goethe

Allgemeine Enzyklopädie
der Wissenschaften und Künste

Hermann Marggraff: Göthe, 1861

Stand: Juni 2007

 

Bibliographische Angabe: Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste. Hg. von Johann Samuel Ersch u. Johann Gottfried Gruber. Sect. 1, Tl. 1-99 (A-G), Sect. 2, Tl. 1-43 (H-Ligatur), Sect. 3, Tl. 1-15 (O-Phyxios). Leipzig: Gleditsch, später Brockhaus 1818-1889.

Hermann Marggraff: Goethe, Sect. 1, Tl. 72, 1861, S. 223-367.

 

Vorlage: Digitalisierung durch die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek. Digitalisierungszentrum. 37070 Göttingen. URL: gdz.sub.uni-goettingen.de/de/index.html. Dank für die freundliche Genehmigung zur Übernahme der Digitalisate.

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Autor

Marggraff, Hermann, Schriftsteller, Literaturhistoriker, geb. 14.9.1809 Züllichau (Neumark), gest. 11.2.1864 Leipzig . M., Sohn eines Kreissteuereinnehmers, studierte an der Univ. Berlin Philosophie und Philologie und wandte sich noch während seiner Studienzeit dem Journalismus zu. Er schrieb für die Zeitungen "Der Gesellschafter", "Der Freimüthige" und der "Literarische Zodiacus" von Theodor Mundt und kam so in Verbindung zum Jungen Deutschland. 1863 wurde M. Redakteur des "Berliner Conversations-Blatts", arbeitete in München u.a. für die "Grenzboten" und die Augsburger "Allgemeine Zeitung" und anschließend in Heidelberg, Frankfurt und Hamburg für lokale Zeitungen. Seit 1853 gab er in Leipzig die "Blätter für literarische Unterhaltung" heraus. M. schrieb, zum Teil gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf Lyrik (u.a. Gedichte, 1830), Dramen und Romane (u.a. Fritz Beutel. Eine Münchhauseniade, 1856). Er gab Anthologien heraus, verfaßte Reiseliteratur sowie eine Geschichte der Gegenwartsliteratur unter dem Titel Deutschlands jüngste Kultur- und Literatur-Epoche (1839).

(Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE), CD-ROM Edition, München: K.G. Saur 2001)

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Goethe-Artikel

"GOETHE (Johann Wolfgang von), zugleich der universellste und allgemeinmenschlichste, wie in vielen der wesentlichsten Beziehungen teutscheste unter den teutschen Dichtern, ein Culturdichter im wahrsten Sinne des Wortes, ein Sprachbildner ersten Ranges, der die Leistungsfähigkeit der teutschen Sprache in Vers und Prosa wie kaum ein anderer förderte, einer der tiefsten Denker ohne philosophisches System, ein religiös-humaner Geist ohne religiöses Bekenntnis, ein origineller Kenner der Natur ohne naturwissenschaftliche Vorbildung, auf allen Gebieten der Poesie und Kritik heimisch und auch auf verschiedenen der Wissenschaft und Kunst thätig, wurde am 28. Aug. 1749 zu Frankfurt am Main geboren. Wie Goethe, dem selbst ein Alexander von Humboldt das Zeugnis ausstellte, daß Keiner so beredt wie er die Zeitgenossen, >des Weltalls heilige Räthsel zu lösen,<, angeregt, dem weiten Reiche menschlichen Empfindens und Anschauens ganz neue Provinzen hinzufügte, so hat er auch, möchte man sagen, durch seine ganze Erscheinung, sein Dichten, Wirken und Leben das menschliche Geschlecht um eine neue, bis dahin nur durch ihn repräsentirte Species vermehrt. Daher verdient auch grade sein Leben, das er gewissermaßen selbst als ein Object seines dichterischen und künstlerischen Gestaltungsvermögens betrachtete und in diesem Sinne behandelte und über das er Aufzeichnungen hinterließ, die fast den Werth und die Bedeutung einer künstlerischen Schöpfung haben, eine eingehendere Darstellung als die irgend eines andern Autors.

