goethe

Jutta Assel | Georg Jäger
Volkslied-Motive auf Postkarten

Eine Dokumentation

Franz von Dingelstedt:
An der Weser 

Stand: Januar 2014

 

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An der Weser. Verso: K&H im Kreis. "Bunte Reihe" Nr. 3. Nicht gelaufen.

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Gliederung

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1. Postkarten

 

 

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Oben: Gruss von der Weser. Weserlied. Verso, Signet: CTM. 7921. Hof-Kunstanstalt Carl Thoericht, Hann.-Münden. Postkarte. Gelaufen. Poststempel 1919.

Unten: An der Weser. Verso, Signet im Briefmarkenfeld: NBC um Sonne mit Strahlen, im Dreieck. Nicht gelaufen.

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An der Weser. Signet: PFB [Paul Fink, Berlin] Serie 2303. 3 von 6 Karten. Nicht gelaufen.

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An der Weser. Signet: LL, gekreuzte Pfeile im Kreis [L. Langebartels, Charlottenburg] 
Serie 266, Nr. 2-3, 5-6. Nicht gelaufen. 

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An der Weser. Signet: RPH im Kreis. Serie 2361, Nr. 1-2, 4-6. Fehlt Nr. 3. Nicht gelaufen.

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Oben links: An der Weser. Signet: BNK im Dreieck [Berlin-Neuroder Kunstanstalten Aktiengesellschaft, Berlin] Serie 33535 Nr. 3. Nicht gelaufen. | Oben rechts: An der Weser. Signet: RPH im Kreis. Serie 3423 Nr. 4. Gelaufen. Poststempel 1912. | Unten: An der Weser. Signet: RPH im Kreis. Serie 5512 Nr. 1. Gelaufen. Poststempel unleserlich.

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An der Weser. Signet: KKHG. Serie 2150. Nr. 1 und 3. Gelaufen. Poststempel 1911.

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An der Weser. Signet: BBJ [Berliner Bromsilber-Industrie GmbH] Serie 381. 
Nr. 1-6. Gelaufen. Poststempel 1913 u. 1914.

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1. Bild: An der Weser. Signet: RPH im Kreis. Serie 3074. Nr. 4. Gelaufen. Poststempel unleserlich. | 2. Bild: An der Weser! Signet: RPH im Kreis. Serie 6510. Nr. 3. Nicht gelaufen. | 3. Bild: An der Weser. Signet: R&K L im Halbkreis mit Strahlenkranz [Regel & Krug, Leipzig-Reudnitz] Serie 8650. Nr. 6. Verso im Briefmarkenfeld: NBC um Sonne mit Strahlenkranz, im Dreieck. Nicht gelaufen. | 4. Bild: An der Weser. Signet: PH im Dreieck. Serie 5598. Nr. 4. Gelaufen. Datiert und Poststempel 1929.

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An der Weser. Prägepostkarten. Nr. 502, ohne weitere Angaben, nicht gelaufen.

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Prägedruckkarten.
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Ohne Verlagsangaben. Zwei Karten (oben rechts; unten links) tragen die Seriennummer 3002; auf der Karte unten rechts ist auf der Rückseite vermerkt: Imp. 3020. Diese Feldpostkarte trägt einen Poststempel von 1917. 

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2. Text des Gedichts

Hier hab' ich so manches liebe Mal
Mit meiner Laute gesessen,
Hinunterblickend ins weite Tal,
Mein selbst und der Welt vergessen.  

Und um mich klang es so froh und so hehr,
Und über mir tagt' es so helle,
Und unten brauste das ferne Wehr
Und der Weser blitzende Welle.  

Wie liebender Sang aus geliebtem Mund,
So flüstert es rings durch die Bäume,
Und aus des Tales off'nem Grund
Begrüßten mich nickende Träume.  

Da sitz' ich auf's Neue und spähe umher,
Und lausche hinauf und hernieder;
Die holden Weisen rauschen nicht mehr,
Die Träume, sie kehren nicht wieder.  

Die süßen Bilder, wie weit, wie weit!
Wie schwer der Himmel, wie trübe!
Fahr' wohl, fahr' wohl, du selige Zeit!
Fahrt wohl, ihr Träume der Liebe.

