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Informationen über Neuerscheinungen zur Goethezeit 2007 bis 2009


Norbert Oellers (Hg.):
»Schiller/Goethe: Der Briefwechsel«

(Reclam, Mitarb.: Kurscheidt, Georg, 2 Bände: Text und Kommentar, Leinen mit Schutzumschlag, Fadenheftung, Kapital- und Leseband. Format 12 x 19 cm, ISBN: 978-3-15-010712-6)

»Den größten Schatz, den ich vielleicht besitze" nannte Goethe seinen Briefwechsel mit Schiller. Was als Arbeitsbeziehung im Medium des Briefwechsels begann, wurde zu einer Freundschaft, die erst mit Schillers Tod endete. Der Briefwechsel macht wie kein anderes literarisches Werk die ästhetischen und menschlichen Qualitäten der beiden Weimarer Klassiker den Nachlebenden erkennbar. Die Neuedition durch den Schiller-Experten Norbert Oellers enthält den gesamten Textbestand, der noch einmal mit den Handschriften verglichen wurde, und bietet den Text historisch-kritisch in seiner originalen Gestalt in diplomatisch exakter Wiedergabe.«

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Barbara Steingießer (Hg.):
»Schiller im Quadrat«

(2009, EUR 12,00, Schmuckschachtel mit 70 doppelseitig bedruckten Kärtchen und einem Leporello, ISBN 978-3-89978-105-2)

»Schillers Worten sind in der Tat Flügel gewachsen! Die Zitate aus seinen Werken haben sich als »der langen Rede kurzer Sinn« verselbständigt und führen seitdem ein Eigenleben. Wie oft wird überraschender Besuch mit den Worten: »Wie kommt mir solcher Glanz in meine Hütte?« begrüßt, verspäteter dagegen mit: »Spät kommt Ihr – Doch Ihr kommt!« Kaum ist jemandem ein Gegenstand entzweigebrochen, wird das mit »Wo rohe Kräfte sinnlos walten« quittiert, weiß man nicht, wer’s richten kann, mag man fluchen: »Donner und Doria!« oder sich fragen: »Was thun! spricht Zeus«. Findet sich eine helfende Hand, so heißt es: »Dem Mann kann geholfen werden«, ist die Arbeit anstrengender als erwartet, sagt man: »Von der Stirne heiß / Rinnen muß der Schweiß«, und ist die Reparatur dann gelungen: »Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.« Wird aber der Helfer nicht gebührend gelobt, entschlüpft ihm nicht selten die Bemerkung: »Der Mohr hat seine Arbeit gethan, der Mohr kann gehen.« Die Auswahl versammelt auf 70 federleichten und doppelseitig bedruckten Kärtchen 140 Schiller-Zitate, denen Flügel wachsen. Hier finden sich sowohl die kaum flügge gewordenen Gedanken des 23jährigen Heißsporns: »In meinen Adern siedet etwas – ich möchte gern in dieser holperichten Welt einige Sprünge machen, von denen man erzählen soll«, als auch die abgeklärten Überlegungen des kranken Familienvaters, der sich um die Zukunft seiner Kinder sorgt.

    Am 8. Mai 1798 schrieb Schiller an Goethe: »… nach meinen Begriffen gehört es zum Wesen der Poesie, daß in ihr Ernst und Spiel immer verbunden seyen.« Und so wagt es »Schiller im Quadrat«, auch Verse aus Gedichten auf Kärtchen freizusetzen, in der Hoffnung, den Spieltrieb des Lesers und damit auch Neugier auf das Gesamtwerk Friedrich Schillers zu wecken, denn: "Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst."«

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Beate Borowka-Clausberg:
»Damals in Marienbad. Goethe, Kafka & Co. - die vornehme Welt kuriert sich«

(2009, 112 Seiten, Halbleinen, EUR 14,00, Bestell-Nr.: 978-3-938740-87-3)

