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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

  

Jutta Assel | Georg Jäger

Goethe-Motive auf Postkarten
Eine Dokumentation

Woldemar Friedrich
Goethe's Leben

 

Stand: November 2013
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Gliederung

  

 

Zur Erläuterung wird herangezogen: Goethe-Handbuch. Hg. von Julius Zeitler. 3 Bde. Stuttgart: J. B. Metzler 1916-1918. Dieses Handbuch faßt das Wissen, die Vorstellungen und Wertungen aus der Zeit zusammen, in der die Karten entstanden und in Umlauf waren. Zitiert mit Artikel, Verfasser, Band- und Seitenzahl. Alle weiteren Quellen werden an Ort und Stelle angegeben.

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Zur Beachtung:
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1. Goethe als Knabe beim Puppenspiel

 

W. Friedrich: Goethe als Knabe beim Puppenspiel. Signet: A 1371. Verso: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Nachdruck verboten. Nicht gelaufen.

Goethe erhielt von der Großmutter 1753 ein Puppentheater geschenkt. Im 1. Buch von "Dichtung und Wahrheit" berichtet er, welchen Eindruck dieses Theater auf ihn ausgeübt hat [Artikel "Puppentheater" von Valerian Tornius, Bd. III, S. 166]:

"Gewöhnlich hielten wir uns in allen unsern Freistunden zur Großmutter, in deren geräumigem Wohnzimmer wir hinlänglich Platz zu unsern Spielen fanden. Sie wußte uns mit allerlei Kleinigkeiten zu beschäftigen und mit allerlei guten Bissen zu erquicken. An einem Weihnachtsabende jedoch setzte sie allen ihren Wohltaten die Krone auf, indem sie uns ein Puppenspiel vorstellen ließ und so in dem alten Hause eine neue Welt erschuf. Dieses unerwartete Schauspiel zog die jungen Gemüter mit Gewalt an sich; besonders auf den Knaben machte es einen sehr starken Eindruck, der in eine große, langdauernde Wirkung nachklang.

Die kleine Bühne mit ihrem stummen Personal, die man uns anfangs nur vorgezeigt hatte, nachher aber zu eigner Übung und dramatischer Belebung übergab, mußte uns Kindern um so viel werter sein, als es das letzte Vermächtnis unserer guten Großmutter war, die bald darauf durch zunehmende Krankheit unsern Augen erst entzogen und dann für immer durch den Tod entrissen wurde." (Dichtung und Wahrheit, Erster Teil, 1. Buch)




 

2. Goethe bei Kätchen Schönkopf in Leipzig

 

W. Friedrich: Goethe bei Kätchen Schönkopf in Leipzig. Signet: A 1372. Verso: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Nachdruck verboten. Nicht gelaufen.

Anna Katharina Schönkopf, 1746-1810, war die Tochter eines Weinhändlers und Wirtes in Leipzig, in dessen Tischgesellschaft Goethe in seinen Leipziger Studentenjahren Aufnahme fand. Die Tochter des Hauses war "jung, hübsch, munter, liebevoll und so angenehm", dass er eine Neigung zu ihr faßte. Zur Tafelrunde gehörten u.a. Ernst Wolfgang Behrisch, Hofmeister des Grafen Lindenau, Johann Gebhard Pfeil, Hofmeister und Jurist, sowie der Dichter Justus Friedrich Wilhelm Zachariä [Der Renommist, 1744, komisches Epos], der die Ostermesse 1767 in Leipzig zubrachte.




 

3. Goethe und Friederike von Sesenheim

 

W. Friedrich: Goethe und Friederike von Sesenheim. Signet: A 1373. Verso: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Nachdruck verboten. Nicht gelaufen.

Friederike Brion, 1752-1813, Tochter der Pfarrerfamilie in Sesenheim, nördlich von Straßburg, die Goethe im Oktober 1770 kennen lernte. Die Sesenheimer Idylle wird in "Dichtung und Wahrheit", Buch 10 bis 12, verklärend geschildert. Goethe hatte eine tiefe Liebe zu Friederike gefaßt, war wiederholt länger zu Besuch, schied jedoch ohne Erklärung, "sich seiner Schuld bewußt". [Artikel "Brion" von Hermann Bräuning-Oktavio, Bd. I, S. 264 f.] Die Sesenheimer Lieder begründen die Erlebnislyrik. Motivisch spielt die Illustration auf das für die Sesenheimer Lyrik exemplarische Gedicht "Es schlug mein Herz geschwind zu Pferde" an.




