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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Jutta Assel | Georg Jäger

Sagen-Motive auf Postkarten

Jakob Götzenbergers Freskobilder
in der Trinkhalle zu Baden-Baden

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Der Mummelsee

Hoch oben auf den Hornisgründen liegt eine öde, dunkle Wasserfläche, der Mummelsee. Dunkle Tannenwälder rahmen ihn ein und geben ihm ein schauriges Aussehen. Doch beherbergt der See der Sage nach eine blaue Blume, welche die Macht besitzt, unsichtbar zu machen. Auf der Wasserfläche schaukeln sich zahllose, weiße Wasserlilien, welche alles, was sie erlauschen, dem Herrschergreise hinterbringen, der in seinem Muschelpalaste auf dem Grunde des Sees die Seefräulein regiert.

Diese kommen, wenn der Mond aufgeht, an die Oberfläche und treiben allerhand Kurzweil. Sie tanzen, singen, musizieren, gehen zuweilen aber auch in nahegelegene Wohnungen, um dort ungesehen Werke der Liebe zu verrichten.

Auch dem Zuge des Herzens dürfen sie folgen und die Liebe eines Mannes der Oberwelt erwidern; doch muss diejenige, deren Geliebter sie treulos verrät, das Wagnis mit dem Leben bezahlen.

So erging es auch Elsa, der lieblichsten unter den Undinen, welche ihre Liebe dem Ritter von Hohenhorst geschenkt, der sie aber um der Gattin eines zu einem Kreuzzuge ausgezogenen Freundes willen verriet. Elsa musste sterben, wurde aber mit Hilfe der blauen Blume an ihrem Verräter gerächt.


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