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Jutta Assel | Georg Jäger

Poccis Minnelieder
(1855)

Das Goethezeitportal stellt die vier Minnelieder vor, die Franz von Pocci zusammen mit Hyazinth Holland in losen Einzelblättern publizierte. Die Ausgabe war Teil der Festkultur der Münchner Künstlerschaft: Beim Maifest 1855 wurden 1.200 lose Blätter ausgeworfen, der größte Teil der Auflage. Die Seite weist auf die Münchner Burgen- und Ritterromantik hin, die sich um Ludwig Schwanthalers Humpenburg und die von ihm erbaute Burg Schwaneck entfaltet hatte und an der sich auch Pocci beteiligte. Hingewiesen wird auf die Wiederentdeckung und produktive Aneignung des mittelalterlichen Minnesangs seit Mitte des 18. Jahrhunderts und in der Romantik, an der Pocci mit seinen Minneliedern teil hatte.

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Gliederung

1. Minnelieder. Ein Pfingstgruß 1855
2. Hinweise zur Wiederentdeckung
und produktiven Rezeption der Minnelieder
3. Poccis Minnelieder
4. Pocci in der zeitgenössischen Kritik
Atanazy Raczyński über Pocci
5. Rechtlicher Hinweis und Kontaktanschrift

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1. Minnelieder
Ein Pfingstgruß 1855

Der Lenz mit grünem Schellengewand
Springt lustig über Stadt und Land
Und pflanzt sein freudenreich Panier,
Wir tanzen darum im Waldrevier.
Herr Lenz für diese selige Zeit,
Sei euch herztausiger Dank geseit.
In deinem offnen Minnehofe
Sing ich den Frawen und der Zofe,
Neig mich den guten Jungfräulein
     Voraus dem allerschönsten
     Herzliebsten Mägdelein.

*****

Wie Blumen auf der Aue
Der lichte Sonnenschein,
So geht mir schöne Fraue
Dein Wort in's Herz hinein.

Hei! wie's da fröhlich spriesset
Die Knösplein springen zu Hauf';
Die Blume des Liedes schliesset
Den duftigen Kelch mir auf.

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Mein Lieb trägt kein goldfarben Haar
Ist nur von nussbrauner Seiden,
Doch bin ich ihr treu auf immerdar
Und springt mein Herz in Freuden
Schau an ich ihre Wohlgestalt
Die ihr Gemüthe so manigfalt
Mit Wonne will überkleiden.

Ich minne deinen schönen Leib
Und dein wunderhelles Gemüthe!
Gesegne dich Gott, du reines Weib
Du süsse Maienblüthe.
Dass auf der Welt du werdest mein
Und ich mit dir zum Himmel ein
Ginge durch seine Güte.

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Ich bin ein armes Sängerlein
Und habe nichts als die Laute,
Doch tönt sie zu deinen Ehren rein
Du Süsse, Schöne, du Traute!
Du herzig Herz du lieb Amie,
Ein besser Mägdelein würde mir nie
Und nimmermehre auf Erden.

Wollt Gott ich hätt' ein Schlösslein gleich
Oder die Burg am Meere,
Wie stünde mein Muth so freudenreich
Der jetzt so schwach und schwere.
Will sie mich nicht, weiss was ich thu'_
Geh dann den tiefsten Walde zu
Dort Einsiedel zu werden.

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Es zieht der Maie mit hellem Getön
Singend über die Haide,
Da blühen Gilgen und Rosen schön
Der Minne zur Augenweide.
Ich hab nur einen guten Wahn
Dass ich der Liebsten unterthan
Und ewiglich möchte bleiben.

Der Sommer kam und der Herbst entwich,
Es fielen die Blätter der Linde,
Da bot ich die Hände so inniglich
Meinem herzliebsten Kinde.
Abi! [?] liegt aussen auch Schnee und Eis
Ich trag' im Herzen doch grünes Reis
Das soll auch ewiglich treiben!

Quelle:
Minnelieder. Ein Pfingstgruß von R[eding][von] B[iberegg].[Pseudonym für Hyazinth Holland] und F[ranz P[occi]. Druck von Dr. C. Wolf u. Sohn. [1855]. Umschlag mit 6 Blättern. Höhe: 17; Breite 14,5 cm. Dreifarbige Lithographie.

