goethe

Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Jutta Assel | Georg Jäger

Schiller-Motive auf Postkarten
Eine Dokumentation

Schillerhaus in Weimar

Erstellt: Januar 2006
Stand: Dezember 2010
Optimiert für Firefox

*****

Gliederung

Die Esplanade, wie die heutige Schillerstraße zunächst hieß, entstand auf den Resten der Stadtbefestigung und diente im 18. Jahrhundert als Wandelallee. Das Schillerhaus wurde 1777 von dem Kaufmann Johann Christoph Schmidt errichtet. "Der Bauplatz war durch die bestehenden Gebäude sehr beengt. [...] Der Neubau wurde, um zur Esplanade überhaupt eine ansprechende Fassade ausbilden zu können, um eine Raumachse vor das Hintergebäude geschoben. Dementsprechend fiel der Grundriß noch bescheidener aus, als die Fassade vermuten läßt [...]. Es gab in den beiden Wohnetagen nur je zwei heizbare Stuben und zwei Kammern. In seinem Äußeren entsprach das Haus dem Standard der schlichten Weimarer Bürgerhäuser jener Zeit. Das Mansarddach ist noch ganz der barocken Tradition zuzurechnen, während sich in der Gestaltung des Mittelrisalits mit dem Dreieckgiebel und in der etwas spröden Putzgliederung der Wandel zum Klassizismus ankündigt." Gestaltungselemente im Innern sind umlaufende Stuckgesimse an den Decken der Wohnräume, die halbrunden Ofennischen und die Füllungstüren. (Tezky / Geyersbach, S. 17)

Schiller erwarb das Haus 1802, zog am 29. April mit der Familie ein und ließ umfängliche Umbau- und Renovierungsarbeiten vornehmen (Verlegung des Treppenhauses, Gewinnung von zwei Wohnzimmern, neue Innenraumausstattung; vgl. im Detail Tezky / Geyersbach, S. 18f.). ">Ich hatte dieser Tage endlich einen alten Wunsch realisiert, ein eigenes Haus zu besitzen<, teilt er am 10. Februar 1802 seinem Verleger Cotta mit und fährt fort: >Denn ich habe nun alle Gedanken an das Wegziehen von Weimar aufgegeben und denke hier zu leben und zu sterben.<." (Schillerhaus, 1913, S. 18f.) Charlotte war von dem neuen Heim begeistert:

    Ich freue mich sehr des Besitzes, weil die Lage meinen Augen wohlthätig ist, und ich immer wie in einer Laube sitze. Auch für die Kinder ist es sehr freundlich und für eine Wohnung in der Stadt hat sie alles Angenehme eines Gartenhauses, weil die Esplanade unser Garten ist. (Brief von Charlotte Schiller an Fritz v. Stein, 1. Juli 1782. Zit. n. Scheidemantel, S. 10)

Im Erdgeschoss befanden sich die Wirtschaftsräume, im ersten Stock wohnte Schillers Familie, das Dachgeschoß mit Empfangs- und Gesellschafts- bzw. Wohnzimmer und dem Arbeits- bzw. Sterbezimmer war Schiller vorbehalten.

