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Informationen über Neuerscheinungen zur Goethezeit der Jahre 2005-2006

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[A]

  • Andrea Albrecht:
    Kosmopolitismus. Weltbürgerdiskurse in Literatur, Philosophie und Publizistik

(Berlin - New York 2005 spectrum Literaturwissenschaft / spectum Literature. Komparatistische Studien / Comparative Studies Bd. 1. Diss.. spectrum Literaturwissenschaft Bd.1 IX, 442 S., 2005 Gruyter, ISBN 3-11-018198-3).

Im Zentrum des Buches steht die Rekonstruktion der Debatte, die im Europa des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts um die Idee des Kosmopolitismus geführt wurde. Am Beispiel von Rousseau, Kant, Jean Paul, Eichendorff u.a. wird gezeigt, dass man das 18. Jahrhundert zwar zu Recht als ein weltbürgerliches Jahrhundert bezeichnen, dabei aber nicht von einer homogenen Weltbürgeridee ausgehen kann. Mit den Methoden der historisch-semantischen Diskursanalyse wird die bereits um 1800 erfolgende spektrale Aufspaltung des Weltbürgerdiskurses nachgezeichnet und vor dem Hintergrund konkurrierender politischer, moralischer und rechtlicher Interessen interpretiert. Das um 1800 entstandene, kontroverse weltbürgliche Argumentationsrepertoire bestimmt bis heute die etwa von Jacques Derrida und Jürgen Habermas geführten Diskussionen um Globalisierung und Internationalität.

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[B]

  • Markus Bernauer et al. (Hg.):
    Wilhelm Heinse. Aufzeichnungen. Der Frankfurter Nachlass

(Carl Hanser Verlag, 2003 / 2004 /2005, Zwei Textbände, zwei Kommentarbände mit Nachwort, Abbildungen, Register, Bibliografie, zusammen ca. 5000 Seiten und 96 Seiten Bildteil. Dünndruck-Ausgabe, Leinen, Fadenheftung, Lesebändchen, im Pappschuber. Subskriptionspreis bei Abnahme der Gesamtausgabe ca. Q 248,– [D] / sFr 412,– / Q 255,– [A] ISBN 3-446-20402-4. Die Bände sind auch einzeln erhältlich für ca. Q 68,– [D] / sFr 112,– / Q 70,– [A])

Die Entdeckung des Frankfurter Nachlass

»Unter den ungehobenen Schätzen der Literatur- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts ist der Frankfurter Nachlass des deutschen Schriftstellers und Kunsttheoretikers Wilhelm Heinse (1746 –1803) sicherlich der bedeutendste. Insgesamt 54 überlieferte Notizbücher und Hefte enthalten Aufzeichnungen von seinen Reisen in die Schweiz und nach Italien, Beobachtungen zu politischen Zuständen und Sitten sowie eingehende Beschreibungen von Werken der bildenden Kunst, der Musik und der europäischen Literatur und Naturbeschreibungen. Darüber hinaus finden sich in den über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren entstandenen Notizen aber auch zahlreiche Exzerpte und Reflexionen zur Ästhetik und Philosophie, zu Geschichte, Naturkunde und Medizin. In der Süddeutschen Zeitung bezeichnete Jens Bisky die Herausgabe des Nachlasses von Wilhelm Heinse als »eine der literarischen Sensationen« des Jahres.

Erschlossen werden Heinses Aufzeichnungen durch einen ausführlichen Kommentar, der sich an Wissenschaftler und Nichtwissenschaftler gleichermaßen richtet, durch verschiedene Register sowie durch ein Nachwort. Die Kommentarbände enthalten auch eine erste vollständige Bibliografie der Primär- und Sekundärliteratur, ungedruckte Briefe von und an Heinse sowie Abschnitte mit neuen Erkenntnissen zur Biografie Heinses und zur Geschichte seines Nachlasses. Ein Bildteil mit 96 Tafeln und Textabbildungen – darunter viele kaum bekannte Werke der europäischen Kunstgeschichte seit der Antike – ergänzen die Nachlasshefte und die Kommentare.«

  Zum Flyer mit Inhaltsverzeichnis

 

 

  • Dieter Borchmeyer:
    »DuMont Schnellkurs Goethe«

(Band 556, 192 S. mit ca. 170 Abb., H 19,8 x B 11,5 cm, broschiert, Erscheinungsjahr: Frühjahr 2005, ca. € 14,90 (D) / sFr. 26,90, ISBN 3832176284)

»Johann Wolfgang von Goethe war der größte deutsche Dichter. Sein Werk markiert die Spitze der deutschen Klassik, sein Leben machte ihn zum Idealtypus des Dichtergenies. Mit fünfundzwanzig schrieb Goethe den Werther-Roman, der zu einem europäischen Ereignis wurde. Seine kraftvollen, gefühlsbetonten Gedichte markierten einen Wendepunkt in der deutschsprachigen Lyrik. Dramen wie der »Faust« wurden dank ihrer Erlebnistiefe zu Meilensteinen für das Theater. Doch nicht nur sein literarisches Werk hebt Goethe als Künstlerpersönlichkeit hervor, als vielseitiger Denker nahm er Einfluss auf die gesamte europäische Geistesgeschichte und widmete sich auch naturwissenschaftlichen Forschungen und seiner politischen Tätigkeit am Weimarer Hof.

Schnellkurs Goethe bietet einen Überblick über all diese Facetten und stellt Goethes Leben an den Wirkungsstätten Frankfurt, Leipzig, Straßburg, Italien und Weimar knapp und konkret vor. Die Dichtungen und nichtpoetischen Schriften Goethes werden vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte präzise und anschaulich beschrieben und analysiert. Neben den Hauptwerken treten auch weniger bekannte Bereiche seines Schaffens ins Blickfeld, wie seine erotischen Dichtungen oder die Naturforschung. Eingeleitet wird der Kurs durch ein ausführliches Kapitel über Goethes Wirkungsgeschichte und den Wandel des Goethe-Bildes.«