Seine Dichtungen erklären sein Leben und sein Leben seine Dichtungen, sodaß, wer sein Leben erzählt, zugleich auch die Analyse seiner Werke zur Hälfte absolvirt haben wird. Jeder Ort, wo er sich längere oder kürzere Zeit aufhielt: Frankfurt, Leipzig, Straßburg, Wetzlar, Weimar, Venedig, Rom, Neapel, Sicilien, die Champagne u.s.w., wurde für seinen Geist gewissermaßen ein neuer Leib und bezeichnet bei ihm eine neue Entwickelungsperiode, von jedem bedeutenden Manne, mit dem er auf seinem reichen Lebensgange zusammentraf – und es gab wenige hervorragende teutsche Zeitgenossen, denen er nicht auf längere oder kürzere Zeit näher getreten wäre – lernte er etwas, entweder was er sich anzueignen oder was er zu vermeiden habe; jedes weibliche Wesen, das ihn anzog, dem er sich für längere oder kürzere Zeit in Liebe hingab, wurde ihm zugleich ein Gegenstand des Studiums der weiblichen Natur oder eine Quelle dichterischer Inspiration. Seine eigenen Aufzeichnungen, namentlich aber das köstliche Buch >Dichtung und Wahrheit,<, zeigen am besten, wie Goethe, was er äußerlich erlebte, zugleich in Dichtung verwandelte und was er innerlich dichtete, auf sein äußeres Leben zu übertragen suchte. >In einer Ausdehnung, wie vielleicht bei keinem zweiten Schriftsteller,< sagt Robert Prutz, >sind seine Schriften zugleich sein Leben; in dieser ganzen Reihe von Bänden, die seinen literarischen Nachlaß bilden, ist nicht eine Zeile, nicht ein Wort, das er nicht aufs Lebendigste empfunden hätte, das nicht warm und echt aus seinem Innern gekommen wäre.<." (S. 223b - 224a)

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S. 223-225
Gesamtwürdigung und Begründung der Darstellung. Herkunft und Familiengeschichte. Vater und Mutter.

S. 226-228
Geburt. Häusliche väterliche Erziehung, kein Besuch öffentlicher Schulen. Schwester Cornelia. Religiöser Unterricht. "Foliobibel mit den Merian'schen Kupfern".

S. 229-231
Neubau. Bibliothek des Vaters. Frühe Lektüre. Reichsstadt Frankfurt und Umgebung. Bevölkerung. Frankfurts Messen. Siebenjähriger Krieg. "Begeisterung für den großen Fritz". Einquartierung während der frz. Besetzung, Königsleutnant Thoranc. Theaterspiel, frz. Theater.

S. 232-234
Besuch der frz. Theatervorstellungen. Jugenddichtungen. Susanna Katharina von Klettenberg, religiöses Leben. "Cynische Lebensphilosophie" von Hofrat Hüsgen. Rechtsstudien. Erlernung der englischen Sprache. Zeichen-, Musikunterricht. Zweideutige Gesellschaft, "das liebliche Gretchen".

S. 235-237
"Seelenerschütterungen und Lebenserfahrungen", "Erkenntnis der Nachtseiten des Lebens". Anstellung eines Hofmeisters. Zum Rechtsstudium nach Leipzig.

S. 238-240
Bewertung der Leipziger Zeit durch Gervinus. Gellert. Gottsched. Clodius. Hofrat Böhme. Ernesti. Anna Katharina Schönkopf, Mittagsgesellschaft

S. 241-243
"Die Laune des Verliebten". Verhältnis mit Aennchen. Friederike Oeser. Behrisch, "einer der wunderlichsten Käuze". Oeser, Zeichenkunst. Radierungen. Kupferstecher Stock, Töchter Minna und Dora. Dresden, Logis bei einem Schuster, Studium der Gemäldegalerie. "Das Wesen der Antike und der idealen Schönheit hat sich ihm damals noch nicht erschlossen." Familie des Buchhändlers Breitkopf, musikalische Kreise Leipzigs. "Neue Lieder, in Melodie gesetzt von Bernhard Theodor Breitkopf", 1768. Theater, Koch'sche Gesellschaft. Weißes Trauerspiel "Romeo und Julia".

S. 244-246
"Die Mitschuldigen". "Goethe war schon früh krank an düstern Lebenserfahrungen". Zachariä, Lessing. Blutsturz. Rückkehr nach Frankfurt 1768. Zustände im väterlichen Hause. Verhältnis zwischen Vater und Sohn, Vater und Tochter, Goethe und seine Schwester Cornelia. Fräulein von Klettenberg. "Schriften theosophisch-kabbalistischen-alchymistischen Inhaltes"; chemische Versuche.

