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Künstler- und Denkerenzyklopädie

Franz Niklaus König
(1765-1832)

 

Kurzbiographie zu Franz Niklaus König

König, Franz Niklaus (1765—1832), Maler von Bern, wurde geb. den 6. April 1765. Sein Vater, ein Flachmaler, empfand das Bedürfniß guter Anleitung zum Zeichnen und ließ ihn den Unterricht des Malers Freudenberger genießen. Lebhaftes, heiteres Wesen, gesellige Talente und musikalische Anlagen verschafften dem jungen Manne Eingang auch in gebildete Kreise und mancherlei Bekanntschaften. Während er den Vater in seiner Arbeit unterstützte, trat er in Verkehr mit den damaligen Vertretern der schweizerischen Landschafts-Malerei, mit Rieter, Lafond, Biedermann und dem schon genannten Freudenberger, und empfing von ihnen die Anregung zu selbständiger Uebung der Kunst. Im J. 1798 bei der Invasion des französischen Heeres, hatte er Gelegenheit als Artillerie-Offizier in freilich erfolglosem Widerstande seine militärische Tüchtigkeit zu bewähren. In den Tagen politischer Unruhe, die darauf folgten, zog er sich nach dem Städtchen Unterseen — bei Interlaken — zurück. Schon seit 1789 verheirathet, sah er sich genöthigt, für Erwerbsquellen zu sorgen.

So ungünstig die Zeit für die Kunst, so günstig war in Unterseen die Umgebung für den Künstler. Während der 11 Jahre, welche K. im Mittelpunkt des Berner Oberlands zubrachte, entstanden mehrere seiner gelungensten Arbeiten, und diese trugen ihrerseits nicht wenig dazu bei, den Sinn für die Schönheiten der Alpenlandschaft zu wecken und die noch fast unbesuchten Gegenden bekannt zu machen. Er gab auch eine kurze illustrirte Beschreibung des Oberlandes heraus. K. war einer der Hauptanordner des großen Alpenhirtenfestes zu Unspunnen, im Jahre 1808, welches durch die klassische Schilderung der Frau von Stael berühmt geworden ist; und als König Friedrich I. von Württemberg, als einer der ersten Touristen das Berner Oberland bereiste, wurde der Künstler ihm zum Begleiter gegeben.

Im J. 1809 verlegte K. seinen Wohnsitz wieder nach Bern, wo er nun reichlich Beschäftigung fand. Er zeichnete sich aus durch Vielseitigkeit, ebensowohl in den dargestellten Gegenständen, als in seiner Technik; er malte Porträts, Genrebilder und Landschaften und zeigte die gleiche Gewandtheit in Oel wie in Aquarell-Malerei, in Kupferstich, Radirung u. Lithographie. Seine Richtung ging aber durchaus auf das Einfache, Anmuthige, Idyllische und am besten gelangen ihm kleine ländliche Szenen; nie ist er großartig, aber fast immer geistreich und originell in Auffassung und Wiedergabe.

(Ernst Bloesch)

Dokumentationen, Erst- und Neupublikationen im Goethezeitportal


 Jutta Assel und Georg Jäger: Transparent-Gemälde von Franz Niklaus König. Mit einer Rezension der Weimarer Kunstfreunde

(München September 2015)

Beim Bemalen von transparenten Lampenschirmen kam der Berner Maler Franz Niklaus König (1765-1832) auf den Gedanken von größeren Transparentbildern. Dabei  handelt es sich um "auf Papier mit Wasserfarben gemalte Bilder, die in einem Kasten oder Rahmen eingespannt von hinten beleuchtet und in einem verdunkelten Raum vorgeführt werden" (Goethe, Münchner Ausgabe, Bd. 13.2) Die Transparent-Gemälde eigneten sich besonders für Ansichten im Mondschein oder bei Sonnenaufgang sowie für "Effektbilder" mit Fackel- oder Feuerschein. Da die Bilder, meist beliebte Schweizermotive, großen Zuspruch fanden, eröffnete König 1815 in Bern ein "Transparenten-Kabinett" und ging später auf Reisen in die Schweiz, Deutschland und Frankreich, wo er seine Transparentbilder gegen Entgelt zeigte. In Weimar gab er eine Privatvorstellung für Goethe. Goethe und Meyer, die Weimarer Kunstfreunde, besprachen die Neuerung wohlwollend in der Zeitschrift "Über Kunst und Altertum" (1820), und diese Kritik verwendeten König und die nach seinem Tode das "Transparentgemälde-Kabinett" fortführenden Gesellschafter zur Werbung. Die zeitgenössischen Kritiken erörterten den Kunstwert der Erfindung sowie die Natur von Farben und Licht und deren Rolle in der Malerei. Das Goethezeitportal publiziert einige der vielgelobten Transparentbilder, gibt die Besprechung durch Goethe und Meier wieder und ergänzt sie durch weitere Zeugnisse samt einer Kurzbiografie Königs.

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