 

4. Abschiedsfeier auf dem Münsterturm in Strassburg

 

W. Friedrich: Abschiedsfeier auf dem Münsterturm in Strassburg. Signet: A 1374. Verso: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Nachdruck verboten. Nicht gelaufen. – Kontrast verstärkt.

"[...] begeben wir uns in die freie Luft, auf den hohen und breiten Altan des Münsters, als wäre die Zeit noch da, wo wir junge Gesellen uns öfters dorthin auf den Abend beschieden, um mit gefüllten Römern die scheidende Sonne zu begrüßen." (Dichtung und Wahrheit, 10. Buch)

Johann Gottfried Herder, evang. Theologe, Philosoph, Schriftsteller, geb. 25.8.1744 Mohrungen (heute Morag, Polen), gest. 18.12.1803 Weimar. Sohn eines Kantors und Lehrers. Studium in Königsberg, seit 1764 Freundschaft mit Johann Georg Hamann. Von November 1764 bis Mai 1769 war H. Lehrer an der Domschule zu Riga, seit Juli 1767 auch Pastor. Im Mai 1769 brach H. zu Schiff zu einer Reise nach Deutschland auf, die ihn dort für sein weiteres Leben festhalten sollte.

Herder begleitete zunächst einen befreundeten Kaufmann nach Nantes, wo er einen viermonatigen Aufenthalt für ausgreifende Lektüre der französischen Aufklärer und die Abfassung eines Reisejournals nutzte (Journal meiner Reise im Jahr 1769). Bis März 1770 führte ihn die von seinem Verleger Hartknoch finanzierte Reise weiter über Paris, Brüssel, Antwerpen, Leiden, Amsterdam und Hamburg nach Eutin. Im Dienst des Fürstbischofs von Lübeck sollte H. dessen Sohn auf seiner >grand tour< begleiten, verließ jedoch die Reisegesellschaft im September 1770 in Straßburg, nachdem er in Darmstadt die Bekanntschaft mit Johann Heinrich Merck und mit seiner späteren Frau Karoline Flachsland gemacht hatte. Seine Beschäftigung mit Dichtungen des Orients, Griechenlands und Nordeuropas, mit Shakespeare und mit Volkspoesie wurde durch die Freundschaft des jungen Goethe für die deutsche Literatur bedeutsam. Von April 1771 bis September 1776 war H. Konsistorialrat des Grafen von Schaumburg-Lippe in Bückeburg, eine Stellung, die ihm im Mai 1773 zu heiraten erlaubte. In seiner Sammlung Von deutscher Art und Kunst (1773), die seine emphatischen Deutungen von Ossian und Shakespeare enthielt, formulierte er ein Kunstideal der starken Leidenschaft, das im Sturm und Drang wirksam, von ihm selbst jedoch nur mit einer Ausgabe von europäischen Volksliedern weiter verfolgt wurde. Im Oktober 1776 wurde H. durch Vermittlung Goethes Generalsuperintendent des Herzogtums Sachsen-Weimar.

Johann Heinrich Jung-Stilling, Mediziner, Kameralist, Schriftsteller, geb. 12.9.1740 Grund bei Hilchenbach (Kr. Siegen), gest. 2.4.1817 Karlsruhe. Nach enttäuschenden beruflichen Anläufen als Junglehrer und Schneidergeselle, Kaufmannsgehilfe und Verwalter studierte der vielseitig begabte, autodidaktisch gebildete Sohn einer armen Kleinbauernfamilie noch als Dreißigjähriger Medizin in Straßburg, wo er mit Goethe und Herder Bekanntschaft schloß. In Elberfeld als Arzt glücklos und hochverschuldet, erlangte er als Prof. der Kameralwissenschaft in Kaiserslautern (1778), Heidelberg (1784) und Marburg (1787-1803) berufliche Anerkennung, zumal als Autor von elf fachwissenschaftlichen Lehrbüchern. Einem breiteren Leserkreis machte er sich durch zwei moralische Zeitschriften und vier religiös getönte Romane bekannt, am eindrücklichsten aber durch seine anschaulich und zugleich idealisierend erzählende, von dem festen Glauben an die göttliche Vorsehung und Fügung seines Lebenswegs getragene Autobiographie, deren erstes Bändchen Goethe redigierte und ohne Wissen des Autors zum Druck brachte. (Deutsche Biographische Enzyklopädie. CD-ROM-Edition. Auszüge, bearbeitet.)

