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Jutta Assel | Georg Jäger

Gabriel von Max
Zeichnungen zu Goethes Faust I

Eine Dokumentation

Optimiert für Firefox
Stand: Januar 2015

 

Ausschnitt aus dem Hexen-Einmaleins.

 

Gliederung

1. Illustrationen von Gabriel von Max
2. Die Faust-Ausgabe von Max von Boehn
3. Kurzbiographien zu den Künstlern
4. Rechtlicher Hinweis und Kontaktanschrift

 

 

1. Illustrationen von Gabriel von Max

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Du mußt, Du mußt und kostet es mein Leben.
Holzschnitt von W. Hecht nach der Zeichnung von Gabriel Max. Berlin, G. Grote, 1879. Vgl. Faust. Der Tragödie Erster Teil, Nacht, V. 481.

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Er schläft. So recht, Ihr lustgen zarten Jungen.
Holzschnitt von W. Hecht nach der Zeichnung von Gabriel Max. Berlin, G. Grote, 1879. ? Vgl. Faust. Der Tragödie Erster Teil, Studierzimmer I, V. 1506.

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Verachte nur Vernunft und Wissenschaft.
Holzschnitt von Brend'amour nach der Zeichnung von Gabriel Max. Berlin, G. Grote, 1879. Vgl. Faust. Der Tragödie Erster Teil, Studierzimmer II, V. 1851.

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Das ist das Hexen-Einmaleins.

Holzschnitt nach der Zeichnung von Gabriel Max. Berlin, G. Grote, 1879. Vgl. Faust. Der Tragödie Erster Teil, Hexenküche, V. 2552.

Du musst verstehn!
Aus Eins mach Zehn,
Und Zwei lass gehn,
Und Drei mach gleich,
So bist du reich.
Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex,
Mach Sieben und Acht,
So ist's vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexen-Einmal-Eins!

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Faust und Gretchen im Garten
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Signiert in der Platte: G. Max, W. Hecht München sc. Eigentum der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst. Faust und Gretchen im Garten. Verlag von P. Käser. Druck von Wilh. Zoeller in Wien. Prägestempel: Gesellschaft für vervielfält. Kunst Wien. Mischtechnik. Höhe: 28,1; Breite: 19,2 cm.

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Gretchen im Kerker.
Holzschnitt nach der Zeichnung von Gabriel Max. Aus Graphische Künste 1886. Vgl. Faust. Der Tragödie Erster Teil, Kerker.
 

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Das Goethezeitportal
bietet eine reiche Auswahl von Illustrationen
zu Faust und Gretchen
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=625

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2. Die Faust-Ausgabe von Max von Boehn

Die Bilder sind - mit Ausnahme des vorletzten Bildes - folgender Publikation entnommen:

Goethe Faust mit einer Einleitung von Max von Boehn. BERLIN IM ASKANISCHEN VERLAG CARL ALBERT KINDLE 1924.

Dieses Werk wurde bei Otto v. Holten in Berlin gedruckt und in der Buchbinderei des Askanischen Verlages gebunden. Es wurden 1000 in Ganzpergament gebundene Exemplare in der Presse numeriert. Das vorliegende Exemplar ist Nr. 153.

Höhe 26,4; Breite ca. 19 cm. Illustrationen teils eingedruckt, teils eingeklebt. Text der Tragödie in Frakturschrift, schwarz-rot, mittig.

Max von Boehn, Schriftsteller, geboren 5. Februar 1860 in Potsdam und gestorben 17. Mai 1932 in Berlin. "Aufgewachsen in den Traditionen des preußischen Adels [...], besuchte Boehn 1870-78 eine preußische Kadettenanstalt, verzichtete jedoch auf die vorgezeichnete militärische Laufbahn und bildete sich autodidaktisch, z.T. auf ausgedehnten Studienreisen zum Kunst- und Kulturhistoriker heran. Neben Reisebildern, Essays, Künstlermonographien und mehreren kostümhistorischen Werken (Die Mode, 8 Bde., 1907-25) veröffentlichte Boehn Studien zu verschiedenen Epochen der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte." (Deutsche Biographische Enzyklopädie. München, Verlag K.G. Saur 2001. Gekürzt.)