»Das böhmische Marienbad war im 19. Jahrhundert ein zentraleuropäischer Treffpunkt von Dichtern, Denkern und Leuten von Welt, denn Reisen ins Bad waren ein gesellschaftliches Ereignis und gehörten zur Selbstdarstellung kultivierter Kreise. Der tschechische Dichter Jan Neruda verglich die Stadt mit der schönsten Märchenprinzessin, von der er bereits nach einem Blick bezaubert war. Vor ihm hatte Goethe den 1808 gegründeten Badeort entdeckt und sich dort in die junge Ulrike von Levetzow verliebt; seine berühmte „Marienbader Elegie“ war das Ergebnis und schrieb Literaturgeschichte. Musiker wie Frédéric Chopin und Richard Wagner, aber auch der Dramatiker Friedrich Hebbel, Schriftsteller wie Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal und Stefan Zweig entdeckten im malerischen Ort Inspirationsquellen besonderer Art. Speziell der Kreuzquelle verdankt Gontscharows Roman „Oblomow“ seine Entstehung. Selbst die Weltpolitik hatte im böhmischen Badeort Einzug gehalten: Englands König Edward VII. wählte das Hotel Weimar für mehrere Jahre als Sommerresidenz und traf sich in Marienbad mit Kaiser Franz Joseph. Und Franz Kafka fand – trotz „komplizierter Wochen“, die er dort mit seiner Verlobten Felice verlebte – Marienbad „unbegreiflich schön“. Auch heute noch, nach dem Schwinden der alten Badekultur, lässt sich jene poetische Atmosphäre erahnen, die einst an den Quellen des Hochgefühls zu finden war.«

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Matthias Buschmeier:
»Poesie und Philologie in der Goethe-Zeit. Studien zum Verhältnis der Literatur mit ihrer Wissenschaft«

(10/2008. VI, 490 Seiten/pages. Broschur/Paperback.  € 79,95 [D] ISBN 978-3-484-18185-4, Studien zur deutschen Literatur 185)

»Das Buch enthält Studien zum Austauschverhältnis zwischen literarischem und philologischem Diskurs mit einem Schwerpunkt für die Zeit von ca. 1750 bis ca. 1830. Behandelte Autoren sind u.a. F. A. Wolf, J. G. Herder, F. Schlegel, Achim v. Arnim, die Gebrüder Grimm und Goethe. Im Zentrum steht die Frage, wie die Literatur darauf reagiert, dass sie selbst zum Gegenstand einer Wissen-schaft wird. In dieser Auseinandersetzung wird vor allem um die Funktion der Literatur als zentrales traditionsbildendes Medium gestritten. Damit wird auch an die gegenwärtige Fachdebatte einer Rephilologisierung der Literaturwissenschaft angeknüpft.

Die Studien zu F.A Wolf, F. Ast, Herder, F. Schlegel, Arnim, den Grimms und Goethe untersuchen mit Rückgriff auf eine Vielzahl von enzyklopädischen, wissenschaftlichen und vor allem literarischen Texten von der Aufklärung bis zur Hochromantik das gegenseitige Wechselverhältnis von philologischem und literarischem Diskurs um 1800. Im Zentrum steht dabei nicht ein wissenschaftsgeschichtliches Interesse, sondern die Frage nach den Auswirkungen einer sich professionalisierenden Wissenschaft von der Literatur auf die literarischen Werke selbst. Es zeigt sich, dass insbesondere die Frage nach Antike vs. Moderne, Geist vs. Buchstabe, Autorschaft vs. Herausgeberschaft, Einheit vs. Fragment sowie Epos vs. Roman von diesen Auseinandersetzungen betroffen sind und bis in die ästhetischen Programme der Goethe-Zeit durchschlagen. Dabei werden Ähnlichkeiten zwischen frühromantischer Ästhetik und dem Spätwerk Goethes deutlich, die in der Fachdiskussion immer noch oft von der Dichotomie Klassik vs. Romantik verdeckt werden. Die Verbindungslinie verläuft dabei über F.A. Wolfs Prolegomena ad Homerum über Schlegels Griechen-Studien und seiner projektierten Philosophie der Philologie zu Goethes eigenen ‚philologischen' Arbeiten in den Noten zum Diwan sowie einer Poetik vom Roman als Kompendiums in Wilhelm Meisters Wanderjahren

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Rainer M. Holm-Hadulla:
»Leidenschaft: Goethes Weg zur Kreativität
Eine Psychobiographie«

(266 Seiten, kartoniert, 19,90 € [D] ISBN 978-3-525-40409-6)