Bei dem Gebäude handelt es sich um "ein für sich bestehendes lehnrüriges Kanzleischriftsässiges Haus" (Consens- und Confirmationsurkunde, bestätigt von Herzog Karl Augst am 9. Juli 1801; zit.n. Scheidemantel, S. 6). Der Kaufvertrag musste von der Regierung genehmigt werden. "Den Regierungskonsens des am 25. Februar eingereichten Kaufvertrags unterzeichnete Karl August am 9. April 1802. Nun fehlte noch die landesherrliche Belehnung durch den Herzog. An ihn richtete Schiller am 26. April ein dahingehendes Gesuch, an dessen Schluß er versicherte, >er werde diese höchste Huld immer mit Treue und Untertänigkeit verehren<. Daraufhin wurde Schiller >citiert für den 5. Mai vor fürstl. Regierung und Lehnhof in Person zu erscheinen, sich gebührend anzumelden und nach abgeleisteter Erbhuldigungs- und Lehnspflicht, auch erfolgter Berichtigung der Lehngebühren der wirklichen Belehnung gewärtig zu sein<. Der feierliche Akt mit Handschlag und Eidesleistung Schillers vollzog sich in der Wilhelmsburg (Bastille) >circa horam XI. ante meridiem< (vormittags gegen 11 Uhr). [...] Ein ansehnliches Aufgebot von >Hochwohlgeborenen, Vesten, Hochgelahrten und lieben Getreuen Mitgliedern der Lehnskurie, an ihrer Spitze der Geheime Rat und Kanzler Johann Friedrich v. Koppenfels und andere mehr ganz Glaubwürdige< waren als Zeugen zugegen und gaben dieser denkwürdigen Belehnung das Gepräge einer großen Staatsaktion." (Scheidemantel, S. 8)

Um die Kaufsumme von 4.200 Taler aufzubringen, musste Schiller sich hoch verschulden. "Am 5. Februar 1802 schon schreibt er an Cotta, er möchte jetzt von der Erlaubnis, den Verleger zum Ankauf eines Hauses um einen Vorschuß anzugehen, Gebrauch machen. >Ich kann zwar einen Teil der Summe<, erklärt Schiller weiter, >von meiner Schwiegermutter erhalten und auch etwas auf dem Hause stehen lassen, aber eine Summe von 2600 Gulden brauche ich doch, weil mich das Haus mit den nötigen Reparaturen auf 8000 Gulden zu stehen kommt<." (Schillerhaus 1913, S. 17f.) Von dem Kammergutspächter Weidner zu Niederroßla mußte sich Schiller 2000 Reichstaler gegen Verpfändung seines Hauses leihen. Um die Schulden zu tilgen, kalkulierte Schiller "notwendige Ausgaben und Einnahmen langfristig und präzise und bemaß danach sein Arbeitspensum. [...] Es gelang ihm seiner Familie das Haus schuldenfrei zu hinterlassen." (Tezky / Geyersbach, S. 15)

Das Haus erbten Schillers Gattin und seine vier Kinder: die Söhne Karl und Ernst und die Töchter Karoline und Emilie. Nach dem Tode von Schillers Frau kam das Haus 1827 in Privathand. 1847 wurde es in gerichtlicher Versteigerung zwecks Erbteilung von der Stadt Weimar für 5.025 Taler erworben und für eine Gedenkstätte genutzt, die zunächst nur aus dem Arbeits- bzw. Sterbezimmer in dem Mansardgeschoß bestand. Erweiterungen erfolgten 1876 (Ausgestaltung des Gesellschaftszimmers als historischer Wohnraum), 1909 (Einrichtung des Empfangszimmers als Museumsraum) und 1930 (Einrichtung des Museums im ersten Obergeschoss). Im Krieg beschädigt, wurde das Schillerhaus 1946 wieder eröffnet. Museumsneubau 1985-1988.

Die hier abgebildeten Postkarten zeigen das Äußere des Hauses in einer gegenüber der Zeit Schillers veränderten Gestalt. In der Fassadengliederung wurde um 1830 eine Vereinfachung vorgenommen. Zur Zeit Schillers war noch die Putzgliederung der Erbauungszeit vorhanden: "eine Gliederung mit Putzspiegeln, rustifizierten Pilastern und ebensolchem Sockelgeschoß." (Tezky / Geyersbach, S. 24). Das Dach hatte eine Ziegeldeckung, die erst 1848 durch Schiefer ersetzt wurde.

Die einzelnen Stücke von Schillers Ausstattung wurden in alle Winde zerstreut. "Nach Einrichtung der Memorialstätte 1847 war es vor allem Schillers Nachkommen, der großherzoglichen Familie in Weimar, Freunden und Verehrern des Dichters zu danken, daß etliche Möbel, Bilder und Erinnerungsstücke in das Haus zurückkehrten." (Tezky / Geyersbach, S. 26; im Einzelnen vgl. die angegebenen Führer.) Die museale Einrichtung wechselte im Laufe der Zeit, wie die folgenden Bilddokumente belegen.

