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 Jutta Assel | Georg Jäger

Volkslied-Motive auf Postkarten
Eine Dokumentation

Helmine von Chézy:
Ach, wie ist's möglich dann ..
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Stand: Januar 2014

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Gliederung 

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1. Postkarten 

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Links: Ach, wie ist's möglich dann …[mit den ersten vier Zeilen der ersten Strophe]. Im Bild signiert: Arth. Paetzold. "Volkslieder" Aquarell Künstlerkarten v. L. Fränzl & Co. München No. 1574. Verso: Postkarte. Nicht gelaufen. — Arthur Paetzold, geb. Altona 1870 und gest. ebd. 1920, Maler und Zeichner. (Thieme/Becker) | Rechts: Ach, wie ist's möglich dann … [mit der ersten Strophe. Chromolithographie mit goldenem Überdruck und geprägtem Goldrand. Beschrieben.] Verso: Postkarte. Gelaufen. Poststempel 1903.


 

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Blau blüht ein Blümelein [Chromolitho-Prägedruck mit geprägtem goldenen Innen- und Außenrahmen.] K.B.E. 66. Verso: Postkarte. Nicht gelaufen.


 

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Links
: Blau blüht ein Blümelein! [Handkolorierte Fototypie mit Textband. Im Unterrand letzte vier Zeilen der zweiten Strophe.] Verso: 1237. Postkarte. Gelaufen. Poststempel unleserlich. | Rechts: Blau blüht ein Blümelein! [Handkolorierte Fototypie mit Textband. Im Unterrand erste vier Zeilen der dritten Strophe.] Verso: 1238. Postkarte. Gelaufen. Poststempel 1906.


 

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Links: Ach, wie ist's möglich dann … [Erste Strophe. Fototypie, beschrieben.] Verlag von Geschw. Mohren, Aachen. Verso: Postkarte. Gelaufen. Poststempel 1898. | Rechts: Ach, wie ist's möglich dann [mit zweiter Strophe. Fototypie.] Gedruckte Signatur: Molter. F.Sch.N. No. 2. Verso: Postkarte. Nicht gelaufen. — August Adolf Eduard Molter, geb. 1806 in Hamburg, Landschafts- und Genremaler, Schüler der Akademie München. Todesdatum nicht ermittelt.


 

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Ach, wie ist's möglich dann [mit den ersten vier Zeilen der dritten Strophe. Geprägte Chromolithographie.] 941. Verso: Postkarte. Gelaufen. Poststempel 1906.


 

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Blau blüht ein Blümelein [Montage: Bild einer jungen Frau mit rosengeschmückter Mandoline in sonnenbekröntem Jugendstil-Rahmen, hinterlegt mit schwarz-weiß-rotem Band. Ein Sträußchen von Vergissmeinnicht in rechter unterer Ecke. Farbendruck.] Verso: R&K L in Halbkreis mit Strahlen [Regel & Krug, Leipzig-Reudnitz]. Serie 2653/1. Gelaufen. Datiert 1915. Poststempel unleserlich.


 

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Ach wie ist's möglich dann … [Abschiedsszene, bei der der scheidende Wanderer seiner Liebsten ein Sträußchen blauer Blumen überreicht. Farbendruck, mit rosenverziertem Rahmen.] Im Bild signiert: T. Welzl. Verso: Bund der Deutschen in Böhmen. Prag, II. Krakauergasse 11. 950 Ortsgruppen mit über 100.000 Mitgliedern. Bundeskarte Zl. 77. Entwurf von T. Welzl. Links: Raum für die Bundesmarke. Gelaufen. Datiert 1917, Poststempel 1918. — T. Welzl nicht ermittelt.


 

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Links: Ach wie ist's möglich dann [mit den letzten vier Zeilen der ersten Strophe. Fotopostkarte.]. Signet: EAS [E. A. Schwerdtfeger & Co. AG. Berlin] 5023/6. Nicht gelaufen. | Rechts: Ach wie ist's möglich dann! [mit den ersten zwei Zeilen der zweiten Strophe. Fotopostkarte.] Signet: NPG im Kreis [Neue Photographische Gesellschaft AG Berlin-Steglitz]. 2723. Verso: Gelaufen. Feldpost. Poststempel unleserlich.


