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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Jutta Assel | Georg Jäger

Goethe-Motive auf Postkarten
Eine Dokumentation

Heidenröslein

Serie III

Stand: April 2014

 

Fotopostkarten von einem voll erblühten Röslein

Das Heideröslein trägt ein Dirndl und hat einen langen Zopf; auch ist es geschminkt und hält einen Strauß (künstlicher) Gartenrosen. Der Fotograf, der die Szenen arrangierte, hat das junge Mädchen zwischen Gewächse mit Blüten gestellt, die an ihr emporwachsen. Sie ist etwa bis zu den Waden zu sehen und steigt hell aus dem sie umgebenden Dunkel. Es gibt also keinen – in den gestellten Fotoszenen der Zeit üblichen – gemalten Landschaftshintergrund, der das „Heideröslein“ naheliegender Weise vor einem Heide-Hintergrund zeigte.

Die Fotosequenz stellt ein in Mimik und Körpersprache klar auf den Betrachter bezogenes Mädchen vor, das mit diesem kokettiert und flirtet. Ob der Fotograf und sein Modell wohl Goethes Gedicht – vielleicht in einer der Vertonungen – kannten? Oder versprach einfach schon der bekannte Titel bessere Absatzmöglichkeiten?

Zur Fotopostkarte vgl. die Seite zu Mignon und dem Harfner.

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Gliederung

1. Postkarten
2. Text des Gedichts
3. Rechtlicher Hinweis und Kontaktadresse

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1. Postkarten

Heideröslein. Serie von sechs Postkarten.
Verlag WSSB = Wilhelm S. Schröder Nachf., Berlin.
Serie 875, 1-6.
Rückseite, Signet im Markenfeld:
NBC um Sonne mit Strahlen im Dreieck. Nicht gelaufen.

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2. Text des Gedichts

Heidenröslein

Sah ein Knab' ein Röslein stehn,
Röslein auf der Heiden,
War so jung und morgenschön,
Lief er schnell es nah zu sehn,
Sah's mit vielen Freuden.
Röslein, Röslein, Röslein roth,
Röslein auf der Heiden.

Knabe sprach: ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!
Röslein sprach: ich steche dich,
Daß du ewig denkst an mich,
Und ich will's nicht leiden.
Röslein, Röslein, Röslein roth,
Röslein auf der Heiden.

Und der wilde Knabe brach
Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
Half ihr doch kein Weh und Ach,
Mußte es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein roth,
Röslein auf der Heiden.

Quelle: Der junge Goethe in seiner Zeit. Texte und Kontexte. Hg. von Karl Eibl, Fotis Jannidis u. Marianne Willems. Frankfurt a.M., Leipzig: Insel 1998. Hier Bd. 2, S. 256.

In Herders "Stimmen der Völker in Liedern" lautet der Text:

Röschen auf der Heide

Es sah ein Knab ein Röslein stehn,
Röslein auf der Heiden:
Sah, es war so frisch und schön
und blieb stehn, es anzusehn,
und stand in süßen Freuden:
   Röslein, Röslein, Röslein rot,
   Röslein auf der Heiden!

Der Knabe sprach: "Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!"
Röslein sprach: "Ich steche dich,
daß du ewig denkst an mich,
daß ichs nicht will leiden."
   Röslein, Röslein, Röslein rot,
   Röslein auf der Heiden!

Doch der wilde Knabe brach
das Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
aber er vergaß darnach
beim Genuß das Leiden.
   Röslein, Röslein, Röslein rot,
   Röslein auf der Heiden!

Zur Entstehungsgeschichte des Liedes vgl. Serie II.


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»Heidenröslein«, Serie I, Amag Photopostkarten
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Heidenröslein Serie II
Mit Hinweisen zum Prägedruck
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=3201

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3. Rechtlicher Hinweis und Kontaktadresse

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Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
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