CfP: Der Begriff der Kritik in der Romantik
Veranstalter: Prof. Dr. Ulrich Breuer / Dr. Dr. Ana-Stanca Tabarasi-Hoffmann, Deutsches Institut, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltungsdatum; -ort: 10.04.2013-12.04.2013, Mainz, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
»Immanuel Kant hatte sein Zeitalter als „Zeitalter der Kritik“ charakterisiert, „der sich alles unterwerfen muss“. Die Formulierung spitzt die Generalisierung des Kritikbegriffs, der sich in Philologie, Logik und Ästhetik der Aufklärung herausgebildet hatte, noch einmal entscheidend zu. Zugleich begrenzte Kant die Kritik auf das theoretische Denken. Die Romantiker nahmen die Kritikvorstellungen Kants, Lessings und Wolfs auf, kritisierten sie ihrerseits und entwickelten sie weiter. Ihre universalhermeneutische Programmatik strebte eine in einem neuen Mythos begründete Reorganisation des Wissens und der Gesellschaft an, die vor allem im Medium der Literatur unterschiedlich artikuliert wird. Insbesondere Friedrich Schlegels Weiterführung des Begriffs der philologischen Textkritik (Diaskeuase) hin zur Untrennbarkeit von kritischer Reflexion und literarischem Kunstwerk sowie seine Forderung nach einer progressiven kritischen Universalpoesie führten zu einer ans Inflationäre grenzenden Hochkonjunktur des Begriffs der Kritik in der Romantik. Die Kritik wurde zum Kennzeichen, ja zum Stigma der Vorläufigkeit und Unabschließbarkeit jeder auf Selbstbegründung gerichteten Reflexionskette.
Da in den Darstellungen zur Geschichte des Kritikbegriffs die Position der Romantik bislang nicht ausreichend thematisiert worden ist und neuere Forschungen zur romantischen Philologie die Bedeutung der Kritik für einzelne Autoren neu akzentuiert haben, will die Tagung Geschichte und Rezeption der romantischen Kritik und Metakritik sowie die Rolle einzelner Vertreter des romantischen Kritikbegriffs zum Thema machen.« (Homepage)
Deadline: 31.07.2012
Bitte senden Sie ein kurzes Exposé an:
Prof. Dr. Ulrich Breuer (ulrich.breuer@uni-mainz.de) und an
Dr. Dr. Anna-Stanca Tabarasi-Hoffmann (tabarasi@uni-mainz.de)
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CfP: Zwischen Ethik und Empirie. Zum Gebrauch des Gefühlswissens im 17. und 18. Jahrhundert
Veranstalter: Exzellenzcluster Languages of Emotion, Freie Universität Berlin
Veranstaltungsdatum; -ort: 09.11.2012-10.11.2012, Berlin
»Im 17. und 18. Jahrhundert entstehen zahlreiche Diskurse, die den menschlichen Gefühlen eine neue theoretische Aufmerksamkeit entgegenbringen. Ob in der Regierungskunst, der Ökonomie, der Moralpsychologie oder der Ästhetik - überall wird die Bestimmung und Erklärung menschlicher Gefühle zu einem essentiellen Bestandteil der Theoriebildung. Dabei stellt das tradierte Emotionswissen der antiken Philosophie einen beständigen Bezugspunkt dar, obgleich sich das Erkenntnisinteresse grundsätzlich verschoben hat. Während in der antiken Philosophie die theoretische Beschreibung von Gefühlen im Dienste ihrer Beherrschung und der Verwirklichung eines richtigen und guten Lebens stand (vgl. Hadot 2002), treten im 17. und 18. Jahrhundert zunehmend einzelwissenschaftliche bzw. anthropologische Fragestellungen in den Vordergrund (Schmidt 2011, 79).
Ziel des Studientages ist es, diese bis heute nachwirkende Umbruchphase der theoretischen Kultur des Affektiven näher zu beleuchten. In diesem Rahmen laden wir herzlich dazu ein, Forschungspositionen aus den relevanten Geisteswissenschaften zu präsentieren.« (Homepage)
Vorschläge für Vorträge von 20 Minuten Länge (maximal eine DIN A4 Seite) können zusammen mit einer Kurzbiographie bis zum 15. Juni 2012 an die Organisatoren Isabella Augart, Sabine Donauer und Bastian Ronge geschickt werden: kulturen.des.affektiven@fu-berlin.de. Um eine Finanzierung der anfallenden Reise- und Übernachtungskosten wird sich bemüht.
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CfP: 7. internationales Symposium junger Goetheforscher
Veranstalter: Goethe-Gesellschaft in Weimar
Veranstaltungsdatum; -ort: 22. Mai 2013; Weimar
»Am 22. Mai 2013 richtet die Goethe-Gesellschaft in Weimar zum 7. Mal das internationale Symposium junger Goetheforscher aus. Als Auftakt zur viertägigen Hauptversammlung, an der mehrere hundert Mitglieder aus aller Welt teilnehmen, hat sich das Symposium inzwischen fest etabliert. Es bietet Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, eigene Forschungsergebnisse einem internationalen Fachpublikum vorzustellen.
Wir möchten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland auffordern, sich für das Symposium zu bewerben.
Zu Konzeption und Ablauf: Sieben Goetheforscher aus dem In- und Ausland halten jeweils einen Vortrag von 30 Minuten. Im Anschluss daran sollen 15-minütige Diskussionsrunden die Möglichkeit bieten, Fragen an den Referenten zu stellen oder bestimmte Aspekte kritisch zu vertiefen. Das Vortragsthema ist grundsätzlich freigestellt; es wird jedoch erwartet, dass es einer innovativen Fragestellung entspringt, die – auch bei methodischer Avanciertheit – für das Auditorium nachvollziehbar bleibt. Die Vortragssprache ist Deutsch. Damit die Referenten über das Kolloquium hinaus in intensiven Meinungsaustausch treten können, ist ein kleines Rahmenprogramm geplant.
Die Kosten für Reise und Unterkunft übernimmt die Goethe-Gesellschaft, so dass auch die Teilnahme am Programm der anschließenden Hauptversammlung der Goethe-Gesellschaft möglich wird. Über eine Publikation der Vorträge im Goethe-Jahrbuch entscheiden die Herausgeber.
Zum Bewerberprofil: Die Referentinnen und Referenten sollten sich in ihrem Projekt (Aufsatz, Dissertation, Habilitation) mit Aspekten von Goethes Werk oder Biographie befassen und bereits in fortgeschrittenem Arbeitsstadium sein. Die Altersgrenze liegt bei 37 Jahren. Wie der Vorstand der Goethe-Gesellschaft mit Nachdruck betont, müssen die Exposés der Bewerber besonderen Ansprüchen genügen, d. h. deutlich über dem wissenschaftlichen Durchschnitt liegen und neue Erkenntnisperspektiven für die Goethe-Forschung eröffnen. Selbstbewerbungen sind möglich.
Die vollständige Bewerbung umfasst neben Angaben zu Person und Projekt ein ca. zweiseitiges Exposé des geplanten Vortrags. Die Entscheidung treffen die Leiter des Symposiums in Abstimmung mit dem Vorstand der Goethe-Gesellschaft.« (Homepage)
Unterlagen senden Sie bitte bis zum 31. Januar 2012 direkt an die beiden Leiter des Symposiums:
Dr. Matthias Buschmeier
Universität Bielefeld
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Postfach 100131
33501 Bielefeld
E-Mail: mbuschmeier@uni-bielefeld.de
Dr. Marie Wokalek
Freie Universität Berlin
Institut für Deutsche und Niederländische Philologie
Habelschwerdter Allee 45
14959 Berlin
E-Mail: marie.wokalek@fu-berlin.de
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CfP: Publications of the English Goethe Society
»The editors of the Publications of the English Goethe Society - Professors Matthew Bell (King's College London), Susanne Kord (University College London) and W. Daniel Wilson (Royal Holloway, University of London) - are accepting submissions for the open-submission issue of PEGS. Submissions should be sent to D.Wilson@rhul.ac.uk by 15 Dec. 2011, following the submission requirements available at www.englishgoethesociety.org/PEGSSubmissions.html. Articles may be in English or German. Publication is expected in summer 2012.
The English Goethe Society was founded in 1886, making it the oldest learned society in the UK dedicated to things German, and the second-oldest Goethe society in the world. In expanding the publication schedule of PEGS to three issues a year, the Society has opened the journal to high-quality unsolicited articles, which will be evaluated by blind peer review. Members of the international Editorial Board are listed at http://www.englishgoethesociety.org/PEGSeditors.html. The subject areas covered by PEGS are:
o Goethe's life and works and their immediate context
o the literature and culture of 18th- and early 19th-century German-speaking lands
o responses to or reception of that literature and culture both outside and within Germany up to the present day.« (Homepage)
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CfP: „Märchen, Mythen und Moderne – 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm“
Veranstalter: Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde, Universität Kassel, FB 02 Geistes- und Kulturwissenschaften (Institut für Germanistik) / Dr. Holger Ehrhardt (Universität Kassel, FB 02 Geistes- und Kulturwissenschaften (Institut für Germanistik)/ Prof. Dr. Hans-Heino Ewers, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, FB 10 Neuere Philologien (Institut für Jugendbuchforschung)
Veranstaltungsdatum, -ort: 17.12. - 20.12.2012, Kassel
»Am 20. Dezember 2012 jährt sich zum 200. Mal das Erscheinen des ersten Bandes der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Dieses aus dem Geist der Romantik hervorgegangene Werk stellt die weltweit wohl berühmteste Märchensammlung des frühen 19. Jahrhundert dar. Es zählt zu den am häufigsten übersetzten Werken der deutschen Literatur. Die hessischen Städte Hanau, Steinau, Kassel und Marburg sind die Geburts-, Kindheits-, Schul-, Studien- und ersten Wirkungsorte der Brüder Grimm. In Hessen sind die Kinder- und Hausmärchen gesammelt und aufgezeichnet worden.
Neben dem weltweiten Erfolg ihrer Märchensammlung haben die Brüder Grimm in vielen anderen Hinsichten als Vorbilder gewirkt: Im In- und Ausland wurde die Art ihres Sammelns von Märchen, Sagen, Schwänken, Legenden und Tierepen zum Maßstab genommen; man ahmte sie nach als Entdecker und Herausgeber von Literatur- und Rechtsdenkmälern der Vergangenheit, als Mythenforscher, als Sprachhistoriker und Dialektforscher wie auch als Wörterbuchmacher.
Bis heute faszinieren die alten Erzählstoffe, die Mythen und Heldenepen archaischer Kulturen und früherer Epochen, die in Fantasy-Romanen zeitgemäß wiederaufbereitet werden. Die Brüder Grimm haben sich mit der Frage, wie mit den alten und ältesten Erzählstoffen umzugehen sei, auseinandergesetzt und dabei Positionen bezogen, die noch heute kontrovers diskutiert werden.
Der 200. Geburtstag des ersten Bandes der Kinder- und Hausmärchen soll mit einem internationalen Kongress unter dem Titel „Märchen, Mythen und Moderne: 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm“ begangen werden, der vom 17. bis zum 20. Dezember 2012 in Kassel stattfinden wird. Wissenschaftler aus aller Welt sind herzlich an den Ort eingeladen, an dem die Brüder Grimm mehr als 30 Jahre ihres Lebens verbracht und nicht nur Märchen und Sagen gesammelt, sondern auch die Arbeit am Wörterbuch begonnen haben.
Erwünscht sind Vorträge zu folgenden Themenbereichen:
Die Brüder Grimm, die Romantik und Vormärz
Romantische Geschichtsphilosophie und die Entdeckung der Volksliteratur
Volkskunde/Folkloristik und die/ in der Moderne
Die Brüder Grimm und das Mittelalter: Imagination, Projektion und Rekonstruktion
Die Brüder Grimm und die Entstehung der (National-) Philologien; Sprache und nationale Identität
Die Deutsche Grammatik und das Deutsche Wörterbuch.
Die Brüder Grimm und die Anfänge nationaler Mythenforschung
Märchen in Schule und Pädagogik
Märchennovellistik in Europa vom 16. bis zum 18. Jahrhundert und deren Bewertung durch die Brüder Grimm
Die Kinder- und Hausmärchen – ideologische Prämissen, Quellen, Beiträger, Bearbeitungsgrundsätze, Auflagengeschichte, Rezensionen, Übersetzungen internationale Rezeption, Geschichte der Märchenillustration, Formen des Märchenerzählens, mediale Umsetzungen, Märchen und Psychoanalyse usw
Wirken und Wirkung der Brüder Grimm national und international
Der Kongress an der Universität Kassel soll Forscherinnen und Forschern Gelegenheit bieten, diese und weitere Themen zu diskutieren und gemeinsam über neue Perspektiven der Grimm-Forschung nachzudenken.« (Homepage)
Es sind jeweils 30-minütige Vorträge mit Diskussionen vorgesehen. Abstracts mit maximal 700 Wörtern in deutscher oder englischer Sprache und einem kurzen Lebenslauf werden bis zum 14.11.2011 erbeten an grimm2012@uni-kassel.de in Form einer MS-Word-Datei.
Kontakt:
Universität Kassel
FB 02 Geistes-und Kulturwissenschaften IfG
Frau Katharina Becker
Kurt-Wolters-Straße 5
34125 Kassel
E-mail: Grimm2012@uni-kassel.de
Weitere Informationen sowie Homepage
CfP: Archäologie und Nation: Kontexte der Erforschung „vaterländischen Alterthums“. Eine Tagung zur Geschichte der Archäologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1800–1860
Veranstalter: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Ingo Wiwjorra, Dietrich Hakelberg
Veranstaltungsdatum; -ort: 01.02.2012-03.02.2012, Nürnberg
»In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm das Interesse an einheimischen archäologischen Funden sprunghaft zu. Hunderte, zum Teil reich illustrierte Monographien und Zeitschriftenbeiträge zeugen von einer mit großem Engagement betriebenen archäologischen Forschung. Neu entdeckte heidnische Urnen, römische Mauerreste oder fossile Knochen wurden beschrieben, gezeichnet, datiert und mit Leidenschaft interpretiert. Mittelalterliche Ruinen und vorgeschichtliche Geländedenkmäler in der Landschaft galten jetzt als bewahrenswert und wurden erstmals unter staatlichen Schutz gestellt. Neu gegründete Geschichts- und Altertumsvereine boten einen organisatorischen und gesellschaftlichen Rahmen, um das ‚vaterländische Alterthum‘ zu erkunden und publik zu machen.
Ausgrabung, Sammlung und Publikation archäologischer Funde stehen in einer frühneuzeitlichen Gelehrtentradition und haben einen überschaubaren Literaturkanon hinterlassen. Wie aber ist der regelrechte ‚Altertümer-Boom‘ zu erklären, der sich ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts beobachten läßt? Schon die Zeitgenossen haben die ‚vaterländische Altertumskunde‘ mit einem nach den Befreiungskriegen „neu erwachten Nationalbewußtsein“ legitimiert. Diesen bis in die jüngste Zeit verwendeten Topos gilt es kritisch zu hinterfragen: Wie hängen die seinerzeit aufkommenden Nationsvorstellungen mit dem rapide anwachsenden Interesse am einheimischen Altertum zusammen? In welcher Weise konkurrierten oder ergänzten sich hier altständisches oder partikularstaatliches Landesbewußtsein mit dem modernen Nationsgedanken? Inwieweit war die Beschäftigung mit den Schrift- und Sachaltertümern eine Reaktion auf Traditionsverluste nach dem Untergang des Alten Reiches?