 

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Links: Ach, wie ist's möglich dann -! [Handkolorierte Fotopostkarte mit den ersten vier Zeilen der zweiten Strophe.] Signet: EAS im Herz [E. A. Schwerdtfeger & Co. AG. Berlin]. 3. Verso: 1548. Gelaufen. Datiert 1909. Poststempel unleserlich. | Rechts: Ach, wie ist's möglich dann -! [Handkolorierte Fotopostkarte mit den letzten vier Zeilen der dritten Strophe.] Signet: EAS im Herz [E. A. Schwerdtfeger & Co. AG. Berlin]. 6. Verso: 1548. Gelaufen. Poststempel unleserlich.


 

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Wie ist es möglich dann … [mit den ersten beiden Zeilen der ersten Strophe. Montiertes Liebespaar vor gemaltem Prospekt mit einer Landschaft im Mondschein.] Verso: Signet: L&P. P im Queroval [Lederer & Popper, Prag]. 3704. Gelaufen.


 

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Links: Ach wie ist's möglich dann [mit den ersten vier Zeilen der ersten Strophe. Fotopostkarte. Zu beachten: Schnurrbartretusche.] Signet: S, einbeschrieben L.J. sowie F.F. 2243/1. Verso: Gelaufen. Datiert u. Poststempel 1909. | Rechts: Blau blüht ein Blümelein! [mit den ersten vier Zeilen der ersten Strophe. Fotopostkarte.] Signet: BNK im Dreieck [Berlin-Neuroder Kunstanstalten Aktiengesellschaft, Berlin]. 33761/5. Verso: 4498. Gelaufen. Poststempel unleserlich.


 

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Ach wie ist's möglich dann [mit den ersten vier Zeilen der ersten Strophe. Montage mit fünf Bildern vor Eichellaub. Zwei Bilder zeigen den Mann des Nachts auf Wache im Krieg, drei Bilder die liebende Frau, die in der Nacht bei Kerzenschein des Liebsten gedenkt und im Traum von ihm getröstet wird.] Verso: Signet L.P. im Dreieck [Lederer & Popper, Prag]. 2319/III. Gelaufen. Feldpost, datiert u. Poststempel 1917.


 

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Ach, wie ist's möglich dann [mit den ersten vier Zeilen der ersten Strophe. Montage aus drei Abschiedsszenen eines Soldaten. Kalligraphischer Schmuck.] Verso, Signet: L&P im Dreieck [Lederer & Popper, Prag], darüber: Lepochrom. 5780/I. Beschriftet: Fröhliche Feldgrüße ... Nicht gelaufen.


 

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Links: Ach, wie ist's möglich dann [mit den vier letzten Zeilen der dritten Strophe. Fotopostkarte.] Signet: K JUNO B in der Raute [Kunstverlag Juno GmbH Berlin]. 353/6. Verso: Gelaufen. Datiert u. Poststempel 1913. | Rechts: Ach, wie ist's möglich dann [mit den letzten vier Zeilen der ersten Strophe. Handkolorierte Fotopostkarte.] Signet: Amag im Queroval [Albrecht & Meister, Aktiengesellschaft Berlin-Reinickendorf]. 64290/1. Verso: Gelaufen. Poststempel unleserlich.


 

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Ach, wie ist's möglich dann! [mit den letzten vier Zeilen der dritten Strophe. Kolorierte Fotopostkarte. Montage eines Kinderpärchens, sie im Matrosenkleidchen, vor gemaltem Prospekt.] Signet unlesbar. 4305-6. Verso: Signet im Briefmarkenfeld. Nicht gelaufen.




2. Ach, wie ist's möglich

 

 

   

  

 

 

 




3. Text des Gedichts 

Ach, wie ist's möglich dann,
Dass ich dich lassen kann,
hab' dich von Herzen lieb,
das glaube mir!
Du hast das Herze mein
So ganz genommen ein,
dass ich kein and're lieb'
als dich allein.
   
Blau blüht ein Blümelein,
Das heißt Vergissnichtmein;
Dies Blümlein leg ans Herz
Und denke mein!
Stirbt Blum' und Hoffnung gleich,
Wir sind an Liebe reich;
Denn die stirbt nie bei mir,
Das glaube mir!
   