Verzeichnis der Werke Franz von Poccis 1821-2006 (Werkausgabe. Abteilung X. Bd. 1. München: Allitera Verlag 2007, Nr. 325. ISBN 978-3-86520-400-4

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2. Hinweise zur Wiederentdeckung
und produktiven Rezeption der Minnelieder

Mit seinen "Proben der alten schwäbischen Poesie des dreyzehnten Jahrhunderts. Aus der Manessischen Sammlung" hat Johann Jakob Bodmer das Interesse am Minnesang erweckt, indem er 1748 eine erste Ausgabe von Minneliedern vorlegte. In dem der Sammlung vorangestellten "Grammatischen Anmerkungen über die Sprache der schwäbischen Poeten" betont er, "daß die Sprache, in welcher unsre Poeten geschrieben haben, nichts weniger als barbarisch gewesen sey. Eine Vergleichung derselben mit der gegenwärtigen Sprache wird ihr und den Dichtern, von welchen sie angebauet worden, zu keinem Nachtheile gereichen. Leute von Geschmacke werden zugleich wahrnehmen, daß diese Poeten ihre so geschickte Sprache gebraucht haben, tausend artige, natürlich-einfältige, und in dem Grunde des menschlichen Herzens entsprungene Empfindungen auszubilden." (XL/XLI) Um das Verständnis der Worte zu erleichtern und in diesem Sinne zu befördern, dient ein umfangreiches "Glossarium". Der Gebrauch solcher Worte, zu denen auch die Schlüsselworte "Minne (Liebe, Venus)", "minnen (lieben)" und "minneklich (allerliebst)" zählen, ist ein Charakteristikum der in Anlehnung an den Minnesang neu gedichteten Minneliedern.

Studiert und fruchtbar rezipiert wurden die Minnelieder von den Mitgliedern und Anhängern des 1772 gegründeten Göttinger Hainbundes. Johann Martin Miller, ein Mitglied des Hainbundes, schreibt darüber in der Sammlung seiner Gedichte, in die er auch einige von ihm neu gedichtete Minnelieder aufgenommen hat:

"Man erlaube mir von diesem und den folgenden wenigen Minneliedern ein paar Worte! Bürger, Hahn, Hölty, Voß und ich fiengen an, um die damalige Zeit die Minnesinger gemeinschaftlich zu lesen und zu studieren. Voll von der Einfalt und Süssigkeit dieser Sänger, ganz in ihre Zeiten zurückgezaubert, versuchten wirs, ihnen etliche Lieder nachzusingen, und hatten dabey die Absicht, zum Studium dieser Denkmale deutscher Dichtkunst mehrere zu ermuntern, und sie auf wahre Simplicität und auch verschiedne alte gute Wörter aufmerksam zu machen, nicht aber, wie nachher Ein Recenent dem andern nachschwatzte, leeren Klingklang, dessen ohnedies schon genug ist, noch mehr in Gang zu bringen."

Als Beispiel sei das "Minnelied. An mein Liebchen" von 1772 zitiert:

Lang im Herzen, süsses Kind!
Hab' ich schweigend dich geminnt.
Aber, o wie konnt ich denken,
Solch ein minnigliches Kind
Würde Gegenhuld mir schenken?

Alles Glückes bist du reich,
Weiblich, zart, und Engeln gleich;
Nie ward schöners noch erblicket.
Keines Glückes bin ich reich,
Und mit keinem Reitz geschmücket.

Einen ganzen Sommer lang
Uebt' ich mich im Minnesang;
Aber kriegt' ich dich zu sehen,
Ach, da wars um Minnesang
Und um mich zugleich geschehen.

Blumen, weiß und roth und blau,
Sucht' ich auf der grünen Au,
Dich mit Kränzen zu gewinnen;
Aber, kamst du auf die Au,
Ach, da war der Muth von hinnen.

Jeden Reigen hielt ich mit,
Lernte künstlich Tanz und Schritt
Nach der Regel abzumessen;
Aber, tanzte Liebchen mit,
Ach, da war die Kunst vergessen.

Nun, o süsses, süsses Glück!
Lacht, o Liebchen, mir dein Blick.
Minne hat dein Herz bezwungen,
Und dein Arm, o süsses Glück!
Hält mich jeden Tag umschlungen.

