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Kultur- und Veranstaltungskalender: Juni 2005

  • Heinrich von Kleist:
    Beklagenswerter Sonderling oder gelehriger Schüler Schillers?

«Was Kleist von Schiller grundsätzlich getrennt habe, war, so hat man lange geglaubt, "Wesensfremdheit": hier der unglückliche Kleist, mit "unheilbarer Traurigkeit" geschlagen, dort der harmoniesüchtige Schiller. Aber die Wirklichkeit sah anders aus. Kleist hat sich immer wieder mit Schiller auseinandergesetzt, hat ihn ausführlich zitiert. Den sichern Weg, zum Glück zu gelangen, suchten beide: darin waren sie (anfangs noch) durchaus Aufklärer. Aber beide haben sich dann von der Aufklärung verabschiedet, und wenn bei Kleist am Ende nur das "innerste Gefühl" den Kompaß des Menschen liefern kann, so gibt es bei Schiller Vergleichbares: Ahnungen, den Glauben wider besseres Wissen, Träume und Offenbarungen, die sogar Weltgeschichte machen. Waren sie am Ende doch Wesensverwandte?»

Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Koopmann, Universität Augsburg am Sonntag, 26. Juni 2005, 11 Uhr in Heilbronn, Schießhaus (Frankfurter Straße, Nähe Hauptbahnhof)

Gemeinschaftsveranstaltung von Kleist-Archiv Sembdner und Literarischem Verein Heilbronn e.V.

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  • Das Auge Licht sein lassen. Goethe - Roma
    Barbara Camilla Tucholski, Zeichnungen

«Goethe hat sich im Zeichnen und mit dem Zeichnen in Rom umgetan und in der Wechselwirkung von Sehen und Zeichnen die geistige Energie der Orte wahrgenommen. Das liegt in der Substanz des Zeichnens, die in dem Augenblick, in dem sich Sehen und Zeichnen verknüpfen, Erfahrung von Gegenwärtigkeit im Zeitlosen ermöglicht.»

Barbara Camilla Tucholski, Stipendiatin der Casa di Goethe (November 2003– Februar 2004)

Eine Ausstellung der Casa di Goethe Rom und des Goethe-Nationalmuseums/Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen

Eröffnung: Donnerstag, 23. Juni 2005 um 19.30 Uhr

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  • Goethe e Tischbein tra il popolo di Roma

Als Ausgangspunkt dieses Vortrags dienen die in Zusammenhang mit Goethe entstandene Skizzen Johann Heinrich Wilhelm Tischbeins, im Laufen des ersten römischen Aufenthalts des Dichters (Oktober 1786 – Februar 1787). Illustriert und kommentiert wird eine Reihe von Treffen, die die Phantasie Goethes beeindruckten, so dass sie Spuren in seinen Briefen und in seinen Notizen aus Rom hinterlassen haben. Besonders nennenswert sind die aus einem dieser Treffen entwickelten Anregungen, die bei der Entstehung des Wilhelm Meisters gewirkt haben.

Roberto Zapperi: Historiker; Schriftsteller; Mitarbeiter an der Redaktion des Dizionario biografico degli italiani (Das biografisches Wörterbuch berühmter Italiener). Im Goethejahr 1999 entdeckte der römische Historiker in Weimars Archiven unbekannte Schriften über Goethes Leben in Rom und publizierte sie in seinem Essay Das Inkognito. Goethes ganz andere Existenz in Rom (Originaltitel: Una vita in incognito: Goethe a Roma, Bollati Bolinghieri, 2000).

Unterdessen besitzen das bis auf seine Ankunft in Malcesine auf Deutsch und danach auf italienisch verfasste Reisenkostenbuch, einige Noten über seine Ausgaben in römischen Gasthöfen und ein von einer unbekannten Römerin (wahrscheinlich die Geliebte des Dichters während seiner letzten Tagen in Rom) geschriebener Brief eine besondere Relevanz.

