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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Inge Nunnenmacher

Literatur als Denkmal

Die Eberhardsgruppe im Stuttgarter Schlossgarten
und zwei historische Balladen der schwäbischen Romantiker Kerner und Uhland
in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext betrachtet.

Stand: Juni 2014
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Die Eberhardsgruppe ist seit ihrer Errichtung 1881 eines der bekanntesten Stuttgarter Denkmäler und nicht nur als Postkartenmotiv sehr beliebt. Ein wesentlicher Grund für ihre Popularität: Die Szene – Graf Eberhard im Barte ruht  im Schoße eines Hirten – ist einem in Schwaben sehr bekannten Gedicht von Justinus Kerner nachgestaltet, dem 1818 entstandenen „Der reichste Fürst“. Als Lied ist dieses Gedicht lange so etwas wie eine württembergische Nationalhymne gewesen.

Als in Württemberg um den Erhalt der alten ständischen Mitspracherechte gekämpft wurde (1805 – 1819), erinnerte Kerner seine Zeitgenossen an eine vermeintlich bessere Vergangenheit, an ein Staatswesen, in dem Vertrauen und Verlässlichkeit herrschte, in dem ein Fürst sein Haupt konnt „kühnlich legen jedem Untertan in Schoß“.

Ludwig Uhland, Kerners Freund aus gemeinsamen Tübinger Studentenjahren und politisch aktiv für das „gute alte Recht“ kämpfend, trug ebenfalls literarisch zur Verklärung württembergischer Untertanentreue bei: In seinem Gedicht „Der Überfall im Wildbad“ (1815) wird ein anderer Graf Eberhard von einem Hirten aus höchster Not gerettet. Beide Gedichte bildeten den Hintergrund des Denkmals, der Eberhardsgruppe von Paul Müller: Der Bildhauer gestaltete den (Kerner’schen) Untertanen als Hirten, - eine Reminiszenz an das Gedicht Ludwig Uhlands.

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Postkarte: Stuttgart. Graf Eberhard-Gruppe. Verso beschriftet: "Lieber Wolfgang, gelt Du kennst doch sicher den Schlußvers ... aus dem Lied: Preisend m. viel schönen Reden, der heißt: Ich mein Haupt kann kühnlich legen jedem Untertan in Schoß. Dies ist die Idee zur Eberhard-Gruppe ...". Originalaufnahme u. Verlag Fritz Schanbacher, Stuttgart Nr. 61. Um 1920.

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Gliederung

1. Justinus Kerner, Der reichste Fürst
1.1 Text des Gedichts
1.2 Historischer Hintergrund und Überlieferung
1.3 Vertonung des Gedichts
1.4 Kurzbiografie Justinus Kerner
1.5 Wilhelm Zimmermann, Graf Eberhard im Bart
1.6 Kurzbiografie Wilhelm Zimmermann

2. Ludwig Uhland, Der Überfall im Wildbad
2.1 Text des Gedichts
2.2 Historischer Hintergrund
2.3 Kurzbiografie Ludwig Uhland

3. Die Eberhardsgruppe - das Denkmal von Paul Müller
3.1 Kurzbiografie Paul Müller
3.2 Zur Entstehung des Denkmals
3.3 Timo Brunke, Eberhard im Park

4. Rechtlicher Hinweis und Kontaktanschrift

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1. Justinus Kerner, Der reichste Fürst

1.1 Text des Gedichts

Preisend mit viel schönen Reden
Ihrer Länder Wert und Zahl,
Saßen viele deutsche Fürsten
Einst zu Worms im Kaisersaal.

Herrlich, sprach der Fürst von Sachsen,
Ist mein Land und seine Macht,
Silber hegen seine Berge
Wohl in manchem tiefen Schacht.

Seht mein Land in üpp`ger Fülle,
Sprach der Kurfürst von dem Rhein,
Goldne Saaten in den Tälern,
Auf den Bergen edlen Wein!

Große Städte, reiche Klöster!
Ludwig, Herr zu Bayern, sprach,
Schaffen, daß mein Land dem euren
Wohl nicht steht an Schätzen nach.

Eberhard, der mit dem Barte,
Württembergs geliebter Herr,
Sprach: Mein Land hat kleine Städte,
Trägt nicht Berge silberschwer;

Doch ein Kleinod hält`s verborgen:
Daß in Wäldern, noch so groß,
Ich mein Haupt kann kühnlich legen
Jedem Untertan in Schoß.

Und es rief der Herr von Sachsen,
Der von Bayern, der vom Rhein:
Graf im Bart, Ihr seid der reichste,
Euer Land trägt Edelstein!

Justinus Kerners Gesamtwerke. In 4 Bänden herausgegeben vom Justinus-Kerner Verein in Weinsberg (1909). 3. Band, S. 45f.