Wär' ich ein Vögelein,
Bald wollt' ich bei dir sein,
Scheut' Falk und Habicht nicht,
Flög' schnell zu dir.
Schöss' mich ein Jäger tot,
Fiel ich in deinen Schoß;
Sähst du mich traurig an,
Gern stürb' ich dann.

 

Älteres Volkslied aus Thüringen in der Fassung von Helmine von Chézy. Vgl. Deutsche Volkslieder. Texte und Melodien. Stuttgart: Philipp Reclam jun. 2006, mit der Melodie von Friedrich Wilhelm Kücken (1810-1882). - Zur Textgeschichte und Melodie vgl. A. H. Hoffmann von Fallersleben: Unsere volkstümlichen Lieder. Hrsg. und neu bearb. von Karl Hermann Prahl. Reprografischer Nachdruck der 4. Auflage Leipzig 1900. Hildesheim: Georg Olms 1966, Nr. 26, S. 7f.

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Mit Melodien finden Sie das Gedicht auf der Seite Leader in Lieder mit Midi Melodies, URL:
* http://ingeb.org/Lieder/Achwieis.html.




4. Literarische Rezeptionszeugnisse

Eugenie Marlitt: Schulmeisters Marie

Aus den "Thüringer Erzählungen".
Entstanden seit 1858, Erstdruck 1888.

 

Joseph, "der schönste und reichste Bursch der ganzen Gegend", wird von den Dorfschönen umworben, liebt jedoch Marie, die Tochter der armen verwittweten Schulmeisterin, Frau Lindner. Das Häuschen der Schulmeisterin wird gemieden, ihre Bewohner werden ausgegrenzt: Die Schulmeisterin wurde wegen angeblicher Dieberei "gefänglich eingezogen" und diese Schande lastet auf ihr, auch wenn sie nicht verurteilt wurde. Marie wird wegen eines "Kostkindes", das ihre Mutter ins Haus genommen hat, einer heimlichen Geburt und also der Unzucht verdächtigt. In der folgenden Szene spielt Joseph auf Aufforderung der Dorfmädchen die Zither und singt.

Die Mädchen redeten leise und eifrig miteinander und blickten hinauf nach dem Haus der Frau Lindner. Endlich sagte eine entschlossen:

"Das geht ein für allemal nicht; denn da könnte sich wohl gar am Ende Schulmeisters Marie einbilden, Ihr sänget ihretwegen ... Guck't, das Haus ist just gegenüber!"

Es war ein Glück, daß die Dämmerung hereingebrochen war, denn Josephs Gesicht ward flammendrot, und an dem leidenschaftlichen Blick, den er auf das geächtete Häuschen richtete, würden die gesamten Dorfschönen höchst wahrscheinlich kein geringes Aergernis genommen haben.

"Die sieht nicht danach aus," entgegnete er endlich, "als ob sie auf mein Lied hören würde, geschweige denn, daß sie denken möchte, es gelte ihr."

Und er begann mit schöner, weicher Baritonstimme das Volkslied:

 

Ach, wär' es möglich dann,
Daß ich dich lassen kann!
Hab' dich von Herzen lieb,
Das glaube mir.

 

Während des Gesanges kam der Mond langsam heraufgezogen und überflutete das Dorf mit seinem Silberglanze fast taghell. Und Bäume, Blumen und Menschen hatten ein anderes Aussehen in diesem geisterhaften Lichte, dessen feiner, bleicher Strahl tönend an verborgene, ungekannte Saiten unseres Innern schlägt, so daß wir anders empfinden und uns selbst rätselhafter sind, als im klaren Sonnenlicht.

In der Geisblattlaube, von der dichten Blätterwand verdeckt, lehnte Marie regungslos. Sie konnte den Zauber nicht begreifen, der sie bewog, den einschmeichelnden Tönen immer wieder zu lauschen und nach dem Sänger hinüber zu blicken ... Die Stimme des Fremden klang so warm und innig, und ein ebensolcher Blick war heute aus seinen dunklen Augen auf sie gefallen, als sie, die Mutter stützend, den Tanzplatz verlassen hatte ... Ihr Herz pochte heftig, und helle Thränen tropften an ihren Wimpern. Ihr Gebet am Grabe des Vaters hatte beruhigend auf ihr tiefverletztes Ehr- und Kindesgefühl gewirkt; und nun drangen diese Klänge in ihre Seele und erweckten den Schmerz aufs neue ... etwas anderes konnte es doch nicht sein?

