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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Jutta Assel | Georg Jäger

Sagen-Motive auf Postkarten

Jakob Götzenbergers Freskobilder
in der Trinkhalle zu Baden-Baden

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Der Grafensprung

Graf Wolf von Eberstein war einer der Tapfersten seines Geschlechts, und nichts war ihm widerstrebender, als das Schwert lange in der Scheide ruhen zu lassen. Gelegenheit zu Kampf und Fehde gab es genug, besonders unter seinen Nachbarn. Graf Eberhard von Württemberg gehörte zu seinen erbittertsten Feinden, und eines Tages erschien er mit vielen Streitern, um die Schlossfeste zu stürmen und den Grafen gefangen zu nehmen.

Darauf war der Graf nicht vorbereitet gewesen und geriet in die äußerste Not. Aber auch jetzt wusste er sich durch eine kühne Tat zu helfen. Plötzlich erschien er hoch zu Ross und sprengte mit erhobenem Schwerte durch seine Feinde hindurch bis an den Rand des Felsens, der sich hier jäh zur Murg hinabsenkt. Dort gab er seinem Pferde die Sporen, und seine Feinde höhnisch grüßend, zwang er es zum gewaltigen Sprung in die Tiefe. Hoch auf schäumten die Wellen; aber Ross und Reiter kamen glücklich ans jenseitige Ufer. Einmal frei, war es dem Grafen ein Leichtes, sein Schloss wieder von Feindesmacht zu befreien.

 

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