn die Kanonen schrein,
    Hol' ich das Liebchen ein.
Hurra!
  
O seliges Umfangen!
Ich harre mit Verlangen
    Du Bräut'gam, hole mich.
    Mein Kränzchen bleibt für dich.
          Hurra!
  
Was klirrst du in der Scheide,
Du helle Eisenfreude,
    So wild, so schlachtenfroh?
    Mein Schwert, was klirrst du so?
          Hurra!
  
Wohl klirr' ich in der Scheide;
Ich sehne mich zum Streite,
    Recht wild und schlachtenfroh.
    Drum, Reiter, klirr' ich so.
          Hurra!
  
Bleib doch im engen Stübchen!
Was willst du hier, mein Liebchen?
    Bleib still im Kämmerlein!
    Bleib! bald hol' ich dich ein.
          Hurra!
  
Lass mich nicht lange warten!
O schöner Liebesgarten,
    Voll Röslein blutigrot
    Und aufgeblühtem Tod!
          Hurra!
  
So komm denn aus der Scheide,
Du Reiters Augenweide!
    Heraus, mein Schwert, heraus!
    Führ' dich ins Vaterhaus.
          Hurra!
  
Ach, herrlich ist's im Freien,
Im rüst'gen Hochzeitreihen!
    Wie glänzt im Sonnenstrahl
    So bräutlich hell der Stahl!
          Hurra! -
  
Wohlauf, ihr kecken Streiter,
Wohlauf, ihr deutschen Reiter!
    Wird euch das Herz nicht warm?
    Nehmt's Liebchen in den Arm!
          Hurra!
  
Erst tat es an der Linken
Nur ganz verstohlen blinken;
    Doch an die Rechte traut
    Gott sichtbarlich die Braut.
          Hurra!
  
Drum drückt den liebeheißen,
Bräutlichen Mund von Eisen
    An eure Lippen fest!
    Fluch, wer die Braut verläßt!
          Hurra!
  
Nun laßt das Liebchen singen,
Dass helle Funken springen!
    Der Hochzeitmorgen graut.
    Hurra, du Eisenbraut!
          Hurra!

 



 

 

 

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Oben: Du Schwert an meiner Linken ... Text auf Schriftrolle. Links Bildnis von Kaiser Wilhelm II. mit Kaiserkrone, umrahmt von Eichenlaub; rechts Bildnis von Körner mit Leier, Schwert und Eichenkranz. Signet: NPG im Kreis [Neue Photographische Gesellschaft AG, Berlin-Steglitz] 4842. Gelaufen. Datiert und Poststempel 1915. Feldpost. – Schwertlied, erste Strophe.

Unten: Vater, ich rufe dich! Text auf Schriftrolle. Links Bildnis von Kaiser Wilhelm II. mit Kaiserkrone, umrahmt von Eichenlaub; rechts Bildnis von Körner mit Leier, Schwert und Eichenkranz. Signet: NPG im Kreis [Neue Photographische Gesellschaft AG, Berlin-Steglitz] [Nummer unleserlich]. Beschriftet, aber nicht gelaufen. – Gebet während der Schlacht, erste Strophe.



 

 

 

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Das Leben gilt nichts, / wo die Freiheit fällt. / Das höchste Heil, / das letzte, liegt im Schwerte. Körner. Schmuckbuchstaben in mehreren Farben. Mit gerahmten Bildnis von Kaiser Wilhelm II. National- und Kriegsflagge. Verso, Signet: WSSB [Wilhelm S. Schröder Nachf., Berlin] 945/VI. Gelaufen. Datiert 1916, Poststempel unleserlich. – Erster Satz: Letzter Trost, fünfte Strophe, erste Zeile. Zweiter Satz: Aufruf, erste Strophe, sechste Zeile.