S. 247-249
Straßburg, 1770. Tischgesellschaft unter Vorsitz Salzmanns. Jung-Stilling. Franz Lerse. Durchreise von Königin Marie Antoinette; Wandteppiche nach Raphael's Cartons. Studium des Münsters, gotische als "teutsche" Baukunst. Geselligkeit der Salzmann'schen Tafelrunde auf der Plattform des Münsters. Bekanntschaft mit Herder als "das bedeutendste Ereigniß".

S. 250-252
Umgang mit / Anregungen durch Herder, Shakespeare. Studium: Jurisprudenz, Medizin, Anatomie, Chemie. Unterricht auf dem Violoncell, Fechten, Tanzen etc. Liebesverhältnis mit der 16jährigen Friederike Brion, "Liederfrühling".

S. 253-255
Abschied von Friederike. Wiedersehen, weiteres Schicksal Friederikes. Lenz. Abhandlung zum Zwecke der Promotion: "Daß der Gesetzgeber nicht allein berechtigt, sondern verpflichtet sei, einen gewissen Cultus festzusetzen, von welchem sich weder die Geistlichkeit noch die Laien lossagen dürften." Titel eines Licentiaten. Rückkehr nach Frankfurt über Mannheim, Antikensaal. Förderung eines harfespielenden Knaben. Literarischer Kreis im Hause des Geheimrats von Hesse in Darmstadt; Merck, "von der Mephistophelesgattung". "Geistreiche Frauen als Pflegerinnen der Literatur". Karoline Flachsland, Herders Braut. Zeichnen. "Felsweihegesang an Psyche", Missstimmung zwischen Goethe und Herder.

S. 256-258
"Frankfurter gelehrte Anzeigen", Rezensionen Goethes 1772 und 1773. Biblische und theologische Studien. "Sympathien für die untern Schichten des Volkes". Schlittschuhlaufen, angeregt durch die Ode Klopstocks. Nach Wetzlar an das Reichskammergericht, Frühjahr 1772. Tischgesellschaft, Ritterbund. Bekanntschaft mit Gotter. Karl Wilhelm Jerusalem und sein Freitod. Kestner, Charlotte Buff und der "Werther".

S. 259-261
Rheinfahrt. Ehrenbreitstein im Haus der Sophie von La Roche, Zusammenkunft ästhetischer Kritiker. Neigung zu Maximiliane, der ältesten Tochter. Wieder in Frankfurt. Ausarbeitung und Herausgabe des "Götz" auf eigene Kosten. Satirische Dichtungen und Farcen, Verarbeitung persönlicher Beziehungen. Publikation der Farce "Götter, Helden und Wieland". "Clavigo"

S. 262-264
"Werther", Wirkung des Buches, "Angriffe auf den sittlichen oder ästhetischen Werth des Romans", Missverständnisse mit dem Ehepaar Kestner. Wiedersehen mit Hofrätin Kestner 1826. Pläne und Entwürfe zu Faust, Mahomet, den ewigen Juden, Prometheus. Erstaunenswerte dichterische Produktivität. "Goethe war schon jetzt und noch vor dem Erscheinen des >Werther< der Mann des Tages und Mittelpunkt der interessantesten persönlichen Beziehungen." Rheinreise mit Lavater und Basedow. Bei Friedrich Jacobi in Pempelfort. Klopstock. Persönliche Begegnung mit den weimarischen Prinzen Karl August und Konstantin. Verlobung mit Lili Schönemann. "Stella"; "Anstände vom sittlichen Gesichtspunkte". Die Goethe unterschobene Farce "Prometheus, Deukalion und seine Rezensenten". Besuch der Grafen Stolberg.

S. 266-268
Reise mit den Stolbergs über Mannheim und Karlsruhe in die Schweiz; "Differenz in Bezug auf sittliche Begriffe und Betragen". In Zürich Verkehr mit Lavater, Besuch bei Bodmer. Alpenreise mit Passavant. Auf der Rückreise nach Frankfurt Besuch in Straßburg (Lenz, Salzmann). Schwester Goethes, Mutter Lilis gegen die Verbindung. "Es war ihm um die Liebe als eine seine poetische Zeugungskraft befruchtende und anregende Leidenschaft, nicht um die Ehe zu thun." Verstimmungen zwischen Goethe und Lili, Trennung, weiteres Schicksal Lilis. Erste Bearbeitung des "Egmont". Zimmermann im Goethe'schen Hause. Einladung nach Weimar, wo Goethe am 7. Nov. 1775 eintrifft. Was, wenn Goethe dem Hofleben fern geblieben wäre?

