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Jutta Assel | Georg Jäger

Moritz Retzsch
Umrisse zu Schillers Lied von der Glocke
nebst Andeutungen

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Eingestellt: September 2016

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Das Goethezeitportal stellt die 1837 bei Cotta erstmals erschienene Illustration von Schillers "Lied von der Glocke" in Umrissmanier vor. Mit 43 Blättern ist es die umfangreichste Illustrationsfolge von Moritz Retzsch, der u.a. Werke Goethes und Schillers illustrierte. Die Blätter umfassen mehrere Bedeutungsebenen (Glockenguss, Situationen des bürgerlichen Lebenszyklus, Allegorien und Personifikationen), die sich äußerlich durch ihre Bildformate (ovale, rechteckige und fehlende Rahmung) unterscheiden. Gerahmt wird der Zyklus durch den Reigen der Horen, Allegorien der alles beherrschenden Zeit. Retzschs "Andeutungen," die dem Werk beigegeben sind, beschreiben jedes Blatt bis in Details, erklären alle Allegorien und weisen auf die reichen Beziehungen zwischen Bedeutungsebenen wie zwischen den einzelnen Blättern hin. Die Referenz zum Text sowie die Abweichungen vom Text werden durchgehend besprochen. Notwendig werden die Abweichungen durch die durchgehende Visualisierung der Handlung wie ihrer Reflexion als auch durch die Komposition des Zyklus. Retzschs "Andeutungen", die der Illustrationsfolge gedruckt vorangestellt sind, werden hier den jeweils besprochenen Bildern beigestellt, um leichter zwischen diesen und den Erläuterungen wechseln zu können. Beigegeben werden Informationen zur Umrissmanier sowie eine Kurzbiographie von Retzsch.

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Gliederung

1. Umrisse mit "Andeutungen"
2. Anmerkungen zu literarischen Umrissbildfolgen
3. Notizen zu Moritz Retzsch
4. Rechtlicher Hinweis und Kontaktanschrift

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Erstausgabe:
* Moritz Retzsch: 43 Umrisse zu Schiller's Lied von der Glocke nebst Andeutungen. Stuttgart [u.a.]: Cotta, 1837. 15 S., 43 Ill. Digitalisiert durch die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. URL:
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/urn/urn:nbn:de:hbz:061:1-84348

Vorlage für diese Seite:

* Umrisse zu Schiller's Lied von der Glocke nebst Andeutungen von Moritz Retzsch. Stuttgart und Tübingen. J. G. Cotta'scher Verlag 1853. 16 S., 43 Ill.

Die 43 Umrissstiche dieser Ausgabe werden im Folgenden wiedergegeben. Die "Andeutungen," in denen Retzsch die Umrisse von Bild zu Bild detailliert beschreibt und erläutert, wurden zusammenhängend gedruckt und der Bildfolge vorangestellt. Um Bild und "Andeutung" besser aufeinander beziehen zu können, werden hier jedoch die "Andeutungen" dem jeweiligen Bild nachgestellt.

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1. Umrisse mit "Andeutungen"

Nr. 1
Vision

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Eine den Bildercyklus zu Schillers Glocke einleitende Vision, die in zarten Conturen dem geistigen Auge als Wolkengebild vorführt, was die Grundzüge der ganzen Dichtung bildet. Um das Aetherische und Durchsichtige des Meteors bemerklich zu machen, sind die Gegenstände hinter diesem Glockengebilde erkennbar, so wie zugleich die über demselben hervorbrechende Flamme nicht allein das Element seiner Natur als Lufterscheinung und der Erzeugung seines Nachbildes durch Menschenkunst andeutet, sondern auch nebenbei das Symbol jener hohen Begeisterung ist, welche der unsterbliche Dichter in ewiger Verjüngung entzündet hat. Die Glocke selbst umschweben in geräuschlos flüchtigem Tanze die Horen und führen leichtverschlungen und mit leiser Berührung in ihrem luftigen Reigen die Zwietracht, die Freude, den Schmerz und den Frieden.Die erstere kenntlich an dem Schlangenhaar und dem wild und feindlich auf die Erde gehefteten Blick; sie hält die Mordfackel in der Rechten und harrt begierig dem Augenblick entgegen, wo das wirre Treiben unter ihr die Veranlassung bringt, mit dem Feuerbrand an der Glocke hinzustreifen und ihr somit Schreckenstöne zu entlocken, die weithin sich fortpflanzen durch das All, und das Zeichen zum Verderben unter den Menschen geben. Dann die Freude und mit heitern Blick und rosenbekränztem Haar. Der Schmerz mit verhülltem, Dornen- und Cypressen-umflochtenen Haupte, das betrübt zur Erde gebeugt ist. Hierauf am stärksten hervortretend der Friede, wie er mit dem Palmenzweige leicht und sanft die klangreiche Wölbung berührt, und ihr so den Segenslaut zuerst entlockt, den ihr der Dichter mit den Schlußworten seines Gedichtes wünscht: "Friede sey ihr erst Geläute:" - Und so wäre, um es in wenigen Worten zu fassen, dieses Blatt gleichsam eine poetisch-allegorische Paraphrase der Worte:

Was unten tief dem Erdensohne
Das wechselnde Verhängnis bringt,
Das schlägt an die metallne Krone,
Die es erbaulich weiter klingt.

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Nr. 2
Prolog

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Das Innere der Werkstatt. Hinter dem in der Mitte stehenden Meister ist der Schmelz- und Gußofen sichtbar, mit seinen in Ketten hängenden Schiebern, Guß- und Zuglöchern; aus der Dammgrube ein wenig hervorragend, bemerkt man die Form, worauf die Worte des Gedichtes hindeuten:

Fest gemauert in der Erden
Steht die Form, aus Lehm gebrannt.

Die Gesellen sind verschiedentlich mit den Vorarbeiten beschäftigt, als: mit Modelliren, Inschriften, Bildnisse, Verzierungen u.s.w. in Wachs Abformen. - Die Zeichnung der Glocke ist von einem Tische herabhängend sichtbar, und der Meister begleitet den Fleiß der Gehülfen mit "ernsten Worten und guter Rede".

Die halberhabenen Bildwerke im obern Giebelfelde sind eine leichte lesbare Hieroglyphe, bestimmt, das harmonische Einverständniß anzudeuten, in welches Schiller Poesie und Kunstfleiß in dieser Dichtung so meisterhaft zu setzen wußte. Darum schwebt auch sein Bildniß, von dem Symbole der Ewigkeit umrahmt und von einem Sterne bestrahlt, über der Mitte des Ganzen, während die beiden Lyren zur Rechten und Linken, die eine mit dem Sokrates-Kopfe und der Eule, die andere in Schwanenform, auf die Trefflichkeit des Unvergeßlichen als lyrischer und philosophischer Dichter anspielen, und die das Medaillon in weitem Kreise umgrünenden deutschen Eichen und hellenischen Lorbeerreiser als unverwelkliche Zeichen seinen Nachruhm bezeichnen.

