goethe

Künstler- und Denkerenzyklopädie

Johann Wolfgang von Goethe
(1749-1832)

»Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter« (1794-1795)

 

Kurzbeschreibung von den »Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter«

[Text] 

 

 

Wissenschaftliche Informationen zu den »Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter«

 

 Bluhm, Lothar: Goethes »incalculable Productionen«. Zur Kontextualität von Wilhelm Meisters Lehrjahren und den Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten.

In: Der europäische Roman zwischen Aufklärung und Postmoderne. Fs. zum 65. Geburtstag von Jürgen C. Jacobs. Hrsg. von Friedhelm Marx und Andreas Meier. Weimar 2001, S. 35-50.

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 Bluhm, Lothar: „In jenen unglücklichen Tagen ...“ Goethes Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten oder: Die Ambivalenz von Kunst und Gesellschaft.

In: Erzählte Welt – Welt des Erzählens. Fs. für Dietrich Weber. Hrsg. von Rüdiger Zymner u.a. Köln 2000, S. 27-45.

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 Oesterle, Günter: Die „schwere Aufgabe, zugleich bedeutend und deutungslos“ sowie „an nichts und alles erinnert“ zu sein. Bild- und Rätselstrukturen in Goethes „Das Märchen“.

In: Helmut J. Schneider, Rolf Simon, Thomas Wirtz (Hg.): Bildersturm und Bilderflut um 1800. Zur schwierigen Anschaulichkeit der Moderne. Bielefeld 2001, S. 184-209. 

Goethes „Märchen“ schließt das novellistische Erzählen in den „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten“ in einem - wie Goethe es selbst prononciert betont - „Übersprung“ ab. Die „Unterhaltungen“ setzen ein mit der Reflexion auf die Bedingung der Möglichkeit von Erzählen angesichts politischer Debatte und Parteienstreit. Die „Unterhaltungen“ beginnen im novellistischen Teil mit einem Erzählvertrag, um in diesem künstlich hergestellten Moratorium zu testen, wie unter schwierigen, „beinahe unmöglichen“ gesellschaftlichen und ästhetischen Bedingungen „unerhörte“, „aber mögliche“ Begebenheiten „als wirklich“ erzählbar sind. Die „Unterhaltungen“ enden als „Märchen“ mit einer Erzählform, in der „unmögliche Begebenheiten unter möglichen oder unmöglichen Bedingungen als möglich“ dargestellt werden. Dieses Paradox, der „Übersprung“ vom Unmöglichen zum Möglichen, entspricht exakt Goethes Märchendefinition. In einer Krisenzeit, in der geglückte Kommunikation zu den Seltenheiten gehört, scheinen Märchen fast religionsersatzbietend an der Zeit zu sein. Märchen machen wenigstens fiktional das Unmögliche möglich. Unter dem Problemdruck, Kommunikation unter gesellschaftlich unmöglichen Bedingungen zu bewerkstelligen, ist das Märchen, befreit vom Ballast bürgerlichen Lebens, gegenüber der Novellistik im Vorteil. Und doch benötigt umgekehrt das Märchen, in der Gefahr sich in der Sterilität bloßer Fiktion zu erschöpfen, eine Gegenseite, die mit dynamischer Kommunikation gesättigten Unterhaltungen.

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 Reinhardt, Hartmut: Ästhetische Geselligkeit - Goethes literarischer Dialog mit Schiller in den Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten.

In: Prägnanter Moment. Studien zur deutschen Literatur der Aufklärung und Klassik. Festschrift für Hans-Jürgen Schings. Hg. von Peter-André Alt, Alexander Kosenina, Hartmut Reinhardt u. Wolfgang Riedel. Würzburg 2002, S. 311-341.

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