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Jutta Assel | Georg Jäger

Volkslied-Motive auf Postkarten
Eine Dokumentation

Die Lore am Tore

Stand: Juni 2016

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Gliederung

1. Henry Carvey: Sally in Our Alley
2. Fotopostkarten
3. Die Lore am Tore
4. Gemalte Postkarten
5. Rechtlicher Hinweis und Kontaktanschrift

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1. Henry Carvey
Sally in Our Alley

Of all the girls that are so smart,
   There’s none like pretty Sally;
She is the darling of my heart,
   And she lives in our alley.
There is no lady in the land,
   Is half so sweet as Sally:
She is the darling of my heart,
   And she lives in our alley.

Her father he makes cabbage-nets,
   And through the streets does cry ‘em;
Her mother she sells laces long,
   To such as please to buy ‘em:
But sure such folks could ne’er beget
   So sweet a girl as Sally!
She is the darling of my heart,
   And she lives in our alley.

When she is by, I leave my work,
   (I love her so sincerely)
My master comes like any Turk,
   And bangs me most severely:
But, let him bang his belly full,
   I’ll bear it all for Sally;
She is the darling of my heart,
   And she lives in our alley.

Of all the days that’s in the week,
   I dearly love but one day;
And that’s the day that comes betwixt
   A Saturday and Monday;
For then I’m dress’d all in my best,
   To walk abroad with Sally;
She is the darling of my heart,
   And she lives in our alley.

My master carries me to church,
   And often am I blamed,
Because I leave him in the lurch,
   As soon as text is named:
I leave the church in sermon time,
   And slink away to Sally;
She is the darling of my heart,
   And she lives in our alley.

When Christmas comes about again,
   Oh then I shall have money;
I’ll hoard it up, und box it all,
   I’ll give it to my honey:
I would it were ten thousand pounds,
   I’d give it all to Sally;
She is the darling of my heart,
   And she lives in our alley.

My master, and the neighbours all,
   Make game of me and Sally;
And (but for her) I’d better be
   A slave, and row a galley;
But when my seven long years are out,
   O then I’ll marry Sally,
O then we’ll wed, and then we’ll bed,
   But not in our alley.

Thomas Campbell: Specimens of the British Poets. Vol. V. London: John Murray 1819, S. 397-399.

Wann die Ballade „Sally in our Alley” entstand, ist unsicher, öffentlich gesungen wurde sie erstmals 1717 im Drury Lane theatre. „On 20 May 1717 Mrs Willis, Drury Lane’s leading actress and singer, was advertising as singing the ‘Ballad of Sally’. Judging from the frequency with which advertisements for the song appear after this date, it was immediately popular with audiences. Moreover, the low-life situation presented in the ballad was novel enough to merit Mrs Willis performing it dressed ‘like a Shoemaker’s Prentice’. (211) ” In der Ausgabe “Poems” (1729) berichtet Carey von dem Anlass zum Gedicht:

A Shoemaker’s Prentice making Holiday with his Sweetheart, treated her with a sight of Bedlam, the Puppet-shews, the Flying-chairs, and all the Elegances of Moor-fields: From whence proceeding to the Farthing Pye-house, he gave her a Collation of Buns, Cheesy-cakes, Gammon of Bacon, Stuff’d-beef, and Bottled-ale; through all which Scenes the Author dodged them (charm’d with the Simplicity of their Courtship) (S. 212).

Vgl. Joseph Norman Gillespie: The Origins and Early History of “Sally in our Alley”. In: The Review of English Studies, New Series, Vol. 35, No. 138 (May, 1984), S. 203-208. – Ders.: The Life and Work of Henry Carey (1687-1743). 2 Bde. Dissertation, Faculty of Music, University of London, Royal Holloway College 1982. Hier Bd. 1, S. 210-213. Hiernach die Zitate.

Text, Informationen und Melodie im Portal „Folk Music of England, Scotland, Ireland, Wales and America“, URL: http://www.contemplator.com/america/sally.html.