 

 

Oben: Wir stürzen uns voll Zuversicht hinein! ... (Körner) Mit Montage aus Flaggen, Eisernem Kreuz und Eichenlaub. Verso, Signet: MBN im Oval [Moriz & Barschall, Neukölln] Gelaufen. Datiert und Poststempel 1915.Feldpost. – An die Königin Luise, vierte Strophe, Zeile 2 bis 6. Hier heißt es: "Ein Blick auf deine [statt: unsere] Fahne".

Unten: Frisch auf mein Volk ... Theodor Körner. Historisierendes Textblatt in schwarz-roter Schrift vor Montage aus Flaggen und Türmen mit (Freuden-, Sieges-?) Feuern. Verso, Signet: Schiff mit E auf Segel, darüber strahlende Sonne. M.S.i.B. 126. Martin Schlesinger G.m.b.H. Berlin N. 39. Gelaufen. Poststempel 1914. Feldpost. – Aufruf, erste Strophe, Zeile 1 bis 4.



 

Aufruf.
(1813)

 

 

Frisch auf, mein Volk! Die Flammenzeichen rauchen,
   Hell aus dem Norden bricht der Freiheit Licht.
Du sollst den Stahl in Feindes Herzen tauchen;
Frisch auf, mein Volk! - Die Flammenzeichen rauchen,
   Die Saat ist reif; ihr Schnitter, zaudert nicht!
Das höchste Heil, das letzte, liegt im Schwerte!
   Drück dir den Speer ins treue Herz hinein:
"Der Freiheit eine Gasse!" - Wasch die Erde,
   Dein deutsches Land, mit deinem Blute rein!
  
Es ist kein Krieg, von dem die Kronen wissen;
   Es ist ein Kreuzzug; 's ist ein heil'ger Krieg.
Recht, Sitte, Tugend, Glauben und Gewissen
Hat der Tyrann aus deiner Brust gerissen;
   Errette sie mit deiner Freiheit Sieg!
Das Winseln deiner Greise ruft: "Erwache!"
   Der Hütte Schutt verflucht die Räuberbrut,
Die Schande deiner Töchter schreit um Rache,
   Der Meuchelmord der Söhne schreit nach Blut.
  
Zerbrich die Pflugschar, laß den Meißel fallen,
   Die Leier still, den Webstuhl ruhig stehn!
Verlasse deine Höfe, deine Hallen! -
Vor dessen Antlitz deine Fahnen wallen,
   Er will sein Volk in Waffenrüstung sehn.
Denn einen großen Altar sollst du bauen
   In seiner Freiheit ew'gem Morgenrot;
Mit deinem Schwert sollst du die Steine hauen,
   Der Tempel gründe sich auf Heldentod.
  
Was weint ihr, Mädchen, warum klagt ihr, Weiber,
   Für die der Herr die Schwerter nicht gestählt,
Wenn wir entzückt die jugendlichen Leiber
Hinwerfen in die Scharen eurer Räuber,
   Daß euch des Kampfes kühne Wollust fehlt?
Ihr könnt ja froh zu Gottes Altar treten!
   Für Wunden gab er zarte Sorgsamkeit,
Gab euch in euern herzlichen Gebeten
   Den schönen, reinen Sieg der Frömmigkeit.
  
So betet, daß die alte Kraft erwache,
   Daß wir dastehn, das alte Volk des Siegs!
Die Märtyrer der heil'gen deutschen Sache,
Oft ruft sie an als Genien der Rache,
   Als gute Engel des gerechten Kriegs!
Luise, schwebe segnend um den Gatten!
   Geist unsers Ferdinand, voran dem Zug!
Und all ihr deutschen freien Heldenschatten,
   Mit uns, mit uns und unsrer Fahnen Flug!
  