Zur Linken des Dichterbildes sitzt Prometheus, das dem Himmel entwandte Feuer, dessen Anwendung er die Menschen lehrte (hier in Bezug auf die Schmelzung der Metalle) in der einen Hand, während die andere die sinnende Stirne stützt; neben ihm der noch bildungsfähige Stoff; vor seinen Blicken eine aus einer Ranke hervorsprießende, hängende Blüthen-Glocke, welcher - ein unbewußtes Spiel der Natur - die Staubfaden eines Blumenkelches, in Gestalt eines Klöpfels, von unten auf seitwärts sich entgegenstreckt, und so von der gewöhnlichen Sage der Erfindung der Glocke abweichend, dieselbe naturgemäßer und vielleicht dichterischer ableitet. In der andern Ecke, dem Bildner und Lehrer der Menschen gegenüber, Minerva, die kunst- und erfindungsreiche Freundin der Erdgebornen, - das Haupt ihrem Liebling zugewendet, die Palme des Friedens in der Rechten, welche auf der Weltkugel ruht, und den schützenden Speer über die Symbole von Kunst und Wissenschaft haltend. So wie die Blumenglocke im Beiwerk der Arabeske zur Linken Bedeutung hat, so dient auch ihr Gegenbild, die einer brennenden Lampe gleichende Verzierung zur Rechten, als Symbol des nächtlichen Fleisses und der sinnenden Betrachtung: denn

Den schlechten Mann muß man verachten,
Der nie bedacht, was er vollbringt.
Das ist's ja, was den Menschen zieret,
Und dazu ward ihm der Verstand,
Daß er im innern Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.

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Nr. 3
Des Ofens Beschickung

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Die Anstalten und Vorarbeiten, welche dem Gusse nothwendig vorangehen mußten, sind jetzt beendigt, und man schreitet zur Bereitung der Glockenspeise. Mit sorglicher Achtsamkeit wacht der Meister über die Behandlung der bereits in Fluß gebrachten Masse, und an die darauf hindeutenden, rein technischen Anordnungen, deren Kürze, Bestimmtheit und gleichförmige Wiederkehr sich in dem dafür gewählten trochäischen Versmaße so lebendig ausdrückt, reiht er dann mit verständigem Sinn die dem denkenden Geiste dabei entgegenkommenden Betrachtungen und tiefern Lebensansichten, und zwar im Metrum des reflektirend vordringenden Jambus. Um diese Sonderung des Technischen von Reflexion und Poesie auch im Bilde anzudeuten, wird für das erstere eine kleinere und ovale Form der Einfassung gewählt, während die Reflexion in die scharf bestimmten Grenzen eines linirten Vierecks eingeschlossen bleibt, und das rein Poetische schrankenlos aller Begrenzung durch Rahmen und Linie entbehrt. Der vorliegende Umriß ist von der ersten Art.

Nehmet Holz vom Fichtenstamme,
Doch recht trocken laßt es seyn!
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   Kocht des Kupfers Brei,
   Schnell das Zinn herbei!
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Man bringt die Zinntafeln herzu, welche Einer im vollen Laufe - da die Glut des Ofens zu heftig ist - hineinwirft; das Holz, welches Andere bringen, wirft ein Zweiter auf den eisernen Rost des Ofens, während der Meister das Ganze dirigirt. Hier ist nichts von Symbolik noch Poesie, da es hier wohl am unrechten Orte wäre.

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Nr. 4
Höhe und Tiefe

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Der Buchstabe ist aus Blei gegossen, doch der Geist hat Psyche's Flügel.

Während das Metall da unten "in des Dammes tiefer Grube" noch brausend kocht, und noch immer nicht die, im inneren Aufriß des Ofens sichtbar gedachte Glockenform durchströmt, während die Flamme in Gestalt von Fittigen durch die Pfeifen zu Tage durchbricht und der Ton noch schläft, der bald "wird mit dem Betrübten klagen, bald stimmen zu der Andacht Chor," denkt sich der Geist den in die Wolken emporragenden Glockenstuhl, schon die eherne Zunge eingesetzt, die, als noch nicht vorhanden, darum durch punktirten Umriß der Einbildung näher gerückt ist.

Die allegorischen Bilder des Friedens, der Zwietracht, des Schmerzes und der Freude, die auf dem ersten Umrisse im ätherischen Reigen der Horen um das flüchtige Luftgebilde vorüberrauschen, bilden hier die steinernen Pfeiler des Glockenstuhles, der mit seiner klangreichen Last

Noch dauern wird in späten Tagen
Und rühren vieler Menschen Ohr -

Die Gegenwart und die Zukunft, was ist und seyn wird, trägt die Zeit. Daher stützt und hält sie in Gestalt von fledermausbefittigten Sanduhren (böse Zeiten) und als mächtige Karyatiden, welche beschwingte Sanduhren auf Kopf und Achsel tragen, das Ganze; über dem Scheitel der mittlern der Erdball in umwölktem Aether schwimmend; die zur Rechten auf die Sonne, als Bild alles Lebens; die zur Linken auf das Symbol des Todes und der Vernichtung tretend: - darum stützt sie in solcher Gestalt jenen Fronton, der in seinen, über das Ganze sich hinziehenden Basreliefs darstellt:

Was unten tief dem Erdensohne
Das wechselnde Verhängniß bringt -

und so den Inhalt des Ganzen in Eins zusammenfassend ankündigt, was dann die folgenden Blätter gesondert näher bringen.

In leichten Umrissen angedeutet, zieht das "Kind" auf seines Lebens erstem Gange; die "Braut", in deren Locken der jungfräuliche Kranz spielt; die "Gattin" auf dem letzten Wege, an dem Auge vorüber; diesen Mikrokosmus des im regelmäßigen Kreislauf wiederkehrenden Menschengeschicks unterbricht das Bild des hereinbrechenden Abends: ein heimkehrender Pflüger; die Mondsichel am Himmel; ferner die Nacht, durch eine in tiefem Schlummer dahingestreckte Figur versinnlicht; der Morgen endlich unter dem Bilde eines beim Sonnenaufgange sich emporrichtenden Schläfers. Diesen, Ruhe und Arbeit dreifach spaltenden Tageszeiten zur Rechten das Gegenbild des ruhig dahingleitenden Menschenlebens, der Aufruhr, wenn

Das Volk, zerreißend seine Kette,
Zur Eigenhülfe schrecklich greift;

des Feuers fessellose Macht

Durch der Straße lange Zeile
Wächst es fort mit Windeseile;

der Freiheitsschwindel, wo

Würgerbanden ziehn umher
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Wo die Weiber werden zu Hyänen
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Und alle Laster walten frei;

der Friede endlich, wo

Im feurigen Bewegen
Werden alle Kräfte kund.