   Zur vollständigen Digitalisierung im GZP

  1. Am Großen Hirschgraben: Frankfurter Kindheits- und Jugendjahre (1749-1765)
  2. “Klein Paris“: Studium in Leipzig und Frankfurter Rekonvaleszenz (1765-1770)
  3. Sturm und Drang: Straßburg – Frankfurt – Wetzlar (1770-1775)
  4. Goethe in Weimar (1775-1786)
  5. Wiedergeburt in Italien (1786-1788)
  6. Klassische Dramatik
  7. Goethe nach der Italienischen Reise (1788-1794)
  8. Goethes Allianz mit Schiller (1794-1805)
  9. Der späte Goethe (1805-1832)
  10. Chronologie Goethes

  Weitere Informationen zum Buch:
URL: http://www.dumont-redaktion.de/luk-cms/content/getproduct.php?itemid=977

 

  • Dieter Borchmeyer:
    Mozart oder Die Entdeckung der Liebe

(2005. 425 Seiten. Gebunden. € 19,80, ISBN 3-458-17267-X)

Mozart, Künstler an der Wendezeit und Jahrtausendgenie, entdeckt in seinen Opern die Liebe, die empfindsame und private – auch eine musikalische Revolution »Mozarts sieben große Opern, innerhalb nur eines Jahrzehnts entstanden, bilden ein einzigartiges Panorama der einander überlagernden Liebeskonzeptionen des späten 18. Jahrhunderts, als zum erstenmal in der Geschichte der Gefühle die Ehe zum Ort der wahren Liebe wurde. Es ist der Goldgrund der »Empfindsamkeit«, die der Epoche ihren Namen gab, vor dem sich Zärtliche und Rasende, Schwärmer und Zyniker, Passionierte und Entsagende, Spiritualisten, Sensualisten und Sexualisten abheben.

Dieter Borchmeyer entziffert Mozarts Opernschaffen vom Idomeneo bis zur Zauberflöte als Liebes-Geschichte und Mozart selbst als musikalischen Entdecker der unter der Kruste gesellschaftlicher Konventionen verborgenen Autonomie der Liebe. Das Finalquartett des zweiten Aufzugs der Entführung aus dem Serail mit seinem umstürzenden Hymnus »Es lebe die Liebe!« ist gleichsam der Sturm auf die Bastille der Gefühlskonventionen. Don Giovanni, Widersacher der empfindsamen Liebe, erscheint abgelöst von romantischer Legendenbildung in ebenso neuem Licht wie Così fan tutte als erotischer Vexierspiegel oder das bisher kaum beachtete Phänomen der »rasenden Weiber« bei Mozart, von der Elektra in Idomeneo bis zur Königin der Nacht und der Vitellia in Mozarts letzten Opern.


Mozart oder Die Entdeckung der Liebe ist ein Opernführer der besonderen Art: Indem Dieter Borchmeyer die großen Opern Mozarts in den Kontext der Emanzipation der Liebe von höfischem Zwang stellt, erzählt er auch ein intimes Stück von Mozarts Biographie, dessen eigene Liebesheirat noch gegen die Vorstellungen seiner Zeit verstieß.«

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  Zur Rezension von Reinhard Mehring bei H-Soz-u-Kult

 

 

[C]

 

[D]

 

[E]

  • Günther Emig und Peter Staengle (Hg.):
    Schiller in Heilbronn 1793

Die Uraufführung der ›Räuber‹, am 13. Januar 1782 im Mannheimer Nationaltheater, hatte alle guten und bösen Geister entfesselt. »Das Theater glich einem Irrenhause«, wird berichtet, »fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Thüre. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus deßen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht.« In einer eigenen Loge abgeschirmt, streng inkognito, der Autor. Schiller, Medikus des Grenadierregiments Augé in Stuttgart, hatte für seine Anwesenheit viel riskiert. Wie viel, sollte sich im Mai desselben Jahres zeigen, als er, abermals ohne Erlaubnis, eine Reise ins kurpfälzische Mannheim unternahm. Nach der Rückkehr bestrafte man ihn mit 14 Tagen Arrest; Kontakte mit dem Ausland wurden verboten, und bald darauf erteilte ihm Herzog Carl Eugen höchstpersönlich den strikten Befehl, jegliche nichtmedizinische Schriftstellerei zu unterlassen.

Die Repressalien gegen den andernorts gefeierten Autor waren unerträglich geworden. Um den 20. September nahm Schiller Abschied von seinen Eltern. In der Nacht vom 22. auf den 23. September 1782 dann die Flucht mit Hilfe seines Freundes Streicher über Stuttgart nach Mannheim, für die Obrigkeit ein klarer Fall von Desertion. ...[weiter im Flyer]

Das Bändchen kostet 14,90 Euro und gibt's unter gemig@gmx.net

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[F]

  • Otto Werner Förster (Hg.):
    Briefe eines Malers an die Seinen über eine neuntägige Wanderung von München nach dem bayrischen Hochland und nach dem nördlichen Tyrol im Jahre 1849

(Taurus Verlag Leipzig, Erscheint 2006)

Mit Reproduktionen von Originalzeichnungen der Schnorr-Familie.

»Julius Veit Hans Schnorr von Carolsfeld (*26. März 1794 in Leipzig - † 24. Mai 1872 in Dresden) wird in seiner Wirkung für die zeitgenössische Kunst des 19. Jahrhunderts wahrscheinlich unterschätzt. Lediglich als christlich-protestantischer Künstler (”Die Bibel in Bildern“) ist er noch präsent. Seine zahlreichen Tagebücher, auszugsweise veröffentlicht im späten 19. Jh., geben im gesellschaftlichen wie biographisch-künstlerischen Kontext ein hochinteressantes Zeitbild. Innerhalb dieser Tagebücher - archiviert in der Staatsbibliothek Dresden - steht der vorliegende sehr private Text auch als Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Problem einer teilweisen Erblindung. In erster Linie aber gibt es detailreiche Reise- und Landschaftseindrücke eines vergangenen Jahrhunderts wieder.

Da Schnorr in jenen Jahren kaum zeichnete, sind dem Text Reproduktionen von Porträtzeichnungen der Schnorr-Familie beigegeben. Julius Schnorr von Carolsfeld ist Ehrenbürger der Stadt Leipzig (1862) und Ehrendoktor ihrer Universität.«

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[G]

  • Ulrike Gleixner:
    Pietismus und Bürgertum. Eine historische Anthropologie
    der Frömmigkeit - Württemberg 17. - 19. Jahrhundert.

(Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2005.)