Ziel der geplanten Tagung ist es, die politischen und sozialen Kontexte der archäologischen Altertumskunde zwischen ca. 1800 und 1860 differenzierter herauszuarbeiten. Hierbei gilt es, den Blick für die Beweggründe der grabenden, sammelnden und publizierenden Akteure zu schärfen. Leitende Fragen sollen sein:
1. Unter welchen politischen und sozialen Rahmenbedingungen institutionalisiert und professionalisiert sich die archäologische Praxis in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts?
2. Welchen Stellenwert hat das Ausgraben, Bewahren und Sammeln archäologischer Funde im Tätigkeitsspektrum der Geschichts- und Altertumsvereine?
3. Inwieweit läßt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit archäologischen Funden und ihren ethnischen Interpretationen Bezüge zum Nationsdiskurs (der ‚Rede über die Nation‘ ab ca. 1780) in Deutschland, Österreich und der Schweiz erkennen?
4. Inwieweit spielen soziale Herkunft, Selbstverständnis und Berufsgruppen der Initiatoren archäologischer Forschung eine Rolle für ihre Initiative?
Für die Untersuchung dieser Fragen sind voraussichtlich die folgenden thematischen Schwerpunkte vorgesehen:
- Archäologische Forschung und moderner Staat. Denkmalschutz und historisches Selbstverständnis in Ländern/Kantonen und Territorien
- Erkenntnisinteressen im Wettstreit? Archäologien der Römer, Kelten, Slawen, usw.
- Der fossile Mensch: Debatten bis zur Entdeckung des ‚Neandertalers’ 1856
- Methodische Innovationen: Datierung (Dreiperiodensystem); Grabungstechnik; Kartographie
- Profis und Dilettanten: Entwicklung und Wandel gelehrten Selbstverständnisses
- Bildliche Darstellungen archäologischer Funde, Reproduktionstechniken und Publikationswesen (Lithographie und Kupferstich, Verlage und Buchproduktion usw.)
- Biographien der Akteure
- Altertümersammlungen und Bibliotheken von Altertumsforschern und Altertumsvereinen
- Institutionen: Altertumsvereine und Universitäten
- Popularisierung archäologischer Forschung (in Zeitungen, Kalendern, Schulbüchern usw.)
- Quellen für die Geschichte der Archäologie: Nachlässe, Briefwechsel, Tagebücher
Die Tagung ist fächerübergreifend ausgerichtet und richtet sich nicht nur an Archäologen, sondern besonders auch an Germanisten, Volkskundler, Historiker und andere interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie soll anstelle einer ‚klassischen‘ Forschungsgeschichte (im Sinne einer Erfolgsgeschichte der modernen Archäologien) neuen und weiterführenden Interpretationen ein Forum bieten, die den historischen Kontext archäologischer Forschungen einbeziehen. Die Referenten sollten bevorzugt Primärquellen, Archivalien und die gedruckten zeitgenössischen Publikationen auswerten bzw. ausgewertet haben. Vor allem die gedruckte Überlieferung läßt sich nun einfach recherchieren, neu lesen und interpretieren. Die wichtigsten Schriften wurden und werden im Rahmen des DFG-Projekts „Archäologische Forschungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz von der Auflösung des Alten Reichs bis 1852“ bibliographiert, digitalisiert und erschlossen: <forschung.gnm.de/htm/htm2/dlib/p01.html>
Interessierte Referentinnen und Referenten wenden sich bitte mit einer kurzen Zusammenfassung des Tagungsbeitrages bis spätestens 30.04.2011 an unten stehende Kontaktadresse. Besonders die Autorinnen und Autoren jüngerer Forschungsarbeiten sind willkommen! Eine Übernahme der Kosten für An- und Abreise sowie für die Unterbringung ist vorgesehen. Die Publikation eines Tagungsbandes ist geplant.« (Homepage)
Kontakt:
Ingo Wiwjorra
Germanisches Nationalmuseum, Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg
0911-1331-153
i.wiwjorra@gnm.de
Weitere Informationen
Krieg und Frieden im 18. Jahrhundert (1701-1789)
Veranstalter: Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ) unter der Schirmherrschaft von Georg Friedrich Prinz von Preußen
Veranstaltungsdatum; -ort: 13. September 2012 - 16. September 2012; Universität Potsdam
»Im Jahr des 300. Geburtstags Friedrichs II. soll im Rahmen der geplanten Tagung die Frage nach den materiellen und diskursiven Erscheinungsformen von Krieg und Frieden im 18. Jahrhundert gestellt werden. Die übergreifende Zielsetzung besteht darin, den Blick dafür zu schärfen, mit welchen Bedeutungen Krieg und Frieden in verschiedenen politischen, höfischen, alltagsweltlichen, akademischen oder auch ästhetischen Handlungszusammenhängen ausgestattet wurden und mit welchen sprachlichen, bildhaften oder auch symbolischen Strategien diese Bedeutungen vermittelt wurden.
Im Fokus der Tagung liegt der Zeitraum zwischen dem Spanischen Erbfolgekrieg bis zum Vorabend der Französischen Revolution (1701-1789), um erfassen zu können, worin die Eigenheiten spezifisch aufklärerischer Auseinandersetzungen mit Krieg und Frieden in der letzten Phase der sog. ‚Kabinettskriege‘ der Frühen Neuzeit bestehen. Eine qualitative Profilierung soll einerseits gegenüber früheren den Religions- und Territorialkriegen in der Epoche der Konfessionalisierung und andererseits gegenüber den späteren Revolutions- und Befreiungskriegen gewonnen werden. Während sich Preußen infolge des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) als europäisches Machtzentrum neben Habsburg etabliert, sollen auch regionale Schau-Plätze von Krieg und Frieden, von Nachbarschaften, Allianzen und Konfliktlinien sowie die Perspektive kolonialer Kriege mit europäischer Beteiligung in den Blick genommen werden, darunter insbesondere der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg als Modell- und Stellvertreterkrieg mit weitreichenden Rückwirkungen auf das verfassungsgeschichtliche und hegemoniale Selbstverständnis Europas.
In der bisherigen Forschung zu Krieg und Frieden im 18. Jahrhundert dominieren ereignisgeschichtliche Rekonstruktionen von Kriegshandlungen und Friedensschlüssen die vorwiegend von der (Militär-)Geschichte ausgehen. Fallstudien anderer Fachrichtungen innerhalb der Dixhuitièmistik wurden bislang nur vereinzelt und kaum vernetzt vorgenommen, so daß eine systematische Erkundung aus kulturgeschichtlicher Perspektive als Desiderat gelten darf.
Um Krieg und Frieden als kulturelle Phänomene, d. h. als Anlässe und Ergebnisse von diskursiv vermittelten Wahrnehmungs- und Deutungsvorgängen, zu analysieren, werden methodisch insbesondere solche Herangehensweisen benötigt, die sich für Formen und Funktionen historischer Sinnstiftung interessieren. Dabei sollen internationale Forschungsergebnisse aus allen im Bereich der Dixhuitièmistik arbeitenden Disziplinen zusammengeführt und vernetzt werden. Als ergiebige Quellenmaterialien kommen daher nicht nur Akten und Urkunden in Betracht, sondern vor allem auch Massenmedien wie Zeitungen, Flugschriften und Flugblätter, private Dokumente wie Briefe, Tagebücher und Lebensbeschreibungen, ästhetische Darstellungsmittel der bildenden Kunst, der Musik, der Literatur oder der Bühne, sowie das Expertenwissen aus kriegswissenschaftlichen, staatstheoretischen, philosophischen und theologischen Abhandlungen.
Eine besondere mentalitätengeschichtliche Relevanz gewinnen die verschiedenartigen, in Zeugnissen wie diesen überlieferten Repräsentationen und Inszenierungen, Interpretationen und Rhetoriken von Krieg und Frieden im Zeichen der Aufklärung. Denn die jahrhundertelange bellizistische Praxis zur Austragung von staatlichen Konflikten tritt nunmehr in ein ganz erhebliches Spannungsverhältnis zu den zentralen aufklärerischen Programmwerten der Aufklärung wie z. B. zu dem Vernunft- und Geschichtsoptimismus, der zeitgenössischen Auffassungen von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten oder auch dem Toleranzgedanken. Sie bedarf mithin neuer Legitimationsstrategien, deren Beschaffenheit und Überzeugungskraft es auszuloten gilt, formieren sich doch hier richtungweisende Grundlagen für moderne Entwicklungen des Völkerrechts und des Pazifismus, welcher die Nachfolge der frühneuzeitlichen Irenik antritt. « (Homepage)
Ihre Themenvorschläge mit einer Skizze (ca. 300 Wörter) des geplanten Vortrags, Postanschrift und E-Mail-Adresse sowie ein paar kurze Stichworte zum akademischen Werdegang (ca. 100 Wörter) senden Sie bitte bis zum 31. März 2011 an:
krieg-und-frieden@uni-potsdam.de
oder an:
Prof. Dr. Stefanie Stockhorst
Institut für Germanistik, Universität Potsdam
Am Neuen Palais 10, Haus 05
D-14469 Potsdam
Weitere Informationen und english version
CfP: Aufstellung und Ausstellung von Gipsabgüssen und antiken Skulpturen seit der Renaissance/ The Display and Exhibition of Plaster Casts and Antique Sculptures since the Renaissance
Veranstalter: Sonderforschungsbereich 644, Transformationen der Antike, Teilprojekt B 4.2: Panoramen der Antike. Gipsabguss-Sammlungen im 19. Jahrhundert und die Transformation der Wahrnehmung antiker Kunst; in Kooperation mit der Antikensammlung SPK, Berlin Berlin
Veranstaltungsdatum, -ort: 07.04.2011-09.04.2011, Pergamonmuseum
Deadline: 03.12.2010
»Seit der Renaissance nimmt die Plastik unter allen Gattungen antiker Kunst einen herausragenden Platz ein. Ihre künstlerisch motivierte Erfassung und Wiedergabe bereiteten den Weg für Einzeluntersuchungen im wissenschaftlichen Umfeld insbesondere seit dem 18. Jahrhundert. Die Präsentation antiker Skulpturen, die das Einzelobjekt seinem Kontext unterordnete, an Villenfassaden, in Statuengalerien und Gartenanlagen ging dem analytischen Zugang dabei zeitlich voraus. Muster der Wahrnehmung und der wissenschaftlichen Beschäftigung mit antiker Plastik beeinflussen bis heute ihre Ausstellung und Aufstellung. Ausstellung und Untersuchung bilden so ein Spannungsfeld, in dem sich in verschiedenen Epochen und Regionen jeweils spezifische Formen der Präsentation herausgebildet haben. Daneben sind es Fragen der Intentionen der Besitzer oder Kuratoren, ästhetische oder pragmatische Überlegungen und Kriterien des verfügbaren Raumes sowie der Kombination mit jeweils zeitgenössischer Plastik, die zu spezifischen Modi der Aufstellung führten (und führen).
Die Tagung richtet sich genau auf diese – bisher im Einzelnen nicht näher untersuchten – Felder der Aufstellung und Ausstellung von Gipsabgüssen und antiken Skulpturen. Im Focus stehen hierbei unterschiedliche Themenkomplexe. Diese beziehen sich auf die Orte und Arten der Aufstellung antiker Plastik und ihrer Abgüsse in Gärten, Villen, Palästen und Museen seit der Renaissance. Es soll herausgearbeitet werden, welche Überlegungen etwa für Anordnung, Gruppierung, Sockelung, Lichtführung und rahmende Architektur maßgeblich wurden. Auch das Verhältnis zwischen der wissenschaftlichen Erschließung und der daraus resultierenden Wahl bestimmter Modi der Ausstellung soll weiter verfolgt und hinsichtlich einer immer stärkeren Institutionalisierung der Klassischen Archäologie als universitäres Fach reflektiert werden. Ein besonderes Interesse gilt darüber hinaus der Frage der Publikumsreaktionen auf bestimmte Gestaltungsweisen. Thematisiert werden soll dabei, inwieweit die interessierte Öffentlichkeit sich Gehör verschaffte, bzw. wie sich Kritiken und Ausstellungsbesprechungen ihrerseits wieder auf die Gestaltungen auswirkten.
Erbeten werden Vorschläge von nicht mehr als einer Seite aus allen mit der Erforschung antiker Plastik und Gipsabgüsse sowie ihrer museologischen Dimension befassten Fächern bis zum 3.12.2010 an charlotte.schreiter@culture.hu-berlin.de. « (Homepage)
Weitere Informationen
3. internationaler Essay-Wettbewerb der Goethe-Gesellschaft
Die Goethe-Gesellschaft in Weimar schreibt zum dritten Mal einen Essay-Wettbewerb für Studierende aller Fachrichtungen an deutschen und ausländischen Hochschulen aus. Erbeten sind Texte, die maximal 3500 Wörter umfassen sollen, zu einem der drei folgenden Themen:
1. Goethes erotische Lyrik – Liebesgedichte für heute?
2. „Wer Wissenschaft und Kunst besitzt / Hat auch Religion; / Wer jene beiden nicht besitzt / Der habe Religion.“ Halten Sie Goethes Maxime für gültig?
3. Vor 200 Jahren, 1811, setzte Heinrich von Kleist seinem Leben ein Ende. Hat Goethe Kleists Bedeutung verkannt?
Einsendungen per Mail-Attachment sind zu richten an:
Dr. habil. Jochen Golz
Präsident der Goethe-Gesellschaft
goetheges@aol.com
Kennwort: Essay-Wettbewerb.
Einsendeschluss ist der 31. Januar 2011. – Über die eingereichten Arbeiten befindet eine sachverständige Jury unter dem Vorsitz des Präsidenten der Goethe-Gesellschaft. Die Entscheidungen der Jury sind unanfechtbar; der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Auswahl der besten Essays wird im Goethe-Jahrbuch 2011 publiziert.
Es können folgende Preise vergeben werden:
1. und 2. Preis: Vollstipendium zur Teilnahme am 7. internationalen Goethe-Sommerkurs der Goethe-Gesellschaft vom 13. bis 27. August 2011 in Weimar.
3.-5. Preis: Einladung zur Eröffnungsveranstaltung der 82. Hauptversammlung der Goethe-Gesellschaft zum Thema „Goethe und die Künste“ vom 15. bis 18. Juni 2011 in Weimar (nähere Programminformationen unter www.goethe-gesellschaft.de)
Alle Preisträger erhalten eine zweijährige kostenlose Mitgliedschaft in der Goethe-Gesellschaft. Sie schließt u. a. den Erhalt des Goethe-Jahrbuchs sowie den freien Eintritt in die Museen und Gedenkstätten der Klassik Stiftung Weimar ein.