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Nr. 5
Des Ofens fernere Besorgung

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Wohl! die Massen sind im Fluß,
Laßt's mit Aschensalz durchdringen,
Das befördert schnell den Guß.
   Auch vom Schaume rein
   Muß die Mischung seyn.

Der Meister zeigt hier die Stelle an, wo die Masse noch vom Schaume zu reinigen ist, welchen die Gesellen eiligst bemüht sind, aus dem Ofen heraus zu bekommen. Die Hitze des Ofens ist fast unerträglich, daher sind die Hände der Arbeiter mit in Wasser getauchten Handsäcken verwahrt und die Köpfe bedeckt und verhüllt, in Mulden wird Aschensalz herbei gebracht, und die sorgliche Meisterin bringt oder sendet Labung und Stärkung den in beschwerlicher Arbeit begriffenen Gesellen.

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Nr. 6
Des Lebens erster Gang
Vivos voco

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Auf seines Lebens erstem Gange
Begrüßt sie das geliebte Kind.

Von einigen Schaulustigen erwartet, wallet so eben unter dem Geläute der Glocken der festliche Aufzug zum Thor des Kirchhofes herein, die Blicke zum Theil nach dem Gotteshause gerichtet, wo der kleine Erdenbürger die heilige Weihe empfangen soll, und an dessen bereits schon geöffneter Pforte, welche die fromme Wallfahrt den Blicken entziehen wird, der Kirchner der Kommenden harret. So eben schreitet die Trägerin des Säuglings die Stufen aufwärts, bei einem mit blühenden Rosenranken umzogenen Kreuze vorbei, dessen Anblick nicht allein in der Freude Feierklang auch die Trauer um die hingeschiedenen Lieben mischt, sondern auch Schmerz und Lust durcheinander flechtend, ein treues Bild jenes wechselvollen Geschickes aufstellen soll, welchem alle Erdgebornen unterworfen sind, und so auch dieses Kind unterworfen seyn wird.

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Nr. 7
Via crucis, via lucis!

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Ihm ruhen noch im Zeitenschooße
Die schwarzen und die heitern Loose.

Das heilige Sinnbild des Christenglaubens, zu welchem der am Taufstein für das Heil des zarten, in den Christenbund aufgenommenen Säuglings betende Priester empor blickt, so wie es das A und das O, der Anfang und das Ende im Leben des wahren Christen ist, so erscheint es auch hier als Wurzel und Wipfel jenes dichtverschlungnen Berankes, welches sich auf Glauben und Duldung stützt, und durch die engen Schranken, mit welchen es die den Taufstein umgebende Gruppe umzieht, bildlich die Beschränkung unseres irdischen Daseyns zeigen soll. Wechselseitig von Glauben und Duldung zum Kreuze hinauf strebend, und von ihm anfänglich dornig ausgehend und wieder abwärts laufend, mit seinen Blättern, noch unentfalteten oder kaum erschlossenen Knospen und spärlich herabhängenden Früchten, deutet es die Wünsche, Hoffnungen und Bestrebungen der Menschen an, die oft als taube Blüthen sich erweisen, oft in der ersten Entfaltung hinwelken und nur selten Frucht bringen, welche letztere noch überdieß oft, wie hier, sich zum unheilbringenden Dämon aus der Blüthe entwickelt, dort als verschmachtete Hoffnung und verkümmerte Freude erscheint, während die reichsten sinnbildlichen Samenkapseln menschlicher Thorheit und Verbrechen, die Schelle und der Stechapfel, ihrer Vermehrung entgegenreifen; nur selten entsproßt dem Keime, wie hier, eine Freudenrose zur Linken und ein Cherub zur Rechten, dem zunächst das böse Princip, in Gestalt eines dämonischen Vogels, geschäftig Tod (Verderben) ausbrütet, und solchergestalt das bessere und edlere Wesen weit an Fruchtbarkeit überbietet, welches zur Rechten die Fittige fruchtlos über die zahlreichen Eier breitet, die kein werdendes Leben zeigen. Es ruhen dem Säugling, welchen der Taufzeuge, dem Priester zur Seite, in den Armen hält:

Es ruh'n ihm noch im Zeitenschooße
Die schwarzen und die heitern Loose.

Denn die Horen, wie sie dort oben dem Schooße der Ewigkeit entquellen, sind zwar eines Geschlechtes und gleich fleckenlose Kinder der Zeit, die sie betend aussendet zum Preise des Ewigen, aber die Genien des Leidens und der Freude harren ihrer zur Rechten und Linken und warten der Befehle, die ihnen von oben kommen, und theilen den Stunden zu, was sie den Sterblichen bringen sollen, es sey Gutes oder Böses; jener aus der von Dornen und Passionsblumen umwundenen und von Schmerzenslarven umgebenen Urne, dieser aus der mit dem Symbole der Freude und des Glücks verzierten Urne.

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Nr. 8

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Der Mutterliebe zarte Sorgen
Bewachen seinen goldnen Morgen.

Indeß der glückliche Gatte, in seiner Arbeit innehaltend, wohlgefällig auf den sanftschlummernden Knaben hinblickt, schützt die sorgliche Mutter den dicht neben ihr in der Wiege ruhenden Schläfer vor blendenden Lichtstrahlen und stechenden Fliegen, durch Bedeckung und Wedel.

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Nr. 9
Der Jahre Flucht
(Dieses Blatt steht mit dem Blatte Nr. 16 in Verbindung.)

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Die Jahre fliehen pfeilgeschwind.