»Goethe war nicht nur ein begabtes Kind, ein vielgeliebter Dichter und bedeutender Politiker, sondern hat während seines gesamten Lebens gesucht, geirrt und gelitten. Er verfügte jedoch über die besondere Fähigkeit, seelische Erschütterungen anzunehmen und für die Entwicklung seiner Kreativität zu nutzen. 
Die Psychologie hat seit der Zeit Goethes große Fortschritte gemacht und die Neurobiologie revolutionäre Erkenntnisse über den menschlichen Geist ermöglicht. Dennoch existieren bislang keine Dokumente, die so eingehend die Entwicklung der Kreativität beschreiben wie Goethes Briefe und Werke sowie die detaillierten Beschreibungen seitens seiner Familienangehörigen, Freundinnen und Freunde. Sein Weg zur Kreativität ist auch heute noch höchst inspirierend und regt dazu an, die eigenen schöpferischen Seiten zu entwickeln. Die Beschäftigung mit Goethes Weg zur Kreativität ist damit nicht nur ein intellektuelles Vergnügen, sondern hat auch lebenspraktischen Nutzen.«

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Hörbuch von Eberhard Köhler & Pierre Oser:
»Goethes Garten«

(Westfire Entertainment Hörbuch, 1 CD, 70 min, empf. VK 14,95 €, ISBN 978-3-940539-02-1)

»Ein sinnlicher Hörweg durch die inneren und äußeren Pflanzungen des berühmten Botanikers und Geheimen Rates. Goethes Garten ist eine akustische Collage, die des Dichters Prosa und Lyrik, Äußerungen zur Gartenarbeit, Tagebucheintragungen und Briefe zu diesem Thema als Ausgangsmaterial verwendet. Vielmehr als die objektive Bedeutung des Wissenschaftlers und Künstlers wird eine subjektive Sicht auf den Privatmenschen Goethe, wie er »seinen Garten in Ordnung hält« oder sich zu den Gegebenheiten seiner Zeit verhält, sinnlich erlebbar.«

Sprecher: Ella Büchi, Peter Lieck, Martin Probst, Kristian Bader mit Musik von Franz Schubert und Hugo Wolfca.

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Reimar F. Lacher: 

»Schadows Prinzessinnengruppe – Die schöne Natur«

(Berlin Story Verlag
176 Seiten, 60 Abbildungen, 
Gebunden, 
ISBN 978-3-929829-67-9
14,95 €)

»Jugend, Anmut und Schönheit: Selten so einnehmend vereint wie in der Prinzessinnengruppe. Johann Gottfried Schadow selbst bezeichnete die Schwestern Luise und Friederike von Preußen als »die schönsten Prinzessinnen ihrer Zeit« – und wurde von diesem Meisterwerk der Natur zu einem Meisterwerk der Kunst inspiriert. Das 1795 bis 1797 erschaffene Doppelstandbild stellt in seiner Originalität einen Höhepunkt der europäischen Skulptur dar.«

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Stefan Schweizer:
»Anthropologie der Romantik. Körper, Seele und Geist. Anthropologische Gottes-, Welt- und Menschenbilder der wissenschaftlichen Romantik«

(Schöningh Verlag, 99,- EUR, Gebunden, 788 Seiten, ISBN 9783506765093)

»Körper, Seele und Geist. Aus welchen Teilen besteht der Mensch?

Mit dieser Fragestellung hat sich die Anthropologie schon seit Jahrhunderten beschäftigt. Vorliegendes Buch arbeitet diese Frage anhand der Epoche der Romantik und des damaligen wissenschaftlichen Diskurses der Anthropologie auf. Zwischen den Anthropologen gab es große Meinungsunterschiede. Die Schule der Dualisten behauptete, dass der Mensch aus einer Seele und einem Körper bestehe. Die genuin christlich inspirierten Trinitarier gingen hingegen von einem Gott analogen Menschenbild mit den Merkmalen Geist, Seele und Körper aus.

Das Buch verspricht zudem neue Einsichten über die Romantik. War sie eine eher progressive oder doch restaurativ-reaktionäre Epoche?

Aus der Fragestellung heraus wird außerdem das schwierige und differenzierte Themengebiet der Anthropologie zur Zeit der Romantik deutlich, denn die Anthropologie stellt eine Schnittmengendisziplin aus Medizin, Philosophie, Physiologie, Psychologie und Theologie dar, wobei diese nur die wichtigsten sind.«

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Irene Hardach-Pinke:
»Ottilies Geheimnis - Als Schwiegertochter im Hause Goethe«

(Ulrike Helmer Verlag, 22.90 EUR, Paperback, 312 Seiten, ISBN 978-3-89741-255-2)