Das Jenseits der empirischen Wissenschaft. Die Literatur und der Reisebericht im 18. Jahrhundert und um 1800
Veranstalter: Internationale Tagung, Université de Lausanne
Veranstaltungsdatum; -ort: 26.-28. Mai 2011; Université de Lausanne
»Daniel Kehlmann glückte 2005 mit seinem Roman Die Vermessung der Welt ein maßgeblicher Welterfolg. Sein Thema war, neben dem Herausarbeiten der komischen Schattenseite des entdeckerischen Ernstes, die überraschende Gleichförmigkeit von äußerster Empirie und innerstem Intellekt bei der Vermessung der Welt im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert.
In gewissem Sinne übergeht Kehlmann bei seiner kühnen Engführung von Geografie und Mathematik einen Zwischenschritt, der im vorliegenden Tagungsprojekt sichtbar gemacht werden soll: die empirische Wissenschaft auf heimischem Boden. Denn die Vermessung der Fremde, in vielen Fällen: der außereuropäischen Welt, steht nicht nur in einem Konkurrenz- und Koinzidenzverhältnis zur mathematischen, sondern auch zur empirischen Wissenschaft, die das eigene Land bzw. den eigenen Kontinent wie selbstverständlich absolut gesetzt hat: ein Agon zwischen der Erkundung des "lebendigen Detail[s]" in der Fremde und der "todte[n] papierne[n]" Fachwissenschaft zuhause (Hölderlin).
Widmet man sich diesem intrikaten Wechselverhältnis, entstehen eine Reihe von Fragen: Wie steht jene Form der Erfahrungswissenschaft, die ihre Versuche, Vermessungen und Beobachtungen auf heimischen Boden macht, zu denjenigen Forschern, welche die Grenzen des Landes oder Europas überschreiten? Oder andersherum gefragt: Können diejenigen Studien, die jenseits der Heimat gemacht werden, einen blinden Fleck der Wissenschaft sichtbar machen, die von der ganzen Natur, vom ganzen Menschen sprach, aber die eigene Natur und den hiesigen Menschen meinte? Wie manifestiert sich in der entstehenden Wissenschaft vom Menschen (Anthropologie und Ethnologie) die Spannung zwischen dem sprunghaft wachsenden Wissen von außereuropäischen Ethnien und den traditionellen, eurozentrisch geprägten Ansichten vom Menschen? Kann also die Erfahrungswissenschaft, die sich das geografische Jenseits als Ort wählt, ein Jenseits der einheimischen Empirie markieren?
Auf der Tagung soll herausgearbeitet werden, wie die Erfahrungen, die Reisende in jenem geographischen Jenseits machten, das Wissen von der Natur und vom Menschen und dessen literarische Verfasstheit veränderten. Zu denken ist etwa an die Missionsreisen von Joseph François Lafitau (Amerika), Martin Dobrizhoffer (Amerika) oder David Cranz (Grönland) und an Forschungsreisen wie die von Engelbert Kämpfer (Ostasien), Ernst Christoph Barchewitz (Indien), John Byron (Südsee), Bougainville (Südsee), Reinhold und Johann Georg Forster (Südsee), Carsten Niebuhr (Orient), Volney (Orient, USA), Alexander von Humboldt (Amerika), François Levaillant (Südafrika), Mungo Park (Zentralafrika), aber auch Johann Gottfried Edel (Schweizer Alpen), Ramon de Carbonières (Pyrenäen), Horace-Bénédict de Saussure (Alpen) und Jean Potocki (Niedersachsen, Kaukasus, Marokko). Auf welche Weise reagieren passionierte Leser von Reisebeschreibungen wie Jean-Jacques Rousseau, Denis Diderot, Immanuel Kant, Johann Friedrich Blumenbach, Johann Gottfried Herder, Friedrich Hölderlin, Lord Byron oder Benjamin Constant in ihren Texten auf das neue Wissen? Gibt es Auswirkungen auf die teleologische Reiseliteratur der Romantik? Kann der Reiseroman in diesem Bereich des vielleicht abgesteckten, keineswegs jedoch gefestigten Wissens eine eigene Position finden? Greifen die literarischen Autoren die Horizonterweiterung der wissenschaftlichen Reiseberichte auf oder versuchen sie mit allen Mitteln, das aufscheinende epistemische Jenseits zu unterdrücken? Diesen Fragen soll auf einer internationalen Fachtagung, die insbesondere die historischen Forschungstätigkeiten und die Literatur im deutsch-, französisch- und englischsprachigen Raum des 18. und (sehr) frühen 19. Jahrhunderts (inklusive wechselseitiger Verflechtungen) in den Blick nimmt, diskutiert werden.« (Homepage)
Organisation: Markus Winkler, Maximilian Bergengruen (beide Genf) und Francois Rosset (Lausanne)
Vorgesehen sind etwa achtzehn dreißigminütige Vorträge in deutscher, französischer und englischer Sprache. Bitte senden Sie bei Interesse ein Exposé von einer halben, maximal einer Seite bis zum 1. Oktober 2010 an Antonia.Eder@unige.ch
CfP: Panel zu dem Thema: Spiegelungen, Reflexionen und Rezeptionen der Gestalt Fürst Pücklers und seiner Orientreisen
Veranstalter: 31. Deutscher Orientalistetag
Veranstaltungsdatum; -ort: 20.09.2010-24.09.2010, Universität Marburg
»Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler Muskau (1785-1871) gilt sowohl als hervorragender Landschaftsarchitekt als auch schillernde literarische Persönlichkeit der Berliner Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Seine Reiseberichte faszinierten durch ihren eigenen, vom Sturm und Drang beeinflussten romantischen Stil eine breite Leserschaft in und außerhalb Deutschlands.
Verschiedene Gebiete der Geisteswissenschaften haben sich mit der Person Pücklers befasst, wobei biographische und soziologische Analysen im Vordergrund standen. In dem geplanten Panel sollen nun Gestalt und Werk Pücklers konzentriert und dezidiert in die Orientalismusdebatte einbezogen, der Blick auf ethnographische, postkoloniale sowie wissenssoziologische Aspekte fokussiert werden. Ausgehend von Pückler als zentrale Gestalt sollen seine Orientreisen und deren Ausdrucksformen aus verschiedenen Blickwinkeln geprüft, kontextualisiert und reflektiert werden.« (Homepage)
Weitere Informationen
CfP: Workshop "Laboratorium Mensch. Aufklärung - Anthropologie - Ästhetik"
Veranstalter: Doktorandenschule Laboratorium Aufklärung
Veranstaltungsdatum; -ort: 22.10.2010-23.10.2010; Friedrich-Schiller-Universität Jena
»Der Workshop "Laboratorium Mensch" konzentriert sich auf eine neue Herangehensweise an die Geisteswissenschaften: Als gemeinsamer Ort, an dem wissenschaftliche Ideen und Innovationen entwickelt und überprüft werden, ermöglicht er die Erforschung der Funktionsweise sowie des Empfindens des Menschen und menschlicher Gesellschaften. Besonders intensiv werden dabei diejenigen Impulse in den Blick genommen, deren Freisetzung seit der Zeit der Aufklärung einen Beitrag zur Veränderung, Formung und zum Erkenntnisgewinn des Menschen leisten sollte oder leistete. Der Mensch als Objekt der Untersuchung, aber auch als Medium und nicht zuletzt als Subjekt wissenschaftlicher Forschung steht hierbei im Zentrum. Unter dieser Leitidee ist auch der Dreischritt der Sektionen Aufklärung - Anthropologie - Ästhetik zu verstehen, in denen die Teilnehmer die Gelegenheit bekommen, durch ihre eigenen Promotionsthemen, Arbeits- oder Interessenschwerpunkte vorzustellen und interdisziplinär zu diskutieren.« (Homepage)
Weitere Informationen
CfP: Akademiegespräch 2010: 225. Geburtstag von Jacob Grimm 1785 - 2010
Veranstalter: Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. Kassel
Veranstaltungsdatum; -ort: 12.11.2010-13.11.2010; Kassel
»Die Forschung über die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm ist seit ihrem Tod vor rund 150 Jahren viele und weitverzweigte Wege gegangen. Die Zahl der Grimm-Publikationen ist längst unüberschaubar geworden. Leben, Werk und Wirkung der Grimms sind vielfältig untersucht, ihr Zeithintergrund ist oft durchleuchtet worden. Nicht selten standen thematische Zugänge, wie die Märchen, das Recht oder die Sprache, besonders im Fokus; die einzelnen Fachwissenschaften haben sich an den Brüdern positiv oder negativ abgearbeitet, so Germanisten, Historiker, Juristen, Ethnologen u.a. Erst in den letzten Jahren sind seit längerer Zeit einmal wieder zwei Biographien erschienen (Hans-Georg Schede, Steffen Martus), die sich den Persönlichkeiten der Brüder selbst nähern.
Im Zeichen einer seit Jahren anhaltenden biographischen Renaissance in den Geisteswissenschaften versucht diese Tagung dem biographischen Zugang zu dem älteren Bruder Jacob Grimm (1785-1863) spezielleren Raum zu geben und dabei Person und Werk miteinander in Beziehung zu setzen. Hierbei soll es weniger um einen biographischen Rundumschlag als um das weitere Schließen biographischer Lücken oder die Wiedervorlage früherer Forschungsfragen gehen.
Themenvorschläge (maximal 1.000 Zeichen) können ab sofort in der Hauptgeschäftsstelle der Brüder Grimm-Gesellschaft in Kassel eingereicht werden.« (Homepage)
Kontakt:
Dr. Bernhard Lauer
Brüder Grimm-Platz 4, 34117 Kassel
0561/103235
0561/713299
grimm-museum@t-online.de
Deadline: 30.06.2010
Weitere Informationen und Brüder Grimm-Gesellschaft e.V.
Workshop: Weltliteratur 1800? - 2. Internationaler Master-Sommerkurs im Deutschen Literaturarchiv Marbach
Veranstalter: Deutsches Literaturarchiv Marbach Marbach am NeckarDatum, Ort: 07.07.2010-09.07.2010, Deutsches Literaturarchiv Marbach
»Schon bevor Goethe 1827 in einem beruehmt gewordenen Gespraech mit Eckermann die Formel der „Weltliteratur“ praegte, wurde im Zeichen der Literatur Kosmopolitik betrieben und in globalen Massstaeben gedacht. Um die Frage, wen diese „Welt“ eingemeindete und wen nicht, welche Kritierien ueber „Weltgeltung“ entschieden und welche politischen, oekonomischen und medialen Faktoren dieser „Weltliteratur“ eine „weltweite“ Verbreitung sicherten, kreist jedoch seit einigen Jahren – und bis jetzt vor allem ausserhalb Deutschlands – eine kontroverse Debatte, die auf die Korrektur der partikularen „Welt“-Bilder draengt.
Aus der regionalen Dichterverehrung des 19. Jahrhunderts heraus hat sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach zu einer internationalen Sammlungs- und Forschungseinrichtung fuer die Literatur zwischen dem spaeten 18. Jahrhundert und der Gegenwart entwickelt. Der dreitaegige Marbacher Sommerkurs fuer Magister-, Master- und Staatsexamenskandidaten der literatur- und geschichtswissenschaftlichen Faecher unternimmt eine kritische Pruefung historischer und aktueller Positionen am Bestand und interessiert sich 2010 insbesondere fuer die sprachpolitischen Einsaetze einer inter- und transnationalen Literatur. Die Kursteilnehmer arbeiten in thematischen Seminaren und erhalten Einblicke in die Forschungstaetigkeit im Deutschen Literaturarchiv. Ein Archivbezug, nicht notwendig ein Kursthemenbezug, der Examensarbeit sollte erkennbar sein.« (Homepage)
Organisatorisches:
Leitung des Sommerkurses 2010: Prof. Dr. Ethel Matala de Mazza, Universitaet Konstanz
Bewerbungen sind unter Verwendung des Stipendienantragsformulars (www.dla-marbach.d/dla/stipendien/index.html) mit einem kurzen Motivationsschreiben, Vita, Kopien der letzten Scheine und einer kurzen Beschreibung des Examensarbeitsthemas bis zum 30. April 2010 einzureichen. Bei der Orientierung hilft der OPAC Kallías.
(www.dla-marbach.de/opac_kallias/index.html).
Die Zulassung ist auf zehn Teilnehmer begrenzt. Über die Stipendienvergabe entscheidet eine Kommission.
Teilnahmegebuehr: 30 EUR. Das Kursstipendium umfasst freie Unterbringung im Collegienhaus (www.dla-marbach.de/dla/collegienhaus/index.html) sowie freie Verpflegung. Die Reisekosten tragen die Teilnehmer selbst. Ein Rechtsanspruch auf Teilnahme besteht nicht.
Bewerbungen bis 30. April 2010 an:
Deutsches Literaturarchiv Marbach
Dr. Marcel Lepper, Forschungsreferat
Postfach 1162
71666 Marbach am Neckar
Weitere Informationen
CfP: Arbeitsgespräch junger Hölderlinforscher
Veranstalter: Hölderlin-Gesellschaft Berlin
Datum, Ort: 27.05.2010-27.05.2010, Freie Universität Berlin, Habelschwerdter Allee 45, 14197 Berlin, Seminarzentrum, L 115
»Am Eröffnungstag der Hölderlin-Jahrestagung 2010 in Berlin (27.-30. Mai 2010) soll ein dreistündiges Arbeitsgespräch stattfinden, das von Georg Braungart (Tübingen) und Martin Vöhler (Freie Universität Berlin) geleitet wird. Das Gespräch gibt jungen Hölderlinforschern (vornehmlich Doktoranden) Gelegenheit, ‚schwierige Stellen‘ aus Hölderlins Werk, die in ihren Arbeitszusammenhängen von besonderer Bedeutung sind, den übrigen Teilnehmern mit einer knappen Einleitung vorzustellen, so daß hier das Arbeitsgespräch jeweils ansetzen kann. Das Arbeitsgespräch, das ganz dezidiert Werkstattcharakter haben soll, will auch ein Forum für neuere Methodenfragen sein, die sich bei der Forschung über Hölderlins Werk und seine Bezüge stellen.« (Homepage)
Organisatorisches:
Bewerbungen mit (1) einem Lebenslauf von 5 Zeilen, (2) einer halbseitigen Skizze des Arbeitsvorhabens und (3) einem Diskussionsvorschlag richten Sie bitte bis zum 1. März 2010 an martin.voehler@fu-berlin.de und braungart@uni-tuebingen.de. Die Einladungen werden nach Sichtung und Auswahl der Vorschläge zusammen mit der Textgrundlage am 1. April 2010 versandt.