Vortrag von Roberto Zapperi am Mittwoch, 15 Juni 2005, 18.30 Uhr in der Casa di Goethe in Rom (ra)

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  • Winckelmann und Ägypten. Die Wiederentdeckung der ägyptischen Kunst im 18. Jahrhundert

»Die Wiederentdeckung des alten Ägypten erfolgte seit dem 17. Jahrhundert nicht im Niltal selbst, sondern in den Kunstkammern und Kuriositätenkabinetten europäischer Fürsten, zu denen stets auch Aegyptiaca gehörten, mitgebracht von Reisenden seit der römischen Kaiserzeit. J.J. Winckelmann, der Vater der klassischen Archäologie, spielt eine wichtige und bislang unbeachtete Rolle zu Beginn der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Altägypten im 18. Jahrhundert. Er hat – ein halbes Jahrhundert vor der Entzifferung der Hieroglyphen – die Kunst des alten Ägypten aus dem Umfeld mystifizierender Emblematik gelöst und als legitimen Vorläufer der griechischen und römischen Kunst etabliert. Damit hat Winckelmann auch die Grundlagen für das Ausstellungskonzept der Münchner Glyptothek Ludwig I. entscheidend geprägt.

Die Ausstellung „Winckelmann und Ägypten. Die Wiederentdeckung der altägyptischen Kunst im 18. Jahrhundert“ konzentriert sich auf Denkmäler und Kunstgattungen, die zur Wiederentdeckung der altägyptischen Kunst seit dem 17. Jahrhundert beigetragen haben. Sie sind in den fürstlichen und königlichen Kunstkammern und Kuriositätenkabinetten Europas (Dresden, Berlin) und in Privatsammlungen (Comte de Caylus, Paris) anzutreffen und haben die frühen Anschauungen von altägyptischer Kunst grundlegend geprägt. Sie bildeten schließlich die Voraussetzunge für die erste wissenschaftliche Beschäftigung mit der Kunst und Kultur Altägyptens.

Die frühen Reisenden nach Ägypten (Pococke, Norden), besonders seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, hatten mit ihren Reiseberichten und den diesen beigegebenen Stichen erste Anschauungen von Architektur und Skulptur des alten Ägypten vermittelt. Aber auch die in Rom betriebenen antiquarischen Studien und Bemühungen, Architekturformen wie die Obelisken, sowie die Mumien zu untersuchen und die Hieroglyphen zu entschlüsseln, haben dazu beigetragen, dass im 18. Jahrhundert eine erste wissenschaftliche Beschäftigung mit der Kunst und Kultur Altägyptens entstand. Hinzu kamen die Neufunde altägyptischer Plastik und ägyptisierender Plastik aus der Römerzeit (Villa Hadriana, Tivoli), die das Interesse an altägyptischer Kunst verstärkt angeregt haben.

Mit J.J. Winckelmann (1717-1768) standen Chronologie und Stil der Kunst im Mittelpunkt seiner kunstgeschichtlichen Betrachtungen, und er begründete damit eine neue Methode des Kunstverstehens, die bis in das 21. Jahrhundert führt. Die Frage der historischen und kunstgeschichtlichen Bewertung altägyptischer Kunst rückte damit in den Diskurs in Europa, etwa bei dem französischen Gelehrten Comte de Caylus oder bei Piranesi, und damit auch die Frage nach der Rangordnung der antiken Kulturen. Die wissenschaftliche Beschäftigung und die ersten Ansätze einer Periodisierung der altägyptischen Kunst hat schließlich zu ersten Ausstellungskonzeptionen für ägyptische Kunstwerke geführt, die am Beispiel des frühklassizistischen bzw. „archäologischen“ Pantheons in Wörlitz sowie der Münchner Glyptothek demonstriert werden kann.

Die Ausstellung führt die von J. J. Winckelmann in seiner „Geschichte der Kunst des Althertums“ beschriebenen ägyptischen Stücke – Statuen, Objekte der Kleinkunst und Gemmen – aus Paris und Rom (Villa Albani, heute München) , Dresden und Berlin, erstmals im Original zusammen, ergänzt um zeitgenössische Publikationen und Illustrationen.

Eine ausführliche Audio-Führung ermöglicht den Besuchern, die Kommentare und Erläuterungen Winckelmanns zu den jeweiligen Objekten vor dem Original zu hören.Das Konzept der Ausstellung entstand gemeinsam mit dem Winckelmann-Museum in Stendal.« (Homepage)

Adresse:
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
Residenz München, Eingang Hofgartenstraße

Öffnungszeiten:
Di-Fr 9-17 Uhr, Di auch 19-21 Uhr
Sa, So 10-17 Uhr, Mo geschlossen

Die Ausstellung dauert noch bis zum 25. September 2005.