Das Mädchen, welches später dem aus der Fremde wiederkehrenden jungen Mann als reizvoll aufgeblühte Jungfrau "wie ein Gebild aus Himmelshöhn" erscheint, ist hier noch klein, des Knaben nachbarliche Gespielin; sie, welche hier eben beschäftigt ist, Blumen zu pflanzen, streckt vergnügt die Hand nach dem jungen Rosenstock aus, den der nun zum Knaben herangereifte Säugling, in freudiger Hast, zu der durch seinen Vater ihm geöffneten Nachbarsthüre hereinstürmend, ihr entgegen hält, um denselben, wie sie durch die andere Hand andeutet, unverzüglich mitten in ihr kleines Blumenreich zu verpflanzen. Dasselbe zarte Nachbarkind, bald wird es dem in fernen Landen einstweilen zum kräftigen Jüngling empor gewachsenen Knaben als vollendete Jungfrau zufällig an eben der Stelle, an demselben Rosenstocke, den sie in umbewußter Zuneigung zu dem geliebten Geber fürder gepflegt hat, in dessen Wartung überrascht, betroffen und züchtig gegenüberstehen; und selbst das junge Bäumchen, welches ihr Vater, der verständige Müller, so eben jetzt an einen Pfahl befestigt, es wird bald zum selbständigen Baum heran gewachsen seyn.

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Nr. 10
Die Trennung von der Heimath

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Zum Scheidegruß ist nun das halbwüchsige Mädchen an der Seite ihres Vaters hinüber gegangen zur elterlichen Wohnung des geliebten Jugendgefährten; sie faßte noch einmal seinen Arm, um ihn zurück zu halten, und sinkt mit dem Gesicht weinend auf die Hand ihres sie fruchtlos tröstenden und zur Fassung ermahnenden Vaters; während er, aufgeschwellt von Jugendmuth und Wanderlust, ihrer Thränen nicht achtend, von dannen eilt, und der ihm noch Lebensregeln und Ermahnungen zurufenden Mutter und den ihm sinnend nachschauenden Vater noch ein fröhliches Lebewohl zuwinket, bis endlich, nach jahrelanger Entfernung und Trennung, auch in ihm erwacht, was der Trennungsschmerz schon jetzt in des Mädchens Busen aus unbewußtem Schlummer zum vollen, lebendigen Gefühl aufruft.

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Nr. 11

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Er stürmt in's Leben wild hinaus.

Zwei Reisegefährten, die der Zufall dem jungen Wanderer beifügt, rüstigen Schrittes hinter sich lassend, hat er bereits vor ihnen die Höhe eines Gebirges erstürmt; freudig ruft er den mühsam nachklimmenden Gesellen zu, daß sich eine herrliche Weite vor seinen Blicken ausbreite, nach den fernen blauen Bergen deutend, die zu erreichen es ihn unaufhaltsam forttreibt, sowohl den Vogel beneidend, der auf luftiger Bahn mit leichten Schwingen vor ihm ein Ziel schneller gewinnen darf, als jenes Fahrzeug, das auf ferner Flur seinen Augen bald entschwunden seyn wird.

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Nr. 12

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Der junge Wanderer "durchmißt die Welt am Wanderstabe"; lange hält ihn das Ausland fest; denn fremd kehrt er später heim in's Vaterhaus. Hier, in rauher Zone, irrt er - der Pfad im Schnee ist ihm längst verloren - in düsterer, gefahrdrohender nordischer Waldung umher, den Führer eines zufällig vorüberkommenden russischen Schlittens anrufend, der zu seinem Glück die ungefähre Richtung andeutet, die er durch den Forst zu nehmen hat. Aufgescheucht von der Nähe des Fuhrwerkes verlassen hungrige Krähen ungern das kärgliche Mahl, welches Wölfe ihnen übrig gelassen haben, während diese in der Ferne sich ein neues bereiten, nicht weit von der Stelle, wo der Reisende vorüber muß. Ob er wohl wiederkehren wird?

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Nr. 13

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Glücklich den Gefahren des Nordens entgangen, ist er zum Süden gepilgert. In das Anschauen herrlicher Naturscenen verloren, ahnet er nicht, wie nahe auch ihm Gefahr droht; denn ihn gewahrend, weckt ein hinter Felsstücken verborgener Räuber seinen neben ihm schlummernden Gefährten mit leiser Berührung, und ergreift vorsichtig und ohne Geräusch sein Feuerrohr; indeß die im Hintergrunde dahinziehenden Frauen, so wie die ganze Landschaft, dem Ganzen ein friedliches und gefahrloses Ansehen verleihen.

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Nr. 14

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Nach einem Zeitraume vieler Jahre, in welchem die Natur den Jüngling zum kräftigen jungen Mann ausgebildet hat, tritt er, heimgekehrt, in die friedliche Wohnung seiner Eltern ein; er findet diese in stiller Geschäftigkeit traulich beisammen an demselben Tische sitzen, in dessen Nähe früher seine Wiege neben der Mutter stand. Ergriffen von Erinnerungen aus seiner Jugend, die ihm aus den jetzt so eng erscheinenden Räumen sowohl, als auch von allen bekannten Gegenständen entgegen treten, und vom Anblicke der sehr gealterten Eltern schmerzlich erschüttert, steht er eine Weile, mit von Wehmuth und Liebe erfüllter Seele, im Anschauen seiner Theuren verloren, vor ihnen, welche, verwirrt von der hohen Männergestalt, sich vergebens bemühen, zu erkennen, wer es sey; denn obschon die Mutter durch Abwenden des Lampenscheins den Lichtstrahl auf ihn leitet, so bleibt ihnen die Erscheinung doch fremd.

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Nr. 15

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Der Sohn selbst endlich, von tiefer Rührung übermannt, wirft Mantel und Reisesack von sich, gibt sich zu erkennen, stürzt vor seiner Mutter auf die Knie und bedeckt ihre Hand mit Küssen, indem sie, freudig überrascht, ihn umfaßt und weinend auf seine Schulter sinkt, während der Vater, über den Tisch gebeugt, voll Sehnsucht, den geliebten Sohn an seine Brust zu drücken, die Arme ihm entgegen breitet.

(Ich habe geglaubt, so wie Schiller durch die Worte: "durchmißt die Welt am Wanderstabe, fremd kehrt er u.s.w." auf eine lange Abwesenheit des jungen Mannes von der Heimath hindeutet, dieses durch die Blätter 12 und 13 dem Beschauer auch einigermaßen fühlbar machen zu müssen, um so mehr auch, als es Jedem fühlbar seyn muß, daß er von dem Blatte, wo er das Vaterhaus verläßt, bis zu demjenigen, wo er wieder zurückkehrt, eines Ueberganges bedurfte. Obschon der Dichter die von mir unter Nr. 15 dargestellte Scene nicht andeutet, so glaube ich doch, daß Jedermann ihre Nothwendigkeit in einer Reihenfolge von bildlichen Darstellungen dieses herrlichen Gedichts nicht allein anerkennen, sondern auch ihre Wirksamkeit fühlen wird. M. R.)