Weitere Informationen
CfP: Perspektiven der Aufklärung – zwischen Mythos und Realität. Internationale Konferenz
Veranstalter: Dr. Dietmar J. Wetzel; Aleksander M. Zieliński, Universität Bern, Institut für Soziologie Bern
Datum, Ort: 16.09.2010-17.09.2010, Universität Bern
»Das Postulat von Immanuel Kant demzufolge Aufklärung "der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" (1784) sei, lässt sich als Beginn einer Epoche begreifen, die in der Soziologie aber auch in der Selbstbeschreibung der Gesellschaft unter dem Stichwort Moderne verhandelt wird. Die Epoche der Aufklärung bildete den Ursprung für eine Reihe von emanzipatorischen Projekten, die nicht nur das Zusammenleben der Menschen untereinander betrafen, sondern auf entscheidende Weise auch das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt prägten. Spätestens seit der zuerst von Adorno und Horkheimer beschriebenen "Dialektik der Aufklärung" gilt es nicht mehr als unbestritten, ob die Richtung, in der diese Entwicklung verläuft nur zu erwünschten Ergebnissen führt und geführt hat. Insofern wäre es wünschenswert, wenn die Einnahme historischer Perspektiven sowohl über den Mythos als auch über die Realität des „Phänomens Aufklärung“ Auskunft erteilen könnten. Angesichts von Öko-, Finanz- und Wirtschaftskrise müssen die Schattenseiten einer fortschrittsorientierten Aufklärung stärker denn je berücksichtigt werden. Trotz prominenter Versuche am "Projekt der Moderne" (Habermas) festzuhalten, resp. es in einer zweiten, reflexiven Moderne weiterzuführen (Beck/Giddens/Lash), lässt sich ein zunehmendes Unbehagen gegenüber den Versprechen der Aufklärung feststellen. Dieses Unbehagen kommt heute in verschiedenen theoretischen Perspektiven zum Ausdruck, teils offenkundig, teilwe
Die von der Kritischen Theorie u.a. normativ ausgearbeitete Demokratietheorie beklagt eine Krise der (politischen) Repräsentation; die Systemtheorie verlangt angesichts der rasanten Zunahme der Komplexität der gesellschaftlichen Zusammenhänge eine Umstellung auf Beobachtung 2. Ordnung; der Poststrukturalismus radikalisiert die Suche nach einer "anderen" Aufklärung und einer "zukünftigen Demokratie"; neueste Entwicklungen in der Psychopharmakologie tragen wesentlich dazu bei, dass die Psychoanalyse an gesellschaftlicher Relevanz einbüßt; die Science Studies stellen die Einzigartigkeit des Menschen in einer hoch technologisierten Welt in Frage.
Es ist dieser Pluralismus der Perspektiven, der zum Ausgangspunkt unserer Konferenz genommen werden soll, um danach zu fragen, wie Vertreter unterschiedlicher zeitgenössischer Denkrichtungen resp. "Schulen" sich die Frage nach der (Un-)Möglichkeit von Aufklärung auch im Hinblick auf eine Demokratisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse stellen. Dabei bevorzugen wir einen doppelten Zugang: Einerseits geht es - nach außen gerichtet - um die stets aktuelle Frage nach dem politischen Projekt der Aufklärung, seinen Möglichkeiten und Perspektiven; andererseits - stärker aus der Binnenperspektive der Forschung betrachtet - darf auch der wissenschaftliche Impetus nicht unterschlagen werden, der im weitesten Sinne mit der "Suche nach Wahrheit" zusammenhängt, welche wiederum mit "Wahrheitspolitiken" (Foucault) im Verbund steht. Pointiert gefragt: Wie können heute kritische Sozial- und Naturwissenschaftler wissenschaftliche Aufklärung betreiben und dabei gesellschaftliche Zusammenhänge in einem größeren Zusammenhang genauer beleuchten? Ausgehend von dieser grundsätzlichen Fragestellung, sollten sich die Beiträge an den folgenden Themenblöcken ausrichten:
- Welchen Stellenwert hat das Projekt Aufklärung heute? Welche Veränderungen lassen sich aus historischer Perspektive beobachten?
- Was wurde/wird damit je nach Epoche verbunden?
- Was bedeutet Aufklärung aus der Sicht einer bestimmten (Sub-)Disziplin?
- Wie wird die Kritik an der Aufklärung/Demokratie gerechtfertigt, welche Alternativen gibt es?
- Was war/ist das Versprechen der Demokratie?
In ihren Beiträgen sollen sich die Teilnehmenden an - aktuellen oder früheren - Forschungsprojekten orientieren, um sich dem übergeordneten Thema nicht nur theoretisch, sondern in der konkreten Auseinandersetzung mit empirischem Material zu nähern. Dabei ist es ausdrücklich erwünscht, konkrete Untersuchungen (z.B. zur Biopolitik der Gene, Governance und/oder Gouvernementalität) mit eher abstrakteren, theoretischen Zugängen (Zukünfte der Aufklärung; Demokratie zwischen Konsens und Dissens) zu verknüpfen.« (Homepage)
Organisatorisches:
Erwünscht sind Vorschläge im Umfang von 1-2 Seiten (500 Wörter) mit kurzen Angaben zur wissenschaftlichen Vita. Diese richten Sie bitte bis zum 1.April 2010 an:
wetzel@soz.unibe.ch und milosz13@gmx.ch
Kostenübernahme: Für die eingeladenen WissenschaftlerInnen können Reise- und Übernachtungskosten übernommen werden.
Weitere Informationen
- CFP: Das Erbe der Antike in der europäischen Kultur des 18. Jahrhunderts
Veranstalter: Deutsches Historisches Institut Moskau; in Zusammenarbeit mit dem Museum Palais Ostankino; der Russischen Akademie der Wissenschaften; der ENS de Lettres et sciences humaines, Lyon Moskau
Datum, Ort: 28.06.2010-30.06.2010, Moskau, Palais Ostankino
»Die Antike wurde im 18. Jahrhundert als Ursprung und als Norm europäischer Kultur verstanden. Sie war ein zentraler kultureller Bezugspunkt für die Gebildeten Europas. Die Realisierung dieses antiken Potentials in seinen verschiedenen Ausformungen und die Konstruktionen von Antike und Moderne im 18. Jahrhundert wurden bisher länderübergreifend nicht ausreichend erforscht. Die Funktion der Antikerezeption in Russlands Europäisierungsprozess und die Aneignung antiken Erbes im 18. Jahrhundert, wie sie der Veranstaltungsort, das Palais Ostankino in Moskau, symbolisiert, gehören zu den Desideraten der Forschung. Ziel der Konferenz ist es, die Aneignungsformen und Transformationen des griechisch-römischen Erbes im Europa des 18. Jahrhunderts vergleichend zu analysieren. Im Mittelpunkt des Interesses werden Gemeinsamkeiten und Differenzen in den Antike-Vorstellungen, die Rezeptionsebenen und -formen des antiken Erbes in den europäischen Gesellschaften, die Diskussionen um den Wert der Antike in ihren unterschiedlichen Ausprägungen sowie der Umgang mit den antiken Quellen im 18. Jahrhundert stehen.
Beiträge aus verschiedenen Disziplinen (Geschichte, Kunstgeschichte, Klassische Philologie, Philosophie, Archäologie, etc.) mit komparativen Perspektiven auf die west- und osteuropäische Entwicklung sind erwünscht zu folgenden Themenkomplexen:
- Vom Mythos zum Wissen: Die Entstehung der Altertumswissenschaften und die zunehmende Spezialisierung historischer Kenntnis. Rezeption und Aneignung antiker Wissensbestände durch Übersetzung von Texten.
- Die Bedeutung und der Stellenwert antiker Lehren und Philosophen: Konkurrierende Rezeptionen. Ausländische Autoren als Vermittler antiken Erbes.
- Von der Geschichte zur Ideologie: Antike-Vorstellungen und ihre Rolle in den verschiedenen europäischen Vergangenheitskonstruktionen. Funktionen des Modells antiker Republiken in politischen Diskursen des 18. Jahrhunderts.
- Kulturelle Praktiken: Begegnungen mit der Antike auf Reisen nach Italien, den griechischen Inseln oder in den Orient. Die Einrichtung von Antikensammlungen und die Frage nach der „zeitgemäßen“ Darstellung der Antike in den Museen.
- Neue Ästhetik – Neoklassizismus: Ausbildung einer neuen Ästhetik ausgehend vom antiken Kunstideal. Künstlerische Verarbeitung der Antike in der bildenden Kunst, der Literatur und der Architektur. « (Homepage)
Organisatorisches:
Die Konferenz "Das Erbe der Antike in der europäischen Kultur des 18. Jahrhunderts" findet im Palais Ostankino in Moskau statt. Die Kosten für die Unterkunft werden von den Veranstaltern übernommen. Für die Übernahme der Fahrtkosten der KonferenzteilnehmerInnen ist ein Antrag gestellt.
Die Beitragsvorschläge (Abstracts) sollten auf Französisch, Englisch oder auf Russisch abgefasst sein, maximal 5.000 Zeichen umfassen und bis spätestens 30. September 2009 an folgende Adresse gesandt werden: societe18@mail.ru; antike.dhi@gmx.de. Wir erbitten dabei folgende Angaben: Postalische und elektronische Dienstadressen, Dienstort, akademischer Grad, Thema und Thesen des Vortrags.
Kontakt:
Ingrid Schierle
Deutsches Historisches Institut Moskau
Nachimovskij Prospekt 51/21
117418 Moskau
http://www.dhi-moskau.org
Weitere Informationen
- CFP: Gefühllose Aufklärung. Anaisthesis oder die Unempfindlichkeit im Zeitalter der Aufklärung
»Aufklärung wertet die erkenntnisleitenden Kräfte von Empfindungen auf und konstituiert aus dem Zusammenspiel von Vernunft und Gefühl den ganzen Menschen. Das Gefühl entwickelt sich in vielen Bereichen (Privatreligion, Seelenkunde, Pädagogik, Philosophie, Literatur) zu einem elementaren Organon. Demgegenüber sind allerdings auch der/die Gefühllose und die Gefühllosigkeit zentrale Themen des Aufklärungsdiskurses, deren Analyse neue Erkenntnisse – ex negativo – über den zeitgenössischen Empfindungsbegriff ermöglicht. Hypothesen über das ideale Mittelmaß von Erregbarkeit und Unempfindlichkeit werden in Auseinandersetzung mit dem Mangel an Gefühl, Einbildungskraft oder Pathos gebildet. Es geht um die anthropologische Konzeptualisierung des Ungefühls und des Gefühllosen.
So beginnen im medizinischen Diskurs Ärzte, psychosomatische Phänomene der Übererregung oder Asthenie zu untersuchen, die als Normabweichung und krank thematisiert werden. Von der erfahrungsseelenkundlichen Erforschung der Gefühle geht ein neues Konzept von Identität aus. In der Religion tritt der religiös Unempfindliche, der in der Kritik empfindsamer Frömmigkeit steht, hervor. Die gefühlsbetonte Frömmigkeitsliteratur entwirft ein Modell ihres ‚ungefühligen’ Antagonisten. Über die verschiedenen Wissensbereiche hinweg rücken all jene historischen Figuren in den Fokus des Bandes, die stärker als gewöhnlich dem influxus physicus unterworfen sind, die also passive Lebenserfahrungen wie Schlaf und Apathie machen. Der Gefühllose kann schließlich in der Literatur aber auch der sein, dessen Wesen nur noch durch Zweckrationalität bestimmt wird.
Es gilt zu untersuchen, ob und wenn ja wie das Konzept der Empfindungslosigkeit strategische Formen in den zeitgenössischen Aufklärungsdiskursen des ausgehenden 17. und des 18. Jahrhunderts angenommen hat und von gesellschaftlichen Gruppen als Stigmatisierung und Distinktion instrumentalisiert worden ist.
Gegenüber der Prosperität von Empfindungsphänomenen wird mit der Forschungsperspektive des Sammelbandes ein genuin problemgeschichtlich gelagertes Forschungsdesiderat bearbei-tet. Es stellt sich die Frage nach Ansätzen und Manifestationen eines aufgeklärten Problembewusstseins für das Fehlen von Empfindungen bzw. für die Unproduktivität, Latenz und Pathologie der Empfindungslosen. Mit diesem Zugang sind auch neue Aufschlüsse über die Tragweite von Empfindungskonzepten innerhalb moderner Aufklärungspraktiken zu erwarten.
Die Beiträge sollen die Bereiche Philosophie, Anthropologie, Medizin, Religion, Literatur/Ästhetik bearbeiten. Erwünscht sind interdisziplinäre und komparative Perspektiven, die die Manifestationen des Unempfindlichkeitsdiskurses in der europäischen Aufklärung ausmachen.« (Homepage)
Deutsch- oder englischsprachige Exposés im Umfang von 250 Wörtern sind in elektronischer Form bis zum 31.07.2009 einzureichen bei anaisthesis@netzwerk-arw.uni-halle.de. Wir bitten, einen kurzen CV beizufügen. Der weitere Publikationsplan sieht vor, dass die fertigen Beiträge im Umfang von ca. 20 Manuskriptseiten im März 2010 vorliegen.
Die Herausgeber des Bandes sind Angehörige des Graduiertenkollegs im Exzellenznetzwerk Aufklärung – Religion – Wissen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Weitere Informationen
- CFP: Transformations of Antiquity in the Long Eighteenth Century
»The vivid reconstructions of ancient art in Johann Joachim Winckelmann's Reflections on the Imitation of Greek Works in Painting and Sculpture sparked an enthusiastic revival of the past on a transnational scale. Johann Gottfried Herder hails Winckelmann's essay as the precursor to a specifically modern style of writing about classical art, and Germaine de Staël's cultural study De l'Allemagne designates his work as foundational to understanding Germany's emergence as a culture of modernity. In the early to mid nineteenth century, American critics assign Winckelmann's mode of engagement with antiquity an exemplary function for the revitalization of classical culture in America.
The reception of Winckelmann indicates a cross-cultural consensus by drawing attention to the eighteenth century as a period that generated fundamentally new ways of reinventing the past which were of great significance for the formation of modern cultural life. This panel seeks contributions which illuminate the transformative relation between ancient and modern culture on a transnational and interdisciplinary scale. Our approach to the topic coalesces around three major themes, open to further additions and expansions.
1) Media and representation: Paul Oskar Kristeller argued that the consideration of the arts as constituting their own field of study distinct from the sciences and other crafts was an outcome of the French Querelle des Anciens et des Modernes. We want to examine how and why debates over the prerogatives of ancient and modern culture affect the ways in which modern artists and critics discuss the materials which mediate a specific representation. 2) Theories of culture and interpretive practices: Ancient-Modern debates like the Querelle, the Battle of the Books or the Vorzugsstreit promote a varied set of readings of cultural development. How can we compare and contrast these theories of culture? What are their different methodological underpinnings? 3) Institutional Reform and Bildung: The comprehensive study of antiquity at universities shaped the modern ideal of a liberal education. What characterizes the new philological practices of reading ancient documents and works of art? And how do these techniques affect modes of modern individual and cultural self-fashioning?« (Homepage)
Please send abstracts of 200-300 words and a brief biographical statement electronically by September 30th 2009 to Ulrike Wagner, auw2101@columbia.edu
For more information on the convention see www.nemla.org
Ulrike Wagner
Columbia University
Germanic Languages Department
auw2101@columbia.edu
Email: auw2101@columbia.edu
Weitere Informationen
- CFP: Alterität und Devianz. Figuren des Anderen und Abwegigen in Literatur und Philosophie um 1800. Graduiertenkonferenz an der Doktorandenschule »Laboratorium Aufklärung« der Friedrich-Schiller-Universität Jena; Jena, 11.11.2009-13.11.2009
»Bis heute speisen sich weite Teile der Debatten um Alterität aus einem Generalverdacht gegen die Philosophien Kants und des deutschen Idealismus, insbesondere gegen diejenige Hegels. Gemäß diesem Verdacht gibt sich Philosophie totalitär, indem sie das je andere und mannigfaltige Wirkliche in begrifflich-allgemeinen Repräsentationen entstellt und dadurch degradiert. Der Wille, wissenschaftlich zu begreifen und letztlich das Ganze der Welt in Systemform zu gießen, zergeht – nach einem Wort Adornos – vor dem mannigfaltigen Konkreten, das sich so gar nicht angemessen begreifen lässt. Menschen wie Dinge, beide sind stets mehr und anders als ein Begriff es zu sagen vermag.