 

 

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Porta Westfalica. Weserlied. Verso: No. 25787. Verlag von Gust. Kaulmann, Minden i. W. Postkarte. Gelaufen. Datiert u. Poststempel 1914. Feldpost.

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3. Kurzbiographie zu Franz von Dingelstedt

Dingelstedt, Franz von, Dichter und Dramaturg, geb. 30. Juni 1814 zu Halsdorf in Oberhessen, gest. 15. Mai 1881 in Wien, besuchte das Gymnasium in Rinteln, studierte 1831-34 Theologie und Philologie in Marburg, wurde 1836 als Lehrer am kurfürstlichen Lyzeum zu Kassel angestellt, im September 1838 jedoch nach Fulda versetzt, da man höchsten Orts an seinen "Spaziergängen eines Kasseler Poeten" Anstoß genommen hatte. Dingelstedt hielt es jedoch unter dem Hassenpflugschen Regiment und in der Enge des Schuldienstes nicht lange aus und nahm im Herbst 1841 seinen Abschied. Er trat in die Redaktion der "Allgemeinen Zeitung" in Augsburg ein und wurde zunächst als ihr Korrespondent nach Paris, London und Wien geschickt. Doch bereits 1843 gab er diese Tätigkeit auf, da ihn der König von Württemberg zu seinem Vorleser und Bibliothekar mit dem Titel eines Hofrats ernannte. Kurz darauf verheiratete sich Dingelstedt mit der berühmten Sängerin Jenny Lutzer (geb. 1816 in Prag, gest. 3. Okt. 1877); seit 1846 war er auch als Dramaturg des Stuttgarter Hoftheaters tätig.

Ein weit größeres Feld eröffnete sich ihm, als er 1851 als Intendant des Hof- und Nationaltheaters nach München berufen wurde. Hier bildete er eins der hervorragendsten Glieder der poetisch-gelehrten Tafelrunde, die König Maximilian II. um sich versammelt hatte, erzielte mit seiner Bühnenleitung glänzende Resultate, unter denen das große, in der deutschen Theatergeschichte unvergessliche Gesamtgastspiel vom Jahr 1854 in erster Linie stand, zog sich aber den Hass der ultramontanen Partei zu, die 1856 seine plötzliche Entlassung bewirkte. Aber schon 1857 fand Dingelstedt einen neuen Wirkungskreis: er ward Generalintendant der großherzoglichen Hofbühne in Weimar, deren Leitung er bis 1867 behielt; hier veranstaltete er 1859 einen glänzenden Schiller-Zyklus und brachte 1864 nach eigener Bearbeitung den ganzen Zyklus der Shakespeareschen "Historien" zuerst zur Ausführung. 1867 ward er Direktor des Wiener Hofoperntheaters, 1872 Direktor des Hofburgtheaters und blieb es bis an seinen Tod. 1867 wurde Dingelstedt vom König von Bayern in den erblichen Adelstand, 1876 vom Kaiser von Österreich in den Freiherrenstand erhoben.

Dingelstedt besaß ein sehr ansprechendes Formtalent, er war aristokratisch-weltgewandt, liebenswürdig und warmherzig, aber ihm fehlte die durchdringende Kraft einer abgerundeten Individualität, so dass er als Dichter nicht hielt, was er versprochen hatte. In seinen anonym erschienenen "Liedern eines kosmopolitischen Nachtwächters" (Hamburg 1841) entwickelte er, getragen durch die liberalen Ideen der Zeit, zündende Leidenschaft und Anschaulichkeit, die er in der sich anschließenden Sammlung "Nacht und Morgen" (Stuttgart 1851) nicht wieder erreichte, während sich die naiv-subjektiven "Gedichte" (daselbst 1845, 2. Aufl. 1858), denen bereits 1838 eine ähnliche Sammlung vorausgegangen war, durch große Frische auszeichneten.