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Nr. 16

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Voll Freude beeilten sich die Eltern des Jünglings, diesen dem nachbarlichen Freund und dessen Familie vorzustellen. Durch dieselbe Pforte tritt jetzt der männliche Jüngling herein, welche ihn einst so oft, als er noch Knabe war, zu seiner kleinen benachbarten Gespielin führte; sie ist es, welche jetzt, zur Jungfrau aufgeblüht, vor seinem erstaunten Blicke steht; unwillkürlich entblößt er das Haupt vor ihr, der holden fremden Erscheinung; die Eltern sagen jedem der jungen Leute, wer es sey, den sie vor sich sehen. Zufällig ist das Mädchen so eben mit der Pflege desselben Rosenstocks beschäftigt, welchen er ihr, als sie noch Kinder waren (Blatt Nr. 9), als kleines Pflänzchen schenkte, und das sie in still gehegter, fast unbewußter Neigung zum geliebten Gespielen sorgfältig gehütet und gewartet: die Rose, vom Stocke gebrochen, die sie an ihrer jungfräulichen Brust trägt, und ihre Betroffenheit, dürften dem Beobachter das Geheimniß des jungen Herzens verrathen.

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Nr. 17

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Das Herz voll Liebe, seine einzige Vertraute, die Flöte, in der Hand, einsam in sich verloren, blickt der Jüngling hingelehnt sehnsüchtig hinab nach jener Mühle, wo sie wohnt, und hört nicht das Toben und Rufen der im Hintergrunde vorüberziehenden wilden Gesellen. Es ist Abend, wie die über dem Giebel der Mühle sichtbar werdende Mondsichel andeutet.

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Nr. 18

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Freundlich empfängt sie an verschwiegener, traulicher Stelle, wo sie sich oft sprachen, aus der Hand des Geliebten, was er zu ihrem Schmuck auf der Flur suchte.

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Nr. 19

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Das Auge sieht den Himmel offen,
Es schwelgt das Herz in Seligkeit.

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Nr. 20

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In abendlicher Stille durch die Fluren wandelnd, haben sie im Garten des wohlwollenden Gutsherrn jenen Hügel erstiegen, wo dieser philosophische Naturfreund, gleich andern von ihm phantastisch und bedeutsam ausgeschmückten Theilen des Gartens, sinnvoll eine Nische hat anbringen lassen, die, als zugleich auf dem höchsten Punkte des Terrains befindlich, auch dem höchsten, heiligsten, aber auch flüchtigsten Moment des Lebens, der erwachten Liebe geweiht seyn soll; hier, in inniger, reiner Hingebung, empfängt und erwiedert in heiliger Stunde das liebende Mädchen den ersten Kuß! Bedeutsam erschließen sich über der Gruppe an dem die Nische überrankenden in Stein gebildeten Blätterwerk zwei sich gegeneinander neigende Knospen, aus welchem, im Geschlecht verschieden, zwei Genien, gleichsam die Blumenseelen, sich im flüchtigen Kusse berühren. Die Bildsäulen der Psyche und des Amor, die getrennt zu beiden Seiten der Gruppe stehen, von denen die erste den sich zur baldigen Flucht wendenden, gegenüberstehenden Amor durch Bitten zum Verweilen bewegen zu wollen scheint, deuten eines Theils, gleich der vorhergehenden Allegorie, die Flüchtigkeit der ersten Liebe, so wie andern Theils den innigen, aber vergeblichen Wunsch der Psyche (der Seele) an, daß dieselbe dauernd seyn möge, so wie das Immergrün, welches sich zufällig an der Bildsäule des Amor hinaufrankt und ihn fest halten zu wollen scheint, dann die zu beiden Seiten blühenden und sich entblätternden Rosen, endlich die sie in Liebe und Lust umflatternden, kurzlebenden Schmetterlinge in der Seele des Beschauers das Gefühl noch zu vermehren bestimmt sind, welches die Worte des Dichters:

O! daß sie ewig grünen bliebe
Die schöne Zeit der jungen Liebe!

in derselben erregen.

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Nr. 21

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Jetzt, Gesellen, frisch
Prüft mir das Gemisch.

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Nr. 22

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Lieblich in der Bräute Locken
Spielt der jungfräuliche Kranz,
Wenn die hellen Kirchenglocken
u.s.w.

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Nr. 23

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Der Mann muß hinaus
In's feindliche Leben,
Muß wirken und streben
u.s.w.

Da auf den früheren Blättern, wo der Jüngling die Welt am Wanderstabe durchmißt, schon verschiedentlich auf die Gefahren und Feindlichkeiten des Lebens hingedeutet ist: so habe ich, um die Geduld des Beschauers durch Darstellung anderweitiger Gefahren, die das Leben wohl noch mehrfach darbietet, nicht zu ermüden, mich bloß darauf beschränkt, auf dem Blatte Nr. 23 des Mannes Wirken und Thätigkeit, so wie (dem Dichter zufolge) auf Nr. 25 die gesegneten Resultate davon zu bezeichnen. Auf Nr. 23 scheidet er aus dem Kreise seiner Familie, um in Geschäftsreisen und durch Spekulation das Glück aufzusuchen, während Nr. 25 seine gesegnete Heimkehr darstellt.

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Nr. 24

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Sie lehret die Mädchen,
Und wehret den Knaben.

Obschon der Dichter das Walten der Hausfrau erst nach den Worten: „da strömet herbei die unendliche Gabe“ u.s.w. schildert, so habe ich es für die Anschauung sowohl, als auch um die Zurückkunft des Geschäftsmannes nicht so ganz schnell folgen zu lassen, für zweckmäßig gehalten, das Walten der Hausfrau im Innern des Hauses der folgenden Nummer voran zu setzen.

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Nr. 25
Die Rückkunft

Da strömet herbei die unendliche Gabe,
Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe,
Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.

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Nr. 26
Herausforderung des Geschickes

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Von des Hauses weitschauendem Giebel überblickt der wohlhabende Grundherr und glückliche Familienvater den blühenden Zustand seines Besitzthums, und bricht, in einer Anwandlung übermüthiger Sicherheit, gegen seine Frau gewendet, in die frevelnden Worte aus:

Fest, wie der Erde Grund,
Gegen des Unglücks Macht
Steht mir des Hauses Pracht!

den einen Arm, gleichsam gebietend und trotzend, gegen jenes hinter dem Horizont heraufsteigende Gewitter ausgestreckt.

In banger Ahnung, das Herausfordernde in diesen Worten tief fühlend und durch sie erschreckt, ergreift die liebende Hausfrau des Gatten Arm, und warnt ihn sanft und bittend vor solchem Frevel.

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Nr. 27

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Aber die verhängnißvollen Worte sind gesprochen –

Mit des Geschickes Mächten
Ist kein ew’ger Bund zu flechten,
Und das Unglück schreitet schnell.

