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Jutta Assel | Georg Jäger

Eichendorff-Motive auf Postkarten
Eine Dokumentation

Das zerbrochene Ringlein.
In einem kühlen Grunde ...

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Stand: Oktober 2011

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Gliederung

1. Postkarten
2. Text des Gedichts
3. Kurzbiographie zu Eichendorff
4. Rechtlicher Hinweis und Kontaktadresse

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1. Postkarten

Zur Beachtung:
Um sie zu vergrößern, klicken Sie auf die Abbildungen.

Prägedruckkarten mit den Strophen 1 bis 3 und 5 des Gedichts. Ohne Angabe des Künstlers und des Verlags. Seriennummer 940. Nicht gelaufen.

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In einem kühlen Grunde, Prägedruckkarte. Seriennummer: K.B.E. 64. Nicht gelaufen.

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Die drei Postkarten bilden einen Streifen. Sie konnten an der Perforierung getrennt und einzeln verwendet, zusammengeklappt oder auch ausgeklappt aufgestellt werden.

Die Karten illustrieren die Strophen 1, 2 und 5. Verlag Ottmar Zieher, München. Nicht gelaufen.

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Links. Verso: Signet H K & M Co. (m.) Münchener Künstlerkarte No. 20. Freiherr v. Eichendorff "In einem kühlen Grunde". Nicht gelaufen. – Einmontiert ist ein Porträt von Eichendorff. Auf dem Stein ist die erste Strophe zu lesen. Nicht gelaufen. | Rechts: Illustration mit Text der ersten Strophe. Serie "Volkslieder" No. 990. Verso: Postkarte. Poststempel 1902.

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R. Borrmeister [nicht ermittelt]. In einem kühlen Grunde. Verso AWB (?) 1415. Poststempel unleserlich.

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Links: Illustration mit Text der ersten Strophe. Monogrammiert: GF. Verso: Signet R&K L in Halbkreis mit Strahlen. Serie 2937/4. Nicht gelaufen. | Mitte: H. Stalzer. In einem kühlen Grunde. Verso: Verlag Hermann A. Wiechmann, München. Nr. 191. Verzeichnisse von Büchern und Kunstpostkarten umsonst und posfrei. Nicht gelaufen. | Rechts: In einem kühlen Grunde. Signiert A. O. Hoffmann. Verso: Volksliederpostkarte "In einem kühlen Grunde" von A. O. Hoffmann. Carl Flemming AG Glogau (unleserlich). Poststempel 1932.

Hoffmann, Adolf Oskar, Maler und Illustrator, geb. 1878 in Cottbus. Studierte an der Kunstgewerbeschule Berlin und lebte in Berlin. (Dresslers Kunstjahrbuch, 1913). – Stalzer, Hans, Bildnis- und Landschaftsmaler in Wien. Geb. 1878 in Wien. Studierte 1897/1905 an der Wiener Akademie, bereiste 1905/06 als Rompreisträger Italien. Im Ersten Weltkrieg als Kriegsmaler tätig, malte er beim Friedenskongreß von Brest-Litowsk die Bildnisse des Prinzen Leopold von Bayern, des Grafen Ottokar Czernin u.v.m. Lebte 1922/24 in Schweden. Triptychon "Im kühlen Grunde" im Museum der Stadt Wien. (Thieme / Becker)

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Verso: Galerie Münchner Meister. Fritz Raupp. In einem kühlen Grunde. Signet auf Schild EMM, darauf sitzend Putto mit Bild. Nr. 396. Poststempel 1928.

Wie Frau Iris Raupp (Mail vom 12.09.2011), geboren in Grötzingen/Aichtal, aufgewachsen in Wolfschlugen, beides Nachbarorte von Nürtingen/Oberensingen,  mitteilt, erinnert das Motv des Malers spontan ein wenig an den Blick von der Wolfschluger / Oberensinger Höhe, von der man auf das Neckar- und Aich-Tal und auf den baumbestandenen Hang des "Galgenbergs" zwischen Oberensingen-Nürtingen-Neckarhausen blickt, bis zu Mörikes "blauer Mauer" der Schwäbischen Alb in der Ferne.  Das Kirchlein zwischen den Wipfeln auf der Höhe entsprang aber wohl eher künstlericher Eingebung.

Raupp, Friedrich, Landschafts- und Genremaler in München, geb. 1871 in Nürnberg. (Thieme / Becker)

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Links: In einem kühlen Grunde. Fotopostkarte mit Text der fünften Strophe. Seriennummer 819/6. Verso: Poststempel 1914. | Rechts: In einem kühlen Grunde. Fotopostkarte mit den Verszeilen "Sie hat mir Treu' versprochen, / Gab mir einen Ring dabei." Signet schwarzes Quadrat in weißem Dreieck, mit Seriennummer 3537. Nicht gelaufen.