Jakob (Michael Reinhold) Lenz, Schriftsteller, geb. 23.1.1751 Seßwegen (Livland; heute Casvaine, Lettland), gest. 3./4.6.1792 Moskau. Der neben Goethe und Schiller bedeutendste Dichter des Sturm und Drang, Sohn eines Pfarrers und einer Pfarrerstochter, wuchs in Dorpat auf, studierte seit 1768 in Königsberg Theologie und besuchte Philosophie-Vorlesungen von Kant. 1771 brach er das Studium ab und reiste als Begleiter der Barone von Kleist nach Straßburg. Dort befreundete er sich mit Goethe, Heinrich Leopold Wagner, Johann Heinrich Jung-Stilling u.a. im Umkreis der "Sozietät", dem Lese- und Diskussionskreis Johann Daniel Salzmanns. Seit 1774 als freier Schriftsteller tätig, seit April 1776 in Weimar, wurde er dort nach einer Indiskretion gegenüber Goethe am 1.12.1776 ultimativ ausgewiesen. Mitte November 1777 brach eine Psychose aus. Es folgten Aufenthalte bei Johann Georg Schlosser in Emmendingen / Breisgau und bei dem Pfarrer Johann Friedrich Oberlin in Waldersbach (Elsaß), dessen Bericht Georg Büchner als Vorlage für seine Novelle Lenz benutzt hat. Mitte 1779, relativ geheilt, nach Riga ins Elternhaus zurückgeholt, wurde er vom Vater gezwungen, Livland zu verlassen. Zwei Versuche, in St. Petersburg eine Existenz aufzubauen, scheiterten. Er mußte nach Moskau übersiedeln, wo er bis zu seinem Tod blieb. (Deutsche Biographische Enzyklopädie. CD-ROM-Edition. Auszug.)

Johann Danile Salzmann (1722-1812), Aktuar beim Pupillenkollegium, war Junggeselle und präsidierte bei Goethes Eintritt in Straßburg seit Jahren die Tischgesellschaft bei den Jungfern Lauth, die er auch zu einer Gesellschaft der schönen Wissenschaften vereinigte. Goethe schloß sich dem älteren, dem Erfahrungen, Lektüre, Nachdenken einen reichen Schatz von Lebensführung zugeführt hatten und der zudem mit den meisten Familien der Stadt in freundlicher Verbindung stand, eng an und bediente sich gern seines Rates bei dem juristischen Studium. Wie Goethe Schriften von Lenz, Jung-Stilling u.a. zum Druck besorgte, so nahm er sich auch Salzmanns moralischer Abhandlungen an. Für Salzmanns Gesellschaft war Goethes Rede "Zum Schäkespears Tag" (1771) bestimmt. (Artikel "Salzmann" von Hermann Bräuning-Oktavio, Bd. III, S. 238. Gekürzt.)




 

5. Goethe in der Familie Buff [Werthers Lotte]

 

W. Friedrich: Goethe in der Familie Buff [Werthers Lotte]. Signet: A 1375. Verso: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Nachdruck verboten. Nicht gelaufen.

Charlotte Buff (1753-1828, seit 1768 verlobt mit Joh. Christian Kestner), vertrat nach dem Tode der Mutter "diese in der Führung des Haushalts. Wie die Familie Buff Goethe bei der Schilderung der Amtmannsfamilie in Werthers Leiden vorschwebt, so ist uns Charlotte als das Vorbild zu Werthers Lotte teuer. Am 9. Juli 1772 lernte Goethe sie auf einem Balle in Volpertshausen kennen. Jungfräulicher Liebreiz, köstliche Frische und Natürlichkeit, zuverlässiger, fester Sinn, Anlage zu praktischem, häuslichem Tun, lebhafte, herzliche Empfindung, fröhliche Laune, Offenheit und Leichtigkeit der Seele waren in ihr in schönem Gleichmaß vereinigt, und alles dies entzückte den jungen Goethe so, daß er sich bald völlig >gefesselt und eingesponnen< fühlte." [Artikel "Buff" von Heinrich Gloel, Bd. I, S.279.]

Vgl. die Seiten zum "Werther", URL: http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=401, und den Werther-Illustrationen, URL: http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=152.




 

6. Goethe in Frankfurt

 

W. Friedrich: Goethe in Frankfurt. Signet: A 1376. Verso: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Nachdruck verboten. Nicht gelaufen.