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  • Goethes "Urfaust" im Schloss Heidelberg

»Böse, witzig, leidenschaftlich, teuflisch: mit dem Urfaust schuf Goethe als 23-jähriger „Stürmer und Dränger“ eine groteske kurzweilige Parabel.
Gretchentragödie und zugleich bitterböse Universitätssatire – zwischen diesen beiden Polen bewegt sich seine frühe Bearbeitung des Faust-Stoffes, inspiriert von den Geschichten um den sagenhaften Magier Faust, dem aufsehenerregenden Prozess um die Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt 1772 und Goethes eigenen Erfahrungen während seiner durchaus turbulenten Studentenzeit.

Und obwohl bereits das später ausgearbeitete „epochale Weltgedicht“ „Faust oder der Tragödie erster Teil“ anklingt, ist der Urfaust ein vollkommen eigenständiges Drama, das uns weit mehr zu zeigen vermag als eine bloße intellektuelle Werkschau, Skizze oder Vorarbeit.

Oberspielleiter Wolfgang Maria Bauer hat sich in Heidelberg mehrfach der großen Klassiker des Theaters angenommen. Zu seinem Abschied aus der Neckarstadt stellt der Regisseur, Autor und Schauspieler – dem Fernseh-Publikum seit Herbst 2004 auch als Kommissar Viktor Siska im ZDF bekannt - noch einmal seinen souveränen und sinnlichen Umgang mit den beeindruckenden open-air-Bedingungen des Heidelberger Schlosses unter Beweis.

Der Stoff des Urfaust im sogenannten Ballspielhaus zwischen Ruprechtsbau und Hirschgraben mit seinen vielgestaltigen verschiedenen Spielebenen lässt ihn dabei aus dem Vollen schöpfen.«

Inszenierung: Wolfgang Maria Bauer
Bühne: Dietrich von Grebmer
Kostüme: Nini von Selzam
Musik: Jochen Seiterle

Premiere am 25. Juni um 21.00 Uhr
Spielort: Ballspielhaus, Schloss Heidelberg

Weitere Informationen und Vorstellungstermine unter www.schlossfestspiele-heidelberg.de

 

  • Zweihundertjahrfeier von Giuseppe Mazzini Neueröffnung des Museo del Risorgimento in Genua

Anlässlich die Zweihundertjahrfeier für die Geburt Giuseppe Mazzinis wird am 1. Juni 2005 nach mehrjähriger Umstrukturierungsarbeit das Museum des Risorgimento neu eröffnet.

Ab dem 15. Oktober wird im genuesischen Palazzo Ducale die Ausstellung "Romantici e Macchiaioli. Giuseppe Mazzini e la grande pittura europea" präsentiert.

Anhand der Schriften Mazzinis werden Meisterwerke italienischer Künstler wie Canova, Hayez, Induno, Lega und Fattori mit den der wichtigsten Vertretern europäischen – insbesondere französisches -  Romantik, u. a. Delacroix, Delaroche, Scheffer, dessen Werke mit Freiheit und Volksleben Thematik sich befasst haben. [ra]

 

  • Goethe als Operettentenor
    Franz Lehár: Friederike, Singspieloperette in drei Akten

Einem besonderen Juwel der Goetheschen Wirkungsgeschichte hat sich das Institut für Theaterwissenschaft in München gewidmet: FRIEDERIKE - eine Operette von und mit dem Weimarer Olympier, in Töne gesetzt von Meister Lehár, von dem schon Ernst Bloch sagte: "Glückliche Zeit, die einen solchen Jüngling mit weißem Haar besitzt!"

»Was 1928 noch die kulturbewussten Gemüter erhitzte, kann heute mit Gelassenheit hingenommen werden: Der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe ist Mittelpunkt einer Lehár-Operette. Seine kurze Liebesaffäre mit der elsässischen Pfarrerstochter Friederike Brion ist Anlass für eine Fülle an mitreissenden Melodien und hintergründigem Humor. Die dabei vollkommen verdrehte historische Wirklichkeit entlockt höchstens einem Goethe-Spezialisten ein amüsiertes Kopfschütteln.