Dieser Verdacht sucht sich bisweilen in der literarischen Praxis und den theoretischen Entwürfen der Romantik einen Verbündeten. Von der frühromantischen Ironie als einer entgrenzten Darstellungsform bis zu den Außenseiterfiguren Hoffmanns kommt in der Romantik ein Zug zum Uneinheitlichen, Differenten und Heterogenen zum Ausdruck, der sich in Stil und Ansatz von der zeitgleichen Philosophie nachhaltig abzusetzen scheint. So sehen einige in der Romantik sogar eine Vorwegnahme zentraler Motive und Ausdrucksstrategien, die bei Autoren wie Kierkegaard, Nietzsche, Levinas und Derrida bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ausstrahlen.
Vor dem Hintergrund der Frage, ob diese verbreitete Erzählung in ihrer Pauschalität überhaupt überzeugt, möchte die Konferenz Figurationen des Anderen und Abwegigen im philosophisch-literarischen Milieu um das Jahr 1800 diskutieren. Welche Formen nimmt der Umgang mit Andersheit und Abwegigkeit zu dieser Zeit an? Inwiefern sind diese Entwürfe bis heute aktuell und erfordern vielleicht sogar eine Neubewertung oder Revision gegenwärtiger Paradigmen in den Alteritäts-Debatten? Formt das intellektuelle Milieu um 1800 vielleicht sogar eine Laboratoriumssituation, in dem eine bis heute wirksame Konfrontation zwischen literarischem und wissenschaftlich-philosophischem Ausdruck präfiguriert wird? Oder lässt sich zwischen philosophischem und literarischem Umgang mit Alterität und Abwegigkeit gar nicht derart strikt unterscheiden? Und nicht zuletzt: Wie stehen diese Entwürfe zu verwandten Tendenzen in Wissenschaft, Gesellschaft und Kunst?
Während der Schwerpunkt der Konferenz auf literarischen und philosophischen Entwürfen liegt, sind Beiträge aus grundsätzlich allen Disziplinen (etwa aus Soziologie, Kunst-, Wissenschafts-, Rechts- und Geschlechtertheorie) ausdrücklich erwünscht. Dabei richtet sich dieser Call for Papers insbesondere an Graduierte, Doktoranden und Post-Docs. Im Rahmen der Tagung sind außerdem ein Festvortrag sowie Hauptvorträge von einschlägigen Wissenschaftlern in Planung. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Es kann ein Zuschuss zu Anreise und Unterkunft gewährt werden.« (Homepage)
Einsendung von Abstract (max. 500 Wörter) und Kurzvita bis zum 31. Juli 2009 bitte via E-Mail an diese Adresse: graduiertenkonferenzDSLA@uni-jena.de
Organisation der Konferenz: Elisabeth Johanna Koehn, Daniela Schmidt, Johannes-Georg Schülein, Johannes Weiß, Paula Wojcik
Weitere Informationen
- CFP: Romantic Intermediality - International Comparative Literature Association (ICLA) conference session, 15.-21. August 2010, Chung-Ang University, Seoul, Korea
»In this session we discover the various forms of artistic intermediality in the works of Romantic artists. Apart from literature it is possible to present papers about other forms of Romantic art - visual arts, music - as long as they have some connection to literature. The aim of this session is to find out more about the nature of artistic intermediality in the Romantic era. It is particularly relevant to reflect upon the following question: is the artistic intermediality to be understood merely as a thematic topic or does there occur some more profound change while another form of art is incorporated into the work of art. This question reflects the change which has taken place in the recent theoretical discussion about the intermedial relations between the arts. In contrast to earlier understanding of intermediality, which considered intermedial relations as that of translation (in which one form of arts is simply translated to the other), more recent critics have suggested that there happens a significant change in such relation. For example Irina Rajewsky has emphasized that while another form of art is elaborated to the work of art there occurs a change which contributes to the expansion of artistic effect in that work of art. The receiving work of art becomes so to speak enriched by awareness about the other genre. In case of literary works this awareness may influence e.g. the style and language of that work.
The question of intermediality will contribute to the re-consideration of entire Romantic era. Does the enthusiastic interest in artistic intermediality during the Romantic era reflect some more profound desire in the human mind to expand to other medias and to mix? Should Romantic intermediality be considered as a new chapter in this desire or merely a continuation of former tradition of intermediality which has existed ever since the Classical era (ekphrasis, ut pictura poesis)?« (Homepage)
If you are interested in presenting a paper in this session of ICLA conference, please contact:
Dr. Leena Eilitta, University of Mainz/Helsinki: leilitta@hotmail.com
Submission deadline: August 30, 2009
Weitere Informationen
- CFP: Die Geburt der Neueren deutschen Literaturwissenschaft aus der Goethe-Philologie / The Emergence of modern German literary Studies out of Goethe Philology. Panel of the Goethe Society of North America at the Thirty-Third Annual Conference of the German Studies Association in Washington, D.C., 8-11 October 2009.
»Die Wissenschaftsgeschichte hat als Grundlagendisziplin für die Germanistik in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Dabei wurde in unterschiedlichen Zusammenhängen die Goethe-Philologie als Paradigma für die Theorie- und Methodenentwicklung in der Literaturwissenschaft insgesamt beschrieben. Nicht ausreichend aufgearbeitet ist indes, dass die Neugermanistik im 19. Jahrhundert nicht nur aus der Goethe-Philologie heraus entstanden, sondern ihre disziplinäre Gestalt noch bis in die Gegenwart hinein von diesen Entstehungsbedingungen geprägt ist. Die Literaturwissenschaft bezog ihre Grundbegriffe und damit zentrale Elemente ihrer Wissenschaftssprache insgesamt systematisch aus Goethes Schriften. Diese ursprünglich intentionale Vermischung von Objekt- und Metasprache ist ursächlich für zentrale systematische Probleme der Germanistik als moderner analytischer Wissenschaft.
Nicht nur auf dieser Ebene der Terminologie und der Begriffsgeschichte, sondern auch in der disziplinären Struktur der Germanistik insgesamt und bei den interdisziplinären Anschlüssen dienten Goethe und die Struktur seines Werks den germanistischen ‚Gründervätern’ wie Wilhelm Scherer als Maßstab und Orientierung. Scherers unvollendet gebliebener Versuch der Begründung einer empirischen Ästhetik verdankt sich zumindest einer doppelten Optik: einerseits der Aufnahme von Impulsen der seinerzeit avanciertesten Wissenschaften und Theorien wie der Entwicklungsbiologie und der Nationalökonomie, andererseits aber stets dem Seitenblick auf Goethe und auf die Verflechtung unterschiedlicher disziplinärer Perspektiven in dessen Werk.
Auf der Basis der historischen Rekonstruktion ist die aktuelle Theorieentwicklung der Literaturwissenschaft neu in den Blick zu nehmen: Insbesondere rezente Entwürfe einer ‚biologischen’ Ästhetik bzw. Poetik zeigen sich vor dem Hintergrund der am Modell Goethes entwickelten Tradition vergleichbarer Fragestellungen bei Scherer und anderen in neuem Licht. Entsprechendes gilt für die gesamte Fachentwicklung; als Beispiele sind Teildisziplinen wie die Literaturgeschichtsschreibung, die Editionswissenschaft und die Biographik zu nennen.
Für all diese Bereiche gilt, dass die wissenschaftsgeschichtliche Rekonstruktion die Goethe-Philologie nicht etwa nur als problematisches Erbteil der Neueren deutschen Literaturwissenschaft erweist; der historisch informierten Analyse der aktuellen disziplinären und methodischen Lage eröffnen sich vielmehr innovative Perspektiven für die Fachentwicklung in der theoretischen Grundlegung einerseits und interdisziplinären Anschlüssen andererseits. Ein Beispiel wäre das Feld der Kreativitätsforschung.
Darüber hinaus ist die internationale Dimension zu berücksichtigen: Inwiefern haben die unterschiedlichen Auslandsgermanistiken und die German Studies, vor allem in den USA, Teil an der skizzierten Entwicklung? Welche Rolle spielte und spielt Goethe dort als Orientierungsgröße für die konzeptionelle und institutionelle Ausgestaltung des Faches? Welche nationalen und internationalen Konsequenzen lassen sich für die Fachentwicklung ziehen? Welche Rolle spielte und spielt die Politik – wie wurden und werden der Zusammengang von Goetheforschung und Germanistik politisch instrumentalisiert, vor allem in den 1960er Jahren, aber auch heute?
Zu allen erwähnten Aspekten des Zusammenhangs der Goethe-Philologie mit der (inter)disziplinären Konzeption der Neueren deutschen Literaturwissenschaft vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart sind Vorschläge willkommen – sowohl für Fallstudien als auch für Grundsatzreferate.« (Homepage)
Exposés (nicht mehr als eine Seite) werden bis zum 2. Februar 2009 erbeten an:
Bernd.Hamacher@uni-hamburg.de
PD Dr. Bernd Hamacher
Universität Hamburg
Institut für Germanistik II / Goethe-Wörterbuch
Von-Melle-Park 6
20146 Hamburg, Germany
Bernd.Hamacher@uni-hamburg.de
Weitere Informationen
- CFP: 'Reisen auf Papier'. Druckgraphische Visualisierung in Reiseberichten um 1800
Kunsthistorisches Institut der Universität Tübingen und Graphische Sammlung, Tübingen
Bonatzbau der Universitätsbibliothek Tübingen, 05./06. Dezember 2008
»Im ausgehenden 18. Jahrhundert gehören Reiseschriften zu den am häufigsten rezipierten Stoffen der Literatur. Neben fiktionalen Schilderungen und praktischen Vorbereitungs- und Durchführungsschriften zeugen die vielgestaltigen Berichte tatsächlich erfahrener Reisen von enormen verlegerischen und künstlerischen Ambitionen. Die finanziell anspruchsvollen Drucklegungen, oft in Subskription annonciert, gehen mit der Entwicklung bahnbrechender Reproduktionsverfahren wie Aquatinta und Lithographie einher. Die Formate der Bände reichen vom spärlich bebilderten Oktav, das auch als Reisebegleitung Verwendung fand, bis zu Prachtfolianten mit aufwendigen Illustrationen, über deren Einbindung in die zeitgenössische Buch- und Lesekultur wenig bekannt ist.
Die vorgestellten Orte umfassen Schilderungen der mittelbaren Umgebung, die Wege von Grand-Tour und bürgerlicher Bildungsreise wie die als Folge kolonialer Welterschließung durchgeführten Expeditionen. Die Bände veranschaulichen das Bedürfnis internationaler Öffentlichkeit – in höfischen wie bürgerlichen Milieus situiert – an Fremdheitserfahrung und Verortung eigener kultureller Identität.
Die Legenden der Graphiken benennen die arbeitsteilige Bildentstehung und beanspruchen deren künstlerische Autorschaft gegenüber dem Text. Von der Feldzkizze, meist in Feder oder Aquarell ausgeführt, zu ausgearbeiteter Vorlage und der abschließenden druckgraphischen Umsetzung resultieren sie aus europaweiter Korrespondenz zwischen Wissenschaftlern, Künstlern und graphischen Werkstätten.
Die kulturgeschichtliche Reiseforschung der vergangenen Jahre wollen wir unter der Berücksichtigung ‚pictorial/iconic turn’ befragen und den viel verwendeten, gleichwohl unscharfen Begriff „Reisebild“ durch eine Analyse der materiellen, funktionalen und medialen Eigenschaften von Visualität erörtern.
Die Genealogien zu tradierten Architektur- und Landschaftsprospekten, naturkundlichen und enzyklopädischen Illustrationen zeigen ebenso wie das Aufgreifen frühneuzeitlicher Bildkompositionen einen souveränen Umgang mit vorgängigen Visualisierungen, der nicht zuletzt durch die Auflösung normativer Gattungshierarchien möglich wurde. Bei der Vorstellung von Topographien, materiellen Relikten oder indigenem Leben zeigt sich - vor allem für Gebiete der noch nicht vermessenen Welt - das Phänomen eines ‚visuellen Vakuum’, so dass Bilder zur Beschreibung nicht klassifizierter kultureller Phänomene neu konstruiert werden müssen.
Das spätestens seit der Aufklärung virulente Postulat von Gegenstandsautopsie und Authentizität prägt dabei, neben den Ordnungsmodellen der Wissensproduktion, nachhaltig die bildimmanente Argumentation zwischen etwa 1780 und dem vorläufigen Ende der großen Illustrationen zur Mitte des 19. Jahrhunderts.
Für die nachfolgende Zeit wollen wir fragen, welche Rolle den teilweise kanonisch gewordenen Bildern als Instrument regionaler oder nationaler Identitätsstiftung zufällt, wenn sie Jahrzehnte später in andere graphische Techniken übersetzt, als Ansichtskarten vertrieben oder in die Chroniken moderner Nationalstaaten Eingang finden.
Der Workshop soll Teilnehmer aus kultur- und geschichtswissenschaftlichen Fachgebieten mit einem Interesse an historischer Visualität zusammenführen. Fortgeschrittene Studierende, Magistranden und Doktoranden sind im Rahmen der Workshop-Reihe besonders aufgefordert ihre Ergebnisse vorzustellen. Bitte senden sie ein kleines Exposé zum Vortrag mit Angaben zur Person bis zum 15. Oktober 2008 als Pdf-Dokument an die Kontaktadresse: hauers@workshops-kunstgeschichte.de .« (Homepage)
Kontakt: Philipp Hauers, Dr. Anette Michels, Jörg Widmaier, Kunsthistorisches Institut Tübingen
Deadline: 15.10.2008
hauers@workshops-kunstgeschichte.de
Weitere Informationen und Call for Papers als PDF
- CFP: Discovering the Human. Life Sciences and the Arts in the Eighteenth and Early Nineteenth Centuries
International Conference at the Department of English and American Studies, Humboldt-Universität Berlin, 10-12 September 2009
»According to common scholarly opinion, the eighteenth century is not an era particularly famous for its groundbreaking scientific discoveries. Considering the innovations in the so-called life sciences, e.g. the emergence of modern neuroscience or the experiments of Galvani, this belief may be disputed. Although the eighteenth century undoubtedly also has to be characterized, as the late Roy Porter has pointed out, by the terms “acceptance”, “consolidation”, and “assimilation”, the scientific landscape of the era, as latest research has emphasized, is much more complex and has a lot more to offer. In this context, the conference will focus on the life sciences, i.e. medicine, natural philosophy, physiology, psychology, and, at the close of the century, the emerging discipline of biology, in order to highlight how the discovery of the human is both the result of transformative processes as well as new discoveries and insights.