»Zwei Freundinnen standen Ottilie auch während ihrer größten Lebenskrise zur Seite und halfen, einen Skandal mit schwerwiegenden Folgen abzuwenden. Ausgelöst wurde die Lebenskrise durch Ottilies außereheliche Mutterschaft, die bisher in der Literatur eher wie eine Nebensache behandelt wird, tatsächlich aber weitreichende Folgen für sie selbst, die Familie und vor allem für Goethes Enkel nach sich zog. Aus heutiger Sicht erscheint Ottilie von Goethes Geschichte fremd und vertraut zugleich. Fremd, weil die sozialen und ökonomischen Bedingungen, unter denen sie als privilegierte Frau aus der Oberschicht zu Anfang des 19. Jahrhunderts lebte, sich von unseren heutigen tiefgreifend unterscheiden. Vertraut, weil die Sehnsucht nach der großen Liebe auch fast zweihundert Jahre später nichts von ihrer lebensgeschichtlichen Bedeutung verloren hat, wie uns Filme, Romane und Frauenzeitschriften tagtäglich bestätigen. Und gute Freundinnen so unverzichtbar sind wie eh und je.«

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Heidi Ritter und Eva Scherf (Hg.):
»Joseph von Eichendorff
Halle, Harz und Heidelberg - Autobiografisches«

(Mitteldeutscher Verlag, 144 Seiten, geb., mit 12 Abb. ISBN 978-3-89812-510-9)

»Zwei autobiografische Zeugnisse dokumentieren die Studienzeit der Brüder Eichendorff in Halle, ihre Harzreise, die sie bis nach Hamburg und Lübeck führte, und den Neubeginn in Heidelberg: die Tagebucheintragungen »Pro Memoria« aus den Jahren 1805/06, in denen der noch nicht als Dichter hervorgetretene Student Joseph von Eichendorff das unmittelbar Erlebte festgehalten hat, und der etwa 50 Jahre später entstandene literaturkritische Aufsatz »Halle und Heidelberg«, in dem er kurz vor seinem Tod noch einmal auf die in den beiden Städten verlebte Zeit zurückblickt und dabei besonders auf die Romantik eingeht.

Beide Texte liegen in diesem schön gestalteten Band kommentiert und mit Abbildungen ergänzt vor.«

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Bernd Wolff:»Die Romantrilogie über Goethes Harzreisen«

1. Winterströme: Goethes erste Harzreise

2. Im Labyrinth der Täler: Goethes zweite Harzreise

3. Die Würde der Steine: Goethes dritte Harzreise

(Pforte Verlag,  3 Bände, ISBN 978-3-85636-211-9, 2007/2008)

»Mit der Neuerscheinung des Romans «Die Würde der Steine» und der Neuauflage der «Winterströme» von Bernd Wolff liegt nun die Romantrilogie über Goethes Harzreisen vollständig vor.

Bernd Wolff hat mit seinen drei Romanen ein Meisterwerk biographischer Erzählkunst geschaffen. Mit viel Einfühlungsgabe und sprachlichem Feingefühl zeichnet er die drei Harzreisen Goethes nach, die jeweils in der Besteigung des Brocken gipfeln. Für die ersten beiden Bände erhielt Bernd Wolff 2007 den Kulturpreis Harz. Jeder Roman ist in sich abgeschlossen und zeigt ein Kapitel in Goethes Leben, das nicht nur seine Person und seine Zeit besser verstehen lässt, sondern auch Goethes geniale Art der Selbstbeobachtung und Krisenbewältigung vermittelt.«

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Manfred Zittel: »Erste Lieb' und Freundschaft. Goethes Leipziger Jahre«

(Mitteldeutscher Verlag,  248 Seiten, ISBN 978-3898124676, 09/2007)

»1765 wird Goethe vom Vater zum Jurastudium nach Leipzig geschickt. Doch nutzt der Sechzehnjährige die Zeit lieber anders, flaniert durch die modische Messestadt, besucht Gellerts Literaturkurs und nimmt Zeichenunterricht bei Oeser, er schauspielert und lernt die Kupferstecherei.

Aus den vielen anregenden Begegnungen der Leipziger Zeit stechen zwei hervor: In Wolfgang Behrisch findet der dichtende Student seinen ersten ernsthaften Kritiker und in der Wirtstochter Katharina Schönkopf seine erste Liebe. Dennoch werden beide später in »Dichtung und Wahrheit« nur beiläufig erwähnt – und seither von der Goethe-Forschung mehr oder weniger übersehen.
Dabei nehmen die Geschehnisse eine dramatische Entwicklung, als der erfolglose Jurastudent beide Bezugspersonen verliert. Er erleidet einen gesundheitlichen Zusammenbruch, von dem er sich 1 ½ Jahre lang im Frankfurter Elternhaus erholen muss, wo er die »verworrenen Umstände« literarisch verarbeitete. Später wird Friederike Brion zu Goethes erster Liebe stilisiert. Und doch sind es die Briefe an Behrisch, in denen er in jugendlichem Überschwang über Kätchen Schönkopf berichtet, die als Keimzelle des »Werther«-Tons gelten, mit dem Goethe Weltruhm erlangte.