"[...] besonders aber tat sich bei eintretendem Winter eine neue Welt vor uns auf, indem ich mich zum Schlittschuhfahren, welches ich nie versucht hatte, rasch entschloß und es in kurzer Zeit durch Übung, Nachdenken und Beharrlichkeit so weit brachte, als nötig ist, um eine frohe und belebte Eisbahn mitzugenießen, ohne sich gerade auszeichnen zu wollen.

Diese neue frohe Tätigkeit waren wir denn auch Klopstocken schuldig, seinem Enthusiasmus für diese glückliche Bewegung, den Privatnachrichten bestätigten, wenn seine Oden davon ein unverwerfliches Zeugnis ablegen. Ich erinnere mich ganz genau, daß an einem heiteren Frostmorgen ich, aus dem Bette springend, mir jene Stellen zurief:

 

    Schon von dem Gefühle der Gesundheit froh,
         Hab ich, weit hinab, weiß an dem Gestade gemacht
              Den bedeckenden Kristall.
    Wie erhellt des Winters werdender Tag
         Sanft den See! Glänzenden Reif, Sternen gleich,
              Streute die Nacht über ihn aus!

     

    Mein zaudernder und schwankender Entschluß war sogleich bestimmt, und ich flog sträcklings dem Orte zu, wo ein so alter Anfänger mit einiger Schicklichkeit seine ersten Übungen anstellen konnte. Und fürwahr, diese Kraftäußerung verdiente wohl von Klopstock empfohlen zu werden, die uns mit der frischesten Kindheit in Berührung setzt, den Jüngling seiner Gelenkheit ganz zu genießen aufruft und ein stockendes Alter abzuwehren geeignet ist. Auch hingen wir dieser Lust unmäßig nach. Einen herrlichen Sonnentag so auf dem Eise zu verbringen genügte uns nicht; wir setzten unsere Bewegung bis spät in die Nacht fort. Denn wie andere Anstrengungen den Leib ermüden, so verleiht ihm diese eine immer neue Schwungkraft. Der über den nächtlichen, weiten, zu Eisfeldern überfrorenen Wiesen aus den Wolken hervortretende Vollmond, die unserm Lauf entgegensäuselnde Nachtluft, des bei abnehmendem Wasser sich senkenden Eises ernsthafter Donner, unserer eigenen Bewegungen sonderbarer Nachhall vergegenwärtigten uns Ossianische Szenen ganz vollkommen. Bald dieser, bald jener Freund ließ in deklamatorischem Halbgesange eine Klopstockische Ode ertönen, und wenn wir uns im Dämmerlichte zusammenfanden, erscholl das ungeheuchelte Lob des Stifters unserer Freuden:

     

      Und sollte der unsterblich nicht sein,
           Der Gesundheit uns und Freuden erfand,
                Die das Roß mutig im Lauf niemals gab,
                     Welche der Ball selber nicht hat?

     

    Solchen Dank verdient sich ein Mann, der irgendein irdisches Tun durch geistige Anregung zu veredeln und würdig zu verbreiten weiß!" (Dichtung und Wahrheit, Dritter Teil, 12. Buch)




     

    7. Goethe mit Frau von Stein

     

    W. Friedrich: Goethe mit Frau von Stein. Signet: A 1377. Verso: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Nachdruck verboten. Nicht gelaufen.

    Charlotte von Stein, 1742-1827, verheiratete sich 1764 mit dem herzoglichen Stallmeister Friedrich Freiherrn von Stein, dem sie (bis 1774) sieben Kinder gebar, von denen aber nur drei Knaben am Leben blieben. "In einer gleichgültigen Ehe, ohne Interesse an der Erziehung ihrer Kinder, früh erschöpft lebte sie dahin, in der sanften Schönheit der leidenden, entbehrenden, verzichtenden Frau, als Goethe 1775, sechsundzwanzigjährig, der Dreiunddreißigjährigen gegenübertrat. Bald begegneten sie einander gern, und Charlotte trug keine Bedenken, ihr Wohlgefallen als ältere Freundin an dem jungen Freunde Karl Augusts zu zeigen, ihn in ihr Haus zu ziehen, ihn fast als zur Familie gehörig zu betrachten. Goethe dagegen gab sich gar keine Mühe, seine Gefühle für sie anders als >Liebe< zu nennen." [Artikel "Stein, Charlotte" von Erna Merker, Bd. III, S.359-361. Zitat S. 359 f.]