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1.2 Historischer Hintergrund und Überlieferung

Graf Eberhard V., „Eberhard im Bart“ genannt nach dem Bart, den er seit 1485 trug, war wohl der populärste aller württembergischen Fürsten. Geboren 1445, regierte er von 1459 bis zu seinem Tod 1496. Als große Leistungen seiner Herrschaftszeit werden ihm von Mit- und Nachwelt angerechnet: 1477 gründete er in Tübingen die erste württembergische Universität, - Eberhard war ein engagierter Förderer der humanistischen Bildungsbewegung. Im Münsinger Vertrag gelang es ihm 1482, das 40 Jahre lang getrennte  Württemberg wieder zu vereinigen. Als „Krönung“ seines Lebenswerks jedoch galt  die Herzogserhebung durch Kaiser Maximilian I. auf dem Wormser Reichstag 1495. Bei dem aus diesem Anlass gehaltenen Gastmahl  soll das von Justinus Kerner als Gedicht gestaltete Gespräch unter deutschen Fürsten stattgefunden haben.

Auf welche Überlieferung konnte sich Kerner dabei stützen?

Als auff dem Reichstag zu Worms under Keyser Maximiliano, berichtet Julius Wilhelm Zinkgref (1591 – 1635) in seiner Sammlung kluger Aussprüche, der Churfürst in Sachsen sich seiner Silberbergwerck, Churpfalz sich seines köstlichen Weinwachses, der Hertzog in Beyern sich seiner schönen Stätt gerühmet, hat Hertzog Eberhard sich dessen gerühmet: Das sey sein bestes Kleinod, daß er keinen Unterthanen habe, in dessen Schoß er nicht sicher und allein im wildesten Gewälde schlafen wolte. Der Sammler sieht sich allerdings zu einer einschränkenden Anmerkung veranlaßt: andere Autoren  schrieben dieses dem Herzog Ulrich von Württemberg, wieder andere dem Herzog Stephan von Bayern zu. Ist die von Justinus Kerner in seinem im 19. Jahrhundert ungemein populären Gedicht „Der reichste Fürst“ poetisch verewigte Geschichte demnach nur eine Wanderanekdote?

Patriotisch gesinnte Historiker des 19. Jahrhunderts, selbst der kritische Stälin, duldeten keine Zweifel: Eberhard im Bart, „Württembergs geliebter Herr“, habe jene Worte auf dem Wormser Reichstag 1495 tatsächlich gesprochen. Schließlich stamme das erste nachweisbare Zeugnis von niemand geringerem als dem Reformator Philipp Melanchthon (1497 – 1560). Dieser muß die Anekdote besonders geschätzt haben, denn er erzählte sie nicht nur Luther weiter, sondern verwendete sie auch in seinen historischen Vorlesungen und natürlich in der 1552 datierten lateinischen Rede über Eberhard, in der er den ersten württembergischen Herzog zum Muster eines tugendhaften Fürsten stilisierte. Selbstverständlich ist nicht zu beweisen, daß der Vorfall sich in Wirklichkeit nie zugetragen hat. (...) Wie auch immer – als Beispielerzählung für Herrschertugenden zählte die Geschichte in der frühen Neuzeit zum gängigen Bildungsstoff.“

Graf, Klaus: Eberhard im Bart und die Herzogserhebung 1495. In: Begleitbuch zur Ausstellung des Hauptstaatsarchivs Stuttgart im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart vom 20. Juli bis 3. Oktober 1995, S. 9.
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6152/

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Das späte 18. und  frühe 19. Jahrhundert brachten eine neue Sichtweise und Beurteilung württembergischer Herrscher: Die Respektierung ständischer Rechte bildete nun das entscheidende Kriterium. Die „guten“ Herrscher waren  die, die das Alte Recht des württembergischen Landtags respektierten. Die Gestalt Eberhards hielt den neuen Maßstäben stand, „er avancierte nun erst zur rechten Gründergestalt des württembergischen Staatswesens. (...) Daß die Landtagsgeschichte mit der Regierung Eberhards beginnt, daß Eberhard die Wiedervereinigungspolitik mit Hilfe der Stände betrieben und abgesichert und ihnen in den Hausverträgen und in dem Herzogsbrief eine bedeutende Stellung zugewiesen hatte, wurde nunmehr als entscheidendes Verdienst seiner Regierung erkannt. (...) Damit aber wurde die Gestalt Eberhards – unter Herzog, Kurfürst und König Friedrich (1754 -1816) in zunehmendem Maße – von der ständischen Partei des Alten Rechts beansprucht und vereinnahmt.“

Mertens, Dieter: Eberhard im Bart als politische Leitfigur im frühneuzeitlichen Herzogtum Württemberg. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 59 (2000), S. 55.
URL:
http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2765/

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In diesem zeitgeschichtlichen Zusammenhang muss auch Kerners Gedicht „Der reichste Fürst“ gesehen werden, nicht nur als ein Blick zurück in eine romantisch verklärte, bessere Zeit.