Seit 2001 finden auf der Studiobühne des ITW in regelmäßigen Abständen Operettenproduktionen statt. Die studentische Truppe unter der szenischen und musikalischen Leitung von Benjamin Künzel bietet eine eher unübliche Darbietung dieses heiteren Genres: Innerhalb einer knappen Stunde jagt das Ensemble mit Witz und Charme durch die Handlung, genießt den Melodienrausch und hält etliche Überraschungen bereit. Anstelle eines Orchesters wird die Aufführung am Klavier begleitet.

Auf der Studiobühne des Instituts für Theaterwissenschaft in München gelangt Franz Lehárs Friederike an drei Abenden zur Aufführung. Termine: 31. Mai (Premiere), 1. & 2. Juni 2005 je 20 Uhr.

Die Mitwirkenden: Edda Speth (Friederike), Silke Meier (Salomea), Rasmus Cromme (Goethe), Martin Laiblin (Lenz), Simon Boos (Weyland) und Günther Philipowski (Hauptmann Knebel). Benjamin Künzel (Regie / Klavier), Katja Krannich (Kostüm / Maske).«

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»Hans Christian Andersen (1805–1875) ist nach den Brüdern Grimm weltweit der bekannteste Märchenschriftsteller und hat mit seinen Eventyr (Märchen. Kopenhagen 1835) Weltgeltung erlangt. Schon früh wurde er durch Lektüre mit den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm bekannt und ist auch verschiedentlich mit ihnen in Berlin und Kopenhagen zusammengetroffen.

Doch während die Brüder Grimm für ihre Kinder- und Hausmärchen zahlreiche mündliche und schriftliche Quellen nutzten und auf diese Weise erstmals die gesamte europäische und orientalische Überlieferungstradition zusammenfassen, bewerten und aus diesem Material das romantische “Volksmärchen” hervorbringen konnten, schuf Andersen mit seinen Märchen etwas vollkommen Neues. Zunächst noch auf der Basis der bekannten Volksmärchen, wurden seine Märchen immer mehr zu kunstvollen Märchenkompositionen, die historische Elemente mit alltäglichen Dingen, Menschen und Tieren auch aus der Gegenwart zusammenbanden. Anders als die Brüder Grimm hat Andersen seine Märchen selbst erdacht und wird daher  – oft abwertend – als “Märchenschriftsteller” bezeichnet. Dennoch bezieht sich der dänische Schriftsteller in Sprache und Stil deutlich auf das Grimmsche Vorbild, und schon im 19. Jahrhundert wurden nicht nur die Märchen von Grimm und von Andersen häufig in Sammelbänden und Anthologien gemeinsam präsentiert, sondern bisweilen auch miteinander verknüpft und zu neuen Erzählungen miteinander verwoben. Viele Künstler, die sich mit dem Thema “Märchen” literarisch, illustrativ oder musikalisch auseinandergesetzt haben, gestalteten oft Motive in paralleler Weise aus beiden Sammlungen.

Auch für die meisten nachfolgenden Märchensammlungen und -adaptionen spielten die konträren Auffassungen über das Wesen des “Volksmärchens” und des “Kunstmärchens” eine wichtige Rolle, und das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit wurde und wird – auch mit Blick auf die Brüder Grimm und Hans Christian Andersen –  immer wieder kritisch diskutiert.

Das Brüder Grimm-Museum Kassel möchte den 200jährigen Geburtstag des berühmten dänischen Dichters nutzen, um die internationalen Zusammenhänge der verschiedenen Märchentraditionen zu verdeutlichen. Lange vor Grimm und Andersen existierte mit dem indischen Panschatantra und den Erzählungen der 1001 Nacht im Orient und vor allem in den romanischen Ländern mit den Sammlungen von Straparola, Basile, Perrault u.a. eine bedeutende Märchentradition. Daran haben sowohl die Brüder Grimm als auch Hans Christian Andersen unmittelbar und mittelbar angeknüpft.« (Homepage)

Ausstellung im Brüder Grimm-Museum Kassel vom 17. April 2005 bis zum 12. März 2006

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  • Schiller - Situationen für die Menschheit

»Die 200. Wiederkehr von Schillers Todestag nimmt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zum Anlaß, eine Ausstellung eigener Schiller-Bestände zu zeigen, die Leben und Werk des zweiten deutschen Klassikers in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit sichtbar machen.

