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Jutta Assel | Georg Jäger

Eichendorff-Motive auf Postkarten
Eine Dokumentation

Das zerbrochene Ringlein.
Eine Postkartenserie aus dem Verlag Dr. Trenkler, Leipzig

Optimiert für Firefox
Stand: April 2011

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Gliederung

1. Illustrationen
2. Text
3. Kurzbiographie von Eichendorff
4. Rechtlicher Hinweis und Kontaktanschrift

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1. Illustrationen

Serie von sechs handkolorierten Postkarten. Signet: DTC (Dr. Trenkler Co., Leipzig-Wien).
Serie 43. Nr. 1-6. Nicht gelaufen. Adressseite ungeteilt (mithin vor 1905).

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In  einem kühlen Grunde

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Sie hat mir Treu versprochen

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Das Ringlein sprang entzwei

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Mein Liebchen ist verschwunden

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Da wars auf einmal still

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Ich möcht am liebsten sterben

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2. Text

Das zerbrochene Ringlein
(Erstdruck 1813)

In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad,
Meine Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.
  
Sie hat mir Treu versprochen,
Gab mir ein'n Ring dabei,
Sie hat die Treu gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.
  
Ich möcht als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus,
Und singen meine Weisen,
Und gehn von Haus zu Haus.
  
Ich möcht als Reiter fliegen
Wohl in die blutge Schlacht,
Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht.
  
Hör ich das Mühlrad gehen:
Ich weiß nicht, was ich will –
Ich möcht am liebsten sterben,
Da wärs auf einmal still!

Die Illustrationen und Untertitel der Postkartenserie gestalten den Liedtext erzählerisch aus und um. Die Illustrationen zeigen (1) die Verlobung, bei der der Bursche dem Mädchen den Ring an den Finger steckt, (2) die Abschiedsszene des Gesellen, der, begleitet von seinem Hund, auf Wanderschaft geht, (3) die Hochzeit des Mädchens mit einem anderen Mann, (4) die Rückkehr des Burschen, der seine Liebste verloren hat, (5) den im Krieg fallenden jungen Mann und (6) die Verzweiflung der Frau, als sie vom Tod ihres früheren Verlobten erfährt. Während das Gedicht von der Situation des verlassenen Liebhabers ausgeht, der sich an die glückliche Vergangenheit erinnert und sich voller Verzweiflung vorstellt, wie er als Spielmann heimatlos durch die Welt oder als Reiter in die blutige Schlacht zieht, machen die Illustrationen daraus eine linear erzählte Geschichte. Die Verzweiflung der Frau, als ein Kamerad ihr die Nachricht vom Tode ihres früheren Verlobten bringt, setzt einen Endpunkt, den das Lied nicht kennt.

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Besuchen Sie auch die Seite mit Illustrationen zu diesem Gedicht
auf Postkarten zahlreicher Verlage:
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=2575


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3. Kurzbiographie von Eichendorff

Eichendorff, Joseph, Freiherr von, deutscher Dichter der romantischen Schule, geb. 10. März 1788 auf Schloß Lubowitz in Oberschlesien, gest. 26. Nov. 1857 in Neiße, wurde im aristokratischen Prunk- und Lustleben des ausklingenden 18. Jahrhundert, aber streng katholisch erzogen, besuchte seit 1801 das katholische Gymnasium zu Breslau und studierte seit 1805 in Halle und Heidelberg die Rechte. Auf letzterer Universität ward sein poetisches Talent durch Arnim, Brentano, Görres, Creuzer, Graf Loeben, die damals sämtlich in Heidelberg lebten, geweckt. Der Zug zur Romantik war von vornherein entschieden, er traf mit Eichendorffs patriotischem Hass gegen die Fremdherrschaft und seiner tiefen Abneigung gegen die Nüchternheit der Aufklärung zusammen. Er veröffentlichte zuerst zerstreute Gedichte unter dem Namen Florens und verfasste den Roman "Ahnung und Gegenwart" (1811 vollendet; hrsg. von de la Motte Fouqué, Nürnberg 1815). Der Aufruf des Königs von Preußen: "An Mein Volk" führte E., der zuerst auf Anstellung in Österreich gehofft hatte, im Frühjahr 1813 nach Schlesien zurück; er trat in das Lützowsche Freikorps und nahm in diesem und in einem Landwehrregiment an den Feldzügen des Befreiungskrieges 1813–15 teil. Nach dem Frieden verheiratete er sich und trat als Referendar bei der Regierung zu Breslau ein. 1821 ward er Regierungsrat für katholische Kirchen- und Schulsachen bei der Regierung zu Danzig, 1824 in gleicher Eigenschaft nach Königsberg berufen. Während seines Aufenthalts in der Provinz Preußen wirkte er eifrig für die Wiederherstellung des Ordenshauses in Marienburg. 1831 kam er als Rat in das Kultusministerium nach Berlin, geriet aber 1839 und 1840 bei seiner streng katholischen Richtung während der Kölner Wirren in Zerwürfnisse mit dem Minister und befreundete sich auch nachher trotz seiner Ernennung zum Geheimen Regierungsrat mit seiner amtlichen Stellung nicht wieder, sondern nahm 1845 seine Entlassung. E. lebte zunächst einige Jahre bei seiner verheirateten Tochter in Danzig, dann ein Jahr in Wien, längere Zeit (bis Herbst 1850) in Dresden, auch abwechselnd in Berlin und auf dem Familiengut Sedlnitz in Mähren. Zuletzt nahm er seinen Aufenthalt in Neiße bei der Familie seiner Tochter.

