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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Aktueller Newsletter des Goethezeitportals No. 1 vom 06. Januar 2012 

»Faust-Illustrationen von Hans Stubenrauch«

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Goethezeit,

das neue Jahr 2012 läutet auch das zehnjährige Jubiläum des Goethezeitportals ein. Vor genau zehn Jahren entstand die Idee, das gesamte Wissen über Goethe und seine Zeit, seine Wegbereiter, Wegbegleiter und Widerstreiter an einem zentral zugänglichen Ort zu sammeln. Es sollten neue Möglichkeiten der Wissensvermittlung ausprobiert werden, um auch dem Bewohner des 21. Jahrhunderts jene ferne goethische Epoche anschaulich werden zu lassen. Es sollte eine Plattform geschaffen werden für den interdisziplinären und interkulturellen Austausch. Die Ideen waren freilich hochgesteckt, ihre Verwirklichung nicht immer ganz einfach, manches noch gar nicht begonnen. 

Doch mittlerweile hat sich das Goethezeitportal nach zweijähriger Konzeptions- und Realisierungsphase sowie achtjähriger Laufzeit zu einem bedeutenden Versammlungspunkt goethezeitlicher Kultur entwickelt. Dank des ehrenamtlichen Engagements der Mitstreiter konnte eine beachtliche Anzahl an Forschungsbeiträgen und reich illustrierter Artikel, von denen einige wahrlich einen Seltenheitswert haben, publiziert werden. Allein in den letzten fünf Jahren wurden die Seiten des Goethezeitportals von unserer treuen Leserschaft über fünf Millionen Mal besucht. Gibt man bei GOOGLE den Suchbegriff "Goethe" ein, wird das Goethezeitportal schon auf der ersten Seite angezeigt. Diese Erfolge machen uns sehr glücklich und spornen uns zu weiteren Schritten an. 



Faust-Illustrationen von Hans Stubenrauch

So beginnen wir das Jahr mit einem ganz besonderen Beitrag von Jutta Assel und Georg Jäger zu Faust-Illustrationen von Hans Stubenrauch.

Faust-Illustrationen Stubenrauch

Über den Münchner Illustrationszeichner Hans Stubenrauch gibt es nur wenige gesicherte Daten. Diese weisen als sein Tätigkeitsfeld weniger die scharf karikierende als die launige Zeichnung zum Schmunzeln aus, wie man z.B. aus einigen Illustrationen in den „Fliegenden Blättern" ersehen kann, denen er als Mitarbeiter seit 1907 angehörte. Anders als viele seiner Kollegen blieb Stubenrauch dem ‚altmodischen’ realistischen Stil des traditionellen Witzblattes treu, d.h. er ‚stilisierte’ nicht, wurde kein Jugendstil-Künstler. Die Postkarten-Serie zum Faust, die vielleicht um 1930 datiert werden kann, zeigt Stubenrauch jedoch als durchaus eigenwilligen Künstler: Neben den herkömmlichen Kompositionen im Freien („Osterspaziergang“, „In Marthens Garten“) sind die Interieurszenen in Themenwahl und Gestaltung originell: vor einen intensiv orangengelben Licht im Hintergrund hebt sich jeweils Fausts Gestalt monumental ab. Besonders der „Erdgeist“ schlägt nicht nur Faust, sondern auch den Betrachter in seinen Bann. Da das Werk des 1941 verstorbenen Künstlers mit Beginn des Jahres 2012 gemeinfrei geworden ist, kann das Goethezeitportal die dem Faust-Zyklus gewidmete Seite freischalten.

  Zur Dokumentationhttp://www.goethezeitportal.de/index.php?id=758 


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Schwächling und Despot. Süleyman der Prächtige im deutschen Drama des 18. Jahrhunderts

Der Aufsatz untersucht die Ikonographie des türkischen Herrschers im deutschen Drama des 17. und 18. Jahrhunderts am Beispiel Solimans (Süleymans II.), des berühmtesten der osmanischen Sultane. Vor allem zwei Komplexe aus der Regierungszeit Solimans haben zu dramatischen Gestaltungen angeregt: Der Sturz des allmächtigen Großwesirs Ibrahim und die Hinrichtung des eigenen Sohnes Mustapha. Im Zentrum der Untersuchung stehen die spätbarocken „Soliman“-Dramen Daniel Caspers von Lohenstein und August Adolph von Haugwitz’, das Dramenfragment „Giangir“ (1748) von Gotthold Ephraim Lessing und das Drama „Mustapha und Zeangir“ (1761) von Christian Felix Weiße (1726-1804), Beispielen für die Weiterentwicklung von Mentalität und dramaturgischer Technik. Wie die abschließende Reflexion zeigt, war die Gestaltung des Türkenherrschers immer von der jeweiligen politischen Konstellation abhängig: Je größer die reale Gefahr einer Türkeninvasion war, desto negativer fiel das Bild des Herrschers aus. Die am Ende des 18. Jahrhunderts so beliebte Türkenoper zeigt dagegen bereits, dass die militärische Gefahr als überwunden gegolten hat: Aus dem Gewaltherrscher wurde nun ein geradezu humanistisch handelnder Fürst, der den europäischen Königen und Fürsten als Vorbild dienen konnte. Insofern fügt die Literatur der historischen Dokumentation immer eine intentionale Interpretation hinzu: Imagologie und Alteritätsforschung zeigen, dass Völkerbilder keineswegs bloße Abbilder von Realität, sondern eine Mixtur aus traditionellen Klischees und wenigen empirischen Daten sind, die sich – in Pro und Contra – am herrschenden Paradigma bzw. dem dominanten Diskurs orientierten. Dies gilt umso mehr für das Türkenbild, da diese deutschen Dichter des 18. Jahrhunderts keine empirischen Kenntnisse von Türkei und Türken bzw. dem osmanischen Reich und seinen Bewohnern hatten.

  PDF-Fassung 
http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/aufklaerung/grimm_soliman.pdf 

 

 

Wir wünschen Ihnen ein frohes neues Jahr und viel Vergnügen beim Lesen!



Ihr Goethezeitportal-Team

Dr. Danica Krunic

 

 

 

 

 

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