Daß die Institution über eine überraschend umfangreiche Schiller-Sammlung verfügt, hängt unmittelbar mit ihrer Geschichte zusammen: Für die am 10. November 1859, Schillers 100. Geburtstag, von Otto Volger zusammen mit 50 Frankfurter Bürgern im Geist der 48er Revolution gegründete Institution war Schiller besonders wegen seines Freiheitsbegriffs ein angemessener Namenspatron. Als mit dem Ankauf des Goethe-Hauses 1863 die ersten Goethe-Autographen in das Eigentum des Hochstifts gelangten, begann man sofort, auch Schilleriana zu sammeln. Insbesondere Schillers Tochter Emilie von Gleichen-Rußwurm bedachte das Haus mit Geschenken, so etwa mit Johann Wolfgang von Goethes Handschrift des 7. Buchs von „Wilhelm Meisters Lehrjahren“, die nur durch Schiller erhalten ist, der sie sich von Goethe erbat, nachdem er ihm zahlreiche Hinweise zu diesem Roman gegeben hatte.

Die Ausstellung zeigt neben Briefen Schillers auch eigenhändige Varianten zu „Wilhelm Tell“ und zum „Demetrius“-Fragment, einer der letzten Niederschriften vor seinem Tod, seine Werke in Erstdrucken mit zahlreichen Illustrationen, Porträts von Schiller, seiner Familie und Zeitgenossen sowie Stadtansichten und Landschaften.

Anhand dieser Dokumente will die Ausstellung Leben und Werk des Dichters in einen biographisch-werkgeschichtlichen Zusammenhang stellen. Insbesondere wird veranschaulicht, in welchem Maße die verschiedensten Widerstände - des Herzogs von Württemberg, der Theater und Verleger- , sein zunehmend schlechter Gesundheitszustand, aber auch Freundschaften sein Denken und seine Dichtung geprägt haben. Die Zusammenarbeit mit Goethe stellt dabei ein wichtiges Kapitel dar.« (Beatrice Humpert)

Ausstellung im Freien Deutschen Hochstift vom 17. April bis zum 31. Juli 2005.

 

  • Kennst Du das Land - Italienbilder der Goethezeit

Carl Blechen, Nachmittag auf Capri, Detail, Österreichische Galerie Belvedere, Wien»Italien übte durch die Kunst und die Schönheit seiner Landschaft seit jeher große Anziehungskraft vor allem auf deutsche Künstler aus. Die Ausstellung veranschaulicht den tief greifenden Wandel, der sich im Blick auf die berühmten Landschaften in den Jahrzehnten um 1800 vollzogen hat. Sah man die klassischen Gefilde zunächst noch mit den Augen Claude Lorrains, eroberten die Künstler bald neues Terrain und entwickelten neue Bildformen, getragen von einem geradezu wissenschaftlichen Interesse an Phänomenen der Natur und einer tiefen Empfindung für die Bedeutung einzelner Orte in Mythos und Geschichte.

In vierzehn Kapiteln und mit 120 Gemälden, Ölstudien und Zeichnungen werden einzelne Orte von Rom bis Agrigent in den bedeutendsten künstlerischen Bildschöpfungen vorgestellt. Dabei entsteht ein Spannungsbogen zwischen den zeitlichen Polen der Epoche, aber auch zwischen dem offiziellen, komponierten Atelierbild und der unbefangenen, aus dem unmittelbaren Beobachten gewonnenen Studie.« (Homepage)