S. 269-271
Hofleben in seiner Wirkung auf Goethe. Karl August, sein Charakter. Herzogin Anna Amalia. Kreis in Weimar, sittlicher Zustand. Festlichkeiten und Zerstreuungen, "weimarische Flitterwochen". Freundschaft mit Karl August. "Erklärung eines alten Holzschnittes, vorstellend Hans Sachsens poetische Sendung". Ernennung zum "geheimen Legationsrath mit Sitz und Stimme im Conseil". Einzug in das Gartenhäuschen, in dem er sieben Jahre wohnt. Lenz macht sich in Weimar "unangenehm". Übler Ruf, Intrigen. Mahn- und Rügeschreiben Klopstocks. Berufung Herders als Generalsuperintendent und Oberhofprediger.

S. 272-274
Liebhabertheater, "Die Geschwister" und andere Stücke und Pläne. Verhältnis zu Frau von Stein. Gefühlsmäßige Exaltation als "Allgemeincharakter der damaligen Generation": "Man schrieb weniger Romane als jetzt, aber man suchte sie öfter im Leben in aller Naivetät zu spielen." Goethe nimmt den 9jährigen Fritz von Stein in sein Haus und erzieht ihn. Veränderung der Beziehung zu Frau von Stein im Gefolge der Italienischen Reise und durch die Verbindung mit Christiane. Besuch Mercks in Eisenach. Harzreise im Spätherbst 1777; "Harzreise im Winter". Reise mit dem Herzog nach Berlin, Besuch bei Chodowiecki und der Karschin.

S. 275-277
Studium der Baukunst im Zusammenhang des Wiederaufbaus des 1774 durch einen Brand zerstörten Fürstenschlosses. Engagement in der Verwaltung, Kriegs- und Wegebaucommission. Rundreisen, Volkselend, Feuersbrünste. Titel eines Geheimrates 1779, Gehaltserhöhung. Erste Bearbeitung der "Iphigenie". "Der König von Tauris soll reden, als ob kein Strumpfwirker in Apolda hungerte." Erste Aufführung mit Corona Schröter als Iphigenia, Goethe als Orest. Ettersburger Lustbarkeiten. Jacobis "Waldemar" und Goethes humoristische Standrede. Reise mit dem Herzog in die Schweiz, Besuch der Eltern und Lilis in Frankfurt und Friederikes in Sesenheim. Auf der Rückreise Teilnahme an der Preisverteilung an der Stuttgarter Militärakademie (Schiller). Mineralogische Studien, Bergwesen in Ilmenau. Studium der Anatomie und Osteologie. Zeichnenschule, eigene Zeichnungen. Sammlung von Kupferstichen, Handzeichnungen etc. Heinrich Wilhelm Tischbein.

S. 278-280
Bildhauer Klauer. Erste Szenen des "Tasso", Urbilder. "Wilhelm Meister". Theaterliebhaberei, "Vögel". Tod des Vaters 1782. Gedicht auf den Tod des Theatermaschinisten Mieding. Überarbeitung des "Egmont", Weiterarbeit am "Egmont" Umarbeitung des "Werther". Erhebung in den Adelsstand. Aufenthalt in Leipzig.

S. 281-283
Unwillkommene Störungen, Besuch des Herzogs von Württemberg. Überdruss am Welttreiben. Liebesgeschichte von Prinz Constantin. Neue Reise in den Harz; Göttingen, Kassel. Freundschaft mit Herder. Eröffnung des neuen Schachtes in Ilmenau, Februar 1784. Zwischenknochen. In Begleitung des Zeichendirektors Kraus mineralogische Reise nach dem Harz, Abstecher nach Braunschweig, Projekt des Fürstenbundes. Claudius zu Besuch in Weimar. Naturwissenschaftliche Forschungen, mineralogische Studien. 1786 Kritik an Jacobis Glaubensphilosophie, Bruch mit Lavater.

S. 284-286
Vorbereitung der Ausgabe der Schriften bei Göschen. Sehnsucht nach Italien. Stiehlt sich von Karlsbad fort. Italienische Reise. Rom, deutsch-römischer Künstlerkreis. Tischbein. Moritzens Prosodie. Umarbeitung der "Iphigenie" in Jamben. Mit Tischbein nach Neapel, mit Kniep nach Sizilien.