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 1.3 Vertonung des Gedichts

Kerners Gedicht, 1818 im Morgenblatt für gebildete Stände veröffentlicht, wurde auch deshalb rasch populär, weil man es auf die Melodie des Volkslieds In des Waldes tiefsten Gründen sang. Diese Melodie war anonym entstanden und wurde erstmals 1801 in einem Liederbuch gedruckt. Auffallend sind die musikalischen Parallelen zur Marseillaise.

Der früheste gemeinsame Abdruck von Text und Musik in dieser Form stammt aus dem Jahr 1823.

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Das schönste Land ... Historische Lieder aus dem deutschen Südwesten. Politik und Unterricht 2-3, 2001, S.7; S. 24.

Gesungene Version:  http://www.liedertafel.claranet.de/preisendmit.mp3

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1.4 Kurzbiografie Justinus Kerner

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Justinus (Andreas Christian) Kerner
Geboren am 18. 9. 1786 in Ludwigsburg; gestorben am 21. 2. 1862 in Weinsberg

Kerner war das sechste und jüngste Kind eines Oberamtmanns und Regierungsrats. Seine Kindheit verlebte er in Maulbronn und Ludwigsburg, wo er die Lateinschule besuchte und eine kaufmännische Lehre absolvierte. 1804 bis 1808 studierte er Medizin in Tübingen. Während dieser Zeit wurde er – zusammen mit Ludwig Uhland, Karl Mayer, Heinrich Köstlin und Varnhagen von Ense - zur treibenden Kraft der noch jungen romantischen Bewegung in der schwäbischen Universitätsstadt. Die Liebe zum Sammeln und Nachdichten von Volkspoesie, das gemeinsame Naturerlebnis verband Kerner eng mit den anderen Mitgliedern der Gesellschaft junger Freunde, hauptsächlich Studenten der Jurisprudenz und Medizin.

Seine ersten Gedichte veröffentlichte Kerner 1807/08 in Leo von Seckendorfs „Musenalmanachen“ und in Achim von Arnims „Zeitung für Einsiedler“. Eine einjährige Bildungsreise führte ihn im Frühjahr 1809 nach Hamburg, wo er in einem von seinem Bruder geleiteten Spital arbeitete; von dort aus besuchte er Fouqué und Chamisso in Berlin. Im Herbst 1809 reiste er weiter nach Wien, dort hatte er Umgang mit Dorothea und Friedrich Schlegel und lernte Beethoven kennen.

Ab Herbst 1810 wirkte er als praktischer Arzt in kleinen württembergischen Orten, ab Januar 1819 als Oberamtsarzt in Weinsberg. Zusammen mit Uhland und Schwab erstellte er zwei Sammelwerke, den Poetischen Almanach für das Jahr 1812 (Herausgeber Kerner) und den Deutschen Dichterwald (Herausgeber Kerner, Fouqué und Uhland). In die württembergischen Verfassungskämpfe (1817 – 1819) griff er mit einigen Aufsätzen ein, zog sich aber später auf eine politikfeindliche Innerlichkeit zurück. Sein 1822 in Weinsberg erbautes Haus am Fuß der Burg Weibertreu, für deren Erhalt sich Kerner erfolgreich einsetzte, wurde zu einem der geistigen Zentren Württembergs. Bis zu seinem Tod (und trotz zunehmender Erblindung ab 1851) stand Kerner mit vielen literarischen Persönlichkeiten seiner Zeit in häufigem persönlichen und brieflichen Kontakt. Als Arzt genoss Kerner durch seine einfühlsame Art, mit Patienten umzugehen, hohes Ansehen. Seine Forschungen und Veröffentlichungen im Bereich der Parapsychologie machten ihn berühmt in ganz Deutschland.


URL: http://gutenberg.spiegel.de/  (Autoren/ K/ Justinus Kerner)
Redigiert, Absätze eingefügt.

Die "Schwäbische Dichterschule" in Weinsberg
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Von links nach rechts: Theobald Kerner, Nikolaus Lenau, Gustav Schwab, Alexander von Württemberg, Karl Mayer, Justinus Kerner, Friederike Kerner, Ludwig Uhland, Karl August Varnhagen von Ense.

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Siehe die Seite
Burg Weibertreu bei Weinsberg
URL: http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=4170

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1.5 Wilhelm Zimmermann, Graf Eberhard im Bart

Weniger bekannt als Kerners Gedicht  „Der reichste Fürst“ ist die lyrische Ausgestaltung desselben Fürstengesprächs etwas später, 1832, durch den württembergischen Schriftsteller Wilhelm Zimmermann. (Übrigens: Mitglieder des Wilhelm-Zimmermann-Geschichtsvereins aus Dettingen/Erms verlangten 1987 medienwirksam, in Zimmermanns Gedicht die eigentliche Vorlage für die Stuttgarter Eberhardsgruppe zu sehen.)