Ausstellung vom 04.05.2005 bis zum 31.07.2005 in der NEUEN PINAKOTHEK in München

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»Der kulturelle Austausch zwischen Deutschland und Italien hat eine lange Tradition. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts machten sich nach dem Vorbild der Bildungsreisen junger Adliger vermehrt Schriftsteller, Archäologen und bildende Künstler gen Süden auf. Dort galt es, sowohl die Überreste der antiken Kultur als auch die aktuell entstehende Kunst zu studieren. Hinzu kamen die Begeisterung für die Schönheit des Landes und seiner Natur sowie das scheinbar ungezwungene Leben vor Ort, was schließlich manche Nordländer bewog, für immer in Italien zu bleiben.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen über fünfzig Zeichnungen und Aquarelle aus dem Bestand der Museen für Kunst- und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck und einer norddeutschen Privatsammlung. Diese sich größtenteils durch ihren bildhaften Charakter auszeichnenden Werke spiegeln die Sehnsucht nach dem „klassischen“ Kunst- und Reiseland Italien wider. Insbesondere nach Rom und die umliegenden Gegenden sowie nach Venedig, Neapel zogen deutsche Künstler Ende des 18. Jahrhunderts und – am Ende der napoleonischen Besatzungszeit – Anfang des 19. Jahrhunderts in Scharen. Ihre Aufmerksamkeit galt sowohl der topographischen Darstellung der Städte und ihrer Bauten als auch der teils arkadisch-idyllischen, teils romantischen Landschafts- und Naturschilderung. Unter den zahlreichen „Italianisanten“ der Ausstellung finden sich etwa Jacob Philipp Hackert, Joseph Anton Koch, Ludwig Richter, Heinrich Reinhold, Franz Horny, Friedrich Nerly sowie Jacob und Rudolf von Alt. Die Entstehung der Werke fällt in den Zeitraum von 1769 bis 1870, was dem Betrachter einen Eindruck von den verschiedenen stilistischen Entwicklungen der Kunst um und nach 1800 vermittelt.

Zusätzlich werden im Gegenüber rund vierzig Gemälde präsentiert, auch unter Verweis auf die ständige Sammlung des Museums Georg Schäfer. Daß es nach 1800 keinen Sättigungsgrad italienischer Motive auf dem florierenden Bildermarkt bei den frühtouristischen Abnehmern gab – häufig waren es Deutsche, Russen und Franzosen –, versucht dieser Teil der Ausstellung zu zeigen. Deutlich wird die polare Entwicklung des Italieninteresses in der Zeit vor und nach 1800. Die ideale Landschaft und das idealtypische Porträt der schönen Italienerin begegnen hier einer Entwicklung zum marktgängigen Gut von nach Italien ausgewanderten deutschen Künstlern wie Friedrich Nerly und Carl Wilhelm Götzloff. Der Besucher sei eingeladen den spannungsreichen Aspekten der Malerei „Ideal und Sehnsucht nach dem Süden – Italia sacra“ und „Wirklichkeit und Ideal – Italia profana“ nachzuspüren.

Den besonderen Reiz der Ausstellung macht gerade das Verhältnis von authentischer Zeichnung und gemalter Auftragsarbeit aus. Als gemeinsame Präsentation sind beide Ausstellungsbereiche, Arbeiten auf Papier und Gemälde, aus konservatorischen Gründen nur bis zum 3. Juli 2005 zu sehen. Der Gemäldeteil bleibt mit leichter Variation bis zum 3. Oktober 2005 zugänglich.« (Homepage)

Gemäldeausstellung vom 24. April bis 3. Juli 2005 im Museum Georg Schäfer

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  • Gehorcht der Zeit und dem Gesetz der Stunde

Rolf Hochhuth und Martin Walser im Gespräch über Friedrich Schiller.

Moderation: Dieter Borchmeyer.

Am 09. Juni um 20.00 Uhr in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz, München.

Organisation: Bayerische Akademie der Schönen Künste

 

 

 

»Patriotische Gesellschaft und ZEIT-Stiftung veranstalten Redereihe zum 200. Todestag des Dichters.

Der Todestag des großen Dichters und Historikers Friedrich Schiller jährt sich am 9. Mai 2005 zum 200. Mal. Aus diesem Anlass erinnern ZEIT-Stiftung und die Patriotische Gesellschaft mit der mehrteiligen Redereihe Schiller lebt. an den Aufklärer.

„Schiller und das Recht“ stehen im Mittelpunkt der Rede Schiller lebt. von Prof. Dr. Klaus Lüderssen am 16. Juni 2005. Lüderssen lehrt Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie in Frankfurt am Main.« (Homepage)

Alle Veranstaltungen Schiller lebt. finden jeweils um 19 Uhr im Auditorium maximum der Bucerius Law School in der Jungiusstraße 6 in Hamburg statt, der Eintritt ist frei.