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In einem kühlen Grunde [handschriftlich fortgesetzt:] wollen wir uns gerne einmal ausruhen ... Signiert L. v. Senger. Verso: Verlag Hermann A. Wiechmann, München. Seriennummer unleserlich. Verzeichnisse von Büchern, Bildern und Kunstpostkarten umsonst und postfrei. Datiert 1963.

Senger, Ludwig von, Maler in München, geb. 1873 in Waldsassen (Oberpfalz). Schüler von W. v. Diez und L. Herterich. (Thieme / Becker)

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In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad,
Meine Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.
   
Sie hat mir Treu versprochen,
Gab mir ein'n Ring dabei,
Sie hat die Treu gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.
   
Ich möcht als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus,
Und singen meine Weisen,
Und gehn von Haus zu Haus.
   
Ich möcht als Reiter fliegen
Wohl in die blutge Schlacht,
Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht.
   
Hör ich das Mühlrad gehen:
Ich weiß nicht, was ich will –
Ich möcht am liebsten sterben,
Da wärs auf einmal still!

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3. Kurzbiographie zu Eichendorff

Signiert: E. Krupa Krupinsky 95 (?). Krupa-Krupinsky, Emil, Bildnis- und Genremaler, geb. 1872 in Barmen, gest. 1924 in Bonn. Studierte an der Düsseldorfer Akademie. 1899 übersiedelte er nach Bonn und wurde Gründer u. Vorsitzender des dortigen Künstlerbundes. Gesuchter Bildnismaler. (Thieme / Becker) – Text:

Viele Boten gehn und gingen
Zwischen Erd' und Himmelslust,
Solchen Gruß kann keiner bringen,
Als ein Lied aus frischer Brust.
        Joseph Freiherr v. Eichendorff

Motto der Wanderlieder, Eichendorffs Gedichtsammlung von 1841. Auf der Rückseite Reklame für Eichendorffs Sämtliche Werke im Verlag J. Habbel, Regensburg. Poststempel 1909.

 

Eichendorff, Joseph, Freiherr von, deutscher Dichter der romantischen Schule, geb. 10. März 1788 auf Schloß Lubowitz in Oberschlesien, gest. 26. Nov. 1857 in Neiße, wurde im aristokratischen Prunk- und Lustleben des ausklingenden 18. Jahrh., aber streng katholisch erzogen, besuchte seit 1801 das katholische Gymnasium zu Breslau und studierte seit 1805 in Halle und Heidelberg die Rechte. Auf letzterer Universität ward sein poetisches Talent durch Arnim, Brentano, Görres, Creuzer, Graf Loeben, die damals sämtlich in Heidelberg lebten, geweckt. Der Zug zur Romantik war von vornherein entschieden, er traf mit Eichendorffs patriotischem Haß gegen die Fremdherrschaft und seiner tiefen Abneigung gegen die Nüchternheit der Aufklärung zusammen. Er veröffentlichte zuerst zerstreute Gedichte unter dem Namen Florens und verfaßte den Roman "Ahnung und Gegenwart" (1811 vollendet; hrsg. von de la Motte Fouqué, Nürnberg 1815). Der Aufruf des Königs von Preußen: "An Mein Volk" führte E., der zuerst auf Anstellung in Österreich gehofft hatte, im Frühjahr 1813 nach Schlesien zurück; er trat in das Lützowsche Freikorps und nahm in diesem und in einem Landwehrregiment an den Feldzügen des Befreiungskrieges 1813–15 teil.

Nach dem Frieden verheiratete er sich und trat als Referendar bei der Regierung zu Breslau ein. 1821 ward er Regierungsrat für katholische Kirchen- und Schulsachen bei der Regierung zu Danzig, 1824 in gleicher Eigenschaft nach Königsberg berufen. Während seines Aufenthalts in der Provinz Preußen wirkte er eifrig für die Wiederherstellung des Ordenshauses in Marienburg. 1831 kam er als Rat in das Kultusministerium nach Berlin, geriet aber 1839 und 1840 bei seiner streng katholischen Richtung während der Kölner Wirren in Zerwürfnisse mit dem Minister und befreundete sich auch nachher trotz seiner Ernennung zum Geheimen Regierungsrat mit seiner amtlichen Stellung nicht wieder, sondern nahm 1845 seine Entlassung. E. lebte zunächst einige Jahre bei seiner verheirateten Tochter in Danzig, dann ein Jahr in Wien, längere Zeit (bis Herbst 1850) in Dresden, auch abwechselnd in Berlin und auf dem Familiengut Sedlnitz in Mähren. Zuletzt nahm er seinen Aufenthalt in Neiße bei der Familie seiner Tochter.

Von seinen Dichtungen waren nacheinander erschienen: "Krieg den Philistern", dramatisches Märchen (Berlin 1824); "Aus dem Leben eines Taugenichts", Novelle (das. 1826; in zahlreichen Drucken verbreitet); die Parodie "Meierbeths Glück und Ende", Tragödie mit Gesang und Tanz (das. 1828); die Trauerspiele: "Ezzelin von Romano" (Königsberg 1828) und "Der letzte Held von Marienburg" (das. 1830); das Lustspiel "Die Freier" (Stuttgart 1833); die Novelle "Dichter und ihre Gesellen" (Berlin 1834); "Gedichte" (das. 1837; 16. Aufl., Leipz. 1892).

