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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Künstler- und Denkerenzyklopädie

Johann Wolfgang von Goethe

(1749-1832)

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war Dichter, Kritiker und Naturforscher. Bis heute ist er die bedeutendste Erscheinung der deutschen Literatur geblieben. Nicht nur während der nach ihm benannten Goethezeit, sondern auch für folgende Generationen war und ist er der Inbegriff kultureller Geistigkeit.  

 

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Kurzbiographie zu Goethe

 

1749-1765: Kindheit in Frankfurt

Johann Wolfgang Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Zusammen mit seiner Schwester Cornelia Friederike erhielt er teils vom Vater Privatunterricht in den damals üblichen Fächern, vor allem in Sprachen. 

 

1765-1768: Leipziger Studienjahre

1765 ging er zum Jurastudium nach Leipzig. Mehr als für sein eigentliches Studienfach interessierte er sich aber für die schönen Künste, so besuchte er Poetikvorlesungen bei Christian Fürchtegott Gellert und nahm Zeichenunterricht bei Adam Friedrich Oeser.

 

1768-1770: Frankfurter Intermezzo

Im August 1768 zwang ihn ein Blutsturz nach Frankfurt zurückzukehren. Dort blieb er während seiner Genesung, bis er 1770 nach Straßburg ging, um dort endlich seine Studien abzuschließen.

 

1770-1771: Straßburg

In Straßburg schloss Goethe Freundschaft mit Johann Gottfried Herder, der ihn mit anderen jungen Schriftstellern bekannt machte, die sich bewusst von den Regeln und Formen der hergebrachten Poesie distanzierten. Statt dessen betonten sie die schöpferische Freiheit des Dichters und stellten den Gefühlsausdruck in den Mittelpunkt, was ihrer literarischen Strömung die Bezeichnung „Sturm und Drang“ eintrug.

In den Gedichten, die der Straßburger Student Goethe für die Pfarrerstochter Friederike Brion aus Sesenheim schrieb, lassen sich diese neuen Einflüsse schon finden, deutlicher aber wird die Genie-Begeisterung im ersten erfolgreichen Drama Goethes, „Götz von Berlichingen“.

 

1771-1775: Wieder in Frankfurt

Während seines Referendariats am Reichskammergericht in Wetzlar 1772 verliebte sich Goethe in Charlotte Buff, die aber schon mit seinem Freund Johann Christian Kestner verlobt war. Als Goethe die Geschichte vom Selbstmord des Gesandtschaftssekretärs Karl Wilhelm Jerusalem bekannt wurde, verflocht er Elemente aus dessen Biographie mit seiner eigenen unglücklichen Liebeserfahrung und brachte dies alles innerhalb weniger Wochen in die Form eines Briefromans: „Die Leiden des jungen Werthers“. Das Buch wurde ein bis dato nie dagewesener Erfolg und erlangte einen regelrechten Kultstatus.

 

1775-1786: Weimar

1775 wurde Goethe vom Herzog Carl-August nach Weimar berufen. Dort war er vorrangig administrativ tätig. Als Jurist erhielt er Sitz und Stimme im Geheimen Rat des Herzogs und wurde 1782 von diesem geadelt. Während der nächsten Jahre bleib Goethe weiterhin als Dichter aktiv, schon weil er die Feste des Hofes entsprechend mitzugestalten hatte, jedoch standen andere Aufgaben im Vordergrund. So leitete er z. B. die Bergwerkskommission.

Privat wurde die Zeit geprägt durch die intime Beziehung zu Charlotte von Stein, einer einflussreichen, mit Gottlob Friedrich von Stein verheirateten Hofdame der Herzoginmutter Anna Amalia, die Goethe ebenfalls in ihren engeren Zirkel aufnahm. Besonders der vertraute Umgang mit Charlotte von Stein wirkte inspirierend auf Goethe. Von ihr erhielt er kreative Impulse und ihr widmete er manchen Text, vor allem lyrische Gedichte.

