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Aktueller Newsletter des Goethezeitportals No. 8 vom 7. Oktober 2013

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»Das Beispiel Goethe. Zur Konstituierung eines nationalen Klassikers«

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Goethezeit,

im heutigen Newsletter möchten wir Sie gerne auf drei wissenschaftliche Beiträge aus unseren Empfehlungen der Redaktion aufmerksam machen.

 

Maximilian Nutz:  Das Beispiel Goethe. Zur Konstituierung eines nationalen Klassikers

Die Etablierung Goethes als „Klassiker“ im 19. Jahrhundert ist Teil einer komplexen Wirkungsgeschichte, in der die Deutung des Werks mit dem Interesse an der Person aufs engste verknüpft ist. Noch im Untertitel einer jüngst erschienenen Goethe-Biografie wird ein zentrales Denkmuster der Rezeption aufgegriffen, dass das „Leben“ des Dichters sein eigentliches „Kunstwerk“ gewesen sei. Goethe wird zur Projektionsfigur eines scheinbar autonom gestaltbaren Lebens in einer immer komplexer werdenden modernen Gesellschaft, zum Lehrmeister einer humanen Bildung des Individuums, das vor allem nach 1945 noch als Rettung angesichts einer beschädigten Identität noch einmal beschworen wurde.

Der Aufsatz skizziert diskurs- und mentalitätsgeschichtlich Stationen eines Rezeptionsprozesses von der frühromantischen Inthronisation Goethes als „Statthalter des poetischen Geistes auf Erden“ (Novalis) bis zur Bedeutung der „Goethe-Philologie“ für die Institutionalisierung einer Wissenschaft von der deutschen Sprache und Literatur in der Bismarckzeit und im Wilhelminismus. Untersucht werden dabei die zentralen Wahrnehmungs- und Deutungsmuster in der Rezeption von Werk und Leben eines Dichters, in denen sich auch politisch-gesellschaftliche Entwicklungen des 19. Jahrhunderts spiegeln, die in der Kritik der Jungdeutschen am „Fürstenknecht“ Goethe ebenso deutlich werden wie in der Instrumentalisierung Goethes für die Aufwertung des nationalen Selbstwertgefühls.

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Walter Hettche: Mit dem zärtlichsten Gefühle. Karl Ludwig von Knebel im Briefwechsel mit Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Karl Ludwig von Knebel (1744-1834) ist als der Weimarer "Urfreund" Goethes in die Literaturgeschichte eingegangen, sein Leben vor der Begegnung mit Goethe ist dagegen weniger bekannt. Der Beitrag zeigt ihn als jungen Schriftsteller im Briefwechsel mit dem anakreontischen Lyriker Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803), der ihn zum "zweiten Kleist" stilisierte, also einem literarischen Erben des in der Schlacht bei Kunersdorf gefallenen Dichters Ewald Christian von Kleist (1715-1759). Knebel hat sich allerdings kaum als eigenständiger Autor hervorgetan; seine literaturgeschichtliche Leistung sind die Übersetzungen der Elegien von Properz und des Lehrgedichts "De rerum natura" des Lukrez.

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Klaus H. Kiefer: «C’est incroyable» ‒ Goethe et la gravure satirique du Directoire, ou: La comparaison infinie

La campagne d’Italie du général Bonaparte contrarie le second « Voyage italien » de Goethe. Faisant halte à Francfort au mois d’août 1797, Goethe découvre une collection de 200 gravures satiriques françaises. Goethe en choisit 55, datées entre 1795 et 1797, et en dicte à son secrétaire Geist de courts commentaires, très spontanés, en vue d’une future publication qui pourtant ne se réalisera pas. Images et textes s’éclaircissent réciproquement, et Goethe apprécie en particulier les gravures « symboliques » telle « L’inconvénient des perruques » de Carle Vernet. Au contraire du « Carnaval romain » que Goethe vécut en chair et en os, les gravures ne lui servent que de reportage télévisé, mais lui permettent une vue approfondie et unique pour cette époque de la France postrévolutionnaire. Au carnaval « liberté et égalité » avaient encore besoin de masques, tandis que modes et loisirs du Directoire promettent à Goethe une société moderne libérale.

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Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!



Ihr Goethezeitportal-Team

Dr. Danica Krunic

 

 

 

 

 

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