»Im Zentrum der Untersuchung steht die kulturelle Dimension von Religion. Vorgestellt werden Subjektentwurf, Frömmigkeitspraxis und Lebensbewältigung der Frauen, Männer und Kinder des pietistisch geprägten und akademisch gebildeten Bürgertums Altwürttembergs sowie dessen kommunikative Gruppenkultur und Traditionsbildung. Als »Spiritualisierung des Alltags« lässt sich die neue und eigene Kultur dieses Bürgertums auf den Begriff bringen. Erstaunlich viele pietistisch-bürgerliche Kulturtechniken verweisen in säkularisierter Form auf die bürgerliche Kultur der Moderne. Die Untersuchungszeit setzt nach dem Dreißigjährigen Krieg mit der Entstehung pietistischer Frömmigkeit an und führt über das 18. Jahrhundert in die Praxis pietistisch-bürgerlicher Frömmigkeit bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.«

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  • Jochen Golz (Hrsg.): 
    Johann Wolfgang von Goethe: Tagebücher
    Historisch-kritische Ausgabe in zehn Text- und zehn Kommentarbänden
    Unter Mitarbeit von Wolfgang Albrecht, Andreas Döhler und Edith Zehm

(Subskriptionspreis bis 31.12.2012: Euro 1698,-/CHF 2717,-, ab 01.01.2013: Ca. Euro 1898,80/CHF 3039,-, ISBN 3-476-00922-X, Metzler-Verlag, 1998-2004)

»Band I der Edition umfasst zwei für das Verständnis des frühen Goethe unerlässliche Textgruppen. Die Tagebücher aus dem ersten Weimarer Jahrzehnt, gleichermaßen Bilanz des äußeren Lebens wie Medium existentiellen Reflektierens, bilden eine erstrangige Quelle zur Erhellung jener spannungs- und widerspruchsvollen Lebensperiode des Dichters. Gleiches trifft für das Charlotte von Stein zugedachte Reisetagebuch von 1786 zu. In den Formen des klassischen Reisejournals gibt Goethe sich und der Geliebten in Weimar Rechenschaft über den Aufbruch nach Italien, der in seinem Leben Epoche machen sollte. Worin unterscheidet sich die neue Edition von der Tagebuch-Abteilung der Weimarer Ausgabe? Zunächst durch die Vollständigkeit der Textwiedergabe. In der neuen Edition wird das handschriftlich überlieferte Corpus der Tagebücher Aufnahme finden, darüber hinaus aber werden all jene Texte enthalten sein, die weder den Tagebüchern noch den Werken zwingend zuzuordnen sind: Lektüreaufzeichnungen wie die Ephemerides", Notizbücher, "Agenda", "Bücher-Vermehrungs-Listen" etc. All diese Texte werden in Gestalt von Supplementen in einem Nachtragsband zu den geplanten zehn Bänden Platz finden. Im Gegensatz zur Weimarer Ausgabe, die den Text einer vereinheitlichenden "Entrohung" unterzogen hat, wird der Text nunmehr buchstabengetreu nach den Handschriften wiedergegeben werden, dem Charakter subjektiver Authentizität der Tagebücher entsprechend  teils sind sie Bekenntnis-Tagebuch, teils Journal, in dem von Tag zu Tag lebenspraktische Bilanz gezogen wird. Die wesentliche Leistung der Ausgabe stellt ihr Kommentar dar. Goethes Text erweist sich in hohem Maß, häufig Wort für Wort, als erläuterungsbedürftig, und aufgrund des universellen Charakters seiner Tagebuchnotizen - Reflex einer großen geschichtlichen Welt - ist auch das historische Wissen jener Epoche umfassend verfügbar zu machen. Personen- und Sachbezüge sind aufzuschlüsseln, der historische Kontext der Tagebuchaufzeichnungen ist ständig zu vergegenwärtigen. Durch kommentierte Register werden wiederkehrende Struktur- und Sachbezüge innerhalb des Textes erhellt.«

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  Leseprobe

 

 

[H]

  • Anselm Hartinger  und Petra Diessner:
    Bach, Mendelssohn und Schumann. Spaziergänge durch das musikalische Leipzig

(Edition Leipzig, ISBN 3-361-00597-3, 128 Seiten, 70 farb., 30 s/w-Abb., 4 Karten, 13 x 20 cm, Klappenbroschur, EUR [ D ] 9.90, SFR 18,10/EUR(A) 10,20, Erscheinungsjahr: 2005)

»Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert und Clara Schumann - Leipzig verdankt seine Bedeutung als Musikstadt vor allem dem Lebenswerk dieser Musiker. Reich bebildert, bietet der Band geführte und zugleich individuelle Rundgänge durch das heutige Leipzig. Texte und Originaldokumente erläutern herausragende Ereignisse und gewachsene Strukturen des Leipziger Musiklebens. Gleichzeitig lädt der Kulturführer ein, auch abseits der »großen Vier« auf Entdeckungsreise zu gehen: z.B. zu Richard Wagner, Edvard Grieg, Georg Trexler und Livia Frege. Routenvorschläge beziehen die nähere Umgebung mit ein - von Bachs Orgeln bis zur Hochzeitskirche der Schumanns. Der Leser wird in die Atmosphäre vergangener Jahrhunderte entführt und erhält zugleich wichtige Informationen über das heutige Kulturleben, die die schmerzhaften Verluste und notwendigen Wandlungen des Stadtbildes nicht aussparen.«

 

  • Uwe Hentschel:
    Moderne Klassik – Klassik der Moderne?
    Ein wissenschaftlicher Essay über die Aktualität von Goethes und Schillers Werken

(Königshausen & Neumann, € 24,80 / Sfr 44,10, ISBN: 3-8260-3310-8, 176 Seiten, Juni 2006)