Literatur: Das Schillerhaus zu Weimar. Ein Führer für Einheimische und Fremde. Weimar: Panses Verlag 1913. – Eduard Scheidemantel: Das Schillerhaus in Weimar. 29. bis 31. Tausend / 1942. Druck: Panses Verlag, Weimar. – Gerhard Hendel: Das Schillerhaus in Weimar. Hg. von den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar. Berlin, Weimar: Aufbau-Verlag in Kommission. 5. Aufl. 1967. – Christina Tezky, Viola Geyersbach: Schillers Wohnhaus in Weimar. Stiftung Weimarer Klassik bei Hanser. München, Wien: Carl Hanser Verlag 1999. – Paul Raabe: Spaziergänge durch Goethes Weimar. 9. Aufl. Zürich, Hamburg: Arche 2003.




Zur Beachtung:
Um sie zu vergrößern, klicken Sie auf die Abbildungen.


Zur Feier des 100 jährigen Todestags 9.5.05.

Weimar, Sterbehaus, mit oben stehendem Text. Schillers Geburtshaus in Marbach; Bildnis Schillers, gerahmt; Lyra mit Lorbeerzweig; faksimilierte Unterschrift auf Schriftband. Montage. Verso: L. Klement, Frankfurt a.M. Gesetzl. gesch. 1905. Signet: L.K.F. in Kleeblatt. Nicht gelaufen.




Schillerhaus 1908

Weimar, Schillerhaus. Mit unten stehendem Text. Ansichtskarte mit einmontiertem Schillerporträt. Verso: 504a Verlag von Zeidler & Vogel, Darmstadt. Nachdruck verboten. 1908. Stempel: Schillerhaus Weimar. Nicht gelaufen.

"Die Stätte, die ein guter Mensch betrat,
Ist eingeweiht:
Nach hundert Jahren klingt sein Wort und seine Tat
Dem Enkel wieder."                                   Goethe.




Schillerhaus mit Gänsemännchen Brunnen

Weimar. Schillerhaus mit Gänsemännchen-Brunnen. Verso: P.K.V. Druck u. Verlag v. F & W. in L. 271/574. Ges. gesch. Signet. Nicht gelaufen.

Der Brunnen wurde 1863 auf Vorschlag der Anwohner aufgestellt. "Die Brunnenfigur ist eine Nachbildung des Entenmanns von Pangratz Labenwolf, einem Schüler von Peter Vischer. Die Plastik ziert seit 1530 den Brunnen auf dem Heringsmarkt hinter der Frauenkirche in Nürnberg. Goethe hatte sich für Peter Vischers Apostelfiguren in der Sebalduskirche interessiert und Abgüsse über Thomas Seebeck, den nach Nürnberg verzogenen Naturforscher, erhalten. Dieser schickte ihm 1814 auch einen Abguß des Entenmanns, den man damals Peter Vischer selbst zuschrieb." (Raabe, S. 52)




Schillerhaus – Handpresse-Kupferdruck

Weimar. Schillerhaus. Signiert Carl Jander, Berlin. Verso im Briefmarkenfeld: Echter Handpressen-Kupferdruck. Nicht gelaufen.




Schillerhaus

Weimar. Schillerhaus. Nr. 107233. Handschriftlich: 6./7. 1906. Verso: Postkarte. Stempel: Schillerhaus Weimar. Signet: S & D Trier. Nicht über diesen Strich schreiben. Nicht gelaufen.




Schillerhaus

Aus dem Mäppchen: Das Schillerhaus in Weimar. Original-Photographien. Verlag von Hofphotograph Held. Weimar, Thür. Marienstr. Nr. 1. Stempel: Schiller-Haus. Abzug 9 x 7 cm. Verso: Das Schillerhaus in Weimar.