Zu Aachen saßen die Fürsten
Beim Mahle froh geschaart,
Und rühmten ihre Lande
Ein jeder nach seiner Art.

Der Markgraf seine Quellen,
Der Pfalzgraf seinen Wein,
Der Böhme seine Gruben
Mit Gold und Edelgestein.

Graf Eberhard saß schweigend.
„Nun, Würtemberg, sagt an,
Was man von Eurem Lande
Wohl köstlichs sagen kann.“

„Von köstlichen Brunnen und Weinen,“
Graf  Eberhard begann,
„Von Gold und Edelgesteinen
Ich nicht viel rühmen kann.

Doch war ich einst verirret
Im dicksten Wald allein,
Und unterm Sternenhimmel
Schlief ich ermattet ein.
Da war es mir im Traume,
Als ob ich gestorben wär,
Es brannten die Trauerlampen,
In der Todtengruft umher.

Und Männer standen und Frauen,
Tieftrauernd um meine Bahr,
Und weinten stille Thränen,
Daß ich gestorben war.

Da fiel aufs Herz mir nieder
Ein Tropfen, heiß und groß, -
Und ich erwacht’ – und ruhte
In eines Bauern Schooß.

Vom Holzhau wollt’ er gehen
Spät Abends heimatwärts,
Und mein Nachtlager wurde
Ein württembergisch Herz.“

Die Fürsten saßen und horchten
Verwundert des Grafen Mähr,
Und ließen höchlich leben
Des Würtembergers Ehr.

Beilage zum Staatsanzeiger für Württemberg, Nr. 127, 3. 6. 1881, S. 989.

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1.6 Kurzbiografie Wilhelm Zimmermann

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Balthasar Friedrich Wilhelm Zimmermann
Geboren am 2. 1. 1807 in Stuttgart; gestorben am 22. 9. 1878 in Bad Mergentheim

Protestantischer Pfarrer, Schriftsteller, Politiker und Historiker. Mitglied der Frankfurter Paulskirche (radikaldemokratische Fraktion der Linken) sowie Abgeordneter der verfassunggebenden württembergischen Landesversammlung und des württembergischen Landtags. Verfasser zahlreicher populärer Geschichten und historischer Darstellungen (Allgemeine Geschichte des großen Bauernkriegs). Als ihm 1851 wegen seiner politischen Gesinnung die Stuttgarter Professur für Geschichte und deutsche Literatur entzogen wurde, wirkte er als schwäbischer Landpfarrer in verschiedenen kleinen Gemeinden, war bis zu seinem Tod auch schriftstellerisch tätig.


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2. Ludwig Uhland, Der Überfall im Wildbad

2.1 Text des Gedichts

Unter den Titel Graf Eberhard der Rauschebart stellte Uhland vier Balladen, die ein Ereignis aus der württembergischen Geschichte zur Zeit dieses Grafen schildern: 1. Überfall im Wildbad  2. Die drei Könige zu Heimsen,  3. Die Schlacht bei Reutlingen, 4. Die Döffinger Schlacht.

Graf Eberhard der Rauschebart

    Ist denn im Schwabenlande verschollen aller Sang,
    Wo einst so hell vom Staufen die Ritterharfe klang?
    Und wenn er nicht verschollen, warum vergißt er ganz
    Der tapfern Väter Thaten, der alten Waffen Glanz?

    Man lispelt leichte Liedchen, man spitzt manch Sinngedicht,
    Man höhnt die holden Frauen, des alten Liedes Licht;
    Wo rüstig Heldenleben längst auf Beschwörung lauscht,
    Da trippelt man vorüber und schauert, wenn es rauscht.

    Brich denn aus deinem Sarge, steig aus dem düstern Chor
    Mit deinem Heldensohne, du Rauschebart, hervor!
    Du schlugst dich unverwüstlich noch greise Jahr’ entlang;
    Brich auch durch unsre Zeiten mit hellem Schwertesklang!

1. Der Überfall im Wildbad

    In schönen Sommertagen, wann lau die Lüfte wehn,
    Die Wälder lustig grünen, die Gärten blühend stehn,
    Da ritt aus Stuttgarts Thoren ein Held von stolzer Art,
    Graf Eberhard der Greiner, der alte Rauschebart.

    Mit wenig Edelknechten zieht er ins Land hinaus;
    Er trägt nicht Helm noch Panzer, nicht geht’s auf blut’gen Strauß;
    Ins Wildbad will er reiten, wo heiß ein Quell entspringt,
    Der Sieche heilt und kräftigt, der Greise wieder jüngt.