Quelle: Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky. Großbibliothek (Digitale Bibliothek; 125) Berlin: Directmedia 2005. S. 379.766-379.863. Hier S. 379793-379795. 

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Ludwig Thoma:
Tante Frieda. Neue Lausbubengeschichten

 

Franz und Cora(1907)

 

Der "Salbenreiber" (Apothekergehilfe) Seitz und der Lehrer Knilling gehören der örtlichen "Liedertafel" an. Sie geben ein Ständchen mit mehreren Volksliedern, von dem im Folgenden erzählt wird. Die schöne Cora, Tochter eines Teeplantagenbesitzers in Indien, in der Heimat zu Gast, wird von Seitz umworben. Sie lebt im Haus ihrer Verwandten, zusammen mit den Geschwistern Ännchen und Ludwig. Berichtet wird aus der Perspektive des Gymnasiasten Ludwig, eines "frechen Lausbuben", der für das Verständnis von Liebeshändeln noch zu jung ist.

[…] da ist auf einmal vor unserm Haus ein Gesang gewesen. Meine Mutter und Cora und Ännchen sind zum Fenster hingelaufen, und ich habe auch hinuntergeschaut. Es sind vier Männer da gestanden, die haben gesungen. Den Seitz habe ich gleich gekannt und den Lehrer Knilling, und einer ist Postexpeditor gewesen.

Sie haben gesungen: "Ach, wie ist's möglich dann, daß ich dich lassen kann! " Einer hat es zuerst hoch gesungen, und dann hat es einer tief gesungen, und dann hat es einer ganz hoch gesungen und hat seine Stimme zittern lassen. Das ist der Seitz gewesen.

Meine Mutter hat immer gesagt: "Kinder, wie ist das schön! "

Und sie hat Ännchen und der Cora gezeigt, wie der Mond dazu scheint, und sie hat ganz traurig mit dem Kopf genickt, wie der Seitz so zitterig gesungen hat. Und sie hat dem Ännchen einen Kuss gegeben und hat der Cora die Backen gestreichelt, und wie es drunten fertig war, hat sie wieder gesagt, es war wunderschön und es ist eine schmeichelhafte Aufmerksamkeit.

Cora hat gelacht, und sie hat gesagt, sie muss es ihrem Papa schreiben, dass unsere Mutter jetzt noch Ständchen kriegt. Meine Mutter hat auch gelacht und hat gesagt, sie glaubt, dass die Ehre für unsre hindianische Prinzessin gemeint ist. Da haben sie drunten laut geräuspert, und es ist wieder losgegangen. Sie haben gesungen: "Ännchen von Tharau ist, die mir gefällt," und der Seitz hat seine Stimme nicht mehr so zittern lassen, aber der Knilling. Meine Mutter hat ihren Kopf auf Ännchen ihre Schultern gelegt und hat ein bisschen geweint.

Wie es vorbei gewesen ist, hat der Seitz mit seinem Hut gegrüßt, und die andern haben auch gegrüßt, und sie sind weggegangen. Aber beim Brunnen sind sie stehengeblieben, und sie haben gesungen "Schlahaf wohl". Zuerst hat einer tief gesungen, und dann ist es immer höher gegangen, und zuletzt hat bloß mehr der Seitz ganz laut mit der Stimme gezittert. Dann ist es still gewesen.

Man hat gehört, wie der Brunnen plätschert, und meine Mutter hat gesagt, wir müssen horchen, wie das Wasser rauscht, und wir müssen schauen, wie der Mond scheint, weil es so poetisch ist.

Cora hat gefragt, wer die Sänger gewesen sind. Da habe ich gesagt, einer ist der Seitz gewesen, mit der Glatze und die Kugelaugen.

Da hat meine Mutter gesagt, sie muss leider schon wieder sehen, dass ich den Anstand verliere, und gewiss sind es vier gebildete junge Leute, denen man eine Freude verdankt. Dann sind wir bald ins Bett gegangen, und meine Mutter hat zu Ännchen gesagt: "Gute Nacht, Ännchen von Tharau!" und hat sie zweimal geküsst.