Siehe auch das folgende Lexikon:
* Otto Holzapfel: Liedverzeichnis. Die ältere deutschsprachige, populäre Liedüberlieferung. Bd. 2. Hildesheim: Georg Olms 2006, S. 1347. ISBN 3-487-13102-1

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2. Fotopostkarten

 Die Lore am Tore. Heliophot Kunstverlag, Berlin (Signet: HB im Herz). Serie 9819, 6teilig. Hier Nr. 1, 2, 4, 5. Nicht gelaufen.

Oben links: Von allen den Mädchen so blink und blank / Gefällt mir am besten die Lore; / Sie ist mein Gedeanke bei Tag und bei Nacht / Und wohnet im Winkel am Tore.
Oben rechts: Von allen den Winkeln und Gäßchen der Stadt / Gefällt mir's im Winkel am Tore. / Der Meister, der schmunzelt, als hab' er Verdacht, / Als hab' er Verdacht auf die Lore.
Unten links: Die Damen bei Hofe, so sehr sie sich zier'n, / Sie gleichen doch nicht meiner Lore; / Sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht / Und wohnet im Winkel am Tore.
Unten rechts: Und würden mir Schätze vom Teufel gebracht, / Ich trüge sie alle zur Lore; / Sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht / Und wohnet im Winkel am Tore.

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Oben links: Die Lore am Tore. Von allen, den Mädchen so blink und so blank, / Gefällt mir am besten die Lore. Verlag: E. A. Schwerdtfeger & Co. AG. Berlin (Signet: EAS im Herz). Serie 4769, Nr. 1. Gelaufen 1918.
Oben rechts: Die Lore am Tore. Und kommt sie getrippelt das Gäßchen hinab, / So wird mir ganz schwül vor Augen. Verlag: E. A. Schwerdtfeger & Co. AG. Berlin (Signet: EAS im Herz). Serie 4769, Nr. 2. Gelaufen, datiert 1918.
Unten links: Und hör' ich von weitem ihr leises Klippklapp, / Kein Niet' oder Band will mehr taugen. Signet: Pferdchen über RPH im Kreis. Gelaufen. Poststempel unleserlich.
Unten rechts: Die Lore am Tore. Von allen Mädchen so blink und so blank / Gefällt mir am besten die Lore; / Von allen den Winkeln und Gäßchen der Stadt / Gefällt mir's im Winkel am Tore. Verlag: Albrecht & Meister, Aktiengesellschaft Berlin-Reinickendorf-Ost (Signet: Amag). Serie 64287. Nr. 1. Beschrieben, ohne Datum.

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Die Lore am Tore. Von allen den Mädchen so blink und so blank / Gefällt mir am besten die Lore, / Von allen den Winkeln und Gässchen der Stadt / Gefällt mir's im Winkel am besten.  "Lore" ausgestrichen und ersetzt, ebenso "Tore". Verlag: Albrecht & Meister, Aktiengesellschaft Berlin-Reinickendorf-Ost (Signet: Amag). Serie 62048. Nr. 1. Gelaufen. Datiert 1919.

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Oben links
: Die Lore vor dem Tore. Der Meister, der schmunzelt, als hab' er Verdacht, / Und schielt wohl auch nach der Lore - / Sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht / Und wohnet beim Winkel am Tore. Verlag: E. A. Schwerdtfeger & Co. AG. Berlin (Signet: EAS im Herz). Serie 7107, Nr. 3. Gelaufen 1926.
Oben rechts: Die Lore am Tore. Die Damen bei Hofe, so sehr sie sich zieren, / Sie gleichen noch nicht meiner Lore. / Sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht / Und wohnet im Winkel am Tore. Verlag: Albrecht & Meister, Aktiengesellschaft Berlin-Reinickendorf-Ost (Signet: Amag). Serie 61183. Nr. 1. Nicht gelaufen.
Unten: Die Lore am Tore. Und kommt sie getrippelt das Gässchen hinab, / So wird mir ganz schwül vor den Augen. / Und hör ich von weitem ihr leises Klipp, Klapp, / Kein Niet oder Band will mir taugen. Verlag: Gustav Liersch Co., Leipzig. Serie 3522. Nr. 3. Gelaufen. Poststempel unleserlich.

