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Jutta Assel | Georg Jäger

Pfingstgrüße
Folge III

Eingestellt: März 2017

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Das Goethezeitportal wünscht "Fröhliche Pfingsten" mit einer weiteren Auswahl von Bildpostkarten und Gedichten. Die Bilder zeigen das Wiedererwachen der Natur: blühende Bäume und Birkenzweige, das frische, blumenübersäte Grün der Wiesen; sprudelnde Bäche, Wassermühlen, Hügel mit Kirchen und einsamen Gehöften. Die Menschen genießen die Natur, machen Spaziergänge oder kleine Wanderungen, worauf die Wegebilder hindeuten. Zweimal sind Lesende in freier Natur zu sehen, beim Spazierengehen oder hingelagert auf die Wiese. Die Gedichte thematisieren Frühlingsfeiern mit Fest und Gesang sowie das Erwachen der Liebe. "An Pfingsten jubeln Feld und Wald, / Und Menschenlied dazwischen schallt; / Sing, sing, sing!" Hervorzuheben ist der "Pfingstreihen" des Homer-Übersetzers, Epikers und Lyrikers Johann Heinrich Voß.

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Oben links: Fröhliche Pfingsten. Signet: EAS im Herz [E. A. Schwerdtfeger & Co. AG, Berlin] Gelaufen. Poststempel unleserlich. Prägedruck.
Oben rechts: Fröhliche Pfingsten. Adressseite, Signet. Serie 389. 4. Handschriftlich: Frühlingslandschaft. Nicht gelaufen. Adressseite ungeteilt.
Mitte links: Fröhliche Pfingsten. Signiert: Mailick. 734 Erika. Gelaufen. Poststempel 1904. Adressseite ungeteilt. - Alfred Mailick (1869-1946).
Mitte rechts: Fröhliche Pfingsten. Adressseite: Signet: G eingeschrieben GR. No. 221. Gelaufen. Poststempel 1912. Prägedruck.
Unten: Herzliche Pfingstgrüße. Adressseite, Signet M.B.N. im Oval [Moriz Barschall, Neukölln]. Gelaufen. Feldpost. Poststempel 1916.

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Theodor Gesky
(1837-1909)
Pfingstlied

O liebliches Pfingsten, wie bist du so schön!
Wie schmückst du die Wiesen und Felder!
Wie schimmern die Burgen auf sonnigen Höh'n!
Wie grünen so üppig die Wälder!
Drum greifet mit fröhlichem Sang und Klang
Zum Stab und lasset uns wandern!
Ja streifet die lachende Welt entlang
Von einem Städtchen zum andern.

Wie singen die Vöglein im Sonnenglanz,
Wie duftet berauschend die Linde!
Und ladet Musik zum lustigen Tanz,
So reichet dem schönsten Kinde
Zum wonnigen Reigen die Hand und schmückt
Die wallenden Locken mit Rosen -
Und lächelt das Auge, von Liebe beglückt,
So mögt ihr euch herzen und kosen.

Dann träumet von Lenz und von Jugendlust
Wohl unter dem duftigen Flieder -
Frau Nachtigall flötet aus voller Brust,
Und singt euch schmelzende Lieder.
Dann lass' dir vom herzdurchglühenden Wein
Kredenzen manch' funkelnden Becher -
Wie selig im Arme der Liebsten zu sein
Als liebetrunkener Zecher!

Quelle:
Heimgarten deutscher Dichtung. Ein Almanach vom Oberrhein. Herausgeber Friedrich Geßler, Ludwig Auerbach. 1. Jahrgang. Lahr i.B.: Verlag von Chr. Schömperlen [1880], S. 12f.

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Oben links: Fröhliche Pfingsten [handschriftlich: wünscht RM.] Signet: M.S.i.B. [Martin Schlesinger, Berlin] 13083. Gelaufen. Poststempel 1902. Adressseite ungeteilt.
Oben rechts: Fröhliche Pfingsten! Signet: P&FB [Paul Finkenrath, Berlin] Adressseite ungeteilt. Nicht gelaufen.
Unten links: Frohes Pfingstfest! Adressseite, Signet: W S&S B [Wilhelm S. Schröder Nachf., Berlin] [Nummer unleserlich] Gelaufen.
Datiert und Poststempel 1930. Werbeaufdruck: Werdet Rundfunkteilnehmer.
Unten rechts: Fröhliche Pfingsten. Nicht gelaufen. Keine weiteren Angaben.

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Friedrich Aaron Krais
(1821-1907)
Pfingstlied

Heil, Heil, Heil!
An Pfingsten sind die Lüfte blau,
Und grün der Wald und schmuck die Au!
Heil, Heil, Heil,
An Pfingsten nimm dein Teil!

Sing, sing, sing!
An Pfingsten jubeln Feld und Wald,
Und Menschenlied dazwischen schallt;
Sing, sing, sing!
An Pfingsten, Herze, sing;

Lieb, lieb, lieb!
An Pfingsten ist die Erde Braut
Und wird dem Himmel angetraut;
Lieb, lieb, lieb,
O Herz, an Pfingsten lieb!