     

    8. Im Park zu Weimar.
    (Corona Schroeter - Karl August - Goethe)

     

    W. Friedrich: Im Park zu Weimar. (Corona Schroeter - Karl August - Goethe). Signet: A 1378. Verso: Signet AM. F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Künstlerpostkarten. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Postkarte. Nicht gelaufen. – In einem früheren Druck fehlerhaft "Corena Schroeter".

    Corona Schröter, 1751-1802, Sängerin und Schauspielerin. "Goethe sah sie als Student in Leipzig und berief sie später nach Weimar, wo sie durch ihr anmutiges Spiel und ihre schöne Stimme die Hauptstütze der Liebhaberaufführungen war. Berühmtheit erlangten ihre Darstellungen der >Iphigenie< und der >Fischerin<." [Artikel "Schröter" von Valerian Tornius, Bd. III, S. 304.]

    Karl August, 1757-1828, Herzog, seit 1815 Großherzog von Sachsen-Weimar. "Er lernte den Dichter kennen, als er im Dezember 1774 als Erbprinz auf seiner Reise nach Paris Frankfurt berührte und lud ihn bei einer zweiten Begegnung zu einem Besuch in Weimar ein. Goethe folgte [...] und aus dem Besuch wurde ein Aufenthalt fürs Leben. [...] Und wie in den folgenden Jahrzehnten Karl August mit nie nachlassender freundschaftlicher Teilnahme das Wirken und Schaffen des Dichters begleitete, so blieb dieser in unwandelbarer Treue der Berater und Vertraute des Fürsten in allen Lagen des Lebens". [Artikel "Karl August" von Karl Muthesius, Bd. II, S. 308 f.]




     

    9. Harfner und Mignon

     

    W. Friedrich: Harfner und Mignon. Signet: A 1379. Verso: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Nachdruck verboten. Nicht gelaufen.

    Gestalten aus Goethes Roman "Wilhelm Meisters Lehrjahre" Vgl. die Seite mit Illustrationen und einer Zusammenfassung der Handlung, URL: http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=256.




     

    10. Am Hofe der Herzogin Amalie

     

    W. Friedrich: Am Hofe der Herzogin Amalie. Signet: A 1380. Verso: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Nachdruck verboten. Nicht gelaufen.

    Anna Amalia, 1739-1807, zog sich 1775, als ihr Sohn Karl August die Großjährigkeit erreicht hatte, ins Privatleben zurück, "blieb aber der geistige Mittelpunkt des reichen Lebens, das sich in dem kleinen Weimar entfaltete. Der >Musenhof Anna Amaliens< ist zur sprichwörtlichen Redewendung geworden. Ihre Stadtwohnung, das >Wittumspalais<, und ihre Sommersitze Tiefurt und Ettersburg waren Stätten feinster geistiger und künstlerischer Kultur und edelster Geselligkeit. Namentlich in Tiefurt wußte sie >in der Mitte freundlichster Naturumgebung zugleich geist- und kunstreiche Unterhaltungen um sich her anzuregen und zu beleben<. >Es ist kein bedeutender Mann von Weimar ausgegangen, der nicht in ihrem Kreise früher oder später gewirkt hätte.<" [Artikel "Anna Amalia" von Karl Muthesius, Bd. I, S.74-76.]

    Johann Adam Authorn (1729-1808), Schauspieler, Sänger und Tänzer, kam 1756 mit der doebbelinschen Truppe nach Weimar und trat 1757 in weimarische Hofdienste, aus denen er jedoch nach Herzog Ernst August Constantins Tod (1758) entlassen wurde. 1760 wurde er von Anna Amalia zum Substituten des Hoftanzmeisters Vezin ernannt und nach dessen Tod 1766 zum Hoftanzmeister. Seit 1762 war er Tanzlehrer des Erbprinzen Carl August und des Prinzen Constantin. Durch seine Mitwirkung am fürstl. Liebhabertheater, u.a. bei der Aufführung der Fischerin (Goethe schrieb die Rolle des Vaters für ihn), wurde A. frühzeitig mit Goethe bekannt, der sich von ihm die "TanzTerminologie erklären" ließ. Auch während seiner späteren leitenden Tätigkeit am weimarer Hoftheater kam Goethe mit A. in Berührung, der bei der Ausbildung des schauspielerischen Nachwuchses mit tätig war. [Goethe Handbuch. 2. Aufl. Bd.1. Stuttgart: Metzler 1961. Art. "Authorn", Sp. 486f. Gekürzt.]