Auf den Fittigen des Sturmes braust und fliegt das Verderben heran; unter seinen Riesenschritten und vom zuckenden Strahl getroffen, bersten Felsen, ächzen und brechen Bäume, stürzt das Leben in in Tod. „Aus der Wolke, ohne Wahl, zuckt der Strahl!“ ("Und die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand.“ Diese Worte des Dichters, an einem andern Orte gesprochen, passen sehr hieher.)

Schadenfroh und feindlich blickt ein Flammenwesen, auf Wolken gelagert, nach dem Gehöfte des glücklichen Mannes, der die frevelnden Worte sprach, hernieder. Feuerklumpen fahren in willkürlicher Richtung (was durch das an dieser Gestalt bemerkliche Auge angedeutet wird) durch die Luftregionen und richten Verderben an. Ein Adler, von Entsetzen ergriffen, sucht, seinen Horst verlassend, sein Heil in schneller Flucht.

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Nr. 28

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- betet einen frommen Spruch" -

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Nr. 29

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Der Hof ist niedergebrannt; das Feuer hat um sich gegriffen und übt wachsend das Werk der Vernichtung; da rennet Alles, rettet, flüchtet u.s.w.

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Nr. 30

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Leergebrannt ist die Stätte

Bei einem geringen Vorrath geretteter Sachen hat der vorher so glückliche Hausvater seine Familie ängstlich versammelt, und

Ein süßer Trost ist ihm geblieben,
Er zählt die Häupter seiner Lieben -
Und sieh! ihm fehlt kein theures Haupt!

Die geliebte Gruppe als neues Geschenk des Allmächtigen betrachtend, blickt er dankend zum Himmel empor; die von Schrecken und Anstrengung ermüdete Hausfrau, den Ihrigen ihren Kummer verbergend, spricht, das entschlummerte jüngste Kind im Arme habend, der an den Vater geschmiegten älteren, in Schmerz versunkenen Tochter tröstend zu; während in kindischer Unbefangenheit und Theilnahmlosigkeit der Knabe zu ihren Füßen sein Spielzeug abstraft und das weichmüthigere kleine Mädchen neben der älteren Schwester schmerzvoll nach dem verunglückten Liebling, der Hauskatze, hinblickt. Hie und da zieht noch Rauch aus den Brandstätten empor, und die armen abgebrannten Dorfbewohner wühlen und scharren auf den Stellen ihres zertrümmerten Glücks, und sammeln das noch halb Brauchbare.

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Nr. 31

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Dem dunkeln Schooß der heil'gen Erde
Vertrauen wir der Hände That,
Vertraut der Sämann seine Saat,
Und hofft, daß sie entkeimen werde
Zum Segen nach des Himmels Rath.
Noch köstlicheren Samen bergen
Wir trauernd in der Erde Schooß,
Und hoffen" u.s.w.

Ernst schreitet im Vorgrund der Landmann die Furchen des Ackers entlang und wirft goldnen Samen aus; das Grabgeläute, welches vom fernen Kirchthurme tönt, fesselt die Aufmerksamkeit der im Mittelgrunde befindliche Pflüger; sie schauen hin nach dem Trauerzug, der, zwischen den Häusern des Dorfes hervorwallend, sich dem geöffneten Kirchhofthore nähert, während der herbstliche Wind die dürren Blätter eines im Mittelgrunde stehenden Baumes gleichsam über die ferne Scene hinzustreuen scheint

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Nr. 32

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Der Beschauer sieht hier dieselbe Scene vom entgegengesetzten Gesichtspunkte, wodurch die Anwendung, welche der Dichter vom Geschäft des Sämanns macht, zur Hauptscene wird. Der Leichenzug wallet im Vordergrunde zum Thor des Kirchhofes herein; es folgt der tiefbekümmerte Gatte in Begleitung seiner zartaufsprossenden Familie dem Sarge des geliebten Weibes, das wahrscheinlich dem Schrecken und dem Kummer über ihren durch die Feuersbrunst gänzlich zerrütteten Wohlstand erlegen ist. Die Glocke ist im Schwunge. Um das ferne Grab sind die Todtengräber beschäftigt und harren der Kommenden. Jenseits der Kirchhofmauer sind Pflüger und Sämann sichtbar, und die Sonne, hinter den fernsten Bergen versinkend, wirft noch scheidend ihre letzten Strahlen über das Ganze und bildet zufällig eine bedeutsame Glorie um das Krucifix, welches, dem Sarge vorgetragen, im Aether zu schweben scheint.

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Nr. 33
Abendgeläute

Und der Rinder
Breitgestirnte, glatte Schaaren
Kommen brüllend,
Die gewohnten Ställe füllend.
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Blöckend ziehen heim die Schafe.
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Munter fördert seine Schritte
Fern im wilden Forst der Wandrer

Der Erntewagen, von fröhlichen Schnittern umgeben, nähert sich aus der Ferne dem Dorfe.

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Nr. 34

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Schwer herein
Schwankt der Wagen,
Kornbeladen!
Bunt von Farben u.s.w.
Und das junge Volk der Schnitter
Fliegt zum Tanz.

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Nr. 35

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Markt und Straße werden stiller;
Um des Lichts gesell'ge Flamme
Sammeln sich die Hausbewohner,
Und das Stadtthor schließt sich knarrend. -
Schwarz bedecket
Sich die Erde u.s.w.
Denn das Auge des Gesetzes wacht.

Die Straßen der Stadt sind zum Theil einsam und still, nur was zur Aufrechterhaltung der städtischen Ordnung gehört, tritt in Thätigkeit. Die Schaarwache durchschreitet in der Ferne die Straßen; der Nachtwächter versieht sein Amt. Das Stadtthor ist bewacht und wird vom Pförtner geschlossen. Die Fensterläden werden fern und nahe zugemacht - man sieht durch das Fenster, welches so eben ein Lehrbursche zu verschließen beschäftigt ist, mehrere Personen traulich bei Kerzenschein versammelt, und im Vorgrunde läßt sich ein alter Arzt durch seinen Diener oder Famulus auf seinen Berufswegen leiten oder vorleuchten.

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Nr. 36

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Holder Friede,
Süße Eintracht,
Weilet, weilet
Freundlich über dieser Stadt!
Möge nie der Tag erscheinen,
Wo des rauhen Krieges Horden
Dieses stille Thal durchtoben,
u.s.w.

Die ahnungsschweren Worte spricht hier ein, auf dem vorderen Berggipfel auf die Knie niedergesunkener Klausner aus, von einer Vision, die sein Seherauge in den Lüften über der im Thale im abendlichen Frieden vor ihm ausgebreitet liegenden Stadt wahrzunehmen glaubt, ergriffen und geängstigt.