Quelle:
Aus der Rosenzeit. Ein Liederstrauß gesammelt von Clara Braun. Mit zwölf Photogravuren als Vollbilder nach Originalen von R. E. Kepler. Stuttgart, Druck und Verlag von Greiner & Pfeiffer o.J. [Widmung 1890], S. 55.

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Oben links: Fröhliche Pfingsten! [handschriftlich: wünscht Ihnen Familie Brauer.] Signiert: Mailick. Signet: WV ligiert im Kreis [Winckler und Voigt, Leipzig] 4697. Gelaufen. Poststempel 1902. Adressseite ungeteilt. Prägekarte mit Broncedruck. - Alfred Mailick (1869-1946).
Oben rechts: Herzinnigsten Pfingstgruß. Signet: EAS im Herz [E. A. Schwerdtfeger & Co. AG, Berlin]. Datiert 1917. Poststempel unleserlich. Mit Tinseln.
Unten links: Fröhliche Pfingsten! Signiert: MH. Adressseite: Serie 82. Gelaufen. Datiert und Poststempel 1911.
Unten rechts: Fröhliche Pfingsten!  Adressseite, Signet. Nr. 8223. Gelaufen. Datiert 1933. Poststempel unleserlich.

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Johann Heinrich Voss
(1751-1826)
Pfingstreihen

 

     Tanzt, Paar und Paar, den Ringeltanz,
Am schönen Tag nach Pfingsten,
Bei Saitenklang im Blumenkranz,
Ihr bräutlichsten und jüngsten!
     Das Thal ist bunt und weich;
     Es glänzt der blaue Teich;     
Rings blühet Baum, und blüht Gesträuch!

                             Alle.
     Im Maien,
     Am Reihen,
Da freun, da freun
Sich hüpfende Knaben und Mägdelein!

     Es raste Pflug und Egge heut,
Es raste Hark' und Spaden!
Uns hat die schöne Sommerzeit
Zum Pfingstbier eingeladen!
     Der Bursche, der im Ritt
     Den Flimmerkranz erstritt,
Der tanzt voran, sein Liebchen mit!
     Alle Im Maien ...

Heut warten Greis' und Hunde nur
Des Viehs auf grüner Weide;
Doch trieben sie zur nächsten Flur,
Und horchen unsrer Freude.
     Der Wälder Wiederhall
     Antwortet überall,
Und froher schlägt die Nachtigall.
     Alle. Im Maien ...

     Was gehst du, grüner Jäger, dort
Mit blankem Mordgewehre?
O Schande doch, daß heute Mord
Des Waldes Freude störe!
     Komm, Jäger; sei nicht wild!
     Die Sonne scheint so mild!
Und tanze mit, von Freud' erfüllt!
     Alle. Im Maien ...

     Auch unsres Fischers Nachen ruht
Bei aufgestellten Nezen;
Heut darf in sonnenheller Flut
Sich Hecht und Stint ergezen.
     Komm, Jäger, her ins Grün,
     Wo Bäum' und Mädchen blühn!
Eilt, Mädchen, eilt, und fanget ihn!
     Alle. Im Maien ...

     Die Hand geklatscht, und flink herum!
Ihr Männer dort, juchheiet,
Und trinkt der Braut Gesundheit um,
So oft ein Mädchen schreiet!
     Dann guckt und klappert sehr
     Der Storch vom Giebel her;
Doch, Liebchen, nur von Ohngefähr!
     Alle. Im Maien ...

     Auf! jeder schwing' im Ringeltanz
Sein Mädchen, fest umfangen:
Der Westwind kühlt ihr unterm Kranz
Die feuerrothen Wangen!
     Im Kreise, froh der Schau,
     Sizt mancher, alt und grau,
Und drückt die Hand der alten Frau!

                            Alle.

     Im Maien,
     Am Reihen,
Da freun, da freun
Sich hüpfende Knaben und Mägdelein.

Quelle:
Sämtliche Gedichte von Johann Heinrich Voß. Auswahl der letzten Hand. Bd. 3. Königsberg, in der Universitäts-Buchhandlung 1825, S.141-144. (Digitalisierung durch Google) - Stint: Fisch aus der Ordnung der Stintartigen.

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Oben links: Die besten Pfingstgrüsse. Adressseite, Signet: WB&Co [Wilhelm Boehme, Berlin] 3381. Nicht gelaufen.
Oben rechts: Herzliche Pfingstgrüsse. Adressseite, Signet: WB&Co [Wilhelm Boehme, Berlin] 3381. Nicht gelaufen
Unten links: Fröhliche Pfingsten! Sur Le Lac. Am See. F. W. Hayes pinx. G.M.R-B. Series 4506. Nicht gelaufen. - Frederick William Hayes (1848-1918).
Unten rechts: Frohe Pfingsten! Adressseite: Postkartenbeilage des praktischen Wochenblatts "Fürs Haus", Berlin SW, Lindenstr. 26. Nicht gelaufen. Gedicht (Ludwig Uhland: Frühlingsglaube, 2. Strophe) auf Adressseite:

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag.
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun armes Herz, vergiß der Qual:
Nun muß sich alles, alles wenden.

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