    Luise von Göchhausen (1752-1807), Hodame der Herzogin Anna Amalia, die scharfwitzige Genossin des Musenhofes, wegen ihres ausgewachsenen Rückens mit dem Scherznamen "Gnomide", wegen ihrer komisch zur Schau getragenen Heldenhaftigkeit "Thusnelda" genannt. Sie war oft Gegenstand neckischer Scherze von seiten Goethes, die sie aber mit spitzer Zunge zu parieren verstand. In ihrem Nachlaß fand Erich Schmidt 1887 eine Abschrift des Urfaust. [Artikel "Göchhausen" von Karl Muthesius, Bd. II, S. 1.]

    Friedrich Hildebrand, Freiherr von Einsiedel (1750-1828), im Weimarer Pagenkorps erzogen, nach juristischen Studien Richter in Jena bis 1775, dann Kammerherr, später Oberhofmeister in Weimar, seit 1817 Appellationsgerichtspräsident in Jena. Eine der liebenswürdigsten Persönlichkeiten seiner Zeit, im Kreise seines Umgangs allgemein >l'ami< genannt, einer der Hauptbeteiligten bei "des Teufels Zeug" der lustigen Weimarer Zeit. Mit Goethe blieb er seit den gemeinsam verlebten Stunden tollen Jugendübermutes eng verbunden, besonders durch das gemeinsame Interesse für das Theater, für das er Übersetzungen anfertigte, sowie durch Beiträge zu Zeitschriften. [Artikel "Einsiedel, Friedrich Hildebrand" von Erna Merker, Bd. I, S. 467.]

    Christoph Martin Wieland, Dichter, geb. 5.9.1733 Oberholzheim (heute zu Achstetten, Kr. Biberach), gest. 20.1.1813 Weimar. Der evang. Pfarrerssohn besuchte die Lateinschule in Biberach und 1747-49 das pietistisch geführte Internat in Klosterbergen bei Magdeburg. Dort und während des folgenden Erfurter Jahres legte W. den Grund zu seinen vielfältigen Kenntnissen. Nachdem ihn die Liebe zu Sophie Gutermann (seit 1753 verh. Sophie von La Roche) >zum Dichter gemacht< hatte, ging W. bis 1752 nach Tübingen, wo er die Rechte studieren sollte, aber statt dessen um Verbindungen zu einflußreichen Literaten bemüht war und einen frühen Ruhm als Autor errang. Mit der Einladung Bodmers, in dessen Haus bei Zürich er seit 1752 lebte, begannen W.s Schweizer Jahre. 1760 ging W. als Kanzleiverwalter, d.h. als kommunaler Spitzenbeamter, in die heimatliche Reichsstadt Biberach, 1769 als Prof. der Philosophie und Regierungsrat an die kurmainzische Univ. Erfurt.

    War ihm der Abschied von Biberach, dem "Anti-Parnaß", eine Befreiung, so endeten auch die Erfurter Jahre 1772 mit einer Erlösung aus den Querelen einer gescheiterten Universitätsreform. Für 1000 Taler jährlich und eine lebenslange Pension von 600 Talern folgte er dem Angebot der Herzogin Anna Amalia und ging als Prinzenerzieher an den Weimarer Hof. Der Dienst endete bereits nach drei Jahren mit dem Regierungsantritt des Erbprinzen Karl August; von nun an lebte W. ganz nach dem Motto Don Quijotes: "pain cuit et liberté", in einem gemischten Status als fürstlicher Pensionär und als fleißiger, gut verdienender Autor für den literarischen Markt. Anders als die jüngeren Herder, Goethe und Schiller arbeitete W., der keinen Wert auf den Adelstitel legte, zeitlebens als eine Art >freier Schriftsteller< im höfischen Weimar. 1773 gründete er den "Teutschen Merkur", den er bis 1790 allein herausgab, das erste >Nationaljournal< für die literarische und politische Kultur. [Deutsche Biographische Enzyklopädie. CD-ROM-Edition. Auszug, bearbeitet.]




     

    11. Goethe und Schiller

     

    W. Friedrich: Goethe und Schiller. Signet: A 1381. Verso: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Nachdruck verboten. Nicht gelaufen.