»Obgleich in der Literaturgeschichtsschreibung den Frühromantikern sowie den Dichtern Kleist und Hölderlin eine moderne zivilisationskritische Sicht auf die zeitgenössische Wirklichkeit attestiert wird, verweigert man den zeitgleich schreibenden Weimarer Klassikern - abgesehen vom Spätwerk Goethes - ebendieses Zeugnis bis heute noch immer. Diesem Befund begegnet der Verfasser, indem er sowohl biographie- als auch werkbezogen den Nachweis erbringt, daß auch Schiller und Goethe in der Enklave Weimar/Jena von den gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen am Ende des 18. Jahrhunderts betroffen gewesen sind und daß sie mit ihren Texten auf diese inkommensurablen Herausforderungen originär reagierten. Ob es sich um abstrakte Wissenschaftsauffassungen, den freien (Buch-)Markt, um großstädtische Lebenskultur oder um akzelerierende Verkehrsformen handelte, die Klassiker formulierten bedenkenswerte Ansichten zu diesen auch heute noch hochaktuellen Themen. Da der Verfasser Goethes und Schillers Modernitätserfahrungen und deren Bewältigungsstrategien zwischen 1794 und 1805 vor dem Hintergrund unserer Wahrnehmung dieser gesellschaftlichen Prozesse beleuchtet, werden Berührungspunkte offenbar, wo bisher Trennlinien verliefen. Die Lektüre des wissenschaftlichen Essays wird so zu einer spannenden Wiederentdeckung der Weimarer Klassik – einer Klassik der Moderne.«

 

 

  • Dieter Hildebrandt:
    Die Neunte. Schiller, Beethoven und die Geschichte eines musikalischen Welterfolgs

(Hanser 02/2005, 368 Seiten, ISBN: 3-446-20585-3, Hardcover 3-446-20585-3, € 24,90 (D) / € 25,60 (A) /SFR 44,50)

»"Freude schöner Götterfunken ..."

Bei keiner anderen Symphonie können so viele Leute mitsingen. Aber was hat es mit Beethovens Neunter wirklich auf sich? Schillers Ode an die Freude  hatte Beethoven lange beschäftigt, bevor er sie vertonte. Zuerst reagierte die Hörerschaft erschrocken, dann mit wachsender Begeisterung. Dieter Hildebrandt erzählt die Geschichte einer Symphonie, die ein beispielloser musikalischer Welterfolg wurde, und die Geschichten über die Literaten und die Musiker, die diesen Erfolg möglich machten.«

 

 

 

 

  • Hugo von Hofmannsthal (Hg.):
    Schillers Selbstcharakteristik

(Suhrkamp Verlag it3073, 208 Seiten. € 8,-, ISBN 3-458-34773-9, Januar 2005)

Nach einem älteren Vorbilde neu herausgegeben von Hugo von Hofmannsthal

Mit einem Nachwort von Joachim Seng

»Das Buch, das ich vorlege … ist aus den Werken gekommen und führt in die Werke zurück«, schreibt Hugo von Hofmannsthal in seinem Vorwort zu Schillers Selbstcharakteristik. Damit hat er das Besondere dieses Buches genau beschrieben: Indem er Zitate aus Briefen und Vorreden Schillers zusammenstellt, den Dichter im Gespräch mit Zeitgenossen und in Selbstreflexionen über das eigene Werk zu Wort kommen läßt, vergegenwärtigt er Schiller auf das lebendigste und zeigt die Zeitlosigkeit und Aktualität von Schillers Werken. Zum 200. Todestag erscheint eine Neuausgabe dieses einzigartigen Werks mit einem Nachwort von Joachim Seng.«

 

 

[I]

 

[J]

  • Friedrich Jaeger (Hrsg.):
    Enzyklopädie der Neuzeit

(Verlag J.B. Metzler, ca. 9600 S., zahlr. Abb., Grafiken und Landkarten, Ab 01.08.2007: EUR 3198,40 / CHF 5118,00, Subskriptionspreis bis 31.07.2007: EUR 2718,40 / CHF 4350,00, ISBN: 3-476-01935-7, Mai 2005)


Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Die komplette Neuzeit in 16 Bänden inklusive Register: 4.000 Artikel von A-Z, 1.500 Abbildungen und Themenlandkarten, 350 renommierte Autoren: Ein Muss für Bibliotheken und Bildungshungrige.

 

»So viel Neuzeit muss sein.
400 Jahre Geschichte der Neuzeit in einer Enzyklopädie - das ist einmalig!
Wissenschaftler aus der ganzen Welt führen die Kenntnisse über das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in 16 reich illustrierten Bänden zusammen.

Zeitgemäß neu.
Die Enzyklopädie gründet auf einem neuen wissenschaftlichen Fundament. Sie liefert aktuelle Antworten auf die Kernfragen: Welche Ideen, Erfindungen und Ereignisse veränderten das Leben? Wie greifen politische, gesellschaftliche und ökonomische Entwicklungen ineinander? Welche großen kulturellen Strömungen kristallisieren sich heraus? Wie wandelte sich die Deutung historischer Ereignisse?

Die Enzyklopädie mit Sogwirkung.
Wer einmal die Enzyklopädie aufgeschlagen hat, will mehr wissen. Die einzelnen Artikel sind durch zahlreiche Querverweise miteinander verflochen. Wer ihnen folgt, erschließt überraschend neue Zusammenhänge.«

Editionsplan:

Band 1 Abendland - Beleuchtung (lieferbar - Mai 2005)

Agrargesellschaft - Ägyptologie (Probeartikel lesen) - Alchemie - Amerikanische Revolution - Ancien Regime - Anthropologie -
Apokalyptik (Probeartikel lesen) - Arbeit - Arie - Ästhetik - Astronomie - Atheismus - Aufwandsgesetze (Probeartikel lesen) - Außenhandel - Aviatik (Probeartikel lesen) - Balkentelegraf (Probeartikel lesen) - Barock - Bauern - Befreiungskriege - u.v.a.

 

Band 2 Beobachtung - Dürre (lieferbar - November 2005)

Bergbautechnik - Bevölkerung - Bibel - Bildhauertechnik -
Bildung - Binnenschifffahrt - Biologie - Blitzableiter (Probeartikel lesen) -
Börse - Buch - Bürgertum - Byzantinische Kultur - Calvinismus -
Chiliasmus - Christentum - Common Law - Dampfkraft -
Demographie - Deutscher Bund - Dichter - u.v.a.

 

 

Band 3 erschienen im Mai 2006: Dynastie - Freundschaftslinien

Eherecht - Eigentum - Eisenbahn - Elektrizität (Probeartikel lesen) - Emanzipation - Emblematik - Energie - Entdeckungsfahrten - Epidemien - Europäische Expansion/Globalisierung - Familie - Feudalgesellschaft - Französische Revolution - Freiheit - Freimaurer - u.v.a.