In der Hochromantik hat Ludwig Tieck 1803 "Minnelieder aus dem Schwäbischen Zeitalter" mit Kupfern von Philipp Otto Runge herausgegeben. Die von ihm bearbeiteten Gedichte sind, wie bei Bodmer, der Manessischen Liederhandschrift entnommen. Die umfangreiche Vorrede zeichnet das idealische Bild einer Epoche, in der Poesie "ein allgemeines Bedürfnis des Lebens" (XIX) war - "und von diesem ungetrennt, daher erscheint sie so gesund und frei" - und charakterisiert den Minnesang in seiner "Mannigfaltigkeit der Formen"(XVIII): "Die gröste Mannigfaltigkeit entdeckt man in den Liedern der Minnesinger, selbst beim flüchtigsten Anblick, in Absicht der Sylbenmaasse, die gröste Verschiedenheit der Strofen, die verschiedenste Anwendung des Reimes. (XII) Diese Analysen dürften die Adaptionen des Minnesangs befruchtet haben.

In den folgenden Dezennien wird der Minnesang mehrfach produktiv rezipiert. So fügt Gräfin Hahn-Hahn ihrem Liederkranz "Der Kampf auf der Wartburg" mehrere Minnelieder ein und trägt auf diese Weise zum romantischen Projekt des Sängerkriegs bei, das durch die später entstandenen Fresken von Moritz von Schwind breiten Kreisen bekannt wurde.

Literatur:
* Mittelalterrezeption. Texte zur Aufnahme altdeutscher Literatur in der Romantik. Hrsg. von Gerard Kozielek (Deutsche Texte; 47) Tübingen: Niemeyer 1977. ISBN 3-484-19046-9
* Angelika Koller: Minnesang-Rezeption um 1800. Falldarstellungen zu den Romantikern und ihren Zeitgenossen und Exkurse zu ausgewählten Sachfragen (Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Bd. 1297) Frankfurt a.M.: Peter Lang 1992. ISBN 3-631-42568-6

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3. Poccis Minnelieder

Franz von Pocci hat zweimal Minnelieder veröffentlicht. 1835 erschienen die von ihm illustrierten (1) "Sechs Altdeutschen Minnelieder als Frühlingsgruß": "Maylied von Christian Hamle", "Wächterlied von Markgraf von Hohenburg", "Der Falke von Dem von Kiurenburg", "Minnelied von Jakob von der Warte", "Trennung",  und "Der Abendstern". 1855 gab Pocci gemeinsam mit Hyazinth Holland die hier vorgestellten vier "Minnelieder" heraus. Während in der Ausgabe von 1835 die Gedichte, bis auf die beiden letzten, namentlich genannten Minnesängern zugeordnet werden, fehlen bei den Gedichten der zweiten Sammlung Angaben zu Autoren. Die 1835 genannten Minnesänger sind in der Manessischen Liederhandschrift überliefert, die schon Bodmer und Tieck als Hauptquelle des Minnesangs nutzten.

Der Minnesang Poccis war eingebettet in die Festkultur der Münchner Künstlerschaft und die von Ludwig Schwanthaler initiierte Burgen- und Ritterromantik. "Schon am 25. August 1819 hatte der siebzehnjährige Schwanthaler einen Bund gegründet und ihm den Namen die 'Humpenau' oder die 'Humpenauer Gesellschaft' gegeben." (2) Die Bezeichnung "Humpenburg" war durch die 1816 in München uraufgeführte komische Operette "Hans Max Gießbrecht von der Humpenburg oder Die neue Ritterzeit" (Text von August von Kotzebue, Musik von Lindpaintner), die das ritterliche Treiben persifliert, eingeführt worden. (3) Mittelpunkt der Ritterspiele in München wurde die "Humpenburg" (4), die von Ludwig dem Storchenauer, wie Schwanthaler als Burgherr genannt wurde, im Keller des von ihm erbauten historistischen Gebäudes mit Wohnraum und Werkstätten eingerichtet wurde. "Jeder Besucher wird dort unwillkürlich in jene romantische Zeit versetzt, in der Ritterspiele mit Festgelagen, munteres Würfelspiel und Minnesang wechselten." (5) Zu den Recken der Humpenburg gehörte unter seinem Ritternamen Diepolt auch Graf Pocci. "Mit Pocci erdichtete sich Schwanthaler eine dem Klassizismus widersprechende Welt, die in der Verbrennung der Graecia, der Errichtung der Burg Schwaneck und den Ritterspielen der Humpenauer-Gesellschaft ihren Ausdruck finden sollte." (6) Am feierlichen Einzug in die Humpenburg nahm der Maler Joseph Schlotthauer als Minnesänger teil.