S. 287-289
Neapel. Zweiter Romaufenthalt. Künstlerkreis. Kunststudien und praktische Kunstübungen. Beschäftigung mit dem "Urtypus aller Idealbildung". Überarbeitung des "Egmont". Die "schöne Mailänderin", Karneval. Abschied von Rom, Rückreise. Änderung seiner amtlichen Stellung in Weimar. Schwierigkeit des Wiedereinlebens. Zerfall des Verhältnisses zu Frau von Stein.

S. 290-292
Liebesbündnis mit Christiane Vulpius, Urteile über sie und das Verhältnis beider zueinander. "Römische Elegien". Beziehung zu Herder und seiner Familie.

S. 293-295
Vollendung des "Tasso". Botanische Studien. Aufenthalt in Venedig, "Venetianische Epigramme". Französische Revolution. Aufenthalt in Schlesien. Theorie der Optik. Übernahme der Leitung des Hoftheaters, Gründung der Schauspielerschule.

S. 296-298
"Der Großkophta". Als Begleiter des Herzogs auf dem Feldzug 1792. Freitod von Merck. Bombardement Verduns, Kanonade von Valmy. Rückzug.

S. 299-301
Studium der Überreste römischer Baukunst in Trier. Besuch Jacobis in Pempelfort. Entfremdung vom Jacobi'schen Kreis. Kreis der Fürstin Galitczin in Münster. "Verdienste um Hebung der teutschen Schauspielkunst und insbesondere des Theaters in Weimar", das zur Musteranstalt und Theaterschule wird. "Der Bürgergeneral". Nachbildung des Reineke Fuchs. Belagerung von Mainz.

S. 302-304
Ilmenau. Universität Jena, Fichte. Beziehung zu den Brüdern Humboldt, insbesondere zu Alexander. Zerwürfnis mit Kapellmeister Reichardt. Beginn der Zusammenarbeit mit Schiller, "Freundschaftsbund zwischen zwei Geistesheroen". Erste Begegnung, Goethe im Urteil Schillers.

S. 305-307
Goethe im Urteil Schillers, "Concubinat" mit Christiane Vulpius. Goethe in seinem Verhältnis zu Schiller, "von der entschiedensten Antipathie bis zur innigsten Geistesverbrüderung".Mitarbeit an Schillers "Horen". Zusammentreffen in der naturforschenden Gesellschaft 1794. Briefwechsel Goethe-Schiller, "der zu den großartigsten literarischen Denkmalen teutscher Nation gehört".

S. 308-310
Schiller schafft Goethe "eine zweite Jugend", er fördert seine Produktion. Gemeinsame Tätigkeit an den "Horen". Manifest "Literarischer Sansculottismus". "Xenien" der "alliirten Dichter", 1796: gemeinsame Polemik; Anti-Xenien und Streitschriften.

S. 311-313
Reaktion Goethes und Schillers auf den Xenienstreit. Beurteilung der Xenien ("souveraine Selbstüberhebung") und ihrer Wirkung: Verbreitung der Manier, "die Totalität eines Autors mit wenigen absprechenden Zeilen abzufertigen oder zu vernichten". "Hermann und Dorothea": "eine seiner vollendetsten, reinsten Dichtungen, dabei echt teutsch in Empfindung und Darstellung"; Verschmelung von künstlerischem Idealismus und gegenständlichem Realismus. Balladenjahr. Weiterarbeit am Faust. Abbruch der Reise nach Italien wegen politischer Unruhen 1797.

S. 314-316
"fragmentarische Thätigkeit" 1798. Theaterangelegenheiten. Bestreben Goethes und Schillers, "die weimarische Bühne gewissermaßen zu einer kosmopolitischen Musteranstalt auszubilden". Stücke des Auslands in neuen Bearbeitungen. Gastvorstellungen Ifflands. Engagement von Karoline Jagemann, ihr Verhältnis mit dem Herzog. August von Kotzebue in Weimar. "Neid, Bosheit und Intrigue in Weimar". Stiftung der Mittwochsgesellschaft 1801. Verhältnis zwischen Goethe und Schiller.