 

 

Band 4 Fugger - Hauswirtschaft (November 2006)
Band 5 Hebamme - Kalenderreform (Mai 2007)
Band 6 Kameralismus - Laizismus (November 2007)
Band 7 Landadel - Meistersang (Mai 2008)
Band 8 Melancholie - Offizier (November 2008)
Band 9 Okkultismus - Produktionsgebiete (Mai 2009)
Band 10 Professionalisierung - Rosenkreuzer (November 2009)
Band 11 Rubel - Sport (Mai 2010)
Band 12 Sprache - System (November 2010)
Band 13 Tabak - Vegetarismus (Mai 2011)
Band 14 Verbannung - Weltzeit (November 2011)
Band 15 Werbung - Zyklizität (Mai 2012)
Band 16 Register (November 2012)

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  • Barbara John:
    Caspar David Friedrich. Kreidefelsen auf Rügen

(Seemann, ISBN 3-86502-115-8, 48 Seiten, 17 farb., 21 s/w-Abb., 16,5 x 24 cm, Broschur, EUR [ D ] 9.90, SFR 18.10/EUR(A) 10.20, erschienen 2005)

»Das Gemälde »Kreidefelsen auf Rügen« von Caspar David Friedrich zählt zu den bekanntesten Werken der deutschen Romantik. Es entstand um 1820, im Anschluss an die Hochzeitsreise des Künstlers in seine pommersche Heimat. Bis heute werden die Kreidefelsen kontrovers und in völlig verschiedene Richtungen gedeutet. Das Spektrum reicht vom romantischen Hochzeitsgemälde bis zum politischen Bekenntnisbild. Anhand von Skizzen und schriftlichen Quellen wird deutlich, dass Friedrich keinen exakt bestimmbaren Abschnitt der Kreideküste auf Rügen porträtiert hat, sondern mit Hilfe seiner Studien eine neue Landschaftsansicht schuf. Seine offene Bildsprache macht ihn zu einem der wichtigsten Vorläufer der Moderne.«

 

 

[K]

  • Max Knorr:
    Faust in konsistenter Deutung. Goethes Entwicklungsdrama aus kulturgeschichtlicher Sicht.

(Frankfurter Verlagsgruppe, Frankfurt a. M. 2005., 334 Seiten, 18,40 EUR., ISBN 3865482015)

 

»Diese Schrift gibt eine stimmige Erklärung für den umfangreichen und vielschichtigen Stoff von Goethes Faust-Drama.«

 

 

 

 

 

  • Katharina Krause, Klaus Niehr und Eva-Maria Hanebutt-Benz (Herausgeber):
    Bilderlust und Lesefrüchte. Das illustrierte Kunstbuch von 1750 bis 1920

(Seemann, ISBN 3-86502-093-3, 384 Seiten, 16 farb., 186 s/w-Abb., 24 x 30 cm, Hardcover, EUR [ D ] 39.90, SFR 69,40/EUR(A) 41,10, Erscheinungsjahr: 2005)

»Bücher über Kunst werden heute gerne reich illustriert. Dieser Brauch ist das Ergebnis einer langen Entwicklung. Welche Reproduktionsverfahren man bevorzugte, wie Bilder und Texte zueinander fanden, wie mit Abbildungen argumentiert wurde, ist Thema dieser Publikation. Untersucht wurden wissenschaftliche wie populäre Werke zur Kunstgeschichte, bescheidene wie technisch anspruchsvolle und teure Reproduktions- und Druckverfahren vom Kupferstich über Lithografie, Holz- und Stahlstich bis zur Rasterfotografie. An Beispielen aus dem Bereich der Überblicksdarstellung, der Baumonografie und des Galeriewerks entsteht so ein Gesamtbild der kunsthistorischen Buchproduktion von der Mitte des 18. bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.«

 

 

 

 

  • Joseph A. Kruse (Hg.): Das letzte Wort der Kunst. Heinrich Heine und Robert Schumann zum 150. Todesjahr

(Verlag J.B. Metzler und Bärenreiter, ISBN: 3-476-02152-1 und ISBN: 978-3-476-02152-6, 2006)

Heinrich Heine und Robert Schumann - zwei Künstlerleben. Die beiden Romantiker verbindet mehr als dasselbe Todesjahr. Gegliedert in die Themenkreise "Romantik und Revolution", "Doppelleben in Sprache und Musik", "Krankheit und Sterben" sowie "Nachwirkungen" werden die Gemeinsamkeiten ins Licht gerückt. Der üppig ausgestattete Band verschafft einen weit gespannten Überblick über Leben, Werk und Wirkung beider Künstler. Ergänzt um Arbeiten von Klassen der Düsseldorfer Kunstakademie zum Thema.

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[L]

  • Wolfgang Lukas:
    Anthropologie und Theodizee. Studien zum Moraldiskurs im deutschsprachigen Drama der Aufklärung

(2005. 399 S. 23,5 cm; Geb; Deutsch, Vandenhoeck & Ruprecht, 2005, ISBN: 3525208413)

»Wolfgang Lukas rekonstruiert den Diskurs des deutschsprachigen Dramas über die Moral und beschreibt ihn in seinem Wandel von der Frühaufklärung bis zum Sturm und Drang (ca. 1730 - 1780). Auf der Basis eines ca. 150 Texte umfassenden Corpus werden vergessene Texte und Autoren neu erschlossen. Im Zentrum steht das aufklärerische Projekt der Neubegründung und -legitimation von Werten und Normen durch den Entwurf einer 'Naturmoral'. Das besondere Interesse gilt den impliziten logischen Widersprüchen, die das Drama im Medium der Fiktion inszeniert; sie werden als mentalitätsgeschichtlicher Indikator einer epochalen systemimmanenten Normenkrise deutbar. Der Vergleich mit dem zeitgenössischen theoretischen Diskurs der Moralphilosophie vermag die spezifische kulturelle Leistung der Literatur zu zeigen.«

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  • Matthias Luserke-Jaqui (Hrsg.):
    Schiller-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung

(J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Ca. 400 S., Gebunden, Ca. Euro 49,95/CHF 80,-, ISBN 3-476-01950-0, März 2005)

»"Das Werk lebt", schrieb Schiller 1785. Auch das 200. Todesjahr Schillers beweist: Dieses Urteil ist mehr als zutreffend.