For the contemporary concept of the human, these transformations were indeed groundbreaking since they brought about a shift from the previous worldview dominated by religion to the modern scientific one. Science, hence, became an accepted cultural reality in the age of reason and in romanticism and was, as such, reflected, commented on, and criticized in literature and other cultural discourses. At the same time, traditional religious viewpoints remained of major importance in all major scientific disciplines. The conference aims to reflect the parallel and often contradictory discourses contributing to the construction and/or discovery of the human.
As the concept of the human was altered due to the gradual spreading of scientific knowledge, so did the depiction of the human change in literature and the arts. Since the two cultures, art and science, were not yet distinguished categories but rather closely intertwined, the modern concept of the human is a result of scientific-aesthetic negotiations.
The complex debates revolving around mechanism, vitalism, and materialism in order to define the nature of life in general are a case in point. The mechanistic physiology in the tradition of René Descartes that had replaced classical medical models such as the theory of the four humours gradually, as the century proceeded, made way for more holistic notions such as vitalism and a materialism based on the conception of the human and animal body as a self-sufficient organism, which is the prerequisite for the discovery of the human. And at times it is hard to say whether central texts, such as the works of Erasmus Darwin, are to be called science or poetry.
Possible topics for papers are:
· The body as a scientific organism in the arts
· Imagination and scientific theories of the mind
· Gendering the sciences
· Neuroscience in literature and art
· The scientist as a literary topos
· Creating the human as a monster in science and art
Please send an abstract of 200-300 words and a short CV by e-mail to Dr. Ralf Haekel (ralf.haekel@staff.hu-berlin.de) or Sabine Blackmore (sabine.blackmore@staff.hu-berlin.de) by 1 December 2008.« (Homepage)
Weitere Informationen und Call for Papers als PDF
- CFP: "aus GOttes Wort und eigener Erfahrung gezeiget": Erfahrung – Glauben, Erkennen und Handeln im Pietismus
III. Internationaler Kongress für Pietismusforschung, ausgerichtet vom Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus und den Franckeschen Stiftungen zu Halle
»Mit dem Thema, das in spezifischer Weise den Anthropologie-Schwerpunkt des II. Internationalen Kongresses (2005) aufgreift, verbinden sich erstens die Überlegung, einen für den Pietismus in seinen historischen und regional-territorialen Ausprägungen sowie in seinen fachlich-disziplinären Ausdifferenzierungen verbindenden Sachverhalt anzusprechen, und zweitens die nach gemachten guten Erfahrungen begründete Hoffnung, den fruchtbaren Dialog mit der Aufklärungsforschung weiter zu vertiefen.
Ob in der Theologie als alter Wissenschaft, in Medizin und Pädagogik, in Naturwissenschaft, in Ästhetik, Literatur, Kunst und Musik, schließlich in der Psychologie als junger Wissenschaft: Im langen 18. Jahrhundert hatte Erfahrung, bei gleich bleibender Lexik und changierender Semantik, Konjunktur, weshalb sie auch als bedeutungsschillernder Begriff schwer auf den Begriff zu bringen und als reich facettiertes Phänomen schwer zu beschreiben ist.
Wesentliche Aufgabe des Kongresses wird es sein, den nicht unerheblichen, aber bislang weitgehend unerforschten Anteil, den der Pietismus an der Profilierung des 18. Jahrhunderts als dem Zeitalter der Erfahrung hatte, herauszuarbeiten. Dabei ist die Spanne zwischen dem Pietismus als einer passivisch-introvertierten, auf Verinnerlichung und dem Pietismus als einer aktiv-extrovertierten, auf Menschen- und Weltveränderung bedachten Frömmigkeitsbewegung auszuschreiten: die Spanne zwischen pietistischer Selbst- und pietistischer Welterfahrung, die in Theorien, Projekte und Praktiken der Selbst- und Weltgestaltung gemündet haben.
Um für das 18. Jahrhundert den Erfahrungs-Anteil des Pietismus darzustellen und historisch-systematisch zu kontextualisieren, sind Differenzierungen gegenüber Theorien und Praktiken von Erfahrungen erforderlich, wie sie von vorbereitenden und begleitenden Frömmigkeitsbewegungen (Mystik, Puritanismus, Nadere Reformatie), der Lutherischen Orthodoxie und der Aufklärung entwickelt und erprobt worden sind. Zur Schärfung und Erhellung von Begriff und Phänomenen der Erfahrung im Pietismus sind neben dessen Theologie und Frömmigkeitspraxis u.a. vor allem anthropologische Theoriebildungen, soziale und pädagogische Projekte, ästhetische (literarische, musikalische, bildkünstlerische und architektonische) Konzepte und deren Realisierungen, sowie naturkundliche bzw. naturwissenschaftliche, medizinische und pharmakologisch-pharmazeutische Theorien und gegebenenfalls Praktiken zu berücksichtigen.« (Homepage)
Weitere Informationen
- CFP: Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit um 1800
»Das Graduiertenkolleg des Exzellenznetzwerks Aufklärung - Religion - Wissen. Transformationen des Religiösen und des Rationalen in der Moderne der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg lädt zu einem interdisziplinären Workshop junger NachwuchswissenschaftlerInnen vom 2. bis 3. Februar 2009 in Halle (Saale) ein.
Die Relation von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit bildet ein markantes Problemfeld in ästhetischer Theorie und Praxis um 1800. Ausgehend von der These, dass an der Jahrhundertschwelle ein Paradigmenwechsel hinsichtlich dieser Relation greifbar wird, möchte der Workshop den betreffenden Prozess innerhalb von Literatur, Kunst und Philosophie nachzeichnen. Die spezifischen Gestalten, in denen das Verhältnis von Sicht- und Unsichtbarkeit in Erscheinung tritt, sollen dabei in erster Linie unter dem Gesichtspunkt des Gegen- und Ineinanders von Wahrnehmung und Imagination betrachtet werden. Folgende Fragen könnten sich anschließen:
1. Welche Konzeptionen von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit werden um 1800 formuliert?
2. Wie gestaltet sich das Verhältnis von Wahrnehmung und Imagination um 1800?
3. In welchen Konstellationen formieren sich die Komplexe von Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit und Wahrnehmung/Imagination?
4. Inwiefern bestimmt die in Frage stehende Relation andere im Mittelpunkt der ästhetischen Diskurses stehende Begriffsoppositionen wie endlich/unendlich, real/ideal oder subjektiv/objektiv?
5. Handelt es sich bei dem Paradigmenwechsel um einen Transformationsprozess? In welchem Verhältnis stehen die neuen Visualitätskonzepte zur Tradition?
6. In welchen konkreten Formen und Visualisierungsmodi treten Sichtbares und Unsichtbares in Theorie und Praxis um 1800 auf?
Erbeten werden bis zum 30. September 2008 Exposés von maximal 300 Wörtern. Die Vortragsdauer sollte 30 Minuten nicht überschreiten.
Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge und eine anregende Diskussion!« (Homepage)
Abstracts und einen Kurz-CV senden Sie bitte per E-Mail an Jürgen Kaufmann:
juergen.kaufmann@netzwerk-arw.uni-halle.de
Graduiertenkolleg im Exzellenznetzwerk Aufklärung - Religion - Wissen. Transformationen des Religiösen und des Rationalen in der Moderne
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Franckeplatz 1, Haus 24
06110 Halle
Weitere Informationen und Exzellenznetzwerk Aufklärung - Religion - Wissen
- CFP: Elective Affinities: Goethe, Literature, Science
Fifth Biennial Graduate Student Conference in German Studies, Department of German and Romance Languages and Literatures, Johns Hopkins University, December 5-6, 2008
"Es ist eine Gleichnisrede, die dich verführt und verwirrt hat…hier wird freilich nur von Erden und Mineralien gehandelt, aber der Mensch ist ein wahrer Narziss: er bespiegelt sich überall gern selbst; er legt sich als Folie der ganzen Welt unter." (Die Wahlverwandtschaften)
»Drawn from chemistry, the title of Goethe's 1809 novel "Wahlverwandtschaften" refers to the potential of unpredictable separations and realignments, the stability or fragility of both chemical bonds and human connections. The novel could be read as lab notes to an experiment in catalyzing interpersonal shifts which occur when new encounters disturb an equilibrium. This exploration of the realm of science and experimentation is evident throughout Goethe's oeuvre and becomes articulated in his literary writings.
Conversely, in becoming text, these experiments develop significance well beyond the laboratory, and contribute to the continuing fascination and broad scholarly involvement with Goethe as recent works in the poetics of knowledge have shown.
By using a variety of approaches and sources, this conference seeks to investigate the perspectives and intersections of Goethe's entire literary and scientific oeuvre, as well as that of the era which came to be named after him. How i s his universalizing approach relevant today, e.g. in contemporary scholarship or in educational debates? How do Goethe's experiments and scientific writings help us situate his work within the history of philosophical thought and literary practice? How are Goethe's own
experiments reflected in his literary work and how do they inform his literary production? How do these experiments and connections gain new meaning through writing and being written?
Keynote Speakers: David E. Wellbery (University of Chicago) and Eckart Förster (Johns Hopkins University)
Possible paper topics could explore, but are not limited to, the following "elective affinities:"
- Goethe on Bild, Bildung, Bildungsroman, Einbildungskraft, Nachbildung
- Natur, Naturdichtung, Naturphilosophie, Naturwissenschaften in the Goethe Era
- Goethe in relation to his contemporaries
- Universalizing approaches (e.g. Nationalliteratur versus Weltliteratur, Bildung)
- Symbol, metaphor, morphology
- Idea, image, Urphänomen
- Protoscience, pseudoscience, the future of science: Goethe as alchemist, magus, prophet
- Narrative science, science of narrative – before, in, and after Goethe« (Homepage)
Please send a one-page paper abstract in English or German by September 18th, 2008 to goetheconference@gmail.com.
For further information, refer to the conference webpage:
http://web.jhu.edu/grll/goetheconference.html.
For any questions, please contact the organizers:
Doreen Densky (doreen.densky@jhu.edu) and Tove Holmes (tovekat@jhu.edu)
Weitere Informationen und Call for Papers
- CFP: Johann Mattheson als Vermittler und Initiator. Wissenstransfer und die Etablierung neuer Diskurse in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, 26.-28. März 2009, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
»Johann Mattheson spielte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine Schlüsselrolle bei der Verhandlung und Vermittlung von Wissen im deutschsprachigen Raum. Er gilt in erster Linie als zentraler Musiktheoretiker, seine musiktheoretischen Schriften sind jedoch eingebettet in ein weit umfangreicheres Schrifttum. Es umfasst u.a. Übersetzungen von Romanen und historischen Werken aus dem Englischen, Französischen und Italienischen, philosophische und politische Schriften sowie die Herausgabe von Zeitschriften. Dieses Schaffen wird flankiert von einer reichen kompositorischen Produktion, die das Verfassen und das Einrichten von Libretti einschließt.
Die Tagung, veranstaltet von den Universitäten Halle-Wittenberg und Magdeburg in Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, will Mattheson in der Gesamtheit seines schriftstellerischen Oeuvres und seines kompositorischen Schaffens insbesondere für die Bühne in den Blick nehmen. Im Vordergrund des Interesses steht die Vielfalt der Wissensordnungen und Praktiken, an denen er teilhatte und die eine wesentliche Grundlage seiner musiktheoretischen Neuansätze bilden. Seine Opern und Opernbearbeitungen sollen in diesem Zusammenhang als Dokumente des Transfers internationaler musikdramatischer Modelle und als wesentliche Grundlagen der musikalischen Schriften verstanden werden. « (Homepage)
Bei Interesse an einer Teilnahme erbitten wir die Einsendung eines Themenvorschlages und einer kurzen, orientierenden Beschreibung bis 31. August 2008 an:
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Institut für Musik: Abteilung Musikwissenschaft
Hansjörg Drauschke
Kleine Marktstraße 7
06108 Halle (Saale)
hansjoerg.drauschke@musikwiss.uni-halle.de[1]
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Institut für Germanistik
Dr. Dirk Rose
Zschokkestraße 32
39104 Magdeburg
dirk.rose@ovgu.de[2]
Weitere Informationen
- CFP: 5th International and Interdisciplinary Conference: Alexander von Humboldt, 2009: Travels Between Europe and the Americas
»Researchers from all disciplines, professors and graduate students interested in travels between Europe and the Americas are invited to submit abstracts of their papers for consideration
Topics
- Alexander von Humboldt
- Travels Between Europe and Latin America (15th through 21st centuries)
- Travelling in Dictatorships: Colonialism, Caudillismo, Fascism, Communism
- Travel and Science: Measuring, Collecting, Imagining the World
- Contemporary Travel Writing
- Emigration and Exile
- Travelling, Gender, Sexuality
- Travel Cultures, Practices and Economies: Discoveries, Expeditions, Tourism
- Global Environments: Travels and Ecology
- Narrating Voyages: the Scholar-Traveller
- Theories of Mobility and Travel Literature« (Homepage)
Contacts:
Dr. Lilianet Brintrup, Conference President: lib1@humboldt.edu
Dr. Oliver Lubrich, Conference Vice President: lubrich@zedat.fu-berlin.de
Organisers:
Freie Universität Berlin
Peter Szondi Department of Comparative Literature
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin, Germany
www.fu-berlin.de
Humboldt State University
Department of World Languages and Cultures
Arcata, California 95521, USA
www.humboldt.edu
Weitere Informationen
- CFP: Lenz-Jahrbuch. Literatur – Kultur – Medien 1750-1800
»Das „Lenz-Jahrbuch“ (1991ff.) hat sich als fachwissenschaftliches Medium für „Sturm-und-Drang-Studien“ (Untertitel) fest in der wissenschaftlichen Zeitschriftenlandschaft etabliert.
Ab Bd. 15 (2008) wird es von einem neuen Team herausgegeben (Matthias Luserke-Jaqui, Ariane Martin, Nikola Roßbach). Es erscheint weiterhin beim Röhrig Universitätsverlag.
Das neue „Lenz-Jahrbuch“ setzt nicht nur auf Kontinuität, sondern auch auf Neuanfang. Der programmatische Untertitel „Literatur – Kultur – Medien 1750-1800“ signalisiert die Ausweitung des thematischen, zeitlichen und methodologisch-theoretischen Spektrums.
Ziel ist, verstärkt mitzuarbeiten an einer Kultur- und Mediengeschichte der Literatur der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Kultur- und medienwissenschaftlich orientierte Beiträge finden in Zukunft besondere Aufmerksamkeit.
Das neue „Lenz-Jahrbuch“ erscheint zum Jahresende; es enthält Aufsatzteil, Rezensionsteil und eine unregelmäßig erscheinende Rubrik für Miszellen und Trouvaillen. ....« (Homepage)
Kontaktadresse:
PD Dr. Nikola Roßbach (Geschäftsführung des „Lenz-Jahrbuchs“), Technische Universität Darmstadt, Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft, Hochschulstraße 1, 64289 Darmstadt. Home: www.nikola-rossbach.de, E-Mail: mail@nikola-rossbach.de
Weitere Informationen
- CFP: Aesthetics and Modernity from Schiller to Marcuse
Institute of Germanic & Romance Studies, University of London, 10.-11. September 2009
»From Schiller to Marcuse the aesthetic dimension has been conceived among other things as a kind of moral forum, a critical mirror for society, an outlet for otherwise impermissible drives, and as a dimension in which a more affirmative mode of existence is possible. It has been seen as characteristic of modernity’s orientation around the individual and as a means of counteracting the rationalisations of modern life. This two day-conference will investigate the many and conflicting relationships between aesthetics and modernity.