Anschaulich schildert Manfred Zittel Goethes turbulente drei Leipziger Studienjahre, wobei er die Rolle von Kätchen Schönkopf in einem völlig neuen Licht zeigt.«

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Christiana Engelmann, Cornelia Gyárfás und Claudia Kaiser: »Möglichst Goethe. Ein Lesebuch«

(DTV, Reihe Hanser, 496 Seiten, ISBN 978-3-423-62331-5, 11/2007)

»Selten, dass mir etwas mißlang.« Goethe

»Die Aktualität Goethes liegt auf der Hand: Nicht nur sein ganzheitliches Bildungskonzept klingt modern, beinhaltet es doch Sozialkompetenz, lebenslanges Lernen, Perspektiven- und Berufswechsel. Goethe zeigt auch, wie man mit Erfolg und Scheitern umgehen kann, Erfahrungen, die auch vielen Menschen im 21. Jahrhundert nicht fremd sein dürften. Seine Risikobereitschaft und seine Strategien zur Überwindung von Ängsten und nicht zuletzt seine große Neugierde auf fremde Kulturen machen die Schriften Goethes zu einer zeitgemäßen Lektüre für junge Leser.

Die Persönlichkeit Goethes und sein Werk werden in diesem Lesebuch beleuchtet. Der rote Faden durch sein Leben und seine Texte besteht im lebenslangen Hadern und Ringen um Selbstvergewisserung, wenngleich er ein Mann war, dessen Kräfte, Interessen, Möglichkeiten und Begabungen unbegrenzt scheinen.

Die Kapitel geben durch ihre chronologische Anordnung Überblick und Orientierung zum Leben und vor allem zum Werk Goethes. Unterschiedliche Textarten - sowohl bekannte als auch unbekannte, naturwissenschaftliche, dramatische, erzählende oder theoretische Schriften und Briefe - werden gleichsam »übersetzt«, so dass ein Einlesen möglich ist und deutlich wird, dass Goethe ein höchst interessanter Gesprächspartner für Jugendliche über die Jahrhunderte hinweg ist.«

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Erika von Borries: »Wilhelm Müller: Der Dichter der Winterreise«

(C.H. Beck Verlag, ISBN 978-3-406-56212-9, 2007)

Die erste große Biographie Wilhelm Müllers

»Wilhelm Müller (1794 – 1827), der Dichter der Winterreise und der Schönen Müllerin, die durch Franz Schubert zu den berühmtesten Liederzyklen der Musikgeschichte wurden, war zu Lebzeiten einer der angesehensten deutschen Lyriker. Erika von Borries erzählt in ihrer anschaulichen und fesselnden Biographie sein Leben. Sie löst seine Texte aus dem Bann der Musik und gibt ihnen ihre literarische Bedeutung zurück.

Wilhelm Müller hat es in seinem kurzen Leben vom einfachen Schneidersohn zum herzoglich Dessauischen Hofbibliothekar und Hofrat gebracht. In höchstem Maße sprachbegabt und weltoffen, wurde er einer der wichtigsten Vermittler der europäischen Literatur. Als Übersetzer, Kritiker, wissenschaftlicher Publizist und Schriftsteller arbeitete er vor allem für den liberalen Leipziger Verleger Brockhaus; daneben war Müller Lehrer für Latein und Griechisch an der Dessauer Gelehrtenschule. Mit seinen Liedern der Griechen engagierte sich Müller leidenschaftlich für den Freiheitskampf der Hellenen gegen die Türken, so daß er schon zu Lebzeiten den rühmenden Beinamen „Griechen-Müller“ erhielt.