    Nach seiner Rückkehr aus Italien im Juni 1788 lag Goethe nichts an einer persönlichen Beziehung zu Schiller, der seit Juli 1787 in Weimar lebte. "Die persönliche Begegnung anläßlich eines Besuchs Goethes bei Lengenfelds und der Verhandlungen wegen Schillers Jenaer Professur hatten keine Annäherung zustande gebracht, ebensowenig Goethes Anwesenheit im Schillerschen Hause nach dessen Verheiratung im Herbst 1790. Schiller hatte fünf Monate in Weimar leben können, ohne daß Goethe davon überhaupt Notiz nahm. Erst 1794, gelegentlich einer Sitzung der Naturforschenden Gesellschaft in Jena führte sie gemeinsame Abneigung gegen >eine so zerstückelte Art die Natur zu behandeln<, einen Schnitt näher, aber die unmittelbar daran anknüpfende Unterhaltung über die Metamorphose der Pflanzen drohte auch dieses Einverständnis wieder zu zerstören. Immerhin war nach Goethes Zeugnis jetzt der erste Schritt getan. >Schillers Anziehungskraft war groß, er hielt alle fest, die sich ihm näherten.< Es kommt zu Abmachungen über die Mitarbeit an den Horen; Schillers Gattin, die Goethe >von ihrer Kindheit auf zu lieben und zu schätzen gewohnt war<, trug das ihrige bei zum dauernden Verständnis, >alle beiderseitigen Freunde waren froh<, und so wurde der Bund besiegelt. Mit dem berühmten Brief zu Goethes Geburtstag vom 23. August 1794 gelingt es Schiller, diesen ganz und endgültig für sich zu erobern. [Artikel "Schiller" von Hugo Bieber, Bd. III, S. 263-270. Hier S. 267, gekürzt.]




     

    12. Goethe auf dem Kikelhahn bei Ilmenau

     

    W. Friedrich: Goethe auf dem Kikelhahn bei Ilmenau. Mit Text:

    "Über allen Gipfeln – Ist Ruh
    In allen Wipfeln – Spürest Du
    Kaum einen Hauch;
    Die Vögelein schweigen im Walde
    Warte nur, balde – Ruhest Du auch."

    Signet: A 1382. Verso: F. A. Ackermann's Kunstverlag, München. Serie 108: Goethe's Leben (12 Karten). Nachdruck verboten. Nicht gelaufen.

    Kickelhahn (Gickelhahn), "einer der höchsten (861 m), mit einem Aussichtsturm geschmückte Berg des Thüringer Waldes, südwestlich von Ilmenau, steht in enger Beziehung zu Goethes berühmtem, auf seiner Höhe in der Nacht vom 6. zum 7. September 1780 verfaßten Gedicht >Über allen Gipfeln ist Ruh<. Es wurde auf die Wand des dort stehenden Bretterhäuschens geschrieben." [Artikel "Gickelhahn" von George von Grävenitz, Bd. I, S. 715.] Am 27. August 1831 besuchte Goethe die Hütte zum letzten Male. In den Aufzeichnungen des Berginspektors Johann Christian Mahr, der Goethe begleitete, heißt es:

    Beim Eintritt in das obere Zimmer sagte er: >Ich habe in früherer Zeit in dieser Stube mit meinem Bedienten im Sommer acht Tage gewohnt und damals einen kleinen Vers hier an die Wand geschrieben. Wohl möchte ich diesen Vers nochmals sehen und wenn der Tag darunter bemerkt ist, an welchem es geschehen, so haben Sie die Güte mir solchen aufzuzeichnen.< Sogleich führte ich ihn an das südliche Fenster der Stube, an welchem links mit Bleistift geschrieben steht:

     

      Ueber allen Gipfeln ist Ruh,
      In allen Wipfeln spürest du
      Kaum einen Hauch.
      Es schweigen die Vöglein im Walde;
      Warte nur, balde
      Ruhest du auch.

    D. 7. September 1783.

    Goethe.

     

    Goethe überlas diese wenigen Verse und Thränen flossen über seine Wangen. Ganz langsam zog er sein schneeweißes Taschentuch aus seinem dunkelbraunen Tuchrock, trocknete sich die Thränen und sprach in sanftem, wehmüthigem Ton: >Ja warte nur balde ruhest du auch!<, schwieg eine halbe Minute, sah nochmals durch das Fenster in den düstern Fichtenwald, und wendete sich darauf zu mir, mit den Worten: >Nun wollen wir wieder gehen.< (Zit. n. Wulf Segebrecht: Johann Wolfgang Goethes Gedicht "Über allen Gipfeln ist Ruh" und seine Folgen. Zum Gebrauchswert klassischer Lyrik [Reihe Hanser. Literatur- Kommentare; 11] München: Carl Hanser 1978, S. 37f. Über den "Kult des Ortes" S. 34-45.)



