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Jutta Assel | Georg Jäger

Sagen und Legenden

Adelheid von Stolterfoth:
Rheinischer Sagen-Kreis

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Stand: Juni 2015

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Conrad Bayer von Boppard, Ausschnitt.

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Gliederung

1. Illustrationen mit Bezugstexten
2. Kurzbiographie zu Adelheid von Stolterfoth
3. Kurzbiographie zu Alfred Rethel
4. Rechtlicher Hinweis und Kontaktadresse

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1. Illustrationen mit Bezugstexten

* Rheinischer Sagen-Kreis. Ein Ciclus von Romanzen, Balladen und Legenden des Rheins, nach historischen Quellen bearbeitet von Adelheid v. Stolterfoth, Stifts-Dame. Mit Ein und Zwanzig Umrissen, nach Zeichnungen von A[lfred] Rethel in Düsseldorf, lithographirt von [Jakob Fürchtegott] Dielmann [1809-1885]. Frankfurt a.M. Verlegt bei Karl Ingel, Buch- und Kunsthändler 1835. — Unveränderter Neudruck: Sändig Reprint Verlag Hans R. Wohlwend Vaduz / Liechtenstein 2003.

Die Wiedergabe der Illustrationen erfolgt nach einer ungebundenen zeitgenössischen Folge der Lithographien. Fünf Ausschnitte sind den Bildern des Reprints entnommen. Die Texte folgen in Rechtschreibung und Zeichensetzung der Vorlage, nur offenkundige Fehler wurden stillschweigend korrigiert.

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Rheinisches Leben
 Frauenlobs Tod
(Mainz)
 Ritter Brömser von Rüdesheim
 Kaiser Heinrich IV. in Bingen
 Der Mäusethurm
 Die sieben Wächter
(Mausthurm)
 Die Braut vom Rheinstein
 Des Rheinbergers Grab
(Wisperthal)
 Der Pfalzgraf Herrmann von Staleck
 Burg Gutenfels bei Caub
(Richard von Cornwal)
 Die Schwesterfelsen bei Oberwesel im Rhein
(Die Schwesterfelsen oder die sieben Jungfrauen)
 Die Sage von der Lurley
 St. Goars wunderthätiges Grab
 Die Brüder
(Liebenstein und Sternberg)
 Ritter Conrad Bayer von Boppard
 Die Templer von Lahneck
 Die heilige Adelheid. (Legende)
(Abtey Vilich)
 Kaiser Heinrich IV. auf der Flucht in Hammerstein
 Roland, der treue Paladin
(Rolandseck)
 Siegfried, der Drachentödter
(Drachenfels)
 Der Bürgermeister von Köln

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2. Kurzbiographie zu
Adelheid von Stolterfoth

Stolterfoth, Adelheid von, wurde am 11. September 1800 zu Eisenach geboren. Ihrem Vater, Oberleutnant eines preußischen Husarenregiments, verlor sie schon 1805 durch den Tod; ihre Mutter siedelte als Witwe nach Erlangen über, und hier empfing Adelheid ihre Erziehung, zum Teil unter der Leitung des Realschuldirektors Dr. Pöhlmann. Seit dem 12. Jahre war sie Stiftsdame im Fräuleinstift Birken bei Beireuth. Im Jahre 1816 zog sie mit ihrer Mutter an den schönen Rhein, zuerst nach Bingen und damit begann die schönste und poesievollste Zeit in dem Leben der Dichterin. Die Herrlichkeit der Natur, das Paradies so vieler wunderbarer Sagen begeisterte ihre Seele zu Liedern, die sie meist auf dem höchsten Speicher ihres Wohnhauses auf einer Schiefertafel niederschrieb. Im Jahre 1819 kam sie mit der Mutter nach Winkel bei Geisenheim im Rheingau, wo ihr Oheim, der Geheimrat Freiherr von Zwierlein wohnte. Die reichhaltige Bibliothek desselben benutzte sie redlich zu ihrer Ausbildung.