Auch die Ausgabe der hier vorgestellten Minneliedern war Teil der Festkultur der Münchner Künstlergenossenschaft: "Beim Künstler-Maifest in Pullach 1855 [wohl auf der von Schwanthaler über der Isar erbauten Burg Schwaneck] wurden 1200 lose Blätter ausgeworfen, der größte Teil der Auflage. Daher erklärt sich die große Seltenheit der vollständigen Exemplare im lithographischen Umschlage. Für den Rest wurde ein in Buchdruck ausgeführter Umschlag verwendet." (7) Das hier verwendete Exemplar hat einen solchen schlichten Umschlag in Buchdruck.

Anmerkungen:
(1) H. Holland: Franz Graf Pocci als Dichter und Künstler. München: C. Wolf & Sohn 1877, S. 21.
(2) Otten: Schwanthaler, S. 14.
(3) Hans Max Gießbrecht von der Humpenburg oder Die neue Ritterzeit. Eine komische Oper in 1 Akt von [August von] Kotzebue [1761-1819]. Musik von P[eter Joseph von] Lindpaintner [1791-1856]. Gedruckt mit Fleischmannischen Schriften 1816. Nur Gesangpartien (Digitalisierung durch Google). - Vollständiger Text in: Neue deutsche Schaubühne oder dramatische Bibliothek der neuesten Lust- Schau- Sing- und Trauerspiele. Bd. 2. Augsburg und Leipzig, in Kommission in der von Jenisch und Stageschen Buchhandlung o.J. (Digitalisierung durch Google) Dazu Laufer: Wie die Humpenburg zu ihrem Namen kam.

Herr von Ellern hat zu viele Ritter-Romane gelesen und lebt ganz im Mittelalter. Er erklärt sich zum Ritter Hans Max Giesbrecht von der Humpenburg; sein Schloss soll zur Burg werden, für die er "Burgämter" schafft: "Burg-Voigt", "Thurmwart", Herold, Narr mit Schellenkappe usw. Die Schlossbewohner spielen das Spiel mit, um den Alten von seinem Wahn zu heilen. Sie lassen die Ahnfrau erscheinen, sie sprechen die "ritterliche Kraftsprache" ("Zuerst sich wacker bezechen, / Dann wie ein Flegel sprechen, / Das ist altdeutscher Sinn"), die Tochter wird zum "Burgfräulein", um die ihr Geliebter, alias Ritter Panurgus von Donnerschwerdt, beim Vater anhält. Von ihm gekränkt, wirft er den Handschuh hin und bricht mit ihm eine Lanze. Die schmerzhaften "Ribbenstöße", mit denen der Vater aus dem Sattel gehoben wird, lassen ihn das Ritterwesen vergessen. Jeder tritt in seine alten Verhältnisse zurück, der Heirat seiner Tochter steht nichts mehr im Wege. 

Zum Mittelalterspiel gehört der Humpen. In einer Arie im "Eilften Auftritt" heißt es:

Wer da will aus Gläsern nippen,
O der netzt ja kaum die Lippen
     Noch mit Wein den struppichten Bart,
Aber aus den schweren Humpen
In das weite Maul ihn pumpen,
     Das heißt trinken nach Ritterart.

(4) Otten: Schwanthaler, S. 12. Über die Humpenauer Gesellschaft S. 14f., zum Einzug der Gesellschaft in die Humpenburg S. 53. - Zur "Humpenau" siehe auch Dreyer: Franz Pocci, S. 8-10. "Den Geist des Mittelalters zu erfassen, war das Streben dieser jugendlichen Feuerköpfe und in Fehden, Femgerichten und Turnieren konnte man sich nie genug tun." - Vgl. "Münchner Feste und die Allotria".
(5) L. Bock: München, ein Führer durch die Isarstadt und deren Umgebung. Leipzig 1860. Zitiert nach Otten: Schwanthaler, S. 325.
(6) Otten: Schwanthaler, S. 12.
(7) Verzeichnis der Werke Franz von Poccis 1821-2006 (Werkausgabe. Abteilung X. Bd. 1. München: Allitera Verlag 2007, Nr. 325.