Von seinen Dichtungen waren nacheinander erschienen: "Krieg den Philistern", dramatisches Märchen (Berlin 1824); "Aus dem Leben eines Taugenichts", Novelle (das. 1826; in zahlreichen Drucken verbreitet); die Parodie "Meierbeths Glück und Ende", Tragödie mit Gesang und Tanz (das. 1828); die Trauerspiele: "Ezzelin von Romano" (Königsberg 1828) und "Der letzte Held von Marienburg" (das. 1830); das Lustspiel "Die Freier" (Stuttgart 1833); die Novelle "Dichter und ihre Gesellen" (Berlin 1834); "Gedichte" (das. 1837; 16. Aufl., Leipzig 1892).

Eichendorffs Gedichte, in denen ein tiefes, träumerisches Naturgefühl zu eigenartigem und wohlklingendem Ausdruck kommt, gehören zu den besten Erzeugnissen der Romantik und sind besonders anziehend durch ihre volkstümliche Frische und Einfachheit (E. schrieb das Lied: "In einem kühlen Grunde"). Hervorzuheben sind der Liederzyklus "Frühling und Liebe", die "Zeitgedichte", die unter der Einwirkung der Freiheitskriege entstanden, die "Geistlichen Gedichte" und die "Lieder auf den Tod meines Kindes". Auch in den Novellen, namentlich dem Meisterstück "Aus dem Leben eines Taugenichts", waren es hauptsächlich die Fülle der lyrischen Stimmung und die Anmut des Vortrages, die sich wirksam erwiesen.

In der Mitte der 30er Jahre begann E. die ernstesten literarischen und historischen Studien. Als deren poetische Resultate traten zunächst die vortrefflichen Übertragungen des mittelalterlichen spanischen Volksbuches "Der Graf Lucanor" (Berlin 1843) und der "Geistlichen Schauspiele Calderons" (Stuttgart 1846–1853, 2 Bde.) hervor. Mit dem Buch "Über die ethische und religiöse Bedeutung der neuen romantischen Poesie in Deutschland" (Leipzig 1847) eröffnete er die Reihe seiner literarhistorisch-kritischen Schriften, deren Gesamtinhalt auf eine kritische Urteilsrevision im katholischen Sinne hinauslief. "Der deutsche Roman des 18. Jahrhunderts in seinem Verhältnis zum Christentum" (Leipzig 1851; 2. Aufl., Paderborn 1867), "Zur Geschichte des Dramas" (Leipzig 1854; 2. Aufl., Paderborn 1867), "Geschichte der poetischen Literatur Deutschlands" (Paderborn 1857, 3. Aufl. 1866) setzten diese Tätigkeit fort, die in einer entschiedenen Bevorzugung und beinahe ausschließlichen Verherrlichung der spanischen Dichtung und ihrer Nachklänge in der deutschen Romantik gipfelte. Darüber nahm die eigene poetische Tätigkeit Eichendorffs eine durchaus tendenziöse Richtung, die in den erzählenden Gedichten: "Julian, ein Romanzenzyklus" (Leipzig 1853), "Robert und Guiscard" (das. 1855) und "Lucius" (das. 1857) entschieden zutage trat.

 

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Eichendorfstein [!] im Aussichtswald bei Ratibor

Text: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Aufl. 1905-1909. Artikel Eichendorff, Bd. 5, S. 425 f. DVD-ROM-Ausgabe, Digitale Bibliothek 100, S.47930-47934. Redigiert, Absätze eingefügt.- Korrektur durch Dr. Franz Heiduk (Schreiben vom 23. Februar 2011):

Die Brüder Joseph und Wilhelm besuchten die beiden letzten Klassen des Königlich Katholischen Gymnasiums von 1801-1803. Das Studienjahr 1803/04 an der Katholischen Universität in Breslau beschloss Wilhelm als Lizentiat, Joseph als Baccalaureus art. Danach hospitierten sie im nächsten Semester, besonders bei Friedrich Manso am Gymnasium Maria Magdalena. Er las u.a. über das Thema "Wie studiere ich Jura?"

Porträt Eichendorffs 1841 (120 x 80 mm), gezeichnet und radiert von Eduard Eichens (1804-1877). Wikimedia Commons.

Eichendorffstein im Aussichtswald bei Ratibor. Alte Postkarte. Verlag Curt Lindner, Photogr., Kattowitz. Stempel: Wilh. Pelz, Waldrestaurant, Aussicht b. Ratibor. Gelaufen. Poststempel unleserlich. - Der Stein bei Hohenbirken wurde wieder aufgerichtet (Mitteilung von Dr. Franz Heiduk).

Zu Eichendorff-Motiven auf Postkarten siehe:
Joseph von Eichendorff na karcie pocztowej = Joseph von Eichendorff auf Postkarten = Joseph von Eichendorff on the postcard. Hrsg. von [Alfred Otlik. Racibórz : Wydawn. Agencja Informacyjna WAW 2007. Hier auch eine Zusammenstellung der Denkmäler und Gedenksteine, S. 87. ISBN 978-83-89802-44-6 (Hinweis von Dr. Franz Heiduk)

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4. Rechtlicher Hinweis und Kontaktanschrift

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Kontaktanschrift:
Prof. Dr. Georg Jäger
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
Schellingstr. 3
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E-Mail: georg.jaeger@germanistik.uni-muenchen.de.

 

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