Seit dem Tode ihrer Mutter (1825) lebte Adelheid von Stolterfoth beständig in der Zwierleinschen Familie und begleitete dieselbe auf ihren Reisen nach England (1827), nach der Schweiz und Oberitalien (1828). Während eines Aufenthalts in München (1833) lernte sie Platen kennen, der sie fast täglich besuchte und ihr aus seinen Dichtungen vorlas. Seit dem Sommer 1833 lebte sie wieder am Rhein, nur vorübergehend 1835 im Stifte Birken. Das Jahr 1839 brachte sie in freundschaftlichstem Verkehr mit Freiligrath und dessen Gattin in Unkel und St. Goar zu. Nachdem sie mit ihrer Schwester 1840 Tirol und 1841 Holland und Belgien bereist hatte, vermählte sie sich 1844 mit ihrem Oheim, dem Baron von Zwierlein, mit dem sie noch sechs Jahre verbunden blieb. Seitdem lebte sie abwechselnd im Rheingau im Langenwinkel, Eltville oder in Frankfurt a.M., zuletzt in Wiesbaden, wo sie am 17. Dezember 1875 starb.

Werke: Zoraide (romantisches Gedicht), 1825. - Alfred (romantisch-episches Gedicht), 1834. - Rheinischer Sagenkreis (Romanzen, Balladen und Legenden), 1835. - Rheinische Lieder und Sagen, 1839, 4. Aufl. 1859. - Rheinisches Album oder: Der Rheingau mit dem Wispertale und den Nachbarstädten Mainz und Wiesbaden, 1836. - Burg Stolzenfels (romantische Dichtung), 1842.

Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bearb. von Franz Brümmer. 6., völlig neu bearb. u. stark verm. Aufl. Band 7. Leipzig: Reclam (1913), S. 92f.

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3. Kurzbiographie
zu Alfred Rethel

Rethel, Alfred, Maler, geb. 15. Mai 1816 in Haus Diepenbend bei Aachen, gest. 1. Dez. 1859 in Düsseldorf, bildete sich auf der Akademie in Düsseldorf unter W. Schadow, begab sich aber, weil der auf der Akademie herrschende Geist nicht seiner strengern Richtung entsprach, 1836 nach Frankfurt a. M., wo er sich an Ph. Veit und Steinle, später an Schwind anschloß. Hier entstanden unter anderm eine Nemesis, die einen fliehenden Mörder verfolgt, ein Daniel in der Löwengrube (Städelsches Kunstinstitut), die Auffindung der Leiche Gustav Adolfs bei Lützen (Galerie in Stuttgart), Kaiser Otto und sein Bruder Heinrich und vier Kaiserbildnisse für den Römer.

Nachdem er, aus einer Konkurrenz als Sieger hervorgegangen, vom Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen den Auftrag erhalten, im Kaisersaal zu Aachen acht Fresken aus dem Leben Karls d. Gr. auszuführen, und die Entwürfe dazu vollendet hatte, ging er 1844-45 nach Italien, wo er eine Auferstehung Christi für die Nikolaikirche in Frankfurt malte. Von 1847-51 führte er während der Sommermonate vier der Fresken aus (Kaiser Otto in der Gruft Karls d. Gr., Sturz der Irminsäule, Maurenschlacht bei Córdova, Einzug in Pavia; Kartons in der Berliner Nationalgalerie), kam aber nicht zur Vollendung der übrigen, da ihn eine Nervenkrankheit befiel, von der er 1852-53 vergebens in Italien Heilung suchte. Er starb in völliger Geisteszerrüttung.

Die Fresken in Aachen hat Kehren nach Rethels Entwürfen vollendet. An Größe des Stiles und an Energie des Ausdrucks kommt ihnen gleich der Zyklus von sechs Aquarellen: der Hannibalzug (1842-44, in Holzschnitt ausgeführt von H. Bürkner, 1875), und der Zyklus: Auch ein Totentanz, aus dem Jahre 1848, mit erklärendem Text von R. Reinick (zuerst als Bilderbogen herausgegeben, oftmals neu gedruckt). Er hat auch eine Anzahl von Zeichnungen für den Holzschnitt ausgeführt und einige Blätter radiert. Bei seinen Lebzeiten nur von wenigen erkannt und später fast vergessen, wird er heute als der kraftvollste und eigenwilligste unter den deutschen Monumentalmalern des 19. Jahrh. gepriesen.

Meyers Großes Konversations-Lexikon. Sechste Auflage 1905-1909 (Digitale Bibliothek; 100) Berlin: Directmedia 2003, S. 164.422f. Redigiert, Absätze eingefügt.

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Einen Überblick über die Märchen- und Sagenmotive
im Goethezeitportal finden sie hier.

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4. Rechtlicher Hinweis und Kontaktadresse

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Kontaktanschrift:
Prof. Dr. Georg Jäger
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
Schellingstr. 3
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E-Mail: georg.jaeger07@googlemail.com

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