"Ännchen von Tharau": Gedicht von Simon Dach (1605-1659), aus dem Samländischen ins Deutsche übertragen von Johann Gottfried Herder. Vertont durch Friedrich Silcher.

Quelle: Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky. Großbibliothek (Digitale Bibliothek; 125) Berlin: Directmedia 2005. S. 538.431-538.445. Zitat S. 538.438-538.440.

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In der konkreten Poesie und experimentellen Literatur geht man mit klischeehaften Wendungen und Zeilen aus Volksliedern spielerisch und kritisch um. In Folge seiner Popularität trifft es auch das Lied "Ach, wie ist's möglich dann". Beispiele bilden Joachim Goetz im sommer da wächst der klee oder die unten zitierten Verse von Reinhard Döhl.

 

ach wie ists möglich dann
dat dat dat darf
dat dat dat kann.
ach das macht richtig scharf
dat dat dat kann
dat dat dat darf.
doch die moral von der geschicht
dat wat dat kann dat darf dat nicht.

 

Quelle: reinhard döhl | limericks und so. 60er und frühe 70er jahre. URL: http://www.reinhard-doehl.de/duedeldue1_2.htm




5. Kurzbiographie von Helmine von Chézy


Chézy
, Helmina von, * 26.1.1783 Berlin, † 28.1.1856 Genf. Lyrikerin, Publizistin und Dramatikerin.

Die Enkelin von Anna Louise Karsch und Tochter der gleichfalls dichterisch produktiven Karoline von Klenke (1754-1802) bewies früh schon ihr schriftstellerisches Talent, als sie mit 14 Jahren einen Roman verfasste. 1799 heiratete sie Baron von Hastfer (Scheidung 1800). 1801 nach Paris übergesiedelt, publizierte sie zahlreiche, der Spätromantik zuzurechnende Gedichte, von ihrem Freund Jean Paul beeinflusste Prosaschriften und politische Essays in Zeitschriften. Friedrich Schlegel machte sie mit dem französischen Orientalisten Antoine Léonard de Chézy bekannt, den sie 1805 heiratete (Trennung 1810).

Chézy war literarisch und sozialpolitisch überaus aktiv und hatte mehrmals mit den Behörden Schwierigkeiten. So konfiszierten die napoleonischen Behörden ihr Werk Leben und Kunst in Paris seit Napoleon I. (2 Tle., 1805 u. 1807) und E. T. A. Hoffmann verteidigte sie gegen die Verleumdungsklage der Berliner Invaliden-Prüfungskommission (1817).

Chézy schrieb das Libretto zu Webers Oper Euryanthe (Wien 1824). Viele ihrer Gedichte wurden von zeitgenössischen Komponisten vertont. In ihren Memoiren, die sie, fast erblindet, ihrer Großnichte diktiert hatte (Unvergessenes. 2 Tle., 1858), konnte sie auf ein bewegtes Leben zurückblicken, das sie mit den literarischen Größen der Zeit zusammengeführt hatte: Zu ihrem Freundeskreis zählten u.a. Creuzer, Arnim, die Brüder Boissereé und Schlegel, Chamisso und E. T. A. Hoffmann.

Quelle: Literaturlexikon. Hrsg. von Walther Killy. 2. Ausgabe (Digitale Bibliothek; 9) Berlin: Directmedia 2005. Bd. 2, S. 406 f., in der Digitalisierung S.3233 f. Gekürzt u. redigiert; ohne Literaturangaben.

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Weitere biographische Informationen:

* Artikel "Helmina von Chézy" in der Allgemeinen Deutschen Biographie, Bd. 4, S. 119f. Digitale Ausgabe: http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adb/.
* Artikel "Helmina von Chézy" in der deutschen Wikipedia, der freien Enzyklopädie, URL http://de.wikipedia.org/wiki/Helmina_von_Ch%C3%A9zy

Sie auch das Liedverzeichnis:
* Otto Holzapfel: Liedverzeichnis. Die ältere deutschsprachige, populäre Liedüberlieferung. Bd. 1. Hildesheim: Georg Olms 2006, S. 59f. ISBN 3-487-13101-3


Zu weiteren Volkslied-Motiven im Goethezeitportal
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Ludwig-Maximilians-Universität München
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