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Nr. 37

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Weh, wenn sich in dem Schooß der Städte
Der Feuerzunder still gehäuft, u.s.w.

In einem Kellergemach versammelt, bereitet sich ein Theil des Pöbels zum Aufstande gegen die Regierung vor. Während ein Redner von einem Tische herab, auf welchen er gesprungen, die Gemüther zu entflammen sucht und zornig nach der Bildsäule des Königs, die man fern durch ein Fenster wahrnimmt, hindeutet, und ein Zuhörer den Fuß auf einen am Boden liegenden königlichen Befehl setzt, schwören andere, Arm, Schwert und Dolch ihrem Vorhaben zu weihen, und greifen hastig nach den herbeigebrachten Waffen. Grimm und Wuth in den meisten Gesichtern; nur wenige hören ernst und prüfend dem Eiferer zu.

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Nr. 38

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Da zerret an der Glocke Strängen
Der Aufruhr u.s.w.

Der Tumult ist ausgebrochen. Die Bildsäule des Königs bemüht man sich vom Fußgestell zu reißen. Die Ratsherren werden aus dem Rathause geschleppt, mißhandelt, theils an die Laternen aufgehangen, theils zusammen gehauen - Grausamkeit überall. Einer wird vom Glockenthurm, den Dohlen und Krähen scheu umfliegen, herabgeworfen, andere suchen sich auf die Dächer zu retten. Zum fernen Stadtthore bricht bewaffnete Macht herein - am Himmel steht ein Gewitter. (Um nicht durch mehrere Blätter, die ich willens war zu diesen tumultuarischen Auftritten zu machen, den Beschauer zu ermüden, habe ich alles Hierhergehörige in ein Blatt zusammen gezogen, weßhalb es nothwendig wurde, den Standpunkt hoch anzunehmen, um Alles überschauen zu können; daher das kleinere Verhältniß der Gegenstände.)

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Nr. 39

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Ziehet, ziehet, hebt!
Sie bewegt sich, schwebt!

Die Glocke ist vollendet, wird aus der Grube gewunden und Jedermann ist gestattet, sie zu sehen; so stellen sich denn Bewunderer jeden Standes ein, zu

Wundern sich der netten Schilder,
Zu loben den erfahrnen Bilder.

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Nr. 40

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Der Tumult hat aufgehört, die Wogen der Volkswuth haben sich gelegt - die Gemüther sind besänftigt, Vernunft und Recht hat zwischen Volk und Regierung entschieden; der Friede ist zurückgekehrt und wird festlich begangen und eingeläutet. Mit der Vollendung der Glocke trifft zufällig die Feier des Friedens zusammen. Der Wunsch des Dichters: "Friede sey ihr erst Geläute!" ist in Erfüllung gegangen. Um des unerläßlichen Zusammenhanges in der Bilderfolge und des passenden Schlusses der Handlung willen, war es nöthig, hier schon den frommen Wunsch zur Anschauung zu bringen, womit der Dichter das ganze Gedicht schließt, und diesem Bilde die tiefen, die Seele ergreifenden Reflexionen folgen zu lassen, die der Dichter dem Friedenswunsche vorausgehen läßt.

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Nr. 41

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Und dies sey fortan ihr Beruf,
Wozu der Meister sie erschuf!
Hoch über'm niedern Erdenleben
Soll sie im blauen Himmelszelt
Die Nachbarin des Donners schweben,
Und grenzen an die Sternenwelt,
u.s.w.

Den Glockenstuhl umgeben die Standbilder der Jahreszeiten und der auf Nr. 2 von den Horen geführten Mächte in gemischter Folge, von welchen dem Beschauer, vermöge seines Standpunktes, nur wenige sichtbar werden können; über demselben steht, mit der Siegesfahne und von Engeln angebetet, die Bildsäule Christi als Herrschers über das All, über die Zeit und die menschlichen Schicksale. Der Sternenhimmel. welchen das leichte Gewölk, das die Höhe des Thurmes umzieht, sichtbar werden läßt, umgibt den Gott. Zur Linken zucken Blitze aus tiefziehenden Wolkenmassen, der Mond steigt über die tief unten in Nacht gelagerte Stadt empor; waltend steht er hoch erhaben, zu richten das Thun der Menschen, denn unter ihm, am Frontispice des Doms, ist in erhabener Arbeit das jüngste Gericht sichtbar, es weckt der Posaunenton die Schläfer alle; zur Rechten und Linken beginnt das Sichtungswerk; es kämpfen Michael und Lucifer, das Gute und Böse, um Psyche, auf welche endlich, versöhnend und verklärend, Himmelslicht niederstrahlt. Die Verzierung des Frontispice deutet an: dem Tode entkeimend, aufwärts rankt sich das Leben zum Himmel.

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Nr. 42

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Mit der Horen Reigen beginnt der Cyklus dieser bildlichen Darstellungen, der stete Kreislauf der Jahreszeiten führt das Ende alles Vergänglichen herbei, so dient dieses Blatt zur Abrundung des Ganzen und zum erklärenden Uebergang auf das Schlußblatt. Mächtig waltet der Genius der Zeit, in kolossalen Verhältnissen sich über das All verbreitend, nur zum Theil sichtbar auch über dem Erdballe, welchen die Jahreszeiten, mit dem Thierkreis unter ihnen, in stetem Zug umkreisen, zu seiner Rechten einen Weltkörper im Entstehen, zu seiner Linken einer in Vernichtung, ein Zeichen seiner schaffenden und zerstörenden Gewalt.

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Nr. 43

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Unaufhaltsam fließt der Strom der Zeit, zerstörend und vernichtend alles Menschenwerk, Alles, was irdisch ist. Jahrhunderte schwanden bereits über dem Dome dahin, von welchem herab die Glocke den Lebenden rief, die Todten beklagte und dem Blitze wehrte. Nur Trümmer bezeichnen noch die Stätte, wo er stand, und wucherndes Gestrüpp läßt kaum die geborstene, halb in die Erde versunkene Glocke, die man an ihren Verzierungen nur dürftig wiedererkennt, wahrnehmen. Ueberall, wo sich das Auge hinwendet, erblickt es die Spuren der Alles zerstörenden Zeit und traurige Bilder der Vergänglichkeit. Das einst feste Schloß auf der Höhe des fernen Berges ist verfallen; vom Sturme gebrochen liegt jene Eiche welkend am Boden; vom Dome, der in fernen Zeiten hier fest gegründet, ernst und erhaben Jahrhunderte prangte, gibt dort das Mauerfragment noch spärliche Kunde. Selbst die Denksteine entschlafener Geschlechter sind bis auf einen auch schon halbversunkenen Grabstein, auf welchem das Bild einer Mutter mit zwei Kindern eingehauen ist, verschwunden. Zur Linken gewahrt das Auge, kaum bemerklich, das Fragment eines Säulenknaufs, woran in Bildhauerarbeit Atlas, die Weltkugel tragend, die auch zertrümmert erscheint, sichtbar ist; zur Rechten, halb in einen Sumpf versenkt, ragen Trümmer hervor, auf welchen selbst das Bild der Zeit zerstört ist. Die Glocke, deren Riß durch das auf ihr befindliche Wort "Concordia" geht, zeigt das Bild ihres Gießers. Das falbe Licht des Mondes erhellt düster das Ganze.