    Zu Hirsau bei dem Abte, da kehrt der Ritter ein
    Und trinkt bei Orgelschalle den kühlen Klosterwein;
    Dann geht’s durch Tannenwälder ins grüne Thal gesprengt,
    Wo durch ihr Felsenbette die Enz sich rauschend drängt.

    Zu Wildbad an dem Markte, da steht ein stattlich Haus;
    Es hängt daran zum Zeichen ein blanker Spieß heraus.
    Dort steigt der Graf vom Rosse, dort hält er gute Rast;
    Den Quell besucht er täglich, der ritterliche Gast.

    Wann er sich dann entkleidet und wenig ausgeruht
    Und sein Gebet gesprochen, so steigt er in die Flut;
    Er setzt sich stets zur Stelle, wo aus dem Felsenspalt
    Am heißesten und vollsten der edle Sprudel wallt.

    Ein angeschoßner Eber, der sich die Wunde wusch,
    Verriet voreinst den Jägern den Quell in Kluft und Busch;
    Nun ist’s dem alten Recken ein lieber Zeitvertreib,
    Zu waschen und zu strecken den narbenvollen Leib.

    Da kommt einsmals gesprungen sein jüngster Edelknab’:
    „Herr Graf, es zieht ein Haufe das obre Thal herab;
    Sie tragen schwere Kolben, der Hauptmann führt im Schild
    Ein Röslein rot von Golde und einen Eber wild.“

    „Mein Sohn, das sind die Schlegler, die schlagen kräftig drein.
    Gib mir den Leibrock, Junge! Das ist der Eberstein.
    Ich kenne wohl den Eber, er hat so grimmen Zorn;
    Ich kenne wohl die Rose, sie führt so scharfen Dorn.“

    Da kommt ein armer Hirte in atemlosem Lauf:
    „Herr Graf, es zieht  ’ne Rotte das untre Thal herauf;
    Der Hauptmann führt drei Beile, sein Rüstzeug glänzt und gleißt,
    Daß mir’s wie Wetterleuchten noch in den Augen beißt.“

    „Das ist der Wunnensteiner, der gleißend Wolf genannt.
    Gib mir den Mantel, Knabe! Der Glanz ist mir bekannt,
    Er bringt mir wenig Wonne, die Beile hauen gut.
    Bind mir das Schwert zur Seite! Der Wolf, der lechzt nach Blut.

    Ein Mägdlein mag man schrecken, das sich im Bade schmiegt;
    Das ist ein lustig Necken, das niemand Schaden fügt;
    Wird aber überfallen ein alter Kriegesheld,
    Dann gilt’s, wenn nicht sein Leben, doch schweres Lösegeld.“

    Da spricht der arme Hirte: “Des mag noch werden Rat;
    Ich weiß geheime Wege, die noch kein Mensch betrat;
    Kein Roß mag sie ersteigen, nur Geißen klettern dort.
    Wollt Ihr sogleich mir folgen, ich bring’ Euch sicher fort.“

    Sie klimmen durch das Dickicht den steilsten Berg hinan;
    Mit seinem guten Schwerte haut oft der Graf sich Bahn.
    Wie herb das Fliehen schmecke, noch hatt’ er’s nie vermerkt;
    Viel lieber möcht’ er fechten, das Bad hat ihn gestärkt.

    In heißer Mittagsstunde bergunter und bergauf;
    Schon muß der Graf sich lehnen auf seines Schwertes Knauf;
    Darob erbarmt’s den Hirten des alten,  hohen Herrn,
    Er nimmt ihn auf den Rücken: „Ich tu’s von Herzen gern.“

    Da denkt der alte Greiner: „Es thut doch wahrlich gut,
    So sänftlich sein getragen von einem treuen Blut.
    In Fährden und in Nöten zeigt erst das Volk sich echt;
    Drum soll man nie zertreten sein altes, gutes Recht.“

    Als drauf der Graf gerettet zu Stuttgart sitzt im Saal,
    Heißt er  ’ne Münze prägen als ein Gedächtnismal.
    Er gibt dem treuen Hirten manch blankes Stück davon.
    Auch manchem Herrn vom Schlegel verehrt er eins zum Hohn.

    Dann schickt er tücht’ge Maurer ins Wildbad alsofort;
    Die sollen Mauern führen rings um den offnen Ort,
    Damit in künft’gen Sommern sich jeder greise Mann,
    Von Feinden ungefährdet, im Bade jüngen kann.

Uhlands Gedichte und Dramen in zwei Bänden. Erster Band. J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart o.J., S. 210 ff.