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Der Topos vom computerbesessenen Mann, der schon seit E.T.A. Hoffmanns Erzählung »Sandmann« unentwegt von der Maschine als perfekter Geliebten träumt, ist einer der Hauptthemen des 1. Junggesellenpreises für Netzliteratur.

Ausgehend von der Frage: Was charakterisiert Netzliteratur? möchte die Jury - vorbei am ersten Teil des Kompositums, »Netz«, und der damit verbunden Eigenschaft, »netzbasiert« und nicht verlustfrei auf Papier ausdruckbar zu sein - den zweiten Teil, das Schreibgerät, den Computer sui ipse in den Fokus rücken. Denn nach Dieter Daniels sei diese universelle Maschine eine Junggesellenmaschine. Und Marcel Duchamp, Erfinder der »Machine Célibataire«, definiert diese mit der knappen und schlagenden Formel: »Kurzschluss bei Bedürfnis«.

Das Literaturhaus Stuttgart und der Netzkünstler Johannes Auer wollen nun die unfruchtbare Junggesellenmaschine fruchtbar machen und rufen auf zum produktiven netzliterarischen Wettstreit. Der Natur der Sache entsprechend ist die Wettbewerbsteilnahme auf Männer beschränkt.

Einsendeschluß ist der 30.09.2005.

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  • »Wo sich Natur mit Kunst verbindet« 
    Der Park an der Ilm von den Anfängen bis zur Gegenwart

»Zu einem Exkurs in die Geschichte des Parks an der Ilm lädt die Ausstellung im Untergeschoß des Römischen Hauses ein. Die wichtigsten Entwicklungsetappen der Geschichte des Parks werden durch Texte, zahlreiche historische Abbildungen, neuangefertigte Modelle längst verschwundener, zerstörter bzw. stark veränderter Parkarchitekturen sowie originale Ausstattungsstücke veranschaulicht.«

Ausstellung vom 01.01.2005 bis zum 31.12.2005 im Untergeschoß des Römischen Hauses, Stiftung Weimarer Klassik.

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»Thema der Konferenz soll sein, wie generell Kommunikation im Zeitalter der Aufklärung verlief, wie Beziehungsgeflechte entstanden, wie der Austausch der Meinungen und die intellektuelle Diskussion mit den Mitteln der Zeit geführt wurde. Neben dieser Frage nach den Techniken und Medien gilt das besondere Interesse Georg Forster und der Art und Weise, wie er, als 24jähriger von London nach Deutschland kommend, sich diese Fertigkeiten aneignete und auf dieser Klaviatur zu spielen lernte. Dabei sollte auch behandelt werden, in welche Netzwerke er einzudringen suchte und vermochte, aber auch welche er ausschloss - Jakobi ja, Kant nein; Lessing zögerlich, Klopstock nein, Goethe und Herder ja; in Göttingen Lichtenberg, Heyne, Blumenbach ja, Kästner, Schlözer, Pütter nein. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Wo sucht sich Forster zu plazieren, wo sieht er seinen Raum? Wo ist der geistige Ort Forsters im intellektuellen Geflecht der deutschen Spätaufklärung? Diesen und ähnlichen Frage wird sich die Tagung widmen. Interessenten sollten ihre Themenvorschläge möglichst bis Ende Januar 2005 senden an: Prof. Dr. Horst Dippel (hdippel@uni-kassel.de)« (Homepage)

Kolloquium vom 24.-25. Juni 2005 in Kassel

 

Unter dem Titel »Götterpläne & Mäusegeschäfte« spürt eine große Sonderausstellung den Zusammenhängen und Widersprüchen zwischen Dichten und Leben nach, die Schillers Biographie und sein Werk in besonderer Weise geprägt haben. Schiller, der als einer der ersten Schriftsteller überwiegend von seinen Einkünften als Autor gelebt hat, kannte die Gesetze und Mechanismen des Buchmarkts. Er verstand es souverän, beide für seine Interessen wirken zu lassen, war ein Meister des Kommunizierens und Kalkulierens, wußte aber auch von den Sorgen um das tägliche Brot, wenn Einkünfte ausblieben oder ein Projekt mißlang.

Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar 

Vom 23. April bis 9. Oktober 2005

Dies ist nur eine der Ausstellungen des Schiller-Nationalmuseums anläßlich des 200. Todestages. 

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