In particular, the 250th anniversary of Schiller’s birth in 1759 seems a timely point to reflect on the German tradition of socio-cultural and aesthetic theory and artistic practice from the late Enlightenment to the Frankfurt School and beyond, in which Schiller played such a seminal role. Papers are therefore invited on any and all aspects of the relationship between aesthetics and modernity from the 1790s to the 1970s, and in particular, contributions that develop an interdisciplinary perspective – embracing German studies, philosophy, social and cultural theory, aesthetics, literature, music, art....« (Homepage)
Papers should last no more than 30 minutes; the conference languages will be English and German. Please send proposals (including an abstract of 200 words max.) by 31 August 2008 to:
Dr Jerome Carroll jerome.carroll@nottingham.ac.uk
and
Dr Maike Orgel maike.oergel@nottingham.ac.uk
An edited collection of papers from the symposium will be published.
INSTITUTE OF GERMANIC & ROMANCE STUDIES
University of London School of Advanced Study
Room ST272, Senate House, Malet Street, London WC1E 7HU
Telephone: +44 (0)20-7862 8966 Fax: +44 (0)20-7862 8672
Email: jane.lewin @sas.ac.uk Website: http://igrs.sas.ac.uk
Weitere Informationen
- CFP: LITERARY CONSTRUCTIONS OF HISTORICAL WORLDS IN BRITAIN AND GERMANY SINCE 1750 - Conference organized by the Centre for Anglo-German Cultural Relations (CAGCR), Queen Mary, University of London and the German Historical Institute (GHI), London, 25-27 September 2008
»Since Herodotus and Thukydides, historiography has been influenced by literary stylistics and by narrative. Likewise, historical subject matters continue to inform large sections of literary writing. In recent years aspects of narratology have also become objects of scrutiny by various academic disciplines. Based on the advanced understanding of how literary or quasi-literary narrative structures function in historical, biographical and anthropological writing, this conference aims to explore the specificity of literary constructions of historical worlds in Britain and Germany since the Enlightenment, and to assess their contribution to Anglo-German cultural relations.
Short papers (no longer than 30 minutes) are invited that address one specific aspect of such literary constructions of history on a comparative basis, e.g.: Anglo-German perceptions of 1848 or 1918; Frederick II of Prussia and literary/historiographical responses to him in Britain; Churchill as seen by Sebastian Haffner and Golo Mann; the literary-historical representation of specific sites and locales.
Four keynote lectures will set the scene for and/or summarize various thematic sections focussing on:
1) specific years or historical events;
2) the biographies and historical representations of key historical figures;
3) cities, geographies and topographies.« (Homepage)
A brief abstract (200 words) should be submitted by 1st March 2008 to Professors A. Gestrich (GHI) and R. Görner (CAGCR).
Email: gestrich@ghil.ac.uk
r.goerner@qmul.ac.uk
Papers may be delivered in either English or German.
Venues will be the GHI (17 Bloomsbury Square) and QMUL (Mile End Campus).
Dr. Angus Nicholls,
Centre for Anglo-German Cultural Relations,
Department of German,
Queen Mary,
University of London.
Mile End Road, London E1 4NS.
Phone: +44 (0) 207 882 2683
Mobile: 0785 174 3004
Fax: +44 (0) 208 980 5400
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- CFP: Call for Article Submissions Focus on German Studies, vol. 15
»Focus on German Studies is an annually published journal which features the original scholarship of graduate students. We are currently seeking articles for publication in our 15th volume due out this summer. Focus casts as broad a net as possible, encouraging publication on all aspects of German Studies to reflect the varied intellectual engagement and research conducted by graduate students. Submissions are accepted in English and German.
Articles should be 10-25 pages in length, double spaced and MLA formatted. Submissions as an MS Word e-mail attachment are preferred. Articles should be prepared without your name or university affiliation attached. On a separate cover sheet include your name, university, and contact information.« (Homepage)
Inquiries and submissions can be forward to:
Focus on German Studies
ATTN: Paper Submissions, Todd Heidt
University of Cincinnati ML 0372
Cincinnati, OH 45221-0372
USA
Email: focusonlit@fastmail.fm
We also publish book reviews. Possible reviewers can get a book from our pre-selected book list at the following link or can choose their own book. We are able to provide reviewer's copies at no charge to the reviewer.
http://www.artsci.uc.edu/german/newsEvents/focus/reviewers.html
Books should be recent (publication date 2007 or 2008) and relate to the field of German Studies. They should not exceed 4 pages (MS word double-spaced). The deadline is Feb 1, 2007. Inquiries and submissions should be made to the address below:
Focus on German Studies
ATTN: Book Reviews – Alexandra Hagen
Department of German Studies
University of Cincinnati, OH 45221-0372, USA
Email: focusonlit@fastmail.fm
Weitere Informationen
- CFP: Gelehrtenleben - Tagung im Faust-Archiv Knittlingen vom 19. bis 20. September 2008
»Der Gelehrte spielt in der europäischen neuzeitlichen Gesellschaft eine zentrale Rolle. Die Literatur der Neuzeit zeigt ihn als wichtige Person in verschiedenen Funktionen. Er kann Sprachrohr sein, die Verbindung zum Übersinnlichen herstellen, als Spezialist und politischer Berater auftreten oder über Wissen verfügen, das für andere unverständlich ist.
Die Literatur dient oft als Selbstbespiegelung des Gelehrten wie auch als Spiegel der öffentlichen Wahrnehmung des Gelehrten. In literarischen Darstellungen wird der Gelehrte häufig satirisch, sei es als weltfremder Büchermensch oder Eigenbrötler dargestellt. Zugleich gibt es aber auch emphatische Darstellungen wie Goethes Faust.
Unter dem Gelehrten in vielfältigen Ausprägungen können Dichter, Theologen, Philologen und Naturwissenschaftler verstanden werden. Diese literarischen Darstellungen spiegeln populäre Vorstellungen vom Gelehrten bzw. von der Wissenschaft wider.
Auf der Tagung sollen die vielfältigen literarischen Darstellungen des Gelehrten unter Einbezug literaturwissenschaftlicher, kulturwissenschaftlicher und soziologischer Erkenntnisse diskutiert werden. Ziel der Tagung ist es, die Entstehung und den Wandel des Bildes des Gelehrten in der europäischen Literatur seit der frühen Neuzeit nachzuzeichnen. Dabei wird eine breite historische Perspektive angestrebt, um den Gelehrten auch als Vertreter von Disziplinen sichtbar zu machen, deren Bedeutung historischem Wechsel unterworfen ist.
Interessierte werden gebeten bis zum 15. Februar 2008 ein etwa eine Seite umfassendes Exposé per e-mail an die unten angegebene Adresse zu senden. « (Homepage)
Judith Wisser
mitarbeiter@faustmuseum.de
Faust-Archiv Knittlingen
Kirchplatz 9
75438 Knittlingen
Tel.: 07043/951610
Weitere Informationen
- CFP: Fünftes ›Internationales Symposium junger Goetheforscher‹ (Weimar 2009)
»Am 3. Juni 2009 richtet die Goethe-Gesellschaft in Weimar zum fünften Mal das ›Internationale Symposium junger Goetheforscher‹ aus. Als Auftakt zur viertägigen Hauptversammlung, an der mehrere hundert Wissenschaftler aus aller Welt teilnehmen, hat sich das Symposium inzwischen fest etabliert. Es bietet talentierten NachwuchswissenschaftlerInnen die Möglichkeit, eigene Forschungsergebnisse einem internationalen Fachpublikum vorzustellen.
Zu Konzeption und Ablauf: Acht GoetheforscherInnen aus dem In- und Ausland halten jeweils einen Vortrag von 30 Minuten. Im Anschluß daran sollen 15minütige Diskussionsrunden die Möglichkeit bieten, Fragen an den Referenten zu stellen oder bestimmte Aspekte kritisch zu vertiefen. Das Vortragsthema ist grundsätzlich freigestellt; es wird jedoch erwartet, daß es einer innovativen Fragestellung entspringt, die – auch bei methodischer Avanciertheit – für das Auditorium nachvollziehbar bleibt. Damit die ReferentInnen über das Kolloquium hinaus in intensiven Meinungsaustausch treten können, ist ein kleines Rahmenprogramm geplant. Die Kosten für Reise und Unterkunft übernimmt die Goethe-Gesellschaft. Einige der gehaltenen Vorträge werden voraussichtlich im Goethe-Jahrbuch publiziert.
Zum Bewerberprofil: Die ReferentInnen sollten sich in ihrem Projekt (Aufsatz, Dissertation, Habilitation) mit Goethes Werk bzw. dessen Kontexten befassen und schon in fortgeschrittenem Arbeitsstadium sein. Die Altersgrenze liegt bei 37 Jahren. Wie der Vorstand der Goethe-Gesellschaft mit Nachdruck betont, müssen die Exposés der BewerberInnen besonderen Ansprüchen genügen, d.h. deutlich über dem wissenschaftlichen Durchschnitt liegen. Selbstbewerbungen sind möglich. Da im April 2008 der Vorstand der Goethe-Gesellschaft zusammentritt und einen ersten Bericht erwartet, sollten die Unterlagen bis spätestens Ende März an beide untenstehenden Adressen geschickt werden. Die vollständige Bewerbung umfaßt neben Angaben zu Person und Projekt ein ca. zweiseitiges Exposé, das die Grundlage der Auswahl bilden wird. ForscherInnen aus dem Ausland sind nachdrücklich zur Bewerbung aufgefordert. « (Homepage)
Unterlagen bitte direkt an beide Leiter des Symposiums:
Dr. Matthias Buschmeier
Universität Bielefeld
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Germanistische Literaturwissenschaft
Postfach 100131
D-33501 Bielefeld
Dr. Wolf Gerhard Schmidt, M.A., M.Phil. (Cambridge)
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Universitätsallee 1
D-85072 Eichstätt
Weitere Informationen
- CFP: Formen des Nichtwissens in der Aufklärung - Internationale, interdisziplinäre Tagung
Halle/Saale, 20.-24. August 2008
Call for papers für Nachwuchswissenschaftler
»Dass die Aufklärung – in all ihren Varianten – auf zuverlässiges Wissen zur Absicherung höherer Lebensqualität ("Glückseligkeit") zielte, bedarf keiner Erläuterung. Klärungsbedarf besteht aber sowohl für den angesetzten Wissensbegriff selbst (was galt als 'Wissen'?) als auch für dessen Grenzen und Antonyme (wie weit reichte 'Wissen' und wie sahen seine Antipoden aus?). Nicht nur war die Verlässlichkeit verschiedener Wege zum Wissenserwerb umstritten; auch darüber, wo Wissen überhaupt anfängt und was ihm kontradiktorisch Profil verleiht, bestand keineswegs Einhelligkeit.
Ziel der Tagung ist zum einen eine Bestandsaufnahme von Formen des Nichtwissens, wie sie von Zeitgenossen der Aufklärung vorausgesetzt oder entwickelt wurden. Zum anderen soll die Tagung im Rahmen dieser Phänomenologie des Nichtwissens zu einer historisch-systematischen Neubestimmung des Aufklärungsbegriffs beitragen, die die hartnäckig beibehaltene Gleichung, dass Aufklärung in Rationalismus aufgehe, kritisch angeht, um der Aufklärung historisch und systematisch gerecht werden zu können. Nichtwissen, Unwissen, Dummheit, Schwärmerei, Ignoranz, Beschränktheit, Vorurteile sind nicht nur Objekte der Aufklärung, sondern auch deren Profil gebende Determinanten.
Es ist die Doppelrolle des Nichtwissens der Aufklärung einerseits als Thema des aufklärerischen Diskurses, andererseits als Rahmenbedingung aufklärerischer Prozesse, die dem Nichtwissen in der Aufklärung Gewicht gibt. Formen des Nichtwissens, dessen Grenzen, wissenssoziologische Implikationen der Annahme (ir)reduziblen Nichtwissens, Wissen und Gewissheit, Grenzen der Perfektibilitäts-Idee usw. sind thematische Desiderate, die auf dieser Tagung diskutiert werden sollen. Aufklärung als eine der entscheidenden Berufungs-Instanzen modernen Wissens, seiner Diskurse und seiner Performativität dürfte aus der Geschichte ihres Umgangs mit dem Nichtwissen erstaunliche Einsichten in ihre eigene Geschichte, aber auch in gegenwärtige Probleme des Verhältnisses von Wissen, Wissenschaft und ihren Anwendungen gewähren.
Die dreisprachige (deutsch, französisch, englisch), internationale, interdisziplinäre Tagung thematisiert solche Fragen sowohl in theoretisch-methodischer Hinsicht (welche Rolle spielt Nichtwissen in der Konstruktion von Wissenssystemen?) wie in historisch-empirischer Hinsicht (wie sind Vertreter der Aufklärung mit Formen des Nichtwissens umgegangen?) – immer aus der Perspektive eines Fächer übergreifenden, internationalen Austauschs zwischen ausgewiesenen Forscherinnen und Forschern verschiedenster Fachrichtungen und Disziplinen.
Ein besonderes Augenmerk richtet sich dabei darauf, qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs in die Tagung miteinzubeziehen. Diese Ausschreibung richtet sich an fortgeschrittene Doktorandinnen und Doktoranden sowie kürzlich promovierte Nachwuchswissenschaftler/-innen aus allen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen, die Einschlägiges zum Themenbereich vorschlagen möchten. Eine Sektion im Rahmen des regulären Programms der Tagung ist ausdrücklich für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler reserviert. Die Vorträge sollen maximal 20 Minuten dauern. Danach wird sich eine mindestens 10-minütige Diskussion anschließen. Vortragsvorschläge können nur in elektronischer Form (an: rainer.godel@netzwerk-arw.uni-halle.de) in deutscher, englischer oder französischer Sprache eingereicht werden, wobei der Umfang des Vorschlags 250 Wörter nicht überschreiten darf. Darüber hinaus wird ein Kurzlebenslauf erbeten, aus dem ersichtlich ist, in welchem Stadium des Promotionsvorhabens sich der Bewerber / die Bewerberin befindet.
Die Tagung wird veranstaltet von Prof. Dr. Hans Adler, University of Wisconsin – Madison (USA) und PD Dr. Rainer Godel, Exzellenznetzwerk "Aufklärung – Religion – Wissen", Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Einsendeschluss ist der 30. November 2007.