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3. Die Lore am Tore

Von allen den Mädchen so blink und so blank
   Gefällt mir am besten die Lore;
Von allen den Winkeln und Gässchen der Stadt
   Gefällt mir’s nur draußen am Tore.
Der Meister der schmunzelt, als hab’ er Verdacht,
   Als hab‘ er Verdacht auf die Lore;
Sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht
   Und wohnet im Winkel am Tore.

Und kommt sie getrippelt das Gässchen herab,
   So wird mir ganz schwül vor den Augen;
Und hör‘ ich von Weitem ihr leises Klippklapp,
   Kein‘ Niet oder Band will mehr taugen.
Die Damen bei Hofe, so sehr sie sich zier’n,
   Sie gleichen doch nicht meiner Lore.
Sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht
   Und wohnet im Winkel am Tore.

Und kommet die liebe Weihnacht heran,
   Und strotzt mir das Geld in der Westen,
Das Geld, das die Mutter zum Rock mir gesandt:
   Ich geb’s ihr, bei ihr ist’s am besten.
Und würden mir Schätze vom Teufel gebracht,
   Ich trüge sie alle zur Lore:
Sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht
   Und wohnet im Winkel am Tore.

Und kommet nun endlich auf Pfingsten heran,
   Nach Handwerksgebrauch müsst‘ ich wandern;
Dann werd‘ ich jedoch für mein eigenes Geld
   Hier Bürger und Meister trotz andern.
Dann werde ich Meister in dieser Stadt:
   Frau Meisterin wird meine Lore;
Dann geht es Juchheissa! bei Tag und bei Nacht,
   Doch nicht mehr im Winkel am Tore.

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Franz Magnus Böhme: Volksthümliche Lieder der Deutschen im 18. und 19. Jahrhundert. Leipzig: Breitkopf und Härtel 1895, Nr. 420. Aus der Anmerkung: Text in dieser Form und seine Melodie zuerst in Gustav Braun: Liederbuch für Studenten, Berlin 1843. Nach Max Friedländer: Commersbuch, Leipzig 1892, ist der Text eine leichte Umbildung des Gedichts "Der Schuhknecht": "Vor allen Dirnen so flink und so glatt" etc., das im "Musenalmanach für das Jahr 1798", hrsg. von Johann Heinrich Voß, erschien. Als Verfasser ist Heinrich Christian Boie (1744-1806) nachgewiesen, der als Vorlage die Ballade von Henry Carey benutzte. Vgl. A. H. Hoffmann von Fallersleben: Unsere volkstümlichen Lieder. Hrsg. und neu bear. von Karl Hermann Prahl. Reprographischer Nachdruck der 4. Auflage Leipzig 1900. Hildesheim: Georg Olms 1966, Nr. 1150, S. 241.

Zur Popularisierung hat die Vertonung durch Friedrich Silcher beigetragen, die in das Kommersbuch Aufnahme fand und zum Studentenlied wurde.

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4. Gemalte Postkarten

Oben links: Von allen den Mädchen / so blink und so blank / gefällt mir am besten die Lore; / Von allen den Winkeln u. Gässchen der Stadt / Gefällt mir's im Winkel vor'm Thore. Gelaufen 1904. Prägedruck.
Oben rechts: Von allen Mädchen so blink und so blank / Gefällt mir am besten die Lore; / Von allen den Winkeln und Gäßchen der Stadt / Gefällt mir's im Winkel am Thore. Signiert links oben im Bild: Rud[olf] Seitz [1842-1910]. Verso: Ostmark, Bund deutscher Österreicher. Hauptleitung: Linz a. d. Donau, Hofgasse Nr. 8. Karte Nr. 85. Links: Raum für die Wehrschatzmarke. Rechts: Raum für die Freimarke. Nicht gelaufen.
Unten links: Von allen Mädchen so blink und so blank / Gefällt mir am besten die Lore, / Sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht / Und wohnet im Winkel am Thore. Im Bild signiert: Arth[ur] Paetzold [1870-1920]. Beschrieben, aber nicht gelaufen. Rückseite ungeteilt.
Unten rechts: Von allen Mädchen so blink u. so blank, / Gefällt mir am besten die Lore. No. 576. Gelaufen 1899. Rückseite ungeteilt.