 Gestaltung des Einbandes

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Titel- und Beispielseite (im Bund beschnitten)
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3. Kurzbiographien zu den Künstlern

Gabriel Max, Maler, geboren 23. Aug. 1840 in Prag und gestorben 24. November 1915 in München, erhielt seine erste Unterweisung in der Kunst von seinem Vater, war von 1854-58 Schüler der Prager Akademie, besuchte dann drei Jahre lang die Akademie in Wien und eignete sich dort auch eine umfassende literarische Bildung an. Nachdem er 1861 in seine Vaterstadt zurückgekehrt war, veröffentlichte er in Fotografien eine Reihe von zwölf leicht kolorierten Zeichnungen zu Kompositionen von Beethoven, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Franz Liszt u. a., in denen sich bereits die Anfänge der mystischen Richtung offenbarten, die sein späteres Schaffen beherrschen sollte.


1863 siedelte er nach München über und besuchte bis 1869 die Schule Karl von Pilotys. Von 1879 bis 1883 war er Professor der Historienmalerei an der Münchner Akademie; Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste in München. Lebte zurückgezogen am Starnberger See und in München.


In München entstand 1865 sein erstes Märtyrerbild: die erwürgte heil. Ludmilla, der 1867 die Märtyrerin am Kreuz folgte, vor der ein von einem Zechgelage heimkehrender junger Römer andächtig seinen Kranz niederlegt. Damit beginnt die lange Reihe seiner Bilder aus dem Leben der Märtyrer der Religions-, Welt- und Kulturgeschichte, die sein Schaffen charakterisieren. In allen herrscht eine starke Neigung für das Tragische und Mitleiderregende vor, wobei Max das Sentimentale mit dem Grauenhaften und Nervenerregenden geschickt zu mischen versteht. Er liebt das Absonderliche und Bizarre, zeigt ein lebhaftes Interesse f?r den Spiritismus und nimmt gern zu den humanitären Fragen der Gegenwart Stellung. In dieser Absicht hinderte ihn die Rücksicht auf seine Kunst nicht, über ihre Grenzen hinauszugehen und an die krankhafte Neigung unsrer Zeit für das Sensationelle zu appellieren. Gleichgestimmte Naturen weiß er schon durch den Inhalt seiner meist geistvoll erdachten Gemälde zu fesseln, durch die feine und zarte Modellierung der Figuren, durch die duftige, meist licht gehaltene Behandlung des Kolorits aber auch gesund organisierte Naturen zu gewinnen, denen die Motive seiner Bilder unsympathisch sind.

Unter der großen Zahl seiner Werke bezeichnen die folgenden den Umfang und die Richtung seiner Tätigkeit: die Nonne im Klostergarten (1869); der Anatom vor der Leiche eines Mädchens (1869); die blinde Märtyrerin in den Katakomben (1872); Frühlingsmärchen (1873); Herbstreigen (1875); Gretchen in der Walpurgisnacht; Julia Capulet als Scheintote (1873); Venus und Tannhäuser; der letzte Gruß, eine christliche Märtyrerin unter Löwen im Zirkus; Christuskopf auf dem Schweißtuch der heil. Veronika mit geschlossenen und geöffneten Augen (1874); die Löwenbraut, nach Adelbert von Chamisso; Ahasver an der Leiche eines Kindes (1875); die Kindesmörderin (1877); die Auferweckung von Jairi Töchterlein (1877); Maria Magdalena; Judas Ischariot; der Geistesgruß (1879, eine Dame am Klavier, die von einer Geisterhand berührt wird); Anna Katharina Emmerich (1880); die Jungfrau von Orleans auf dem Scheiterhaufen (1882); Es ist vollbracht (1883, Christus am Kreuz und unten die gerungenen Hände der um Erlösung flehenden Menschheit); der Vivisektor (1883); Christus heilt ein Kind (1885); Astarte, nach Lord Byron, und Ein Vaterunser (1887).

Max hat auch mehrere Madonnen mit dem Kind gemalt und Illustrationen zu Ludwig Uhlands Gedichten (1865), zu Christoph Martin Wielands ”Oberon“ (1867), zu Friedrich Schillers und Nikolaus Lenaus Gedichten (1867) und zu Goethes ”Faust“ (1868) gezeichnet.

In neuester Zeit hat er sich noch mehr in die Geheimnisse der Hellseherei, des Spiritismus und des Hypnotismus, aber zugleich auch in die der Darwinschen Lehre vertieft. Die Hauptfrüchte dieser Studien sind: die Seherin von Prevorst, Seelenkämpfe, Visionen, die Braut von Korinth; die Affenbilder: die Philosophen "jenseits von Gut und Böse", Kunstkritiker, drei Weise und Pithecanthropus alalus (eine Rekonstruktion des Darwinschen Affenmenschen, Ernst Haeckel gewidmet). In den letzten Jahren hat er zumeist weibliche Studienköpfe von zarter, empfindsamer Auffassung (Mignon, Maria Magdalena u. a.) gemalt.

