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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Aktueller Newsletter des Goethezeitportals No. 9 vom 15. Juli 2012 

Klicken Sie hier, falls Sie den Newsletter nicht optimal lesen können: http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6593 

 

»Die „Schmetterlinge“ der Revolution«

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Goethezeit,

im heutigen Newsletter möchten wir Sie auf einen Glanzpunkt von Klaus H. Kiefer zu Goethes Kupferstichen aufmerksam machen:

 

 


 Klaus H. Kiefer: 
Die „Schmetterlinge“ der Revolution.
 Goethes „Recension einer Anzahl französischer satyrischer Kupferstiche“ 1797

Da General Bonaparte in Oberitalien Krieg führt, kann Goethe nicht die geplante zweite Italienreise antreten. Als er August 1797 in Frankfurt Station macht (um dann nur die Schweiz zu bereisen), erhält er dank einer Sammlung von 200 französischen Kupferstichen Einblick in die außen- und innenpolitische Lage Frankreichs nach Ende der Jakobinerdiktatur. Goethe wertet 55 der Stiche aus ‒ der gemeinsame Nenner lautet „Satire“ (gegen „Einheimische“ und gegen „Fremde“) ‒ und diktiert seine Eindrücke zwecks weiterer Verwendung. Das Vorhaben, seine „Recension“ zu einem Beitrag für Schillers „Horen“ und nach deren Einstellung für seine „Propyläen“ auszuarbeiten, bleibt unausgeführt, vielleicht auch, weil er die (inzwischen vermutlich verstreute) Sammlung „aus den Augen“ verloren hatte. Erst die Münchner Ausgabe würdigt Goethes „kunstsoziologischen“ Versuch, der in der deutschen Revolutionsrezeption einzigartig ist. Die von Klaus H. Kiefer wieder zusammengetragenen und kommentierten Stiche illustrieren Goethes morphologische „Sicht“ der geschichtlichen Entwicklung. Im Bild der „ausgekrochenen Schmetterlinge“ begrüßt er die bunte und bewegte Epoche des Directoire als Metamorphose der Französischen Revolution.

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Weitere Glanzpunkte aus unserem Italienprojekt


 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Taormina: Das antike Theater. Ansichten auf alten Postkarten und Reisebeschreibungen

Die Sizilienreisenden der Goethezeit besuchten Taormina wegen des gut erhaltenen antiken Theaters, das auf einem Felsen über den Ort gelegen ist und eine fantastische Aussicht gewährt auf das Meer, die Küste und den rauchenden, schneebedeckten Ätna; sie genossen insbesondere Sonnenaufgang und Sonnenuntergang von den obersten Sitzen des Theaters. "Aetna! wer malt dein Bild, wo die Natur dich in deiner vollen Hoheit und Größe malt! Solche Töne und Tinten mischt keines Künstlers Hand, und so malt kein Sterblicher", schreibt der Maler Carl Graß. Das Goethezeitportal publiziert Auszüge aus vier Reisebeschreibungen vom späten 18. bis ins frühe 19. Jahrhundert, darunter Goethes "Italienische Reise", und dokumentiert mit 25 Ansichten den "touristischen" Blick auf das Theater in den verschiedenen Ausgrabungszuständen und vom Theater auf den Ort, die Küste und immer wieder den Ätna. In Vorbereitung sind weitere Seiten zur Stadt, zur Besteigung des Ätna und über Land und Leute.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Taormina: Ort, Theater, Umgebung. Ansichten auf alten Postkarten und Reisebeschreibungen

Nach dem antiken Theater stellt das Goethezeitportal die Stadt Taormina mit ihrer Umgebung vor. Die Motive umfassen Gesamtansichten, den Dom mit seinem Brunnen und dem Wahrzeichen der Stadt: der Zentauressa, Kirchen und Paläste - darunter der Palazzo Corvaia, Palazzo Ducale S. Stefano und Badia Vecchia in einem Mischstil aus gotischen und arabischen Elementen -, Ansichten der Stadt mit weiteren Denkmälern aus der Antike und der Zeit der Sarazenen, der Küste mit der Felseninsel Isola Bella, Capo S. Andrea und Capo Taormina sowie Castel Mola, über der Stadt auf einem Felsen. Auszüge aus vier Reisebeschreibungen der Goethezeit, darunter eine detaillierte Beschreibung des antiken Theaters, dokumentieren den damaligen Wissensstand wie auch die herrschenden Meinungen. Besucht wurde "die unglückliche, spitzbübische Stadt Taormina", "das verrufenste, ödeste und düsterste Nest " (Kephalides), allein um des Theaters und der Aussicht auf den Ätna wegen. Den meist norddeutsch und protestantisch geprägten Reisenden fiel die Armut der Bewohner und deren Mangel an Industriosität, d.h. "Selbstdenken", Thätigsein" und "Verbeßrung" auf (Bartels), sie prangerten das Mönchswesen und die Bettelei mit dem Leben in den Tag hinein an. Erst im Zuge des Tourismus wurde die Romantik des Ortes entdeckt, wie sie die alten Postkarten herausstellen. 

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Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!



Ihr Goethezeitportal-Team

Dr. Danica Krunic

 

 

 

 

 

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