In eindringlichen Werkanalysen (Dramen komplett, essayistische Schriften komplett, Gedichte in Auswahl) wird in diesem Handbuch, an dem zahlreiche Fachwissenschaftler mitgearbeitet haben, Schillers Ouevre kompakt und verständlich vorgestellt. Im Mittelpunkt steht der bedeutendste Werkkomplex: die Dramen. Die literatur- und kulturgeschichtlichen Bezüge werden erarbeitet und das grundsätzliche anthropologische Interesse des Dichters, Mediziners, Philosophen und Historikers Schiller gewürdigt.

Umfangreiche Angaben zur Entstehungsgeschichte und zur Deutungsgeschichte sowie knappe Einführungen in den aktuellen Forschungsstand mit zahlreichen weiterführenden Literaturhinweisen runden die einzelnen Artikel ab.«

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[M]

  • Volker Meid: Metzler Literatur Chronik. Werke deutschsprachiger Autoren

(Verlag J.B. Metzler, ISBN: 3-476-02132-7 und ISBN: 978-3-476-02132-8, 3., erweiterte Auflage, 2006)

Die deutschsprachige Literatur in 1.500 Werken. Was ist charakteristisch für die Gedichte Grünbeins? Wo wurde Hauptmanns `Vor Sonnenaufgang` uraufgeführt? Informationen zu diesen und anderen Fragen, zu Quellen, Themen und Wirkung liefert die bewährte `Metzler Literatur Chronik`. Die 3. Auflage ist um 40 neue Werke erweitert und auf dem neuesten Stand.

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  • Adolf Menzel:
    Kleine Exzellenz privat. Briefe und Aufzeichnungen

(Seemann, ISBN 3-86502-106-9, 112 Seiten, 14 farb., 21 s/w-Abb., 20 x 14,5 cm, Hardcover, EUR [ D ] 7.90, SFR 14.60/EUR(A) 8.20, erschienen 2005)

»Adolph Menzel, die »kleine Exzellenz«, war von früh an ein unermüdlicher, detailversessener Zeichner, ein schon zu Lebzeiten vielgeehrter Maler. Kaum bekannt ist Menzel jedoch als »Schreiber«. Seine überwiegend aus der Jugendzeit stammenden, oft von Witz und Scharfsinn geprägten Briefe sind heute weit verstreut. Publiziert wurden sie zu einem geringen Teil bislang bloß ein einziges Mal vor nunmehr neunzig Jahren. So ist es ein reizvolles Unterfangen, durch dieses Buch dem weithin bekannten Meister, der Persönliches nur ungern und in seiner Kunst lediglich auf sublime Weise offenbarte, gleichsam über die Schulter auf die Staffelei zu schauen.«

 

[N]

  • Hans Joachim Neidhardt:
    Caspar David Friedrich und die Malerei der Dresdner Romantik. Aufsätze und Vorträge

(Seemann, ISBN 3-86502-103-4, 114 Seiten, 4 farb., 81 s/w-Abb., 17 x 24 cm, Broschur, EUR [ D ] 19.90, SFR 34,90/EUR(A)20,50, Erscheinungsjahr: 2005)

»Das wissenschaftliche Interesse Hans Joachim Neidhardts kreist vornehmlich um die Kunst der deutschen Romantik, die sich in Dresden am konsequentesten auf dem Gebiet der Landschaftsmalerei artikuliert hat. Ihr überragender Hauptmeister, Caspar David Friedrich, steht im Mittelpunkt der 14 ausgewählten Aufsätze und Reden aus zweieinhalb Jahrzehnten, die gleichsam das Lebenswerk des Forschers umreißen. Neidhardt erläutert Aspekte im Werk Friedrichs und dem der Künstler seines Umfelds wie Gustav Heinrich Naeke, Ernst Ferdinand Oehme, Carl Gustav Carus und Carl Wilhelm Götzloff bis hin zu Ludwig Richter. Dabei ist das Hauptanliegen des Autors, die Kunstwerke und ihre Schöpfer »zu befragen«, Zusammenhänge aufzuzeigen und diese in verständlicher Sprache auch dem ungeschulten Kunstfreund nahe zu bringen.«

 

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  • Yvonne Pauly:
    Karl Philipp Moritz Sämtliche Werke

(2005. VI, 775 Seiten. 25 Abb. Leinen. € 168,00 (Subs.-Preis 152,00). ISBN 3-484-15741-0 Insgesamt 13 Bände (mit Teilbänden). Gesamt-ISBN 3-484-15700-3)

Kritische und kommentierte Ausgabe
Band 4: Schriften zur Mythologie und Altertumskunde
Teil 1: Anthusa oder Roms Alterthümer

»Es sollte die Krönung seiner wissenschaftlichen Laufbahn bilden – und blieb doch über Jahrhunderte fast unbeachtet: Mit dem vorliegenden Band wird das altertumskundliche Hauptwerk von Karl Philipp Moritz, »Anthusa oder Roms Alterthümer« (1791), erstmals in einer philologisch zuverlässigen und sorgfältig kommentierten Ausgabe vorgelegt.

Der Kommentar zeigt die komplexe Textstruktur unter dem schlichten Erzählton auf und analysiert Moritz' Darstellungstechnik der Verschränkung und Potenzierung heterogenen Quellenmaterials, die dem Werk den Charakter eines literarischen Experiments gibt.

Auf der anderen Seite tritt der Autor in bisher ungeahntem Maße als Teilhaber der Überlieferung und Erbe der abendländischen Tradition in den Blick. In das Werk über die römischen Altertümer sind – vielfach lateinische – Quellen aus zwei Jahrtausenden eingegangen, von antiken Klassikern über Kompendien der humanistischen Gelehrsamkeit bis zu Auszügen aus Goethe und Kant: Das verbreitete Moritz-Bild vom spontan-voraussetzungslosen Einzelgänger erhält durch diesen Befund eine wichtige Ergänzung.