Als Erzähler betätigte sich Dingelstedt, abgesehen von verschiedenen Sammlungen von Novellen ungleichen Wertes ("Licht und Schatten in der Liebe", Kassel 1838; "Frauenspiegel", Nürnberg 1838; "Heptameron", Magdeburg 1841; "Sieben friedliche Erzählungen", Stuttgart 1844; "Novellenbuch", Leipzig 1856) und dem Roman "Unter der Erde" (daselbst 1840), späterhin besonders durch den Künstleroman "Die Amazone" (Stuttgart 1868, 2. Aufl. 1869), ein echt modernes Produkt, das ein ernstes Problem in keck spielender Weise behandelt und das Milieu der Gesellschaft vielseitig spiegelt.

Vortreffliches leistete Dingelstedt in seinen feuilletonistischen und autobiographischen Darstellungen: dem "Wanderbuch" (Leipzig 1839-42, 2 Bde.), den Reiseskizzen "Jusqu'à la mer. Erinnerungen an Holland" (daselbst 1847), dem "Literarischen Bilderbuch" (Berlin 1880), vor allem aber in den "Münchener Bilderbogen" (daselbst 1879), einer sehr gelungenen Darstellung seiner Münchener Zeit.

Als Dramatiker hatte er nur einen großen Erfolg mit der Tragödie "Das Haus der Barneveldt" (1850); aus seiner ersprießlichen dramaturgischen Tätigkeit erwuchsen die "Studien und Kopien nach Shakespeare" (Wien 1858), die Bühnenbearbeitung der Shakespeareschen "Historien" (Berlin 1867, 3 Bde.), die Übertragung einer Reihe Shakespearescher Dramen ("Der Sturm", "Was ihr wollt", "Wie es euch gefällt", "Die Komödie der Irrungen") für die Shakespeare-Ausgabe des Bibliographischen Instituts (Hildburghausen) sowie eine Übertragung von Beaumarchais' "Figaros Hochzeit" (daselbst 1865), endlich die dramaturgische Studie "Eine Faust-Trilogie" (Berlin 1876). 1859-65 war Dingelstedt Präsident der Schiller-Stiftung; auch war er Mitbegründer der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft.

Meyers Großes Konversations-Lexikon. Sechste Auflage 1905-1909 (Digitale Bibliothek; 100) Berlin: Directmedia 2003, S. 42800-42803. Redigiert, Absätze eingefügt, gekürzt.

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Gruss von der Weser. Hof-Kunstanstalt Carl Thoericht, Hann. München

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Gruss von der Weser. Adressseite: 
Signet: C.T.M. 3059 IV, Hof-Kunstanstalt Carl Thoericht, Hann. Münden. Gelaufen. Datiert u. Poststempel 1913.

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Ausschnitt aus der Postkarte: Gruß aus Polle / Oberweser. 
Verso: Hotel, Restaurant und Pensionshaus "Zur Burg" ... 
CTM 14571/L Kunstanstalt Carl Thoericht, Hann. Münden.

Volkstümliche Berühmtheit erlangte Franz Dingelstedt durch sein 1835 in Rinteln gedichtetes Weserlied ("Hier hab' ich so manches liebe Mal / mit meiner Laute gesessen"), das von Gustav Pressel [geb. 11. Juni 1827 in Tübingen, gest. 30. Juni 1890 in Berlin] vertont wurde; an diese Zusammenarbeit erinnert die [1931 errichtete] Weserliedanlage bei Hann. Münden, die sowohl den Komponisten als auch den Dichter mit Bronzetafeln ehrt. 

Franz von Dingelstedt, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.

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4. Weblinks und Literaturhinweise

Zu Dingelstedt, Leben und Werk:
* Franz von Dingelstedt, in Wikipedia, der freien Enzyklopädie,
URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Dingelstedt

Text und Melodie (Gustav Pressel) als Midi:
http://ingeb.org/Lieder/hierhabi.html

Zur Weserliedanlage vgl. den Artikel in Wikipedia, der freien Enzyklopädie,
URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Weserliedanlage 

Literaturhinweis:
* Otto Holzapfel: Liedverzeichnis. Die ältere deutschsprachige, populäre Liedüberlieferung. Bd. 1. Hildesheim: Georg Olms 2006, S. 704. ISBN 3-487-13101-3

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5. Rechtlicher Hinweis und Kontaktadresse

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Kontaktanschrift:

Prof. Dr. Georg Jäger
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
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