Die Biographie zeichnet sein Leben und Wirken im Umfeld seiner Zeitgenossen Brentano, Eichendorff, Tieck, Gustav Schwab, Fouqué, Goethe u.a. nach: ein exemplarisches Leben zwischen Romantik und „Jungem Deutschland“, zwischen den großen Hoffnungen der Befreiungskriege und der tiefen Enttäuschung im Restaurationszeitalter.«

(Mit zwei CDs (CD 1: Gert Westphal liest Die Winterreise und Die schöne Müllerin. CD 2: Neueinspielung der Winterreise (Schubert) von Florian Prey (Bariton) und Wolfgang Leibnitz (Klavier)). 320 S.: mit 29 Abbildungen. In Leinen)

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Gabriele Radecke Hg.: August von Goethe. Wir waren sehr heiter, Reisetagebuch 1819

(Aufbau-Verlag, ISBN: 978-3-351-03209-8, 2007)

Ein neuer Blick auf Goethe und seinen Kreis

Im Mai 1819 brach August von Goethe mit seiner Frau nach Preußen und Sachsen auf. Erst jetzt, 188 Jahre später, erscheint sein Tagebuch mit vielen, teils unveröffentlichten, Briefen aus seinem Umfeld. Es ist wie ein großer fortgesetzter Brief an den Vater in vielerlei Spiegelungen.

Täglich führt der Sohn Tagebuch, so wie es der Vater will. Aufmerksam notiert er die Erlebnisse seiner Reise nach Potsdam, Berlin, Dessau, Dresden, Leipzig und in die Sächsische Schweiz. Der Aufenthalt des berühmten Paares in der preußischen Hauptstadt wird ein gesellschaft-liches Ereignis: August und Ottilie besuchen die Theater und Balletts, werden bei Hofe eingeführt und von der politischen und künstlerischen Prominenz empfangen. In den Tagebuchtext eingefügt sind Augusts Briefe an den Vater und dessen Antworten sowie Ottilies Korrespondenz mit der Mutter und den Freunden - eine bedeutsame Stimmencollage, in der Szenen einer spannungsreichen Ehe und einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung aufscheinen.

Mit unveröffentlichten Briefen von Ottilie von Goethe, Adele Schopenhauer, Graf Brühl u. a. 

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Nicola Gess: »Gewalt der Musik. Literatur und Musikkritik um 1800«

(Rombach Verlag, ISBN 978-3-7930-9450-0, 2006)

»Es könne wohl die Gewalt der Töne gewesen sein, die, an jenem schauerlichen Tage, das Gemüt ihrer armen Söhne zerstört und verwirrt habe.« (Kleist)

Die Rede von der »Gewalt der Musik« – eine vom Feuilleton immer noch gern gebrauchte Wendung – ist in der Goethezeit weit verbreitet. Sie wird in fiktionalen Texten, Musikkritiken und ästhetischen Schriften thematisiert und motivisch unterschiedlich ausgestaltet, u.a. als Verführung zu amoralischer Sinnenlust, als Induzierung von Wahnsinn und Überwältigung des Hörers. Wie aber kommt es zur Ausbildung und Verbreitung dieses Topos um 1800? Was macht die Wirkung von Musik so bedrohlich? Handelt es sich um bloße Fiktion oder ist die »Gewalt der Musik« eine real empfundene? Leistet die Musik der Zeit der Gewalterfahrung Vorschub? Welche Arten von »Gewalt der Musik« lassen sich unterscheiden? Dient sie der Literatur nur als interessantes Motiv oder kommt ihr auch eine poetologische Funktion zu? Das vorliegende Buch unterzieht literarische, musikkritische und philosophische Texte sowie Musikbeispiele einer genauen Analyse, und verfolgt somit einen originär transdisziplinären und intermedialen Ansatz.  

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Jutta Rebmann: Angelika Kauffmann

(Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-21029-4, 2007)

Das außergewöhnliche Leben der Angelika Kauffmann - die gefeiertste Malerin des 18. Jahrhunderts.

»Meine Heimat ist jede bewohnte Welt«, sagte Angelika Kauffmann von sich - schon im 18. Jahrhundert eine wirkliche Europäerin, die in Deutschland, England und Italien gleichermaßen verehrt wurde. 1741 als Tochter des Wandermalers Johann Joseph Kauffmann geboren, überraschte sie schon früh mit ihrer künstlerischen Begabung. Ihr Talent und ihr Charme eröffneten ihr den Zugang zur geistigen und kulturellen Elite ihrer Zeit. Winckelmann, Klopstock, Herder und Goethe waren mit ihr befreundet. Neben Joshua Reynolds gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Royal Academy in London. Kaiser und Könige gingen in ihrem Atelier in Rom ein und aus. Ihr Haus auf dem Pincio wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt.

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