Als Teil eines ursprünglich größer angelegten Werkkomplexes handelt »Anthusa« von den Festen und Riten der römischen Religion. In ihrer Interpretation hat Moritz den Weg von einer inhaltsfixierten, durch christliche Polemik geprägten Sichtweise zu einer stärker ›strukturalistischen‹ Deutung gebahnt. Nach den Kategorien der von ihm entwickelten Ästhetik erschließt er die Äußerungen antiker Religiosität als Entsprechungen des Kunstschönen und damit auf eine Weise, die dem ausgeprägten Formalismus dieser Religion entspricht.«

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  • Andreas und Paul Remmel (Hrsg.):
    "Ich träume lieber Fritz den Augenblick". Der Briefwechsel zwischen Goethe und Friedrich Heinrich Jacobi.

(Bernstein-Verlag Bonn, 2005, 1 Abb. s/w., 39,80 Euro. ISBN 3-9808198-1-7, Mit einem Nachwort von Dr. Gabriel Busch.)

 

 

  • Karl Richter (Hg.):
    Johann Wolfgang Goethe: Sämtliche Werke nach Epochen seines Schaffens

Münchner Ausgabe; 20 in 32 Bänden und ein Registerband Herausgegeben von Karl Richter in Zusammenarbeit mit Herbert G. Göpfert, Norbert Miller, Gerhard Sauder und Edith Zehm

»Die MÜNCHNER AUSGABE bietet das gesamte dichterische und das autobiographische Werk (oft in verschie-denen Fassungen), sämtliche Schriften zu Literatur und Kunst sowie zur Naturwissenschaft. Zum ersten Mal in der Editionsgeschichte wurden auch die amtlichen Schriften in breiter Auswahl in eine Ausgabe Sämtlicher Werke aufgenommen. Die bedeutenden Briefwechsel mit Schiller und dem Komponisten und Berliner Musik-professor Carl Friedrich Zelter (beiden hat Goethe selbst Werkcharakter beigemessen) sind ebenso enthalten wie die berühmten Gespräche mit Eckermann. Darüber hinaus wird eine Vielzahl weiterer Briefe und Gespräche in den Bandeinführungen und Kommentaren herangezogen. Goethes Werke erscheinen in dieser Ausgabe, im Unterschied zu bisherigen Goethe-Editionen, nach den jeweiligen Epochen seines Lebens und Schaffens geordnet. Die Ausgabe vereint jeweils in einem Band, was nach entstehungsgeschichtlichen Bedingungen, nach thematischen und strukturellen Gemeinsamkeiten, aber auch hinsichtlich der zeitgenössischen Rezeption zusammengehört. So wird im Rahmen eines Bandes die »wechselseitige Erhellung« unterschiedlicher Werkschichten sichtbar, die auch Goethe selbst wichtig war: von Dichtung und Naturwissenschaft, literarischer Produktion und theoretischer Reflexion, von Akten des Schreibens und autobiographischer Selbstdeutung. Für den Kommentar ergaben sich daraus neue Möglichkeiten, solche Zusammenhänge sichtbar zu machen. Neue Wege geht die Ausgabe auch mit dem dargebotenen Text: Sie vertraut nicht mehr der Ausgabe letzter Hand, sondern bemüht sich, auf bessere frühere Drucke oder die Handschriften zurückzugehen. Auch vom Konzept der Ausgabe her lag diese Entscheidung nahe.«

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  • Annette Seemann:
    Weimar. Die bedeutendsten Bauten

(Edition Leipzig, ISBN 3-361-00596-5, 160 Seiten, 139 farb. Abb., 24 x 27 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, EUR [ D ] 25.00, SFR 43,80/EUR(A) 25,70, Erscheinungsjahr: 2005)

»Weimar besitzt eine traditionsreiche Baugeschichte, die auch heute noch in der Stadt nachvollziehbar ist. Sie beginnt mit den mittelalterlichen Gebäuden, setzt sich fort mit den Bauten der Renaissance, des Barock, des deutschen Klassizismus und der »Silbernen Zeit« (Goethe-Schiller-Archiv). Das 20. Jahrhundert wurde geprägt von Henry van de Velde und dessen Jugendstilvillen, von Walter Gropius und den funktionellen Prämissen des Bauhauses, aber leider auch von architektonischen Leitlinien der Nationalsozialisten. Dagegen stellt die Architektur der letzten Jahre eine Bereicherung des Stadtensembles dar. Der Fotograf hat die inzwischen meist restaurierten architektonischen Kleinode in stimmungsvollen Motiven für den Band festgehalten. Die Autorin folgt in ihren informativen Texten der historischen, soziologischen, literarischen und künstlerischen Entwicklung Weimars bis zum Stadtbild, wie es sich heute dem Betrachter präsentiert.«

 

  • Wulf Segebrecht:
    Was Schillers Glocke geschlagen hat. Vom Nachklang und Widerhall des meistparodierten deutschen Gedichts

(Hanser 03/2005, ca. 112 Seiten, ISBN: 3-446-20593-4, € 12,90 (D) / € 13,30 (A) / SFR 23,70)

»Schiller zu parodieren war bereits zu seinen Lebzeiten eine beliebte Beschäftigung und ist es bis heute geblieben. Wulf Segebrecht hat einige der schönsten Verunglimpfungen aus der Geschichte des Lieds von der Glocke ausgewählt. Böse Verballhornungen stehen neben ernsthaften Ehrerweisungen, ideologiekritische Umarbeitungen neben witzigen Nonsens-Versen. Garantiert nicht zum sturen Auswendiglernen, sondern zum puren Vergnügen.«

 

 

 

 

 

  • Sorbisches Museum, Bautzen, Stadtverwaltung Görlitz – Kulturhistorisches Museum (Hrsg.):
    Im Reich der schönen, wilden Natur. Der Landschaftszeichner Heinrich Theodor Wehle 1778-1805

(Katalog zur Ausstellung in Bautzen, Dessau und Görlitz, Bautzen 2005, 232 Seiten, 341 Schwarzweiß-Abbildungen, 84 Farbabbildungen, Hardcover-Bindung, 24,90 Euro, Domowina-Verlag Bautzen, ISNB 3-7420-2026-9)