Und wie der Klang im Ohr vergehet,
Der mächtig tönend ihr entschallt,
So lehre sie, daß nichts bestehet,
Daß alles Irdische verhallt.

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2. Anmerkungen zu literarischen Umrissbildfolgen

Nach der malerischen Epoche des Barock und Rokoko wurde im Klassizismus die Linie wiederentdeckt, d.h. nach der Betonung der Effekte des Stofflichen und Malerischen in Malerei, Zeichnung und (Reproduktions-) Stich im 18. Jahrhundert wandte man sich der reinen und strengen Form zu, die im Umrisskontur erfasst wurde.

Vorläufer der linearen Umriss- bzw. Karton- bzw. Konturmanier waren J. H. W. Tischbeins 1791 begonnenes Stichwerk über die griechische Vasensammlung Sir William Hamiltons im Umrißstich (der für Sachbücher durchaus üblich war); sowie John Flaxman's im kargen Linienstil gestochene Illustrationsfolgen zu Homer, Dante und Aischylos, welche Kompositionen von Figuren und Gruppen ohne Kennzeichnung eines Hintergrundes in knappen räumlichen Andeutungen zeigten. Auch Asmus Jakob Carstens zeichnete in Rom seine Darstellungen aus Dichtung, Mythologie und Geschichte in klaren, reinen Linien. J. A. Koch setzte die letzte Arbeit seines Freundes, einen Zyklus zur Geschichte des Argonautenzuges, nach dessen frühem Tod in leicht geschattete Umrissradierungen um (1799). Auch Kochs eigene Illustrationen zum "Ossian" (1802) sind in Linienmanier ausgeführt. Und in Rom erschienen 1806 auch die Umrissradierungen der Brüder Franz und Johannes Riepenhausen zu "Genoveva" u.a. Werken.

Moritz Retzsch knüpfte anfangs - wie in der Frühzeit Cornelius, Pforr u.a. - in seinen Illustrationsfolgen an den klassizistischen Konturstil an, orientierte sich aber später immer mehr an den zeittypischen nazarenisch-romantischen Arbeiten, sowohl in der Stoffwahl wie bei der Einbeziehung des Raumes und der Umgebung in seine Kompositionen: Die in den klassizistischen Bildfolgen allein dominierende Rolle der (menschlichen) Figur wurde aufgegeben.

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3. Notizen zu Moritz Retzsch

Brustbild Moritz Retzsch, gezeichnet von Cäcilie Brandt
Steindruck von August Kneisel, um 1830

Retzsch, Moritz, geb. 9. Dezember 1779 in Dresden, gestorben 11. Juni 1857 in Hoflößnitz bei Dresden, ist ein deutscher Bildnis- und Historienmaler, Zeichner und Radierer. Seit 1797 Zeichenschüler, seit 1803 bei Josef Grassi an der Dresdner Akademie, unter dessen Einfluss er klassizistisch arbeitete. Seit den 1820er Jahren schloß er sich zunehmend der nazarenisch-romantischen Richtung an. 1816 Mitglied der Dresdner Akademie, seit 1824 lehrte er dort als Professor.

Die Themen seiner frühesten Arbeiten waren Homer und der antiken Mythologie entnommen, ferner den Dichtungen Salomon Geßners und Friedrich de la Motte Fouqués (Undine). Gleich nach dem Erscheinen von Goethes "Faust" (I. Teil) hatte er einige Illustrationen entworfen, die Goethe 1810 in Dresden mit Interesse sah und positiv beurteilte. Er ließ - Goethes Anregung folgend - 1816 die zwölf Kompositionen als Umrissradierungen erscheinen, die allgemein großen Beifall fanden (Neuauflage 1828 mit 26 Blättern; 1834, verbessert u. vermehrt, mit 29 Blättern). Es folgten zahlreiche radierte Umrissfolgen zu Schillers, Goethes, Bürgers u.a. Dramen und Balladen; die umfangreichste zu Shakespeares Dramen umfaßte 106 Blätter (1828-1845): die erste Lieferung (Hamlet, 1828) wurde von Goethe sehr gelobt.

Nach Dichtungen Goethes entstanden auch Gemälde: Erlkönig; Der Fischer; Egmont und Klärchen; Wilhelm Meister und Mignon u.a. Erfolgreich war Retzsch außerdem als Bildnismaler und -miniaturist.

Literaturhinweise:
* Artikel "Moritz Retzsch" in Wikipedia. URL:
https://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_Retzsch
* Keller, Ludwig, "Moritz Retzsch" in: Allgemeine Deutsche Biographie 28 (1889), S. 278-279. Onlinefassung:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11645041X.html?anchor=adb
* Viola Hildebrand-Schat: Zeichnung im Dienste der Literaturvermittlung. Moritz Retzschs Illustrationen als Ausdruck bürgerlichen Kunstverstehens. Würzburg: Königshausen & Neumann 2004. ISBN 3-8260-2863-5. - Darin: Schillers "Lied von der Glocke". Neuinterpretation des Gedichtes durch die Umrisse Retzschs, S. 118-213.

Vorzeichnungen (Federzeichnungen in Braun) zu Tafeln 8, 23 und 24 in: Galerie Joseph Fach, Berlin. Katalog 105: Ausgewählte Zeichnungen vorwiegend aus der Goethezeit, o.J. S. 76f.

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Retsche's Outlines of the Song of the Bell

Ausgabe für den englischsprachigen Markt. Ohne Innentitel und ohne die den Tafeln vorangestellten Texte (Lied von der Glocke, Andeutungen)

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Weitere Seiten zu Umrissen von Moritz Retzsch

Moritz Retzsch
Umrisse zu Goethes Faust
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=2942

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Schillers "Gang zum Eisenhammer" in Umrissen
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=3763

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Schillers "Pegasus im Joche" in Umrissen
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