Schillerhaus

Weimar. Schillerhaus. Vierfarbendruck. Verso: Nr. 27034. Kunstverlagsanstalt Bruno Hansmann. Cassel. Nicht gelaufen.




Denn er war unser!

Schiller's Sterbe-Zimmer in Weimar. Fototypie nach Zeichnung, monogrammiert ST. Montiert mit Schillerporträt von L. Simanowiz im Lorbeer-Rahmen, darunter: SCHILLER. Denn er war unser! Verso: Verlag von Max Schnelle, Weimar. Druck von Zedler & Vogel, Darmstadt. Collection JFM. Postkarte. Stempel: Schillerhaus Weimar. Nicht gelaufen.

Das Dachgeschoß mit Empfangs-, Gesellschafts- bzw. Wohnzimmer sowie Arbeits- bzw. Sterbezimmer war Schiller allein vorbehalten. Die 1847 errichtete Memorialstätte beschränkte sich zunächst auf das Arbeits- und Sterbezimmer. Hier mit Kränzen zum 100. Todestag.




Schiller's Arbeits- und Sterbe-Zimmer in Weimar

Schiller's Arbeits- und Sterbe-Zimmer in Weimar. Verso: Photogr. u. Verlag v. Louis Held, Weimar. Gesetzlich geschützt 1905. Nr. 47449. Stempel: Schillerhaus Weimar. Postkarte. Nicht gelaufen. – Fototypie, Vorlage der vorigen Postkarte.




Schillers Arbeits- und Sterbezimmer

Weimar – Schillers Arbeits- u. Sterbezimmer. Signiert: Carl Jander Berlin. Nicht gelaufen. – Kupferdruck.

"Schillers Zimmer hatte Morgen- und Mittagssonne. In seinen Briefen hob er hervor, daß er in einem freundlichen, sauberen und bequemen Haus wohne, und dem entsprach sicher auch die Einrichtung. Wie aus seinem Kalender ersichtlich, ergänzte Schiller im neuen Haus sein Mobiliar, so notierte er unter dem 24. Mai 1802: >12 Karolin für 1 Spiegel, 1 Schreibtisch, 1 Kommode<. Seine Vorstellungen von Wohnkomfort gingen auf Zweckmäßigkeit aus, offenbarten aber durchaus auch Sinn für Behaglichkeit. >Mein notwendiger Hausrat besteht aus guter Kommode, dem Schreibtisch, dem Bett und dem Sopha, dann dem Tisch und einigen Sesseln. Hab' ich dieses, so brauche ich zu meiner Bequemlichkeit nichts mehr.<" (Tezky / Geyersbach, S. 85)

Sterbebett aus ungestrichenem Fichtenholz. Über dem Bett Konrad Horny (1764-1807): Ansicht der Insel und Stadt Lipari, von der Morgen-Seite. Kolorierte Radierung, 1795. – Klassizistischer Schreibtisch, Apfelbaumholz, furniert. Darauf: Tintenglas, Kielfeder, Briefbeschwerer, Papierschere, Leuchter, Globus, Schreibtischuhr, Schnupftabakdose und Bücher. "Den Himmelsglobus mit einer symbolischen Darstellung der 12 Sternbilder des Tierkreises hat Schiller mutmaßlich schon in seinen Notjahren nach der Flucht in Oggersheim besessen." (Hendel, S. 52) – Durch die schmale Tapetentür gelangt man in das Ankleidezimmer und in die Kammer, "wo ursprünglich Schillers Bett stand, ehe es in den letzten Lebensmonaten ins Arbeitszimmer gestellt wurde." (Hendel, S. 55) – Links an der Wand ein Hammerklavier und die Gitarre von Schillers Frau Charlotte, geb. Lengefeld. Schiller musizierte nicht, wohl aber seine Frau.




Schillers Arbeits- und Sterbezimmer

Weimar. Schillers Arbeits- und Sterbezimmer. Verso: Photogr. u. Verlag: E. Schulte, Weimar. Stempel: Schillerhaus Weimar. Nicht gelaufen.