Meyers Großes Konversations-Lexikon. Sechste Auflage 1905-1909 (Digitale Bibliothek; 100) Berlin: Directmedia 2003, S. 126.647-126.650. Redigiert, gekürzt und ergänzt. - Beachte die zeitgenössischen Wertungen.

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Richard Brend'amour, geboren 16. Oktober 1831 in Aachen [gestorben 22. Januar 1915 in Düsseldorf], trat 1846 bei E. Stephan als Schüler der Holzschneidekunst in die Lehre und bildete sich später durch Kopieren alter Holzschnittwerke weiter. 1856 kam er nach Düsseldorf, wo er ein Atelier für Holzschneidekunst begründete, das rasch an Bedeutung gewann und noch gegenwärtig unter seiner Leitung (Firma Richard Brend'amour u. Komp.) steht.

Von den künstlerisch wertvollsten Leistungen seines Ateliers sind zu nennen: ”Bilderkatechismus“ mit 112 Holzschnitten nach Zeichnungen von Rudolf Elster (1860); ”Der Oberhof“ von Karl Leberecht Immermann, mit Illustrationen von Benjamin Vautier (1863); ”Der Jäger“ von Graf Waldersee, illustriert von Ludwig Beckmann (1865); ”Die Insel Capri“, mit Illustrationen von Karl Lindemann-Frommel (1868); ”Die Insel Sizilien“, mit Illustrationen von Alfred Metzener (1870), die acht Freskobilder Alfred Rethels im Aachener Rathaussaal (1871) und die Odyssee nach den Kartons von Friedrich Preller (1871).


Meyers Großes Konversations-Lexikon. Sechste Auflage 1905-1909 (Digitale Bibliothek; 100) Berlin: Directmedia 2003, S. 25.596. Redigiert.

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Wilhelm Hecht, Holzschneider und Radierer, geboren 28. März 1843 in Ansbach und gestorben Anfang März 1920 in Linz a.d.D. Hecht "arbeitete 1860-62 in J. J. Webers Artistischer Anstalt in Leipzig, ein Jahr in Berlin für illustrierte Blätter [...] und 1865-68 bei Closs u. Ruff in Stuttgart. Kam dann nach München, wo er einige Zeit die Akademie besuchte und eine xylographische Anstalt errichtete. Der Ruf ihrer Erzeugnisse und seiner eigenen Arbeiten verschaffte ihm 1885 eine Berufung nach Wien als Leiter des für die Herstellung der Holzschnitte zu dem Werk ”Die österr.-ungar. Monarchie in Wort und Bild“ neugegründeten xylographischen Instituts der K.K. Hof- und Staatsdruckerei. 1886-98 wirkte er auch als Lehrer an der Kunstgewerbeschule. [...] Hecht ist einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Faksimileholzschnitts. Die Fähigkeit, sich der Eigenart der Vorlage anzupassen und die farbige Wirkung des Originals mit den einfachsten Mitteln wiederzugeben, hat er in zahlreichen hervorragenden Arbeiten bewiesen. Er ist ebenso klar und bestimmt in der Form wie geschickt in der Andeutung zarter Tönungen und feiner Abstufungen. Neben Holzschnitten für illustrierte Werke (Grimms ”Kinder- und Hausmärchen”) und Zeitschriften (”Daheim“) nach Karl von Piloty, Adolf Menzel, Nikolaus Gysis, Wilhelm Diez, Wilhelm von Kaulbach, Gabriel Max u.a. ist in erster Linie die Ströfer'sche Faustausgabe mit den von Hecht auf den Holzstock gezeichneten Illustrationen von Alexander Liezen-Mayer und Rudolf Seitz zu nennen.

Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Hrsg. von Hans Vollmer. Bd. 16. Leipzig: E. A. Seemann 1923, S. 200f. Redigierter Auszug.

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4. Rechtlicher Hinweis und Kontaktadresse

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Kontaktanschrift
:

Prof. Dr. Georg Jäger
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
Schellingstr. 3
80799 München

E-Mail: georg.jaeger07@googlemail.comgeorg.jaeger@germanistik.uni-muenchen.de

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