»Ein Genie nannte ein Zeitgenosse den Landschaftszeichner Wehle, zu dessen Ruhm selbst Johann Wolfgang von Goethe beitrug. Zweifelsohne nimmt Wehle einen bedeutenden Platz unter den Künstlern seiner Zeit in Deutschland ein, sein Schaffen kann sich mit der Meisterschaft eines Caspar David Friedrich messen. Obwohl er sehr jung verstarb, hinterließ er ein umfangreiches Lebenswerk, dass längst noch nicht vollständig erschlossen ist. Wehles 200. Todestag bot daher einen willkommenen Anlass, Leben und Werk des Künstlers in neuen wissenschaftlichen Studien zu ergründen. Die vorliegende Monografie vereint die Beiträge von acht Wissenschaftlern mit sorbischer und russischer Zusammenfassung, im Werkverzeichnis ist den Arbeiten die entsprechende Abbildung zugeordnet.
Weitere Partner des Projekts waren die Stiftung für das sorbische Volk, das Stadtmuseum Bautzen und die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau.«

Weitere Informationen:
  http://www.museum-goerlitz.de/l/17-Archiv.html 
  http://www.kunststiftung-sachsen-anhalt.de/armenien.htm

 

  • Emil Staiger (Hg.):
    Friedrich Schiller. Sämtliche Erzählungen

(Suhrkamp Verlag it 3080, 256 Seiten. € 8,50, ISBN 3-458-34780-1, Januar 2005)

Mit einer Einleitung von Emil Staiger und Erläuterungen von Manfred Hoppe

»Diese Ausgabe mit einer Einleitung von Emil Staiger versammelt sämtliche Erzählungen Schillers, in denen er sich als Meister auch der Prosa erweist. Die bekannteste der Geschichten ist Der Verbrecher aus verlorener Ehre; ihr Held erinnert an Karl Moor aus den Räubern. Widrige Umstände und die Verachtung der Mitwelt lassen einen Menschen zum Verbrecher werden; doch er bewahrt trotz allem ein Gefühl von Ehre, das ihn schließlich dazu veranlaßt, sich selbst anzuklagen. In Der Geisterseher nimmt Schiller auf den zeitgenössischen Skandal um den Hochstapler und Geisterbeschwörer Graf Cagliostro Bezug.«

 

 

  • Emil Staiger (Hg.):
    Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe. Revidierte Neuausgabe von Christoph Michel

(Mit zahlr. Abb., Suhrkamp Verlag it3125, etwa 1200 Seiten, ca. 20,- Euro, ISBN 3458348255)

»„Glückliches Ereigniß“ hat Goethe den Beginn seiner Freundschaft (1794) mit Schiller genannt. Die von ihm 1828/29 veröffentlichten beiderseitigen Briefe sind Zeugnis dieser Freundschaft. Die zu Schillers 200. Todestag vorgelegte Neuausgabe des Briefwechsels bietet ausgewählte Lesarten aus der Schiller-Nationalausgabe sowie Ergänzungen der Fußnoten aufgrund neuerer Kommentare, einen knappen Editionsbericht, ausgewählte zeitgenössische Texte über den Briefwechsel, Erläuterungen zu den Abbildungen, Nachwort und ein gegenüber den älteren Auflagen erweitertes Register.«

 

 

 

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Takanori Teraoka:
Spuren der ‚Götterdemokratie‘. Georg Büchners Revolutionsdrama Danton’s
Tod
im Umfeld von Heines Sensualismus

(Aisthesis Verlag 2006, ISBN 3-89528-521-8, 214 Seiten, kart. EUR 29,80)

»Götterdemokratie« und »Wollust des Schmerzes« sind die wichtigsten Topoi, mit denen Heine die Reflexionen über Sensualismus und Spiritualismus in den beiden Deutschland-Schriften entfaltete. Durch ihre Übernahme in sein Revolutionsdrama kam Büchner an Heines Bannkreis heran, unter dessen Einfluß er bereits gestanden hatte. Die Staatsvision der Dantonisten und Robespierres Monolog tragen Spuren einer mehrstufigen Auseinandersetzung mit Heines Gedanken.

In der vorliegenden Arbeit geht Teraoka von der einfachen Tatsache aus, daß Büchner Heines Zeitgenosse war, und zeigt, wie tief sein Drama in die Gedanken- und Bilderwelt des in Paris lebenden Dichters verankert ist. Bei der Untersuchung des Verhältnisses von Büchner und Heine hebt er Laubes
Pionierrolle als Entwerfer der sensualistischen Sozialutopie sowie Gutzkows besondere Stellung als Vermittler und Kritiker von Danton’s Tod hervor. Er arbeitet ferner ›rebellische Skepsis‹ als einen Grundzug von Büchners Dichtung heraus. Er deutet sie als radikalisierte Form der von Heine angeregten Spiritualismus-Kritik und sucht ihre Entsprechungen in Gutzkows und Wienbargs Schriften. Er stellt Büchners Werk als integrierter Teil des zeitgenössischen Diskurses zum Sensualismus dar, zu dem auch Laubes Poeten, Gutzkows Nero und Mundts Madonna gehören.

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  • Gerlinde Ulm Sanford (Hrsg.):
    Goethes Briefwechsel mit seinem Sohn August

(Mit Einleitung, Kommentar und Register, 2 Bände, Band 1: Text, Band 2: Kommentar und Register, 1713 S., Gebunden, 2 Bände im Grauschuber., Ca. Euro 259,-/CHF 415,-, ISBN 3-7400-1200-5, J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung Februar 2005)

»Goethes Briefwechsel mit seinem Sohn August wurde bis jetzt noch nie in seiner Gesamtheit veröffentlicht. Er erstreckt sich von 1793 bis 1830, be-gleitet also viele Schaffensjahre Goethes und umfaßt kaum sonstwo zugängliche Details aus Goethes und Augusts Privatleben und Alltag, aber ebenfalls kulturgeschichtlich wie auch wissenschaftsgeschichtlich höchst interessante Erlebnis- oder Reiseberichte sowohl des Vaters als des Sohnes. August war nicht nur einziger Sohn, sondern auch Vertrauter und enger Mitarbeiter verschiedenster Goethescher Unternehmungen. Dieser Briefwechsel wirft ein neues Licht auf vieles, was Goethe als Privatmensch, Dichter, Forscher, Kunstsammler und Staatsmann beschäftigte, er gibt wichtige Aufschlüsse über die Beziehungen Goethes zu zahlreichen Zeitgenossen und bildet also einen facettereichen Zeitspiegel.«

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