Jutta Assel | Georg Jäger
Eine Humoreske für Gottfried Körner
Stand: Oktober 2010

Selbstkarikatur Schillers
- Der lachende Tragiker. Humoristische Bilder von Friedrich Schiller. Hg. zum 150. Todestag von Friedrich Schiller. Reproduktion und Offset: Belserdruck, Stuttgart. Einband von Peter Schneidler. Bindearbeit: Großbuchbinderei H. Wennberg, Stuttgart. Nachwort von Hermann Seyboth. Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt 1955.
Titel des reproduzierten Werkes: Humoristische Zeichnungen Schillers. Avanturen des neuen Telemachs oder Leben und Exsertionen Koerners des decenten, consequenten, piquanten etc. von Hogarth (Friedrich von Schiller) in schönen illuminierten Kupfern abgefaßt und mit befriedigenden Erklärungen versehen von Winkelmann (L. F. Huber). Rom 1786. Nach den Original-Zeichnungen Friedrich von Schillers und der Original-Handschrift L. F. Hubers im Einverständnisse mit deren Familien zum ersten Male herausgegeben von Carl Künzel. Leipzig, Englische Kunst-Anstalt von A. H. Payne.
Gliederung
Das handgeschriebene und illustrierte Buch entstand zum 30jährigen Geburtstag von Gottfried Körner am 2. Juli 1786, in dessen Hause Schiller zu dieser Zeit lebte. Von Schiller stammen die ausgemalten und beschrifteten Federzeichnungen, von Ludwig Ferdinand Huber die Erläuterungen. Auf dem mystifizierenden Titelblatt firmiert Schiller als Hogarth und Huber als Winkelmann; der Erscheinungsort Rom ist fingiert. Die zu Lebzeiten Schillers und Hubers nicht veröffentlichten Blätter wurden von Minna Körner, der Gattin, aufbewahrt. Sie gingen 1837 in den Besitz des Autographensammlers Carl Künzel über, der sie 1862 in der Englischen Kunst-Anstalt von A. H. Payne publizierte.
Der Titel spielt auf William Hogarths Kupferstichfolgen und auf Fénélons Telemach an.
William Hogarth, englischer Zeichner, Maler und Kupferstecher, geb. 10. November 1697 in London, gest. 26. Okt. 1764 auf seinem Landgut Chiswick bei London. Er schuf "zyklische Sittenbilder, die, meist in Öl gemalt und in Kupferstich reproduziert, politische und gesellschaftliche Krebsschäden seiner Zeit, mit der absichtlichen, auch in der künstlerischen Darstellung sich äußernden Übertreibung des Satirikers, an den Pranger stellten. Hogarths berühmteste Werke dieser Art sind: The harlot's progress (Das Leben einer Buhlerin), 6 Blätter; The rake's progress (Das Leben eines Liederlichen), in 8 Blättern; Southwark fair (Der Jahrmarkt in Southwark); A modern midnight conversation (Die Punschgesellschaft); The distressed poet (Der unglückliche Dichter) und Strolling actresses in a barn (Die Komödiantinnen in der Scheune)." Unter den Kommentatoren nimmt Georg Christoph Lichtenberg mit seinen Ausführlichen Erklärungen der Hogarthschen Kupferstiche (1794) den ersten Rang ein.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage 1905-1909. Neusatz und Faksimile (Digitale Bibliothek; 100) Berlin: Directmedia 2003. Artikel Hogarth, Bd. 9, S. 437f. Neusatz S. 85.958-85.962.
Fénélon, mit seinem vollständigen Namen Franz von Salignac de la Motte Fénélon, Verfasser des Telemach und vieler andern schätzbaren Schriften, ist gewiß Jedem verehrungswürdig, der nur einigen Anspruch auf wissenschaftliche Kenntnisse macht. Er war 1651 auf dem Schlosse Fénélon geboren, kam in der Folge als Prediger nach Paris, und ward bald an Ludwigs XIV. Hofe Lehrer dreier königlichen Prinzen, der Herzoge von Bourgogne, Anjon und Berry. Da ersterer viel Hoffnung zur Krone hatte, so lehrte er ihn in verschiedenen ihm gewidmeten Schriften, unter denen besonders der Telemach sich auszeichnet, die Regentenpflichten auf die deutlichste und unterhaltendste Art; und es ist sehr zu bedauern, daß eine Cabale des Bischofs Bossuet und der herrschsüchtigen Marquise Maintenon ihn vom Hofe entfernte, wo er so viel Nutzen stiftete. Er wurde der Heterodoxie verdächtig gemacht und in das Erzbisthum Cambray verwiesen, welches er schon als Lehrer der Prinzen erhalten hatte, und lebte hier bis an seinen Tod (1715) als Muster eines rechtschaffenen und in seinem Berufe unermüdeten Mannes. Sein Telemach kann gewiß in jeder Rücksicht als eins der schönsten Producte der Französischen Literatur angesehen werden. Den Stoff zu diesem vortrefflichen heroischen Roman nahm er, wie bekannt, aus der Odyssee des Homer, bildete ihn aber so vortrefflich aus, daß seine Bearbeitung mit Recht ganz neu genannt werden kann. Der Styl ist classisch erhaben, voll Feuer und Anmuth; und die häufig eingewebten Regeln aus dem Gebiete der Moral und Politik sind mit unnachahmlicher Schönheit vorgetragen.
Quelle: Conversations-Lexikon oder kurzgefaßtes Handwörterbuch. 1. Aufl. 1809-1811. Neusatz und Faksimile (Digitale Bibliothek; 131) Berlin: Directmedia 2005. Artikel Fenelon, Bd. 2, S. 19; Neusatz S. 1567f.
Die Erläuterungen zu einzelnen Blättern sind dem Nachwort von Hermann Seyboth zum oben angegebenen Reprint entnommen und durch eigene Recherchen ergänzt.
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