S. 317-319
Unterschiedliche Ansichten Goethes und Schillers über volkstümliche Poesie; "die Freundschaft zwischen beiden Männern mehr eine Sache des Verstandes und der Intelligenz als des Gemüths". Kranheitsanfall 1800, Wiederherstellung der Gesundheit. Badekur in Pyrmont, Aufenthalt in Göttingen, Studien in der Bibliothek. Universität Jena, "ein glänzender Sammelpunkt hervorragender Geister". Neubau des lauchstädter Theaters, Eröffnung mit "Tasso". "Natürliche Tochter". Theorie und Geschichte der bildenden Künste, Haupt der weimarischen Kunstfreunde, Kunstausstellungen, "exclusiv hellenische Richtung". Tod Herders 1803, Verhältnis Herders zu Goethe, Stellung Karoline Herders in Weimar. "Differenzen und Zerwürfnisse zwischen dem Herder'schen Kreise einerseits und dem Goethe-Schiller'schen Kreise andererseits".

S. 320-322
Neue Bekanntschaften 1800-1804. Voß in Jena. Riemer wird Erzieher von Goethes Sohn. Besuch von Frau von Stael; "Impertinenzen der Französin". Philologe Hermann; Musikdirektor Zelter; Johannes von Müller; Friedrich August Wolf u.a.m. Wegzug bedeutender Lehrer aus Jena. Produktive Tätigkeit Goethes leidet an der Entfernung von den "nationalen Lebensquellen". Der Tod Schillers stürzt Goethe in tiefste Betrübnis.

S. 323-325
Absicht den Schillerschen "Demetrius" zu vollenden. Rezensionen in der "Jenaischen allgemeinen Literaturzeitung" 1804-1806, im Vergleich mit den Rezensionen der Sturm-und-Drang-Zeit. Herausgehoben wird die Rezension über die Gedichte von Voss, " denn es ist vielleicht noch nie eine stylistisch so vollendete Recension geliefert worden als diese". Goethe zeigt eine "liebenswürdige Sympathie" für Autoren, die aus dem Volke heraus oder in das Volk hinein dichten (Hebel, Grübel u.a.). Weimar den französischen Truppen preisgegeben. Druck der Farbenlehre, neue Ausgabe seiner Werke.

S. 326-328
Tod Anna Amalias 1807. Kuren in Karlsbad 1806-1813. Tod der Mutter 1808. Audienz bei Napoleon; "die beiden hervorragendsten Männer der Zeit, der eine so groß und allherrschend auf dem politischen und militairischen wie der andere auf geistigem Gebiete, jeder des andern Bewunderer". Napoleons Kritik am "Werther". Napoleon in Weimar. Vollendung der "Wahlverwandtschaften".

S. 329-331
"Die Wahlverwandtschaften": ein Roman, der "einen herzzerschneidenden Conflict mit der Ruhe vollendeter Plastik" behandelt. 1810: ein bedeutendes Jahr. Die Farbenlehre erscheint. Beschäftigung mit der Musik; Zelter. Karlsbad, Bekanntschaft mit König Ludwig von Holland. Verhältnis zur Romantik und den Romantikern, Interesse an den "Nibelungen", an den Dramen Calderons. Bettina, Differenz mit Christiane? Verhältnis von Goethe zu Bettina.

S. 332-334
"Goethes Briefwechsel mit einem Kinde": " reizende, durch Phantasie und Gefühl berauschende Partien, wenn auch eine gemachte Naivetät, erkünstelte Natürlichkeit, maßlose Excentricitäten in Empfindung und Darstellung, endlich allerlei auf Originalität Anspruch machende sprachliche Verrenkungen und Sonderbarkeiten", unbrauchbar als biographische Quelle. Wer ist Gegenstand der Goetheschen Sonette 1807? Nicht Bettina, sondern Minna Herzlieb. Differenz mit Jacobi, aus Anlass seiner Schrift "Von den göttlichen Dingen und ihrer Offenbarung".Tod Wielands 1813. Goethe engagiert sich nicht in den Befreiungskriegen, "wie der Vaterlandsfreund und der Freund Goethe's wol wünscht". Vielmehr huldigte er einem Kosmopolitismus oder "Weltpatriotismus".

S. 335-337
Goethes Verhältnis zur deutschen Nation. "Shakespeare und kein Ende". Bewertung des Festspiels "Des Epimenides Erwachen". Reisen in die Rhein-, Main- und Neckargegenden 1814 und 1815; Studium von Kunst- und Mineraliensammlungen. Verhältnis zur Heimatstadt Frankfurt. "Westöstlicher Divan". Bekanntschaft mit dem orientalischen Lieder- und Sagenschatz.