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Oben links
: Von allen den Mädchen so blink und so blank, gefällt mir am besten die Lore. Im Bild signiert links: W. H. Bra??, rechts: Druckereizeichen? Verlag Deutscher Schulverein. Karte Nr. 1229. Kunstverlag Leo Stainer, Innsbruck. Nicht gelaufen.
Oben rechts: Von allen den Mädchen so blink und so blank. Im Bild links ligiertes Monogramm im Quadrat, rechts: Druckereizeichen?. Signet des Deutschen Schulvereins. Rückseite: Deutscher Schulverein. Karte Nr. 372. Pflicht eines jeden Deutschen ist, Mitglied des Deutschen Schulvereines zu sein. Mindestbeitrag jährlich K 2.- Anmeldungen VI. Linke Wienzeile 4 oder bei den Ortsgruppen. Kunstdruckerei von Josef Eberle, Wien, VII. Schottenfeldgasse 38. Gelaufen 1912.
Unten: Die Lore am Tore. Und kommt sie getrippelt das Gäßchen hinab, / So wird mir ganz schwül vor den Augen. Im Bild links unleserlich signiert, rechts: AK. Signet: Bund der Deutschen in Böhmen 1894. Rückseite: Bund der Deutschen in Böhmen. Prag, II. Krakauergasse 11. Rund 1200 Ortsgruppen und 120. Mitglieder. Bundeskarte 263. Entwurf von F. Kuderna. Links: Raum für die Bundesmarke. Gelaufen. Poststempel unleserlich.

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Links: Von allen den Mädchen so blink und so blank gefällt mir am besten die Lore; von allen den Winkeln und Gäßchen der Stadt gefällt mirs am besten am Tore. Der Meister, der schmunzelt, als hab' er Verdacht auf die Lore; sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht und wohnet im Winkel am Tore. Im Bild signiert: E[rnst] Kutzer [1880-1965]. Signet: Bund der Deutschen in Niederösterreich. Rückseite: Bund der Deutschen in Niederösterreich. Geschäftsstelle: Wien, 7/1, Mariahilferstraße 98. Karte Nr. 50. Links: Raum für die Bundesmarke. Rechts: Raum für die Freimarke. Nicht gelaufen.
Rechts: Von allen den Mädchen so blink und so blank / Gefällt mir am besten die Lore. Im Bild signiert: E[rnst[ Kutzer [1880-1965]. Verlag Deutscher Schulverein. Verkaufs-Abteilung Wien, VIII., Florianigasse 39. Karte Nr. 1327. Kunstdruckerei von Josef Eberle, Wien, VII. Schottenfeldg. 38. Nicht gelaufen.

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Volksliedkarten von Paul Hey. Nr. 31: Die Lore am Tore. Verlag des Vereins für das Deutschtum im Ausland, Berlin W 62. Signet (N im sechseckigen Stern im Kreis) 20 743. Vierfarben-Buchdruck B. G. Teubner. Leipzig. Nicht gelaufen. - Vgl. Carolin Raffelsbauer: Paul Hey - der Maler heiler Welten. Eine kultur- und literaturgeschichtliche Untersuchung zur illustrativen Gebrauchskunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. München: Herbert Utz 2007 (Kulturgeschichtliche Forschungen; 30). Werkverzeichnis: A2a-134.

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J[osef] Frank (1873-1941) pinx. Von allen Mädchen so blink und so blank gefällt mir am besten die ..... Signet: NK, vor Silhouette der Nürnberger Burg (?), im Kreis. Serie 338/4. Emil Köhn, Kunstverlag, München 20. Gelaufen. Poststempel 1928.

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5. Rechtlicher Hinweis und Kontaktanschrift

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Das Urheberrecht an den Werken von Paul Hey liegt bei Frau Renate Wachnitz, geb. Hey. Bitte kontaktieren Sie Frau Wachnitz-Hey vor jeder Verwendung der Bilder:

Renate Wachnitz-Hey
calle Claudio Rodrigo 380
N 3380 ELDORADO
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Email: estjurwachnitz@gmail.com


Kontaktanschrift der Autoren des Beitrags:

Prof. Dr. Georg Jäger
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
Schellingstr. 3
80799 München
E-Mail: georg.jaeger07@googlemail.com

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