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2.2 Historischer Hintergrund

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Eberhard II. im Chor der Stuttgarter Stiftskirche (Sem Schlör, 1576-1584)

Der württembergische Graf Eberhard II. ( geb. 1315)  mit dem Beinamen der Greiner (= Zänker, Streiter) oder der Rauschebart  starb 1392 nach 48-jähriger Regierungszeit. Die Schilderung des Überfalls auf den badenden Grafen und wie er sich durch die Flucht nach Zavelstein der Gefangennahme entziehen konnte, geht zurück auf einen Bericht der Hirsauer Chronik von Johannes Tritheim für das Jahr 1367.

Die Mahnung, die Uhland seinem Rauschebart in den Mund legt, nämlich dass man das alte, gute Recht des Volks nie zertreten solle, ist natürlich ein Anachronismus und enthält die politische Botschaft Uhlands für seine eigene Zeit. Seit dem Münsinger Vertrag von 1482 und dem Tübinger Vertrag von 1514 wurden in Württemberg verfassungsrechtliche Grundlagen mit den Vertretern der Stände ausgehandelt und konnten vom Fürsten nicht im Alleingang festgesetzt werden. So wirkten die Stände z.B. auch bei der Festsetzung der Steuern mit. 1805 versuchte König Friedrich nach der Erhebung Württembergs zum Königreich (von Napoleons Gnaden), die alten ständischen Rechte auszuhebeln, was die Ständevertreter zu verhindern suchten. Sie forderten die Wiederherstellung des „guten, alten Rechts“.

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2.3 Kurzbiografie Ludwig Uhland

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Ludwig Uhland
Geboren am 26. 4. 1787 in Tübingen; gestorben am 13. 11. 1862 in Tübingen.

Uhland studierte 1802 bis 1808 Jura und Sprachen in Tübingen. Gemeinsam mit Karl Mayer und Justinus Kerner stellte Uhland noch während seiner Studienzeit Cottas Morgenblatt für gebildete Stände  ein handschriftliches Sonntagsblatt für ungebildete Stände entgegen. Während eines Studienaufenthalts in Paris (1810/11) beschäftigte er sich mit alten französischen und deutschen Handschriften. 1810 – 1814 war er Sekretär im Justizministerium, sodann Rechtsanwalt in Stuttgart. Staatsbeamter konnte er aber nicht werden, da er es ablehnte, dem König, der 1805 widerrechtlich den Landtag aufgelöst hatte, den Eid zu schwören. Er wurde 1829 Professor für deutsche Sprache und Literatur in Tübingen. Er legte 1832 seine Professur nieder und arbeitete als Privatgelehrter. 1848 war er Mitglied der Frankfurter Paulskirche. Uhland gilt als Haupt der „Schwäbischen Dichterschule“; vor allem seine Balladen machten ihn sehr populär.


URL: http://gutenberg.spiegel.de/   (Autoren/ U/ Ludwig Uhland)
Ergänzt.

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3. Die Eberhardsgruppe - das Denkmal von Paul Müller

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3.1 Kurzbiografie Paul Müller

Paul Ludwig Müller
Geboren am 12. 3. 1843 in Mergelstetten bei Heidenheim; gestorben am 24. 4. 1906 in Stuttgart.

Nach seiner Schulzeit in Stuttgart machte er zunächst eine Lehre als Ziseleur und Graveur. Um sich weiterzubilden besuchte er die Bildhauerklasse der Stuttgarter Kunstschule. Er lernte bei den Professoren Neher und Wagner, setzte dann in Dresden sein Studium bei Professor Schilling (Schöpfer des Niederwalddenkmals) erfolgreich fort. Zur Erweiterung seines Gesichtskreises unternahm er danach Kunstreisen in Deutschland, nach Österreich, Frankreich und Italien.

Seine ersten selbstständigen Arbeiten, lebensgroße Büsten und Statuen, zeigten sein großes Talent und fanden viel Anerkennung. Sehr bekannt wurde er durch zwei Großplastiken, die der württembergische König in Auftrag gab und die in Stuttgart aufgestellt wurden: Die Eberhardsgruppe (1881) und das Herzog-Christoph-Denkmal (1889).

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Paul Müller, Herzog Christoph (1889)

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3.2 Zur Entstehung des Denkmals

1876 beauftragte König Karl (reg. 1864 – 1891) den Bildhauer Paul Müller, das Motiv des populären Kerner-Gedichts in einem Denkmal zu gestalten. Es sollte 1881, zum 75-jährigen Jubiläum der Erhebung Württembergs zum Königreich, fertiggestellt sein. Der im Schoß eines Hirten ruhende Graf Eberhard im Barte sollte „quasi für seine königlichen Nachfolger um Vertrauen und Anhänglichkeit bei den niederen Ständen“ werben (Haspel, S. 124). Damit grenzte dieses Denkmal sich deutlich ab von herkömmlichen Herrscherdenkmälern. Ein solches hatte nämlich wenige Jahrzehnte zuvor, 1859, wenig Zustimmung bei der württembergischen Bevölkerung gefunden: Der als Reiterstandbild und „geharnischte Antwort auf die 1848er-Unruhen gestaltete Graf Eberhard“ (Haspel S. 124) des Stuttgarter Hofbildhauers Ludwig Hofer (1801 – 1887). Dieses Denkmal musste schon 1865 – auf königliche Anordnung hin – seinen exponierten Platz im offenen Ehrenhof des Neuen Schlosses räumen. König Karl ließ es in den Innenhof des Alten Schlosses verlegen. Dort steht es noch heute.