S. 338-340
Kunstgeschichtliche und naturwissenschaftliche Arbeiten. "Kunst und Altertum". Farbenlehre. Schilderung des Rochusfestes. Tod der Gattin, Würdigung Christianes. Besuch der Hofrätin Kästner (Lotte). Verbindung seines Sohnes, August, mit Ottilie von Pogwisch; Enkel. "Der bemerkenswerthen Ereignisse in Goethe's Leben werden von hier an immer weniger; er lebte, freilich immer und unerläßlich denkend, schaffend und wirkend, sich eben allmälig aus". Politisch steht Goethe auf Seiten der Reaktionäre, Unterdrückung der "Oppositionspublizistik". Die landständische Verfassung für Weimar war ihm "höchlichst unbequem"; Konflikt mit dem Landtag. Konflikt mit dem Großherzog in Theaterangelegenheiten 1817; im Melodram "Der Hund des Aubry" soll ein dressierter Pudel auftreten. "Ein Pudel auf der Weimarischen Bühne, die Goethe bis dahin so reinlich gehalten und im Sinne der idealsten Ästhetik geleitet hatte!"; Niederlegung der Intendanz.

S. 341-343
Poetische Ausbeute dieser Jahre gering; Produktionskraft "in der Abnahme". Arbeit am "Divan". Siebzigster Geburtstag 1819, Ehrungen. Studien zur Meteorologie und Kunstgeschichte. Wendet sich ab von den Produktionen "der jüngern teutschen Poetenschule". "Er vermißte in der neuern Poesie das Männliche und Charaktervolle und er beförderte fortan mehr das Plane und Mittelmäßige als das Originelle, weil jenes doch naturgemäßer und weniger krankhaft war." Wertschätzung des kulturellen Lebens in Berlin. "Wilhelm Meisters Wanderjahre": "Das Ganze ist formlos; es fehlt die compositionelle Einheit, die organische Verbindung". "Schlimmes Beispiel", wodurch die "Formlosigkeit" in der Erzählliteratur "fast die Regel" wurde. "Zahme Xenien".

S. 344-346
Charakteristik der "Tag- und Jahreshefte". Auguste Stolbergs Besorgnisse um Goethes Seelenheil. Schwere Krankheit 1822. Eckermann als literarischer Gehilfe. Marienband, Ulrike von Levezow, "Trilogie der Leidenschaft". 1825: Feier der 50jährigen Regierung Karl Augusts, Goethes Dienstjubiläum. Huldigungen und Polemik gegen Goethe.

S. 347-349
Verehrung aus dem Ausland. England: Byron, Carlyle, Scott, Thackeray, Wordsworth u.a. Italien: Manzoni. Frankreich: "die Männer des Globe", Cousin. "Begriff einer wie Glieder Eines Leibes zusammenhängenden" Weltliteratur. Arbeit an den "Wanderjahren", Einführung der Makarie. Zweiter Teil des "Faust". Unbefriedigender Abschluß des ersten Teils, der hauptsächlich eine Gretchentragödie ist. "Bei allem bisweilen selbst abgeschmackten allegorischen, symbolischen und mythologischen Wuste läßt sich der genial combinirende Poet im Ganzen, der tiefe scharfblickende Denker in vielen Einzelnheiten nicht verkennen."

S. 350-352
"Hohes Alter ist ein relativer Begriff." Auszeichnungen. Tod des Großherzogs 1828, der Großherzogin und seines einzigen Sohnes 1830. Französische Julirevolution. Befürchtete Goethe eine Welt der Barbarei? Tätigkeit selbst im höchsten Alter. Tod. "Goethe war, Alles in Allem genommen, ein Geist von so außerordentlicher Vielseitigkeit, von einem solchen Umfange, man möchte sagen solcher Unermeßlichkeit, daß es kaum je einem Einzelnen gelingen dürfte, ihn ganz zu erschöpfen und ihm nach allen Seiten gerecht zu werden".

S. 353-355
Charakterisierungen und Würdigungen, Kritiker Goethes. Charakterzüge, Eigenschaften, Gesamturteil.

S. 356-358
Fortsetzung.

S. 359-361
Kontextualisierungen, Goethe im geschichtlichen Zusammenhang.

S. 362-364
Goethes wissenschaftliche Arbeiten. Sein dichterisches Werk.

S. 365-367
Verdienste um die deutsche Sprache. Quellen und Literatur.

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