Literaturhinweise:
* Proben der alten schwäbischen Poesie des dreyzehnten Jahrhunderts. Aus der Manessischen Sammlung. Hrsg. von Johann Jakob Bodmer. Zürich: Heidegger 1748. Reprographischer Nachdruck Hildesheim : Gerstenberg 1973. Digitalisiert durch die Bayerische Staatsbibliothek.
* Johann Martin Millers Gedichte. Ulm, bey Johann Konrad Wohler 1783. Zitate S.471f. und S. 129-131. Digitalisiert durch Google.
* Minnelieder aus dem Schwäbischen Zeitalter neu bearbeitet und herausgegeben von Ludewig Tieck. Mit Kupfern [von Philipp Otto Runge] Berlin, in der Realschulbuchhandlung 1803. Digitalisiet durch Google.
* Ida Gräfin Hahn-Hahn: Neue Gedichte. Leipzig, F. A. Brockhaus 1836. Hier S. 57ff. Digitalisiert durch Google.
* Aloys Dreyer: Franz Pocci der Dichter, Künstler und Kinderfreund. München und Leipzig bei Georg Müller 1907.
* Frank Otten: Ludwig Michael Schwanthaler 1801-1848. Ein Bildhauer unter König Ludwig I von Bayern (Studien zur Kunst des neunzehnten Jahrhunderts; 12) München: Prestel 1970. ISBN 3-7913-0305-8
* Münchner Feste und die Allotria. Ein Jahrhundert Kulturgeschichte nacherzählt und festgehalten von Peter Grassinger. Dachau: Verlagsanstalt "Bayerland" 1990. ISBN 3-89251-097-0
* Ulrike Laufer: Wie die Humpenburg zu ihrem Namen kam oder August von Kotzebue und die neue Ritterzeit in München. In: Biedermeiers Glück und Ende. ... die gestöte Idylle 1815-1848. Hrsg. von Hans Ottomeyer. München: Hugendubel 1987, S. 568f. ISBN 3-88034-310-1

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4. Pocci in der zeitgenössischen Kritik
Atanazy Raczyński über Pocci

Der Graf Pocci ist ein eben so trefflicher Zeichner, wie Musiker. Die Sangweisen mit Randzeichnungen, welche er nach und nach bekannt gemacht hat, sind Beweise dieses doppelten Talents. Die bekanntesten sind "Blumenlieder für Knaben und Mädchen," dann "sechs Altdeusche Minnelieder als Frühlingsgruss" 1836, "Bildertöne," und "Volkslieder" in dem "Festkalender in Bildern und Liedern geistlich und weltlich." Jemand, der sie gut kannte, sagte sehr richtig: "alles, was von ihm kömmt, ist wohllautend, seine Zeichnungen sowohl, als seine Sangweisen." [...] Man wird finden, dass diese Zeichnung eben keine grosse künstlerische Entwicklung zeigt, aber sie trägt im höchsten Grade das Gepräge reiner Eindrücke; in Hinsicht der Gemüthlichkeit und der Einfachheit ist es kaum möglich, etwas besseres zu sehen; die Anmuth, die daraus hervortritt, hat ihre Quelle in der Kindlichkeit, welche das Talent des Grafen Pocci unterscheidet. [...]

Man könnte finden, dass er in gewisser Hinsicht nächste Ähnlichkeit mit Neureuther und Schwind zeigt: aber im Grunde gehört sein Talent keiner andern Abtheilung an: er ganz allein bildet eine für sich.

Quelle:
Atanazy Raczyński: Geschichte der neueren deutschen Kunst. Bd. 2. München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien. Mit einem Anhange: Ausflug nach Italien. Übersetzt von Friedrich Heinrich von der Hagen. 1838. Eintrag Franz Graf Pocci, S. 294f.

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Siehe die weiteren Pocci-Seiten im Goethezeitportal

Sechs Lieder gedichtet von Fr. Beck
als Weihnachtsgabe den Kindern gewidmet
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6860

Weihnachtslieder
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6851

Blaubart.
Ein Märchen
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6861

Das Märlein
von Schneeweisschen und Rosenroth
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6862

Das Mährlein von Hubertus
und seinem Horn
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6863

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