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Ludwig Hofer, Eberhard im Bart (1859)

Haspel, Jörg: Denkmäler: Wie Schiller an Größe gewann und Eberhard vom Ross stieg. In: Stuttgart zu Fuß, Silberburg-Verlag Stuttgart (2008), S. 124 f.

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Für die Ausführung des neuen Eberhard-Denkmals bekam der Künstler ein Atelier in der Orangerie zur Verfügung gestellt. Den weißen Marmor für seine Figurengruppe suchte Paul Müller selbst aus im Vintschgauer Martell-Tal. Dort wurde der 7000-Zentner-Brocken zunächst pyramidenförmig auf ca. 2000 Zentner zurechtgehauen. Der Transport des noch immer riesigen Blocks von Tirol nach Stuttgart erforderte für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Vorrichtungen und Fuhrwerke. Dies machte das Denkmal schon vor seiner Fertigstellung zur Sensation. Von Januar 1880 an arbeitete Müller an seiner Eberhardsgruppe. Im Mai 1881 wurde sie dann aufgestellt, inmitten eines neu geschaffenen Rondells in der Hauptachse des Schlossgartens.

Im Staatsanzeiger für Württemberg No. 126 vom 2. 6. 1881, S. 981 wird das neue Denkmal erläutert und gewürdigt:

... Vor vier Jahren hat Württembergs König im Verein mit Seinem Volke zu Tübingen die vierhundertjährige Jubelfeier der Universität begangen: heute steht in den Königlichen Anlagen ein großartiges Marmorbild, welches König Karl zur Erinnerung an ein berühmtes Wort seines großen Ahnherrn errichten ließ, jenes Wort, welches Graf Eberhard bei einem Gastmahl im Kreise der deutschen Fürsten zum ewigen Ruhm seines treuen Volkes ausgesprochen hat: daß er im Schoße jedes seiner Unterthanen sicher schlafen könne. Der Bildhauer, welchem die Fertigung dieses Denkmals übertragen wurde, Paul Müller, hat diesem fürstlichen Worte in kühnem Wurf greifbare Verwirklichung gegeben, indem er den Grafen darstellt, wie er, etwa nach der Jagd, von der Nacht überrascht, im Schooße eines Hirten ruht, während dieser in Treue über seinem schlafenden Herrn wacht.

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Der Künstler wird sich selbst nicht verhehlt haben, welche Bedenken der plastischen Darstellung des schönen Fürstenwortes entgegenstehen. Um das Band der Treue, welches unsere Fürsten mit ihrem Volke verbindet, gemäß dem Ausspruch des erlauchten württembergischen Grafen zu verherrlichen, scheint die Poesie die geeignetere Kunst; wenn der Gedanke in Marmor fixirt werden soll, so stößt der Künstler auf die Schwierigkeit, daß er den Fürsten schlafend darstellen muß. Deßhalb gipfelt das Werk des Bildhauers in dem Hirten, ihm ist Leben und Bewegung eingehaucht, für die Charakterisirung des Fürsten mußte der Künstler sich auf die äußeren Insignien der Würde beschränken, da die geistige Bedeutung bei einem Schlafenden nur in beschränktem Maß zum Ausdruck gelangen kann. Es erscheint deßhalb das Monument, und es liegt dies wohl in der Absicht des königlichen Stifters, weniger als ein Erinnerungsmal an den ersten Herzog von Württemberg, denn als ein Symbol des innigen Bandes zwischen Württembergs Fürstenhaus und Volk. (...)

Wie schon erwähnt, ist die Hauptfigur der wachende Hirte, ein kraftvoller lockiger Jüngling. Der Bildhauer hat als Modell dazu einen schönen jungen Mann schwäbischen Stammes gefunden. Der Hirte späht umher, ob nicht Gefahr sich nahe; dabei scheint dem Bildhauer die in Wildbad als Relief zu sehende Erzählung von der Flucht Graf Eberhards des Greiners vorgeschwebt zu sein, welcher vor den ihn überfallenden Feinden auf dem Rücken des treuen Bauern sich rettet (im J. 1367). In der Rechten hält er den Hirtenstab, mit der Linken stützt er sich auf den Baumstamm, auf welchem er sitzt (...) In seinem Gesichte spiegelt sich eine freilich schon vorübergehende Besorgniß; man sieht ihm an, daß er das theure Gut, das er mit seinem Leibe deckt, mit Einsetzung seines Lebens zu vertheidigen bereit wäre. Es mag den Künstler nicht wenig Studium gekostet haben, bis er die beiden Personen der Gruppe in eine zugleich richtige und schöne Stellung zu einander gebracht hatte. Der Fürst im Leibrock mit herabgefallenem herzoglichem Mantel, die goldene Kette mit dem Medaillon seines kaiserlichen Freundes um den Hals, das Hifthorn und das Schwert an der Seite, lehnt mit dem Haupte an der Brust des Hirten, indem er die Linke auf dessen Knie gelegt hat und die Rechte nachlässig herabsinken lässt. Am Boden liegt die Armbrust sammt Köcher. (...)

