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Jutta Assel | Georg Jäger

Münchhausens Abenteuer
in Bildern von Oskar Herrfurth

Erste Folge

Stand: Februar 2006, Letztes Update: Oktober 2013


 

Gliederung

 

1. Postkarten

Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf das Bild.

Münchhausen, 1. Karte

Freiherr Hieronymus von Münchhausen stammte aus dem Hannoverischen und lebte von 1720-1792. Er war viele Jahre als Offizier in Rußland und kämpfte in zwei Kriegen gegen die Türken. Er war als ein Mann von Witz und Humor bekannt und galt als Erzähler unglaublicher Kriegs-, Jagd- und Reiseabenteuer. Bei einer Flasche guten Weines gab er gerne im Kreis seiner Freunde seine wunderbaren Reisen und Abenteuer zum Besten, die überall noch heute mit Vergnügen gelesen werden.

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Münchhausen, 2. Karte

Einmal ritt Münchhausen in tiefer Winternacht landeinwärts, wurde müde und band sein Pferd an einen spitzen Stecken. Nach tiefem Schlaf erwachte er am hellen Morgen mitten auf dem Friedhof, während sein Pferd an der Kirchturmspitze angebunden war. Abends war nämlich das Dorf zugeschneit gewesen und in der Nacht der Schnee zusammengeschmolzen. Der Baumstecken, an den er glaubte sein Pferd zu binden, war der Wetterhahn gewesen. Nun nahm er seine Pistole, schoß das Halfter des Pferdes durch und konnte seine Reise im Galopp fortsetzen.

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Münchhausen, 3. Karte

Ein andermal befestigte Münchhausen ein Stückchen Speck an seiner Hundeleine, um Enten zu fangen. Bald verschluckte eine Ente den fetten Brocken samt der Leine. Dieser kam gar bald unverdaut hinten heraus und schon schnappte eine andere Ente danach. Schließlich hatte Münchhausen ein ganzes Dutzend an seiner Leine. Diese band er sich um den Leib. Als die Tiere mit ihren Flügeln schlugen, trugen sie Münchhausen über die Stadt. Dort drückte er einer Ente nach der andern den Kopf ein und landete durch den Schornstein in seinem Hause.

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Münchhausen, 4. Karte

Auf einer Fuchsjagd sah Münchhausen Meister Reinicke an einem Baumstamm. Er zog seine Kugel aus der Flinte und lud einen Brettnagel, feuerte und traf den Schwanz des Fuchses. So nagelte er das Tier am Baume fest. Er machte dem Fuchs einen Schnitt durchs Gesicht, peitschte auf ihn los, und dieser sprang aus seinem Pelz heraus.

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Münchhausen, 5. Karte

Auf einer Hirschjagd waren Münchhausen einmal die Kugeln ausgegangen und schon stand der schönste Hirsch vor ihm. Da nahm er eine Hand voll Kirschensteine und schoß sie dem Tier auf seine Stirn. Zwei Jahre später begegnete ihm auf der Jagd ein Kapitalhirsch, der trug zwischen seinem Geweih ein Kirschbäumchen mit schönen roten Früchten. Mit einem Schuß streckte er ihn nieder und hatte so Hirschbraten und Kirschtunke.

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Münchhausen, 6. Karte

In einem Gefecht mit den Türken hatte Münchhausen an vorderster Stelle gekämpft und den Feind bis auf den Marktplatz eines Städtchens verfolgt. Sein Pferd eilte dem Brunnen zu und trank unmäßig viel. Als er umschaute, bemerkte er, daß im Gefecht seinem Tier das ganze Hinterteil abgeschnitten war, und das Wasser hinten wieder herauslief. Draußen vor der Stadt aber fand er die andere Hälfte des Wunderpferdes und ein Kurschmied heftete das Tier wieder zusammen.



2. Kurzbiographie von Münchhausen

Karl Friedrich Hieronymus, Freiherr von Münchhausen, geb. 11. Mai 1720 auf Bodenwerder in Hannover, gest. 22. Febr. 1797, kämpfte in russischen Kriegsdiensten 1740-41 gegen die Türken und lebte dann auf seinem Gut Bodenwerder. Er ist bekannt durch die ihm beigelegten Aufschneidereien, die sprichwörtlich gewordenen sogen. >Münchhausiaden<, die zuerst von Rudolf Erich Raspe in englischer Sprache (1785 u. ö.; deutsch, mit verschiedenen Zutaten, von Gottfried August Bürger, 1786) bearbeitet wurden, allein sich zum Teil schon in ältern Büchern (z. B. in Heinrich Bebels "Facetien", 1506) finden. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Aufl., 1905-1909; Bd. 14, S. 252. Digitale Bibliothek 100, S. 134449 f. Gekürzt.)


3. Kurzbiographie von Oskar Herrfurth

Oskar Herrfurth, Maler, geb. 05.02.1862 in Merseburg, gebildet an der Kunstschule in Weimar, wo er bis 1910 lebte, seitdem in Hamburg; malt Genrebilder, später Märchenbilder; auch als Illustrator tätig. Gestorben nach 1913. (Thieme / Becker; Dresslers Kunstjahrbuch 1913)



Illustrationen von Oscar Herrfurth im Goethezeitportal

Der Rattenfänger von Hameln
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=2777

Die Bremer Stadtmusikanten
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=4169

Der Wolf und die sieben Geißlein
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=4319

Das Märchen vom Schlaraffenland
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=4387

Das Marienkind
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6342

Die sieben Raben
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6573

Die Heinzelmännchen
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6680

Der kleine Däumling
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6827

Eulenspiegel
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6864



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Prof. Dr. Georg Jäger
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
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