PD Dr. Rainer Godel
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Exzellenznetzwerk "Aufklärung – Religion – Wissen"
Wissenschaftlicher Koordinator
06099 Halle
rainer.godel@netzwerk-arw.uni-halle.de« (Homepage)
Weitere Informationen und www.exzellenz-netzwerk-arw.uni-halle.de
- CFP: Georg-Forster-Kolloquium 2008 "Weltreisender oder Revolutionär? Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Leben Georg Forsters"
Geplanter Termin: 20./21.6.2008
»Gemeinhin findet man zu Georg Forster die Charakterisierung "Weltreisender und Revolutionär". Ist dies rein additiv zu verstehen, ohne dass die eine Seite der Person Forsters Wesentliches mit der anderen zu tun hätte? Oder muss man beides doch in einem engeren Zusammenhang sehen? Ab wann, mit anderen Worten, datiert der Revolutionär Georg Forster, eine in der Forschung höchst umstrittene und bislang letztlich unbeantwortet gebliebene Frage. War er in seiner Gesinnung schon lange vor dem Einmarsch der Franzosen in Mainz revolutionär eingestellt? Oder ist er, auch diese These ist verbreitet, in die Revolution gleichsam nur hineingestolpert? Oder, und diese Auffassung geht bis in die 1790er Jahre zurück, ist er in sie durch die Frauen in seiner Umgebung letztlich "hineingetrieben" worden? Forster selbst rechtfertigte sich in einem Brief an seinen Schwiegervater am 10. November 1792 mit den Worten: "Emigriren kann ich nicht, ohne Alles, was ich habe, aufzuopfern, meinen guten Namen obendrein, da meine Denkungsart in meinen Arbeiten klar am Tage liegt." Wie steht es also um die Kontinuitäten und Diskontinuitäten in Forsters Denken und Handeln? Wie verwurzelt sind seine revolutionären Anschauungen in seiner Kulturanthropologie und in seinem naturwissenschaftlichen Denken der 1770er und 1780er Jahre? Welche neuen Erklärungsansätze bieten hier seine jüngst erst zugänglich gemachten naturwissenschaftlichen Schriften?
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich mit einem Beitrag am Kolloquium zu beteiligen. Bitte senden Ihren Themenvorschlag möglichst bis Ende Februar 2008 per E-Mail an Herrn Dippel.
Kontakt:
Prof. Dr. Horst Dippel
Universität Kassel
Fachbereich 5 Gesellschaftswissenschaften
34109 Kassel
Telefon:
0561 - 804 3350
Sekretariat: 0561 - 804 3092
E-Mail: hdippel@uni-kassel.de« (Homepage)
Weitere Informationen und George-Forster Gesellschaft
- CFP: Praktiken des Wissens und die Figur des Gelehrten im 18. Jahrhundert. Internationaler Kongress anlässlich des 300. Geburtstages von Albrecht von Haller (1708-1777) Bern 14.10.2008-17.10.2008, Universität Bern
Historisches Institut und Institut für Medizingeschichte der Universität Bern, in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für dieErforschung des 18. Jahrhunderts (SGEAJ), der SchweizerischenGesellschaft für Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften (SGGMN),der Naturforschenden Gesellschaft in Bern (NGB) und der Akademie derNaturwissenschaften Schweiz (SCNAT).
»Wissen ist eine zentrale Kategorie zur Beschreibung der neuzeitlichenGesellschaft geworden. Die Entwicklung des Wissens steht in einerdynamischen Wechselbeziehung mit dem Wandel in Gesellschaft, Ökonomieund Kultur. Dabei sind es nicht nur die Inhalte, sondern ganzeWissenskulturen, die sich ändern und neu entstehen. Neben tradierteDenkkategorien treten neue Überzeugungen und Methoden. DieWissensproduktion findet statt im Rahmen von institutionellen, sozialenund politischen Bedingungen unterschiedlichster Art. Die Tagung nähert sich diesem komplexen Gebilde der Wissenskultur, indemsie die Gelehrten als massgebliche Akteure ins Zentrum stellt. Zu fragenist, warum, wie und zu welchen Zwecken Gelehrte im 18. JahrhundertWissen sammeln, produzieren, kritisieren, propagieren, verbreiten undumsetzen. Sie interessieren im Hinblick darauf, welche Rollen sieeinnehmen, welche Bilder sie von sich selbst vermitteln und wie siewahrgenommen werden. Haller ist als Dichter und Gelehrter, Sammler und Experimentator,Enzyklopädist und Spezialforscher, Universitätsprofessor und Magistrat,Gesellschaftspräsident und Korrespondent, profilierter Autor undmächtiger Rezensent, moderner Forscher und orthodoxer Christ eineparadigmatische Figur, in der sich zahlreiche Problemlagen undEntwicklungen der Wissenskultur des 18. Jahrhunderts spiegeln. DemBerner Universalgelehrten soll zwar besondere Beachtung geschenktwerden, doch ist er nicht das zentrale Tagungsthema; vielmehr ist sein300. Geburtstag der Anlass, sich allgemein mit den Praktiken den Wissensund der Figur des Gelehrten im 18. Jahrhundert auseinanderzusetzen.« (Homepage)
Weitere Informationen und Call for papers
- Frauen im Umfeld Georg Forsters - geschlechtergeschichtliche Forschungsansätze
Veranstalter: Georg-Forster-Gesellschaft e. V.
Datum, Ort: 22.06.2007-23.06.2007, Kassel
»Die Forschung hat der Bedeutung von Frauen für das Leben, das Denken und das schriftstellerische und wissenschaftliche Werk Georg Forsters bislang nur wenig Beachtung geschenkt. Dabei verspricht diese Perspektive eine Reihe von neuen Erkenntnissen zu wichtigen Lebens- und Schaffensbereichen: einerseits zu seiner persönlichen und intellektuellen Entwicklung, andererseits zu seinen öffentlichen Rollen in der Wissenschaft und in der Französischen Revolution. Fragen von politischer und sozialer Emanzipation, Kommunikation und wissenschaftlichem Diskurs rücken dabei in den Mittelpunkt.
Es ergibt sich eine diverse und vielschichtige Reihe von Themen. So ist zunächst zu klären, wie Forster in der Reise um die Welt die gesellschaftliche Stellung von Frauen und die Geschlechterverhältnisse in anderen Kulturen beschreibt und analysiert, und wie er diese in Bezug zur Situation in Europa setzt. Allgemeiner ergibt sich daraus die Frage, welche Rolle Frauen in Forsters Kulturanthropologie spielen.
Auch die Bedeutung von Frauen in Forsters Umgebung für seine weitere persönliche, wissenschaftliche und politische Entwicklung verdient eine neue Betrachtung. Zunächst rückt dabei Therese Heyne ins Blickfeld, seine Ehefrau in den Jahren in Kassel und Göttingen, in Wilna und schließlich im revolutionären Mainz. Dabei stellen sich Fragen nach ihrer Rolle in Forsters Freundes- und Bekanntenkreisen und seinen intellektuellen Netzwerken, aber auch nach den Gründen für die häufig sehr negativen Charakterisierungen, die ihr vor allem im 19. Jahrhundert zuteil wurden. Gleichzeitig gilt es, Forsters Verhältnis zu anderen Frauen in seinem Umfeld, beispielsweise zu Meta Forkel oder zu Caroline Böhmer, zu untersuchen, wobei gerade auch die jeweilige Gegenperspektive von großem Interesse ist.
Schließlich ist zu hinterfragen, ob und wie sich Forsters Bild von der gesellschaftlichen und politischen Rolle der Frau und vom Verhältnis der Geschlechter vor dem Hintergrund der Französischen Revolution verändert hat. Seine Einstellung und sein Umgang mit Frauen als Schriftstellerinnen oder als Aktivistinnen in der Revolution sowie zur Emanzipation und zu den Rechten von Frauen allgemein sind Themenkomplexe, die zahlreiche neue Perspektiven erwarten lassen.
Weitere Informationen zum Kolloquium und den Aktivitäten der Georg-Forster-Gesellschaft finden sich unter www.georg-forster-gesellschaft.de
Vorschläge für Beiträge bitte baldmöglichst per E-Mail an:
Prof. Dr. Horst Dippel
hdippel@uni-kassel.de« (Homepage)
Weitere Informationen
- Europa denken im 18. Jahrhundert
Veranstalter: Forschungszentrum Europäische Aufklärung Potsdam
Prof. Dr. Brunhilde Wehinger, stellv. Direktorin, FEA
Dominic Eggel, z. Z. Gastwissenschaftler am FEA, Potsdam
Datum, Ort: 20.09.2007-22.09.2007, Forschungszentrum Europäische Aufklärung Am Neuen Markt 9d D-14467 Potsdam
Deadline: 30.06.2007
»Das 18. Jahrhundert wird oft als Meilenstein in der allgemeinen Bewußtwerdung Europas und seiner endgültigen Ablösung älterer Denkmuster wie Christenheit oder Okzident angesehen. Trotzdem wurde bisher die zentrale Bedeutung des Europabegriffs für das 18. Jahrhundert von der wissenschaftlichen Forschung weitgehend unterschätzt.
Das Paradigma des alten Europas, basierend auf feudal-ständischen Gesellschaftsprinzipien, elitären Kulturvernetzungen und einem dynastischen Gleichgewichtsprinzip, kam am Ende des 18. Jahrhunderts durch die universalistischen Ansprüche der französischen Revolution und der darauffolgenden internationalen Instabilität ins Schwanken. Es folgte ein diskursiver Wettstreit über die Definition Europas. Dabei etablierte sich Europa immer mehr als identitätsstiftende Einheit und imaginierte kollektive Grösse in einer Zeit paradigmatischer Unsicherheiten.
Das Ziel des Workshops ist es, die Europabilder und Europavorstellungen des 18. Jahrhunderts und der Sattelzeit in ihrer Vielfalt und unterschiedlichen Dimensionen zu erörtern. Untersuchungen zu politischen, kulturellen, anthropologischen, geographischen, religiösen, wirtschaftlichen und soziologischen Aspekten Europas sind willkommen. In Frage kommen zum Beispiel Beiträge über
- Europa als internationales System und die diesbezüglichen Friedensprojekte
- Europa als geschichtsphilosophische und zivilisatorische Einheit
- Europas Selbstverständnis in Abgrenzung und Ausgrenzung von inneren und äusseren Alteritäten
- Europa als kultureller, religiöser, literarischer, sprachlicher Raum
- Europa in den Kunstwerken und anthropomorphen Darstellungen
- Europa in den Karten, Enzyklopädien und Wörterbüchern
- Europa als kollektive Identität und räumliche Einheit
- Europas geographische Beschaffenheit und Grenzen
- Europas Stellung und Aufgabe in der Welt (Kulturtransfer, Kolonialismus und seine Kritik)
- Europas wirtschaftliche Strukturen und Handelsnetzwerke
Obwohl das Hauptaugenmerk auf intellektuelle Diskurse gerichtet ist, sind Beiträge über soziale oder mentalitätsgeschichtliche Aspekte willkommen. Schließlich sollen auch methodologische Fragestellungen über die theoretischen Voraussetzungen ideengeschichtlicher Forschungsansätze diskutiert werden.
Zielsetzung des Workshops ist es, die Zusammenarbeit von Doktoranden/innen und Postdoktoranden/innen mit Forschungsschwerpunkt Europa im 18. Jahrhundert zu fördern, sowie ein bleibendes und möglichst internationales Netzwerk aufzubauen. Der Workshop ist interdisziplinär ausgerichtet und offen für Beiträge aus allen geisteswissenschaftlichen Fächern.
Erwünscht sind Vorträge von 30 Minuten mit anschließender Diskussion. Der gegenseitige Austausch von Forschungsergebnissen, sowie die Besprechung von methodologischen und forschungsspezifischen Herausforderungen der Ermittlung von Europabildern im 18. Jahrhundert sollen dabei im Mittelpunkt stehen.
Die Veröffentlichung der Beiträge in einer der Schriftenreihen des Forschungszentrums Europäische Aufklärung wird angestrebt.
Abstracts (max. 1000 Wörter) sowie ein kurzer CV mit Angaben der Forschungsschwerpunkte und Publikationen sollten bis spätestens 30. Juni 2007 brieflich oder als e-Mail an folgende Adresse gesandt werden:
Forschungszentrum Europäische Aufklärung
z. Hd. Prof. Dr. B. Wehinger
Am Neuen Markt 9d
D-14467 Potsdam
Auskunft/Kontakt/Ansprechpartner: Dominic Eggel eggel6@hei.unige.ch
oder wehinger@rz.uni-potsdam.de« (Homepage)
Weitere Informationen
- Goethe-Blätter. Schriftenreihe der Goethe-Gesellschaft
»Die Goethe-Blätter sind als Schriftenreihe der Goethe-Gesellschaft Siegburg e.V. konzipiert. In der Regel erscheint pro (Vereins-)Jahr ein Band, der v.a. die Vorträge versammelt, die im Laufe des Jahres vor der Gesellschaft oder öffentlich gehalten wurden. Daneben finden auch kleinere Beiträge in der Rubrik »Miszellen« Aufnahme. Auch für Rezensionen wird in einer entsprechenden Abteilung Raum gegeben. Ein lyrischer Text, das sog. »Letzte Blatt«, rundet jeweils einen Band ab. Im folgenden Tableau soll ein Überblick über die bisher erschienenen Bände gegeben werden.« (Homepage)
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- Studies in Eighteenth-Century Culture, Volume 38
Studies in Eighteenth-Century Culture (SECC) is an interdisciplinary annual volume that publishes significantly revised versions of papers read at national and regional conferences of the American Society for Eighteenth-Century Studies and its affiliates during the 2006-07 academic year. SECC strives to feature the finest work in eighteenth-century studies and to represent ASECS’s wide range of disciplinary interests. The Editors encourage theoretically informed, academically rigorous essays that reflect new directions of research in the field. Essays from previously under-represented disciplines are particularly desired. Published for ASECS by Johns Hopkins University Press, SECC is included in the membership fees of Sponsors and Patrons of the Society and is offered to all members at a substantial discount.
Guidelines for Submission: Papers from all disciplines presented at regional and national meetings of ASECS and its affiliates between JULY 1, 2006 and JUNE 30, 2007 are eligible for consideration. Contributions will be judged according to the highest standards of scholarship. The editors of SECC will not consider papers already submitted to other journals. Papers must be substantially revised from their presentation version and scholarly apparatus must be added. All submissions should be written in English or other commonly-used modern European languages. Submissions typically average 20 to 25 double-spaced pages in length. Current editorial practice follows the Chicago Manual of Style. In accordance with SECC’s policy of blind submissions, author’s names should not appear on the manuscript; any references to the author’s previous work should be in the third person. Kindly submit FOUR COPIES of the paper. Photocopies of illustrations should also be submitted in quadruplicate. Please accompany the typescript with a self-addressed envelope and enough loose stamps to cover the cost of returning one copy of the paper. Please also include your e-mail address. The deadline for submission is July 15, 2007. Final decisions will be made by December 1, 2007. Please submit appropriately revised essays to:
Linda Zionkowski
Ohio University
Department of English
Ellis Hall
Athens, OH 45701
If you have questions, please contact Linda Zionkowski (zionkows@ohio.edu).
»Researchers from all disciplines, professors and graduate students interested in travels between Europe and the Americas are invited to submit abstracts of their papers for considerationTopics:- Alexander von Humboldt - Travels Between Europe and Latin America (15th through 21st centuries) - Travelling in Dictatorships: Colonialism, Caudillismo, Fascism, Communism - Travel and Science: Measuring, Collecting, Imagining the World - Contemporary Travel Writing - Emigration and Exile - Travelling, Gender, Sexuality - Travel Cultures, Practices and Economies: Discoveries, Expeditions, Tourism - Global Environments: Travels and Ecology - Narrating Voyages: the Scholar-Traveller - Theories of Mobility and Travel Literature« (Homepage)