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Das Antlitz trägt im Schlafe den Ausdruck der Zufriedenheit und wohlthuender Sicherheit. Die Gestalt des Grafen ist bei aller Reckenhaftigkeit fein in den Proportionen, die Hände sind im Gegensatz zu der knochigen Faust des Hirten fein gegliedert. Alle Details der weit überlebensgroßen Gruppe (nahezu dreifache Lebensgröße) sind von Müller mit außerordentlicher Feinheit behandelt. Der Marmor ist blendend weiß. (...) Das Denkmal unterbricht mit seinen riesigen Dimensionen den Blick durch die Allee hinunter zur Hylasgruppe; schimmernd in jugendfrischer Reinheit zieht es von weitem die Blicke auf sich und ist ein Gegenstand zahlreichen Besuches. (...)

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3.3 Timo Brunke, Eberhard im Park

Auch wenn die Eberhardsgruppe seit der Umgestaltung des Mittleren Schlossgartens in den 1960er und 1970er Jahren ihren zentralen Standort verlor, zog sie dennoch auch an ihrem neuen Platz zwischen Landespavillon und Ferdinand-Leitner-Steg die Blicke der Stuttgarter auf sich. Als Beleg dafür Timo Brunkes Kolumne aus der Stuttgarter Zeitung Nr. 50 vom 2. März 2010, S. 22 (mit Genehmigung des Autors):

Sieh, von Eibengrün umgeben
Chillen sie, in Stein gehaun:
Zwei altschwäbische Idole
Auf der Basis von Vertraun.

„Eberhard, der mit dem Barte
Württembergs geliebter Herr“
Und ein namenloser Schäfer –
„Untertan“ heißt er leger.

Mit geschärften Augen, Ohren
Wacht der Hirte. Doch der Graf,
Der den Kopf „in Schoß“ ihm legte –
Nichts stört seinen Fürstenschlaf.

Mag die Schillerstraße dröhnen
Brülln der Gebhard-Müller-„Platz“ –
Diese beiden trotzen allem
Lärm und der Passantenhatz.

Ja, die beiden Marmormänner
Stehn fürwahr hier recht am Fleck,
Hier in Stuttgarts grüner Lunge
Gegen Feinstaub u. a. Dreck:
Kehrt im Park der Frühling wieder,
Werden Württemberger und
Württembergerinnen lagern
Auf dem weiten Rasengrund,

Picknickdecken schick entrollen
Nebenan, und voll Vertraun
In das Dasein tun und lassen
Was sie wollen, sich erbaun.

Mancher, der durch einen Wahlsieg
Amt und Würde sich errang
In der Schwabenmetropole
Und in steilem Tatendrang

Die natürlichen Belange,
Auch die Muße selbst vergaß
Käm’ durchaus auf diesem Rasen
Neu ins Lot, ins rechte Maß.

Hier in Wählers Arme sinken
Dürfte ihm das Herz erfülln,
Rauscht der Wind in den Platanen,
Manchen Übereifer stilln.
Solch Vertrauen möcht ich preisen
In die Bürger, das macht stark.
Sehen wir uns diesen Frühling?
Rollt die Decken in den Park!

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Fotos: Jörg und Inge Nunnenmacher

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Im Rahmen der Proteste gegen das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ wurde das Eberhardsdenkmal, in unmittelbarer Nähe zum Protest-Camp der Baumschützer gelegen, von den Projekt-Gegnern „genutzt“ (September 2010), bevor es dann seinen Platz wegen der Baumaßnahmen räumen musste.

Eberhardsdenkmal im Rahmen der Proteste gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21

Der neue Standort der beliebten Stuttgarter Skulptur ist nicht weit entfernt vom alten: Im Oberen Schlossgarten am John-Cranko-Weg. Gesäubert und weit besser sichtbar als zuvor erfreut sie dort nun alle, die sich vom Hauptbahnhof aus zum Staatstheater und zur Staatsoper begeben oder in den Parkanlagen Erholung suchen.

Eberhardsdenkmal in Stuttgart, neuer Standort 2013

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Fotos: Jörg und Inge Nunnenmacher

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