Der Himmel hilft, die Hölle muß uns weichen!
   Drauf, wackres Volk! Drauf! ruft die Freiheit, drauf.
Hoch schlägt dein Herz, hoch wachsen deine Eichen.
Was kümmern dich die Hügel deiner Leichen?
   Hoch pflanze da die Freiheitsfahne auf!
Doch stehst du dann, mein Volk, bekränzt vom Glücke,
   In deiner Vorzeit heil'gem Siegerglanz:
Vergiß die treuen Toten nicht und schmücke
   Auch unsre Urne mit dem Eichenkranz!

 



 

 

Oben: Brüder sind wir allzusamm ... (Körner). In der Mitte Eisernes Kreuz im Eichenkranz mit Eichenlaub, an den Seiten deutsche und österreichische Nationalfarben. Verso: MBN im Oval [Moriz & Barschall, Neukölln]. Gelaufen. Poststempel 1915. – Jägerlied, dritte Strophe.

Unten: Ins Feld, ins Feld! ...(Körner). Darüber Arrangement aus Eisernem Kreuz am Bande mit Eichenlaub und Nationalfarben. Kriegsszene. Verso: MBN im Oval [Moriz & Barschall, Neukölln] Gelaufen. Poststempel 1915. Feldpost. – Lied der schwarzen Jäger, erste Strophe.



 

Jägerlied.
Nach der Weise: "Auf, auf, ihr Brüder, und seid stark" usw.
(1813)

 

 

Frisch auf, ihr Jäger, frei und flink!
    Die Büchse von der Wand!
Der Mutige bekämpft die Welt.
Frisch auf den Feind, frisch in das Feld
    Fürs deutsche Vaterland!
  
Aus Westen, Norden, Süd und Ost
    Treibt uns der Rache Strahl,
Vom Oderflusse, Weser, Main,
Vom Elbstrom und vom Vater Rhein
    Und aus dem Donautal.
  
Doch Brüder sind wir allzusamm';
    Und das schwellt unsern Mut.
Uns knüpft der Sprache heilig Band,
Uns knüpft ein Gott, ein Vaterland,
    ein treues deutsches Blut.
  
Nicht zum Erobern zogen wir
    Vom väterlichen Herd;
Die schändlichste Tyrannenmacht
Bekämpfen wir in freud'ger Schlacht.
    Das ist des Blutes wert!
  
Ihr aber, die uns treu geliebt,
    Der Herr sei euer Schild,
Bezahlen wir's mit unserm Blut!
Denn Freiheit ist das höchste Gut,
    Ob's tausend Leben gilt.
  
Drum, wackre Jäger, frei und flink,
    Wie auch das Liebchen weint!
Gott hilft uns im gerechten Krieg!
Frisch in den Kampf! - Tod oder Sieg!
    Frisch, Brüder, auf den Feind!

 



 

Lied der schwarzen Jäger.
Nach der Weise: Am Rhein, am Rhein.
(1813)

 

 

Ins Feld, ins Feld! Die Rachegeister mahnen.
    Auf, deutsches Volk, zum Krieg!
Ins Feld, ins Feld! Hoch flattern unsre Fahnen,
    Sie führen uns zum Sieg.
  
Klein ist die Schar; doch groß ist das Vertrauen
    Auf den gerechten Gott!
Wo seine Engel ihre Festen bauen,
    Sind Höllenkünste Spott.
  
Gebt kein Pardon! Könnt ihr das Schwert nicht heben,
    So würgt sie ohne Scheu;
Und hoch verkauft den letzten Tropfen Leben!
    Der Tod macht alle frei.
  
Noch trauern wir im schwarzen Rächerkleide
    Um den gestorbnen Mut;
Doch fragt man euch, was dieses Rot bedeute:
    Das deutet Frankenblut.
  
Mit Gott! - Einst geht hoch über Feindesleichen
    Der Stern des Friedens auf;
Dann pflanzen wir ein weißes Siegeszeichen
    Am freien Rheinstrom auf.

 



 

 

 

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Bildnis Körners mit faksimilierter Signatur. Texte siehe unten. "Aussprüche Großer Männer." Serie I, Nr. 9. Kurzbiographie siehe unten. Verlag Walter Karlowa, Dresden 19. Rechts unten: 49041. Nicht gelaufen.