 

1786-1788: Italien

1786 jedoch brach Goethe aus diesem kleinen, ihn beengenden Kreis aus und trat seine fast zweijährige „Italienischen Reise“ an. Im Buch darüber stellte er seine Erlebnisse und Erfahrungen als eine Art „Wiedergeburt“ dar. Zwar hatte er die Weimarer Hofgesellschaft nicht in seine Reisepläne eingeweiht, hielt jedoch während der folgenden Monate den Briefkontakt aus Italien mit Frau von Stein, den Herders und dem Herzog stets aufrecht. Er sammelte einerseits neue Eindrücke, arbeitete aber andererseits an seinen alten Texten. So fasste er das Drama „Iphigenie auf Tauris“ in Verse, schloss den „Egmont“ ab und griff den „Wilhelm Meister“-Roman wieder auf.

Überhaupt lässt sich mit Goethes Italien-Aufenthalt der Übergang zu seiner klassischen Phase markieren.

 

1788-1832: Weimar

Zwar hatte er 1788 bei seiner Rückkehr nach Weimar noch Probleme, sich wieder in die dortigen Verhältnisse einzufügen, aber die Freundschaft zu Herder und die aufkeimende Liebe zu Christiane Vulpius ließen ihn erneut heimisch werden. Obwohl er Christiane jahrelang nicht zur Frau nahm, zog sie schon nach wenigen Wochen mit Goethe zusammen und ihr gemeinsamer Sohn August wurde 1789 geboren.

Die intensive Zusammenarbeit und Freundschaft mit Friedrich Schiller ab 1794 führte zu neuer literarischer Produktivität: Es entstanden die „Römischen Elegien“, die italienische Eindrücke und die Liebe zu Christiane dichterisch mit antiken Mustern verbanden. Außerdem wurde „Torquato Tasso“ vollendet und Goethe nahm die Arbeit am „Faust“ wieder auf. Für Schillers Zeitschrift „Die Horen“ entstand u.a. die Novellensammlung „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten“, die mit dem berühmten „Märchen“ abschließt. Während die anderen Novellen durchaus kritisiert wurden, fand das „Märchen“ beim Publikum begeisterte Aufnahme. Schillers Tod 1805 traf Goethe hart.

Den politischen Veränderungen im Zuge der Französischen Revolution, der napoleonischen Kriege und der Restauration stand Goethe skeptisch gegenüber. Nach der Plünderung Weimars durch französische Truppen 1806 heiratete Goethe endlich Christiane, die ihm gegen die Marodeure beigestanden, vielleicht sogar das Leben gerettet hatte.

1809 entstand der Roman „Die Wahlverwandtschaften“. Er markiert die Wende hin zu Goethes Alterswerk. Nun machte sich Goethe an die Sammlung und Ordnung seiner Briefe und begann mit der Abfassung seiner Biographie.

Der Gedichtzyklus „West-östlicher Divan“ wurde ebenso wie „Faust II“ nur von wenigen Freunden verständnisvoll aufgenommen, das große Publikum fand kaum noch Zugang zu Goethes Schriften. Besonders mit „Wilhelm Meisters Wanderjahren“ wussten die zeitgenössischen Leser wenig anzufangen. Die integrierten Erzählungen, wie die leicht humoristische „Der Mann von funfzig Jahren“ gefielen dabei noch besser als die Rahmenhandlung. Große Bekanntheit jedoch erlangten noch zu Goethes Lebzeiten die poetisch-idealistische „Novelle“, die auch im „Wilhelm Meister“-Kontext entstanden war, aber eigenständig publiziert wurde, und die tragische „Marienbader Elegie“.

So blieb Goethe als „Dichterfürst“ eine Institution, unterhielt mit ausgewählten Geistesgrößen Briefwechsel und wurde von zahlreichen Künstlern besucht. Am 22. März 1832 starb Johann Wolfgang Goethe in Weimar.

Elisabeth Böhm (April 2007)

Lesung von Goethes Biographie durch Hans-Jürgen Schatz

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