Schillers Arbeits- und Sterbezimmer

Weimar, Schillerhaus. Schillers Arbeits- und Sterbezimmer. Verso: Druck u. Verlag v. F. & W. in L. 271/423. P.K.V. Signet. Stempel: Schillerhaus Weimar. Nicht gelaufen.




Schillers Arbeits- und Sterbezimmer

Weimar, Schillerhaus. Schillers Arbeits- und Sterbezimmer. Verso: Druck u. Verlag v. F. & W. in L. 271/424. P.K.V. Signet. Stempel: Schillerhaus Weimar. Nicht gelaufen.

Über dem Hammerklavier, neben Charlottes Gitarre, die kolorierte Radierung von Konrad Horny (1764-1807): Ansicht der Stadt Palermo und des Berges Pellegrino, 1795. – Charakteristisch für die Zeit Schillers war ein "Ofentyp mit eisernem Unterteil und dem Oberteil aus unglasierter Keramik." Die Öfen wurden von den Räumen aus beheizt, als Heizmaterial verwendete man Holz. (Tezky / Geyersbach, S. 23f.)




Schillers Wohnzimmer

Weimar, Schillerhaus. Schillers Wohnzimmer. Verso: Druck u. Verlag v. F. & W. in L. 271/421. P.K.V. Signet. Stempel: Schillerhaus Weimar. Nicht gelaufen.

Im Gesellschaftszimmer "fanden sich Schillers Freunde zu Gesprächen über Kunst und Literatur, über Geschichte und Philosophie und zu heiterer Geselligkeit ein. [...] Mit den Schauspielern des Weimarer Theaters hielt Schiller hier Leseproben ab." (Hendel, S. 43) Der Tisch diente auch dem Kartenspiel, er hat flache Mulden für das Spielgeld. – Über dem Kastensofa Gemälde des Vaters und der Mutter. Kopien von Otto Rasch (1862-1952), nach den Originalen im Marbacher Schillermuseum, die Ludovike Simanowiz (1759-1827) für Schiller 1793 gemalt hat. Zu Simanowiz' Bildnissen der Familie Schiller vgl. Der freie Blick. Anna Dorothea Therbusch und Ludovike Simanowiz. Zwei Porträtmalerinnen des 18. Jahrhunderts. Katalog zur Ausstellung des Städtischen Museums Ludwigsburg. Bearb. von Katharina Küster u. Beatrice Scherzer. Heidelberg: Kehrer Verlag 2002, S.71-73.

In der Mauernische steht ein Gipsabguß der Büste Schillers in antiker Gewandung von Johann Heinrich Dannecker (1758-1841), einem Karlsschulkameraden Schillers. Dieser schuf sie 1794 bei einem Aufenthalt Schillers in Stuttgart und schenkte dem Dichter einen Abguß, der sich mit Brief vom 5. Oktober 1794 bedankt:

    Die Büste ist glücklich und ohne den geringsten Fehler angelangt, und ich kann Dir nicht genug für die Freude danken, lieber Freund, die Du mir damit gemacht hast. Ganze Stunden könnte ich davor stehen, und würde immer neue Schönheiten entdecken. (Zit.n. Hendel, S. 44)

"Die mit Schiller abgestimmte Marmorausführung der Porträtplastik vollendete Dannecker [...] erst nach dem Tode des Dichters. Am 12. März 1806 schickte er die lebensgroße Marmorbüste mit den Worten nach Weimar: >Mich soll es unendlich freuen, wenn man in Weimar damit zufrieden ist; ich glaube, daß diese Büste für die Familie am interessantesten sein wird, weil sie streng nach der Natur verfertigt ist.< Bis zum Tod von Schillers Frau stand die Plastik im Schillerhaus, danach erwarb sie der Weimarer Großherzog für die Bibliothek." (Tezky / Geyersbach, S. 107f.)




Gesellschaftszimmer

Aus dem Mäppchen: Das Schillerhaus in Weimar. Original-Photographien. Verlag von Hofphotograph Held. Weimar, Thür. Marienstr. Nr. 1. Stempel: Schiller-Haus. Abzug 9 x 7 cm. Verso: Das Schillerhaus in Weimar. Gesellschaftszimmer.