    Nicht aufgenommen in die Postkartenserie wurde folgendes Bild:

     

     

     

    Goethe in der Osteria zu Rom
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    Goethe in der Osteria zu Rom. Aus "Goethe's Leben in Bildern" von Woldemar Friedrich (München, F. A. Ackermann). In: Illustrirte Zeitung. Nr. 2930. 113. Bd. 24. August 1899. Goethe-Nummer, S.259.

    Woldemar Friedrich: Goethe's Leben in Bildern. München: Ackermann 1885. 17, [17] Bl. mit Illustrationen in Tuschzeichnung.



    Woldemar Friedrich, Maler, geb. 20. Aug. 1846 zu Gnadau in der Provinz Sachsen, bildete sich seit 1863 auf der Akademie in Berlin und bei Steffeck daselbst und ging 1865 nach Weimar, wo er seine Studien bei Ramberg, Verlat und Plockhorst fortsetzte. Der Krieg von 1870/71, den er mitmachte, gab ihm Veranlassung, sich als Illustrator zu betätigen. Außer verschiedenen Zeichnungen aus dem Kriege für das "Daheim" lieferte er die Illustrationen zu G. Hiltls Werk über den deutsch-französischen Krieg. Nachdem er 1873 eine Reise nach Italien gemacht, kehrte er nach Weimar zurück, wo er teils als Illustrator tätig war, teils dekorative Malereien (unter andern im Schloß Hummelshain) ausführte, auch einige Genrebilder malte. 1881 wurde er Professor an der Kunstschule in Weimar, und 1885 ward er als Lehrer an die Kunstakademie in Berlin berufen, wo er im folgenden Jahr mit der Ausmalung der Kuppel im Landesausstellungsgebäude einen Beweis seiner Begabung für die monumentale Malerei ablegte. Er erhielt 1886 die kleine goldene Medaille der Berliner Kunstausstellung und unternahm eine Reise nach Indien, deren Früchte außer einer Reihe von Aquarellen (Landschaften und Genrebildern) und Gemälden (Blumenopfer in einem Buddhatempel auf Ceylon) die Illustrationen zu dem Werke "Sechs Monate in Indien" (Leipz. 1893, mit Text von E. v. Leipziger) sind. Von seinen neuern dekorativen Malereien sind der Reichstag zu Worms, in der Aula des Gymnasiums zu Wittenberg, die allegorischen Gemälde in der Buchhändlerbörse in Leipzig (Kunst und Wissenschaft, Buchhandel und Buchdruck) und ein Wandgemälde für das Kreishaus Niederbarnim in Berlin: Rückkehr der Bürger von Bernau nach Besiegung der Hussiten im April 1432 hervorzuheben. F. ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste. (Meyers Großes Konversationslexikon, 6. Aufl. 1905-1909; Bd. 7; S. 144; Digitale Bibliothek 100, S. 63918 f.)

    Friedrich, Woldemar, Maler, Illustrator, geb. 20.8.1846 Gnadau (Sachsen), gest. 16.9.1910 Berlin. F. erhielt eine Ausbildung an der Berliner Kunstakademie, seit 1866 an der Kunstschule in Weimar als Schüler Arthur von Rambergs, dessen Illustrationskunst ihn nachhaltig beeinflußte, und entwickelte sich zum Illustrator und dekorativen Maler. 1870/71 war er als Spezialzeichner für "Daheim" auf dem Kriegsschauplatz tätig, unternahm 1873/74 eine Studienreise nach Italien und ging 1881 an die Kunstschule nach Weimar, wo er im folgenden Jahr Prof. wurde. 1885 folgte F. einem Ruf als Lehrer für Aktzeichnen an die Akademie der bildenden Künste nach Berlin. Bekannt wurden vor allem seine Illustrationen zu Hans Hopfens Roman Mein Onkel Don Juan (1880) und Julius Wolffs Der wilde Jäger (1887). Die Studien und Skizzen seiner 1887/88 unternommenen Indienreise erschienen 1893 unter dem Titel 6 Monate in Indien. (Deutsche Biographische Enzyklopädie. CD-ROM-Edition)





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