 

Text auf Vorderseite:

Durch Todesnacht bricht ewiges Morgenrot - -
Wer mutig für sein Vaterland gefallen,
Der baut sich selbst ein ewiges Monument
Im treuen Herzen seiner Landesbrüder,
Und dies Gebäude stürzt kein Sturmwind nieder.

[Zriny. Ein Trauerspiel. 5. Aufzug, 2. Auftritt.]
   
Wenn auch jetzt in den bezwungenen Hallen
Tyrannei der Freiheit Tempel bricht:
Deutsches Volk, du konntest fallen,
Aber sinken kannst du nicht!

[Was uns bleibt, sechste Strophe, Zeile 5 bis 8.]

Kurzbiographie auf Rückseite:

 

Karl Theodor Körner, Dichter, geb. 23. Sept. 1791 zu Dresden; studierte 1808-1810 in Freiberg u. Leipzig. 1811 in Wien als Theaterdichter, trat 1813 als Freiwilliger in das Lützow'sche Korps, wurde 17. Juni bei Kitzen verwundet, fiel 26. Aug. 1813 unweit Gadebusch, begraben bei Wöbbelin. Am vorzüglichsten sind seine Kriegs- und Vaterlandslieder.



2. Kurzbiographie zu Theodor Körner

 

Gerhard von Kügelgen (1772-1820): Theodor Körner, um 1808. Kreidezeichnung. Ehemals Körnermuseum, Dresden; verbrannt.

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Dorothee von Hellermann: Gerhard von Kügelgen (1772-1820). Das zeichnerische und malerische Werk. Berlin: Dietrich Reimer 2001, P 195.

 

Körner, Karl Theodor, Dichter, Sohn von Christian Gottfried Körner, dem Freund Schillers, geboren 23. September 1791 zu Dresden, studierte 1808-10 auf der Bergakademie in Freiberg, dann in Leipzig, wirkte seit 1811 in Wien als Theaterdichter, trat 1813 als Freiwilliger in das Lützowsche Korps, 17. Juni bei Kitzen verwundet, fiel unweit Gadebusch 26. Aug. 1813, bei Wöbbelin begraben.

Am vorzüglichsten seine Kriegs- und Vaterlandslieder, hg. von seinem Vater unter dem Titel »Leier und Schwert« (1814); schrieb außerdem die Trauerspiele »Zriny«, »Rosamunde« und kleine Lustspiele.

Brockhaus Kleines Konversations-Lexikon. Elektronische Volltextedition der fünften Auflage von 1911 (Digitale Bibliothek; 50) Berlin: Directmedia 2004, S. 39.853. Redigiert, gekürzt.

Für weitergehende Informationen vgl. die Körner-Seiten:



3. Rechtlicher Hinweis und Kontaktadresse

Die Vorlagen entstammen der Sammlung historischer und politischer Bildpostkarten von Karl Stehle, München. Die private Nutzung und die nichtkommerzielle Nutzung zu bildenden, künstlerischen, kulturellen und wissenschaftlichen Zwecken ist gestattet, sofern Quelle (Goethezeitportal) und URL (www.goethezeitportal.de/index.php?id=3908) angegeben werden.

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Karl Stehle, aus dessen Sammlung die hier wiedergegebenen Postkarten stammen, ist am 14. Juni 2013 verstorben. Seine Sammlung wurde in einem Katalog erfasst und vom Auktionshaus Gärtner in Bietigheim-Bissingen am 18. Oktober 2013 versteigert.

Einen Rechteinhaber konnte das Goethezeitportal nicht ermitteln, ggf. bitten wir höflichst um Nachricht an folgende Kontaktadresse:

Prof. Dr. Georg Jäger
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
Schellingstr. 3
80799 München

E-Mail: georg.jaeger07@googlemail.com




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