Eichendorffs Gedichte, in denen ein tiefes, träumerisches Naturgefühl zu eigenartigem und wohlklingendem Ausdruck kommt, gehören zu den besten Erzeugnissen der Romantik und sind besonders anziehend durch ihre volkstümliche Frische und Einfachheit (E. schrieb das Lied: "In einem kühlen Grunde"). Hervorzuheben sind der Liederzyklus "Frühling und Liebe", die "Zeitgedichte", die unter der Einwirkung der Freiheitskriege entstanden, die "Geistlichen Gedichte" und die "Lieder auf den Tod meines Kindes". Auch in den Novellen, namentlich dem Meisterstück "Aus dem Leben eines Taugenichts", waren es hauptsächlich die Fülle der lyrischen Stimmung und die Anmut des Vortrages, die sich wirksam erwiesen.

In der Mitte der 30er Jahre begann E. die ernstesten literarischen und historischen Studien. Als deren poetische Resultate traten zunächst die vortrefflichen Übertragungen des mittelalterlichen spanischen Volksbuches "Der Graf Lucanor" (Berlin 1843) und der "Geistlichen Schauspiele Calderons" (Stuttgart 1846–1853, 2 Bde.) hervor. Mit dem Buch "Über die ethische und religiöse Bedeutung der neuen romantischen Poesie in Deutschland" (Leipzig 1847) eröffnete er die Reihe seiner literarhistorisch-kritischen Schriften, deren Gesamtinhalt auf eine kritische Urteilsrevision im katholischen Sinne hinauslief. "Der deutsche Roman des 18. Jahrhunderts in seinem Verhältnis zum Christentum" (Leipzig 1851; 2. Aufl., Paderborn 1867), "Zur Geschichte des Dramas" (Leipzig 1854; 2. Aufl., Paderborn 1867), "Geschichte der poetischen Literatur Deutschlands" (Paderborn 1857, 3. Aufl. 1866) setzten diese Tätigkeit fort, die in einer entschiedenen Bevorzugung und beinahe ausschließlichen Verherrlichung der spanischen Dichtung und ihrer Nachklänge in der deutschen Romantik gipfelte. Darüber nahm die eigeue poetische Tätigkeit Eichendorffs eine durchaus tendenziöse Richtung, die in den erzählenden Gedichten: "Julian, ein Romanzenzyklus" (Leipzig 1853), "Robert und Guiscard" (das. 1855) und "Lucius" (das. 1857) entschieden zutage trat.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Aufl. 1905-1909. Artikel Eichendorff, Bd. 5, S. 425 f. DVD-ROM-Ausgabe, Digitale Bibliothek 100, S.47930-47934. Redigiert, Absätze eingefügt. - Korrektur durch Dr. Franz Heiduk (Schreiben vom 23. Februar 2011):

Die Brüder Joseph und Wilhelm besuchten die beiden letzten Klassen des Königlich Katholischen Gymnasiums von 1801-1803. Das Studienjahr 1803/04 an der Katholischen Universität in Breslau beschloss Wilhelm als Lizentiat, Joseph als Baccalaureus art. Danach hospitierten sie im nächsten Semester, besonders bei Friedrich Manso am Gymnasium Maria Magdalena. Er las u.a. über das Thema "Wie studiere ich Jura?"

Zu Eichendorff-Motiven auf Postkarten siehe:
Joseph von Eichendorff na karcie pocztowej = Joseph von Eichendorff auf Postkarten = Joseph von Eichendorff on the postcard. Hrsg. von Alfred Otlik. Racibórz : Wydawn. Agencja Informacyjna WAW 2007. Hier auch eine Zusammenstellung der Denkmäler und Gedenksteine, S. 87. ISBN 978-83-89802-44-6 (Hinweis von Dr. Franz Heiduk)

 

Im Sockel signiert: J. Boese fec[it] 1909. Eichendorff-Denkmal zu Ratibor. Enthüllt im 25. Jahre des Bestehens des M. G. V. Liedertafel, 26. September 1909. Verso Nr. 09 37755. Postkarte. Nicht gelaufen. – Böse, Johannes, Prof., geb. 1856 in Ratibor. Besuchte die Berliner Akademie, Meisterschüler von Alb. Wolff. Denkmalsplastiker naturalistischer Richtung, war mit Erfolg an verschiedenen Denkmalskonkurrenzen beteiligt. (Thieme / Becker)

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4. Rechtlicher Hinweis und Kontaktadresse

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Kontaktanschrift:
Prof. Dr. Georg Jäger
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
Schellingstr. 3
80799 München

E-Mail: georg.jaeger@germanistik.uni-muenchen.de.

 

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