Rechts von der Tür Johann Jacob Friedrich Langenhöffel (1750-1807): Friedrich Schiller, Öl auf Leinwand, 1783/85 (?). Gestiftet 1860. "Die Aufschrift auf der Rückseite [>Mein Schiller Mannheim 1786<] deutet darauf hin, daß das Gemälde früher im Besitz von Charlotte von Kalb gewesen sein könnte." (Tezky / Geyersbach, S. 100) – Links von der Tür das Ölgemälde von Charlotte Schiller, eine Kopie von Otto Rasch (1862-1952) nach Ludovike Simanowiz (1759-1827). Das Original entstand 1794 auf Wunsch Schillers.




Schillers Wohnzimmer

Weimar, Schillerhaus. Schillers Wohnzimmer. Verso: Druck u. Verlag v. F. & W. in L. 271/420. Signet. Stempel: Schillerhaus Weimar. Nicht gelaufen.




Empfangszimmer

Aus dem Mäppchen: Das Schillerhaus in Weimar. Original-Photographien. Verlag von Hofphotograph Held. Weimar, Thür. Marienstr. Nr. 1. Stempel: Schiller-Haus. Abzug 9 x 7 cm. Verso: Das Schillerhaus in Weimar. Empfangszimmer.

Hier empfing Schiller "wahrscheinlich Besucher, die nicht seinem engeren Freundeskreis angehörten – Gäste, mit denen er nur kurz zu sprechen beabsichtigte, oder Fremde, die dem berühmten Dichter ihre Aufwartung machen wollten. Leuten gegenüber, die ihn nur aufsuchten, um die >Ehre und das Vergnügen< zu haben, >den großen Schiller zu sehen<, verhielt sich der Hausherr reserviert, ungeduldig und gelegentlich auch grob." (Tezky / Geyersbach, S. 88)

Da über den ursprünglichen Zustand des Raumes nichts bekannt ist, wurde die Ausgestaltung nachempfunden. Schillermöbel aus dem Nachlaß von Schillers Tochter Caroline Junot; Vorsatzschirm am Ofen aus dem Besitz von Schillers Enkel Ludwig von Gleichen-Rußwurm. Über der Polsterbank eine Kopie von Johann Christian Xeller (1784-1872) nach Anton Graff (1756-1813): Friedrich Schiller. Öl auf Leinwand.




Treppenhaus

Weimar, Schillerhaus. Treppenhaus. Verso: Druck u. Verlag v. F. & W. in L. 271/418. Signet. Stempel: Schillerhaus Weimar. Nicht gelaufen.

Das Treppenhaus schmückten zwei gestiftete Abgüsse nach den ergänzten antiken Berliner Torso-Figuren der Klio und Polyhymnia. (Das Schillerhaus, 1913, S. 53.)




3. Rechtlicher Hinweis und Kontaktadresse

Alle Vorlagen entstammen einer privaten Sammlung. Die private Nutzung und die nichtkommerzielle Nutzung zu bildenden, künstlerischen, kulturellen und wissenschaftlichen Zwecken ist gestattet, sofern Quelle (Goethezeitportal) und URL (www.goethezeitportal.de/index.php?id=schillerhaus) angegeben werden. Die kommerzielle Nutzung oder die Nutzung im Zusammenhang kommerzieller Zwecke (z.B. zur Illustration oder Werbung) ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der Verfasser gestattet.

Zu Otto Peter konnten keine Daten ermittelt werden. Ein Rechteinhaber an den Bildern ist dem Goethezeitportal nicht bekannt. Wir bitten ggf. höflichst um Kontakt.

 

Kontaktanschrift:

Prof. Dr. Georg Jäger
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
Schellingstr. 3
80799 München

E-Mail:
georg.jaeger@germanistik.uni-muenchen.de.






zurück zum Anfang

 

Das Fach- und Kulturportal der Goethezeit